[Unileben #2] Motivationsprobleme überwinden

Pünktlich zu meinem vierten Bloggeburtstag möchte ich über ein Thema schreiben, das mir besonders am Herzen liegt, und mit dem ich auch meine Problemchen habe: Motivation und der Mangel an dieser. Nachdem ich nun einige Wochen darüber gegrübelt habe, wie ich diesen Beitrag am besten schreiben, bin ich zu dieser Version gekommen.

Ist es nicht ironisch über Motivationsprobleme zu schreiben, wenn eigentlich für die Uni zu lernen sollte? Es könnte kaum typischer sein, wenn ich ehrlich bin. Manchmal kommt die Motivation und Inspiration aus dem Nichts und plötzlich funktioniert alles, es ist so leicht und alles läuft von selbst, an anderen Tagen geht gar nichts und es ist für mich schon ein Problem, aus dem Bett zu kommen, geschweige denn mich an meinen Schreibtisch zu bekommen. Ich möchte hier ein bisschen meine Erfahrungen teilen, was mir hilft, um zu Potte zu kommen – oder zumindest, was mir Kraft gibt.

Durch meinen Studiengangwechsel habe ich schnell festgestellt, dass ich zwar nach wie vor öfter wirklich keine Lust habe, mich mit etwas zu beschäftigen, aber wenn ich mich erst dazu aufgrafft habe, anzufangen und mich mit etwas auseinander zusetzten, stets aufs neue merken, es wirklich interessant ist und ich mich meistens sogar sehr gern mit den Texten, die ich lesen muss oder schreiben soll, beschäftige. Sicher gefällt mir nicht alles, aber jetzt spüre wirklich ich den Kontrast, wie viel leichter es ist für etwas zu lernen, was einen im Kern begeistert. Deshalb würde ich grundsätzlich dazu raten, dass wenn man merkt, dass man große Motivationsschwierigkeiten zum Lernen hat, für sich selbst festzustellen, ob es am Lernen liegt, oder der Tatsache, dass man möglicherweise etwas ‚falsches‘ studiert. Ich habe eine kleine Liste mit einer Erfahrung und einigen Warnzeichen in einem älteren Blogpost dazu verfasst, in den ihr gerne ebenfalls reinschauen könnt. Ich hoffe wirklich, dass ich mit meinen Erfahrungen jemanden helfen kann.

Erster Disclaimer: Wer wirklich mit schwerwiegenden Prokrastionationsproblemen zu kämpfen hat (und ich zähle mich nicht dazu) sollte sich meiner Meinung nach vielleicht an die psychologische Beratung der Uni wenden, da ich dafür keine hilfreichen Tipps geben kann.

Zweiter Disclaimer: Ich schreibe das nicht, weil ich großartige Noten an der Uni habe (das ist nicht der Fall), oder weil ich meine Tipps für das Non plus ultra halte und total den Dreh raushabe. Ganz im Gegenteil, ich möchte einfach meinen Gedanken zu diesem Thema Raum geben.

1. Wenn schon prokastinieren, dann effektiv: Ende letzten Semesters gab es diesen einen großen Essay, an den ich mich überhaupt nicht ransetzten wolle – zugegeben, bei den anderen Essays war es nicht besser, aber Ende Februar war bei mir gänzlich die Luft raus, besonders nach den Klausuren. Bloß nicht dieser Essay! –  ich hatte einfach einen Trotz der Lustlosigkeit in mir. Aber anstellte mich mit YouTube und Instagram abzulenken, nutze ich diese Energie, um etwa total banale Sachen nachzuholen oder aufzuräumen. Aufräumen hat einen tollen Effekt bei mir: ich kann sowieso in einem geordneten Raum besser lernen und ich musste ohne hin  etwas aufräumen oder putzen. Sicherlich ist es keineswegs eine dauerhafte Lösung, besonders bei schwerwiegenden Prokrastinationsproblemen.

2. Duschen: Manchmal bedarf es nur einen kleinen Frischekicks, um mal den Kopf freizubekommen oder ein wenig zu entspannen, um ein wenig Stress zu entladen oder eine Pause während des Lernens zu machen, um Abstand von seinem eigenen Gedankenwirrwarr zu bekommen.

3. Nicht in Jogginghose oder Pyjama oder im Bett lernen. Manche mögen mir hier total widersprechen, aber bis auf wenige Ausnahmefälle lerne ich oft komplett „anzogen“. Manchmal trage ich sogar Hemd und Jeans, einfach nur um mich irgendwie professioneller und vorbereiteter zu fühlen. Vermutlich ist es eine Art von psychologischem Selbstbetrug, aber es hilft mir wirklich. Übrigens gilt das auch  für Prüfungssitautionen.

4. Anfangen ist der erste und wichtigste Schirtt. Es gibt Momente, da ist alles so viel, dass man keine Ahnung hat, was man tun soll, der Gedanke an diese komplizierte Aufgabe nimmt einem schon alle Kraft und man badet förmlich in der Überforderung, diesen überwindenden Schritt zu tun. Mir ging es letztes Semester oft so, ich war einfach strukturell überfordert und musste für mich lernen, wie ich lerne. Wenn man dann erstmal die Gliederung und den Plan hat, wie man an die Aufgabe rangeht, schreiben sich Texte oft von alleine. Ich glaube, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Aufgabe absolut machbar ist und man allein schon durch Aufstellen einer Gliederung, einer Übersicht oder eines Lernplans viel erreicht hat, wird einem ein kleines bisschen leichter ums Herz und man kann systematisch weiter machen.

5. Motivation und rechtzeigtig Anfangen. Ich sage es noch immer zu mir: fang rechtzeitig an und ich bin leider noch immer nicht gut darin – einerseits weil ich wirklich viele abzugebende Abgaben letztes Semester hatte und nicht wusste, wo mir der Kopf stand, andererseits weil ich wirklich unmotiviert war. Aber hey, ich habe zumindest angefangen, mir früh einen Plan zu erstellen, was ich machen muss.  Mit rechtzeitig anfangen meine ich bei einer Klausur mindestens drei Wochen vorher und bei einem Essay unbedingt mindestens zwei Wochen früher – das ist mit Nichten ein gutes Zeitfenster, aber ich versuche mich. Natürlich gibt einem auf-den-letzten-Drücker-machen einen unglaublichen Adrenalinschub, aber wenn man mit dem Verstehen philosophischer Texte kämpft und 4 Stunden vor der Abgabe mitten in der Nacht einen großen logischen Argumentationsfehler entdeckt – und ich war da – ist das einfach keine Situation in der man stecken will.

6. Handy weg. Es ist so einfach und doch so beschissen schwer, sich gleich doppelt zur Selbstdisziplin aufzuraffen. Oft hilft es mir, mein Handy nicht in Sichtweite zu haben, aber den ultimativen Trick habe ich auch noch nicht herausgefunden.

7. Finger weg von YouTube oder Netflix – gilt jedenfalls für mich, einmal angefangen, etwas in der Form eines Videos zu sehen, ist es bei mir sowohl mit der Motivation als auch mit der Konzentration vorbei. Deshalb spare ich mir, so gut ich kann, Fernsehen oder Filme als Belohnung auf, wenn ich etwas geschafft habe. Funktioniert meistens sogar ganz gut.

8. In der Bibliothek lernen. Dies habe ich erst in meinem letzten Semester für mich entdeckt, aber ich bin überrascht, wie gut es mir geholfen hat. In dem Grimm-Zentrum der HU ist es nicht nur unbequem und ein bisschen kühl, sondern alle sind derart konzentriert und es gibt eine Aura des angespannten Lernwillens, dass man nicht anders kann, als konsequent zu lernen. Die Bibliothek hat einige Nachteile und Aspekte, die mich wirklich aufregen, aber dazu möchte ich in einem anderen Beitrag ausführlicher äußern. Ich glaube, was in der Bibliothek der springende Punkt ist, der sich beispielsweise auch an meiner Angewohnheit in ’schickeren‘ Sachen zu lernen sehen lässt, ist, dass wenn man es ‚zu bequem‘ hat, die Verlockung im Bett rumzugammeln (man sitzt ja schon da und hat seine bequeme Jogginghose an) und Netflix zu sehen noch viel größer ist, als wenn man in der unbequemen Bibliothek mit Jeans und Hemd sitzt und alle anderen fleißig lernen- vielleicht ist es ein alberner psychologischer Trick, aber bei mir funktioniert er.

9. Tee- und Spazierpausen. Ich trinke unheimlich gern Tee, wie ich es hier auf meinem Blog sicherlich schon hunderte Male beteuert habe. Für mich ist eine schöne Art eine Pause zu halten, mir einen Tee zu kochen und ganz bewusst (möglichst ohne Instagram o.Ä.) in der Küche zu sitzen, durchzuatmen und die Pause als solche zu genießen. Ich bin nicht immer diszipliniert genug, um das immer durchzuziehen, aber oft hilft es mir neben der anstrengenden  Uniaufgabe den Kopf freizubekommen. Andere Art der entspannenden Pausen sind ein Spaziergang oder einer Meditation auf dem Balkon, die ich beide wärmstens empfehlen. Aber kann ich mir das zeitlich leisten? Naja, wenn ich wirklich glaube, dass ich mir YouTube leisten kann, dann ist der Gang um den Block echt die bessere Alternative.

10. Mittags lernen. Meinen letzten Stundenplan fand ich Anfang des Semesters katastrophal, drei Mal in der Woche fing mein Tag um 8 Uhr an und ich hatte keinen  freien Tag. So kam es, dass ich oft spätestens um 14 Uhr aus der Uni raus war und den halben Tag noch vor mir hatte – ein enormer Motivationsboost. Deshalb ging ich nach der Uni öfter noch in die Bibliothek und lernte dort einige Stunden, was bedeutete, dass wenn ich abends Heim fuhr, noch Zeit zum Entspannen und Nichtstun hatte. Früher habe ich oft um 19 Uhr angefangen zu lernen und saß teils noch um 1 Uhr morgens an einer Hausaufgabe, was nicht nur frustrierend ist, sondern auch dafür sorgt, dass ich noch weniger Schlaf bekomme. So hatte ich wirklich die Kraft, meine Zeit besser zu nutzen, was sich toll anfühlt.

11. Ziele setzten. Natürlich kann man lernen, bis man umfällt und die Augen zu klappen, aber keine zwei Wochen am Stück. Für mich hat es sich bewährt, mit gewisse Ziele für den Tag zu setzten, was ich schaffen möchte, oder dass ich, wenn ich eine bestimmte Sache gelernt habe, mir die Zeit nehme, Abend noch einen Film als Belohnung zu sehen. Oder im Bullet Journal systematisch durchstreichen zu können, was man geschafft hat, gibt mir auch eine gewisse Zufriedenheit. Ich glaube, es ist wichtig, sich ab und zu zu sagen, dass es für heute reicht (oder aber auch das Gegenteil, dass man echt noch ein paar Sachen schaffen muss).

12. Ein schöner Schreibtisch. Ein großer, möglichst leerer Schreibtisch mit viel Licht und einem gemütlichen, ergonomischen Stuhl kann für mich die Welt verändern. Ich lerne sogar lieber, wenn man Schreibtisch mich in einer Form dazu einlädt. Was zusätzlich mit dem ersten Punkt Hand in Hand geht, für mich lernt es sich aufgeräumt einfach besser.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nach wie vor meine Probleme mit Motivation habe – manchmal gibt es leider die Tage, wo man auch akzeptieren muss, dass nichts geht (außer es ist der Tag der Abgabe oder vor der Prüfung) und man sich auch die Ruhe nehmen muss. Ich arbeite wie bereits gesagt selbst noch an meiner Motivationslosigkeit.

Ich freue mich wie immer über Kommentare und Anregungen

Love, Katha

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Tipps für das Erste Semester

Moinsen!

Minimal verzögert zum Studienstart, wollte ich nach meinem eher desillusionierenden Beitrag zu meinen Uni-Erfahrungen einen positivenPost für alle Erstis schreiben –  ganz allgemein und auch ein bisschen Humboldt-Universität-spezifisch. Obwohl es technisch gesehen, schon mein drittes Hochschulsemester ist, ist das Wintersemester 2017/18 durch meinen Studiengangwechsel auch irgendwie wieder mein erstes Semester und damit auch ein erneuerter Sprung ins kalte Wasser. Diesmal habe ich mir allerdings vorgenommen, mich nicht so überrumpeln zu lassen von den vielen neuen Dingen, sondern organisierter und entspannter (und auch mit weniger hohen Erwartungen) an den neuen Studiengang anzugehen und alles einfach auf mich wirken zu lassen. Es sind meine eigenen spezifischen Vorbereitungen für die Humboldt Universität zu Berlin – jede Uni ist da anders – aber ich denke, dass auch allgemeingültiges dabei ist.

Worauf ich nicht eingehen werde sind Bafög und Alleine-Wohnen, da ich dahingehend mangels Erfahrung keine hilfreiche Information geben kann.

1. Selbstständigwerden

Meine Uni stellt mir leider recht wenig Information zum Ablauf der kommenden Wochen, aber mit ein paar Klicks und dem Besuch der Facebook-Seite meiner Fachschaft bekam ich schon ein viel genaueres Bild davon, wie die Einführungstage aussehen würden. Wenn die Fachschaft, der einzelne Studiengang oder sogar eine spezifische XY Erstis WiSe 2017/ 18 auf Facebook existiert, kann ich sehr empfehlen, dort vorbeizuschauen. Natürlich ist es schade, dass man damit Menschen, die aus guten Gründen kein Facebook besitzen, Steine in den Weg legt! Ich habe zwar schnell bemerkt, dass dort weitaus mehr gepostet wird, als studiumsrelevante Sachen, wie beispielsweise Suche von VersuchsteilnehmnerInnen und WG-BewohnerInnen, Werbung für eine bestimmte Demonstration, soziale Initiative oder einen Gelgenheitsjob. Entsprechend habe ich sie recht schnell stummgeschaltet und nur noch ab und zu reingeschaut, aber oft waren Diskussionen und Informationen zu tatsächlich relevanten Sachen dabei.

Es gibt im Internet auch ganz viele Posts und Foren zum Thema Ersti oder zur bestimmten Uni und man kann sich richtig schnell wahnsinnig davon machen lassen, was man alles tun muss oder lassen seien soll. Deshalb gilt auch hier: ruhig bleiben. Natürlich muss ich realistisch sein: Die nächsten Wochen der Eingewöhnung werden zweifelsohne stressig und hart, man kann kaum alles perfekt machen. Und das ist okay!

2. Uni-Organistaion

Es lohnt sich, so schnell wie möglich den eigenen Campus kennenzulernen, beispielsweise durch angebotene Campus-Tour oder eigene Initiative.
Ebenfalls ist es in einer digital organisierten Welt wie der unseren, essenziell einen Internet-Zugang für zu Hause über VPN und Internetprofile (Uni-eigene Emailadresse, sowie Profile zur Prfüungsanmeldung und Kursorganisation, je nachdem was es an der entsprechenden Uni gibt) zu erstellen. Es geht praktisch alles übers Web und bevor man etwas verpasst. Dabei ist den Stundenplan erstellen ganz wichtig, was viele nun schon hinter sich haben werden, und wichtige Fristen, wie akademische Ferien und Prüfungsanmeldezeiträume, zu kennen.

Es gibt etwas namens Stundenplan-Beratung in meinen Einführungstagen, aber als mittelalter Hase kenne ich das leidliche Auslosverfahren meiner Uni schon. Zur Orientierung ist die sogennante Studien- und Prüfungsordnung, die man meist durch Googlen oder auf der Webseite des eignen Fachbereichs, schnell finden und ausdrucken kann. Für mich wurde schnell klar, dass die Webseite meiner Fachbereiche ganz schnell in das Lesezeichen meines Browers kommen würden, da dort (ähnlich wie auf der Fachschaftseite auf Facebook) alles steht, was man wissen muss.

Jetzt zum schönen Teil: Unis bieten ganz viel kostenlos an solange man StudentIn ist, also lohnt sich ein Blick, inwieweit man beispielsweise Microsoft Office, Anti-Viren- und Literaturverwaltungsprogamme wie Citavi und Endnote kostenlos herunterladen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man sich das Uni eigene VPN heruntergeladen hat (irgendwie hängt alles mit allem zusammen). Viele Shops und Webseiten bieten auch Studenten-Rabatte an, was beispielsweise bei ASOS über die Uni eigenen Mailadresse läuft, anderswo muss man sich über eine Webseite anmelden, wie Student Beans. Und Spotify gibt’s auch für weniger. Möchte man auch im Ausland von den Rabatten profitieren, wie für Museen und Attraktionen und vieles mehr, kann man sich recht einfach einen internationalen Studentenausweis kaufen – an meiner Uni kostet er 12 Euro und ist für 16 Monate gültig.

Wenn man wie ich noch einen alten Papierlappen als Stundenausweis und Monatskarte hat, muss man sich zusätzlich eine Mensa-Karte verwenden. In Berlin befindet sich die sogenannte Campus Card noch in der Testphase und man muss extra beantragen, wenn man sie verwendne will. Es lohnt sich einen höheren Geldbetrag auf die Mensa-Karte zu laden, denn die Schlange vor dem Aufladeautomaten ist so ziemlich das ganze Jahr lang ziemlich lang. Bei mir kann man die Karte nicht nur in der Mensa aufladen, sondern auch in der Bibliothek (habe ich Ende des 2. Semesters herausgefunden), wo die Schlange bedeutend kürzer ist. Die Mensa meines Campus‘ ist nicht mein liebster Ort zum essen, besonders weil es dort oft überfüllt und hektisch ist. Ich möchte niemanden dazu motivieren, 15 Minuten vor Vorlesungsende sich herauszuschleichen, nur um die Schlange zu meiden, denn manchmal wird genau am Ende noch mal etwas wichtiges gesagt. Meine Lieblingsmensa  (Mediziner-Mensa des Campus Nord) liegt nicht auf meinem Campus, aber ich gehe gerne in einem Freiblock dorthin. Das tolle ist auch, dass man mit der Mensa Karte die Mensen der anderen Berliner Unis mitbenutzen kann, was die eigene Mobilität deutlich erhöht.

Mobilwerden durch Tablet und /oder Laptop. Ich dachte wirklich, ich würde es auf meine Oldschool Variante schaffen und ich bin noch immer überzeugt, nicht mittippen zu müssen, in den Vorlesungen, sondern zu schreiben, weil ich so effektiver lerne – allerdings Freiblöcke und Pausen kann man mit dem Laptop wirklich produktiver gestalten. Ich habe viele gesehen, die neben einem Laptop ein Tablet mitbringen und es wurde mir von ein paar Dozenten wärmstens empfohlen, mir ein Tablet zuzulegen. Es ist leider alles eine Geldfrage, aber wer sich vor dem Studium fürs Studium einen Laptop zulegen will, dem kann ich wärmstens empfehlen auf Akkuleistung und Gewicht zu achten. Letztendlich habe ich mich schließlich für ein 2 in 1 Gerät entschieden und bin bisher sehr glücklich damit.

Begriffe wie Regelstudienzeit, Stipendium, Hochschulsport, Fachschaftsrat etc werden einem um die Ohren geworfen: Es lohnt sich, sich grob damit zu beschäftigen und sich mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen vertraut zu machen, aber ob man daran teilnehmen muss, wie an Sport ,oder alles schafft in Regelstudienzeit stellt sich sowieso erst über die Zeit heraus: Warum sich also von so etwas verunsichern lassen?

3. Ein paar andere Sachen, die ich anderen ans Herz legen möchte

  • Unbedingt die Bibliothek kennenlernen und Recherche Fähigkeiten verbessern
  • Mit höheren Semestern quatschen und einfach zu hören
  • Die Studien- und Prüfungsordnung ganz gründlich lesen
  • Nicht davor scheuen, andere anzusprechen – schließlich sind gerade in den Einführungsveranstaltungen alle im selben Boot
  • Ausschauhalten nach Verteilunsgtagen der Campus Tüte für ein paar gratis Goodies, wie Ovomaltine
  • Nicht zu viele Kurse besuchen (auch wenn es im Vergleich zu Schule nach wenig aussieht, es ist wirklich viel)

 

4. Sozial Werden

Möglich durch Campus- und Kneipentour, wie Ersti-Fahrt. Diese Enden bekanntlich mit viel Alkohol und sind nicht unbedingt etwas für jedermann. Die Einführungstage sind die entspannte Variante, um andere kennenzulernen, denn spätestens in der Vorlesungszeit sind alle so gestresst, das niemand mehr Zeit für so was hat und wie meine Erfahrung aus den letzten zwei Semestern gezeigt hat, studiere ich auch nicht, um die Freunde fürs Leben zu finden. Aber die Einführungstage sind schon vorbei? Macht doch nichts. Wie so oft im Leben ist es so: Wenn man es zwanghaft will, bekommt man es nicht oder zumindest ganz selten. Es gibt etliche Uni-Partys, die in den nächsten Wochen auftauchen werden – ich habe gemerkt, dass ich weder eine Partygängerin bin noch dass es so wichtig ist. Da kommt ein schöner Anglizismus ins Spiel: FOMO (Fear of Missing out) und ich bin überzeugt, dass man sich definitiv schützen muss, denn bei all den Parties, Veranstaltungen, Treffen und Demos, die es zur Auswahl gibt, kann man sich sehr einschüchtert fühlen: Muss ich da mitmachen? Und am Ende kommt das eigentliche Studieren zu kurz.
Und Sozial Werden heiß auch: Wenn deine Freunde oder dein*e BeziehungsparterIn, wo anders studieren (ob Stadtintern oder nicht) trefft euch, denn die beste Methode bei diesem ganzen Uni-Stress nicht verrückt zu werden, ist durch Leute, die einem gut tun (und vielleicht an die schönen, stressfreieren Schulzeiten erinnern). Rückblickend sehe ich, dass ich mir einen hohen Eigendruck gemacht habe, möglichst allen zu gefallen und einen guten Eindruck zuhinterlassen, so dass ich zwischenzeitlich vergaß, das es darum  in erster Linie um mich geht.

Und dann kommen noch die coolen Blender, die einem erzählen, dass sie vor dem Studium in Afrika waren und 1,0 haben und diese Studiengang eigentlich nicht das ist, was sie können, aber neue Herausforderungen lieben – einfach weghören und nicht einschüchtern lassen. Ich habe in meinem Beitrag zu meiner Uni-Erfarung lang und breit darüber gesprochen, deshalb werde ich diesbezüglich nicht in die Tiefe gehen., aber wen es interessiert, der kann hier nachschauen.
Es ist fast schon peinlich zu sagen: Ich habe in meinem letzten Studiengang zwei KommilitonInnen gehabt, mit denen ich gut klar kam aber bei weitem nicht eng befreundet war. Es ist wirklich wohltuend mal kurz ein bisschen zu quetschen und nicht über etwas wie Statistik nachdenken zu müssen. Ich will nicht sagen, dass Freunde und eine Clique an der Uni zu finden, überbewertet ist, keineswegs ist es so und es ist wichtig, sich nicht abzukapseln, aber man sollte sich gleichermaßen meiner Meinung nach nicht verrückt machen,wenn man nach zwei Wochen nicht die „ultimativen Sqaud Goals“ hat. In meinem neuen Studiengang bin ich viel schneller auf sympathische, offene Leute getroffen, was nur beweist, dass es auch eine Glücks- und Zufallssache ist.

Und wenn’s nicht perfekt läuft: Ideales Zeichen, das man ganz normal ist.

5. Ein paar Tipps zum Vorbeischauen:

Habt ihr noch Tipps und Ideen? Was waren eure Erfahrungen als Erst-Semester? Ich freue mich auf Kommentare!

Love, Katha

Der*Die*Das Ersti: eine Studie

Moin Moin!

Ja, ihr habt richitg gelesen, heute geht es um Erstis, denn ich bin nun einer. Genauer gesamt, ein Erstsemester in dem Fach Sozialwissenschaften, welches Soziologie und Politikwissenschaft umfasst. Und weil in meinem sehr linken Studiengang viel Wert auf Gender gelegt wird, möchte ich schon beim Titel damit anfangen.

Nach dem Abitur war es keine leichtes Los, mich dafür zu entscheiden, was ich studieren möchte, allein, dass ich studieren wollte, stand ziemlich fest für mich. Ich wollte etwas Neues erfahren, in etwas eintauchen und sein Innersters verstehen und auch ein bisschen vergessen, dass ich bei der Universität der Künste Berlin abgelehnt wurde. Mangel an Talent hieß es. Erst war ich sehr verletzt, aber meine Gefüuhle haben sich verändert, vielleicht soll es so sein, dass ich mein Hobby nicht zu Beruf mache, und in der Abhängigkeit von meiner Kreativität zu leben, Brot zu erwerben, das bewundere ich lieber an Anderen.

Ständig wurde ich in denen letzten Woche gefragt, wie ich denn auf Sozialwissenschaften, liebevoll SoWi genannt, gekommten bin. Meist überkam mich ein Schmunzeln und ich gestand offen, dass ich eigentlich Bildene Kunst studieren wollte und nun eine andere meiner großen Interessen gewählt habe. Häufig begegnen mir verwunderte, ja skeptische Blicke, die das nicht glauben wollen. Ach Gott, die ist 18, die kann eh nichts wissen verrät das Funkeln in den Augen. Von Kunst auf SoWi, was ist das denn für eine? Weißt du überhaupt, was Politikwissenschaft ist?

Denn wenn etwas als eine feste Tatsache zu sagen ist (und ich habe in den letzten Wochen vieles über Theorien gehört!), dann dass der Altersdurchschnitt meines Studiengangs sich irgendwo Mitte 20 bewegt. Es schüchtert schon ein, denn noch nie in meinem Leben war ich so sehr ein Küken.

Aber was ist dieses Wesen, der Student, die Studentin – wahrscheinlich ist Studierende zu sagen, die praktischere Form -, was kennzeichnet sie?
In den letzten Tagen war ich viel in der Mensa und habe ein bisschen beobachtet. Meine Soziologie-Dozentin erklärte bereits bei der ersten Sitzung, dass es ein Seminar zu der Soziologie am Beispiel des Berghains gebe, sie sparch davon, als gäbe es nichts selbstverständlicheres, als ins Berghain zu gehen. Nun, ich … bin nicht im Berghain. Und ich wohne auch nicht in Kreuzköllnprenzlberg („Wie, du wohnst nicht in der Nähe? Das heißt ja, dass du voll lange fahren musst! Zieh doch inne WG!“)
Es gibt offensichtlich ein sehr spezielles Bild des Studenten, vielleicht auch des SoWi-Studenten. Ich versuche also herauszufinden, wie ich denn zukünftig zu seien habe.
Mein Alter stimmt schon mal nicht, meine Party-Orientierung (meine Party-Lust übrigens auch) offenbar auch nicht. Wie muss ich denn noch sein? Ach ja genau, politisch links!
Als ich an meinem ersten Tag in das Institutsgebäude kam, erwarteten mich vor allem zwei Sachen: eine Omnipräsens des werten Herrn Karl Marx und der Antifa. Sticker, Parolen, Jutebeutel mit roten, fünfzackigen Sternen sind nun mein neuer Alltag.

Stylemäßig sehe ich verschiedenes auf dem Campus: junge Hipster*innen, die selbst bei fünf Grad Außentemperatur in ihren Jeansjacken und schwarzen, dünnen Strumpfhöschen nicht frieren. Außerdem Alternative, mit „Kein Mensch ist Ilegal“-Pullovern, bunten Dreadlocks und Doc Martens. Fashionqueens, welche die neusten Trends aus Paris beim Anstehen in der Mensa modelhaft vorführen.
Ich, im überfüllten Hörsaal, sitzte dazwischen diesen in meinem grünen Holzfellerhemd und einer engen schwarzen Jeans und versuche von all den Eindrücken nicht auf ein mal überflutet zu werden. Bin… ich denn gut genug für SoWi? Zumindest mein Abidurchschnitt sieht das so. Manche scheinen hier so auf alles zu scheißen, dass sie selbst dadruch cool wirken, vielleicht sollte ich das auch probieren?

Halt stoppt. Dieser Welt dreht sich zu schnell, ich muss mich kurz sammeln!

Ich muss dabei nichts davon sein, nicht älter, was ich auch überhaupt nicht beeinflussen kann, nicht betrunkener, nicht demonstrierend, kein Ausbildungs-Hintergrund, kein Vorwissen über die nächsten Semestern SoWi.
Ganz konservativ fahre ich mit der Bahn zu Uni, versuche erstmal klar zu kommen und bin kein Vegetarier, habe keine WG und zwei Nebenjobs. Es ist so unfassbar schwer, sich nicht in den Sog dieser Erwartungen zu begeben.
Aber moment, dann bin ich ja in gewisserweise auch Alterntiv? Dann gehöre ich auch irgendwo dazu! Während ich diese Zeilen tippe, überkommt mich ein leises Schmunzeln, wie gut es doch tut, seine Gedanken zu sammeln.

Mich fragte neulich jemand, wie viele Menschen in meinem Studiengang wären, ich antwortete, dass es vermutlich um die 200 seien. Mein Gesprächspartner schumnzelte: „Vielleicht hast du noch nicht die richten Leute kennengelernt.“

Ich werde gerne weiterberichten von meinem „aufregenden“ Studentenleben.

Alles Liebe,
Katha