Eine neue Liebe: Rye

Den versprochenen zweite Teil meiner England Reise wollte ich nun auch endlich posten, weil nun fast schon ein Monat seit der tatächlichen Reise vergangen ist. Auf Grund des Unistarts und eines großen privaten Ereignisses, von dene ich bald berichten möchte, hat es wieder ein bisschen länger gedauert als mir lieb ist., dass ich zum Schreiben kam Allerdings muss ich zugeben, dass Rye rückblickend einer der schönsten Momente meiner Großbritannienreise beinhaltet, und es mir außerordentlich gut gefallen hat, so dass es schade wäre, nicht endlich davon zu erzähen.

Die kleine Stadt Rye zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie eine kleine, verschlafene Stadt mit wunderbaren historischen Gebäude und Straßen in East Sussex ist, und damit nur wenige Kilometer entfernt vom Meer, was man auch durch die große Population von Möwen merkt.  Aber warum sollte man eine kleine Stadt wie diese besuchen und wie kommt man überhaupt darauf? Zum einen wurde mir dieser kleine Ort von einem Freund ans Herz gelegt, zum anderen haben mich meine Lieblingsminiseire Parade’s End und die Visit Britain Seite auf Instagram auf die Idee gebracht. Ich kann es eigentlich nur empfehlen, sich nicht nur Reisefüher und Empfehlungen von Freunden zu Gemüte zu führen, sondern auch mal ein Auge darauf zu werfen, wohin britische Blogger fahren und was sich berichten. An dieser Stelle kann ich nur wärmstens den Blog und das Instgramprofil von Romona (@monalogue) empfehlen.

Auf dem Beitragsbild übrigens ist die Mermaid Street zu sehen, in welcher sich einer der Hauptattraktionen dieses Ortes befindet, einem alten Hotel, dem Mermaid Inn, welches irgendwann zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert gebaut wurde und bis heute durch seine schiefe und  mysteriös dunkle Fassade bezaubert. Allerdings sieht die ganze Stadt mindestens so pittoresk aus, wie dieser kleine Ausschnitt, weshalb es mehr als lohnenswert ist, einen Spaziergang durch die vielen kleinen und verwinkelten Gassen zu machen und die alten Gebäude, das Kopfsteinpflaster und rankenden Blumen und Pflanzen dazwischen zu bewundern.
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mein Foto von der leeren Mermaid Street bekommen habe, aber diesen legendären Ausblick musste ich fotografieren. Glücklicherweise war herzlich wenig los an dem Tag, an dem ich in Rye war, außer einer kleinen Hand voll Touristen, waren weitestgehend Einheimische zu sehen und es herrschte eine ruhige, verschlafene Atmosphäre, welche die Urigkeit des Ortes nur unterstrich. Das ist die Art von Urlaub, die ich mag!

Als ich das alte Haus neben der Kirche fotografieren wollte, welches das weiße mit dem großen Baum ist, kam plötzlich der Bewohner des Gebäudes aus der Tür. Ich fürchtete schon, dass er not so amused wäre, dass ich sein Haus fotografiere und mich vom Grundstück verweisen würde (was ich auch irgendwie verstanden hätte) – doch stattdessen kam der wirklich sehr alte Mann, gekleidet wie ein britischer Dandy, auf mich zu und fragte mich, wie mir mein Aufenthalt in Rye gefiele – natürlich in einer Mischung aus RP und südlichem Dialekt, die wirklich schwer zu verstehen war – und erzählte mir, dass es in Sussex zwischen Juli und September doch am schönsten sei, besonders der September sei entzückend. Wir unterhielten uns ganz wunderbar über den Ort und Großbritannien und es war herzerwärmend, was für ein freundliches und schönes Gespräch wir hatten – schließlich stellte ich ihm die Frage, die mir tatsächlich unter den Nägeln brannte: Wie konnte es sein, dass er Baum vor seiner Haustür blühte, wo doch noch nichts Blätter trug und gerade erst die ersten Narzissen zu sehen waren? Dieser Baum sei ein strawberry tree, ein arbutus unedo, ein immergrüner Baum, der eigentlich eher in mediterranen Räumen zu Hause sein und dessen Früchte irgendwas zwischen Erdbeeren und Litschi ähnlich sähen.

Ich lief noch ein Weilchen durch die Gegend, erkundete Straßen und stieg auf den Hügel von Rye, von dem man die Kleinstadt von oben bewundern konnte. Es gibt unzählige kleine Läden und Restaurants, cottages und hübsche Sträucher. Ein bisschen als hätte man England, wie man es sich vorstellt, in diesem kleinen südenglischen Ort festgehalten und konserviert. Aber auf eine natürliche und süße Art, nicht als wäre es gezwungenermaßen ein Freilichtmuseum.

Später war ich noch in einem Burgerladen essen, dem Hoof. Es war wirklich zauberhaft eingerichtet, gut besucht und dessen Essen hätte nicht schöner angerichtet worden können, doch um ehrlich zu sein, war ich ziemlich enttäuscht von meinem vegetarischen Pilzburger, der mir kein bisschen schmeckte. Die Pommes waren hingegen wirklich ein Traum! Leider keine Empfehlung, aber es gibt unzählige Restaurants und Cafés in Rye, dass man sich dumm und dämlich essen könnte.

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Ich kann eine Reise nach Rye wirklich von ganzem Herzen empfehlen, man kann stundenlang spazieren gehen und es ist mit dem Zug nur wenige Stunden von London entfernt und ziemlich gut zu erreichen. Vielleicht hatte ich Glück mit der Jahreszeit und dem Tag, aber es war wirklich herrlich untouristisch und des nette Gespräch mit dem alten Mann wird mir zweifelsohne im Herzen bleiben.

Love, Katha

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London mal anders erleben

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meinen Beitrag über meinen dritten London-Besuch hier auf meinem Blog gepostet habe. Seitdem habe ich einige andere aufregende Reisen erlebt, aber letztendlich komme ich irgendwie immer zurück auf die entzückende Insel.

Diesmal führte unsere Reise uns nach Rye, Cambridge und Canterbury – mit Aufenthalt in London, so dass ich wieder ein paar Tage in der Stadt hatte. Seit meinem letzten Besuch hat sich einiges verändert, nicht nur die Art, wie ich Urlaub mache, sondern selbstverständich auch, was mich interessiert und wie ich bin.

Dabei war es mir diesmal wieder wichtig, einfach die Stadt zu erleben, mich beim Spazierengehen von meiner Intuition leiten zu lassen und nicht den ganzen wichtigen Attraktionen nachzurennen (zumal ich mittlerweile schon sehr viele Sehenswürdigkeiten gesehen habe). Außerdem wohnten wir in einem AirBnB in einem edwardianischen, denkmalgeschützen Gebäude im Stadtteil Islington, was das Gefühl, London ein bisschen mehr wie ein Einheimischer zu erleben, verstärkte. Außerdem traf ich mich dort mit einer Instagrammerin, mit der ich schon länger befreundet bin und sie zeigte mir die Stadt nochmal aus einem ganz anderen Winkel, was ein ganz besonders tolles Erlebnis war.

Allerdings muss ich sagen, dass die Orte, an denen ich war, ordentlich durch Instagram beeinflusst wurden, weil ich durch Seiten wie „Pretty little London“ inspiriert wurde, welche Viertel besonders interessant und pittoresk wären und wo ich tolle Bücherläden und ein wunderschöne Cafés entdecken könnte. Wie immer war mein Leitmotiv meinen Augen zu folgen und mich einfach zu verlieren.

Lesen

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John Sandoe Books

Um den Anspruch, mich weiterhin guten Gewissens vor allem als Buchblog bezeichnen zu können, möchte ich drei Buchhandlungen, die mich ganz großartig begeistert haben, vorstellen. Jede hat ihre eigene Art und ich kann deren Besuch jedem/jeder bibilophilen LondonbesucherIn ans Herz legen:

Persephone Books besuchte ich mit einer Freundin, die ich vor längerem über die Untiefen des Buchblogger/instagrammertums kennengelernt habe und endlich persönlich treffen konnte. Diese Verlagsbuchhandlung ist ein kleiner Himmel in Bloomsbury, der Bücher in schönen eleganten grauen Editionen anbietet, wobei der Fokus vor allem auf Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts liegt, die in Vergessenheit gerarten ist. Hier hat man richtig das Gefühl, sich in einer persönlichen, liebevollen Buchhandlung zu bebefinden, die auch wenn sie klein ist, zum Schauen und Verweilen einlädt. Auf den  vielen Tischen stehen neben Büchern und Lesezeichen, auf denen jeweils der Klappentext steht, auch Vasen mit frischen Tulpen, deren Duft ganz subtil den ganzen Laden erfüllt.

Daunt Books hat mehrere Standorte, unter anderen den bekanntesten in Marylebone und einen in Holland Park, auf den ich dort zufällig stieß, als ich zur Tube wollte. Besonders spannend ist, dass dort die Belletristik nach Regionen sortiert sind, beispielweise stehen also im Deutschland-Regal sowohl Romane über Deutschland als auch übersetzte Werke deutscher AutorInnen. Die Auswahl ist wirklich hervorragend, auch wenn das Sortierungssystem zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem ist alles wunderschön angerichtet und der Laden in Marylebone strahlt besonders durch die Holztäfelung und ein großes altes Fenster, das mit den petrolfarbenen Wänden für ein englisches Wohnzimmerflair sorgt.

John Sandoe in Chelsea wiederrum spiegelt wieder, wie man wirklich auf das effektivste jeden kleinsten Millimeter in einem Laden nutzen kann und es trotzdem unheimlich gemütlich ist, obwohl man echt erschlagen ist von der Menge an verschiedenen Büchern. Zugegeben, ich habe nicht ganz verstanden, wie der Laden funktioniert, aber es hat mir gefallen – es gab wirklich alles, auch wenn es ein kleines Labyrinth ist. Man kann dort Stunden verbringen!

Entdecken

Am Slone Square in Chelsea auszusteigen und sich einfach in den vielen schönen Straßen zu verlieren und zu staunen, wie unfassbar reich manche Leute sind und in welch pittoresken Häusern sie leben, ist ein Erlebnis für sich. Auf Instagram wird der Bezirk Chelsea und Kensington in seiner ganzen Schönheit bereits auf etlichen hübschen Accounts gefeiert. Einen Spaziergang zu machen und dies für sich selbst zu entdecken, an blühenden Bäumen vorbeizulaufen, Eichhörnchen über die Straßen huschen zu sehen und sich an schöner Arhitektur dumm und dämlich zu schauen – fern ab der Touristen – war eines meiner persönlichen Highlights.

Ebenfalls bezaubernd  st Holland Park, das etwas weiter draußen ist als Chelsea, und zwar in South Kensington. Hier stehen eher große Familienhäuser, die individualistischer sind als die endlosen weißen Reihen in Chelsea, uund meist von Pflanzen und Bäumen geziert werden . Außerdem kann man in kleinen Gassen zwischen den großen Häusern die sogenannten Mews bestaunen, die einst Pferdeställe gewesen sind und nun zu hübschen kleinen Häsuern gemacht wurden.

Meine dritte Entdeckung war Neal’s Yard, ein kleiner, bunter Innenhof mit kleinen Essmöglichkeiten in der Nähe von Covent Garden, der einem eine ganz andere Seite von London zeigt. Nach einer kleinen Tee Shopping Tour in der bezaubernden Marthalle von Covent Garden in meinen Lieblingsteeladen Whittard of Chelsea, erkundeten wir Neal’s Yard. Auf dem Weg dahin, läuft man außerdem an wunderschönen kleinen Gassen und Blumenverzierten Pubs vorbei, es lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht.

Kulinarisches

Das Host Café in der Saint Mary Aldermary Church ist einer der schönsten und stimmungsvollsten Orte, an denen ich je gewesen bin. Mitten in der Hektik in der City of London so einen entzückenden Ort mit tollem Tee zu finden, gleicht einem kleinen Wunder. Zugegeben, es ist wirklich ein sehr eigenes Gefühl, in einer Kirche und obendrein einer so schönen, seinen Tee zu schlürfen, denn, normalerweise macht man das nicht – andererseits ist es vielleicht auch ganz richtig, weil dieser heilige, friedvolle Ort wirklich dazu einlädt, einfach nur zu sein und ein wenig Entspannung zu genießen – und das kann man am besten mit einem guten Tee.

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Ein ebenfalls toller Ort, um zu essen ist der berühmte Borough Market. Sicherlich ist das nichts Neues und total tourimäßig, aber es macht trotzdem Spaß durch die Hallen zu laufen, die vielen verschiedenen Stände zu beobachten und die leckeren Gerüche einzuatmen. Am Ende gab es dann Falafel.

Ebenfalls empfehlenswert finde ich es nach wie vor bei der Pub Kette Whetherspoon zu essen, beispielsweise in Shakespeare’s Head an der Tube Station Holborn. Die Portionen sind anständig und der Standard ist eigentlich immer da, es ist bezahlbar und die Fish & Chips sind ziemlich lecker. Neuerdings bieten sie sogar ein veganes Curry an.

Allgemeine Gedanken

Wenn man an London denkt, ist eines der bekanntesten Stichwörter sicherlich die Tube und auch, damit zu fahren. Mir fiel auf, dass die Abstände zwischen den Stationen durchaus größer sind, als in Berlin und dass es manchmal wirklich Ewigkeiten dauert, umzusteigen, weil man gefühlte Jahrhunderte damit verbringt, durch die Tunnel zu laufen – besonders schlimm ist dies bei der Haltestelle Bank. Früher sind mir diese Dinge gar nicht aufgefallen, aber weil ich in vergangener Zeit größere Probleme im Umgang mit unterirdischen Verkehrsmitteln und engen Räumen habe, war es eine persönliche Herausforderung für mich, allein durch diese Stadt zu fahren. Was es allerdings etwas erleichtert wurde, dadurch, dass der respektvolle und zivilisierte Umgang der Menschen miteinander hier funktioniert. Es ist etwas, das mir immer posititiv ins Gedächtnis kommt, wenn ich an Großbritannien denke. Dieses Gedränge und das aggressive schlecht gelaunte Geschubse, aneinander Anzischen oder irgendwo im Wege zu stehen und sich allgemein super egoistisch im öffentlichen Nahverkehr zu verhalten, gibt es in beinahe in keinster Weise. Ich staune noch immer darüber, wie es in London funktioniert, dass die Menschen auf der Rolltreppe alle auf der rechten Seite stehen. Ich wünschte, das wäre bei uns möglich – so schwierig kann das nicht sein.

Außerdem bin ich diesmal auch oft mit dem Bus gefahren und stand wirklich ziemlich häufig im Stau, aber da ich alle Zeit der Welt hatte und es draußen sowieso regnete, war es eigentlich echt schön: man sieht so viel mehr von der Stadt und ich kann es nur empfehlen, wenn man Zeit hat, damit durch die Gegend zu bummeln.

Allgemein muss ich sagen, dass ich was die Briten angeht, bisher stets gute Erfahrungen gemacht habe, wie freundlich und hilfreich man mir entgegen kam. Sicher kann man das nicht verallgemeinern, gute und schlechte Menschen gibt es überall, aber ich bin so froh über diese Gastfreundlichkeit. So macht es Spaß, Tourist zu sein. Eine kleine Geschichte dazu folgt in meinem Beitrag über Rye.
Das Wetter war leider nicht gut. Andere mögen staunen, aber meine bisherigen Ausflüge nach Großbritannien waren von fast ausnahmslos gutem Wetter gezeichnet. Aber Ende März ist es leider einfach nur kalt und nass, vor allem nach so einem besonders deprimierend langem Winter. Ein paar wunderschön blühende Magnolienbäume habe ich glücklichweise gesehen und wenn dann kurz die Sonne rauskam, war es bezaubernd.

Noch eine kleine Sache zum Schluss, die mich amüsiert hat: die Pub Kultur in Großbritannien ist einzigartig, nicht nur stehen pünkltich zum Feierband ab 17 Uhr die Menschen Schlange vor allen möglichen Pubs (Briten lieben es ja bekanntlich in Schlangen zu stehen) und nicht nur sind die Pubs wunderschön mit Blumenkörben verziert und absolut urig, sondern pünktlich zur Mittagspause, wo allen Londoner in der City aus ihren Büros strömen, um Mittagsessen zu besorgen, schlenderte ich durch eine Straße und sah etwas unglaubliches: Diese Büromänner tranken Bier in der Mittagspause, die Pubs waren voll, als sei Feierabend!

Love, Katha

 

SZIGET 2016

Dass ist die letzten Tage Blogtechnisch im Abstinenz gelebt habe, hatte seine Gründe. Nachdem ich letztes Jahr bereits über das wunderbare Budapest berichtet hatte und einen Tag auf einem der größten Festivals Europas verbracht hatte, packte mich eine gewisse  Sehnsucht, erneut diesen grandiosen Ort zu besuchen und so kam es, dass ich unglaubliche 7 Tage auch dem Sziget-Festival verbrachte und eine absolut geniale Zeit.

Also erstes musste man natürlich irgendwie zum Sziget, welches sich, wie der ungarische Name verrät, auf einer Insel befindet. Dafür gab es verschiedenste Verkehrsanbindungen über Shuttle, Fähren, Zügen und Busse. Es gibt verschiedene Arten von Pässen, man kann volle 7 oder 5 Tage bleiben oder sich täglich ein Ticket kaufen, welches rund 60 Euro kostet. Da die ungarische Währung recht schlecht steht (1 Euro entspricht rund 300 Forint) ist es besonders für Menschen aus Euroländern oder noch besser, Schweizern, ein moderates Festival. Oder um es grob mit den Worten von K.I.Z.  zu formulieren: Wir Deutschen leisten uns hier etwas, was für den normalen Ungarn sehr teuer ist. Traurig, aber wahr.

Am ersten Tag war es brechend voll und wir standen eine halbe Ewigkeit an, bevor wir unsere Bändchen erhielten. Diese waren mit einem Chip versehen, wo der Personalausweis eingescannt wurde und an späterer Stelle genausten überprüft – jeden Tag aufs Neue. Was erstmal aufwendig klingt, ging bis auf den ersten Tag jedoch stets ratzfats und erhöhte zusätzliche die Sicherheit des Festivals.

Zunächst zum Line-Up, welches sehr durchmischt ist aus den verschiedensten Musikrichtungen, aber ich denke, dass ist gerade das Schöne, weil so für jeden etwas dabei ist: Rihanna, Muse, Manu Chao, David Guetta, Sia, The Lumineers, Kaiser Chiefs, Bastille, John Newman, Parov Stelar, Noel Gallagher’s High Flying Birds, SUM 41, Sigur Rós, Roisin Murphy, Kodaline, Bring me the Horizon, The Last Shadow Puppets, MØ, The Chemical Brothers, BØRNS, M83, Jess Glynne, K.I.Z., Aurora, Bullets for my Valentine, Years & Years,  Kovacs, Quimby, Parkway Drive… u.v.m.
Ich habe auch nicht längst alle von diesen Künstlern gesehen, sondern die farblich markiert, welche ich live erlebt habe, aber schon das war absolut großartig.
Es war für mich nicht nur eine ganz neue Erfahrung, so lange auf einem Festival zu sein, sondern auch das erste Mal die Seite Airbnb zu benutzen, denn ehrlich gesagt ist meine Camping-Erfahrung doch sehr begrenzt und 7 Tage habe ich mir (noch) nicht zugetraut. Allerdings war es sehr entspannt gen Abend zu der Insel zu tuckern und Teil dieser eignen Welt zu werden und spät in der Nacht in ein weiches Bett im wunderschönen,zentral gelegenen Stadtteil Józsefváros (der 8. Bezirk)  zu fallen. Festival, aber sehr entspannt.

Auf dem Sziget gab es jedoch nicht nur Musik und ganz viele Essens- und Getränkestände. Täglich um 19 Uhr fand an der Main Stage eine große Party statt, mal mit Farben (also ein Holi), Pompoms, Flaggen oder auch Konfetti. Das tolle war, dass das entsprechende Material gratis verteilt wurde und man, selbst wenn man nicht ganz vorne stand, eine gute Chance hatte, etwas abzubekommen. Ich selbst war mehr oder weniger zufällig bei der Konfetti-Party, wo ich eigentlich nur auf Noel Gallagher’s High Flying Birds wartete und hatte immensen Spaß.
Ansonsten war es toll, dass es von den Angeboten, wie z.B. Merch-Ständen, Festi-Pay (man konnte nämlich nur mit eine Prepaid-Karte zahlen) Sanitäranlagen und Essensbuden genug gab, so dass man nie besonders lang anstehen musste. Alles in einem war das Festival großartig organisiert – man merkt halt, dass die Veranstalter dieses Event seit 1993 jedes Jahr für rund 400.000 Besucher zum Leben erwecken. Tatsächlich ist es mehr als kunterbunt, wir trafen viele Holländer, Franzosen und Deutsche, sahen aber auch Brasilien- und Argentienienflaggen, nicht zu sprechen von Australien und Kanada!

Die Insel bietet zusätzlich ein Luminarium, also ein Zelt mit Lichtshow, tägliche Schachwettkämpfe, es gab Zirkusshows, man konnte Baden oder ins Kino gehen und kleine ungarische independent Filme sehen oder bei Rossmann einkaufen, für Entspannung sorgten Gartismassagen und bei Notfällen gab es eine Apotkete und eine Ambulanz. Außerdem gab es Spots für Lagerfeuer und Chill-Areas, sowie einen Stand für NGOs und sogar eine Anlaufstelle mit Vermittlern für Botschaften, im Falle, dass man ein Ausweisdokument verliert. Praktisch alles!

Ebenfalls toll war das kleine Info-Heft, welches man bei der Taschenkontrolle bekam (die auch wirklich ernst genommen wurde), welches aussah wie ein Pass und innen sämtliche Veranstaltungen, Venues und Infos enthielt.IMG_0960.JPG

Nachts wurde das Sziget jedoch noch viel bezaubernder: Bunte Lichter in den Bäumen leuchteten auf, zwischen diesen aufgespannte bunte Regenschirme (s. Beitragsbild) oder auch ein riesiger kunstvoll bemalter Oktopus in den Ästen. Die kleinen Lampions gefielen mir jedoch am besten, weil sie wie eine Art Glühwürmchen zwischen den Baumkronen funkelten.

Drei meiner persönlichen Highlights waren die Auftritte von Muse, Boy und Aurora. Ersteres ist ziemlich offensichtlich, denn es ist absolut grandios so eine große und berühmte Band ein mal live gesehen zu haben, besonders wenn man ein großer Fan ist. Ich stand mit einem singenden Mop in der Menge und wir brüllten alle fast wie gehirngewaschen zu „Uprising“. Das hat schon was!
Bei Boy, eine deutsch-schweizer Band, die ich seit einigen Jahren höre, konnte ich nicht nur meinen Lieblingssong „Little Numbers“ endlich in person erleben, sondern gab es auch einen herzzerreißenden Heiratsantrag auf der Bühne.
Und Aurora habe ich dieses Jahr schon im Heimathafen Neukölln (Berlin) im März gesehen, eine ganz zarte, norwegische Sängerin mit berührenden Liedern. Bei ihr ging mein Herz förmlich auf, weil man eine richtige Entwicklung bei der jungen Dame sehen konnte, sie wuchs über sich hinaus.
Alles in einem waren die meisten Musiker offen und lustig und gingen hervorragend auf ihr Publikum ein, wie die Kaiser Chiefs und K.I.Z. Toll war auch, dass Noel Gallagher, der früher Mitglied von Oasis war, sogar „Wonderwall“ sang, was sich fast schon historisch anfühlte.
Zwei Enttäsuchungen gab es jedoch auch: Rihanna kam nicht nur eine halbe Stunde später, sondern sang nicht ein mal live, jedoch war das noch immer besser als Sia, weil sie wenigstens eine gute Choreo hinlegte. Natürlich ist es immer Geschmackssache, aber Sia, die auch zu spät kam, stand wie eine Eissäule mit verdecktem Gesicht auf der Bühne und sang einfach, während ihre großartigen Tänzer die ganze Arbeit leisteten – ziemlich enttäuschend.

Zusammengefasst war es absolut exorbitant und ein wunderbares Erlebnis mit Gänsehautfaktor, welches ist wirklich empfehlen kann!

Ich hoffe, ihr hattet alle einen wunderbaren Sommerurlaub und freue mich auf Kommentare. Wart ihr dieses Jahr auf einem Festival?

Love, Katha

Nostalgisches Budapest

Moin!

Es ist diese Stadt, der man nachsagt, wie sei das Paris des Ostens, es ist diese Stadt, die ich jedes Jahr sehe, kurz durchfahre, aber nie richtig betrachtet habe. Doch diesen Sommer sollte sich das ändern! Irgendwie habe ich es geschafft, mehr zu reisen, als je zuvor. Von Roms schwüler Hitze, über einen sanften Sommer in den Niederlanden, kehrte ich erneut zu der unerträglichen Wärme in meiner zweiten Heimat zurück: Ungarn.

Bereits wenn man am Ostbahnhof (Budapest Keleti Pályaudvar) ankommt, einem bezaubernden Kopfbahnhof des 19. Jahrhunderts, empäfngt einen dieses altmodische Flair einer vergangenen Zeit, was das wohl besondere an Budapest ist. In der Tat ähnelt es durch seine vielen Neorenaissancebauten an Paris, ist dabei doch weniger zusammengedrückt, die Gebäude ersticken nicht an ihrer quadratischen Anordnung. Die vollen, lebendigen Straßen säumen Altbauten, mal mit Cafés aus dem 19. Jahrhundert, in denen die berühmtesten Künstler unterwegs waren. Dazwischen tingelt eine alte, gelbe, wackelnde Straßenbahn, die das Gefühl der melancholischen Nostalgie perfektioniert. Da wurde mein Herz ganz warm!
Die U-Bahn ist ähnlich wie in London: es geht erschreckend tief, steil und schnell nach unten. Über die Klimaanlage in den Wagen habe ich mich dann doch gefreut, denn es war zum Ersticken heiß, überall lief an einem das Wasser herunter. Meistens ist es in Ungarn im Sommer warm – nicht heiß.

Natürlich habe ich die typischen Sehenswürdigkeiten abgeklappert: das wunderschöne Parlament, neogotisch, mit kleinen Türmchen in strahlendem Weiß leuchtet es durch seine Pracht am leicht türkisen Donauufer. Ein Besuch im Parlamentsgebäude ist das Anstehen definitiv wert, es ist sowohl von der Fassade, als auch innen ein unfassbar faszinierendes Gebäude.
Dazu kamen die berühmten Brücken von Budapest, da die Donau die zwei Teile der Stadt, Buda und Pest, voneinander trennt, gibt es einige große, pompöse Brücken. Die drei schönsten davon sind die Margaretenbrücke, die größte, sie auch direkt zur Margareteninsel führt. Diese Insel ist mittlerweile etwas zum zentralen Sportort der Einheimischen mutiert, überall sieht man in Läufer. Dabei ist es natürlich eine schöne Insel, mit vielen hohen, Schattenspendenen Bäumen und einem Brunnen, an dem Abends musikbegleitete Lichtshows stattfinden! Die zweite, wohl berühmteste, ist die Kettenbrücke, eine Kettenbrücke aus 1849, die am Brückenkopf von Löwenstatuen bewacht wird. Doch die Freiheitsbrücke, ein riesiger, grüner Stahlkoloss im Jugenstil ist mein persönlicher Favorit. Das tolle an diesen großen Brücken ist nicht nur der unvergessliche Blick, den man besonders nachts auf die beleuchtete Stadt hat, sondern auch die kleinen Details, die man auf jeder Brücke bewundern kann.

Ein nächtlicher Spaziergang entlang der Donau ist sowieso verpflichtend! nicht nur, um eine Erfrischung von der Hitze zu bekommen, sondern auch das pulsierende Leuchten Budapests in sich aufzuatmen.
Doch was rede ich so viel, seht selbst:

Das besondere an Budapest im Sommer ist das riesige Festival namens „Sziget“, welches auf einer der Donauinseln stets Anfang August stattfindet. Geprägt von einem unglaublichen Line-Up und einer wunderbaren Aufmachung – überall Lichterketten, Lampions, Stände, Hängematten, Schaukeln usw – ist es definitiv einen Besuch wert. Ich war dieses Jahr das erste Mal dort und sah Robbie Williams – es war unfassbar!

Weniger bezaubernd war leider der Besuch des vermeintlichen Künstlerviertels Szentendre, welches auf den letzten zwei Bildern zu sehen ist, welches sich als absolutes Touristenmekka entpuppen sollte – leider! Es gab trotzdem ein paar kleine Ecken die Einblick in den eigentlich kleinen, verschlafenen Ort, geben.

Was toll für europäische Touristen, aber keinesfalls für die Ungarn ist, sind die Preise. Da die dortige Währung, der Forint, nach und nach immer mehr an Wert verloren hat, kommt man für deutsche Verhältnisse günstig weg.
Traurig anzusehen ist leider auch, wie die Stadt zur Zeit an den Einwanderern, die sich häufig in U-Bahnhöfen niedergelassen haben, friedlich liegen sie da, aber das traurige Schicksal trifft einen. Man merkt, dass dieses Land, so sehr ich es auch liebe, mit sich kämpft.

Dennoch, Budapest ist bezaubernd, man verliert sich in der Nostalgie der alten Gebäude, in diesem Gefühl zwischen alltäglicher Hektik und leichter Lebendigkeit. Man muss es mehr als ein mal gesehen haben.

Love, Katha

P.S. ein bisschen musikalischen Geschmack bekommt man durch George Ezras „Budapest„.

Niederländische Tage

Moin!

Meine Reise durch die Niederlande ging über Den Haag und ein paar kleine Ausflüge weiter – allerdings sollte sich das Wetter mit dem Eintreffen in Den Haag schlagartig verändern, aus leichten, sorglosen Tagen in Amsterdam entstand plötzlich ein wilder, tosender Sturm! Am nächsten Tag blies der Wind über das Meer, es schlug hohe Wellen, kam in der Stadt an und richtete recht großen Schaden an. Dennoch ließen wir uns dieses Spektakel der Natur nicht entgehen und so ging es an den Strand von Scheveningen bei Windstärke 10 und es war schier unfassbar diese Wucht der Natur zu erleben!
Anschließend ging es zum Mauritshuis, de wunderbaren Kunstmuseum, wo wir erneut Rembrandt bestaunen konnten, doch das Herzstück dieses zauberhaften alten Gebäudes mit samtigen floralen Tapeten ist natürlich Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“. Dieses Werk berührt mich jedes Mal aufs Neue, ich mag fast sagen, was für andere die Mona Lisa ist, ist für mich dieses Mädchen.
Am nächsten Tag war schließlich der Sturm abgeklungen, viel mehr noch: der Himmel färbte sich in ein sattes, klares, frisches Meerblau und erneut gingen wir nach Scheveningen, um diesmal aber die Weite des Strandes zu beobachten. Besonders bezaubernd sind die Sprookjesbeelden, Kunstwerke direkt am Ufer, die allerdings auch in einem Museum zu besichtigen sind. Irgendwie lustig, niedlich, aber auch definitiv zum Nachdenken anregend.

Wir verbrachten nicht den ganzen Tag am Strand – es war zwar sonnig, aber noch lange nicht warm – , sondern fuhren nach Vleuten (Nähe Utrecht), wo das wunderschöne Kasteel de Haar steht, welches einen eher an Dornröschen oder andere, verwunschene Märchen mit Rosenstauden und Burgen erinnert. Hier spielt erneut der Arichtekt Pierre Cuypers eine tragende Rolle, da dieser das Schloss Ende des 19. Jahrhunderts neu aufarbeitete, allerdings mit viele mittelalterlichen Elementen. Eine Führung lohnt sich definitiv – es erinnert manchmal auch ein wenig an Downton Abbey.
Ein weiterer Tag führte uns zu den Windmühlen des Freilichtmuseums der Zaanse Schans. Die Nachbildungen zeigen z.B. ein altes Albert Heijn (eine Supermarktkette, die in den Niederlanden praktisch an jeder Ecke zu finden ist), aber auch kleine süße Hütten und natürlich alte Windmühlen. So schön und liebevoll das allerdings klingt, fehlt dem Ganzen schlichtweg der verschlafene Charme, denn es war eher ein Mekka für Touristen, überall asiatische und arabische Besucher, die aufregt alles fotografierten, was ihnen vor die Linse kam. Es war voll und irgendwie war ich etwas enttäuscht. Die Windmühlen waren allerdings interessant – nur leider liegen sie Mitten in einem Industriegelände.

Das wahre Abenteuer war jedoch die Rückreise, denn der Sturm hatte wohl einiges angerichtet und so kam es, dass wir Ewigkeiten benötigten von Den Haag nach Amsterdam Centraal zu kommen – Berlin war dann gar nicht in Aussicht! Doch es war bereichernd, die Niederlande zu sehen. Es ist so ein charmantes Land, man spürt förmlich eine viel entspanntere Mentalität, die uns hektischen, gestressten Berlinern fehlt.

Love, Katha

Geliebtes Amsterdam

Moin,

es ist schon fast ungewöhnlich, wenn ich darauf zurückblicke, wie viel ich dieses Jahr reise! Kurz noch in der sengenden Hitze der ewigen Stadt Rom, um eine Atempause in der geliebten Heimat zu machen und ins lauschige, windige und so herzliche Amsterdam.
In diesem ersten Reisebericht möchte ich ausschließlich von Amsterdam berichten, im zweiten werde ich dann Den Haag und einige unserer Tagesausflüge genauer unter die Lupe nehmen.
Wenn man weiß, dass Amsterdam die Stadt der Fahrräder ist, dann weiß man noch lange nicht, wie es denn eigentlich ist, erst wenn man das klangvolle Klingeln hört, das eingerostete Rattern der Fahrräder oder selbst angefahren wird von einem lebhaften Haufen Fahrradfahrer, weiß man, dass man in einer eignen Welt ist. Mir scheint fast, Amsterdam ist ein eigener, liebevoller Mikrokosmos durchzogen von Grachten, in denen kleine Boote und Hausboote glugsen bei dem leichten Wellengang. Die Straßen sind gesäumt von blühenden, Schattenspendenen Bäumen und hohen Straßenlaternen, an denen üppig gefüllte Blumenkästen baumeln. Die Häuser sind alt, mit großen, unfassbar großen Fenstern, lichtdurchflutet und überraschend schmal. In den Untergeschossen befinden sich meist Cafés, alle mit ihrem eignene Charme und zwischen diesen schmalen Straßen tingelt die Straßenbahn, welches dort das Hauptverkehrsmittel ist – neben den Fahrrädern natürlich!
Ich muss zugeben, dass ich ständig Fahrräder fotografiert habe! Die Fahrräder dort entsprechen aber nicht dem Niveau der Berliner Räder, wo man schon gut Buße zahlt, wenn man keine funktionierende Lampe hat. Doch Amsterdam ist eine freie Stadt und was dort durch die Straßen rattert hat nicht mal eine Lampe, manchmal nicht eine Klingel (in diesem Fall schreien die Menschen laut „Tuuuut -Tuuut“) und sieht meist hochgradig instabil aus – aber es funktioniert!
Das Besondere, was mich vom Herzen berührte, war allerdings die Stimmung – in dieser so hektischen, gefühlskalten Welt findet man in Amsterdam einen fröhlichen Ort Erde, wo die Menschen des Abends noch durch die Straßen und den wunderbaren Vondelpark, wo es sogar ein Open-Ait-Kino in mitten kleiner Teiche gibt, wandeln und einen Charme verbreiten, der durch und durch ansteckt. Diesen Gefühl, willkommen zu sein, habe ich in keiner Stadt je so stark gespürt.
Kultureller Höhepunkt war der Besuch des Rijksmuseums: eine wunderbar zusammengestellten Sammmlung besonders Niederländischer Kunst in seiner Goldenen Epoche und so kann man mit großen Augen die Erhabenheit der Werke Rembrandts bestaunen, wie z.B. die „Nachtwache“ oder die filigrane Schönheit Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“. Toll war vor allem, dass es zu vielen Bildern ein doppelseitiges DinA3 Blatt mit Informationen gab. Nicht nüchtern und langweilig, sondern spannende Fakten oder versteckte Ideen auf den Bildern – was mir unfassbar gefallen hat. Auch architektonisch ist es unfassbar beeindruckend: entworfen von Pierre Cuypers (dem wir auf der Reise mehrfach begegnen sollten) charakterisiert es sich mit hohen Säulen und Bögen, eine Balance aus Gotik und Renaissance.

Und damit man sich meine Begeisterung nicht nur vorstellen muss, hier ein paar Bilder:

 

Desweiteren besuchten wir das Schiffahrtsmuseum, das auch beeindruckend und liebevoll gestaltet war – zu dem konnte man ein altes Segelschiff (strenggenommen ein moderner Nachbau) besichtigen und sich in das Leben der Crew einfühlen. Im Unterdeck gab es sogar Liegematten, die nach dem ganzen durch die Stadt laufen, einen wunderbare Ruhepause baten.

Auch das Schloss, welches sich wirklich im Herzen der Stadt befindet, ist einen Besuch wert. Es ist nicht kitschig oder überladen gestaltet, sondern sehr geschmackvoll und gewährt einen tollen Einblick. Vor dem Schloss befanden sich übrigens die zwei Straßenkünstler, die über den ganzen Platz riesige, viele Seifenblasen pusteten – zu Freude aller. Für einen kurzen Moment war es, als habe jeder etwas Leuchten in seinen Augen.

Mit Wind und Sonnenschein und diesen wunderbaren Bildern im Herzen verließen wir diese zauberhafte Stadt, auf dem Weg nach Den Haag…

Love, Katha

Die ewige Stadt – Rom

Hallo Leute!

Wie es Ende des 2. Semesters üblich ist, bin ich mit meinen Leistungkursen auf Bildungsreise gegangen, oder um es genauer zu formulieren: 45 laute, Berliner Deutsch- und Geschichsleistungskursler beschlossen bei einem Hitzehoch die ewige Stadt im Herzen Italiens zu besuchen: Rom.

Die Anreise

Es war schon abenteuerlich genug, überhaupt in Rom anzukommen, denn wie es mir scheint, haben die Italiener ein sehr entspanntes Verhältnis zu Zeit und so kam unsere AirBerlin-Maschine zwar pünktlich in Berlin an, aber wir saßen bzw. standen eine 3/4 Stunde am Gepäckband, bis überhaupt das Gepäck unserer Maschine auf die Rollen kam. Da ich das letzte Mal vor bestimmt 7 Jahren geflogen bin und mich nicht wirklich an das Aussehen eines Flughafens noch an den Flug selbst erinnern konnte, war das schon ziemlich aufregend für mich. Mit Freuden konnte ich sogar feststellen, dass mir das Fliegen zwar ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber auch Freude bereitet, die besonders durch den wunderschönen Blick über die Alpen bekräftigt wurde.

Unsere Gruppe sollte in einem Kloster im Herzen der Stadt übernachten – wir hatten alle in etwa eine Vorsterllung dass es nicht besonders modern werden würde, aber als uns Pater Matteo erwartete, um uns eine Predigt zu halten und uns „willkommen“ zu heißen, war einem, als bekäme man einen kalten Kübel Wasser über den Kopf geschüttet. Er erzählte uns mit einem strengen Akzent, dass das Kloster Vatikanischer Boden sei und deshalb andere Regeln als draußen in Italien herrschten. Wer nicht um 23 Uhr zu Hause war, wurde nicht nur nicht mehr reingelassen (er empfahl uns darauf einige Brücken zum nächtigen), sondern auch am nächsten Tage rausgeworfen. Dazu kamen Kleidervorschriften, bestimmte Essenszeiten die nach der Pünktlichkeit seiner Schweizer Armbanduhr eingehalten werden müssten. Doch da bekamen wir die Zimmer zu sehen, welche einem quadratischen Raum mit hoher Decke und einem Metallgestell mit einer Matte, ganz wie ein Lazarett, entsprachen. Unser Zimmer lag zur Straße raus und die Hitze war so unerträglich, dass wir genötigt waren, das Fenster offen zu halten und selbst um halb zwei Hubkonzerte der Via del Plebiscito anzuhören. Über das Bad und den Schimmel möchte ich eigentlich nicht mal reden. Das Frühstück fiel mehr als spartanisch aus – und ich wollte, ohne etwas von dieser faszinierenden Stadt gesehen zu haben, eigentlich nur noch nach Hause.
Zum Wetter lässt sich zusammenfassend für die fünf Tage sagen, dass es nicht nur einfach unerträglich heiß war, sondern durch die engen Gassen begünstigt, fast kein erfrischender Hauch von Wind pustete. Schatten war ebenfalls selten, was unter anderem daran liegt, dass kaum ein Baum in Rom steht, außer vereinzelte Pinien, in denen aggressive Zikaden Konzerte veranstalteten, um ein Weibchen zu ergattern. Wer mag, kann sich hier dieses grausame Surren des Todes anhören.

Das Programm

Trotz der weniger berauschenden Umstände gab es natürlich sehr viel zu besuchen und so sahen wir am ersten Tage das Forum Romanum, das Pantheon und die spanische Treppe. In den nächsten Tagen ging es mit dem Casa di Goethe und einer Tour durch das faschistische Rom weiter. Am Mittwoch erfolgte ein Besuch in die vatikanischen Museen und die sixtinische Kapelle. Da sich die Tour etwas verzögerte und wir stets zu Fuß unterwegs waren, mussten wir in einem stringenten Schritttempo fast schon zum Kloster rennen, damit wir unser Mittagessen erhielten (Unpünktlichkeit bestraft Pater Matteo in diesem Fall mit Hunger). Am späten Nachmittag ging es schließlich zum Kolosseum, wobei ich ziemlich überrascht war, da ich es mir größer vorgestellt habe. Den Abend rundeten Gian und ich mit leckeren italienischen Essen im Trastevere-Viertel. Wobei hier gesagt werden muss, dass man in Rom unverschämte Preise hatte und aufpassen musste, dass man nicht für Gedeck und allerlei Extrakosten zahlen musste. Doch bei Sloppy Sam’s hatten wir wirklich Glück und konnten Mitten in dem Viertel schlechthin mit einer Menge Flair essen, weshlab ich das Restaurant an der Piazza Campo de Fiori nur empfehlen kann.
Besonderes Highlight war der Strand von Ostia als Abschluss der Fahrt, wobei unsere Lehrerin dort angekommen feierlich verkündete, dass nun die Bildungsreise vorbei sei und der Urlaub beginne. Da dies das dato südlichste, was ich je besucht hatte, war und dementsprechend auch nicht das Mittelmeer kannte, war ich ganz aus dem Häuschen. Das Meer schlug große, salzige Wellen und alle quietschten vor Freude, sich endlich aus der Hitze und den täglichen 20-Kilometer-durch-Rom-Wanderungen ins kühle Nass werfen zu können. Zuvor mussten wir noch gut zwei Stunden durch die Ruinen des antiken Ostia latschten und sahen circa das, was wir schon von den letzten Tagen Rom kannten: Ruinen ohne Ende mit dem etwas monoton sprechenden Fremdenführer.

Und hier ein paar Impressionen:

 

Und nun wieder in Berlin angekommen, müde, fertig, bereichert, freue ich mich über gut 20 Grad Celsius und bewölkten Himmel – es hat seinen Charme. Es war eine abenteuerliche Fahrt durch eine Stadt mit aggressiven Autofahrern, wunderschönen Sonnenuntergängen und definitiv eine Reise in die Vergangenheit. Wart ihr schon ein mal in Rom? Wie fandet ihr es?

Da auch Gian dabei war, könnt ihr hier seine Eindrücke dieser abenteuerlich-verschwitzen Romfahrt lesen, mit einer noch ausführlicheren Bildergalerie zum Kloster.

Love, Katha

5. Part GB-Reise: Bath

Ahoi!

Bevor ich nach Großbritannien gereist bin, habe ich natürlich so einige Reiseführer und Websites (besonders für Schlösser) durchforstet – aber ich muss auch zugeben, dass meine Mutter für die Planung verantwortlich war, also hier noch mal ein dickes Dankeschön.
Da ich Jane Austens Bücher sehr mag und allgemein die Zeit mit ihrem Flair, der Kleidung, der Art und der Kunst, wollte ich natürlich nach Bath Spa.
Aber ich hätte niemals erwartet, eine so hübsche Stadt vorzufinden. Man kennt aus den BBC Jane Austen Verfilmungen mehr oder weniger einige alte Stadtteile, doch das nahezu nirgends ein modernes Gebäude (jedenfalls in Inneren der Stadt) stehen würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber es war toll, man fühlte sich gar, als würde man durch vergangene Zeiten wandern, mit Anne Elliot vor über 200 Jahren leben.

Dazu kam noch, das anscheinend genau an dem Tag, an welchem wir in der Stadt waren, die Studenten ihren Abschluss feierten und so war auf dem Platz vor der Kirche eingenommen von Studenten in ihren Roben und Hüten und einigen Musikern. Es war toll! Man spürte Freude und leichte Traurigkeit über die Tatsache, dass das natürlich auch Abschied bedeutete, welche so hübsch durch die Musik unterstrichen wurde. Nachher merkte ich, dass fast überall Musik gespielt wurde.

Dann gab es aber auch hie und da echt seltsame und witzige Dinge. Besonders bei dem Türsteher wusste ich nicht, was ich denken soll. Und ob der echt war!

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Wie auch in anderen britischen Städten sah man an vielen Stellen Blumen, aber im Einklang mit den alten Bauten sah es echt klasse aus. Die Wohnbrücke, welche mit Geschäften angesiedelt war, erinnerte mich total an „Das Parfum“ – sah von hinten aber ziemlich schäbig aus.

 

Love, Katha

2. Part GB-Reise: A Day out in Salisbury

Moin!

Großbritannien ist mehr als bekannt für seine Burgen, Schlösser und Gärten und genauso wie letztes Jahr, wollte ich diesmal auch eins besuchen und unsere Wahl fiel auf das Wilton House  bei Salisbury, wo u.a. auch The Young Victoria, der 2. Teil von Johnny English und Pride & Prejudice gedreht wurden. Am Tag, als wir da waren, war auch der Lord anwesend, aber wir haben ihn leider nicht gesehen – die Museumsfrauen meinten jedoch, wir hätten ihn so oder so nicht erkannt, weil er in Shorts uns T-Shirt rumgelaufen sei:D

Im Garten standen, wie man auch auf dem ersten Bild sehen kann, etliche Zedern und ich muss sagen, dass ich finde, dass die Zeder einer der Bäume englischer Herrenhäuser und Schlösser. Vielleicht ist es einfach der Einfluss vom Groby-Tree aus „Parade’s End“ (SEHEN-MUSS!!!), aber ich finde es passt. Diese mächtigen, großen Bäume haben eine gewisse Erhabenheit, die den Stolz und die Macht (vergangener Tage) dieser Häuser sehr gut untermalt.

Zusätzlich gab es noch einen wundervollen japanischen Garten, voller Blumen und Blüten. Ich habe es sehr genossen, dort entlangzuwandeln.

Salisbury an sich ist eine süße Stadt und verkörpert auch in gewisser Hinsicht, wie man sich englische Städte in historischen Grafschaften vorstellt. Am besten fand ich die Uralt-Taverne, die ich unbedingt fotografieren musste. Schon beeindruckend, wie lange dieses Gebäude dort steht.

Als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten gilt die Kathedrale, die wirklich von monumentaler Schönheit ist – und riesig! Ich hatte nicht erwartet, so ein großes „Ding“ vorzufinden, auch, wenn es Kathedrale heißt! Besonders toll fand ich den Gang in den Arcaden, so dass ich mich einfach mal hinsetzte und diese Ruhe und Besonnenheit, die fast schon philosophisch war, über mich ergehen ließ. Diese Einsamkeit und Ruhe in den Arcaden der Kathedrale war so ein seltsames Gefühl – aber auch schön!

Mir hat der Aufenthalt dort sehr gefallen, besonders Wilton House war sehr nett, es war schön, dass es nicht allzu überfüllt war, so dass man seinen Aufenthalt wirklich genießen konnte. Die Museums-Damen waren zu dem echt toll und schienen ABSOLUT ALLES über Wilton House zu wissen und erzählten mit einer freudigen Begeisterung vom Bau des Gebäudes und den Van Dyck Bildern.

Wie steht ihr zu Schlössern? Welche mögt ihr besonders (in England)? Freu mich auf eure Kommentare, haut in die Tasten!

Love, Katha

1. Part GB-Reise: When in London

Ahoi!

Mein drittes Mal in Großbritannien sollte keineswegs weniger aufregend oder toll sein, wie in den letzten Jahren. Ich liebe dieses Land mit all seinen Traditionen, seiner Sprache, seiner Heidelandschaften, seinem Regen und ja, auch das Essen ist toll.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie aufgeregt ich war, als ich das erste Mal nach London fuhr. Wie jedes Jahr ging es durch den Eurotunnel und wenn man mal bedenkt, dass man mit einem Zug unter den Ärmelkanal hindurchrast ist das nicht ganz ohne, aber mittlerweile kenne ich das Prozedere und döse nach kurzer Zeit ein. Das Hauptreiseziel in diesem Jahr war eher der Süden Englands, aber wir machten noch einen Zwischenstop in der liebreizenden Hauptstadt.

Den ersten Abend, den wir dort verbrachten, konnten wir einen wirklichen tollen Sonnenuntergang an der Themse beobachten. Unheimlicherweise liegt direkt neben dem ExCel London, das anscheinend irgendeine Art von riesiges Messegelände darstellen soll (von Abu Dhabi gesponsert!) eine Fußgängerbrücke. Aber nicht nur einfach eine stinknormale Brücke, sondern ein gruseliges Stahlgrüst, das gute 15 Meter in die Luft schießt und nachdem ich die quietschenden Treppen mit meiner Akrophobie irgendwie gemeistert hatte, bot sich ein schwindelerregender und doch wundervolles Ausblick – und irgendwie hatte ich, trotz, dass es windig war, am Ende ziemlich viel Spaß.

Ich finde Londons Eigenart faszinierend: wie zivilisiert einfach jeder auf der rechten Seites der Rolltreppe stehen (ich wünschte, so etwas gäbe es hier in Berlin auch!), wie höflich und freundlich die Menschen sind, wenn man mal als unwissender Touri nicht weiterkommt, wie zu jeder Tageszeit Menschen quer durch die Stadt und überall joggen gehen und was ich besonders süß finde ist, dass sich zur Mittagspause einfach jeder mit seinem Sandwich unter den kühlenden Schatten der Bäume im nächstgelegenen Park setzt. Modisch – man hört ja immer vom London Look usw – ist es mehr als kunterbunt und deutlich mutiger als Berlin! Aber es gibt auch duzende tolle Shops, die wir leider nicht in Deutschland haben. Eine gute Ausrede, um shoppen zu gehen.

Apropos, Mittagesse gab ea auch ich war bei Speedy’s und wem das nichts sagt, dann gebe ich mal das Stichwort ‚Sherlock‘, denn Speedy’s ist nichts anderes als die Sandwichbar neben dem Haus, das in der Serie die vermeidliche 221B Baker Street spielt (aber in echt etwas weiter weg liegt und Gower Street heißt).

Die Bedienung war wirklich sehr freundlich und Himmel! Dieses Sandwich war einfach nur göttlich. Jedem, dem das Glück gegeben ist, einen Tag in dieser wundervollen Stadt zu verbirngen, empehle ich nicht nur die klassischen Touristen-Attraktionen, sondern für die Pause zwischendurch auch Speedy’s. Man könnte natürlich preiswerter essen, aber es lohnt sich!

Weitere Highlights in Bildern:

 

Die süße Statue zweier Liebenden steht am Internationalen Bahnhof St Pancras, also direkt neben King’s Cross. Ich sehe sie jedes Mal, wenn ich dort mit dem Zug ankomme und ich liebe sie einfach, weil es ein wundervolles Feeling erschafft und hervorragend zur Romantik eines Bahnhofes passt! Was meint ihr dazu? Bin ich die einzige, die Bahnhöfe romantisch findet?

Diesmal hatte ich GOTTSEIDANK Zeit, mit die National Gallery anzusehen und ich bin mehr als glücklich, dort gewesen zu sein, denn es ist toll. Besonders gut finde ich, dass es kostenlos ist, aber allen voran, weil es so Kultur absolut jedem näherbringen kann. Als ich einen Raum betrat, war da ein Museumsführer mit einer Klasse Grundschülern, der ihnen das Portrait von Charles I. (von Van Dyck) erklärte. Eigentlich lief es wie bei einer Klausur ab: erster Eindruck, was sieht man, wie wirkt es und warum ist es da. Doch wie liebevoll seine Stimme war, wie nett und geduldig er mit ihnen sprach, war sowohl süß als auch einfach klasse. Er erzählte ihnen zusätzlich, dass man bei diesem Museum vor allem eins bedenken sollte: es soll nicht als Staatseigentum angesehen werden, denn dieses Museum gehört de facto jedem – und das find ich gut.

Jap, das Bild mit meiner Hand ist seltsam, aber ich möchte damit eigentlich nur veranschaulichen, wie klein dieses Kunstwerk auf der Millenium Bridge ist, denn es ist ein Bild aus: Überraschung! Kaugummi. Es gibt etliche davon auf der ganzen Brücke, manche, die man auch nicht versteht, aber angesichts dessen, dass da echt viele Kaugummis sind, mag ich die Idee total!

Ich hatte also schöne 1 1/2 Tage in der Stadt, konnte vieles im wahrsten Sinne des Wortes ‚wiedersehen‘ und hatte auch noch perfekt sonniges Wetter.

Wart ihr schon einmal in London? Wie fandet ihr es und was habt ihr erlebt? Ich bin gespannt, neues zu erfahren!

Love, Katha