Schweiz-Reise #1: Bern und Laupen

Moinsen – oder lieber Grüezi?

Ein Grund für meine Abstinenz in der Bloggerwelt war eine Reise, eine ganz besondere und sehr erfüllende, in der Schweiz. Ich habe ein bisschen Zeit benötigt, um zu rekapitulieren, was ich erzählen möchte, denn meine Begeisterung ist so groß, dass ich kaum weiß, wie ich sie ausdrücken soll.

Die Schweiz, trotz dass sie unser Nachbarland ist, schien mir stehts merkwürdig fremd und fern. Politisch neutral, kein EU-Land, grüne Wiesen des Friedens, lustige Dialekte, grasende Kühe, die vier Sprachen, alles teuer, Volksentscheide und Heidi-Klischees – das war meine Vorstellung. Nach dieser wunderbare Reise wurde mir klar, wie wenig ich wusste.
Ich werde meine Reise in vier Teile stückeln, damit ich jeden Ort, an dem ich war, richtig würdigen kann und im Details berichten, was ich alles gesehen und erlebt habe.

Meine Reise begann und endete in der alten Stadt Bern, die de-facto-Hauptstadt der Schweiz. Im Anfang Juni in der Schweiz zu reisen, ist eine wunderbare Sache, denn die Saison hat noch nicht ganz begonnen beziehungsweise an einigen Stellen gerade erst, die Städte sind noch nicht ganz voller Touristen und man kann getrost fotografieren, ohne sich durch Mengen zu quetschen, was mir nach meinen Erfahrungen im überfüllten Versailles und Zaandam etwas ist, was wichtig geworden ist.

Ein paar Dinge, die mich wirklich erstaunt und überrascht haben:

1. Die Aaare (Fluß) hat nicht nur eine unglaublich beunruhigende Geschwindigkeit, sondern ist kristallklar und hat einen wunderschön silbrig-türkisen Schimmer.

2. Teuer hat in der Schweiz noch einmal eine ganz neue Dimension. Für mich waren Großbritannien und Frankreich schon teuer, aber die Schweiz ist nochmal erschreckend teurer. Bern hat scheinbar neben Zürich und Genf die höchsten Lebenshaltungskosten weltweit (Quelle), es lohnt sich aber dort zu wohnen, um weiterzureisen. Ich kann wirklich nur empfehlen – wenn möglich -, viel selbst zu kochen und für unterwegs vorzubereiten (Abgepackte Supermarkt Sandwiches zwischen meist rund 6 Franken, ca 5.50 Euro).

3. Bern, sowie der Rest der Schweiz, ist ziemlich gut ausgeschildert, sauber und ordentlich (was mit anderen Hauptstädten in Europa, wie Brüssel, nicht mal ansatzweise vergleichbar ist). Ein schöner Nebenaspekt: Vor öffentlichen Toiletten in Zügen oder Restaurants muss man keine Angst haben.

4. Bern liegt 542 m über dem Meeresspiegel (Vergleich: Berlin je nach Ort zwischen 34-122 m) und besitzt dadurch wirklich imposante, Viadukt-anmutende Brücken, aber auch ordentlich viele Treppen und Wege, an denen es auswärts geht.

5. Besonders vom Bundeshaus aus, aber auch anderen Stellen, kann man in der Ferne bereits die ersten Berge der Alpen bestaunen. Ich bin auf dieser Reise sehr viel Zug gefahren und obwohl ich mir stehts vorgenommen hatte, zu lesen, konnte ich nicht anders, als wie gebannt aus dem Fenster zu sehen und die schneebedeckten Berge und die klaren Flüsse in der Ferne zu betrachten.

6. Die Luft is bereits in Bern deutlich besser als in Berlin oder vergleichbaren Städten.

Dinge, die ich wirklich empfehlen kann, in Bern zu sehen und die mich selbst bezaubert haben

  • Ein Spaziergang an der Aare
  • In den Rosengarten gehen, die Vielfalt der Blüten bestaunen und einmal Bern von oben mir Aare-Blick betrachen
  • Bundeshaus und das Wasserspiel auf dem Bundesplatz betrachten (und wenn es warm genug ist ins Wasser reinlaufen!)
  • Durch die historische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) gehen und die ca. 6 Kilometer lange Lauben betrachten mit den großen Fahnen aller Kantone und ab und zu auch einfach in Nebengassen gehen und wunderschöne Bauten und kleine Gärten betrachten.

Neben der Hauptstadt sah ich die schnuckelige Gemeinde Laupen, die auch im Kanton Bern liegt. Dabei ist die Altstadt ein kleine Traum aus alten Walserhäusern, vielen Blumen und Pflanzen, die üppig in Vorgärten, auf Fensterbrettern und Terrassen wuchsen im bunten durcheinander wie ein kleines Farbenmeer. Nicht nur in Bern, sondern auch in Laupen war gerade die Rose in ihrer Blüte und an vielen Hauswänden und Gärten zu bestaunen.
Nur zufällig waren wir in einer Empfehlung vom Swiss-Pass auf Laupen gestoßen, eine komplett untouristische Gemeinde (was sicherlich zum Charme beigetragen hat) einige Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nicht mehr, als eine kurze S-Bahn-Strecke.


Wir liefen die Gässchen hoch zum bekannten Schloss der Gemeinde und trafen auf ein paar spielende Katzen, eine sehr freundliche alte Dame, die uns herzlich empfahl das älteste Haus (wohlgemerkt, nicht das Schloss) anzusehen, sowie einer alten Gärtnerin, die uns einlud ihren prächtigen Garten anzusehen und uns etwas über Laupen erzählte, wie beispielsweise, dass auf dem Weg neben ihrem Haus für jedes Kind (es wurde Anfang der 1990er eingeführt), welches dort geboren wurde, ein Stein gelegt wird. Wie schön es aussah, diese kleine Geschichte aus Steinen zu betrachten, zu schauen, ob es Geschwister gibt und ob jemand vielleicht am gleichen Tag wie ich geboren wurde (leider nein, nur 3 Tage vorher).
Diese Ruhe und Herzlichkeit die das leicht verträumte Laupen ausstrahlte, löste so eine warme Freude in mir aus. Vielleicht ist es ziemlich unspektakulär, dort zu leben, vor allem als geborene Großstädterin, aber ein wenig von einem fremden und neuen Eindruck mitzunehmen, besonders von der besonnenen Freundlichkeit der alten Gärtnerin, ist das schönste am Reisen. Man entdeckt und lernt stets was dazu.

Bald kommt Teil 2 zu Luzern, stay tuned!

Wart ihr schon ein mal in Bern? Oder in der Schweiz?

Love, Katha

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SZIGET 2016

Dass ist die letzten Tage Blogtechnisch im Abstinenz gelebt habe, hatte seine Gründe. Nachdem ich letztes Jahr bereits über das wunderbare Budapest berichtet hatte und einen Tag auf einem der größten Festivals Europas verbracht hatte, packte mich eine gewisse  Sehnsucht, erneut diesen grandiosen Ort zu besuchen und so kam es, dass ich unglaubliche 7 Tage auch dem Sziget-Festival verbrachte und eine absolut geniale Zeit.

Also erstes musste man natürlich irgendwie zum Sziget, welches sich, wie der ungarische Name verrät, auf einer Insel befindet. Dafür gab es verschiedenste Verkehrsanbindungen über Shuttle, Fähren, Zügen und Busse. Es gibt verschiedene Arten von Pässen, man kann volle 7 oder 5 Tage bleiben oder sich täglich ein Ticket kaufen, welches rund 60 Euro kostet. Da die ungarische Währung recht schlecht steht (1 Euro entspricht rund 300 Forint) ist es besonders für Menschen aus Euroländern oder noch besser, Schweizern, ein moderates Festival. Oder um es grob mit den Worten von K.I.Z.  zu formulieren: Wir Deutschen leisten uns hier etwas, was für den normalen Ungarn sehr teuer ist. Traurig, aber wahr.

Am ersten Tag war es brechend voll und wir standen eine halbe Ewigkeit an, bevor wir unsere Bändchen erhielten. Diese waren mit einem Chip versehen, wo der Personalausweis eingescannt wurde und an späterer Stelle genausten überprüft – jeden Tag aufs Neue. Was erstmal aufwendig klingt, ging bis auf den ersten Tag jedoch stets ratzfats und erhöhte zusätzliche die Sicherheit des Festivals.

Zunächst zum Line-Up, welches sehr durchmischt ist aus den verschiedensten Musikrichtungen, aber ich denke, dass ist gerade das Schöne, weil so für jeden etwas dabei ist: Rihanna, Muse, Manu Chao, David Guetta, Sia, The Lumineers, Kaiser Chiefs, Bastille, John Newman, Parov Stelar, Noel Gallagher’s High Flying Birds, SUM 41, Sigur Rós, Roisin Murphy, Kodaline, Bring me the Horizon, The Last Shadow Puppets, MØ, The Chemical Brothers, BØRNS, M83, Jess Glynne, K.I.Z., Aurora, Bullets for my Valentine, Years & Years,  Kovacs, Quimby, Parkway Drive… u.v.m.
Ich habe auch nicht längst alle von diesen Künstlern gesehen, sondern die farblich markiert, welche ich live erlebt habe, aber schon das war absolut großartig.
Es war für mich nicht nur eine ganz neue Erfahrung, so lange auf einem Festival zu sein, sondern auch das erste Mal die Seite Airbnb zu benutzen, denn ehrlich gesagt ist meine Camping-Erfahrung doch sehr begrenzt und 7 Tage habe ich mir (noch) nicht zugetraut. Allerdings war es sehr entspannt gen Abend zu der Insel zu tuckern und Teil dieser eignen Welt zu werden und spät in der Nacht in ein weiches Bett im wunderschönen,zentral gelegenen Stadtteil Józsefváros (der 8. Bezirk)  zu fallen. Festival, aber sehr entspannt.

Auf dem Sziget gab es jedoch nicht nur Musik und ganz viele Essens- und Getränkestände. Täglich um 19 Uhr fand an der Main Stage eine große Party statt, mal mit Farben (also ein Holi), Pompoms, Flaggen oder auch Konfetti. Das tolle war, dass das entsprechende Material gratis verteilt wurde und man, selbst wenn man nicht ganz vorne stand, eine gute Chance hatte, etwas abzubekommen. Ich selbst war mehr oder weniger zufällig bei der Konfetti-Party, wo ich eigentlich nur auf Noel Gallagher’s High Flying Birds wartete und hatte immensen Spaß.
Ansonsten war es toll, dass es von den Angeboten, wie z.B. Merch-Ständen, Festi-Pay (man konnte nämlich nur mit eine Prepaid-Karte zahlen) Sanitäranlagen und Essensbuden genug gab, so dass man nie besonders lang anstehen musste. Alles in einem war das Festival großartig organisiert – man merkt halt, dass die Veranstalter dieses Event seit 1993 jedes Jahr für rund 400.000 Besucher zum Leben erwecken. Tatsächlich ist es mehr als kunterbunt, wir trafen viele Holländer, Franzosen und Deutsche, sahen aber auch Brasilien- und Argentienienflaggen, nicht zu sprechen von Australien und Kanada!

Die Insel bietet zusätzlich ein Luminarium, also ein Zelt mit Lichtshow, tägliche Schachwettkämpfe, es gab Zirkusshows, man konnte Baden oder ins Kino gehen und kleine ungarische independent Filme sehen oder bei Rossmann einkaufen, für Entspannung sorgten Gartismassagen und bei Notfällen gab es eine Apotkete und eine Ambulanz. Außerdem gab es Spots für Lagerfeuer und Chill-Areas, sowie einen Stand für NGOs und sogar eine Anlaufstelle mit Vermittlern für Botschaften, im Falle, dass man ein Ausweisdokument verliert. Praktisch alles!

Ebenfalls toll war das kleine Info-Heft, welches man bei der Taschenkontrolle bekam (die auch wirklich ernst genommen wurde), welches aussah wie ein Pass und innen sämtliche Veranstaltungen, Venues und Infos enthielt.IMG_0960.JPG

Nachts wurde das Sziget jedoch noch viel bezaubernder: Bunte Lichter in den Bäumen leuchteten auf, zwischen diesen aufgespannte bunte Regenschirme (s. Beitragsbild) oder auch ein riesiger kunstvoll bemalter Oktopus in den Ästen. Die kleinen Lampions gefielen mir jedoch am besten, weil sie wie eine Art Glühwürmchen zwischen den Baumkronen funkelten.

Drei meiner persönlichen Highlights waren die Auftritte von Muse, Boy und Aurora. Ersteres ist ziemlich offensichtlich, denn es ist absolut grandios so eine große und berühmte Band ein mal live gesehen zu haben, besonders wenn man ein großer Fan ist. Ich stand mit einem singenden Mop in der Menge und wir brüllten alle fast wie gehirngewaschen zu „Uprising“. Das hat schon was!
Bei Boy, eine deutsch-schweizer Band, die ich seit einigen Jahren höre, konnte ich nicht nur meinen Lieblingssong „Little Numbers“ endlich in person erleben, sondern gab es auch einen herzzerreißenden Heiratsantrag auf der Bühne.
Und Aurora habe ich dieses Jahr schon im Heimathafen Neukölln (Berlin) im März gesehen, eine ganz zarte, norwegische Sängerin mit berührenden Liedern. Bei ihr ging mein Herz förmlich auf, weil man eine richtige Entwicklung bei der jungen Dame sehen konnte, sie wuchs über sich hinaus.
Alles in einem waren die meisten Musiker offen und lustig und gingen hervorragend auf ihr Publikum ein, wie die Kaiser Chiefs und K.I.Z. Toll war auch, dass Noel Gallagher, der früher Mitglied von Oasis war, sogar „Wonderwall“ sang, was sich fast schon historisch anfühlte.
Zwei Enttäsuchungen gab es jedoch auch: Rihanna kam nicht nur eine halbe Stunde später, sondern sang nicht ein mal live, jedoch war das noch immer besser als Sia, weil sie wenigstens eine gute Choreo hinlegte. Natürlich ist es immer Geschmackssache, aber Sia, die auch zu spät kam, stand wie eine Eissäule mit verdecktem Gesicht auf der Bühne und sang einfach, während ihre großartigen Tänzer die ganze Arbeit leisteten – ziemlich enttäuschend.

Zusammengefasst war es absolut exorbitant und ein wunderbares Erlebnis mit Gänsehautfaktor, welches ist wirklich empfehlen kann!

Ich hoffe, ihr hattet alle einen wunderbaren Sommerurlaub und freue mich auf Kommentare. Wart ihr dieses Jahr auf einem Festival?

Love, Katha

Geliebtes Amsterdam

Moin,

es ist schon fast ungewöhnlich, wenn ich darauf zurückblicke, wie viel ich dieses Jahr reise! Kurz noch in der sengenden Hitze der ewigen Stadt Rom, um eine Atempause in der geliebten Heimat zu machen und ins lauschige, windige und so herzliche Amsterdam.
In diesem ersten Reisebericht möchte ich ausschließlich von Amsterdam berichten, im zweiten werde ich dann Den Haag und einige unserer Tagesausflüge genauer unter die Lupe nehmen.
Wenn man weiß, dass Amsterdam die Stadt der Fahrräder ist, dann weiß man noch lange nicht, wie es denn eigentlich ist, erst wenn man das klangvolle Klingeln hört, das eingerostete Rattern der Fahrräder oder selbst angefahren wird von einem lebhaften Haufen Fahrradfahrer, weiß man, dass man in einer eignen Welt ist. Mir scheint fast, Amsterdam ist ein eigener, liebevoller Mikrokosmos durchzogen von Grachten, in denen kleine Boote und Hausboote glugsen bei dem leichten Wellengang. Die Straßen sind gesäumt von blühenden, Schattenspendenen Bäumen und hohen Straßenlaternen, an denen üppig gefüllte Blumenkästen baumeln. Die Häuser sind alt, mit großen, unfassbar großen Fenstern, lichtdurchflutet und überraschend schmal. In den Untergeschossen befinden sich meist Cafés, alle mit ihrem eignene Charme und zwischen diesen schmalen Straßen tingelt die Straßenbahn, welches dort das Hauptverkehrsmittel ist – neben den Fahrrädern natürlich!
Ich muss zugeben, dass ich ständig Fahrräder fotografiert habe! Die Fahrräder dort entsprechen aber nicht dem Niveau der Berliner Räder, wo man schon gut Buße zahlt, wenn man keine funktionierende Lampe hat. Doch Amsterdam ist eine freie Stadt und was dort durch die Straßen rattert hat nicht mal eine Lampe, manchmal nicht eine Klingel (in diesem Fall schreien die Menschen laut „Tuuuut -Tuuut“) und sieht meist hochgradig instabil aus – aber es funktioniert!
Das Besondere, was mich vom Herzen berührte, war allerdings die Stimmung – in dieser so hektischen, gefühlskalten Welt findet man in Amsterdam einen fröhlichen Ort Erde, wo die Menschen des Abends noch durch die Straßen und den wunderbaren Vondelpark, wo es sogar ein Open-Ait-Kino in mitten kleiner Teiche gibt, wandeln und einen Charme verbreiten, der durch und durch ansteckt. Diesen Gefühl, willkommen zu sein, habe ich in keiner Stadt je so stark gespürt.
Kultureller Höhepunkt war der Besuch des Rijksmuseums: eine wunderbar zusammengestellten Sammmlung besonders Niederländischer Kunst in seiner Goldenen Epoche und so kann man mit großen Augen die Erhabenheit der Werke Rembrandts bestaunen, wie z.B. die „Nachtwache“ oder die filigrane Schönheit Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“. Toll war vor allem, dass es zu vielen Bildern ein doppelseitiges DinA3 Blatt mit Informationen gab. Nicht nüchtern und langweilig, sondern spannende Fakten oder versteckte Ideen auf den Bildern – was mir unfassbar gefallen hat. Auch architektonisch ist es unfassbar beeindruckend: entworfen von Pierre Cuypers (dem wir auf der Reise mehrfach begegnen sollten) charakterisiert es sich mit hohen Säulen und Bögen, eine Balance aus Gotik und Renaissance.

Und damit man sich meine Begeisterung nicht nur vorstellen muss, hier ein paar Bilder:

 

Desweiteren besuchten wir das Schiffahrtsmuseum, das auch beeindruckend und liebevoll gestaltet war – zu dem konnte man ein altes Segelschiff (strenggenommen ein moderner Nachbau) besichtigen und sich in das Leben der Crew einfühlen. Im Unterdeck gab es sogar Liegematten, die nach dem ganzen durch die Stadt laufen, einen wunderbare Ruhepause baten.

Auch das Schloss, welches sich wirklich im Herzen der Stadt befindet, ist einen Besuch wert. Es ist nicht kitschig oder überladen gestaltet, sondern sehr geschmackvoll und gewährt einen tollen Einblick. Vor dem Schloss befanden sich übrigens die zwei Straßenkünstler, die über den ganzen Platz riesige, viele Seifenblasen pusteten – zu Freude aller. Für einen kurzen Moment war es, als habe jeder etwas Leuchten in seinen Augen.

Mit Wind und Sonnenschein und diesen wunderbaren Bildern im Herzen verließen wir diese zauberhafte Stadt, auf dem Weg nach Den Haag…

Love, Katha

July #15 Faves

Moinsen

Dieser Monat war für mich überaus erlebnisreich und abenteuerlich, irgendwie bin ich ständig nur am Pendeln gewesen. Nun allerdings möchte ich von meinen Monthly Faves erzählen.

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1. Journalist – Das Medienmagazin
Als allererstes: ich bin nicht so wahnsinnig und kaufe ein dünnes Blättchen wie dieses für 12€, ich nutze stattdessen ein bisschen meine Kontakte, die dergleichen abboniert haben. Aber auch, wenn es ein dünnes Ding ist, muss ich sagen, es hat es defintiv in sich: spannende Artikel, besonders der Thementext „Was darf Journalismus“ ist überaus interessant und durchaus diskutabel.

2. HP BBQ-Sauce Classic Woodsmoke
Als große Grilllieberhaberin ist mir eine gute Soße wichtig und besonders diese hat es mir sehr angetan! Herzhaft, würzig, prägant im Geschmack. Eignet sich auch wunderbar zum morgentlichen Frühstücksspiegelei!

3. Mumford and Sons Konzert
Wie ich bereit im zuvorigen Post bereichtete, war ich glücklicherweise auf dem wunderbaren, energiegeladenen Konzert von Mumford and Sons. Es war so wunderbar! Wer mehr dazu erfahren möchte, findest den Artikel hier.

4. Am grünen Rand der Welt

Die neuste Verfilmung des Romans „Far from the Madding Crowd“ von Thomas Hardy erzählt eine energiegeladene, bewegende und teilweise auch etwas konfuse Liebesgeschichte. In den Hauptrollen überzeugen dabei Carey Mulligan und Matthias Schoenaerts ganz wunderbar mit Gefühl, so dass man förmlich in das Geschehen miteingezogen wird. Besonders die Landschaftsaufnahmen sind ein großes Highlight und ein wahrer optischer Genuss. Die vollständige Rezension findet sich hier.

5. Amsterdam
Dies sollte mein Sommerurlaub werden: in der magischen, charmvollen Stadt der Grachten, in der die Hausbote vor sich hinglugern, die von schmalen, dunklen Häusern gesäumt sind und Straßenlaternen, an denen viele, sehr viele Fahrräder stehen. Blumen an dem Gelände von Brücken, Cafés und eine Stimmung, die man nur beschreiben kann, wenn man dort gewesen ist. Hier der vollständige Bericht. Der abgebildete, symbolische Kühlschrankmagnet stammt aus dem wunderbaren Rijksmuseum.

6. Rom
Die ewige Stadt im Herzen Italiens sollte für mich eine aufregende, vielseitige und verrückte Kursfahrt mit meinen beiden Leistungskursen Deutsch und Geschichte werden. Wir erkundeten in der sengenden Hitze nicht nur Coloseeum und Vatikan, sondern erlebten in unserer Unterkunft, die ein Kloster war, so einiges. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, findet ihr hier meinen Reisebericht. Ich merke gerade mit leichtem Erschrecken, dass der Großteil der Monthly Faves diesen Monat Verlinkungen zu bereits verfassten Artikeln hat!

Auf den ganzen Reisen und dementsprechenden Wartemöglichkeiten, habe ich auch eine Menge Musik gehört, diesmal ein wenig weniger Liebeskummer belastet. Das ist also meine aktuelle Playliste:

Wir war euer Juli? Der Sommer pendelt leider zwischen Wassereimer und unerträglicher Hitze, ich hoffe, es wird bald besser.

Love, Katha

Die ewige Stadt – Rom

Hallo Leute!

Wie es Ende des 2. Semesters üblich ist, bin ich mit meinen Leistungkursen auf Bildungsreise gegangen, oder um es genauer zu formulieren: 45 laute, Berliner Deutsch- und Geschichsleistungskursler beschlossen bei einem Hitzehoch die ewige Stadt im Herzen Italiens zu besuchen: Rom.

Die Anreise

Es war schon abenteuerlich genug, überhaupt in Rom anzukommen, denn wie es mir scheint, haben die Italiener ein sehr entspanntes Verhältnis zu Zeit und so kam unsere AirBerlin-Maschine zwar pünktlich in Berlin an, aber wir saßen bzw. standen eine 3/4 Stunde am Gepäckband, bis überhaupt das Gepäck unserer Maschine auf die Rollen kam. Da ich das letzte Mal vor bestimmt 7 Jahren geflogen bin und mich nicht wirklich an das Aussehen eines Flughafens noch an den Flug selbst erinnern konnte, war das schon ziemlich aufregend für mich. Mit Freuden konnte ich sogar feststellen, dass mir das Fliegen zwar ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber auch Freude bereitet, die besonders durch den wunderschönen Blick über die Alpen bekräftigt wurde.

Unsere Gruppe sollte in einem Kloster im Herzen der Stadt übernachten – wir hatten alle in etwa eine Vorsterllung dass es nicht besonders modern werden würde, aber als uns Pater Matteo erwartete, um uns eine Predigt zu halten und uns „willkommen“ zu heißen, war einem, als bekäme man einen kalten Kübel Wasser über den Kopf geschüttet. Er erzählte uns mit einem strengen Akzent, dass das Kloster Vatikanischer Boden sei und deshalb andere Regeln als draußen in Italien herrschten. Wer nicht um 23 Uhr zu Hause war, wurde nicht nur nicht mehr reingelassen (er empfahl uns darauf einige Brücken zum nächtigen), sondern auch am nächsten Tage rausgeworfen. Dazu kamen Kleidervorschriften, bestimmte Essenszeiten die nach der Pünktlichkeit seiner Schweizer Armbanduhr eingehalten werden müssten. Doch da bekamen wir die Zimmer zu sehen, welche einem quadratischen Raum mit hoher Decke und einem Metallgestell mit einer Matte, ganz wie ein Lazarett, entsprachen. Unser Zimmer lag zur Straße raus und die Hitze war so unerträglich, dass wir genötigt waren, das Fenster offen zu halten und selbst um halb zwei Hubkonzerte der Via del Plebiscito anzuhören. Über das Bad und den Schimmel möchte ich eigentlich nicht mal reden. Das Frühstück fiel mehr als spartanisch aus – und ich wollte, ohne etwas von dieser faszinierenden Stadt gesehen zu haben, eigentlich nur noch nach Hause.
Zum Wetter lässt sich zusammenfassend für die fünf Tage sagen, dass es nicht nur einfach unerträglich heiß war, sondern durch die engen Gassen begünstigt, fast kein erfrischender Hauch von Wind pustete. Schatten war ebenfalls selten, was unter anderem daran liegt, dass kaum ein Baum in Rom steht, außer vereinzelte Pinien, in denen aggressive Zikaden Konzerte veranstalteten, um ein Weibchen zu ergattern. Wer mag, kann sich hier dieses grausame Surren des Todes anhören.

Das Programm

Trotz der weniger berauschenden Umstände gab es natürlich sehr viel zu besuchen und so sahen wir am ersten Tage das Forum Romanum, das Pantheon und die spanische Treppe. In den nächsten Tagen ging es mit dem Casa di Goethe und einer Tour durch das faschistische Rom weiter. Am Mittwoch erfolgte ein Besuch in die vatikanischen Museen und die sixtinische Kapelle. Da sich die Tour etwas verzögerte und wir stets zu Fuß unterwegs waren, mussten wir in einem stringenten Schritttempo fast schon zum Kloster rennen, damit wir unser Mittagessen erhielten (Unpünktlichkeit bestraft Pater Matteo in diesem Fall mit Hunger). Am späten Nachmittag ging es schließlich zum Kolosseum, wobei ich ziemlich überrascht war, da ich es mir größer vorgestellt habe. Den Abend rundeten Gian und ich mit leckeren italienischen Essen im Trastevere-Viertel. Wobei hier gesagt werden muss, dass man in Rom unverschämte Preise hatte und aufpassen musste, dass man nicht für Gedeck und allerlei Extrakosten zahlen musste. Doch bei Sloppy Sam’s hatten wir wirklich Glück und konnten Mitten in dem Viertel schlechthin mit einer Menge Flair essen, weshlab ich das Restaurant an der Piazza Campo de Fiori nur empfehlen kann.
Besonderes Highlight war der Strand von Ostia als Abschluss der Fahrt, wobei unsere Lehrerin dort angekommen feierlich verkündete, dass nun die Bildungsreise vorbei sei und der Urlaub beginne. Da dies das dato südlichste, was ich je besucht hatte, war und dementsprechend auch nicht das Mittelmeer kannte, war ich ganz aus dem Häuschen. Das Meer schlug große, salzige Wellen und alle quietschten vor Freude, sich endlich aus der Hitze und den täglichen 20-Kilometer-durch-Rom-Wanderungen ins kühle Nass werfen zu können. Zuvor mussten wir noch gut zwei Stunden durch die Ruinen des antiken Ostia latschten und sahen circa das, was wir schon von den letzten Tagen Rom kannten: Ruinen ohne Ende mit dem etwas monoton sprechenden Fremdenführer.

Und hier ein paar Impressionen:

 

Und nun wieder in Berlin angekommen, müde, fertig, bereichert, freue ich mich über gut 20 Grad Celsius und bewölkten Himmel – es hat seinen Charme. Es war eine abenteuerliche Fahrt durch eine Stadt mit aggressiven Autofahrern, wunderschönen Sonnenuntergängen und definitiv eine Reise in die Vergangenheit. Wart ihr schon ein mal in Rom? Wie fandet ihr es?

Da auch Gian dabei war, könnt ihr hier seine Eindrücke dieser abenteuerlich-verschwitzen Romfahrt lesen, mit einer noch ausführlicheren Bildergalerie zum Kloster.

Love, Katha

Kolumne: Flaschen-Erinnerung

In den Tiefen unseres Kammerschrankes findet man, wenn man Kartoffeln sucht, vor allem Olivenöl, irgendwelche Weine, Zwiebel und eine leere Cola-Flasche. Der Ordnung halber war ich schon halb dabei, sie stirnrunzelnd wegzuwerfen, als mein Blick über das Etikett flog.
Vor gut einem Jahr brachte Coca-Cola jene Cola-Flaschen mit Vornamen heraus – erinnert sich noch wer an diese riesigen Plakate am Alexanderplatz? Exakt, genau die.
Ich befand mich in Belgien auf der Rückfahrt nach Deutschland, es war unerträglich heiß, also wollte ich mir für die lange Zugfahrt etwas zu Trinken kaufen und dachte mir, was wäre es witzig, wenn ich eine Cola-Flasche mit meinem Namen fände – es sei gesagt, in Belgien existiert anders als in so ziemlich allen deutschen Supermärkten, mein Name (ein langweiliger, alter Standartvorname) schlichtweg nicht. “Naja, gut, dann etwas anders“ , denke ich mir und greife blindlings in das Regal nach einer Flasche mit Namen „Fanny“ mit dem Gedanken, dass kein Mensch so hieße. Sei’s drum, ich brauchte etwas zu Trinken.
In Köln schließlich stiegen wir in einen wenig leeren ICE um, und Himmel, war ich meinem Vater über die Sitzplatzreservierung dankbar! Es ging also weiter: Meine Cola hatte bereits Raumtemperatur angenommen, schreiende Kinder rannten durch das Großraumabteil und eine junge Frau im Gang sah mich plötzlich an, fragend, ob der Platz neben mir denn besetzt sei. Ich verneinte und so setzte sie sich neben mich und schlug ihr Philosophiebuch über Kants Kategorischen Imperativ auf.
Meine Cola stand weiterhin auf dem Tisch und wärmte sich im Licht der Sonne auf. Irgendwann blickte sie von ihrer fesselnden Lektüre auf und warf mir einen unfassbar entsetzten Blick zu: „Warum… Warum steht mein Name auf der Cola da?!“
Halb im Kammerschrank versunken, frage ich mich noch immer… wer heißt so?

Love, Katha

5. Part GB-Reise: Bath

Ahoi!

Bevor ich nach Großbritannien gereist bin, habe ich natürlich so einige Reiseführer und Websites (besonders für Schlösser) durchforstet – aber ich muss auch zugeben, dass meine Mutter für die Planung verantwortlich war, also hier noch mal ein dickes Dankeschön.
Da ich Jane Austens Bücher sehr mag und allgemein die Zeit mit ihrem Flair, der Kleidung, der Art und der Kunst, wollte ich natürlich nach Bath Spa.
Aber ich hätte niemals erwartet, eine so hübsche Stadt vorzufinden. Man kennt aus den BBC Jane Austen Verfilmungen mehr oder weniger einige alte Stadtteile, doch das nahezu nirgends ein modernes Gebäude (jedenfalls in Inneren der Stadt) stehen würde, damit hätte ich nicht gerechnet. Aber es war toll, man fühlte sich gar, als würde man durch vergangene Zeiten wandern, mit Anne Elliot vor über 200 Jahren leben.

Dazu kam noch, das anscheinend genau an dem Tag, an welchem wir in der Stadt waren, die Studenten ihren Abschluss feierten und so war auf dem Platz vor der Kirche eingenommen von Studenten in ihren Roben und Hüten und einigen Musikern. Es war toll! Man spürte Freude und leichte Traurigkeit über die Tatsache, dass das natürlich auch Abschied bedeutete, welche so hübsch durch die Musik unterstrichen wurde. Nachher merkte ich, dass fast überall Musik gespielt wurde.

Dann gab es aber auch hie und da echt seltsame und witzige Dinge. Besonders bei dem Türsteher wusste ich nicht, was ich denken soll. Und ob der echt war!

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Wie auch in anderen britischen Städten sah man an vielen Stellen Blumen, aber im Einklang mit den alten Bauten sah es echt klasse aus. Die Wohnbrücke, welche mit Geschäften angesiedelt war, erinnerte mich total an „Das Parfum“ – sah von hinten aber ziemlich schäbig aus.

 

Love, Katha

3. Part GB-Reise: Isle of Wight

Ahoi!

Ich glaube, nicht jeder würde von Großbritannien erwarten, dass es dort wunderschöne lange Strände gibt. Und auch ohne Steine, denn die nette Erfahrung mit einem Steinstrand und den dementsprechenden Fußschmerzen durfte ich bereits vor einigen Jahren in Brighton machen. Es war natürlich auch dort schön, aber auf eine andere Weise.

Was mir in Großbritannien zusätzlich aufgefallen ist, jedenfalls in Südengland, dass es fast überall und in sogut wie jedem öffentlichen Verkehrsmittel freies WLAN gibt, was natürlich absolut genial war! Ich ärgere mich etwas, dass ich die ganzen Schilder nicht fotografiert habe, dann hätte ich sie nämlich hier posten können.
Wie dem auch sei, erreichten wir die Insel über Portsmouth, wo man beeindruckende alte Segelschiffe bestaunen konnte, mit einer Fähre und schließlich fuhren wir mit einer süßen, total wackelnden alten Eisenbahn an der Küste entlang, bis wir unser Ziel erreicht hatten. Und was es da gab! PALMEN! Überall PALMEN!

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Es ging schließlich den Hang zu einem sehr schönen, wenn auch recht kurzen Strand herunter, wo wir uns auf eine Bank setzten, etwas im Wasser spazierten und das angenehme Wetter genossen. Auf der Insel gab es auch ein ‚altes Dorf‘ mit süßes Cottages, was man durch eine Art schönen Wald erreichen konnte (der allerdings Eintritt kostete).

Weitere Impressionen:

Es war also ziemlich entspannt (deshalb gibt’s auch wenig zu berichten, weil wir hauptsächlich am Wasser rumlagen) und schön! Jedem, der einen ruhigen Tag in England erleben möchte und ein wenig Rosemunde-Pilcher-Feeling nicht schlecht findet, kann ich es sehr empfehlen. Lauschig & nett!

Love, Katha

2. Part GB-Reise: A Day out in Salisbury

Moin!

Großbritannien ist mehr als bekannt für seine Burgen, Schlösser und Gärten und genauso wie letztes Jahr, wollte ich diesmal auch eins besuchen und unsere Wahl fiel auf das Wilton House  bei Salisbury, wo u.a. auch The Young Victoria, der 2. Teil von Johnny English und Pride & Prejudice gedreht wurden. Am Tag, als wir da waren, war auch der Lord anwesend, aber wir haben ihn leider nicht gesehen – die Museumsfrauen meinten jedoch, wir hätten ihn so oder so nicht erkannt, weil er in Shorts uns T-Shirt rumgelaufen sei:D

Im Garten standen, wie man auch auf dem ersten Bild sehen kann, etliche Zedern und ich muss sagen, dass ich finde, dass die Zeder einer der Bäume englischer Herrenhäuser und Schlösser. Vielleicht ist es einfach der Einfluss vom Groby-Tree aus „Parade’s End“ (SEHEN-MUSS!!!), aber ich finde es passt. Diese mächtigen, großen Bäume haben eine gewisse Erhabenheit, die den Stolz und die Macht (vergangener Tage) dieser Häuser sehr gut untermalt.

Zusätzlich gab es noch einen wundervollen japanischen Garten, voller Blumen und Blüten. Ich habe es sehr genossen, dort entlangzuwandeln.

Salisbury an sich ist eine süße Stadt und verkörpert auch in gewisser Hinsicht, wie man sich englische Städte in historischen Grafschaften vorstellt. Am besten fand ich die Uralt-Taverne, die ich unbedingt fotografieren musste. Schon beeindruckend, wie lange dieses Gebäude dort steht.

Als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten gilt die Kathedrale, die wirklich von monumentaler Schönheit ist – und riesig! Ich hatte nicht erwartet, so ein großes „Ding“ vorzufinden, auch, wenn es Kathedrale heißt! Besonders toll fand ich den Gang in den Arcaden, so dass ich mich einfach mal hinsetzte und diese Ruhe und Besonnenheit, die fast schon philosophisch war, über mich ergehen ließ. Diese Einsamkeit und Ruhe in den Arcaden der Kathedrale war so ein seltsames Gefühl – aber auch schön!

Mir hat der Aufenthalt dort sehr gefallen, besonders Wilton House war sehr nett, es war schön, dass es nicht allzu überfüllt war, so dass man seinen Aufenthalt wirklich genießen konnte. Die Museums-Damen waren zu dem echt toll und schienen ABSOLUT ALLES über Wilton House zu wissen und erzählten mit einer freudigen Begeisterung vom Bau des Gebäudes und den Van Dyck Bildern.

Wie steht ihr zu Schlössern? Welche mögt ihr besonders (in England)? Freu mich auf eure Kommentare, haut in die Tasten!

Love, Katha

1. Part GB-Reise: When in London

Ahoi!

Mein drittes Mal in Großbritannien sollte keineswegs weniger aufregend oder toll sein, wie in den letzten Jahren. Ich liebe dieses Land mit all seinen Traditionen, seiner Sprache, seiner Heidelandschaften, seinem Regen und ja, auch das Essen ist toll.

Ich erinnere mich noch sehr gut, wie aufgeregt ich war, als ich das erste Mal nach London fuhr. Wie jedes Jahr ging es durch den Eurotunnel und wenn man mal bedenkt, dass man mit einem Zug unter den Ärmelkanal hindurchrast ist das nicht ganz ohne, aber mittlerweile kenne ich das Prozedere und döse nach kurzer Zeit ein. Das Hauptreiseziel in diesem Jahr war eher der Süden Englands, aber wir machten noch einen Zwischenstop in der liebreizenden Hauptstadt.

Den ersten Abend, den wir dort verbrachten, konnten wir einen wirklichen tollen Sonnenuntergang an der Themse beobachten. Unheimlicherweise liegt direkt neben dem ExCel London, das anscheinend irgendeine Art von riesiges Messegelände darstellen soll (von Abu Dhabi gesponsert!) eine Fußgängerbrücke. Aber nicht nur einfach eine stinknormale Brücke, sondern ein gruseliges Stahlgrüst, das gute 15 Meter in die Luft schießt und nachdem ich die quietschenden Treppen mit meiner Akrophobie irgendwie gemeistert hatte, bot sich ein schwindelerregender und doch wundervolles Ausblick – und irgendwie hatte ich, trotz, dass es windig war, am Ende ziemlich viel Spaß.

Ich finde Londons Eigenart faszinierend: wie zivilisiert einfach jeder auf der rechten Seites der Rolltreppe stehen (ich wünschte, so etwas gäbe es hier in Berlin auch!), wie höflich und freundlich die Menschen sind, wenn man mal als unwissender Touri nicht weiterkommt, wie zu jeder Tageszeit Menschen quer durch die Stadt und überall joggen gehen und was ich besonders süß finde ist, dass sich zur Mittagspause einfach jeder mit seinem Sandwich unter den kühlenden Schatten der Bäume im nächstgelegenen Park setzt. Modisch – man hört ja immer vom London Look usw – ist es mehr als kunterbunt und deutlich mutiger als Berlin! Aber es gibt auch duzende tolle Shops, die wir leider nicht in Deutschland haben. Eine gute Ausrede, um shoppen zu gehen.

Apropos, Mittagesse gab ea auch ich war bei Speedy’s und wem das nichts sagt, dann gebe ich mal das Stichwort ‚Sherlock‘, denn Speedy’s ist nichts anderes als die Sandwichbar neben dem Haus, das in der Serie die vermeidliche 221B Baker Street spielt (aber in echt etwas weiter weg liegt und Gower Street heißt).

Die Bedienung war wirklich sehr freundlich und Himmel! Dieses Sandwich war einfach nur göttlich. Jedem, dem das Glück gegeben ist, einen Tag in dieser wundervollen Stadt zu verbirngen, empehle ich nicht nur die klassischen Touristen-Attraktionen, sondern für die Pause zwischendurch auch Speedy’s. Man könnte natürlich preiswerter essen, aber es lohnt sich!

Weitere Highlights in Bildern:

 

Die süße Statue zweier Liebenden steht am Internationalen Bahnhof St Pancras, also direkt neben King’s Cross. Ich sehe sie jedes Mal, wenn ich dort mit dem Zug ankomme und ich liebe sie einfach, weil es ein wundervolles Feeling erschafft und hervorragend zur Romantik eines Bahnhofes passt! Was meint ihr dazu? Bin ich die einzige, die Bahnhöfe romantisch findet?

Diesmal hatte ich GOTTSEIDANK Zeit, mit die National Gallery anzusehen und ich bin mehr als glücklich, dort gewesen zu sein, denn es ist toll. Besonders gut finde ich, dass es kostenlos ist, aber allen voran, weil es so Kultur absolut jedem näherbringen kann. Als ich einen Raum betrat, war da ein Museumsführer mit einer Klasse Grundschülern, der ihnen das Portrait von Charles I. (von Van Dyck) erklärte. Eigentlich lief es wie bei einer Klausur ab: erster Eindruck, was sieht man, wie wirkt es und warum ist es da. Doch wie liebevoll seine Stimme war, wie nett und geduldig er mit ihnen sprach, war sowohl süß als auch einfach klasse. Er erzählte ihnen zusätzlich, dass man bei diesem Museum vor allem eins bedenken sollte: es soll nicht als Staatseigentum angesehen werden, denn dieses Museum gehört de facto jedem – und das find ich gut.

Jap, das Bild mit meiner Hand ist seltsam, aber ich möchte damit eigentlich nur veranschaulichen, wie klein dieses Kunstwerk auf der Millenium Bridge ist, denn es ist ein Bild aus: Überraschung! Kaugummi. Es gibt etliche davon auf der ganzen Brücke, manche, die man auch nicht versteht, aber angesichts dessen, dass da echt viele Kaugummis sind, mag ich die Idee total!

Ich hatte also schöne 1 1/2 Tage in der Stadt, konnte vieles im wahrsten Sinne des Wortes ‚wiedersehen‘ und hatte auch noch perfekt sonniges Wetter.

Wart ihr schon einmal in London? Wie fandet ihr es und was habt ihr erlebt? Ich bin gespannt, neues zu erfahren!

Love, Katha

Een Berlina in Hamburg

Moinsen!

Nach wundervollen 5 Tagen in der Hansestadt mit meiner Klasse, war mir klar: darüber sollte ich schreiben. Ich muss zugeben, dass ich anfangs nicht allzu optimistisch war, da ich schon einige Male in Hamburg war – doch diesmal sollte ich es etwas anders kennenlernen, zusätzlich bekamen wir viel Freizeit zum Bummeln, Entdecken und Shoppen und ich kann behaupten, dass sich meine Meinung um 180 Grad gedreht hat und es die beste Fahrt bisher war!

Hier ein paar Impressionen:

Besonders interessant war das mehr als wechselhafte Wetter: mal äußerst furchteinflößend bewölkt, dann schien aus heiterem Himmel die Sonne, dass man fast in seiner langen Hose verglühte, dann wurde es urplötzlich äußerst windig – es war eigentlich alles dabei.

Unsere Unterkunft war direkt bei den Landungsbrücken, so dass man eine hervorragende Aussicht von der Terrasse hatte, wo wir uns des Abends hinsetzen.

Zusätzlich machten wir verschiedene Touren: am ersten Abend ging es durch St Pauli, eine bunte Mischung von schönen Altbauten, seltsamen Bürobauten, merkwürdigen Gestalten, ekelhaften Mief und Schmutz und Orten, die man wirklich nicht zwei mal gesehen haben muss. Auch die Altstadt und die Hafencity wurden uns gezeigt und eigentlich fand ich die Guides auch ganz okay, nur als die eine Frau propagandahaft anfing von der Elbphilharmonie zu schwärmen, kam es mir etwas unangenhem vor – aber jedem das seine. Am besten war, dass jeder der Guides inklusive des Filmes, den wir in den Katakomben des Michels ansahen uns immer ein und dieselbe Karte von Hamburg um 1750 zeigten, so dass man schon (leicht genervt) schmunzelte, als ein Guide die in die Luft hielt.

Meine Highlights waren vor allem die wundervolle Strandbar StrandPauli, die wir an einem Abend besuchten. Künstlich erlassener Sand, Liegestühle, Betten (!) mit altes Metallgestell, Kisten, Palmen und viel Auswahl mit herrlichem Elbblick. Ich sehne mich fast schon dahin zurück, es war äußerst entspannt, eine wundervolle Atmosphäre und ganz gute Musik – dazu noch der Sonnenuntergang, der sich im Wasser spiegelt.. Seuftz. Witziger war es eher, da hinzufinden: der Rest unserer achtköpfigen Truppe war schon vorgegangen und da ich den Weg nicht kannte und mir nur gesagt wurde, es liege irgendwo bei den Landungsbrücken, lief ich also herunter und sah mich um. In der Tat, da war eine riesige Bar mit einem Strohzaun umzäunt, so dass man nichts sehen konnte und irgendwie wollte sich der Eingang auch nicht finden lassen – das war jedoch nicht StrandPauli, was ich aber nicht wusste. Ich rief also meinen Kumpel Nils an, der mir die äußerst hilfreiche Beschreibung „da entlang der Allee mit den Bäumen, nach Landungsbrücken, mit Palmen und Sand und Liegestühlen… ja keine Ahnung, wie die heißt… ach doch… Strand Pauli. Nein, ohne den Strohzaun.“ gab, denn so ziemlich alles außer Name und Strohzaun traf auch auf diese Bar zu. Ich lief also wieder hin und her und kam mir im wahrsten Sinne des Wortes verarscht vor, bis ich die Polizei traf – die anfangs ebenso verwirrt wie ich war, bis ein Kollege meinte, dass hinter der Strohzaunbar hinter einer äußerst hässlichen Baustelle etwas liegen könnte, was dann auch der Fall war (Danke nochmal!). Die Baustellenbeschreibung war dann ausschlaggebend dafür, dass ich sie fand.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Musicals „Der König der Löwen“, der sich echt lohnte und ich kann es nur empfehlen. Am selben Morgen stand ich mit Nic um kurz nach vier auf, um mir den Sonnenaufgang anzusehen und ich glaube, wenn man sich die Bilder ansieht, merkt man, dass es sich mehr als gelohnt hat. Dieses spiegeln des rotes Glühens in der Elbphilharmonie

Ich hatte verdammt viel Spaß mit meinen Freunden und bin happy, dass ich da war und kann nur sagen: Leute, ab nach Hamburg!

Love, Maret


„Düfte sind die Gefühle der Blumen“ – Heinrich Heine