Stardust

https://i0.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/5170sldUmML._SX304_BO1,204,203,200_.jpgAutor: Neil Gaiman
OT: Stardust
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1999
Verlag: Harper
Preis: 7.99  US-Dollar
ISBN: 978-0380804559
Länge: 352 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Sternwanderer“ erschienen.

„Stardust“ erzählt die abenteuerliche Geschichte des jungen Tristan Thorn, der seiner Angebeten verspricht, ihr einen gefallenen Stern als Zeichen seiner Liebe zu bringen. Entgegen seiner Erwartung gerät er in ein gefährliches Abenteuer, denn er ist nicht der einzige, der nach dem Stern sucht – und dieser entpuppt sich ebenfalls als ganz anders, als er sich jemals gedacht hätte.

Es ist schon sehr erstaunlich, in wie vielen verschiedenen Ausgaben man dieses Buch findet, am populärsten und wohl schönsten ist die Fassung, welche Illustrationen von Charles Vess enthält – das trifft allerdings nicht auf die oben angegeben Daten zu. Eine deutsche Version zu finden ist übrigens auch ziemlich schwierig, wie ich feststellen durfte.

Ich habe sehr gemischte Gefühle bezüglich des „Sternwanderers“. Bereits als Kind hatte mich sehr Film so verzaubert, dass ich mir sicher war, eines Tages das Buch zu lesen. Meistens inspirieren mich Filme, die Bücher zu lesen, auf denen sie basieren und ich wurde noch nie enttäuscht. Hier ist es allerdings anders.
Zum einen muss man sagen, dass die Edition, welche ich besitze, sehr groß gedruckt ist und diese 352 Seiten in normaler Druckgröße gar die Hälfte wäre. Dennoch ist zu sagen, dass es eine wirklich hübsche Ausgabe ist. Ich hatte die Hoffnung, dass man trotz der Kürze eine gelungene Geschichte vorfindet, allerdings waren es mehr Fetzen und Ideen, die mir gefielen, als das ganz Buch.

Zum anderen empfand ich die Geschichte während des Lesens als unfassbar komprimiert. Gaimans Fantasie ist wie ein überquillender, magischer Brunnen, er erschafft so interessante Welten und Figuren, die man so gern noch besser kennenlernen würde – ich spreche hier nicht von ewig langen Beschreibungen, wie sie Fontane pflegt, aber mehr Hülle und Fülle. Stattdessen ist das Tempo so rasant, dass man gerade so von der Stadt Wall losgepilgert bereits per Kerzenschein mitten in Faerie befindet. Leider nimmt dieses seltsame Tempo, welches ein bisschen wirkt, als wolle Gaiman einfach nur mit seinem Buch endlich fertig werden, den wahren Zauber dieser liebreizenden Geschichte weg. An dieser Stelle möchte ich ehrlich gesagt einfach nur enttäsucht den Film erneut sehen, denn dieser schafft es, aus den so interessanten Ansätzen von Charakteren mehr zu formen und die Liebesgeschichte zwischen dem Stern Yvaine und Tristan Thorn nicht gezwungen, sondern bezaubernd schön zu gestalten. Es scheint fast, als sei das Buch eine Inspiration, aber keine wirklich handfeste Geschichte.
Ich wollte dieses Buch so gerne mögen und es fällt mir wirklich schwer, zuzugeben, dass ich mehr erwartet hätte, als eine oberflächliche Erzählung. Man hätte so viel machen können! Vor allem die Beziehung der Gegenspieler hätte spannender und noch enegiegeladener gestaltet werden können, stattdessen sterben plötzlich alle hintereinander. Vor allem das Ende schien so einen seltsam ungeduldigen Charakter zu haben.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch durchaus positives zu sagen: Neben der viel erwähnten Tatsache, dass ich die Geschichte in ihren Grundzügen und der Welt, in der sie spielt, absolut brilliant finde, liebe ich auch Gaimans so vielseitigen und etwas verrückten Schreibsil und kann definitiv empfehlen, das Buch im Original zu lesen. Abenteuer und Humor arbeiten hier einfach wundervoll zusammen. Besonders die Art, in welcher der gefallene Stern Yvaine (ja, der Stern ist eine Frau!) Tristan beschimpft, ist einfach göttlich.

THE VERDICT: Die Idee ist brilliant, die Umsetzung leider nicht so erfüllend und teils sehr mager. Statt dem Buch, möchte ich allen den brillianten und wunderschönen Film (Lieblingsszene im Beitragsbild!) ans Herz legen, der dieses Märchen in seiner eignen Interpretation für mich persönlich vervollständigt. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

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