His Dark Materials II

Autor: Philip Pullman
OT: The Subtle Knife
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1997
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130231
Länge: 325 Seiten

Der zweite Teil der His Dark Materials Reihe.
Auf Deutsch unter dem Titel „Das Magische Messer“ erschienen.

Der 12 jährige Will befindet sich auf der Flucht, seit einiger Zeit werden er und seine Mutter von mysteriösen Fremden bedrängt. Nachdem er seine Mutter einer guten Bekannten anvertraut hat, rennt er selbst verwirrt durch die Stadt Oxford,  bis er plötzlich an einer Straße einen Schnitt in der Luft entdeckt, der ihn zu einer ganz anderen, seltsamen Welt und zu einem Mädchen namens Lyra führen wird.

Ähnlich wie Teil eins habe ich auch den zweiten Band innerhalb kurzer Zeit verschlungen! Man wird schnell in die Handlung reingeworfen und danach nimmt die Geschichte mit Beständigkeit an Energie und Geschehen auf, verdammt spannend geschrieben bekam ich dann und wann ganz schön Herzklopfen vor Aufregung, was als nächstes geschehen würde.

Die Idee der mutigen und manchmal auch ziemlich naiven Lyra einen nachdenklicheren, weniger impulsiven Partner an die Seite zu stellen, wirkt am Anfang recht fremd, da es etwas ungewohnt ist, allerdings wird schnell klar, dass die beiden eine Art Bestimmung teilen und sich hervorragend ergänzen. Will ist ein etwas weniger leicht zugänglicher Charakter als Lyra, dennoch konnte ich ihn schnell ins Herz schließen.

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Auch das Cover ist wieder wunderschön: Ein sehr gut durchdachtes Design, das auf verspielte Art und Weise die wichtigsten Elemente das Buches darstellt, die man jedoch während des Lesens erst entdeckt oder auch schon durch Band eins in Teilen erahnen kann. Wer ist der Mann im Ballon? Wessen Dämonen sind dargestellt? Wer ist die Hexe und so weiter – einfach brilliant!

Das besondere an diesem Teil ist, dass die Paralleluniversen und das Springen zwischen ihnen ein wichtiger Teil ist und damit man nicht durcheinanderkommt, gibt es an den Seitenrändern des Buches stets ein kleines Symbol, welches auf die Welt hinweist, in der gerade die Handlung spielt – das hilft wirklich gut gegen mögliche Verwirrung!

Eine kleine Anmerkung am Rande: Man findet die His Dark Materials  Reihe vor allem in der Jugendabteilung und zum Beispiel  unter Amazon mit der Alterseinstufung von 12-16 Jahren. Das empfinde ich aus zweierlei Gründen als falsch: Nur weil Kinder die Hauptrollen spielen, ist dies keineswegs „nur“ Jugendliteratur, doch leider, weil es nur im Bereich der Jugendliteratur zu finden ist, werden viele Erwachsene wahrscheinlich eher nicht zu diesen wunderbaren Büchern greifen, was schade ist. Außerdem glaube ich, dass die Bücher – zumindest auf Englisch macht es den Eindruck – viele verstecke gesellschaftskritische Aspekte erhält, die man erst als Teenager oder Älter überhaupt merken kann.
Zu guter letzt möchte ich betonen, dass vor allem der zweite Teil schon einiges an Brutalität erhält, die zum einen ziemlich ungewöhnlich für Protagonisten von 12 Jahren ist, aber ich denke auch, für manchen 12 jährigen nicht ganz ohne, beziehungsweise nicht unbedingt für jüngere Leser geeignet. Der Roman ist ziemlich schonungslos in seinem Geschehen und deutet nicht unbedingt auf ein Happy End hin, was die Wendungen auch recht unvorhersehbar macht.

Tatsächlich ist das Alter der Protagonisten mein einziger Kritikpunkt, Abenteuer hin oder her, es erscheint mir ziemlich grausam und unrealistisch, dass 12 jährige so eine waghalsiges Abenteuer durch Zeit und Raum mit derartig viel Mut (vielleicht auch Leichtsinn) beschreiten.

Vor allem durch den so metaphorischen Schreibstil, schafft Pullman die Idee seiner Parallelwelten unglaublich überzeugend umzusetzen. Durch die vielseitigen Charaktere und das wechselnde Setting mit der Magie und den Intrigen, werden die ersten zwei Bände zu Juwelen ihres Genres – ich bin wirklich aus dem Häuschen!

THE VERDICT: Eine absolut gelungene Fortsetzung des ersten Teils, die definitiv auf mehr neugierig macht. Viel Action, viel Magie, tolle Charktere und faszinierende Welten! 8,5 von 10 Sternen

Love, Katha

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Harry Potter #4

Autor: J. K. Rowling
OT: Harry Potter and the Goblet of Fire
Genre: Fantasy
Sprache: English
Ersterscheinung: 2000
Verlag: Bloosmbury
Preis: 8.99 Pfund (Taschenbuch)
Länge: 617 Seiten
ISBN: 978-1-4088-5568-3

Auf Deutsch unter „Harry Potter und der Feuerkelch“ erschienen.

Das vierte Jahr in Hogwarts soll für Harry Potter ein wenig anders werden, denn dieses Jahr findet  das Trimagische Turnier statt. Hierbei werden die Schüler von mindestens siebzehn Jahren dazu aufgerufen, ihre Schule in dem Wettbewerb zu vertreten. Denn neben den Hogwarts-Schülern reisen auch die zwei anderen großen europäischen Schulen an: Beauxbaton und Drumstrang. Ihre Namen werden in den Feuerkelch geworfen, der die Bewerbungen prüft und die drei Würdigen schließlich bekannt gibt. Doch als aus dem Kelch die Auserkorenen gezogen werden, geschieht das unglaubliche: anstatt drei, sind vier Namen enthalten: Cedric Diggory aus dem Hause Hufflepuff, Fleur Delacour von Beauxbaton, Viktor Krum aus Drumstrang und auch Harry Potter. Trotz heftigen Debatten soll auch Harry an dem Turnier teilnehmen, aber er weiß noch nicht, was ihm blühen wird…

Schon die Tatsache, dass der vierte Band ein ganz anderes, außergewöhnliches Element enthalten sollte, gab mir ein aufgregtes Kribbeln. Doch hinterließen die ersten 150 Seiten ein wenig Resignation bei mir, denn statt dem gewohnten, flotten und spannenden Tempo der zu vorigen Bände, eiert Harry wortwörtlich durch das Geschehen: einerseits freut er sich an dem Turnier teilzunehmen, doch seine Freundschaft zu Ron leidet darunter und zwischen dem ersten und zweiten Turnier passiert auch nicht sonderlich viel.

Nach und nach grenzt sich auch Hermine von ihren Freunden ab und irgendwie befindet man sich als Lesende*r in einem gewissen Tief, weil nichts so richtig läuft. So kam es auch, dass ich das Buch für einige Monate zur Seite legte, doch einmal wieder angefangen, und die etwas leere Mitte des Romas überwunden, kam alles ins Rollen, Ereignissen überschlugen sich und die so geliebten Abenteuer, von denen diese Bücher ja leben, kehrten mit voller Wucht ein!

So ist der vierte Teil auch mit Abstand dicker als seine Vorgänger und es geschieht ein gewisser Schnitt: nicht nur die Charaktere werden älter, sondern auch der Schreibstil detaillierter und es gibt viel zu Enthüllen.

Spätestens nach dem dritten Band kann ich sagen, dass ich mich wirklich zum Fan entwickle, was sich für mich im vierten Band nur bestätigt hat.

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Die Psychologisierung von Ron, Harry und Hermine  im diesen Teil ist besonders gelungen (und auffällig!), da das Trio  im vierten Band, folglich mit 14 Jahren, in ein stark pubertäres und emotionales Alter kommt, wo die kleinste Sache mal zum Elefanten werden können. Neid, Missgunst, die ersten zarten Gefühle und natürlich auch Mobbing durch Draco Malfoy und sein Gefolge stehen ander Tagesordnung. Man merkt, wie die Charaktere älter werden und welche Konflikte, die man in diesem Alter auch erlebt hat, sie prägen. Zwar lese ich die Bücher nun mit einer Retrospektive auf  meiner Pubertät, allerdings denke ich auch, dass es großartig seien muss, mit diesen Helden aufzuwachsen.

Auch in diesem Band gibt es einen neuen Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, wie es kaum hätte anders seien können: Mad-Eye Moody, früher als Auror tätig und somit einer der größten Gegner von Voldemorts, nimmt auf Dumbledores Bitte die Stelle an. Etwas schrullig und fast schon unheimlich durch sein magisches Auge, wuchs er mir sofort ans Herz. Doch nicht nur als Figur ist er absolut faszinierend, sondern lehrt die Unverzeilichen Flüche, es geht also magisch ins Eingemachte. Wenn Dickens über magische Figuren geschrieben hätte, wäre Moody definitiv sein Liebling.

Eine Anmerkung am Rande: Ich habe den vierten Teil auf Englisch gelesen und währenddessen auch beschlossen, die Nachfolger auf Englisch zu lesen. Zum einen, weil es natürlich das Original ist und in Übersetzungen häufig Dinge verloren gehen können, aber noch viel eher, weil es lebendiger wirkte und der sprachliche Witz so viel besser zur Geltung kam. Zusätzlich fühlte ich mich durch das Englische Hogwarts irgendwie näher, aber das ist alles natürlich nur subjektives Empfinden und beide Sprachen sind definitiv mindestens gut. Ferner sind die englischen Cover von Jonny Duddle einfach brilliant mit ihren detaillierten Illustrationen und den goldenen Lettern und Sternen!

THE VERDICT: Am Anfang etwas mau, entwickelt sich der vierte Harry Potter Band mindestens ab der Hälfte zu einem sehr spannenden Roman, voll neuer Charaktere und magischen Abenteuern, von denen man nicht mehr loskommt. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

His Dark Materials I

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Autor: Philip Pullman
OT: Northern Lights
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130224
Länge: 375 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Goldene Kompass“ erschienen.

Lyra und ihr Dämon Pantalamion leben in Oxford am Jordan College ein unbeschwertes Leben, bis plötzlich nach und nach Kinder von einer mysteriösen Organisation entführt werden – keiner weiß, wovon oder weshalb. Gleichzeitig erreicht die Welt der Wissenschaft einen neuen Höhepunkt: die Erforschung des geheimnisvollen und gefährlichen Staubs, wie Lyra bei einem heimlichen Gespräch mitbekommt. Doch als auch ihr bester Freund verschwindet, offenbart sich Lyra ist ein mutiges Mädchen und stützt sich in ein aufregendes Abenteuer, welches sie in eine fremde Welt bringen wird – die des hohen Nordens.

Die Geschichte der kleinen Lyra wird zwar aus der dritten Perspektivegeschrieben, dennoch wird man häufig Teil der sehr intelligenten Gedankenwelt Lyras, versucht mitzugrübeln und ist somit stets ganz dicht beim Geschehen. Es ist unfassbar, wie sehr man in die Handlung fällt, wie man das Buch kaum loslassen kann, weil es nie langweilig wird, die Handlung spinnt sich von selbst fort und stets passiert neues, unglaubliches. Dennoch ist es manchmal ganz schön erschreckend, was sich das junge Mädchen traut, vielleicht auch etwas wahnwitzges jemand so junges als Hauptfigur zu bestimmen.Gleichzeitig empfand ich eine unglaubliche Freude, sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Zur englischen Ausgabe ist zu sagen, dass es wundervoll geschrieben ist, ein reicher Wunderkorb von Adjektiven, so dass man die Kälte des Nordens fast schon auf der eignen Haut spürt, das Brüllen der Eisbären in der Ferne zu hören glaubt. Eine wunderschöne, brilliant ausgelegte Parallelwelt, ähnlich zu unserer, entsteht. Interessant sind auch die Parallelen zu der eben unseren, die Rolle von Kirche in der eigenen Welt im Kampf mit der Wissenschaft nachzuvollziehen. Oder die faszinierende Idee von Dämonen – zwangsläufig fragt man sich schnell, was für einen man selbst hätte. Nicht umsonst gewann Philip Pullmans phantastisches Meisterwerk die höchste Kinderbuchauszeichnung, den Astrid-Lindgren-Preis. Und doch ist es nicht nur ein Kinderbuch, durch die clevere Geschichte und die Motivation, die Handlung zu reflektieren, vielleicht auch, wie an selbst gehandelt hätte, hat es sich längst zum Roman für alle etabliert.

THE VERDICT: Ein herrlicher, spannender Roman, der garantiert nicht nur für Kinder, sondern alle Abenteuerlustigen geeignet ist und einfach Spaß bei Lesen macht! Die Sprache ist angenehm, bildlich und gleichzeitig bezaubernd vielfältig. Ich konnte es kaum aus der Hand legen! Deshalb 10 von 10 Sternen.

Love, Katha


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