Lied der Weite

Autor: Kent Haruf
OT: Plainsong
DT: Lied der Weite
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (US)
Verlag: Diogenes
Preis: 24 Euro
ISBN: 978-3-257-07017-0
Länge: 384

Victoria ist siebzehn, als sie plötzlich schwanger wird und ihre Mutter sie aus Zorn vor die Tür setzt. Verzweifelt wendet sie sich an ihre Lehrerin Maggie, bei der sie eine Zeit lang wohnt, sich jedoch schnell Konflikte herauskristallisieren, weshalb Maggie versucht, die McPheron Brüder zu überreden, dass sie Victoria aufnehmen. Unterdessen bahnen sich beim Lehrer Guthrie ebenfalls Probleme an, als seine Frau ihn und ihre zwei Söhne verlässt.

Im Grunde genommen gibt es zwei Stränge: Den von der schwangeren Victoria und den von Guthrie uns seinen Söhnen, letzterer konnte mich leider nicht wirklich packen, zwar war der Konflikt sehr emotional, doch oft wirkten die Ausschnitte aus ihrem Leben eher abgehackt und vermittelten nicht sehr stark das Gefühl von Tiefe. Ich wusste nicht genau, was ich mit der Geschichte anfangen konnte, weil mir die Figuren keineswegs zusagten und es auch keine wirkliche Entwicklung gab, im Gegensatz zu Victoria und den McPheron Brüdern, die mir schnell ans Herz wuchsen.

Nachdem mich  „Unsere Seelen bei Nacht“ unglaublich begeistert und berührt hatte, freute ich mich natürlich zu sehen, dass es einen weiteren ins Deutsche übersetzten Roman Harufs geben würde. Ich möchte „Lied der Weite“ nicht unbedingt mit dem Vorgängerroman vergleichen, weil es sich nicht nur in der Figurenkonstellation und dem Inhalt, sondern auch vom allgemeinen Gefühl erheblich unterscheidet. Insofern ist es generell schwierig zu sagen, ob die beiden überhaupt vergleichbar sind. Allerdings kann ich sagen, um es vorwegzunehmen, dass mir Roman „Unsere Seelen bei Nacht“ im Gesamtbild besser gefallen hat.

„Lied der Weite“ ist ein ruhiger und bewegender Roman, mit leisen Tönen und einer manchmal drückenden Stimmung, wobei sich die Geschichte langsam nach und nach entfaltet. Insofern muss man mit dem Buch auch etwas geduldig sein, manchmal gibt es sicher lustige und spannendere Stellen, aber es geht meiner Meinung nach mehr um diese scheinheilige Kleinstadtidylle als Portrait, die Haruf hervorragend einfangen kann. Manchmal war ich mir jedoch nicht sicher, ob es melancholisch oder etwas langatmig ist. Man muss diesen speziellen Schreibstil Harufs mögen, sonst wird diese ruhige Art von Roman einem wohl nicht zusagen. Außerdem verwendet er, wie bereits in seinem  „Unsere Seelen bei Nacht“ bei wörtlicher Rede keine Anführungszeichen, was alles ineinander verwischen lässt, wie bei einem impressionistischen Gemälde. Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob ich es als Stilmittel manchmal gelungen und an anderen Stellen für Verwirrung stiftend empfinde. Zweifelsohne ist es gewöhnungsbedürftig und ich muss zugeben, ich präferiere wörtliche Rede mit Anführungszeichen.

Leider hatte ich bei „Lied der Weite“ öfter das Gefühl, dass die Geschichte etwas vor sich hinplätschert und es dauerte ein Weilchen, bis ich den Eindruck hatte, in der Geschichte zu sein. Was Haruf allerdings gut vermittelt, ist zweifelsohne das beengende Kleinstadtgefühl und die Konflikte, die mit diesem verbunden sind. Aus dieser Perspektive, und das ist auch der Punkt, in dem sich „Lied der Weite“ und „Unsere Seelen bei Nacht“ gleichen, ist der Roman hervorragend gelungen.

Zu guter letzt möchte ich mich bei der Seite Vorablesen und beim Diogenes Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken!

THE VERDICT: Zusammengefasst hat mir der Roman im Großen und Ganzen recht gut gefallen, konnte mich jedoch nicht so sehr begeistern wie „Unsere Seelen bei Nacht“ . Gerade bei diesem emotionalen Themen fehlte mir oft ein Tiefgang, ein stärkerer Einblick in das Innenleben der Figuren. Eher das Kleinstadtgefühl als die Figuren blieben bei mir als nachhaltige Eindruck, was schade ist, weil es einige tolle Charaktere gibt. Alles in einem ist es ein solider Roman, allerdings kein herausstehender. 6,5 von 10 Sternen

Love, Katha

 

Advertisements

Belgravia

Autor: Julian Fellows
OT: Belgravia
DT: Belgravia
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2016
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 19.99 Euro
ISBN: 978-3-570-10324-1
Länge: 448 Seiten

Vom Drehbuchautor der Serie Downton Abbey

Die Familie Trenchard, geführt von dem ehrgeizigen Bauleiter James Trenchard, befindet sich im Jahr 1841. Als vor 25 Jahren die Tochter Sophia bei der Geburt ihres unehelichen Sohnes Charles stirbt, versucht das Paar Trenchard alles, um den Ruf der Tochter zu beschützen und gibt das Kind weg. Doch als jetzt Anne Trenchard bei einem Nachmittagstee die Mutter des im Krieg gefallenen Vaters ihres geheimen Enkels trifft, beschließt sie, dass sie ihr Geheimnis nicht länger ungeteilt lassen kann – und damit gerät der Stein ins Rollen.

Vermutlich gehöre ich, wie viele Leser dieses Romans, zu den großen Downton Abbey Fans, die gespannt waren, was Drehbuchautor Julian Fellows noch zaubern kann. Bereits beim Lesen des Klappentextes wurde mir schnell klar, dass es gewisse Ähnlichkeiten mit der preisgekrönten Serie haben würde – besondern in Hinblick auf die Upstairs-Downstairs-Perspektive.

Ein großes Lob geht an die wunderbare Covergestaltung: Ein schlichtes, aber auch edles Design welches das noble Belgravia Viertel in London mit Passanten und Kutschen darstellt und zweifelsohne ein Blickfang ist, der mich angelockt hat. Andererseits muss ich sagen, dass die gebundene Ausgabe des Buches recht dicke Seiten hat und sich das Buch als etwas schwerer erweist, als erwartet.

Julian Fellows hat einen angenehm leichten und etwas blumigen Schreibstil, der besonders die Dialoge sehr angenehm zu lesen macht – sehr lebhaft und spritzig. Ganz deutlich wird auch Fellows jahrelange historisch-gesellschaftliche Expertise nach Downton Abbey, aber auch seinen beiden anderen Romanen „Eine Klasse für sich“ und „Snobs“, so dass er hervorragend das dekadente Leben des Hochadels, die Fauxpas der Emporstrebenden und die Lästereien unter den Dienstboten einfangen kann und ein bisschen an „Vanity Fair“ erinnert. In diesem Punkt hat mich Belgravia gut überzeugt, da ich schon enige Bücher in dieser Periode gelesen habe, war ich positiv überrascht: es wirkt historisch wirklich gut authentisch. Natürlich erkennt man auch eine starke Analogie zu Downton Abbey.

Die Figuren hingegen sind sehr unterschiedlich: Manche sind sehr eindimensional und es wird sofort klar, ob sie böse oder gut sind und dass sich dies innerhalb des Romans nicht ändern wird.  Diese klassische Besetzung vom Sweetheart, der Zofe, die sich für etwas besseres hält, den verwöhnten reichten Kindern und dem Schurken macht den Roman in Teilen wirklich kitschig. Natürlich mag ich den Roman nicht die ganze Zeit mit Downton vergleichen, aber was mir in der Serie durchaus gefallen und hier gefehlt hat, war dass auch mal das „Böse“ eine gewisse Oberhand hat und es auch dunkle Episoden gab.

Andererseits gibt es durchaus ein paar Figuren, deren Charakter sich ändert und entwickelt, zwar um keine 180 Grad Drehung, aber etwas  und die mir recht sympathisch geworden sind. Doch wie bei den Figuren, fehlt mir auch in der Storyline öfters die Tiefe: Die Handlung spielt häufig an der Oberfläche und wirkt manchmal trotz der blumigen Sätze ein wenig wie ein Drehbuch. Nach längerem Überlegen wurde mir auch klar, wie ich dieses ambivalente Gefühl zu diesem Buch am besten ausdrücke: Die Gesichte ist mehr eine Strandlektüre als ein satter Roman, aber ich denke, dass sie in den Händen von ein paar Darstellern und Darstellerinnen zu noch besserem, tieferem und emotionaleren Material werden können. Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, da ich in der Geschichte Potential erkenne und sie mich manchmal wirklich mitreißen konnte, aber das gewisse Etwas (vielleicht auch das gewisse „Dunkle“) fehlt. Tatsächlich wäre ich sehr neugierig, wie „Belgravia“ filmisch umgesetzt seien würde, weil ich überzeugt davon bin, dass es mehr aus der an sich ganz interessanten Story machen könnte.

Zu guter letzt möchte ich mich beim Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitsstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken.

THE VERDICT: Eine nette, unterhaltende und leichte Lektüre mit guter historischer Exertise, die sich flott lesen lässt, aber meines Erachtens als Film mehr Wirkung hätte entfalten könne, statt in Form eines Romans. Leider fehlte mir die ausreichende Tiefe. 6 von 10 Sternen

Love, Katha

Tiefe Melancholie

Autor: Charlotte Brontë
DT: Jane Eyre. Eine Autobiografie
OT: Jane Eyre. An Autobiography
Genre: Klassiker, Liebesgeschichte
Ersterscheinung: 1847
Verlag: dtv
Preis: 9.90
Länge: 656 Seiten
ISBN: 978-3423143547

Zunächst möchte ich sagen, dass sich meine Rezension zu großen Teilen auf den Inhalt des Romans konzentriert, ich in Teilen aber auch diese Ausgabe bewerte. Wie bei vielen Klassikern, kann man auch Jane Eyre in unterschiedlichsten Ausgaben und Übersetzungen erhalten.

Charlotte Brontës Roman erzählt die Geschichte des Waisenmädchens Jane Eyre, welches eine triste Kindheit bei ihrer Adoptivfamilie erlebt und schließlich fortgeschickt wird auf eine strenge Mädchenschule. In Lowood erlebt Jane Eyre eine Welt aus Sparsamkeit, Demut und wird in dieser aufgezogen zu einer stillen, tüchtigen Person. Als sie schließlich die Schule verlässt, um die Stelle als Gouvernante anzutreten, ahnt sie nicht von den Konsequenzen. Die ersten Monate auf Thornfield Hall verlaufen ruhig, Jane fühlt sich zum ersten Mal in ihrem Leben wohl und am richtigen Platz. Doch als eines Tages der Hausherr Mr. Rochester eintrifft, verändert sich alles.

IMG_0826.JPG

Es gibt manche Bücher, von denen geht ein ganz gewisser Zauber aus, Geschichten, die es schaffen etwas mit mehrdimensionalen Charakteren und einer wunderschönen Prosa in einem erblühen zu lassen. Jane Eyre von Charlotte Bronte ist eines dieser unglaublich schön geschriebenen Bücher, die einen selbst nach dem Lesen noch immer beschäftigen.
Vor ein paar Jahren sah ich das erste Mal den Film zu Jane Eyre mit Mia Wasikowska und Michael Fssbender (Rezension hier!) und war von der Weise der ruhigen,verwunschenen Melancholie total angetan. Entsprechend nahm ich mir vor, den großen Klassiker zu lesen – es sollte nicht lange dauern, dass ich mir die wunderschöne dtv Ausgabe zu legte, aber noch ein ganzes bisschen, bis ich tatsächlich zu lesen anfing.

Zugegebnerweise habe ich etwas länger gebraucht, um mich wirklich in den Roman hineinzufühlen, mehre Male legte ich das Buch für Wochen weg, besonders auf den ersten 100 Seiten packte mich keineswegs die Begeisterung – andererseit waren es genau die tristen Zeit Janes, die so verdammt authentisch waren, dass es grausam traurig war, von der schreienden Ungerechtigkeit, die ihr widerfährt, zu lesen. In mancherlei Hinsicht, ist dieses Buch nicht leicht zugänglich. Als es dann weg von Lowood ging, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen und war hin und weg, Jane wurde immer mehr zu einem wirklichen, greifbaren Charakter, den ich bewunderte! Teils lässt Charlotte Brontë den Leser richtig zappeln, es ist fast schon seltsam, wie spannend ein Liebesroman werden kann.

Ich muss zugeben, dass ich absolut begeistert bin, vor allem die romantischen Szenen, die ich im Film bemängelte, ließen mein Herz beim Lesen höher schlagen, als könne ich selbst in die dunklen, geheimnisvollen Augen von Mr Rochester sehen und bekäme augenblicklich Gänsehaut.
Eine weitere Sache, die mir unglaublich gut gefallen hat, waren die Charaktere, insbesondere Jane Eyre, die von einem rebellischen Kind zu einer sehr zurückhaltenden Dame wird, aber nie ihr Mundwerk mit bissigen, klugen Kommentaren verliert. Sie besitzt eine gewisse Wandlungsfähigkeit, scheint aber eher mit dem Buch zu lernen, ein stärkerer Charakter zu werden. Zu dem besitzt Charlotte Brontë einen unglaublichen Geist, eine Art Weitblick – ich hatte beim Lesen gar das Gefühl mit einer sehr intelligenten jungen Dame zu sprechen, die für ihre Zeit tatsächlich emanzipiert ist. Doch nicht nur Jane Eyre, sondern sämtliche andere Charaktere werden detailgetreu gezeichnet und gewinnen durch Janes Ich-Perspektive noch mehr Fülle durch ihre Kommentare und Beobachtungen.

Was auf den ersten Blick etwas befremdlich schien, war die religöse Komponente, die allerdingt in Anbetracht der Zeit, in welcher der Roman spielt, keineswegs überraschend ist. Diese wird vor allem auf Janes „Reise“ im letzten Teil des Buchs betont, zeugt gleichzeitig aber auch von der enormen Vielfältigkeit des Romans.

Ein großer Pluspunkt ist, dass der Roman wunderschöne Beschreibungen von Räumen, Landschaften und Personen enthält, die das Buch förmlich zum Gedankenkino werden lassen. Natürlich – wie auch bei fast jedem Klassiker – gibt es Momente, da sind diese fast schon zu romantisch und man wünscht sich mehr wörtliche Rede, die kommt zum Glück aber auch nicht zu kurz. Meiner Meinung nach leben diese Romane allerdings auch von dieser prosaischen Kraft, präzise beschreiben zu können.

Zu dieser Ausgabe: Zum ersten möchte ich diese wunderschöne Ausgabe, die nun neben anderen Klassikern mein Bücherregal ziert, loben. Das Format ist in eine Art Stoff gebunden, dennoch ein sehr handlichen Taschenbuch. Für manche mögen die Buchstaben möglicherweise etwas klein gedruckt sein, ich empfand es nicht als störend. Zur Übersetzung ist mir aufgefallen, dass der Stil teils recht modern klingende Wörter verwendet und dadurch der Roman recht frisch und flüssig lesbar daher kommt. Wie bei jedem Klassiker empfielt es sich natürlich, dass jeder, der kann, dieses Meisterwerk im Original liest. Alles in einem also sehr gelungen und einem mehr als gutem Preis. Ich bin ehrlich begeistert und würde mich freuen, wenn der dtv zu mehr als nur Jane Austen und den Bronte Schwestern so tolle Ausgaben zaubern würde!

THE VERDICT: Ich muss nicht viel mehr sagen, als dass ich dieses Buch liebe, denn es hat mich verzaubert durch seine Charaktere und den wunderbaren Schreibstil, da verzeiht man auch gerne ausufernde Landschaftsbeschreibungen. Nun ist es eines meiner Lieblingsbücher. Unbedingt lesen! 10 von 10 Sternen.

Love, Katha

Es gibt kein Erbarmen

https://i1.wp.com/buchundhaltung.ch/buchundhaltung/2010/01/adler-olsen-Erbarmen.jpg

Autor: Jussi Adler-Olsen
DT: Erbarmen
OT: Kvinden i buret
Genre: Thriller
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2009
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 432 Seiten
ISBN: 978-3423212625

Der erste Fall für Carl Mørck

Als die dänische Politikerin Merete Lynggaard 2002 wie vom Erdboden verschluckt wird, bleiben die ratlosen Ermittler vor einem schwierigen Fall – der ungelöst in die Akten geht. Fünf Jahre später wird durch die Regierung veranlasst ein Sonderdezenat gegründet, um alte Fälle aufzurollen, den Job erhält der wieder in das Berufsleben findende Carl Mørck und stellt schon schnell fest, dass Lynggaards Verschwinden kein Selbstmord war.

Diese Geschichte ist der absolute Albtraum einer Frau: Eingesperrt in eine dunkle Druckkammer, über Jahre hinweg gequält. Der Plot teilt sich in zwei Stränge auf: zum einen die Sichtweise der entführten und leidenden Merete, auf der anderen Seite der etwas griesgrämige Kommissar Carl Mørck, so dass der Fall für den Leser nach und nach aufgerollt wird, kleine Hinweise gegeben werden und man sehr gut nachvollziehen kann, wie sich das Ereigniswirrwarr zu einem logisch-grausamen Konstrukt ergibt.
Denn wie der Titel „Erbarmen“ unschwer erkennen lässt, ist dies kein einfacher Thriller. Es ist absolute Grausamkeit, sowohl körperlich brutal, als auch psychologisch und absolut nichts für leicht besaitete.
Und dennoch, so sehr es den Leser auch quält, was das Opfer Merete durchmachen muss, kann man kaum loslassen von diesem Roman. Besonders schrecklich in Erinnerung geblieben ist mir die Szene, in der Merete Zahnschmerzen hat und ihre Entführer ihr durch eine Art Schacht eine rostige Zange hochschicken – denn das Opfer, obgleich sie sich in der blinden Dunkelheit befindet, wird beobachtet und sobald sie etwas falsches tut, zieht das Konsequenzen, wie z.B. dass der Druck im Raum erhöht wird.
Ich glaube, man kann es kaum anders sagen als grausam und pervers – und dennoch so schrecklich fesselnd, denn der Glaube an Gerechtigkeit und diese Kraft Carl Mørcks stecken an, man hofft unentwegt und fiebert mit Zähnen aufeinandergebissen auf eine Lösung hin. Denn warum bzw. wofür muss Lynggaard leiden?

„Erbarmen“ lebt nicht nur durch die Storyline, sondern auch seinen urigen, etwas eigenen und nicht immer so sympathischen Ermittler – der im Laufe des Romans Unterstützung durch den sehr lustigen Assad erhält. Ein sehr gegensätzliches, aber tolles Paar!

THE VERDICT: Dieses Buch ließ mich nicht in Ruhe und noch viel schlimmer, mir stockte gar der Atem. Ich bin selbst erschrocken, wie mich etwas so Böses, Ekeliges begeistern kann und so muss ich nur sagen, dass ich „Erbarmen“ wirklich empfehle – allerdings nicht als Einschlaflektüre! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

His Dark Materials I

tumblr_inline_mwkppfJFqT1qj4c08

Autor: Philip Pullman
OT: Northern Lights
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130224
Länge: 375 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Goldene Kompass“ erschienen.

Lyra und ihr Dämon Pantalamion leben in Oxford am Jordan College ein unbeschwertes Leben, bis plötzlich nach und nach Kinder von einer mysteriösen Organisation entführt werden – keiner weiß, wovon oder weshalb. Gleichzeitig erreicht die Welt der Wissenschaft einen neuen Höhepunkt: die Erforschung des geheimnisvollen und gefährlichen Staubs, wie Lyra bei einem heimlichen Gespräch mitbekommt. Doch als auch ihr bester Freund verschwindet, offenbart sich Lyra ist ein mutiges Mädchen und stützt sich in ein aufregendes Abenteuer, welches sie in eine fremde Welt bringen wird – die des hohen Nordens.

Die Geschichte der kleinen Lyra wird zwar aus der dritten Perspektivegeschrieben, dennoch wird man häufig Teil der sehr intelligenten Gedankenwelt Lyras, versucht mitzugrübeln und ist somit stets ganz dicht beim Geschehen. Es ist unfassbar, wie sehr man in die Handlung fällt, wie man das Buch kaum loslassen kann, weil es nie langweilig wird, die Handlung spinnt sich von selbst fort und stets passiert neues, unglaubliches. Dennoch ist es manchmal ganz schön erschreckend, was sich das junge Mädchen traut, vielleicht auch etwas wahnwitzges jemand so junges als Hauptfigur zu bestimmen.Gleichzeitig empfand ich eine unglaubliche Freude, sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Zur englischen Ausgabe ist zu sagen, dass es wundervoll geschrieben ist, ein reicher Wunderkorb von Adjektiven, so dass man die Kälte des Nordens fast schon auf der eignen Haut spürt, das Brüllen der Eisbären in der Ferne zu hören glaubt. Eine wunderschöne, brilliant ausgelegte Parallelwelt, ähnlich zu unserer, entsteht. Interessant sind auch die Parallelen zu der eben unseren, die Rolle von Kirche in der eigenen Welt im Kampf mit der Wissenschaft nachzuvollziehen. Oder die faszinierende Idee von Dämonen – zwangsläufig fragt man sich schnell, was für einen man selbst hätte. Nicht umsonst gewann Philip Pullmans phantastisches Meisterwerk die höchste Kinderbuchauszeichnung, den Astrid-Lindgren-Preis. Und doch ist es nicht nur ein Kinderbuch, durch die clevere Geschichte und die Motivation, die Handlung zu reflektieren, vielleicht auch, wie an selbst gehandelt hätte, hat es sich längst zum Roman für alle etabliert.

THE VERDICT: Ein herrlicher, spannender Roman, der garantiert nicht nur für Kinder, sondern alle Abenteuerlustigen geeignet ist und einfach Spaß bei Lesen macht! Die Sprache ist angenehm, bildlich und gleichzeitig bezaubernd vielfältig. Ich konnte es kaum aus der Hand legen! Deshalb 10 von 10 Sternen.

Love, Katha


Bild verwendet im Beitrag:
Cover

Ein verworrenes Engelsspiel

Autor: Carlos Ruiz Zafón
DT: Das Spiel des Engels
OT: El juego del Ángel
Genre: Mystery
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2008
Verlag: Fischer Verlag
Preis: 10,95 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3596186440
Länge: 720 Seiten

Barcelona in den turbulenten Jahren vor dem Spanischen Bügerkrieg. Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauerromanen, als er einen mit dem Zeichen des Engels versiegelten Brief erhält. Der mysteriöse Verlger Andreas Corelli macht ihm ein unwiderstehliches Angebot. Bald kämpft David um sein Leben – und um seine Liebe.

Der Protagonist erzählt seine Geschichte im wunderbar blumigen, ausführlichen und dabei so malerisch präzisen Stil, wie man ihn von Zafón schon aus dem ersten Teil der Barcelona-Reihe, dem „Schatten des Windes“ kennt – bzw. der wunderbaren Übersetzung von Peter Schwaar. Schon alleine dieser Stil und die Erzählweise, die einem ein unheimliches, düsteres Barcelona vor die Augen zaubern, ist es wert, mindestens etwas von Zafón zu lesen.
Da ich bereits den „Schatten des Windes“, „Marina“ und versehentlich schon den dritten Teil der Reihe „Der Gefangene des Himmels“ (und hier lässt sich sagen, dass man die Bücher eigentlich unabhängig voneinander lesen kann) gelesen hatte, waren meine Erwartungen nicht minder groß.

url
©FischerVerlag

David Martín lässt sich in einen Pakt mit den Teufels ein und trägt die Konsequenzen. Ich glaube, wer Goethes „Faust“ gelesen hat, ist hier vielleicht im Vorteil. Die Geschichte schwankt zischen liebevoll-lustigen Momenten mit seinem großen Fan Isabella, die unbedingt seine Assistentin werden will und Stunden in den Buchhandlung Sempere und Söhne, die praktisch die Verbindung zum „Schatten des Windes“ bildet. Andererseits folgt der für Zafón typische Mystery-Teil und im Laufe des Romans wird dieser Teufelpakt mit all seinen Auswirkungen immer kurioser, ja gar gruseliger, die David in Angst und Schrecken versetzt.
Leider bin ich etwas zwiegespalten, denn während sich die Spannung über die ersten 500 Seiten des Romans ballt – ACHTUNG SPOILER – geht der Roman schließlich in ein reinstes Blutbad über, eine Art Splatterroman, exzessives Sterben und Morden,  es scheint, als lese man einen reinen Wahn, ein Delirium mit keiner Chance auf ein gutes Ende. Oder wie ein Freund von mir sagte: Am Ende stehen so viele Fragen offen, man ist eigentlich nur noch verwirrter. Ich habe kein Happy End erwartet, es hätte auch nicht gepasst, aber dass sich der Kreis schließt, dass ich verstehe, wer Andreas Corelli ist – oder bin ich zu blöd?! Aber vielleicht ist das auch der Reiz: ein bisschen Interpretationsspielraum, ein paar Geheimnisse.

THE VERDICT:
„Das Spiel des Engels“ ist ein spannender, packender Mysteryroman von wunderbaren Stil, präzise, malend und dennoch perfekt abgestimmt zur Handlung, die sehr speziell und ungemein faszinierend ist. Hier harmonieren Stil und Inhalt. Ich verschlang ihn innerhalb weniger Tage und dennoch bin ich irgendwie verwirrt, ein bisschen enttäuscht über die Wendung zum Ende, was mich sehr teilt. Es ist schwierig, eine passende Bewertung zu geben, aber ich entscheide mich für 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Von großen & hohen Erwartungen

Ahoi!

Irgendetwas verbindet mich mit Charles Dickens, was mich dazu brachte, diesen Roman lesen zu wollen.
Vielleicht ist es, weil ich eine Vorliebe für Bandwurmsätze habe oder weil ich selbst gerne ausschmückend und detailliert schreibe, vielleicht, weil mich Gesellschafts (kritische) Romane faszinieren und natürlich auch das 19. Jahrhundert, oder gar weil ich in meiner Kindheit viel mit seiner Weihnachtsgeschichte konfrontriert wurde, ja gar terrorisiert, vielleicht weil ich Großbritannien liebe, aber vielleicht ist es, weil ich am gleichen Tag Geburtstag habe wie er.
Und so war mir, dass ich einen Roman von ihm lesen wollte. Ganz unbedingt und meine Wahl fiel auf Große Erwartungen – und ich hatte „große“ Erwartungen.

33381556z

Autor: Charles Dickens
DT: Große Erwartungen
OT: Great Expectations
Genre: Klassiker, Bildungsroman
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Paul Heichen
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 1861
Verlag: Insel Taschenbuch
Preis: 9.99€
ISBN:978-3458357780
Länge: 740 Seiten

Philip Pirrip, gennant Pip wächst in der kargen, traurigen Welt der englischen Küsten, der nebeligen Landschaft der Marschen auf. Der Waisenjunge lebt bei seiner Schwester, die ihn „mit der Hand aufzieht“, wie es immer so schön heißt, und ihrem Mann, Joe, der sein bester Freund wird. Als er als Kind das Garb seiner Eltern besucht, begegnet er einem furchteinfößenden Häftling, der von einem Gefangenenschiff geflohen war, der ihn zwingen wird, Essen und Werkzeug für ihn zu stehlen, was er auch tut.
In den armen Verhältnissen, in welchen er lebt, beginnt er bald von Reichtum und Ansehen zu träumen, als er die schöne aber arrogante Estella kennenlernt, die Tochter von der mysteriösen Miss Havisham, Pips Aufgabe ist es, mit ihr spielen (er dient also als Gesellschafter) und von Zeit zu Zeit verliebt er sich unsterblich in sie und schämt sich für seine Herkunft. Doch wie durch ein Wunder taucht eines Tages, schon als er fast erwachsen ist, nicht mehr mit Estella spielt und seine Ausbildung als Schmied fast beendet hat, der Londoner Anwalt Mr Jaggers auf und eröffnet ihm, dass er große Erwartungen habe, denn eine Person, deren Name nicht bekannt werden noch hinterfragt werden dürfe, habe ihm sehr viel Geld vermacht – und von da an stellt sich sein Leben auf dem Kopf: er wird in die Welt, die er sich erträumt hatte, eingefüht, verändert sich mit ihr, begegnet natürlich Estella und wird in ein düsteres Geheimnis verwickelt.

Diese traurige, tiefgehende aber auch zugleich ungemein spannende Geschichte wird auf eine wundervolle Weise erzählt: Sprachlich kann man kaum mehr erwarten! Man glaubt den Nebel auf den Marschen sehen zu können, das Klopfen von Pips Herzen zu fühlen.

„Der Himmel weiß, dass wir uns niemals unserer Tränen schämen müssen, denn sie sind der Regen auf den blind machenden Staub der Erde, der über unserem harten Herzen liegt.“ – Große Erwartungen, 19. Kapitel

Fakt ist, dass ich Charles Dickens bewundere, bewundere, wie er sich hochgearbietet hat, wie wortgewandt er schreiben mag (ich lese derweilen zwar nur Übersetztungen, aber die tun’s auch) und wie offen seine Augen sind, dass er nicht blind durch die Welt tappt!
So gesehen kann man davon ausgehen, dass „Große Erwatungen“ zu einem sehr persönlichen Werk Dickens‘ gehören. Er veranschaulicht verschiedene Themen die Armut, Kontraste zwischen Arm und Reich, soziale Strukturen, Arroganz und Liebe sehr detailliert und verschieden. Der Protagonist Pip, der aus der Ich-Perspektive berichtet, verändert sich sichtbar während des Verlaufs, mal ist er nachdenklicher, mal gequält, dann und wann leidet man mit ihm und ab und an möchte man auf ihn einreden, er tut einem Leid, vorallem, wie er aufwächst, aber er regt einen auch auf. Besonders die Versessenheit auf Estella idt manchmal zum Haare-herausreßen. Aber genau das scheint der Roman von einem zu Fordern: Emotionen! Und das bietet er.
Besonders die Figuren kann ich loben! Sie sind skurril und arrogant, mysteriös und unheimlich, liebevoll und weise: sehr prägnant gezeichnet, übertrieben aber nie, man hat immer großes Vergnügen daran ihnen zu folgen, weil sie nie platt und eintönig sind
Klassiker werden häuifg als langweilig abgestempelt und in Deutsch-Unterrihcten so verarbeitet, dass man dann lieber keine liest, was echt traurig ist! Dieser Roman ist ohne Zweufel ein Meisterwerk, dass ich jedem empfehlen möchte, weil es so konrastreich, nicht verschönernd von den Schattenseiten, aber auch der Schönheit einer Welt berichtet. Jedoch kann ich auch sagen, dass man für das Buch Geduld aufbringen sollte, denn ab und an, schöner Stil hin oder her, ist er zäh und langatmig, manche Handlungsstränge überziehen 50 Seiten oder mehr und das kann schon anstrengend sein.

THE VERDICT: Zusammenfassend kann ich „Große Erwartungen“ nur empfehlen, denn die Geschichte ist sowohl einzigartig, spannend als auch lehrreich, sowie voll mit kuriosen und schrecklich wundervollen Charakteren, die sehr gut in die seltsame, düstere Welt des 19. Jahrhunderts eingebettet sind. Charles Dickens ist für mich ohne Zweifel ein Zauberer des Romans und der Sprache, der einem aber keinen Wunsch, sondern kalte Realität vorhölt.
Die Übersetztung kann ich nur insofern bewerten, dass es etwas nervig ist, dass sie „Mr“ und „Miss“ etc. tatsächlich mitübersetzt haben, was am Anfang gewöhnungsbedurftnig ist und m.E. nach unnötig.
Zweifelsohne 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

Die Frau des Zeitreisenden

DT: Die Frau des Zeitreisenden
OT: The Timetraveler’s Wife
Genre: Romanze
Cast: Eric Bana, Rachel McAdams, Ron Livingston, Jane McLean
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Bruce Joel Rubin,Jeremy Leven, Audrey Niffeneger
Musik: Mychael Danna
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: ca. 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Buchadaptionen sind eine Sache für sich, manche mögen sie, andere verfluchen sie hingegen. Ich stehe in diesem Falle auf einer relativ neutralen Seite. So sah ich mir gestern das zweite Mal „Die Frau des Zeitreisenden“ an, eine bittersüße Geschichte über Liebe, Sterben und Zeit. Es ist keine typische Zeitreisenden Geschichte, es geht weniger um die Abenteuer in längst vergangenen Jahrhunderten, ganz im Gegenteil, das Reisen wird viel mehr als Last dargestellt.

Henry DeTamble leidet an einem genetischen Defekt, der ihn dazu zwingt, durch die Zeit zu reisen.Er kann sich weder aussuchen, wohin er reist, noch wann, wodurch er manchmal spontan verschwindet. Jedoch kann er dabei nie seine Kleidung behalten, so dass er sich immer welche stehlen muss. Dagegen lebt Clare Abshire ein recht normales Leben, bis sie als kleines Mädchen den nackten erwachsenen Henry trifft, dem sie ihre Picknickdecke gibt. Die Story verläuft nicht chronologisch, es geht auf und ab, mal ist der eine erwachsen, mal der andere, aber man kommt als Zuschauer nicht durcheinander.

Der Film beginnt damit, dass die erwachsene Clare Henry in einer Bücherei trifft, dieser aber noch nichts von ihr weiß, weil er sie zu dieser Zeit nicht kennt. Natürlich freut sich Clare und redet ziemlich verwirrendes Zeug vor sich hin, denn sie kann ihre Freude kaum zügeln. Für den Zuschauer wird spätestens hier klar, dass die beiden sich ineinander verlieben werden und so kommt es auch: die schöne auch sehr komplizierte Beziehung der beiden wird auf ca. 100 Minuten erzählt. Vom Verlieben, zur Einsamkeit, Streiterein und dem Wunsch nach einem Kind.

Beim Liebesfilmen gibt es eine Menge zu mäkeln, von nicht authentischen Gefühlen, maßlosen Übertreibungen, schlechter Filmmusik und kitschigen wie unglaubwürdigen Plot. Gehen wird also diese Kriterien durch:

Der Film baut sich von Zeit zu Zeit auf, man sieht die Hauptfiguren Clare (Rachel McAdams) und Henry in verschiedenen Altersstadien, die gleichzeitig aber auch verschiedene Stadien ihrer Liebe zueinander wiederspigeln. So merkt man auch, dass Clare zwischen dem jungen und dem alten Henry steht. Dabei spielt Rachel McAdams ihre Rolle so überzeugend. Die Expertin für (tragische) Liebesfilme übertrifft sich hier selbst, die Gefühle wirken unglaublich echt – die Kamera arbeitet viel damit, wie liebevoll die beiden sich ansehen und auch Eric Bana spielt hier überzeugend. Manchmal ertappt man sich beim sehen des Filmes dabei, wie man sich fast schon wünscht, auch so angesehen zu werden, wie Clare. Natürlich kann man schlecht behaupten, die Geschichte sei realistisch, aber dadurch, dass Magie enthalten ist, wird sie keineswegs schlechter. Ich habe das Buch nicht gelesen – ganz unabhängig davon versuche natürlich den Film als eigenständiges Werk zu betrachten – aber die Aussagekraft dieses Liebesfilme gefällt mir besonders – Was mir häufig bei Nicholas Sparks Verfilmungen fehlt, ist die tiefere Bedeutung, denn in „Die Frau des Zeitreisenden“ wird man sehr offen mit dem vergehen von Zeit, dem Gehen und Sterben konfrontriert, was der Liebesgeschichte ab und an ihrer Kitsch nimmt.

Henry begegnet seine verstorbenen Mutter in der Bahn und seiner noch ungeborenen Tochter Alba in der Zukunft und weiß manchmal Dinge, die er ihnen gern sagen würde, kann es aber nicht. Auch sein Vater, der noch immer um die verstorbene Mutter trauert, spielt hier eine Rolle, denn so wie sein Sohn wünscht er sich auch, dass Henry mittels des Zeitreisen den Autounfall verhindern könne.
Obwohl der zentrale Fokus hier auf der Liebesgeschichte geht, gefällt mir, dass die Werte von Zusammenhalt, Vertrauen und Liebe hervorgehoben werden, z.b. als Clare zwei Fehlgeburten erleidet. Aber die Liebe ist nicht perfekt, wem gefällt es schon 2 Woche nichts von seinem Mann mit zu bekommen und nicht zu wissen, wann er kommt, noch wann er geht.
Man weiß von Anfang an, dass die beiden sich ineinander verlieben werden und es gibt auch nicht sonderlich viel mitzufiebern, was die anbelangt. Was mir persönlich nicht gefällt [ACHTUNG SPOILER!] ist, dass sich die ganzen letzten 30 Minuten damit beschäftigen, wie er stirbt. bereits gut 40 Minuten vor Ende des Filmes (eines 100 Minütigen Films!) wird für alle, die es nicht geahnt haben, recht offensichtlich, dass er streben wird und das nervt ordentlich, nicht nur, weil es narrativ ziemlich langatmig ist, sondern weil man es sicher besser hätte lösen können. Natürlich geschieht das unabwendbare und er stirbt auf grausame Art und Weise, bloß irgendwie fehlt in diesem Teil die Spannung.

THE VERDICT: Zusammenfassend kann ich im großen und ganzen Sagen, dass es ein wirklich schöner Film mit tollen Darstellern ist, bitter und süß, tragisch aber leider etwas offensichtlich, vor allem, weil man eigentlich nach spätestens 15 Minuten den Film erahnen kann und er nach der Hälfte  (leider!) so gut wie alles enthüllt, was mir etwas den schönen Film verdorben hat. Kein Muss, aber nett. 5 von 10 Sternen

Love, Katha