[Unileben #3] Erwachsen sein?

In letzter Zeit wurde ich öfter mit dem sogeannten Erwachsensein konfrontiert und habe darüber nachgedacht, was es für mich bedeutet. Mir ist aufgefallen, dass mein Blog etwas vor sich hindümpelt und ich zwar weiterhin gern lese, aber etwas von dem Literaturblog weggekommen bin und eigentlich auch wirklich lust hätte, mehr über Alltägliches, das mich beschftigt zu schreiben – was in erste Linie mein Unileben ist. Hier ist also ein erster kleiner Versuch, meine Gedanken zu Erwachsensein und -werden zu sortieren.

Ich hatte kürzlich wieder einen dieser Momente, in denen mir einfiel, dass ich theoretisch auf dem Weg bin, eine eigenständige, erwachsene Person zu werden. Aber was genau heißt das? Wenn mir Leute sagen, dass nun wo ich erwachsen bin, mich auch so verhalten soll? Was ist denn angemessen für jemanden mit 20? Wie habe ich zu sein?

Ich glaube, die letztere Frage fasst es perfekt zu sein. Mir scheint, als wäre Erwachsensein eine Einstellung für Außenstehende, für Fremdwahrnehmung. Da merke ich schon, wie problematisch die Idee ist, sich in ein solch ungenaues Konzept zu quetschen oder sich, wie ich zur Zeit, davon einschüchtern zu lassen. Und das große Fass, was man von uns Millenials denkt, möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst aufreißen.

In meinen frühen Teenager Zeiten war es genau das, was ich mir so gewünscht habe: erwachsen sein, was auch immer das genau heißen sollte, ich stellte es mir verheißend und wunderschön vor: unabhängig, meine eigene, schöne Wohnung, eine großartige Beziehung, ein Studium, das super läuft und tolle Zukunftschancen hat und natürlich viel Freiheit, natürlich von den Eltern. Mit 20 ist man so verdammt erwachsen, dachte ich, in der Hoffnung, Dinge dann besser zu verstehen.

Ehrlich gesagt, nun, gute 7 Jahre später bin ich eigentlich nur viel verwirrter vom Leben und von diesem Erwachsen sein – was mir besonders vor einigen Wochen aufgefallen ist, als ich endlich den Schritt wagte, von zu Hause auszuziehen. Nun verbringe ich wirklich viel Zeit allein verbringe und mir liegt diese erträumte Freiheit theoretisch zu Füßen. In der Schwebe zwischen der unendlichen Möglichkeit, mich mal richtig gehen zu lassen und dem Bewusstsein, dass ich meinen Alltag irgendwie strukturieren muss, komme ich nicht weiter. Ja, dieses 20 Jahre alt sein, dieses komische unbestimmte Konzept, dass aber etwas bestimmtes verlangt,fühlt sich momentan an, als müsste ich auch herausfinden, wer ich eigentlich sein möchte.

An der Uni kommt man mit vielen verschiedenen Altersgruppen zusammen: zum einen all die jungen Leute, die frisch nach dem Abi den Campus erobern wollen oder vielleicht ein FSJ oder ein Work And Travel Jahr in Neuseeland reingezequtscht haben – aber irgendwas zwischen durchschnittlich 18 und 20 Jahren sind mit leuchtenden Augen und voll Euphorie.
Andererseits gibt es ganz viele, die beispielsweise schon eine Ausbildung hinter sich haben, oder sogar ein Studium und nun Ende zwanzig sind, oder Anfang dreißig. Ich glaube, grob gesagt trifft man vor allem auf diese Altersgruppe zwischen 18 und 32 (was nun nur eine grob geschätzt unempirische Bauchgefühlstatistik ist) und das ist wirklich echt eine große Spanne, wenn man es so recht überlegt, wie viele individuelle Lebensabschnitte dazwischen liegen und wie sich die Lebensefahrung staffelt. Zumindest wirkt es aus meiner 20 jahre alten Sicht so auf mich – ich war stets von mehr oder weniger Gleichaltrigen umgeben, wie es in der Schule üblich ist. Aber plötzlich haben sich Türen zu ganz anderen Altersgruppen geöffnet und etwas sehr merkwürdiges ist mit mir passiert.

Ich stresse mich immer enorm, wenn ich Menschen Ü25 treffe. Es ist, als müsste ich mit aller Kraft beweisen, dass ich schon so erwachsen bin – erwachsen, so wie ich es oben beschrieben habe: ein strukturiertes, erfolgreiches Leben mit der gehörigen Portion Coolness und vor allem Intelligenz. Aber was heißt denn erwachsen, muss ich mich an dieser Stelle erneut fragen.

Mir während der WG Suche in Berlin aufgefallen, dass Leute ganz bestimmte Vorstellungen haben, wie ich mit 20 zu sein habe – und zwar überhaupt nicht erwachsen. Jung und wild aufs Feiern, Leute kennenlernen, eine freie ungebundene und großteils verantwortungslose, unordentliche Seele. Ich bin mir sicher, dass ich diesen naiven, offenen Charakterzug auch habe, aber meine Güte, ich will nicht darauf herunterreduziert werden.
Genau deshalb versuche ich, so verdammt erwachsen rüber zu kommen – Grund gütiger, es ist wirklich schwer mit 20 ernst genommen zu werden – außer von gleichaltrigen – und ich möchte es doch gern. Ich freue mich von Herzen auf die Zeit, wo ich darüber schmunzele, was mich nun beschäftigt. Schließlich kann ich mich auch darüber amüsieren, welche Probleme ich mit 16 hatte und wie anders ich mittlerweile einiges sehe.

Ist erwachsen sein vielleicht nur die Begabung, Dinge deutlich entspannter zu sehen und sich nicht so gequält Sorgen zu machen – gerade, weil man immer mehr Lebenserfahrung und Kenntnis auf dem Rücken trägt und Dinge gelernt hat?
Ich glaube, ich komme hier an meine Grenzen. Ich werde berichten, wenn ich mehr weiß!

Love, Katha

Advertisements

[Unileben #2] Motivationsprobleme überwinden

Pünktlich zu meinem vierten Bloggeburtstag möchte ich über ein Thema schreiben, das mir besonders am Herzen liegt, und mit dem ich auch meine Problemchen habe: Motivation und der Mangel an dieser. Nachdem ich nun einige Wochen darüber gegrübelt habe, wie ich diesen Beitrag am besten schreiben, bin ich zu dieser Version gekommen.

Ist es nicht ironisch über Motivationsprobleme zu schreiben, wenn eigentlich für die Uni zu lernen sollte? Es könnte kaum typischer sein, wenn ich ehrlich bin. Manchmal kommt die Motivation und Inspiration aus dem Nichts und plötzlich funktioniert alles, es ist so leicht und alles läuft von selbst, an anderen Tagen geht gar nichts und es ist für mich schon ein Problem, aus dem Bett zu kommen, geschweige denn mich an meinen Schreibtisch zu bekommen. Ich möchte hier ein bisschen meine Erfahrungen teilen, was mir hilft, um zu Potte zu kommen – oder zumindest, was mir Kraft gibt.

Durch meinen Studiengangwechsel habe ich schnell festgestellt, dass ich zwar nach wie vor öfter wirklich keine Lust habe, mich mit etwas zu beschäftigen, aber wenn ich mich erst dazu aufgrafft habe, anzufangen und mich mit etwas auseinander zusetzten, stets aufs neue merken, es wirklich interessant ist und ich mich meistens sogar sehr gern mit den Texten, die ich lesen muss oder schreiben soll, beschäftige. Sicher gefällt mir nicht alles, aber jetzt spüre wirklich ich den Kontrast, wie viel leichter es ist für etwas zu lernen, was einen im Kern begeistert. Deshalb würde ich grundsätzlich dazu raten, dass wenn man merkt, dass man große Motivationsschwierigkeiten zum Lernen hat, für sich selbst festzustellen, ob es am Lernen liegt, oder der Tatsache, dass man möglicherweise etwas ‚falsches‘ studiert. Ich habe eine kleine Liste mit einer Erfahrung und einigen Warnzeichen in einem älteren Blogpost dazu verfasst, in den ihr gerne ebenfalls reinschauen könnt. Ich hoffe wirklich, dass ich mit meinen Erfahrungen jemanden helfen kann.

Erster Disclaimer: Wer wirklich mit schwerwiegenden Prokrastionationsproblemen zu kämpfen hat (und ich zähle mich nicht dazu) sollte sich meiner Meinung nach vielleicht an die psychologische Beratung der Uni wenden, da ich dafür keine hilfreichen Tipps geben kann.

Zweiter Disclaimer: Ich schreibe das nicht, weil ich großartige Noten an der Uni habe (das ist nicht der Fall), oder weil ich meine Tipps für das Non plus ultra halte und total den Dreh raushabe. Ganz im Gegenteil, ich möchte einfach meinen Gedanken zu diesem Thema Raum geben.

1. Wenn schon prokastinieren, dann effektiv: Ende letzten Semesters gab es diesen einen großen Essay, an den ich mich überhaupt nicht ransetzten wolle – zugegeben, bei den anderen Essays war es nicht besser, aber Ende Februar war bei mir gänzlich die Luft raus, besonders nach den Klausuren. Bloß nicht dieser Essay! –  ich hatte einfach einen Trotz der Lustlosigkeit in mir. Aber anstellte mich mit YouTube und Instagram abzulenken, nutze ich diese Energie, um etwa total banale Sachen nachzuholen oder aufzuräumen. Aufräumen hat einen tollen Effekt bei mir: ich kann sowieso in einem geordneten Raum besser lernen und ich musste ohne hin  etwas aufräumen oder putzen. Sicherlich ist es keineswegs eine dauerhafte Lösung, besonders bei schwerwiegenden Prokrastinationsproblemen.

2. Duschen: Manchmal bedarf es nur einen kleinen Frischekicks, um mal den Kopf freizubekommen oder ein wenig zu entspannen, um ein wenig Stress zu entladen oder eine Pause während des Lernens zu machen, um Abstand von seinem eigenen Gedankenwirrwarr zu bekommen.

3. Nicht in Jogginghose oder Pyjama oder im Bett lernen. Manche mögen mir hier total widersprechen, aber bis auf wenige Ausnahmefälle lerne ich oft komplett „anzogen“. Manchmal trage ich sogar Hemd und Jeans, einfach nur um mich irgendwie professioneller und vorbereiteter zu fühlen. Vermutlich ist es eine Art von psychologischem Selbstbetrug, aber es hilft mir wirklich. Übrigens gilt das auch  für Prüfungssitautionen.

4. Anfangen ist der erste und wichtigste Schirtt. Es gibt Momente, da ist alles so viel, dass man keine Ahnung hat, was man tun soll, der Gedanke an diese komplizierte Aufgabe nimmt einem schon alle Kraft und man badet förmlich in der Überforderung, diesen überwindenden Schritt zu tun. Mir ging es letztes Semester oft so, ich war einfach strukturell überfordert und musste für mich lernen, wie ich lerne. Wenn man dann erstmal die Gliederung und den Plan hat, wie man an die Aufgabe rangeht, schreiben sich Texte oft von alleine. Ich glaube, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Aufgabe absolut machbar ist und man allein schon durch Aufstellen einer Gliederung, einer Übersicht oder eines Lernplans viel erreicht hat, wird einem ein kleines bisschen leichter ums Herz und man kann systematisch weiter machen.

5. Motivation und rechtzeigtig Anfangen. Ich sage es noch immer zu mir: fang rechtzeitig an und ich bin leider noch immer nicht gut darin – einerseits weil ich wirklich viele abzugebende Abgaben letztes Semester hatte und nicht wusste, wo mir der Kopf stand, andererseits weil ich wirklich unmotiviert war. Aber hey, ich habe zumindest angefangen, mir früh einen Plan zu erstellen, was ich machen muss.  Mit rechtzeitig anfangen meine ich bei einer Klausur mindestens drei Wochen vorher und bei einem Essay unbedingt mindestens zwei Wochen früher – das ist mit Nichten ein gutes Zeitfenster, aber ich versuche mich. Natürlich gibt einem auf-den-letzten-Drücker-machen einen unglaublichen Adrenalinschub, aber wenn man mit dem Verstehen philosophischer Texte kämpft und 4 Stunden vor der Abgabe mitten in der Nacht einen großen logischen Argumentationsfehler entdeckt – und ich war da – ist das einfach keine Situation in der man stecken will.

6. Handy weg. Es ist so einfach und doch so beschissen schwer, sich gleich doppelt zur Selbstdisziplin aufzuraffen. Oft hilft es mir, mein Handy nicht in Sichtweite zu haben, aber den ultimativen Trick habe ich auch noch nicht herausgefunden.

7. Finger weg von YouTube oder Netflix – gilt jedenfalls für mich, einmal angefangen, etwas in der Form eines Videos zu sehen, ist es bei mir sowohl mit der Motivation als auch mit der Konzentration vorbei. Deshalb spare ich mir, so gut ich kann, Fernsehen oder Filme als Belohnung auf, wenn ich etwas geschafft habe. Funktioniert meistens sogar ganz gut.

8. In der Bibliothek lernen. Dies habe ich erst in meinem letzten Semester für mich entdeckt, aber ich bin überrascht, wie gut es mir geholfen hat. In dem Grimm-Zentrum der HU ist es nicht nur unbequem und ein bisschen kühl, sondern alle sind derart konzentriert und es gibt eine Aura des angespannten Lernwillens, dass man nicht anders kann, als konsequent zu lernen. Die Bibliothek hat einige Nachteile und Aspekte, die mich wirklich aufregen, aber dazu möchte ich in einem anderen Beitrag ausführlicher äußern. Ich glaube, was in der Bibliothek der springende Punkt ist, der sich beispielsweise auch an meiner Angewohnheit in ’schickeren‘ Sachen zu lernen sehen lässt, ist, dass wenn man es ‚zu bequem‘ hat, die Verlockung im Bett rumzugammeln (man sitzt ja schon da und hat seine bequeme Jogginghose an) und Netflix zu sehen noch viel größer ist, als wenn man in der unbequemen Bibliothek mit Jeans und Hemd sitzt und alle anderen fleißig lernen- vielleicht ist es ein alberner psychologischer Trick, aber bei mir funktioniert er.

9. Tee- und Spazierpausen. Ich trinke unheimlich gern Tee, wie ich es hier auf meinem Blog sicherlich schon hunderte Male beteuert habe. Für mich ist eine schöne Art eine Pause zu halten, mir einen Tee zu kochen und ganz bewusst (möglichst ohne Instagram o.Ä.) in der Küche zu sitzen, durchzuatmen und die Pause als solche zu genießen. Ich bin nicht immer diszipliniert genug, um das immer durchzuziehen, aber oft hilft es mir neben der anstrengenden  Uniaufgabe den Kopf freizubekommen. Andere Art der entspannenden Pausen sind ein Spaziergang oder einer Meditation auf dem Balkon, die ich beide wärmstens empfehlen. Aber kann ich mir das zeitlich leisten? Naja, wenn ich wirklich glaube, dass ich mir YouTube leisten kann, dann ist der Gang um den Block echt die bessere Alternative.

10. Mittags lernen. Meinen letzten Stundenplan fand ich Anfang des Semesters katastrophal, drei Mal in der Woche fing mein Tag um 8 Uhr an und ich hatte keinen  freien Tag. So kam es, dass ich oft spätestens um 14 Uhr aus der Uni raus war und den halben Tag noch vor mir hatte – ein enormer Motivationsboost. Deshalb ging ich nach der Uni öfter noch in die Bibliothek und lernte dort einige Stunden, was bedeutete, dass wenn ich abends Heim fuhr, noch Zeit zum Entspannen und Nichtstun hatte. Früher habe ich oft um 19 Uhr angefangen zu lernen und saß teils noch um 1 Uhr morgens an einer Hausaufgabe, was nicht nur frustrierend ist, sondern auch dafür sorgt, dass ich noch weniger Schlaf bekomme. So hatte ich wirklich die Kraft, meine Zeit besser zu nutzen, was sich toll anfühlt.

11. Ziele setzten. Natürlich kann man lernen, bis man umfällt und die Augen zu klappen, aber keine zwei Wochen am Stück. Für mich hat es sich bewährt, mit gewisse Ziele für den Tag zu setzten, was ich schaffen möchte, oder dass ich, wenn ich eine bestimmte Sache gelernt habe, mir die Zeit nehme, Abend noch einen Film als Belohnung zu sehen. Oder im Bullet Journal systematisch durchstreichen zu können, was man geschafft hat, gibt mir auch eine gewisse Zufriedenheit. Ich glaube, es ist wichtig, sich ab und zu zu sagen, dass es für heute reicht (oder aber auch das Gegenteil, dass man echt noch ein paar Sachen schaffen muss).

12. Ein schöner Schreibtisch. Ein großer, möglichst leerer Schreibtisch mit viel Licht und einem gemütlichen, ergonomischen Stuhl kann für mich die Welt verändern. Ich lerne sogar lieber, wenn man Schreibtisch mich in einer Form dazu einlädt. Was zusätzlich mit dem ersten Punkt Hand in Hand geht, für mich lernt es sich aufgeräumt einfach besser.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nach wie vor meine Probleme mit Motivation habe – manchmal gibt es leider die Tage, wo man auch akzeptieren muss, dass nichts geht (außer es ist der Tag der Abgabe oder vor der Prüfung) und man sich auch die Ruhe nehmen muss. Ich arbeite wie bereits gesagt selbst noch an meiner Motivationslosigkeit.

Ich freue mich wie immer über Kommentare und Anregungen

Love, Katha

[Unileben #1] Was ist in meiner Uni Tasche? + Kanken Review

Moinsen!

Den ersten Beitrag zu meiner Uni-Leben-Reihe auf meinem Blog möchte ich dem Innenleben meines treuen Begleiters des Wintersemesters 2017/18 widmen – pünktlich zum Beginn der Semesterferien kann ich nun endlich mit Ruhe und Gelassenheit hier schreiben. Dadurch, dass ich immer ein kleines Weilchen zu meiner Uni pendeln muss und außerdem oft morgens bis abends dort bin, musste ich anfangen, anders zu packen, damit mein Rücken nicht noch mehr leidet, als ohnehin. Zum einen war wichtig, festzustellen, was das Minimum an Dingen, die ich brauchte, sein würde, vor allem Dinge, die ich im Zweifelsfall immer bei haben möchte. Natürlich, wenn die Uni in der Innenstadt ist, sind Supermärkte und Drogerien in der unmittelbaren Nähe, um schnell was zu besorgen, aber es ist immer gut, auf einen spontanen Einsatz von Kopfschmerzen, Blasenpfastergebrauch und ähnliches vorbereitet zu sein. Deshalb habe ich beschlossen, für diesen Beitrag meine Rucksack für einen langen (und kalten) Unitag zu packen und darüber zu schreiben.

Ich habe zunehmend den Eindruck, zu Studieren bedeutet auch zu lernen, seine Zeit gut einzuteilen und zu nutzen. Was heißt, dass manchmal die einzige Entspannung die man bekommen wird, diese 20 Minuten in der Regionalbahn sind . Ich genieße es, einfach mit Musik in den Ohren zu haben und aus dem Fenster zu schauen oder ein bisschen zu lesen.

Außerdem möchte ich im zweiten Teil meines Beitrages ein bisschen über meinen Rucksack selbst schreiben – diesen beliebten Hipsterrucksack sieht man überall auf den Berline Straßen und vermehrt auf meinem Campus – nach anfänglicher Scheu, ob ich ihn wirklich mögen würde, bin ich bisher zu einem positiven Urteil gekommen.

Was ist in meinem Rucksack?

1. Lektüre
Ob es meine freiwillige „Privatlektüre“, Auszüge für bestimmte Kurse, oder aber ein großer Schinken, den ich für das Semester lesen muss, ist: eine Tasche, in der kein Buch ist, fühlt sich einfach falsch an. Ich versuche allerdings, dicke Taschenbücher und schwere Hardcover zu Hause zu lassen und für Unterwegs etwas dünnere Bücher zu nehmen. Es ist schön, eine Bahnfahrt zum Lesen zu nutzen, obwohl ich meistens tatsächlich einfach nur müde aus dem Fenster schaue.

2. Reclam Univeral Kulturtasche gefüllt + Schloss
Da ich nur noch mit einem Rucksack in die Uni gehe und meine übersichtliche Umhängetasche bis auf weiteres für weniger gepäcklastige Ausflüge verwende, wollte ich nicht, dass Wertsachen wie mein Schlüssel oder aber auch mein geliebter roter Lippenstift  in meinem Rucksack herumfliegen und ich ewig danach suchen muss – was besonders unangenehm ist, wenn man etwas spontan braucht. Mein persönliches Horrorszenario ist, dass ich zum Bus renne, mein Semesterticket in den Untiefen meines Rucksackes nicht finde, und das Bus genau dann wegfährt, wenn ich es gezückt habe – was mir auch schon passiert ist. Als ich diese süße Kulturtasche bei Dussmann durch Zufall entdeckte, wusste ich, dass genau dieses Problem sich dadurch lösen würde – und noch besser, durch das leuchtende Gelb findet man sie auch schnell in meinem Kanken.

3. Laptoptasche mit Laptop (ggf. Aufladekabel)
Seitdem ich dieses Semester angefangen habe, mit Laptop zu studieren, kann ich es mir kaum ohne vorstellen. Ich nehme mein heißgeliebtes Lenovo Yoga keineswegs jeden Tag zur Uni, aber wenn ich weiß, dass ich das Gerät für einen bestimmten Kurs brauchen werde, später für ein paar Stunden in die Bibliothek gehen will, oder einfach in der Bahn auf dem Hin- und Rückweg an einer Abgabe arbeiten werde, ist es sehr praktisch, dieses handliche Gerät einzustecken. Dank der guten Akkuleistung muss ich, wenn ich mit vollem Akk das Haus verlassen, auch nicht das schwere Netzteil mitnehmen. Ich finde keineswegs, dass man ich meinen Laptop jeden Tag und immer benötigte, vor allem weil ich noch viel analog mache, aber ich sehe auch ein, weshalb ein leichter, handlicher Laptop einem einiges erleichtert und man deutlich mobiler ist. Meine aktuelle Lieblingsfuntkion ist, auf Microsoft Note mit der Tablet-Funktion und dem Lenovo-Stift elektronisch handschriftliche Notizen zu machen – das Schriftbild ist noch sehr wackelig, aber es macht Spaß und ist sehr praktisch.

4. Kopfhörer
Egal, ob man in der Bibliothek das endlose Klackern und Knistern seiner Kommilitonen einfach nicht hören will, oder ein guter Beat beim Lernen hilft, meine Kopfhörer sind für mich mein heiliger Gral.

5. Desinfektionsmittel
Sicher ist sicher, besonders wenn man seine Stulle essen will und keine Möglichkeit zum Händewaschen ist, finde ich es gut, einfach welches dabei zu haben.

6. Schal
Es gibt diese Räume, in denen es einfach immer verdammt kalt ist – leider sehr viele Räume in meiner Uni. Ob ich meinen Schal auf den Stuhl lege oder um meinen Hals, wenn es nicht gerade tiefster Winter ist (wo man sowieso einen Schal trägt) oder Hochsommer, finde ich es sinnvoll, einen Schal einfach sicherheitshalber mitzubringen. Den ganzen Tag frierend zu verbringen ist wirklich nur deprimierend.

7. Getränk

8. Heft / Notizblock
Ich arbeite sehr gerne analog, mir ist, als könnte ich einfach besser mitdenken, wenn ich handschriftlich schreibe, deshalb lerne ich gerne so, dass ich meine Notizen aus der Vorlesung später handschriftlich sauber überarbeite. Leider ist es meistens sehr zeitaufwendig  und bisher habe ich noch keine gute Alternative gefunden, aber momentan ist es die beste Lernmethode für mich.

9. Smartphone

10. Federtasche + Nagelfeile
Ich gehöre zu diesen glücklichen Menschen, denen irgendwann Mitten am Tag eventuell ein Nagel einreißen wird und den es ganz schön irre macht, daran nicht rumzufummeln. Deshalb habe ich (eigentlich schon seit Schulzeiten ) immer meine Nagelfeile für den Fall in meiner Federtasche.

11. Regenschirm
Oder wirklich gewissenhaft auf seine Wetterapp gucken.

12. Bib-Tasche
Das Grimm Zentrum der Humboldt Universität hat diese Regelung, dass man seine Gegenstände, wie Laptop, Hefte, Wasserflasche etc. entweder ohne Tasche ins Gebäude bringen muss (und dabei riskiert, dass einem alles herunterfällt) oder in einer durchsichtigen Tasche. Während es letztes Jahr noch direkt am Eingang gratis Plastiktüten gab, ist dies nun komplett verschwunden. Wer noch seine hat, kann sich glücklich schätzen, aber aus umwelttechnischen Gründen (was ich auch befürworte) gibt es nur noch diese Tasche zur Wahl. Sie ist auch weitaus größer, als die alte Plastiktüte und nach einem kurzen Augenblick des ästhetischen Bedenkens, habe ich mir diese Bib-Tasche für einen stolzen Preis von 4,90 Euro gekauft. Sie ist unglaublich praktisch und geräumig, das muss man ihr lassen.

13. Snackriegel
Für den kleinen Hunger zwischendurch.

14. Taschentücher

15. Kalender
Was wäre ich ohne mein analoges Gedächtnis? Abgabefristen, Pläne für das Semester, Hausaufgaben, Kritzeleien und Notizen finden in meinem geliebten Paperblanks-Kalender ihr zu Hause. Ich bin jetzt, nachdem ich seit 3 Jahren das Horizontale Wochenformat genutzt habe (was für die Schule ideal war) auf das Verso-Format umgestiegen (die Woche horizontal auf der linken Seite, auf der rechten Platz für Notizen) und mein Eindruck ist, dass es besser für die (meist langfristigen) Hausaufgaben als Überblick auf der Notizenseite und meine Termine auf der linke Terminseite funktioniert – es gibt einfach diese übersichtliche Trennung.

Kanken Review

Sehr viele haben ihn: diesen kleinen, unscheinbaren quadratischen Freund auf dem Rücken. Der Jutebeuteltrend hat sich langsam wirklich abgenutzt und man sieht sehr viele Leute mit sportlichen Rucksäcken oder einer etwas eleganteren Hipstervariante davon. (Obwohl ich fast schon fürchte, die nächste Trendwelle, vielleicht ja von durchsichtigen Taschen, kommt bald). Oder natürlich der grässlichen, aber sehr geräumigen Bib-Tüte.
Ich bin generell sehr skeptisch was Gegenstände, die sehr viele Leute haben, betrifft. Es ist fast schon ein bisschen so, als sein mir Außenseiterprodukte ein bisschen lieber, und dennoch muss ich zugeben, dass ich meinen Kanken liebgewonnen habe, obwohl ich gelegentlich schmunzeln muss, dass ihn so viele haben. Besonders schlimm wird es, wenn man mit Kanken und Doc Martens Schuhen durch die Uni stiefelt – da erfülle ich mit meinen gefärbten Haaren und dem obligatorischen Piercing (auch wenn es kein Helix oder ein Septum ist) wirklich ein Klischee. Aber man muss auch über sich selbst lachen können und wie ich gelernt habe, ist kein bisschen etwas schlimmes daran, etwas zu mögen, dass auch vielen anderen gefällt.

Zugegebenermaßen, ich habe Rucksäcke stets gehasst, sie passten nicht zu mir und versauten jedes Outfit durch diese Portion Outdoor, die ich an anderen super finde, aber mir nicht steht. Rucksäcke erinnerten mich an diesen potthässlichen kakifarbenen Ranzen, den ich in der Grundschule hatte und mit dem ich mich wirklich sehr uncool gefühlt habe. Ich glaube, ich war schon immer ein Umhängetaschentyp, vor allem weil ich sie als viel handlicher empfinde: kein Gewühle, kein ekliger Schweiß im Sommer am Rücken und wie gesagt, nicht dieses mir verhasste Outdoor-Aussehen.

Jedenfalls bekam ich meinen Kanken pünktlich zum Unistart von meinen Eltern geschenkt. Sie sagten mir, dass ich auf jeden Fall einen Rucksack bräuchte, wo ich permanent über Rückenschmerzen klagte, und ich entschied mich für einen Kanken: Mittlerweile hat sich meine Hassliebe Kaki beruigt und ich entschied mich für eine Art graues Tarngrün mit hübschen roten Elementen. Dieses kleine Ding ist aus sehr leichtem Material und macht zunächst einen höchst unspektakulären Eindruck, in gewisserweise macht ihn dieses unspektakuläre aber auch sympathisch. Ich will ehrlich sein, für das, was er auf den ersten Blick ist, ist der Preis von gut 90 Euro absolut lächerlich übertrieben. Ich will nicht lügen, ich finde ihn auch nach längerem Gebrauch immer noch überteuert und verstehe nicht, wie sich dieser Preis ergibt, aber ich finde auch, dass er für mich wertvoll geworden ist und man naja, es schlucken kann, wenn man unbedingt möchte, dass er nicht preiswert ist.

Für anspruchsvolle RucksackträgerInnen ist der Kanken sicher nichts, er hat keine besonders guten Träger, keine atmungsaktiven Elemente und die Polsterung für den Rücken ist auch nicht vorhanden, außer man lässt, wie ich, die Schaumstoffmatte, die mit dem Rucksack kommt, am Rückenbereich.

Der Kanken ist jedoch wirklich praktisch und sehr handlich (besonders durch diesen Griff). Es ist unfassbar, was da alles in dieses unscheinbare Ding passt. Ergänzend habe ich natürlich meine Bib-Tüte dabei, aber dadurch, dass er aus unheimlich leichtem Material besteht, welches bisher kleinere Schauer auch gut überstanden hat, dankt mir mein Rücken den Umstieg von der Umhängetasche auf den Rucksack. Wenn ich ehrlich bin, gibt der Rucksack allein durch sein Füllungsvermögen viel mehr Freiheit: ich brauche mir nicht so sehr strategisch den Kopf zu zerbrechen, was ich mitnehme, denn meistens geht es vom Gewicht noch immer gut klar und Platz habe ich sowieso. Ich liebe meine Cambridge Satchel nach wie vor, aber für einen langen Tag an der Uni brauche ich allein aus Platzgründen den Kanken.

Ich habe also ein ambivalentes Verhältnis zu meinem Rucksack: Einerseits liebe ich ihn für die Leichtigkeit, sein Fassungsvermögen und sein putzig quadratisches Aussehen. Andererseits ist er vom Preis-Leistungsverhältnis einfach nur lächerlich überteuert und es wäre schön, wenn er eine echte Rückenpolsterung hätte. Deshalb fällt es mir schwer, so sehr ich ihn eigentlich auch als täglichen Kameraden schätze, mit entladener Begeisterung davon zu schwärmen, weil er einfach Nachteile hat. Als Stadt- und Hipsterucksack ist er dennoch zum empfehlen, wenn man ein Auge zu drücken kann.

Love, Katha

October Faves #17

Moinsen!

Erneut ist die Zeit im Flug vergangen und wir nähern uns dem Ende des Oktobers, der für mich eine ganz neue und hektische Zeit einleitet hat durch meinen Studiengangwechsel und persönlichen Stress. Ein Monat mit Höhen und Tiefen, aber definitiv einer Chance jetzt neu durchzustarten. Auch diesen Monat habe ich einige Favoriten vorzustellen!

1. Lenovo Yoga 720 Laptop
Zum Unistart wollte ich unbedingt mobilisierter und damit auch freier als die letzten 2 Semester werden, denn ich merkte schnell, dass Studieren ohne Laptop echt nicht schön ist, wenn auch möglich. Mein alter Laptop hatte mir lang gedient, aber mit gut 2 kg, 15,6″, einer unerträglichen Hitze des Geräts und kaputtem Akku (und entsprechend nur mit Netzteil benutzbar) war er mehr Last als Nutzen und absolut nicht Uni tauglich. Mein neues Gerät ist mit 1,3 kg ein schnelles und hübsches 2 in 1 Gerät – leider teuer, aber auch auf Grund der hochwertigen Verarbeitung denke ich eine lohnende Invention, die mir schon in den letzten 3 Wochen schon viel Freude gebracht hat. Der Laptop kommt zusätzlich noch mit einem Stift und einem sehr praktischen Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Geräts.

2. Rimmel by Kate Moss Sculpting Palette 001 Golden Sands
Diese Palette besteht aus einem leichten, schimmernden Highlight, einem warmen Counturing-Ton und einem hellen, pinken Blush. Besonders mag ich allerdings den Highligher, da er gut pigmentiert ist und man ihn aufbauen kann, er jedoch  kein bisschen aufdringlich und nach zu viel aussieht.

3. Lesehighlight: „The Essex Serpent“ by Sarah Perry
Das vermutlich schönste Buch, was ich besitze, wurde mir in den letzten Monaten wärmstens auf Instagram empfohlen und ich kann es auch empfehlen. Der Roman ähnelt stark in seiner Lesart einem Klassiker, aber auf eine angenehme, ungezwungene Art und Weise und mit einem dunklen, mysteriösen Hauch. Die emanzipierte Protagonistin schließt man genauso schnell ins Herz wie den wunderschönen Schreibstil. Allerdings machte dieser mir am Anfang der Lektüre wirklich Probleme und ich brauchte einige Zeit um in diesen anspruchsvollen Stil reinzukommen. Das perfekte Buch für dunkle Herbstabende.

4. Es Herbstet!
Herbst ist sicher nicht meine liebste Jahreszeit: Auf windig-regnerisches Wetter, weniger Sonnenstunden und kalte Nächte freue ich mich nicht, allerdings hatten wir diesen Oktober auch eine wunderbare Woche goldenen Herbstes mit Sonne und den wunderbaren bunten Farben hier in Berlin gehabt – so dass man am liebsten einen Spaziergang durch das frische und dichte Laub machen würde.

5. Kinogang: Victoria & Abdul
Dieser lustige, manchmal zum Fremdschämen einladende aber das Herz wärmende Film mit der wunderbaren Judi Dench in der Hauptrolle erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen der britischen Monarchin Victoria und einem muslimischen Inder. Historisch sicherlich ziemlich romantisiert und weiß Gott, wie inkorrekt, aber das ist sicher nicht der Anspruch. Wer einfach einen netten Film sehen möchte, ein bisschen lachen und abschalten, kann ich diesen (man kann es wirklich nicht anders sagen) süßen Streifen empfehlen.

6. Neuer Studiengang
In meinem letzten Beitrag zu meinen Tipps für Erstsemester bereits angedeutet, wollte ich hier noch ein bisschen genauer werden: Ja, ich habe meinen Studiengang von Sozialwissenschaften (Soziologie und Politikwissenschaft) auf Deutsch und Ethik mit Lehramtsoption gewechselt. Meine Entscheidung wurde getragen von mehreren Faktoren (ich fühlte ich nicht wohl, ich hatte große Schwierigkeiten mit Statistik und ich merkte, dass meine Kompetenzen und Stärken in anderen Bereichen liegen) und ich kann nun nach gut 2 Wochen Studium bereits sagen, dass ich mich tausendmal besser aufgehoben fühle, als in meinem ersten Studiengang und das erste Mal habe ich überhaupt das Gefühl, dass ich nicht nur studiere auf Grund dieser peseudo-verpflichtung „Wenn du ein gutes Abi hast, musst du studieren“, sondern auch, weil ich mich begeistern lassen kann von meinen Modulen und sogar privat gerne über die Uni spreche – und ich glaube mittlerweile fest, dass Studium so seien sollte. Natürlich habe ich eine Menge um die Ohren und es ist anspruchsvoll und anstrengend, aber wenn man wirklich fasziniert und interessiert teilnimmt, fühlt es sich nicht an wie eine Last (oder zumindest eine tragbare).

7. Kupferfarbige Kleiderbügel
Diesem Trend konnte ich absolut nicht widerstehen! Di Kleiderbügel (5 Stück für 4€ bei Primark) sind nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick und haben eine gute Breite für meine Kleidungsstücke und sehen besonders, wenn man wie ich einen offenes Kleiderschranksystem hat (genau gesagt: Elvarli von IKEA) schön aus.

8. Leuchtturm 1917 Notizbuch Punktkariert
Wenn man einmal im Internet Inspiration für sein Bullet Journal sucht, stößt man schnell auf viele Leuchturm 1917 Noitzbücher Fans (besonders im englischsprachiegen Raum), dabei fielen mir die sogenannten Punktkarierten Versionen auf, weil ich zuvor noch nie etwas dergleichen gesehen habe – allerdings sind diese besonders für BuJos geeignet und ich bin echt positiv überrascht, wie handlich dieses Design ist, um neue Seiten zu designen und kleine Zeichnungen anzufertigen.

9. Dunkelblauer Rollkragenpullover
Ich hätte es selbst nie gedacht, dass ich eines Tages Rollkragenpullover mögen würde, nachdem ich sie jahrelang für schrecklich empfunden habe. Allerdings seitdem ich einigen Modebloggern wie Jenny Cipoletti von „Margo & Me“ folge, fühle ich mich inspiriert, Kleidungsstücke anzuprobieren, die ich in einer bestimmten Kombination oder auch so nicht tragen würde und bei diesem Rolli hat’s gefunkt. Er ist nicht dick, aber auch nicht zu dünn, lässt sich auch toll unter Kleidern tragen und dadurch, dass er in der Mitte ein paar Längsstreifen hatschmeichelt er auch der Figur.

Musikalische Highlights

Wie war euer Oktober und was waren eure Favoriten?

Love, Katha

Tipps für das Erste Semester

Moinsen!

Minimal verzögert zum Studienstart, wollte ich nach meinem eher desillusionierenden Beitrag zu meinen Uni-Erfahrungen einen positivenPost für alle Erstis schreiben –  ganz allgemein und auch ein bisschen Humboldt-Universität-spezifisch. Obwohl es technisch gesehen, schon mein drittes Hochschulsemester ist, ist das Wintersemester 2017/18 durch meinen Studiengangwechsel auch irgendwie wieder mein erstes Semester und damit auch ein erneuerter Sprung ins kalte Wasser. Diesmal habe ich mir allerdings vorgenommen, mich nicht so überrumpeln zu lassen von den vielen neuen Dingen, sondern organisierter und entspannter (und auch mit weniger hohen Erwartungen) an den neuen Studiengang anzugehen und alles einfach auf mich wirken zu lassen. Es sind meine eigenen spezifischen Vorbereitungen für die Humboldt Universität zu Berlin – jede Uni ist da anders – aber ich denke, dass auch allgemeingültiges dabei ist.

Worauf ich nicht eingehen werde sind Bafög und Alleine-Wohnen, da ich dahingehend mangels Erfahrung keine hilfreiche Information geben kann.

1. Selbstständigwerden

Meine Uni stellt mir leider recht wenig Information zum Ablauf der kommenden Wochen, aber mit ein paar Klicks und dem Besuch der Facebook-Seite meiner Fachschaft bekam ich schon ein viel genaueres Bild davon, wie die Einführungstage aussehen würden. Wenn die Fachschaft, der einzelne Studiengang oder sogar eine spezifische XY Erstis WiSe 2017/ 18 auf Facebook existiert, kann ich sehr empfehlen, dort vorbeizuschauen. Natürlich ist es schade, dass man damit Menschen, die aus guten Gründen kein Facebook besitzen, Steine in den Weg legt! Ich habe zwar schnell bemerkt, dass dort weitaus mehr gepostet wird, als studiumsrelevante Sachen, wie beispielsweise Suche von VersuchsteilnehmnerInnen und WG-BewohnerInnen, Werbung für eine bestimmte Demonstration, soziale Initiative oder einen Gelgenheitsjob. Entsprechend habe ich sie recht schnell stummgeschaltet und nur noch ab und zu reingeschaut, aber oft waren Diskussionen und Informationen zu tatsächlich relevanten Sachen dabei.

Es gibt im Internet auch ganz viele Posts und Foren zum Thema Ersti oder zur bestimmten Uni und man kann sich richtig schnell wahnsinnig davon machen lassen, was man alles tun muss oder lassen seien soll. Deshalb gilt auch hier: ruhig bleiben. Natürlich muss ich realistisch sein: Die nächsten Wochen der Eingewöhnung werden zweifelsohne stressig und hart, man kann kaum alles perfekt machen. Und das ist okay!

2. Uni-Organistaion

Es lohnt sich, so schnell wie möglich den eigenen Campus kennenzulernen, beispielsweise durch angebotene Campus-Tour oder eigene Initiative.
Ebenfalls ist es in einer digital organisierten Welt wie der unseren, essenziell einen Internet-Zugang für zu Hause über VPN und Internetprofile (Uni-eigene Emailadresse, sowie Profile zur Prfüungsanmeldung und Kursorganisation, je nachdem was es an der entsprechenden Uni gibt) zu erstellen. Es geht praktisch alles übers Web und bevor man etwas verpasst. Dabei ist den Stundenplan erstellen ganz wichtig, was viele nun schon hinter sich haben werden, und wichtige Fristen, wie akademische Ferien und Prüfungsanmeldezeiträume, zu kennen.

Es gibt etwas namens Stundenplan-Beratung in meinen Einführungstagen, aber als mittelalter Hase kenne ich das leidliche Auslosverfahren meiner Uni schon. Zur Orientierung ist die sogennante Studien- und Prüfungsordnung, die man meist durch Googlen oder auf der Webseite des eignen Fachbereichs, schnell finden und ausdrucken kann. Für mich wurde schnell klar, dass die Webseite meiner Fachbereiche ganz schnell in das Lesezeichen meines Browers kommen würden, da dort (ähnlich wie auf der Fachschaftseite auf Facebook) alles steht, was man wissen muss.

Jetzt zum schönen Teil: Unis bieten ganz viel kostenlos an solange man StudentIn ist, also lohnt sich ein Blick, inwieweit man beispielsweise Microsoft Office, Anti-Viren- und Literaturverwaltungsprogamme wie Citavi und Endnote kostenlos herunterladen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man sich das Uni eigene VPN heruntergeladen hat (irgendwie hängt alles mit allem zusammen). Viele Shops und Webseiten bieten auch Studenten-Rabatte an, was beispielsweise bei ASOS über die Uni eigenen Mailadresse läuft, anderswo muss man sich über eine Webseite anmelden, wie Student Beans. Und Spotify gibt’s auch für weniger. Möchte man auch im Ausland von den Rabatten profitieren, wie für Museen und Attraktionen und vieles mehr, kann man sich recht einfach einen internationalen Studentenausweis kaufen – an meiner Uni kostet er 12 Euro und ist für 16 Monate gültig.

Wenn man wie ich noch einen alten Papierlappen als Stundenausweis und Monatskarte hat, muss man sich zusätzlich eine Mensa-Karte verwenden. In Berlin befindet sich die sogenannte Campus Card noch in der Testphase und man muss extra beantragen, wenn man sie verwendne will. Es lohnt sich einen höheren Geldbetrag auf die Mensa-Karte zu laden, denn die Schlange vor dem Aufladeautomaten ist so ziemlich das ganze Jahr lang ziemlich lang. Bei mir kann man die Karte nicht nur in der Mensa aufladen, sondern auch in der Bibliothek (habe ich Ende des 2. Semesters herausgefunden), wo die Schlange bedeutend kürzer ist. Die Mensa meines Campus‘ ist nicht mein liebster Ort zum essen, besonders weil es dort oft überfüllt und hektisch ist. Ich möchte niemanden dazu motivieren, 15 Minuten vor Vorlesungsende sich herauszuschleichen, nur um die Schlange zu meiden, denn manchmal wird genau am Ende noch mal etwas wichtiges gesagt. Meine Lieblingsmensa  (Mediziner-Mensa des Campus Nord) liegt nicht auf meinem Campus, aber ich gehe gerne in einem Freiblock dorthin. Das tolle ist auch, dass man mit der Mensa Karte die Mensen der anderen Berliner Unis mitbenutzen kann, was die eigene Mobilität deutlich erhöht.

Mobilwerden durch Tablet und /oder Laptop. Ich dachte wirklich, ich würde es auf meine Oldschool Variante schaffen und ich bin noch immer überzeugt, nicht mittippen zu müssen, in den Vorlesungen, sondern zu schreiben, weil ich so effektiver lerne – allerdings Freiblöcke und Pausen kann man mit dem Laptop wirklich produktiver gestalten. Ich habe viele gesehen, die neben einem Laptop ein Tablet mitbringen und es wurde mir von ein paar Dozenten wärmstens empfohlen, mir ein Tablet zuzulegen. Es ist leider alles eine Geldfrage, aber wer sich vor dem Studium fürs Studium einen Laptop zulegen will, dem kann ich wärmstens empfehlen auf Akkuleistung und Gewicht zu achten. Letztendlich habe ich mich schließlich für ein 2 in 1 Gerät entschieden und bin bisher sehr glücklich damit.

Begriffe wie Regelstudienzeit, Stipendium, Hochschulsport, Fachschaftsrat etc werden einem um die Ohren geworfen: Es lohnt sich, sich grob damit zu beschäftigen und sich mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen vertraut zu machen, aber ob man daran teilnehmen muss, wie an Sport ,oder alles schafft in Regelstudienzeit stellt sich sowieso erst über die Zeit heraus: Warum sich also von so etwas verunsichern lassen?

3. Ein paar andere Sachen, die ich anderen ans Herz legen möchte

  • Unbedingt die Bibliothek kennenlernen und Recherche Fähigkeiten verbessern
  • Mit höheren Semestern quatschen und einfach zu hören
  • Die Studien- und Prüfungsordnung ganz gründlich lesen
  • Nicht davor scheuen, andere anzusprechen – schließlich sind gerade in den Einführungsveranstaltungen alle im selben Boot
  • Ausschauhalten nach Verteilunsgtagen der Campus Tüte für ein paar gratis Goodies, wie Ovomaltine
  • Nicht zu viele Kurse besuchen (auch wenn es im Vergleich zu Schule nach wenig aussieht, es ist wirklich viel)

 

4. Sozial Werden

Möglich durch Campus- und Kneipentour, wie Ersti-Fahrt. Diese Enden bekanntlich mit viel Alkohol und sind nicht unbedingt etwas für jedermann. Die Einführungstage sind die entspannte Variante, um andere kennenzulernen, denn spätestens in der Vorlesungszeit sind alle so gestresst, das niemand mehr Zeit für so was hat und wie meine Erfahrung aus den letzten zwei Semestern gezeigt hat, studiere ich auch nicht, um die Freunde fürs Leben zu finden. Aber die Einführungstage sind schon vorbei? Macht doch nichts. Wie so oft im Leben ist es so: Wenn man es zwanghaft will, bekommt man es nicht oder zumindest ganz selten. Es gibt etliche Uni-Partys, die in den nächsten Wochen auftauchen werden – ich habe gemerkt, dass ich weder eine Partygängerin bin noch dass es so wichtig ist. Da kommt ein schöner Anglizismus ins Spiel: FOMO (Fear of Missing out) und ich bin überzeugt, dass man sich definitiv schützen muss, denn bei all den Parties, Veranstaltungen, Treffen und Demos, die es zur Auswahl gibt, kann man sich sehr einschüchtert fühlen: Muss ich da mitmachen? Und am Ende kommt das eigentliche Studieren zu kurz.
Und Sozial Werden heiß auch: Wenn deine Freunde oder dein*e BeziehungsparterIn, wo anders studieren (ob Stadtintern oder nicht) trefft euch, denn die beste Methode bei diesem ganzen Uni-Stress nicht verrückt zu werden, ist durch Leute, die einem gut tun (und vielleicht an die schönen, stressfreieren Schulzeiten erinnern). Rückblickend sehe ich, dass ich mir einen hohen Eigendruck gemacht habe, möglichst allen zu gefallen und einen guten Eindruck zuhinterlassen, so dass ich zwischenzeitlich vergaß, das es darum  in erster Linie um mich geht.

Und dann kommen noch die coolen Blender, die einem erzählen, dass sie vor dem Studium in Afrika waren und 1,0 haben und diese Studiengang eigentlich nicht das ist, was sie können, aber neue Herausforderungen lieben – einfach weghören und nicht einschüchtern lassen. Ich habe in meinem Beitrag zu meiner Uni-Erfarung lang und breit darüber gesprochen, deshalb werde ich diesbezüglich nicht in die Tiefe gehen., aber wen es interessiert, der kann hier nachschauen.
Es ist fast schon peinlich zu sagen: Ich habe in meinem letzten Studiengang zwei KommilitonInnen gehabt, mit denen ich gut klar kam aber bei weitem nicht eng befreundet war. Es ist wirklich wohltuend mal kurz ein bisschen zu quetschen und nicht über etwas wie Statistik nachdenken zu müssen. Ich will nicht sagen, dass Freunde und eine Clique an der Uni zu finden, überbewertet ist, keineswegs ist es so und es ist wichtig, sich nicht abzukapseln, aber man sollte sich gleichermaßen meiner Meinung nach nicht verrückt machen,wenn man nach zwei Wochen nicht die „ultimativen Sqaud Goals“ hat. In meinem neuen Studiengang bin ich viel schneller auf sympathische, offene Leute getroffen, was nur beweist, dass es auch eine Glücks- und Zufallssache ist.

Und wenn’s nicht perfekt läuft: Ideales Zeichen, das man ganz normal ist.

5. Ein paar Tipps zum Vorbeischauen:

Habt ihr noch Tipps und Ideen? Was waren eure Erfahrungen als Erst-Semester? Ich freue mich auf Kommentare!

Love, Katha

10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

Es ist schon einige Wochen her, dass ich meine letzte Prüfung hinter mit habe und die letzte Vorlesung überlebte. Ich glaube ohne Einschränkung sagen zu können, dass mich mein Sozialwissenschaften-Studium der letzten 2 Semester nicht nur ziemlich gequält hat, sondern auch einiges gelehrt. Ich möchte diese Erfahrungen hier teilen, zum einen als kleinen Reminder an mich selbst, zum anderen hoffe ich, jemanden da draußen, der vielleicht unglücklich mit seinem Studium ist oder nächstes Semester das erste Mal die Uni-Bank drücken wird, ein paar Ratschläge geben zu können.
Zuletzt sei gesagt: Ich habe kein Erfolgsrezept, ich habe nicht mal eine Ahnung, wie man Uni-Erfolg kocht, allerdings denke ich, ein gesundes Uni-(Selbst)Bewusstsein ist ein großer Schritt, um erfolgreich(er) zu werden. Ein kleiner Disclaimer: Es geht hier um meine individuelle Erfahrung und meine Eindrücke nach 2 Semestern, ich möchte nichts verallgemeinern, nichts in den Dreck ziehen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, Uni sei schlichtweg nur schlecht.

Ich und die Anderen

1. Vergleich dich nicht mit anderen – Ganz dick hinter die Ohren schreiben! Und nicht nur wissen, sondern auch praktisch anwenden. Vergleiche, wenn sie nicht mit einem selbst und den eigenen Leistungen sind, können einen echt vergiften und ein schlechter Anreiz sein. Schließlich lernt man für sich selbst und nicht, um besser zu sein als XY.

2. Zwischen Blendern und Lotterlebenstudenten. Jung, voller Hoffnung, frisch aus der Schule mit gutem Abi geht’s in Studium. Man hofft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, endlich mal etwas Anderes zu lernen als in der Schule, hofft auf mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei traf ich schnell auf zwei Stereotypen, von denen man sich absolut nicht irritieren darf, was mich erstmal eine gewisse Zeit gekostet hat. Einerseits gibt es die scheinbar perfekten Studenten, die nur 1,0en kassieren und sagen, wie leicht Uni doch sei, dabei noch Yoga machen und Spanisch lernen und natürlich im Studi-Rat sind und stets gut drauf, beliebt und es wirkt, als könnten die alles schaffen – was einen hart trifft, wenn man genau dieser Mensch wäre. Mich hat es in eine Verzweiflung geschürzt: Wie bekommen sie das hin? Und wieso schaffe ich das nicht? Die Wahrheit ist, es gibt wahrscheinlich nur sehr sehr wenig Menschen, die sofort alles können. Schön für sie.

Vom zweiten Typen sind die Noten relativ unbekannt, aber um die geht’s vorrangig nicht. Es ist dieser Typus Studierende*r, wo man ständig mitbekommt, dass dieser Mensch zwischen einem Club und dem anderen pendelt, die coolsten It-Pieces trägt und ach so viel Spaß hat – ganz schön frustrierend, während man drei Stunden lang zu Hause die komplizierte Vorlesung nachbereitet hat. Das Problem ist ähnlich, was in der Schule schon auftritt, aber mir scheint, hier ist es viel stärker (vor allem, weil man am Anfang niemanden wirklich kennt): Ich habe mich beeindrucken lassen, irritieren lassen, was einen einfach nur runterzieht. Es geht nicht um die anderen, es geht um mich – deshalb darf man sich einfach nicht davon emotionaliseren lassen, wenn die anderen scheinbar alles besser machen.

3. Einen kleinen Schock bekommt man- wenn man wie ich an einer großen Uni studiert, wie voll es anfangs ist. Selbst wenn ich 25 min vor Vorlesungbeginn (akademisches Viertel miteinberechnet) da war, bekam ich anfangs nicht unbedingt einen Platz im Hörsaal. Manche Kurse sind bewusst mit kleineren Hörsälen ausgestattet, war mein Eindruck. Nicht erschrecken: es werden weniger, vor allem in den unbeliebten Kursen habe ich das Früh bemerkt (*kleines Husten* Statistik). Der zweite, viel beunruhigende Gedanke, der sich mir erschleicht, ist das Prinzip des Aussiebens. Da versucht man, mit dem System Uni klarzukommen und schon beginnt das Aussieben in der Klausuren mit Prüfungen, mit Lernausmaß des Abitur und mit Anforderungen, die man zweitlich nicht bewältigen kann (scheint mir). Vielleicht ist es Verschwörung, aber gerade an großen Unis, wo knapp 200 Leute im Monobachelor studieren und dann vielleicht noch 80 im Kombibachelor, sollen es weniger werden.

Wie Uni ist und wie ich (nicht) klarkomme

4. Uni ist nicht wie Schule. Wahrscheinlich ist dieser Punkt unglaublich offensichtlich. Ich glaube dennoch, es ist ein Unterschied, das theoretisch zu wissen und es dann praktisch es am eigenen Leibe erfahren zu müssen. Dazu zählen besonders diese zwei Punkte:  Einsamkeit und Anonymität an einer großen Uni sind Alltag. Keiner interessiert sich scheinbar für einen und man kann von Glück sprechen, wenn in einem kleinen Seminar der Dozent gewillt ist, Namen zu lernen. Es ist eine große Umstellung, nachdem man 12 Jahre (in meinem Fall) Lernanstalten als etwas Soziales erlebt hat. Mit ein bisschen Glück lernt man auch sehr angenehme Menschen kennen – aber es dauert, bis man angekommen ist, ein eignes Tempo entwickelt und sich an die neue Situation gewöhnt. Das können Monate sein und das ist total okay.

5. Vorlesungen sind nicht für jeden und jede Vorlesung ist anders. Es gibt Dozenten und Dozentinnen, die anstatt 90 Minuten auch gerne mal 110 reden, dabei 60 PowerPoint Folien oder mehr verwenden, die gnadenlos voll sind (keiner von denen hätte die 5. Prüfungskompontene im Abitur in Berlin bestanden) und sie einfach nur vorlesen, aber sie wenigstens nach der Vorlesung hochladen – das sind Vorlesungen, die man de facto nicht besuchen muss. Dann gibt es Kandidaten und Kandidatinnen, die überhaupt nichts hochladen und nur nette Bildchen von alten Soziologen auf die Folie klatschen. Ebenfalls schockiert haben mich Vorlesungen, in denen schlichtweg nur die Meinung der oder des Dozierenden gepredigt wurde, die total zerstreut und ohne roten Faden waren, mit Leuten, die Deusch mit einem starkem Akzent sprachen, an den man sich erstmal gewöhnen musste.

Kurzum, ein absoluter Alptraum, für jeden, der einfach nur Wissen pädagogisch wertvoll vermittelt bekomemn möchte. Die Schlüsse, die ich aus diesem Vorlesungswahnsinn gezogen habe, sind folgende:

  •  Selbstständigkeit will früh gelernt sein
  • Man muss anders (ich habe leider auch noch nicht ganz herausgefunden wie), deutlich mehr und systematischer lernen. Manchen hilft es, sich in die Bibliothek zu setzten, da dort alle lernen und der Ablenkungsfaktor niedrig ist.
  • Lerne deinen Rhythmus (wie viel Vor-/Nachbereitung notwenig ist und wann du Pausen brauchst. Durchatmen und kleine Freuden sind sehr wichtig) und tritt dir in den Arsch!
  • Rechtzeitig anfangen und auch rechtzeitg aufhören, denn meiner Erfahurng nach funktionieren trockene todlangweilige schlechtgehaltene Vorlesungen ohne Schlaf nicht besonders
  • Nachbereitung ist alles! Oder kurz: Fleiß, Fleiß, Fleiß
  • Manchen helfen Lerngruppen, andere lernen besser allein und abgeschottet

6. Es ist frustrierend, wenn man gut in der Schule war und nicht genauso gut in der Uni ist. Für mich ist dies ein harter Schlag. Mir ist zwar in der Schule nicht alles zugeflogen und ich musste lernen – für manche Fächer mehr für anderen kaum – aber ich bekam auch in der Oberstufe gute Noten und ich habe ein gutes Abitur, ich verließ Schule im Glauben einigermaßen klug zu sein und zu wissen, wie man lernt. Und dann kam Uni und Bullimie-Lernen und ich fühlte ich, als wäre ich die dümmste Person, die dieses Studium jemals angefangen hat – und da scheinbar alle so gut klar kamen (s.o.), setzte mich das unheimlich unter Druck, aber irgendwann hörte ich bewusst auf, über die anderen nachzudenken und zu überlegen, wie ich das gut bewältigen kann und es hat geholfen.

7. Uni ist nicht für jeden was. Nicht jeder ist ein Uni-Typ und nur weil man ein 1,4er Abi (oder besser) hat, ist man nicht dazu verurteilt zu studieren. Ich habe sogar den Eindruck, so wie Uni heute läuft, dass sie gegen einen gerichtet ist, aussieben will und nicht Wissen an möglichst viele, sondern an eine Art Bildungs-Elite vermitteln will. Ein Kampf, bei denen am Ende einige übrig bleiben. Und man soll mit 16, 17, 18 oder 19 (oder älter) schon bereit und nicht mehr zerbrechlich sein? Eiskalt robotermäßig lernen und mit Bravour und Leichtigkeit durchtanzen?  Ich glaube übrigens auch, dass wenn man wirklich das studiert, wonach man sich sehnt und wo die eignen Stärken und Kompetenzen gut ausgeschöpft werden, man das wirklich kann. Aber dazu muss man erstmal „das richtige“ studieren und für mich war dies der Punkt, wo ich ansetzten musste.

Der seelische Faktor

8. Es ist in Ordnung, überfordert zu sein – besonders anfangs. Stundenplan erstellen, die ganzen neuen Räume finden, mit den ganzen neuen Leuten klarkommen (und sich nicht von Ihnen beeindrucken lassen), die Vorlesung vor- und nachbereiten, die gesamte Pflichtlektüre lesen, zwischen den Vorlesungen von der Mensa zu einem anderen Campus hetzten, Thesenpapiere wöchentlich abgeben, später vielleicht seine erste Hausarbeit bewältigen und eventuell noch ein soziales Leben führen und vielleicht sogar nebenbei Arbeiten. Oh Gott, wie soll das gehen? Und warum sehen alle so entspannt aus? Erstmal durchatmen. Zweitens, nicht blenden lassen. Drittens: Es ist okay. überfordert zu sein. Es ist mehr als normal und meistens, wenn man einen der Komiliton*innen näher kennenlernt, wird man feststellen, dass es anfangs nicht so vielen leichfällt, wie es der erste Wimpernschlag glauben lässt. Aber noch viel wichtiger: Warum interessiert einen das denn bitte? Ich glaube, im Grunde genommen, lässt sich das herunterbrechen auf meine Hauptaussage in diesem ganzen Gedankengewusel, die ich schon mehrmals angemerkt habe und die mir besonders wichtig ist: Ich vergleiche mich mit mir selbst, mir ist meine mentale Gesundheit wichtiger als die Topnoten und ich lasse mich nicht einschüchtern von dieser Masse an Menschen.

Ob der Leistungsdruck der eigene ist, weil man in der Schule so gut war und hier plötzlich nicht oder ob er ein Fremdeinfluss ist, ich glaube dieser Druck kann ab einer bestimmten Menge eher zerstörende als motivierende Einflüsse nehmen.

Während in der Schule sich tatsächlich noch jemand für dich interessiert hat und bestenfalls auf die zugegangen ist, um dir zu helfen, steht man hier ganz alleine da. Ich glaube, dass man zwar zusammen lernen kann (für die, die das gut können), aber das Klarkommen, sich nicht wahnsinnig machen, muss man ganz allein schaffen.  Regelstudiuenzeit ist meines Erachtens nach utopisch und teils echt grausam, Topnoten scheinen unerreichbar und über Zulassungskriterien und Noten für den Master will lieber niemand nachdenken. Wie war das nochmal mit dem nicht verrückt werden?

9. Wechseln heißt nicht Aufgeben. Manchmal merkt man es schon ganz früh, dass etwas nicht stimmt – irgendwie ist man unglücklich und vielleicht auch überfordert. Manchmal sackt die Überforderung ab, wenn man das Ersti-Dasein überlebt hat, manchmal nicht. Und dann kommt die Frage: Wechsle ich? Es liegt keine Schande darin.
Für mich haben sich ein paar red flags ergeben:

  • Bin ich motiviert dafür zu lernen? bzw. interessiert mich das im großen und ganzen?
  • Überwiegen die positiven Sachen im Studium die negativen?
  • Kann ich mir vorstellen, das als Master zu machen?
  • Fühle ich mir wohl?
  • Bin ich momentan überfordert oder dauerüberfordert?
  • Überkommt mich ein Gefühl von träumerischen Neid, wenn ich höre, das XY etwas bestimmtes studiert oder eine bestimmte Ausbildung macht?
  • Bin ich mit meiner jetztigen Situation glücklich?
  • Fühle ich mich krank, kann nicht mehr gut schlafen und fühle mich körperlich nicht in der Lage zur Uni zu gehen (weil mir davor graut)?

10. Ich vermisse die Schule. Ja, wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde. Die Schulzeit war so schön. Das Lehrpersonal kennt einen, interessiert sich (abhängig vom Menschen, aber meistens) für einen und seine Probleme. Man fühlt sich mehr oder weniger aufgefangen, hat einen Rahmen.

Es gibt sie aber auch: die inspirierenden, tollen, freundlichen und auch nach dem Kurs oder der Vorlesung ansprechbaren Dozenten, die einfach wissen, wie man Wissen vermittelt, die zur Diskussion anregen und zwar auch sehr fordernd sind, aber auf einem motivierenden Level. Ich bin ehrlich: ich hatte genau einen einzigen von dieser Sorte, aber er hat mein letztes Semester wirklich aufgewertet.

 

Zusammenfassend: Ich habe gelernt, dass ich mich nicht überarbeiten darf, dass ich nicht jeden Tag lernen kann, ohne mental durchzudrehen, aber auch, dass man wirklich rechtzeitig und früh anfangen muss, für eine Klausur zu lernen. 4 Wochen vorher sind empfehlenswert, auch wenn ich das Motivtaionstechnisch selbst (noch!) nicht geschafft habe. Ich möchte gut sein, ich möchte aber dafür nicht mit Anfang zwanzig ein chronisches Nervenleiden inklusive Rückenschmerzen und Reizmagen entwickelt haben. Ich lasse mich von den Blendern nicht beeindrucken und nicht von den Leuten verletzten, die mich ignorieren, obwohl wir in einer Gruppenarbeit sind. Ich bin mir selbst wichtig, ich will gut studieren, aber ich will auch noch nebenbei glücklich sein. Ich glaube nicht, dass man  etwas studieren sollte, wo man sich nicht in seinen eigenen Stärken wiederfindet. Zwar macht im Studium sicherlich nicht alles Spaß, aber doch ein paar Fächer. Ich glaube an mich und ich weiß, ich muss mir auch in den Arsch treten, um zu lernen, denn ich verstehe nicht alles sofort. Das ist wohl das wichtigste: Selbstvertrauen und Fleiß.

Was ich mich frage: Sind wir heute schlecht vorbereitet auf das Studieren, weil wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen mit unserem Leben als Frischabiturienten? Sind die Anforderungen noch menschlich oder sind wir zu bequemlich geworden, um für das Studium zu „kämpfen“? Und wie kann man effektiv und gut lernen?

Welche Uni Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man besser klar kommt, systematisch und gut lernt?

Love, Katha

Der*Die*Das Ersti: eine Studie

Moin Moin!

Ja, ihr habt richitg gelesen, heute geht es um Erstis, denn ich bin nun einer. Genauer gesamt, ein Erstsemester in dem Fach Sozialwissenschaften, welches Soziologie und Politikwissenschaft umfasst. Und weil in meinem sehr linken Studiengang viel Wert auf Gender gelegt wird, möchte ich schon beim Titel damit anfangen.

Nach dem Abitur war es keine leichtes Los, mich dafür zu entscheiden, was ich studieren möchte, allein, dass ich studieren wollte, stand ziemlich fest für mich. Ich wollte etwas Neues erfahren, in etwas eintauchen und sein Innersters verstehen und auch ein bisschen vergessen, dass ich bei der Universität der Künste Berlin abgelehnt wurde. Mangel an Talent hieß es. Erst war ich sehr verletzt, aber meine Gefüuhle haben sich verändert, vielleicht soll es so sein, dass ich mein Hobby nicht zu Beruf mache, und in der Abhängigkeit von meiner Kreativität zu leben, Brot zu erwerben, das bewundere ich lieber an Anderen.

Ständig wurde ich in denen letzten Woche gefragt, wie ich denn auf Sozialwissenschaften, liebevoll SoWi genannt, gekommten bin. Meist überkam mich ein Schmunzeln und ich gestand offen, dass ich eigentlich Bildene Kunst studieren wollte und nun eine andere meiner großen Interessen gewählt habe. Häufig begegnen mir verwunderte, ja skeptische Blicke, die das nicht glauben wollen. Ach Gott, die ist 18, die kann eh nichts wissen verrät das Funkeln in den Augen. Von Kunst auf SoWi, was ist das denn für eine? Weißt du überhaupt, was Politikwissenschaft ist?

Denn wenn etwas als eine feste Tatsache zu sagen ist (und ich habe in den letzten Wochen vieles über Theorien gehört!), dann dass der Altersdurchschnitt meines Studiengangs sich irgendwo Mitte 20 bewegt. Es schüchtert schon ein, denn noch nie in meinem Leben war ich so sehr ein Küken.

Aber was ist dieses Wesen, der Student, die Studentin – wahrscheinlich ist Studierende zu sagen, die praktischere Form -, was kennzeichnet sie?
In den letzten Tagen war ich viel in der Mensa und habe ein bisschen beobachtet. Meine Soziologie-Dozentin erklärte bereits bei der ersten Sitzung, dass es ein Seminar zu der Soziologie am Beispiel des Berghains gebe, sie sparch davon, als gäbe es nichts selbstverständlicheres, als ins Berghain zu gehen. Nun, ich … bin nicht im Berghain. Und ich wohne auch nicht in Kreuzköllnprenzlberg („Wie, du wohnst nicht in der Nähe? Das heißt ja, dass du voll lange fahren musst! Zieh doch inne WG!“)
Es gibt offensichtlich ein sehr spezielles Bild des Studenten, vielleicht auch des SoWi-Studenten. Ich versuche also herauszufinden, wie ich denn zukünftig zu seien habe.
Mein Alter stimmt schon mal nicht, meine Party-Orientierung (meine Party-Lust übrigens auch) offenbar auch nicht. Wie muss ich denn noch sein? Ach ja genau, politisch links!
Als ich an meinem ersten Tag in das Institutsgebäude kam, erwarteten mich vor allem zwei Sachen: eine Omnipräsens des werten Herrn Karl Marx und der Antifa. Sticker, Parolen, Jutebeutel mit roten, fünfzackigen Sternen sind nun mein neuer Alltag.

Stylemäßig sehe ich verschiedenes auf dem Campus: junge Hipster*innen, die selbst bei fünf Grad Außentemperatur in ihren Jeansjacken und schwarzen, dünnen Strumpfhöschen nicht frieren. Außerdem Alternative, mit „Kein Mensch ist Ilegal“-Pullovern, bunten Dreadlocks und Doc Martens. Fashionqueens, welche die neusten Trends aus Paris beim Anstehen in der Mensa modelhaft vorführen.
Ich, im überfüllten Hörsaal, sitzte dazwischen diesen in meinem grünen Holzfellerhemd und einer engen schwarzen Jeans und versuche von all den Eindrücken nicht auf ein mal überflutet zu werden. Bin… ich denn gut genug für SoWi? Zumindest mein Abidurchschnitt sieht das so. Manche scheinen hier so auf alles zu scheißen, dass sie selbst dadruch cool wirken, vielleicht sollte ich das auch probieren?

Halt stoppt. Dieser Welt dreht sich zu schnell, ich muss mich kurz sammeln!

Ich muss dabei nichts davon sein, nicht älter, was ich auch überhaupt nicht beeinflussen kann, nicht betrunkener, nicht demonstrierend, kein Ausbildungs-Hintergrund, kein Vorwissen über die nächsten Semestern SoWi.
Ganz konservativ fahre ich mit der Bahn zu Uni, versuche erstmal klar zu kommen und bin kein Vegetarier, habe keine WG und zwei Nebenjobs. Es ist so unfassbar schwer, sich nicht in den Sog dieser Erwartungen zu begeben.
Aber moment, dann bin ich ja in gewisserweise auch Alterntiv? Dann gehöre ich auch irgendwo dazu! Während ich diese Zeilen tippe, überkommt mich ein leises Schmunzeln, wie gut es doch tut, seine Gedanken zu sammeln.

Mich fragte neulich jemand, wie viele Menschen in meinem Studiengang wären, ich antwortete, dass es vermutlich um die 200 seien. Mein Gesprächspartner schumnzelte: „Vielleicht hast du noch nicht die richten Leute kennengelernt.“

Ich werde gerne weiterberichten von meinem „aufregenden“ Studentenleben.

Alles Liebe,
Katha