Bookstagram & Ich

Der Balkon und Ich

Ein Samstagvormittag: es ist ziemlich frisch auf meinem Balkon, wenn ich müde seufze, bildet mein Atem weiße Schlieren in der Luft. Ich trage mehrere Schichten: ein T-Shirt, ein dicker Cardigan, Wollsocken und ein Schal natürlich, sie geben mir Wärme und erlauben mir sogar ein bisschen Bewegungsfreiheit.
Die Sonne scheint fröhlich auf den Balkon, das ist gut, das muss ich nutzen. Denn die Sonne ist mein Freund, sie spendet Licht, das ich gut gebrauchen kann.

Auf einer Holzplatte stehen Kerzen, Laubblätter und ein Stapel weißer Bücher. Liebevoll ordne ich sie an, ich lasse mir Zeit, es hat einen sehr entspannenden Effekt eine Art ordentliches Chaos zu kreieren. Manchmal stelle ich noch einen Topf Blumen dazu oder die aktuelle Tageszeitung. Als letztes schließlich zücke ich meine Kamera (manchmal auch mein Handy) und hopse herum, bis ich den perfekten Winkel gefunden habe für mein Foto – vermutlich sehe ich dabei Rumpelstilzchen ziemlich ähnlich.

Warum das alles?

Nun, ich bin, wie auch auf in der Widget-Leiste verlinkt, mittlerweile ziemlich aktiv auf dem social media Kanal Instagram, besser gesagt, auf einer etwas spezielleren Form des Ganzen namens Bookstagram. Ja, ich fotografiere Bücher, ordne sie an, mache sogenannte „Tags“ (auf den Blogs nennt man sie meistens Stöckchen) und habe immensen Spaß.
Was als simpler Zeitvertreib mit dem laschen Gedanken „Okay, ich probiere mal Insta aus“ ist tatsächlich ein Hobby geworden.

Quantität und Qualität

Es ist natürlich ein wesentlicher Teil dieser social Media Präsenz. Besonders, als meine Zahl an Followern anstieg, nahm auch mein Elan, täglich etwas zu posten, zu. Nur, wie man das dann für sich selbst auslegt ist die Frage.
Es gibt so viele Bookstagrammer auf Instagram, ich habe selbst überhaupt keinen Durchblick obwohl ich das nun seit ca. einem halben Jahr intensiv betreibe. Jeder hat seinen gewissen Stil, manche sogar enormen Wiedererkennungswert und unglaubliche Anzahl an  Follower in fünfstelligen Bereichen.
Ich habe an mich selbst den gleichen Anspruch, wie an meinen Blog: Ich möchte etwas gut geschmiedetes hinterlassen, ich möchte nicht langweilen und mich doppeln. aber vor allem mich selbst verwirklichen.

Allerdings sehe ich sehr häufig Menschen, die ein Buch beispielsweise drei Tage hintereinander fotografieren. Schön und gut und jedem das seine. Allerdings empfinde ich das für mich als unkreativ, da poste ich lieber nicht täglich und hinterlasse Content, den ich nicht schon vier bis fünf mal gezeigt habe.
Was mich aber mein Stolz dann kostet, sind Follower. Ja, richtig, wenn ich mehrere Tage nicht poste und wehe mir, dass ich mal etwas anderes zeige als Bücher, dann folgen mir die Leute nicht mehr. Was mich am Anfang aufgeregt und auch etwas persönlich beleidigt hat, versuche ich mit einem Schulterzucken hinzunehmen.
Natürlich freue ich mich, wenn mir neue Menschen folgen, wenn ich ein größeres Publikum erreichen kann (selbiges gilt natürlich für meinen Blog). Aber wenn jemand mich nur deshalb „mag“ und abonniert, weil ich nur Bücher zeigen soll, hat sich derjenige in mir geirrt.
Denn so sehr ich Bücher auch liebe, nur Bücher … wäre mir viel zu langweilig. Manchmal sind es kleine Zeichnungen, häufiger Altbauten und Architektur, die ich bewundere. Weil ich mich über so viel mehr Dinge definiere, als nur Bücher. Das mag ein Nachteil sein, dass ich auch kein reiner Buch- oder Filmblogger bin, dass ich mich nicht spezifiziere. Aber verdammt, ich würde mich vor mir selbst langweilen.

Meine Zufriedenheit mit meinem Insta-Feed gilt vor allem meiner Zufriedenheit mit den Werken, die ich hinterlasse. Ich werde nicht um Follower betteln, solche Hashtags wie #likesforlikes oder #followforfollow benutzen und überall „love it“ kommentieren. Es ist natürlich jedermanns eigne Entscheidung, wie er Insta und andere social media seiten auslebt. Denn ich möchte hier niemandem vorschreiben, wie er seine Seite zu pflegen hat. Ich schreibe, wie ich es hier mache, und wie ich es persönlich für gut halte. Und die Qualität und die Reflektion meiner selbst in meinen „Werken“ ist mir wichtig.

Ich habe regelmäßig Kreativlöcher, es ist eine Kunst, sich etwas auszudenken, aber gleichzeitig macht es so Spaß, denn irgendwie ist man nicht allein, ganz im Gegenteil, mit manche Leuten entwickelt man eine Art „Bücherbeziehung“ , kommentiert gegenseitig und tauscht sich über Romane aus, was einer der schönsten Seiten an Bookstagram ist.

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Der beste Filter ist immer das natürliche Licht

Wie kann man so viele Bücher besitzen?

Das frage ich mich regelmäßig, wenn ich auf Insta manche „shelfies“ sehe, also selfies von Bücherregalen, die sich scheinbar über meter strecken, wo die Bücher nach Farben sortiert sind und wunderschöne Ausgaben der „Clothbound Classics“-Reihe des Penguin Verlags (also hochwertige und nicht gerade Preiswerte Auflagen von Klassikern) besonders hervorstehen. Ich kann es mehr oder weniger empirisch belegen, welche Auswirkung das auf mich hat: ich möchte nämlich unbedingt noch mehr Bücher besitzen. Auch schon vor Instagram war mein Buchkaufverhalten manchmal etwas bedenklich, aber ich kaufe seitdem definitiv mehr Bücher.

Ich muss allerdings auch sagen, dass es Augenblicke gibt, wo ich mich frage, ob das nicht eigentlich alles materialistisch-kapiltalitische Selbstdarstellung ist, angeben, wie viel man sich leisten kann. Wenn man zynisch und insta-feindlihc sein will, kann man das über alles sagen, über Blogger, die viel Reisen oder professionell fotografieren, über Instagrammer, die stolz ihre Chanel Classic Flap Handtasche neben einem riesigen Starbucks-Gettränk präsentieren, über… ja, über alle.
Mein Gott, nein. Es ist toll anzusehen, es ist toll, Freude zu teilen, es ist einfach toll. Lasst die Leute tun, was sie glücklich macht und seht es euch nicht an, wenn ihr nur trollen möchtet. Für mich persönlich ist die Plattform natürlich eine Austauschmöglichkeit und es bleibt jedem selbst überlassen, worin er oder sie sich wiederfindet. Dazu noch ein wunderbar böser Kommentar [hier] der YouTuberin Alexa Losey. Denn bei Instagram geht es einfach  darum, sich kreativ frei zu fühlen und nicht den Druck, berühmt zu werden, weil es viel wichtigeres im Leben gibt.

Was YouTube sagt

Wenn man bei Youtube Insta-Theme oder Insta-Famous eingibt, findet man verdammt viele Videos. Das sogenannte Insta-Theme beschreibt, wie der eigene Feed Bilder aus ähnlichen oder gleichen Farblementen  bestehen soll und dass säntliche Bilder die gleiche Belichtung haben müssen usw. Im Grunde genommen, dass alle Bilder auf eine unterschiedliche Weise gleich aussehen sollen und das diese Weise eines „perfekten Feeds“ zu mehr Ruhm führen käme. Nun so simpel das auch klingt, so schwierig ist das und meines Erachtens ist mein Leben zu bunt, um sich auf einen monochromen Feed aus  beispielsweise  Weiß und Pastellfarben zu beschränken. Ferner erfährt man, wie man durch bestimmte Arten von Postings besonders viele Follower bekommt und das es tatsächlich Apps gibt, die einem Statistiken anzeigen, welche Bilder am beliebtesten sind, um welche Uhrzeit man posten soll…

Oh ja, Instagram ist eine ernstzunehmende, perfektionistische Wissenschaft! Zumindest für andere. Denn man kann das ganze natürlich mit viel mehr Humor und Leichtigkeit betrachten.

Tatsächlich fand ich neulich irgendwo in den Untiefen von YouTube ein ganz lustiges Video darüber, wie sich Bookstagram in der Realität anfühlt und welches auf humorvolle Weise herausstellt, wie man damit kämpft, ein gutes Foto aus gewissen Winkeln zu machen und dass das bookstagrammer-Leben natürlich deutlich glamourös ist, als es scheint, als es ist. Das alles mit einem Augenzwinkern.

Ein paar Bookstagrammer, die ich bewundere:

@lottelikesbooks
@mscaulfield
@maru.books
@azriela.moone
@bluestockingbookshelf
@mynerdywonderland
@beautywithbooks
@earlgreyandbooks
@bookolanda

Es gibt natürlich einen großen Haufen an tollen Bookstagrammern, das hier sind die, die mir aus dem Stegreif eingefallen sind. Wenn ich euch noch nicht komplett vergrault habe, könnt ihr auch gerne mal meine Insta-Seite besuchen! @katha-logisch

Ich bin gespannt auf eure Kommentare und verlinkt mit gerne eurer Instagram-Profil, falls ihr eins habt.

Love, Katha

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Der*Die*Das Ersti: eine Studie

Moin Moin!

Ja, ihr habt richitg gelesen, heute geht es um Erstis, denn ich bin nun einer. Genauer gesamt, ein Erstsemester in dem Fach Sozialwissenschaften, welches Soziologie und Politikwissenschaft umfasst. Und weil in meinem sehr linken Studiengang viel Wert auf Gender gelegt wird, möchte ich schon beim Titel damit anfangen.

Nach dem Abitur war es keine leichtes Los, mich dafür zu entscheiden, was ich studieren möchte, allein, dass ich studieren wollte, stand ziemlich fest für mich. Ich wollte etwas Neues erfahren, in etwas eintauchen und sein Innersters verstehen und auch ein bisschen vergessen, dass ich bei der Universität der Künste Berlin abgelehnt wurde. Mangel an Talent hieß es. Erst war ich sehr verletzt, aber meine Gefüuhle haben sich verändert, vielleicht soll es so sein, dass ich mein Hobby nicht zu Beruf mache, und in der Abhängigkeit von meiner Kreativität zu leben, Brot zu erwerben, das bewundere ich lieber an Anderen.

Ständig wurde ich in denen letzten Woche gefragt, wie ich denn auf Sozialwissenschaften, liebevoll SoWi genannt, gekommten bin. Meist überkam mich ein Schmunzeln und ich gestand offen, dass ich eigentlich Bildene Kunst studieren wollte und nun eine andere meiner großen Interessen gewählt habe. Häufig begegnen mir verwunderte, ja skeptische Blicke, die das nicht glauben wollen. Ach Gott, die ist 18, die kann eh nichts wissen verrät das Funkeln in den Augen. Von Kunst auf SoWi, was ist das denn für eine? Weißt du überhaupt, was Politikwissenschaft ist?

Denn wenn etwas als eine feste Tatsache zu sagen ist (und ich habe in den letzten Wochen vieles über Theorien gehört!), dann dass der Altersdurchschnitt meines Studiengangs sich irgendwo Mitte 20 bewegt. Es schüchtert schon ein, denn noch nie in meinem Leben war ich so sehr ein Küken.

Aber was ist dieses Wesen, der Student, die Studentin – wahrscheinlich ist Studierende zu sagen, die praktischere Form -, was kennzeichnet sie?
In den letzten Tagen war ich viel in der Mensa und habe ein bisschen beobachtet. Meine Soziologie-Dozentin erklärte bereits bei der ersten Sitzung, dass es ein Seminar zu der Soziologie am Beispiel des Berghains gebe, sie sparch davon, als gäbe es nichts selbstverständlicheres, als ins Berghain zu gehen. Nun, ich … bin nicht im Berghain. Und ich wohne auch nicht in Kreuzköllnprenzlberg („Wie, du wohnst nicht in der Nähe? Das heißt ja, dass du voll lange fahren musst! Zieh doch inne WG!“)
Es gibt offensichtlich ein sehr spezielles Bild des Studenten, vielleicht auch des SoWi-Studenten. Ich versuche also herauszufinden, wie ich denn zukünftig zu seien habe.
Mein Alter stimmt schon mal nicht, meine Party-Orientierung (meine Party-Lust übrigens auch) offenbar auch nicht. Wie muss ich denn noch sein? Ach ja genau, politisch links!
Als ich an meinem ersten Tag in das Institutsgebäude kam, erwarteten mich vor allem zwei Sachen: eine Omnipräsens des werten Herrn Karl Marx und der Antifa. Sticker, Parolen, Jutebeutel mit roten, fünfzackigen Sternen sind nun mein neuer Alltag.

Stylemäßig sehe ich verschiedenes auf dem Campus: junge Hipster*innen, die selbst bei fünf Grad Außentemperatur in ihren Jeansjacken und schwarzen, dünnen Strumpfhöschen nicht frieren. Außerdem Alternative, mit „Kein Mensch ist Ilegal“-Pullovern, bunten Dreadlocks und Doc Martens. Fashionqueens, welche die neusten Trends aus Paris beim Anstehen in der Mensa modelhaft vorführen.
Ich, im überfüllten Hörsaal, sitzte dazwischen diesen in meinem grünen Holzfellerhemd und einer engen schwarzen Jeans und versuche von all den Eindrücken nicht auf ein mal überflutet zu werden. Bin… ich denn gut genug für SoWi? Zumindest mein Abidurchschnitt sieht das so. Manche scheinen hier so auf alles zu scheißen, dass sie selbst dadruch cool wirken, vielleicht sollte ich das auch probieren?

Halt stoppt. Dieser Welt dreht sich zu schnell, ich muss mich kurz sammeln!

Ich muss dabei nichts davon sein, nicht älter, was ich auch überhaupt nicht beeinflussen kann, nicht betrunkener, nicht demonstrierend, kein Ausbildungs-Hintergrund, kein Vorwissen über die nächsten Semestern SoWi.
Ganz konservativ fahre ich mit der Bahn zu Uni, versuche erstmal klar zu kommen und bin kein Vegetarier, habe keine WG und zwei Nebenjobs. Es ist so unfassbar schwer, sich nicht in den Sog dieser Erwartungen zu begeben.
Aber moment, dann bin ich ja in gewisserweise auch Alterntiv? Dann gehöre ich auch irgendwo dazu! Während ich diese Zeilen tippe, überkommt mich ein leises Schmunzeln, wie gut es doch tut, seine Gedanken zu sammeln.

Mich fragte neulich jemand, wie viele Menschen in meinem Studiengang wären, ich antwortete, dass es vermutlich um die 200 seien. Mein Gesprächspartner schumnzelte: „Vielleicht hast du noch nicht die richten Leute kennengelernt.“

Ich werde gerne weiterberichten von meinem „aufregenden“ Studentenleben.

Alles Liebe,
Katha

SZIGET 2016

Dass ist die letzten Tage Blogtechnisch im Abstinenz gelebt habe, hatte seine Gründe. Nachdem ich letztes Jahr bereits über das wunderbare Budapest berichtet hatte und einen Tag auf einem der größten Festivals Europas verbracht hatte, packte mich eine gewisse  Sehnsucht, erneut diesen grandiosen Ort zu besuchen und so kam es, dass ich unglaubliche 7 Tage auch dem Sziget-Festival verbrachte und eine absolut geniale Zeit.

Also erstes musste man natürlich irgendwie zum Sziget, welches sich, wie der ungarische Name verrät, auf einer Insel befindet. Dafür gab es verschiedenste Verkehrsanbindungen über Shuttle, Fähren, Zügen und Busse. Es gibt verschiedene Arten von Pässen, man kann volle 7 oder 5 Tage bleiben oder sich täglich ein Ticket kaufen, welches rund 60 Euro kostet. Da die ungarische Währung recht schlecht steht (1 Euro entspricht rund 300 Forint) ist es besonders für Menschen aus Euroländern oder noch besser, Schweizern, ein moderates Festival. Oder um es grob mit den Worten von K.I.Z.  zu formulieren: Wir Deutschen leisten uns hier etwas, was für den normalen Ungarn sehr teuer ist. Traurig, aber wahr.

Am ersten Tag war es brechend voll und wir standen eine halbe Ewigkeit an, bevor wir unsere Bändchen erhielten. Diese waren mit einem Chip versehen, wo der Personalausweis eingescannt wurde und an späterer Stelle genausten überprüft – jeden Tag aufs Neue. Was erstmal aufwendig klingt, ging bis auf den ersten Tag jedoch stets ratzfats und erhöhte zusätzliche die Sicherheit des Festivals.

Zunächst zum Line-Up, welches sehr durchmischt ist aus den verschiedensten Musikrichtungen, aber ich denke, dass ist gerade das Schöne, weil so für jeden etwas dabei ist: Rihanna, Muse, Manu Chao, David Guetta, Sia, The Lumineers, Kaiser Chiefs, Bastille, John Newman, Parov Stelar, Noel Gallagher’s High Flying Birds, SUM 41, Sigur Rós, Roisin Murphy, Kodaline, Bring me the Horizon, The Last Shadow Puppets, MØ, The Chemical Brothers, BØRNS, M83, Jess Glynne, K.I.Z., Aurora, Bullets for my Valentine, Years & Years,  Kovacs, Quimby, Parkway Drive… u.v.m.
Ich habe auch nicht längst alle von diesen Künstlern gesehen, sondern die farblich markiert, welche ich live erlebt habe, aber schon das war absolut großartig.
Es war für mich nicht nur eine ganz neue Erfahrung, so lange auf einem Festival zu sein, sondern auch das erste Mal die Seite Airbnb zu benutzen, denn ehrlich gesagt ist meine Camping-Erfahrung doch sehr begrenzt und 7 Tage habe ich mir (noch) nicht zugetraut. Allerdings war es sehr entspannt gen Abend zu der Insel zu tuckern und Teil dieser eignen Welt zu werden und spät in der Nacht in ein weiches Bett im wunderschönen,zentral gelegenen Stadtteil Józsefváros (der 8. Bezirk)  zu fallen. Festival, aber sehr entspannt.

Auf dem Sziget gab es jedoch nicht nur Musik und ganz viele Essens- und Getränkestände. Täglich um 19 Uhr fand an der Main Stage eine große Party statt, mal mit Farben (also ein Holi), Pompoms, Flaggen oder auch Konfetti. Das tolle war, dass das entsprechende Material gratis verteilt wurde und man, selbst wenn man nicht ganz vorne stand, eine gute Chance hatte, etwas abzubekommen. Ich selbst war mehr oder weniger zufällig bei der Konfetti-Party, wo ich eigentlich nur auf Noel Gallagher’s High Flying Birds wartete und hatte immensen Spaß.
Ansonsten war es toll, dass es von den Angeboten, wie z.B. Merch-Ständen, Festi-Pay (man konnte nämlich nur mit eine Prepaid-Karte zahlen) Sanitäranlagen und Essensbuden genug gab, so dass man nie besonders lang anstehen musste. Alles in einem war das Festival großartig organisiert – man merkt halt, dass die Veranstalter dieses Event seit 1993 jedes Jahr für rund 400.000 Besucher zum Leben erwecken. Tatsächlich ist es mehr als kunterbunt, wir trafen viele Holländer, Franzosen und Deutsche, sahen aber auch Brasilien- und Argentienienflaggen, nicht zu sprechen von Australien und Kanada!

Die Insel bietet zusätzlich ein Luminarium, also ein Zelt mit Lichtshow, tägliche Schachwettkämpfe, es gab Zirkusshows, man konnte Baden oder ins Kino gehen und kleine ungarische independent Filme sehen oder bei Rossmann einkaufen, für Entspannung sorgten Gartismassagen und bei Notfällen gab es eine Apotkete und eine Ambulanz. Außerdem gab es Spots für Lagerfeuer und Chill-Areas, sowie einen Stand für NGOs und sogar eine Anlaufstelle mit Vermittlern für Botschaften, im Falle, dass man ein Ausweisdokument verliert. Praktisch alles!

Ebenfalls toll war das kleine Info-Heft, welches man bei der Taschenkontrolle bekam (die auch wirklich ernst genommen wurde), welches aussah wie ein Pass und innen sämtliche Veranstaltungen, Venues und Infos enthielt.IMG_0960.JPG

Nachts wurde das Sziget jedoch noch viel bezaubernder: Bunte Lichter in den Bäumen leuchteten auf, zwischen diesen aufgespannte bunte Regenschirme (s. Beitragsbild) oder auch ein riesiger kunstvoll bemalter Oktopus in den Ästen. Die kleinen Lampions gefielen mir jedoch am besten, weil sie wie eine Art Glühwürmchen zwischen den Baumkronen funkelten.

Drei meiner persönlichen Highlights waren die Auftritte von Muse, Boy und Aurora. Ersteres ist ziemlich offensichtlich, denn es ist absolut grandios so eine große und berühmte Band ein mal live gesehen zu haben, besonders wenn man ein großer Fan ist. Ich stand mit einem singenden Mop in der Menge und wir brüllten alle fast wie gehirngewaschen zu „Uprising“. Das hat schon was!
Bei Boy, eine deutsch-schweizer Band, die ich seit einigen Jahren höre, konnte ich nicht nur meinen Lieblingssong „Little Numbers“ endlich in person erleben, sondern gab es auch einen herzzerreißenden Heiratsantrag auf der Bühne.
Und Aurora habe ich dieses Jahr schon im Heimathafen Neukölln (Berlin) im März gesehen, eine ganz zarte, norwegische Sängerin mit berührenden Liedern. Bei ihr ging mein Herz förmlich auf, weil man eine richtige Entwicklung bei der jungen Dame sehen konnte, sie wuchs über sich hinaus.
Alles in einem waren die meisten Musiker offen und lustig und gingen hervorragend auf ihr Publikum ein, wie die Kaiser Chiefs und K.I.Z. Toll war auch, dass Noel Gallagher, der früher Mitglied von Oasis war, sogar „Wonderwall“ sang, was sich fast schon historisch anfühlte.
Zwei Enttäsuchungen gab es jedoch auch: Rihanna kam nicht nur eine halbe Stunde später, sondern sang nicht ein mal live, jedoch war das noch immer besser als Sia, weil sie wenigstens eine gute Choreo hinlegte. Natürlich ist es immer Geschmackssache, aber Sia, die auch zu spät kam, stand wie eine Eissäule mit verdecktem Gesicht auf der Bühne und sang einfach, während ihre großartigen Tänzer die ganze Arbeit leisteten – ziemlich enttäuschend.

Zusammengefasst war es absolut exorbitant und ein wunderbares Erlebnis mit Gänsehautfaktor, welches ist wirklich empfehlen kann!

Ich hoffe, ihr hattet alle einen wunderbaren Sommerurlaub und freue mich auf Kommentare. Wart ihr dieses Jahr auf einem Festival?

Love, Katha

Tag: Book Courtship

Hallöchen!

Erstmal ein großer Seuftzer, endlich habe ich meine schriftlichen Prüfungen überlebt! Als zweites ein fettes Danke an meine beste Freundin und Bloggerin Charlie @keinezeitfuerlangeweile.blogspot.defür das Tagen. Kurzum, hier ist er, der Book Courtship Tag! (siehste, ich habe gar nicht so lang zum beantworten gebraucht!)

1.) Initial Attraction: A book you bought because of the cover
(Sofortige Anziehung: Ein Buch, das du wegen des Covers gekauft hast)

Ich bin ein schlechter Leser, denn ich glaube, da gibt es einige. Mich, als großen Kunstliebhaber, trifft dieses Symptom ziemlich stark. Anfang dieses Jahres erschienen vom Penguin Verlag in ihrer Penguin Classics Reihe neu aufgelegte, bezaubernde Versionen von Fitzgerald, u.a. The Great Gatsby und The Last Tycoon, die ich beide besitze. Mal sehen, wann ich sie lesen werde. Vor allem was Klassiker angeht, investiere ich gerne in besonders tolle Ausgaben (ich weiß ja, dass ich sie irgendwann lesen werde). Ein Buch, was seit ca. einem Jahr bei mir rumsteht und darauf wartet, gelesen zu werden ist „Red Queen“ von Victoria Aveyard – erst später sollte ich feststellen, wie sehr es in der Instagram-Community gefeiert wird…

2.) First Impression: A book you got because of the summary
(Erster Einruck: Ein Buch, das du aufgrund der Inhaltsangabe gekauft hast)

„Lucian“ von Isabel Abedi. Sollte ich keinesfalls bereuen, es ist ein bezauberndes Jugendbuch. Mich verführen häufiger Klappentexte und ich wurde selten enttäuscht.

3.) Sweet Talk: A book with great writing (Süße Worte: Ein Buch mit tollem Schreibstil)

Eigentlich ist für mich guter Schreibstil eine Voraussetzung, dass ich ein Bcuh gut finde. Sprache ist so etwas bezauberndes, filigranes, vielfältiges und jeder, der Bücher veröffentlicht, sollte meiner Meinung nach sich selbst zum Ziel machen, das meiste aus seinem Wortschatz rauszuholen. Es ist schließlich das Werkzeug!
Besonders toll finde ich Carlos Ruiz Záfon, der es mit einer leichten Blumigkeit schafft, ein mysteriöses Barcelona zu malen, das so plastisch und real scheint…
Außerdem der große Meister des schwarzen Humors und der ulkigsten Figuren: Charles Dickens (meine Rezension zu seinem Meisterwekt „Große Erwartungen“ findet ihr hier.

4.) First Date: The first book of a series which made you want to pursue the rest of the series (Erstes Date: Das erste Buch einer Serie, das dafür gesorgt hat, dass du den Rest der Reihe lesen wolltest)

Rubinrot…

5.) Late Night Phone Calls: A book that kept you up all night long
(Anrufe spät in der Nacht: Ein Buch, das dich die ganze Nacht wachgehalten hat)

Ganz simpel: Die Harry-Potter-Reihe, wenn man erstmal anfängt, kann man gar nicht mehr damit aufhören!

6.) Always On Your Mind: A book you could not stop thinking about
(Immer in deinem Kopf: Ein Buch, über das du nicht aufhören konntest nachzudenken)

Der Schatten des Windes. Ich werde wohl jeden Menschen, den ich kennenlerne, früher oder später fragen, ob er es kennt und wenn ja, wie er es fand. Ich habe selten eine Geschichte gelesen, die mich so fasziniert hat und gleichzeit Literatur noch mehr lieben. Eine neuere Entdeckung war für mich aus dieser Schublade defintiv „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers.

7.) Getting Physical: A book in which you love the way it feels
(Es wird körperlich: Ein Buch, bei dem du liebst, wie es sich anfühlt)

Zum einen „Alicia“ von Berhahrd Hennen (zumindest in manchen Zeilen des Romans) für dieses wundervoll kribbelnde Gefühl vom frisch verliebtsein, wenn man glaubt, dass man Bäume ausreißen könnte und gar nicht weiß, wohin mit der ganzen Glücklichkeit, aber auch diese verrückte Abenteuerlust. Und – das klingt jetzt vielleicht obszön – „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind. In dem Gehirn diesen komplett besessene Jean-Baptiste zu stecken und de facto nach dem absoluten Parfum zu suchen, dem Geruch von Liebe, diesem so mächtigen Lebensexiszenzdrang ein Parfum zu erschaffen, ist so genial und abartig zugleich, ich liebe und hasse es irgendwie. Jedenfalls lässt es mich nicht los, seitdem ich es gelesen habe, und das ist meiner Meinung nach eine der höhsten Künste im Bereich der Literatur.

8.) Meeting the Parents: A book which you would recommend to your friends and family
(Die Eltern treffen: Ein Buch, das du deinen Freunden und deiner Familie empfehlen würdest)

„Northern Lights“ bzw. „Der Goldene Kompass“ von Philipp Pullman. Ich denke, es ist ein Buch, welches man schon in den frühen Jahren von 11 lesen kann und mit Ende 20, 30 was weiß ich, noch immer liebt. Magie und die Brise von Abentuerlust mit einer wunderbar neugierigen, hinreißend intelligenten Protagonistin in einer verwunschenen Welt. Und als krönendes Sahnehäubchen: der Schreibstil.
Ich würde sagen, obwohl ich ein Neuling in diesem Gebiet bin, dass die Harry Potter Reihe aus ähnlichen Gründen definitiv auch in diese Kategorie fällt.

9.) Thinking About the Future: A book or series that you know you’ll re-read many times in the future. (Über die Zukunft nachdenken: Ein Buch oder eine Reihe, von der du weißt, dass du sie in Zukunft noch oft lesen wirst)

Ich kann ja nicht ständig vom Schatten des Windes reden – allerdings muss ich gestehen, dass ich Bücher nur sehr selten noch mal lesen, einfach auch, weil es noch zu viel für mich zu entdecken gibt. Mir hat es in meiner frühen Jugend die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier sehr angetan, eine leichte, lustige Wohlfühllektüre mit Spannungsfaktor. Ich erinnere mich mit welcher Leselust ich sie damals verschlungen habe und vor Entzückung ganz und gar aus dem Häuschen war. Ich denke, es würde mir heute und in 10 Jahren auch noch gefallen, weil es einfach eine tolle Reihe ist.

Ich tagge:

Gian von gnbworld.wordpress.com
Ulrike von leselebenszeichen.wordpress.com
Rosa von diogenesclubbing.wordpress.com

Love, Katha

Liebster Award #3

Ahoi!

Ich arbeite gerade meinen Zettel an zu schreibenden Beiträgen ab, wollte mir aber wirklich Zeit für die Beantwortung dieser Fragen nehmen, um ein möglichst gutes Ergebnis dabei zu erzielen. Danke nochmal an die ganz wunderbare Koriandermadame von Zeit dass es Zeit wird (genialer Name, btw)!

Lieblingssong?
Schwierig. Tatsächlich höre ich seit einem halben Jahr mehr oder weniger regelmäßig viel von Keane, besonders „Somewhere Only We Know“ hat es mir sehr angetan! Gut, ich bin ehrlich: ich nerve wahrscheinlich meinen ganzen Freundeskreis damit, wie sehr ich dieses Lied feier. Zweiter Lieblingssong „Can’t Pretend“ von Tom Odell.

Lieblingsessen?
Nudeln, alles Mögliche mit Nudeln! Und natürlich ein richtig saftiger, frischer Burger.

Lieblingsbuch?
„Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Defintiv.
Ich liebe viele Bücher, z.B. „Große Erwartungen“ von Charles Dickens oder „Der Goldene Kompass“ von Philip Pullman (die übrigens beide bei mir rezensiert sind, falls jemand sie nicht kennt.

Lieblingsfilm/serie?
Downton Abbey und Sherlock. Diese Fragen sind ziemlich schwierig, also versuche ich einfach mit dem ersten Impuls zu antworten, denn ich binge (wenn ich mal keine Klausurphase habe) so einiges…

Lieblingsbild/foto?
Als große Kunstliebhaberin und Bewunderin könnte ich jetzt sehr viel aufzählen, aber mein Herz schlägt besonders für Portraits, deshalb wähle ich eins, das ich sehr bewundere: „Jenny Lind“ von Eduard Magnus. Es spornt mich an mit der Hoffnung, eines Tages selbst ein so gefühlvolles Portrait mit einer immensen Ausstrahlungskraft zu schaffen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Magnus_Jenny_Lind.jpg

Erste Erinnerung?
Ich habe keine Ahnung, sorry.

Lieblingsspruch/zitat?
„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“ – Theodor Heuss. Es hilft mir, mich daran zu erinnern, nicht so schwarzmalerisch zu denken.

Wie ehrlich bist du?
Bei Beantwortung dieser Fragen: absolut. Ansonsten: so ehrlich wie möglich und nötig. Ich denke, man tendiert häufiger dazu, sich auch selbst unbewusst zu belügen, ja, was ist schon wahr – daraus könnte nun eine ganz große philosophische Diskussion werden *lach*

Welchen Song assoziierst du spontan mit mir?
„Barfuß am Klavier“ von Annenmaykanereit, weil ich ihn vor ein paar Monaten auf meinem Blog gepostet habe und du ganz begeistert darüber warst, was mich sehr gefreut hat, weil ich jemanden inspirieren konnte!

Tipps für Neu-Blogger?
Ambitioniert und originell bleiben und  bei anderen Blogs vorbeischauen.

Stelle dir hier eine Frage deiner Wahl und beantworte sie! Was hörst du gerade?
Storms“ von Tom Odell (ich liebe ihn!!!)

Da dies schon mein dritter Liebster Award ist – was mich ziemlich erstaunt und auch berührt – werde ich nicht 11 Blogger markieren, da ich das schon Mal gemacht habe. Trotzdem ein ganz fettes Danke, an alle, die meinem Blog folgen und ihn lesen, weil mir das wirklich die Motivation gibt, unbedingt weiterzuschreiben.

Alles Liebe
Eure Katha

Kolumne: Suche nach mir selbst

Was ist das, was einen wirklich ausmacht? Wie würdest du dich selbst definieren?  Was möchtest du machen? Aber vor allem, wer willst du sein?

Es gibt kaum andere Fragen, die mich zur Zeit so beschäftigen wie diese. Es fühlt sich doch an, wie vor einer Gabelung zu stehen, nur dass es eher ein freies Feld ist und der Horizont so fern blutrot glüht. Es ist eine Sache Abitur zu machen, sich durch Prüfungen zu kämpfen und die letzten Wochen störrisch die Zähne zusammenzubeißen, um noch das letzte Tröpfchen Kraft aus mir herauszupressen. Ich wate durch Moore, schlage Gstrüpp aus meinem Weg, klettere über Hindernisse – ich weiß, was ich tue (meistens bin ich auch überzeugt davon), ich weiß bloß nicht in welche Richtung ich eigentlich gehe. Und während ich mich kurz zur Rast unter einen Baum setzte und den nächtlichen Himmel anstarre, hunderttausende kleine Sterne in der Ferne leuchten sehe, fühle ich diese schiere Unendlichkeit, in der ich so fürchterlich klein bin.

Bis jetzt gab es den Weg, der vorgegeben war, zumindest nur kleinere Abweichungen waren möglich und so sehr es mich freut daran zu denken, bald niemals wieder den Dschungel der Analytischen Geometrie betreten zu müssen oder gar abzuleiten, ich habe keinen Schimmer, was jetzt passiert.

Was will ich überhaupt? Es klingt fast schon luxuriös, wie viel Wahl ich habe. Zumindest kann ich ein paar Dinge ausschließen.

Nun versuche ich darüber nazudenken, was mit mir nach der Schule werden soll und ich stoße auf eine zweite, noch exitenziellere Frage, die meinen dauererschöpften, siebzehnjährigen Kopf doch ganz schön brummen lässt: Wer bin ich überhaupt? Andere können mich beschreiben, sagen, dass ich groß sei, nachdenklich, mürrisch, kreativ, sarkastisch – und diese Adjektive nehme ich auf, wie ein Schwamm und akzeptiere sie. Ein paar dieser ‚Tags‘ füge ich selbst hinzu: rechthaberisch, ungeduldig- Ganz am Ende kleben sie an mir, überall, Adjektive ohne Ende. Aber bin ich einfach ein Produkt aus Wertungen? Ist meine Essenz letztlich das? Ich kann einen Menschen beschreiben, lang und breit, episch wie ein euphorischer Johann Wolfgang von Goethe, wortgewandt und feinfühlig präzise. Aber diese Person zu erleben ist etwas ganz anderes, unsere Sprache ist dafür nicht geeignet, noch weniger dieses kategorisierende Schubladendenken.

Ich verändere mich, flink wie die Moleküle in flüssigem Aggretatzustand, mein Charakter ist kein Zustand – das macht alles aber nur so viel schwieriger! Und das Schlimmste ist, dass sich alles so unfassbar endgültig anfühlt und ich aber gar nicht weiß, ob ich in drei Jahren noch immer davon überzeugt seien werde. Allerdings muss ich dafür herausfinden, was mein „Davon“ überhaupt ist.

Das ist ein guter Anfang. Und danach? Ich scheiß drauf, ich werde mich nicht einsperren lassen und meine Entscheidung einen ‚Tag‘ werden lassen. Diese Angst über meine Zukunft nachdenken zu wollen, muss aufhören – dass es Zeit gibt, kann ich nicht ändern, ebenso wenig, dass sie erbarmungslos voranschreitet. Angst ist kein gutes Motiv, Respekt ist eine bessere Einstellung.

So viel zu den Dingen, die ich weiß. Mal sehen, wie es mit der Umsetzung klappt. Wahrscheinlich ist dieser etwas persönlichere Artikel ein kleine Entschuldigung für die Zukunft, dass ich weniger schreiben kann. Mir steigt alles zu Kopfe – und den brauche ich gerade.

Alles Liebe und hoffentlich bis bald!

Katha

 

Liebster Award #2

Moinsen!

Auferstanden aus Ruinen… Nein, so fange ich lieber nicht an. Ich bin leider etwas untergetaucht in letzter Zeit und ich fürchte, ich werde nur spärlich in dem ersten Quartal dieses Jahres blogtechnisch tüchtig sein, denn ich muss meine Kräfte bündeln, weil ich nun im 4. und letzten Semester der gymnasialen Oberstufe angekommen bin… Urgs.

Wie dem auch sei wurde ich liebevoller Weise für einen Liebster Award nominiert und nehme mit Dank diese ziemlich gute Fragen an.

1. Welches Buch hat dich so aufgeregt, dass du es am Liebsten in die nächste Ecke gepfeffert hättest und was genau hat dich daran so genervt?

Allgemein hatte ich nie wirklich viel Glück mit meiner Schullektüre, obwohl ich echt gern lese, musste ich mich meist ziemlich mit den Werken, die er Rahmenplan vorsah, herumquälen, besonders grausam fand ich „Antigone“ von Sophokles, eine – ich entschuldige mich, dass ich Weltliteratur so beleidige – an der Nase herbeigezogene Tragödie mit einer Figurengruppe namens „Chor“, die das vermeintliche Geschehen erklären soll, es jedoch meines Erachtens nach nur sehr viel komplizierter macht.

Das zweites Buch ist“Red Riding Hood“ von Sarah Blakley-Cartwright – och verspüre bereits körperliche Schmerzen, dass ich für diesen Blödsinn auch noch Geld ausgegeben habe. Allerdings lernte ich dabei zwei Dinge: zum einen darf man sich wirklich nicht von einem Cover verzaubern lassen, noch sind Bücher ZUM Film eine gute Idee. Die moderne, blutrünstige, sexuelle Kreuzung zwischen Rotkäppchen und dem beliebten Spiel in großen Gruppen „Werwolf“las ich letztlich nur zu Ende, weil ich mir diesen absoluten Fehlkauf nicht eingestehen wollte. Seitdem traue ich Amazon-Rezensionen grundsätzlich nicht mehr. Flache, unsympathische Charaktere und ein Storyline, so einfältig, dass man sich fast schämt. Ich habe dieses Buch vor 4 Jahren gelesen und rege mich noch immer darüber auf, wenn sich die Gelegenheit bietet.

2. Wenn dein Leben ein Buch wäre, welchen Titel würde es tragen?

Sehr gute Frage, doch ehrlichgesagt klingt ein Titel so entgültig und vielleicht könnte man diesen erst am Ende des Lebens geben, es verändert sich so viel und ich bin noch zu jung um überhaupt zu wissen, wer ich bin und was ich werden werde. Deshalb vielleicht „Hier Titel einfügen“.

3. Dein Lieblingscharakter in der Serie, die du gerade schaust ist gestorben, schaust du trotzdem weiter?

Natürlich, sonst wären Game of Thrones und Downton Abbey ja absolut unerträglich für mich! Aus Spoiler-technischen Gründen kann ich leider nicht angeben, wer genau das ist, sonst verärgere ich noch Leser. Allerdings habe ich selten den einen Lieblingscharakter, also gibt es immer Alternativen. Außerdem finde ich es ein bisschen sinnlos, schließlich müssen Charaktere und die Geschichte sich entwickeln um eine gute Serie zu sein, weshalb es vielleicht auch notwendig ist, dass Charaktere sterben.

4. Ob filmisch, musikalisch, ein Erlebnis oder eine schöne Zeit: Was war dein Highlight im Jahr 2015?

Ich war am letzten Tag des letzten Jahres in der Oper „La Boheme“ mit meinem besten Freund, was ziemlich großartig und opulent war. Aber ich muss zugeben, dass ich in 2015 einige musikalische Highlights hatte, besonders das Mumford & Sons Konzert in der Waldbühne war atemberaubend gänsehautreich. Letztlich ist es für mich kein einzelnes Ereignis, sondern die Gefühle und Erinnerungen in einer Menge, die für mich diese Erlebnisse so besonders machen.

5. Worauf freust du dich im kommenden Jahr am meisten?

Puhh, schwer. Eigentlich grusel ich mich eher vor 2016, da es für mich ein sehr entscheidendes Jahr ist, weil ich Abitur machen werde. Entsprechend freue ich mich auf all die neuen Erfahrungen und dass Schule auch mal zu Ende seien kann, vielleicht freu ich mich auch einfach, weil ich überrascht werden werde.

6. Schaust du jeden Film zu Ende, auch wenn er dich tierisch langweilt?

Nein, ich habe schon ein paar abgebrochen, wie eine uralte BBC Verfilmung von „Northanger Abbey“, weil sie einfach unglaublich verstörend war. Manchmal ist meine Hoffnung, dass der Film noch gut werden würde allerdings dickköpfiger. Bei Büchern gebe ich deutlich schneller auf.

7. Worüber handelte dein erster Blogbeitrag und warum hast du dieses Thema, diesen Film oder dieses Buch etc. gewählt?

Ich glaube es war einfach nur ein Bild, dass ich gezeichnet habe und ein bisschen Geschreibe, wer ich bin und was das alles soll. Eigentlich war ich ziemlich ahnungslos, was ich schreiben soll, aber ich wusste, dass  ich etwas schreiben möchte. Nach und nach hat sich dann eine grobe Idee entwickelt.

8. Guckst du Filme lieber zu Hause auf der Couch oder im Kino auf der großen Leinwand?

Es kommt auf den Film an, einfaches Popkornkino genieße ich gern mit Kuscheldecke und Knabberzeug quer auf der Couch liegend, aber große Filme, auf deren Erscheinung ich mich schon länger freue, möchte ich gerne auf der großen Leinwand genießen. Allerdings bin ich mittlerweile auch etwas wählerisch, in welches Kino ich gehe, weil ich viel lieber in alten Kulturkinos bin, wo man noch ein richtiges, nostalgisches Flair hat, als in moderne High-Tech-Kinos. Deshalb schätze ich die Yorck-Gruppe auch.

9. Wo liest es sich am Besten?

In einem gemütlichen Ohrensessel – den ich leider nicht habe.

10. Welcher ist dein Lieblingscharakter aus Film und Fernsehen und warum trifft es genau diesen?

Puhhh, schwer. Ich liebe Tywin aus Game of Thrones total, gespielt von Charles Dance und Luke aus Gilmore Girls (hier sieht man mal, was für einen komischen Geschmack ich habe). Obwohl Tywin mehr oder minder eher böse ist, hat er einfach Stil und Werte, was ich ziemlich bewundernswert und toll finde in einer Serie, wo eigentlich jeder jedem am liebten den Kopf einschlagen möchte für den unbequemsten Stuhl der Welt. Seine Moral ist durchaus fragwürdig, aber mir gefällt, dass er kein flacher Charakter ist und spontan fällt er mir als erster ein.

Oh ja, und natürlich Sherlock aus „Sherlock“, gespielt von Benedict Cumberbatch, meine Güte, ich zitiere ihn manchmal sogar, wenn die Gelegenheit passt, so viel zynischen Humor ist schlichtweg göttlich!

11. Was ist dein sogenanntes Guilty Pleasure?

Schokolade… Zu viel Kaffee…

Da ich schon einmal an einem Liebster Award teilgenommen habe (Liebster Award No 1 – hui, da war ich aber noch eine ganz andere Person!), werde ich nicht nochmal Blogger nominieren, allerdings möchte ich mich an dieser Stelle bei Gina von Passion of Arts bedanken für die Nominierung, die mich wirklich ehrt. Ihren Liebster Award Artikel findet ihr hier.

Ich hoffe, dass du, mein lieber Leser, gut ins neue Jahr 2016 gerutscht bist! In diesem Sinne: Winter is coming, see you soon (hopefully).

Love, Katha

Die Sucht nach Stress

Oder eine Erinnerung an mich selbst.

Es ist gar, als stünde ich ständig unter Strom, müsste ständig tun, um in Bewegung zu bleiben, höher, schneller, weiter. Zufriedenseien ist Aufgeben in dem ständigen, täglichen Kampf des Besserwerdens. Sich auf einen Erfolg auszuruhen ist ein Wimpernschlag, bevor ich begreife, dass ich das beim nächsten Mal auch schaffen muss, wenn nicht gar besser. Es ist fast lächerlich: Ich klage darüber, wie schrecklich gestresst ich bin, dass mir der Kopf sonstwo steht, doch gleichzeitig entwickelt man auf eine paradox-perverse Weise eine Art Stockholmsyndrom zu diesem Leiden. Es ist die Droge, der Adrenalinkick, etwas auf den letzten Drücker machen zu müssen und freudetaumelnd, fast schon übermüdet in der Nacht endlich fertig zu sein! Wer braucht schon Schlaf, wenn man von Kaffee leben kann?

Doch dann kommt etwas überaus absurdes: ein ruhiger Tag, an welchem man die Füße hochlegen kann. Ein sanftes Lächeln bei dem Gedanken, doch kaum habe ich es mir am Fenster bei mildem Samstagslicht mit einem Buche gemütlich gemacht, da pulsiert die Schläfe, die Gedanken gehen verloren, man fragt sich was man doch machen könnte, was fehlt.
Fast schon eine leere Enttäuschung, mal entspannen zu müssen.
An den Tagen, wo ich weiß, dass ich noch später etliches zu tun habe, da lege ich gerne die Füße hoch, um den Moment abzuwarten, wo es nahezu zu spät ist, um anzufangen. Es ist die Sucht, die einen ergreift, das Spiel mit der Zeit zu spielen in der festen Überzeugung, es gewinnen zu können. Ein Packt mit dem Teufel. Nur, dass ich nicht Faust sein möchte.

Das ist Schwachsinn. Das Aufschieben, das nächtliche Arbeiten, die bittren Tränen der Angst, die man weint aus reiner Verzweiflung. Das Leben ist nicht die Aufreihung von Erfolgen, das Leben ist nicht die Schule oder das Studium, und doch muss man auch hinfallen, denn Glück fühlt man nur im Kontrast intensiv. Es ist keine Schande, hinzufallen und zu scheitern, es tut weh, doch nur wer liegen bleibt, ist gescheitert. Zufriedenheit ist eine Belohnung, die man sich selbst schenken sollte. Ich möchte ein bisschen mehr lächeln, einfach tief einatmen und an mich glauben, ohne psychopathisch zuckend in der ständigen Angst des Versagens zu leben, die ich mit der Sucht nach Stress, den ich mir selbst aussetzte mache.

Sagte ich Schwachsinn? Unsinn. Wahnsinn!

Das wird schon. Stress hilft zur Motivation, aber die Motivation sollte nicht alleinig aus Stress hervorgerufen werden.
Ich möchte nicht mehr sagen: ich bin der unentspannteste Mensch auf Erden.
Ich möchte sagen – nein, ich werde jetzt einfach schmunzelnd nicken.

Love, Katha

Mumford and Sons @ Waldbühne

Freudentrunken laufe ich in der Nacht nach Hause durch die spärlich beleuchteten Straßen, vereinzend ziehen Autos an mir vorbei, doch ich höre sie nicht, denn in meinen Ohren klingen noch immer die goldenen Funken dieser wunderbaren Musik.
Meine Konzerterfahrung beschränkt sich auf ein kleines Konzert von Brooke Fraser vor einigen Jahren, doch Mumford and Sons in der Waldbühne zu erleben – davon möchte ich ein bisschen erzählen.

Allein die Waldbühne, eine Konzertkollosseum für über 20 00 Bersuchermitten im Berliner Grün am Pichelsberg, ist schon beeindruckend, doch als die Vorband Bear’s Den gegen 19 Uhr eintingelte, spürte ich wie mein Herz den Takt der Musik überschlug, wie ich in Mitten von ebenso begeisterten Leuten, eins mit dieser Freude wurde.
Doch als es langsam dunkel wurde und Herr Mumford uns bat, doch kurz „very leise“ zu sein, war es seine so volle, tiefe und warme Stimme, die durch den Wald hallte, die Bäume nahmen sie auf und raschelten ein bisschen. Es bedurfte keiner großartigen Lichtspiele oder Effekte, es waren vielmehr die Zuschauer, die Handys und Feuerzeuge herausholten, während er zärtlich, aber doch kraftvoll „Cold Arms“ sang und sich auf meiner Haut ein Streifen von Gänsehaut bildete. Die Stimmung zwischen diesem melancholischen, manchmal fröhlichen, doch immer bewegenden Song mit einem Publikum, welches so positive Energie verspürte, war schlichtweg atemberaubend.

Ein ebenfalls schönes Ereignis hatte ich, als ich während ich auf meine gute Freundin Celi wartete, mich mit einem fremden jungen Mann unterhielt, der sich ebenfalls zum Warten auf der Bordsteinkante niedergelassen hatte. Er erzählte mir, dass er gerade Hesses „Narziss und Goldmund“ las und wir unterhielten uns immer mehr angeregt über Kunst, Musik, das Sein und Leben. Das sind wohl diese kleinen, besonderen Alltagswunder: mit einer Fremden Person auf der Straße über das Leben zu philosophieren. Falls du das liest: ich werde mein Versprechen halten und „Steppenwolf“ lesen.

Love, Katha

Kolumne: Erwartungshaltungen

Oder: Dinge nicht mehr zu Tode denken

Man stelle sich die Situation vor: Donnerstag gegen 10 Uhr, ein lauter, sich rege unterhaltender Leistungskurs des 2. Semesters – Deutsch oder Geschichte. Manche noch ein bisschen schläfriger als andere, eigentlich ist ein ganz normaler Tag- da kommt der Lehrer durch die Tür, unter dem Arm ein dicker, verdächtig aussehender Stapel Papier.
Einige werden langsam unruhig, noch sagt der Lehrer nichts. Es wird sich begrüßt, Floskel hier, Überprüfen der Anwesenheit, Formalitäten da, während der Stapel auf dem Tisch des Lehrers wortlos liegt. Ein leises Gemurmel geht herum, ach ja, vor ein paar Wochen wurde doch Klausur geschrieben. Ist sie das?
Schließlich verkündet der Lehrer fast feierlich, dass es sich tatsächlich um die Klausur handle, wir sie jedoch erst am Ende der zweiten Hälfte des Unterrichtblockes erhielten – spricht in ca. 80 Minuten. Das Herz stockt. Nun liegt irgendwo in diesem Blätterstapel das eigene Werk, korrigiert, begutachtet und nun soll ich 80 Minuten ruhig hier rumsitzen? Jetzt kommen zwei Züge in den Menschen hervor: Optimismus und Pessimismus.
Aber wie denkt man eigentlich richtig? Versetzt man sich kurz wieder in das Gefühl nach der Klausur? Mag man darauf vertrauen, dass man sein bestes gegeben hat und es doch gar nicht so schlimm sein kann? Oder stellt man fest, dass die vermeintlich geniale Interpretation total unverständlich und schlecht begründet war? Oder noch schlimmer: Hatte man nicht während der Klausur schon so ein flaues Gefühl im Bauch? Diese blöde Klausur kann da doch nicht ernsthaft noch 80 Minuten liegen! Noch schlimmer ist es, erst 45 Minuten über die Klausur zu diskutieren, ohne die eigne gesehen zu haben und sich selbst auch nicht so genau daran zu erinnern, ob man geschrieben hat, dass in Vers 8 ein wichtiges Hendiadyoin steht oder ob man Jacques Necker im Bezug zur Französischen Revolution erwähnt hatte. Manchmal frage ich, ob den Lehrer, der diesen Stapel über Tage korrigierte, sich ein bisschen daran ergötzt, einen derartig auf die Folter zu spannen…
Die Panik steigt einem bis zum Halse. Soll ich mit dem schlechtesten Rechnen, damit ich nicht enttäuscht werde? Hab ich nicht heimlich ein gutes Gefühl? War die Klausur das letzte Mal, als ich ein gutes Gefühl hatte denn gut? Oh bitte lass es wenigstens 10 Punkte sein! Und überhaupt: Warum sieht mein Sitznachbar so unbesorgt ruhig aus?
Die Fragen drehen und wenden sich durch die Hirnwindungen des nervösen Gymnasiasten. Es hilft ja nichts, denkt er sich seufzend und versucht nicht an die Klausur zu denken, die direkt vor seiner Nase liegt.
Und es hilft, denke ich, tatsächlich nicht. Tief einatmen und versuchen, sich abzulenken, denn Dinge totzudenken macht meiner Erfahrung nach Dinge noch viel schlimmer. Nun kann man auch nichts mehr ändern, nun hilft es aber an sich selbst zu glauben und ein bisschen Zuversicht schadet auch nicht.

Love, Katha