Der Medicus

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Autor: Noah Gordon
Titel: Der Medicus
Orignialtitel: The Physician
Genre: Historienroman, Abenteuer
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1986
Verlag: Heyne
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3453471092
Länge: 848 Seiten

„London im 11. Jahrhundert. Nach dem Tod seiner Mutter findet der neunjährige Waise Rob Cole Schutz bei einem Bader und wird sein gelehriger Schüler, bis er eines Tages nach Persien aufbricht, denn dort, im fernen Isfahan, lehrt Ibn Sina Avicenna, der berühmteste aller Ärzte. Rob trotz mutig den Gefahren seiner Reise, Hunger, Rest und den Überfällen religiöser Fanatiker. Unbeirrt folgt er seiner Berufung als Arzt und Heiler.“

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig etwas anderes als erwartet, las. Irgendwie rechnete ich mit mehr ‚Blut‘, als dann letztlich vorkam, dafür lernte ich eine Menge über dilettantische Bader und die Pest. Robs Figur ist eine sehr interessante und vielfältige Persönlichkeit, man erfährt sehr viel über sein Innenleben, den Eindrücken und entwickelt sich etwas mit ihm mit: vom kleinen, Ärzte misstrauen Burschen zum großen Heiler mit einer ganz besonderen Gabe.
Seine Gabe ist die zentrale Thematik, die ihn letztlich zum Heiler macht, denn wenn Rob die Hand eines Patienten ergreift, spürt er, ob derjenige sterben wird oder nicht. Besonders gut fand ich, wie die Gabe behandelt wurde, denn in einer Zeit von Aberglaube und Hexenverfolgung hatte Rob natürlich vor sich selbst Angst!

Mit der Zeit wird Rob älter, als er in die Lehre beim Bader eingeht, treten nach und nach seine sexuellen Wünsche vor – und das zeiht sich von dort an fortwährend durch das Buch.
In gewisser Hinsicht ist Noah Gordon ein wenig wie Ken Follett: historischer Roman, nein, dicker historischer Roman, gut geschrieben  (obwohl Follets Stil etwas blumiger und schöner ist), präzise beobachtet und die Zeit gut aufgefasst und ja, mit Sexszenen. Der wesentliche Unterschied ist, dass Ken Follett diese weniger Ärztehaft beschreibt, denn mal ehrlich: Rob kommt einem ziemlich unheimlich rüber, wenn er beim Sex daran denkt, was da alles so medizinisch gesehen passiert. Zudem sind die Szenen immer seltsam nüchtern und leidenschaftslos geschrieben.
Für weitere Fremdschäm-Momente sorgt Robs Schwanzvergleich: sein Glied war größer/kleiner/haariger/dunkler als das von Wemauchimmer und weiß der Himmel. Bitte nicht!
Wer sich nun denkt: was ist denn das? Abgesehen davon ist der Roman wirklich toll! Man lernt Unmengen dazu und ich weiß nicht so viel über die historische Korrektheit dieses Buches, aber ich persönlich finde sie überzeugend. Es wird von dem Leben in einer Karawane erzählt, wie sie funktioniert, wie die persische Welt war mit ihren schmucken Bauten und den fremdartigen Lebenstilen, den Widersprüchen und Streitigkeiten zwischen Religion und Alltag bzw. der Anwendbarkeit religiöser Grundsätze im Alltag – an sich ziemlich aktuell, wenn man bedeckt, dass der Roman im 11. Jahrhundert spielen soll.
Eine weitere Thematik und zentrale Rolle spielt natürlich (besonders zu diesen Zeiten) die Religion. Zudem kann Rob nicht als Christ in Isfahan lernen und so tut er das unglaubliche: er gibt sie als Jude aus und das ist sowohl witzig als auch spannend, weil man sich die ganze Zeit fragt, ob er auffliegen wird. Er wird zum Menschenbeobachter und studiert mit manch witzigen Kommentar die Gewohnheiten und die Religion.
Rob wird einiges leiden und manchmal ist man sich schon ziemlich unsicher um das Schicksal des werdenden Medicus: wird er die Reise überleben (naja, ganz offensichtlich schon, was soll denn die restlichen 500 Seiten passieren)? Was passiert mit der Frau, in welche er sich verliebt? Kann man die ausbrechende Pest stoppen und was ist mit seinen Gefährten: werden sie diese überleben? Ab und an hat man immer ein paar Abstecher in die Perspektive der anderen, mal in die von Mary, die Frau, in welche er sich verliebt, dann Ibn Sina usw. Ich finde das ganz gut, weil man dann auch einen anderen Blick auf Rob bekommt.
Dafür, dass es ein Schinken ist, passiert eine Menge, was gut ist, weil man fortwährend zum Lesen gezwungen wird, denn es ist sowohl spannend als auch unterhaltsam. Man lernt, wird mit Rob erwachsen, fiebert z.B. bei einem persischen Marathon und einer Schlacht mit. Der Stil ist recht präzise, verliert sich ab und an in Details, was ganz schön ist und lässt sich flüssig und gut lesen. Recht ungewöhnlich, aber auch schon beim Schamanen die selbe Problematik: Druckfehler, von fehlenden Buchstaben, Buchstabendrehern und fehlenden Satzzeichen ist ein bisschen war drin.

THE VERDICT: Eine unterhaltsame und lehrreiche Lektüre mit ordentlich Saft und gutem Stil, aber kleinen Mängeln: Robs Sexualitätsdrang war dann doch nach einer Weile etwas nervig und die Druckfehler gehen absolut gar nicht, deshalb kann ich das Buch auch leider nicht ‚Episch‘ nennen, auch wenn es mir sehr gefallen hat. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

„An der Schwelle jeder wissenschaftlichen Betrachtung der Welt steht die Verwunderung.“ – Wilhelm Röpke

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2. Part GB-Reise: A Day out in Salisbury

Moin!

Großbritannien ist mehr als bekannt für seine Burgen, Schlösser und Gärten und genauso wie letztes Jahr, wollte ich diesmal auch eins besuchen und unsere Wahl fiel auf das Wilton House  bei Salisbury, wo u.a. auch The Young Victoria, der 2. Teil von Johnny English und Pride & Prejudice gedreht wurden. Am Tag, als wir da waren, war auch der Lord anwesend, aber wir haben ihn leider nicht gesehen – die Museumsfrauen meinten jedoch, wir hätten ihn so oder so nicht erkannt, weil er in Shorts uns T-Shirt rumgelaufen sei:D

Im Garten standen, wie man auch auf dem ersten Bild sehen kann, etliche Zedern und ich muss sagen, dass ich finde, dass die Zeder einer der Bäume englischer Herrenhäuser und Schlösser. Vielleicht ist es einfach der Einfluss vom Groby-Tree aus „Parade’s End“ (SEHEN-MUSS!!!), aber ich finde es passt. Diese mächtigen, großen Bäume haben eine gewisse Erhabenheit, die den Stolz und die Macht (vergangener Tage) dieser Häuser sehr gut untermalt.

Zusätzlich gab es noch einen wundervollen japanischen Garten, voller Blumen und Blüten. Ich habe es sehr genossen, dort entlangzuwandeln.

Salisbury an sich ist eine süße Stadt und verkörpert auch in gewisser Hinsicht, wie man sich englische Städte in historischen Grafschaften vorstellt. Am besten fand ich die Uralt-Taverne, die ich unbedingt fotografieren musste. Schon beeindruckend, wie lange dieses Gebäude dort steht.

Als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten gilt die Kathedrale, die wirklich von monumentaler Schönheit ist – und riesig! Ich hatte nicht erwartet, so ein großes „Ding“ vorzufinden, auch, wenn es Kathedrale heißt! Besonders toll fand ich den Gang in den Arcaden, so dass ich mich einfach mal hinsetzte und diese Ruhe und Besonnenheit, die fast schon philosophisch war, über mich ergehen ließ. Diese Einsamkeit und Ruhe in den Arcaden der Kathedrale war so ein seltsames Gefühl – aber auch schön!

Mir hat der Aufenthalt dort sehr gefallen, besonders Wilton House war sehr nett, es war schön, dass es nicht allzu überfüllt war, so dass man seinen Aufenthalt wirklich genießen konnte. Die Museums-Damen waren zu dem echt toll und schienen ABSOLUT ALLES über Wilton House zu wissen und erzählten mit einer freudigen Begeisterung vom Bau des Gebäudes und den Van Dyck Bildern.

Wie steht ihr zu Schlössern? Welche mögt ihr besonders (in England)? Freu mich auf eure Kommentare, haut in die Tasten!

Love, Katha

Een Berlina in Hamburg

Moinsen!

Nach wundervollen 5 Tagen in der Hansestadt mit meiner Klasse, war mir klar: darüber sollte ich schreiben. Ich muss zugeben, dass ich anfangs nicht allzu optimistisch war, da ich schon einige Male in Hamburg war – doch diesmal sollte ich es etwas anders kennenlernen, zusätzlich bekamen wir viel Freizeit zum Bummeln, Entdecken und Shoppen und ich kann behaupten, dass sich meine Meinung um 180 Grad gedreht hat und es die beste Fahrt bisher war!

Hier ein paar Impressionen:

Besonders interessant war das mehr als wechselhafte Wetter: mal äußerst furchteinflößend bewölkt, dann schien aus heiterem Himmel die Sonne, dass man fast in seiner langen Hose verglühte, dann wurde es urplötzlich äußerst windig – es war eigentlich alles dabei.

Unsere Unterkunft war direkt bei den Landungsbrücken, so dass man eine hervorragende Aussicht von der Terrasse hatte, wo wir uns des Abends hinsetzen.

Zusätzlich machten wir verschiedene Touren: am ersten Abend ging es durch St Pauli, eine bunte Mischung von schönen Altbauten, seltsamen Bürobauten, merkwürdigen Gestalten, ekelhaften Mief und Schmutz und Orten, die man wirklich nicht zwei mal gesehen haben muss. Auch die Altstadt und die Hafencity wurden uns gezeigt und eigentlich fand ich die Guides auch ganz okay, nur als die eine Frau propagandahaft anfing von der Elbphilharmonie zu schwärmen, kam es mir etwas unangenhem vor – aber jedem das seine. Am besten war, dass jeder der Guides inklusive des Filmes, den wir in den Katakomben des Michels ansahen uns immer ein und dieselbe Karte von Hamburg um 1750 zeigten, so dass man schon (leicht genervt) schmunzelte, als ein Guide die in die Luft hielt.

Meine Highlights waren vor allem die wundervolle Strandbar StrandPauli, die wir an einem Abend besuchten. Künstlich erlassener Sand, Liegestühle, Betten (!) mit altes Metallgestell, Kisten, Palmen und viel Auswahl mit herrlichem Elbblick. Ich sehne mich fast schon dahin zurück, es war äußerst entspannt, eine wundervolle Atmosphäre und ganz gute Musik – dazu noch der Sonnenuntergang, der sich im Wasser spiegelt.. Seuftz. Witziger war es eher, da hinzufinden: der Rest unserer achtköpfigen Truppe war schon vorgegangen und da ich den Weg nicht kannte und mir nur gesagt wurde, es liege irgendwo bei den Landungsbrücken, lief ich also herunter und sah mich um. In der Tat, da war eine riesige Bar mit einem Strohzaun umzäunt, so dass man nichts sehen konnte und irgendwie wollte sich der Eingang auch nicht finden lassen – das war jedoch nicht StrandPauli, was ich aber nicht wusste. Ich rief also meinen Kumpel Nils an, der mir die äußerst hilfreiche Beschreibung „da entlang der Allee mit den Bäumen, nach Landungsbrücken, mit Palmen und Sand und Liegestühlen… ja keine Ahnung, wie die heißt… ach doch… Strand Pauli. Nein, ohne den Strohzaun.“ gab, denn so ziemlich alles außer Name und Strohzaun traf auch auf diese Bar zu. Ich lief also wieder hin und her und kam mir im wahrsten Sinne des Wortes verarscht vor, bis ich die Polizei traf – die anfangs ebenso verwirrt wie ich war, bis ein Kollege meinte, dass hinter der Strohzaunbar hinter einer äußerst hässlichen Baustelle etwas liegen könnte, was dann auch der Fall war (Danke nochmal!). Die Baustellenbeschreibung war dann ausschlaggebend dafür, dass ich sie fand.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Musicals „Der König der Löwen“, der sich echt lohnte und ich kann es nur empfehlen. Am selben Morgen stand ich mit Nic um kurz nach vier auf, um mir den Sonnenaufgang anzusehen und ich glaube, wenn man sich die Bilder ansieht, merkt man, dass es sich mehr als gelohnt hat. Dieses spiegeln des rotes Glühens in der Elbphilharmonie

Ich hatte verdammt viel Spaß mit meinen Freunden und bin happy, dass ich da war und kann nur sagen: Leute, ab nach Hamburg!

Love, Maret


„Düfte sind die Gefühle der Blumen“ – Heinrich Heine

May #14 Faves

Ahoi!

Der Monat Mai, welcher mir der liebste ist, geht langsam zu neige und dementsprechend ist es mal wieder Zeit für meine Monthly Faves. Die Zeit scheint diesmal besonders schnell davon zu fliegen,wo der Monat ja auch gefüllt war von Prüfungen und Ereignissen!

Bild

1. Infusion d‘ Iris L’Eau d’Iris von Prada (100ml)
2. „Need you now“ – Lady Antebellum
3. Lederarmband mit Sternen von Liebeskind Berlin
4. Rimmel Nagellack in 835 Bright Back At You
5. Roter Lippenstift Rouge Caresse 401 Rebel Red von L’Oréal Paris
6. Mai-Gedichtband (Reclam)

Eigentlich trage ich meinen heiß-geliebten Prada-Duft schon seit längst über einem Jahr, er ist in dieser Hinsicht also nichts neues, aber ich LIEBE ihn einfach, er gehört zu den Parfums, die ich fast täglich verwende, weil er immer passt! Es ist ein sehr sauberer, frischer aber auch ein wenig pudriger Duft, was sich durch die Duftnoten der marrokanischen Minze, Orangenblüte, Maiglöckchen, Rose und natürlich Iris auszeichnet. Leider ist es eine limitierte Edition, doch ist die an das eigentliche Infusion d’Iris angelehnte Version ihrem Original relativ ähnlich.

Ein besonderes Highlight ist für mich der tolle Rouge Caresse in Rot – mein erster roter Lippenstift, welcher wirklich eine tolle, sheere Textur hat, einen angenehmen, leichten Duft und eine hohe Pigmentierung. Perfekt, oder?

Viele, die mich kennen, wissen, dass ich ein wenig von den stylischen gelben Reclamheftchen genervt bin, umso mehr erfreue ich mich an dem süßen Cover des Mai-Gedichtsbandes. Ich mutiere gerade in der Tat zum Gedichte-Fan und muss sagen, dass der Band echt toll ist, verschiedene Autoren zur Wahl stellt, wie z.B. den hervorragenden Theodor Fontane!

Ich wünsche jedem einen tollen Rest-Mai!

Love, Katha


„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ – Augustinus