Ein Versprechen – Reise in die Vergangenheit

OT: A Promise
DT: Ein Versprechen – Reise in die Vergangenheit
Cast: Richard Madden, Alan Rickman, Rebecca Hall, Maggie Steed
Genre: Drama, Liebesfilm
Regie: Patrice Leconte
Drehbuch: Patrice Leconte
Musik: Gabriel Yared
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Vefilmung von Stefan Zweigs Erzählung „Reise in der Vergangenheit“

Wir befinden uns im Jahr 1912: der junge Ingenieur Friedrich Zeitz erhält eine Stelle bei dem Großunternhemer Karl Hoffmeister, ein alternder Mann mit keinem guten Gesundheitszustand. Bei einem Besuch auf dem Anwesen der Hoffmeisters lenrt Friedrich die deutlich jüngere, sehr schöne Frau, Charlotte, seines Arbeitgebers kennen und versucht sie zunächst so gut wie möglich zu meiden, weil ihn ihre Anziehungskraft durchaus beunruhigt. Kurz bevor der Erste Weltkrieg ausbricht, ist Friedrich gezwungen auf Grund der Krankheit Karl Hoffmeisters an seiner Stelle die Auslandsvertrung in Mexiko zu repärsentieren. Vor seiner Überfahrt, kochen schließlich die Gefühle von beiden über – doch durch den Krieg ist kein postalischer Verkehr mehr möglich, es bleibt nur ein Verprechen, dass sie sich zum Abschied gaben.

Mich dünkt, dass Rebecca Hall, wie sie schon in Parade’s End zeigte, wie geschaffen für diese Art von Rollen ist. Durch ihre recht außergewöhnliche Schönheit und einen unglaublichen Charme und dem bezabuernd Natürlichen, schafft man es im Film sich sogar in sie zu verlieben! Es ist, als schmelze sie perfekt mit den 1910ern zusammen. Und ihre hellen Gewänder machen sie zusätzlich zu einem optischen Traum.
Leider wirkte Richard Madden als Freidrich Zeitz auf mich wie ein kalter Fisch mit dem immergleichen Geischtsausdruck. Denn obwohl er natürlich mit sich sebst kämpft und versucht, seine Gefühle ihr gegenüber nicht zu offensichtlich werden zu lassen, wirkt er mit diesem kalten Blick unheimlich unsympathisch und nichtssagend.
Bei Allen Rickman merkt man, wie Stefan Zweig es in seinem Werk auf das Psycholgische angsetzt haben muss, denn zumeist spielt er nur den stillen, geheimisvollen Beobachter, bei den man sich fragt, ib er denn gar nichts ahnt, oder selbst die Finger im Spiel hat.

https://i0.wp.com/www.impawards.com/intl/misc/2014/posters/promise_ver2_xlg.jpgInteressant und wirklich gut gemacht, fand ich die Filmografie: Besonders in den Momenten, wo Freidrich Charlotte betrachtet, beispielsweise, als er die Treppe hinter ihr folgt, wachkelt die Kamera leicht, man erlebt den Augenblick mit seinem ransendem Herzen mit, welches ihr unbedingt näher sein zu will, als er darf. Oder es wird aus Friedrichs Augen gezeigt, wie er Charlottes Lachen still beobachet, oder gar den Schmuck an ihrem Hals neugierig beobachtet. Dadurch entsteht ein ganz eignes Knistern, welches ich in dieser so leisen Form selten gesehen habe.
Meist ist das Licht des Fimes recht duster gehalten, ähnlich wie der traurige Konfikt,in den die drei Figuren verwickelt sind, doch in den frohen Momenten, in denen er mit Charlotte allein ist, scheint es ein ganz natürliches leuchten zu geben – ähnlich wie auf dem Filmplakat.

Dazu kam noch ein sehr melancholischer, vor allem durch Streichermelodien geprägter Soundtrack, der die trübe, aber in ihrer geheimen tiefe leidenschfatliche Grundstimmmung wunderschön untermalt. Als träume man im Herzen von der Liebe, die so unerreichbar ist.

Was zunächst wirkt, wie eine sich über den ganzen Film hinwegziehende, langsam aufkeimene Liebesgeschichte, ist vielleicht für unsere modernen Augen fremd – denn genau durch dieses Entfalten wird der Film zu einer Retrospektive für alte, vergangene Werte. Anfangs mag diese Sichtweise auf eine Beziehung seltsam wirken, aber ich muss sagen, dass genau diese Tatsache den Film historishc betrachtet authentisch macht: Das Warten auf die Liebe, das Versprechen (wie der Filmtitel schon sagt) auf jemanden zu warten. Andereseits dünkt mich, dass Stefan Zwieg es nicht unbedingt auf die Liebe, sondern auch auf ein Portrait einer dieser Zeit vor dem Ersten Weltrkieg abgesehen hat, weshalb ein tiefere Einblick in Zeitzs Arbeit (auch in Mexiko)durchaus interessant gewesen wäre. Irgendwie hatte ich durchgehend das Gefühl, eine Komponente fehlt.

THE VERDICT: Ein ganz anderer Liebesfilm, der mit seiner stillen Art in eine vergangene Zeit zurückführt und mich auf den Roman sehr neugierig gemacht hat. 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Suite française

OT: Suite française
DT: Suite française – Melodie der Liebe
Cast: Michelle Williams, Kristin Scott Thomas, Matthias Schoenaerts, Margot Robbie, Ruth Wilson, Tom Schilling
Genre: Drama
Regie: Saul Dibb
Drehbuch: Matt Charman
Musik: Rael Jones
Länge: 107 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Irène Némirovsky.

Frankreich im Sommer 1940 während der deutschen Besatzung: Die junge Lucile Angellier lebt unter der Obhut ihrer dominanten Schwiegermutter Madame Angellier. Ihr Ehemann ist im Krieg und beide Frauen warten auf Nachricht von ihm, Luciles einzige Freude ist das Klavierspiel. Ihr Leben ändert sich dramatisch, als Pariser Flüchtlinge im Dorf eintreffen – bald gefolgt von einem deutschen Regiment, das in dem kleinen Ort stationiert wird. Viele Einwohner müssen Soldaten bei sich aufnehmen. Der deutsche Offizier Bruno von Falk wird im Hause der Familie Angellier einquartiert. Lucile versucht den attraktiven und kultivierten Bruno zu ignorieren doch schon bald kommen sich die beiden durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Musik näher. [Klappentext]

Ich muss gestehen, dass ich den guten Matthias Schoenaerts immer mehr lieben lerne, denn auch in diesem Film zeigt er, dass er in der Rolle des romantischen, aber nicht  kitschigen und jungen Mann mit mehrdimensionalem Charakter brilliert! Michelle Williams spielt das absolute Gegenstück zu dem Soldaten: eine ängstliche, verschlossene junge Frau. Zwar spürt man von Anfang an ein unglaubliches (in gewisser Weise geheimes) Kribbeln, doch nur ganz langsam und vorsichtig lässt sie die Annäherungsversuche des galanten Mannes zu – eine wirklich einzigartige Geschichte folgt.

Als Hintergrund ist wichtig zu wissen, dass die Autorin Irène Némirovsky leider nie die Möglichkeit hatte, ihr Werk zu beenden, weil 1942 sie nach Auschwitz deportiert wurde. Der Romanzyklus sollte insgesamt aus fünf Teilen bestehen, sie konnte allerdings nur zwei davon schreiben. Das Manuskript wurde gute 60 Jahre später wiederentdeckt und 2004 erstmal veröffentlicht.

Doch zurück zum Film: Da die zarte Liebesgeschichte besonders auf der gemeinsamen Liebe für Musik begründet wird, musste der Film zwangsläufig einen guten Soundtrack haben, um diese Liebe zu untermalen – und ich wurde nicht enttäuscht: Nostalgische, französische Chansons und zarte Streicher- und Klavierthemen, die mit ihrer melancholie unter die Haut gehen! Die andere Seite des Filmes spiegelt der Soundtrack auch wieder: das Grauen und die Angst vor der Willkür der deutschen Bestzung, sowie alltägliche Demütigung durch ganz besonders unverschämte Offiziere.

Ohne zu Spoilern, möchte ich betonen, diese Geschichte überaus tragisch und bewegend ist, und dank der grandiosen Besetzung extrem unter die Haut geht. Als ein Mensch, der relativ viele herzzerreißende Dramen gesehen hat, wie zum Beispiel „die Königin und der Leibarzt“ oder „Abbitte“ , dachte ich, eine gewisse Abhärtung bereits zu besitzen, aber die Intensität dieses Film brach mein Herz! Suite Française gehört allein durch seine unvollendete Geschichte und dem tragischen Schicksal seiner Autorin zu den erstaunlichsten und auch spannendsten Liebesgeschichten (ohne auch nur ein einziges Mal überhaupt an Kitsch heranzukommen), welche ich je gesehen habe.
In gewisser Hinsicht möchte ich hier aber auch warnen, denn ich glaube ein Film mit solch melancholischer, drückender Grundstimmung, ist nicht leicht zu verkraften und jedermanns Geschmack – vor allem durch das offene Ende, welches mir selbst zu schaffen gemacht hat.

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Trotz der düsteren und tragischen Handlungen, spielt der ganze Film in einem hellen, sommerlichen Licht, was diese zarte und vorsichtige Liebesgeschichte, die eigentlich mehr eine Liebesandeutung ist, auf eine bezaubernd Art untermalt. Denn viele historisch angehauchte Filme arbeiten mit Farbfiltern, welche die Szenerie bestenfalls besonders düster wirken lassen und leider häufig erschreckend unnatürlich wirken (und ab und zu nicht passen). Hier jedoch wird mit dem natürlichen Licht eines französischen Sommers gearbeitet, es werden provinzielle Straßen in der Sonne gezeigt oder wie das satt grüne Gras in einem Blumenmeer vom Wind durchzogen wird: So entsteht eine nostalgisch, ja melancholisch und wie aus einem verzauberten, alten Traum wirkende Stimmung, welche die Gefühlstiefe ungeheuerlich betont.

THE VERDICT: Besonders tief berührend und besonders optisch wunderschön, mit zwei grandiosen Hauptdarstellern und einem Soundtrack, der nicht mehr aus dem Kopf geht, hat dieser Film mein Herz erobert – und gebrochen! 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Leidenschaft der Thérèse Raquin

OT: In Secret
DT: In Secret – Geheime Leidenschaft
Genre: Drama, Kostümfilm, Literaturverfilmung
Cast: Elizabeth Olsen, Jessica Lange, Tom Felton, Oscar Issac, Matt Lucas
Regie: Charlie Stratton
Drehbuch: Charlie Stratton
Musik: Gabriel Yared
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: ca. 102 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach Émile Zolas Roman „Thérèse Raquin“ aus 1867

Thérèse Raquin (Elizabeth Olsen) lebt ein trauriges, langweiliges Leben als Halbwaise bei ihrer Tante in den französischen Provinz Vernon. Seit kleinauf ist es ihre Aufgabe, sich um ihren stets kränkelnden Sohn Camille (Tom Felton) zu kümmern und so ist es kein Wunder, dass Madame Raquin der Überzeugung ist, dass Thérèse als Schutzengel für ihren Sohn, ihn heiraten muss. Sie ziehen nach Paris und Thérèse führt ihr trauriges Leben weiter, öde Dominoabende mit seltsamen Freunden füllen ihre Tage neben ihrer Arbeit, bis Camille seinen guten Freund Laurent (Oscar Isaac) nach Hause bringt. Thérèse und Laurent stürzen sich vom ersten Moment an in eine gefährliche Affäre. Doch sie hält es nicht mehr mit ihrem Mann Camille aus und daher schmiedet Laurent einen Plan aus, der alles verändern wird.

Man muss schon bei der Besetzung schmunzeln, dass Tom Felton, den die meisten natürlich als Draco Malfoy kennen, schlichtweg nicht aus der Rolle des Unabetitlichem herauskommt. Bei Elizabeth Olsen denkt man natürlich an ihren zwei skandalösen Schwestern, die schon in einigen schlechten Filmen mitgespielt haben, doch keinesfalls darf man an diesem Vorurteil hängen bleiben! Auch wenn etwas auf die Spitze getrieben, spielt Olsen ihre Rolle souverän und mit einer einzigartigen Tragik, die ihrer Rolle sehr gut entspricht. Dennoch sticht Jessica Lange besonders hervor und spielt ihre Rolle der Madame Raquin mit unfassbar viel Überzeugungskraft, dass sie eigentlich das strahlende Licht im düsteren Setting des Filmes ist.

Doch auch wenn der Plot im Ursprung Zolas Feder entsprechen soll, ist die Geschichte fast schon skandalös dramatisch. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass besonders durch Thérèses sehr heftige Leidenschaft und ihr sexuelles Verlangen, dass lange nicht gestillt werden konnte, diese Affäre mehr als nur ein kleiner Seitensprung ist. Besonders ihre Sexualität wird in etlichen Szenen besonders betont, nicht auf eine perverse Game-Of-Thrones-Art, aber mit Nachdruck. Auch durch das besonders düstere Setting, dass einen glauben lässt, der Film spiele weniger in Paris des 19. Jahrhunderts als neben einer Kohlefabrik des 19. Jahrhunderts, trägt stark zur fast schon gruseligen Stimmung bei, welche Gabriel Yared mit seinem unheimlichen, fast stillen Soundtrack ziemlich gut unterstreicht. Es ist kein Soundtrack zum naher zu Hause hören, aber er passt zum Film. Jedoch sieht man durch diesen Farbfilter schon fast die Schaupieler nicht. Zwar ist der Film dramatisch und düster, aber das lässt einen eher an Splatter á la Sweeney Todd erinnern!

THE VERDICT: Gut gemeint, aber absolut überdramatisch verfilmt, die Geschichte wirkt eher skurril, überspitzt und surreal, als spannend. Ein Ziel erreicht der Film trotzdem: er ist verstörend und man muss irgendwie darüber nachdenken. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha


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Am grünen Rand der Welt

DT: Am grünen Rand der Welt
OT: Far from the Madding Crowd
Genre: Drama, Romanze
Cast: Carey Mulligan, Matthias Schoneaerts, Michael Sheen, Tom Sturridge
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: David Nicholls
Musik: Craig Armstrong
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: ca. 119 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Nach Thomas Hardys Roman „Am grünen Rand der Welt“ aus 1874.

Als Bathsheba Everdene (Carey Mulligan) eine Farm im Südwesten Englands erbt, verändert sich ihr zuvor kleines Leben beträchtlich und bekommt als Frau eine bedeutsame Rolle. Ihr Leben wird jedoch immer trubulenter und verwirrender, als sich nach und nach drei Männer in die verlieben und sie zwischen den Stühlen steht: der Schäfer Gabriel Oak (Matthias Schoenaerts), der etwas ältere Gutsbesitzer Boldwood (Michael Sheen) und der junge Sergeant Troy (Tom Sturridge). Durch seine verführerische Art fällt sie Troy in die Arme, merkt aber früh, dass er sie verstößt und so stürzt Bathsheba in ein wildes, unaufhaltsames Chaos.

Thomas Vinterbergs Adaption von Thomas Hardys „Am grünen Rand der Welt“ bietet keine skandinavische Kälte, wie man dem Regisseur vielleicht nach sagen mag, sondern viel mehr eine starke Tiefe, eine ruhige Art, Gefühle auszudrücken und doch nicht an Spannung nachzulassen.
Durch die sehr spezielle Rolle der Bathsheba Everdene scheint der Film auf der romantischen Ebene etwas distanziert zu wirken, man scheint nicht an die Rolle heranzukommen, auch wenn Carey Mulligan sie mit sehr viel Leidschaft verkörpert, hat sie immer etwas fernes, unantastbares und trägt dadurch nicht immer einen Sympathiefaktor – was es allerdings eher interessanter macht, sie kennenzulernen, auch, wenn es befremdlich wirkt.
Besonders gefällt mir, dass keine Figur flach und einfach ist, auf eine oder zwei Charaktereigenschaften ausgelegt, sondern alle recht komplex und real wirken. Außerdem muss ich mit leichtem Schmunzeln zugeben, dass der belgische Schauspieler Matthias Schoenarts, der durch „Der Geschmack von Rost und Knochen“ bekannt wurde, durch seine sanfte Art, die gleichzeitig Ruhe und Kraft verkörpert, für mich hervorsticht.

Dennoch scheint der Film manchmal in sich nicht plausibel, besonders bei der Handlung wirkt die Dramatik ein wenig zu sehr heraufbeschworen und plastisch, wodruch der Film fast schon Stimmungschwankungen von solchen Extremen hat, dass einem unbehaglich wird und es nicht fließend wirkt.

Wie man es bereits auch Joe Wrights Adaption von „Stolz und Vorurteil“ kennt, brilliert auch dieser Film mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die viel mit dem warmen Licht der Sonne und den satt-grünen Hügeln der englischen Landschaft Dorset arbeiten und so der Zuschauer wunderbar in eine wilde, raue Welt eingeführt wird. Die Landschaftsaufnahmen und einige Reitszenen bilden einen wichtigen Bestandteil der Geschichte und wirken auch nie fehl am Platz. So haben wir es hier ohne Zweifel mit einem filmographischem Highlight zu tun, welches hervorragend mit dem Score Craig Armstrongs harmoniert: süße, kräftige Streicher, die mit sehr viel Kraft die wilde, schöne Landschaft nachanhmen – nicht fröhlich, sondern recht ernst. Dazu kommen folklore Töne und im Besonderen singt Carey Mulligan sogar ein Mal!

THE VERDICT: Ein bewegender, sowohl im filmographischen als auch musikalischem beeindruckender Film, der durch eine gewisse Distanz, aber auch Tiefe fasziniert. Leider ist „Am Rand der grünen Welt“ weniger romantisch, als das Plakat vielleicht suggeriert, sondern spielt auf einer ernsten, ruhigen  Ebene die Gefühle ab. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Sühne und Vergebung

DT: Abbitte
OT: Atonement
Cast: Keira Knightley, James McAvoy, Saorise Ronan, Vanessa Redgrave, Ramona Garai
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Christopher Hampton
Musik: Dario Marianelli
Länge: ca. 118 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
FSK: ab 12 Jahren

Nach dem Roman „Abbitte“ von  Ian McEwan aus 2001.

Als Briony an einem heißen Sommertag des Jahres 1935 etwas sieht, dass sie nicht versteht und auch noch einen Brief in die Hand bekommt, in dem Robbie (James McAvoy) ihrer älteren Schwester Cecilia (Keira Knightley) seine sexuellen Absichten im groben niederlegt, ist Briony verwirrt, glaubt jedoch trotz ihrer mangelnden Erfahrung die Situation beschwerten zu können und sieht hinter ihm einen Triebtäter – dabei sind Robbie und Cecilia ineinander verliebt.
Am Abend schließlich wird die Robbie beschuldigen, ihre Cousine Lola (Juno Temple)sexuell belästigt zu haben, womit sie nicht nur die zwei liebenden auseinanderreißt, sondern auch das Leben von ihnen dreien für immer verändert.

Schon dieser Auszug zeigt, dass es sich bei „Abbitte“ um keine einfache, schlicht-traurige Liebesgeschichte handelt, sondern von einer abartig schmerzhaft intensiven Tragik, die einen jeden Zuschauer eigentlich nur erschüttern kann.
Denn ein 13-Jähriges Kind – besonders zu diesen Zeiten – versteht nicht viel von Sex und als sie schließlich mit diesem verboten-geheimnisvollen damit konfrontiert wird, überfällt sie die Eifersucht ihrer Schwärmerei für Robbie. Die Folgen ihres Handelns begreift sie nicht, glaubt aber richtig mit ihrer Beschuldigung zu liegen und ist eher von ihren eigenen Gefühlen überzeugt, als von dem, was sie vielleicht gesehen hat. Der in drei Teile gegliederte Film berichtet sowohl von den Konsequenzen für die auseinandergerissenen Liebenden, als auch für Briony selbst.

So wird in „Abbitte“ nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern es werden auch philosophische, moralische Fragen behandelt, welche nur eine Qualität dieses Filmes sind. Dabei sind die 7 Oscarnomminierungen nur ein kleiner Beweis.
Zum einen sind es die überaus überzeugenden Schauspieler, insbesondere die drei Hauptdarsteller, die dem Film seine Tiefe und Überzeugungskraft geben. Obwohl man Saorise Ronan für ihre Rolle der Briony über den Ganzen Film hassen und verabscheuen kann, ist es beeindruckend, wie gut die damals 13-jährige in diesem Film, der viele sehr bekannte und gute Schauspieler, wie z.B. Vanessa Redgrave, spielt und kein bisschen in ihrer Rolle untergeht.
Was mich ein bisschen überrascht und mir beim Erstsehen vor gut 2 oder 3 Jahren nicht aufgefallen ist, ist Benedict Cumberbatch in einer kleinen, aber bedeutsamen Nebenrolle.

Für mich ist „Abbitte“ ein wunderbares Zeugnis desssen, dass eine Kooperation zwischen Joe Wright, Dario Marianelli und Keira Knightley einen ganz wunderbaren Zauber haben und immer wieder aufs neue funktionieren, ohne zu langweilen – man denke an „Anna Karenina“ oder „Stolz und Vorurteil“.
Wie gut der Film in Anbetracht dessen, dass einer Adaption ist kann ich nicht beurteilen, da ich Ian McEwans Roman nicht gelesen habe.
Auch hier untermalt die wunderbar melancholische, unfassbar tragische und bewegende Musik Dario Marianellis die Stimmung des Filmes so einzigartig und nahzu perfekt. Maßgeschneiderte Melodien, mal bitter-süße Streicher verwoben mit dem Tippen einer Schreibmaschine, mal ein Chor, welche von der so vielen Themen des Filmes zeugen – und es lohnt sich, sie außerhalb dieses Filmes zu hören, wie beispielsweise „Denoument“ Dieser tolle Soundtrack gewann 2008 den Oscar.
Auch die Kostüme, besonders das eine lange grüne Abendkleid aus Seide, welches Keira Knighltey trägt, sind wunderbar. Das Kleid wurde übrigens 2008 von der amerikanischen InStyle zum schönsten Kleid der Filmgeschichte gewählt. Jaqueline Durran war ebenfalls für die prächtigen Kostüme in Anna Karenina verantwortlich-

THE VERDICT: „Abbitte“ ist eine unfassbar tragische Liebesgeschichte, die sich mit der Frage des Verzeihens und der Schuld auseinandersetzt. Dabei leisten alle Darsteller derart tolle Arbeit, dass man fast in der Geschichte versinken glaubt, was die gute Kamera und der berührende Score nur unterstreichen. Dennoch muss gesagt werden, dass es schmerzhaft ist, ihn zu sehen und ich ihn deshalb nicht allen Filmbegeisterten empfehlen kann. Am besten ist wahrscheinlich, wenn man nach diesem schweren Stück jemanden zum Reden hat.
9 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Anna Karenina

OT: Anna Karenina
DT: Anna Karenina
Genre: Kostümfilm, Literaturverfilmung, Drama, Romanze
Cast: Keira Knightley, Aaron Taylor-Johnson, Jude Law, Matthew MacFadyen, Alicia Vikander, Domhnall Gleeson
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Tom Stoppard nach dem Roman von Lew Tolstoi
Musik: Dario Marianelli
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: ca. 130 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach Lew Tolstois Roman „Anna Karenina“ aus 1877.

Die bezaubernd schöne Anna (Keira Knightley) führt an der Seite ihres Ehemanns Alexej (Jude Law) ein glanzvolles Leben in mitten des Adels von St. Petersburg. Alles scheint perfekt, bis sie dem faszinierenden Offizier Graf Vronskij (Aaron Taylor-Johnson) begegnet. Hin- und hergerissen zwischen dieser leidenschaftlichen Affäre und der Liebe zu ihrem Sohn entscheidet sie sich für ihren Geliebten. Doch als die elegante Gesellschaft ihr dies nicht verzeihen kann, trifft Anna eine bittere Entscheidung [Klappentext]

Eine weitere Literaturverfilmung eines weltbekannten Klassikers, mag man auf den ersten Blick denken, doch was Joe Wright aus Anna Karenina macht, ist etwas Neues und Mutiges, denn die einzelnen Szenen sind wie ein Theater inszeniert – nimmt man die bittersüßeTragik, hat diese Idee  schon symbolischen Charakter.
Ich denke allerdings auch, dass es ein bisschen verwirrend sein kann, den Film zu sehen, wenn man die Storyline nicht kennt und so konnte ich diese Umsetzung auch erst beim Zweitsehen wirklich „schätzen“. Es mag etwas gekünstelt wirken, wenn die Wände über die Bühe abtransportiert werden, sich Türen in ein neues Geschehen öffnen, doch nun, wo ich den Film schon gut 4 Mal aus verschiedensten Anlässen gesehen habe, glaube ich, mit jedem Mal ein neues Detail zu sehen, das mich verzaubert.
Die Kostüme sind wunderschön und sehr kreativ, genauso wie das gesamte Flair und Setting stimmt. Dario Marianellis Musik dazu hat etwas sehr spezielles, ein bisschen als würde man in einen Zirkus eingeführt werden, mit Walzerklängen und russischen Gesängen, was die vielen Bläser und Streicher untermalen, jeodch trifft aber er durch zarte Klaviertöne auch traurige Momente

Nun zu den Darstellern! Obgleich ich kein so großer Fan von Keira Knightley bin, muss ich mich als ziemlich begeistert aussprechen. Diese Kooperation zwischen Knightley und Wright funktioniert einfach, man denke an Abbitte oder Stolz & Vorurteil!
Die schauspielerische Leistung ist eigentlich im allgemeinen sehr überzeugend und großartig. Man sieht Jude Law zur Abwechslung mal nicht als attraktiven Mann und er behauptet sich überzeugend! Mir gefiel auch der Ire Domhnall Gleeson sehr, den ich bis dato gar nicht kannte, sowie Alicia Vikander, die mich bereits in A Royal Affair verzaubert hatte.
Neben der großen Liebesgeschichte spielen die beiden die „Nebenliebesgeschichte“ von Kostja Ljewin und Kitty Schtscherbazkaja, und obwohl es eine Nebenlinie ist, berührte mich diese sehr.
Besonders schön fand ich das thematisieren von verschiedenen Formen von Liebe (obwohl ich damit wahrscheinlich mehr die Geschichte, als den Film lobe): die Reine, die Leidenschaftliche, die Verbotene usw.

THE VERDICT: eine mutige, zauberhafte und wunderschöne Neuinszinierung eines Klassikers mit einer guten und schauspielerisch-überzeugenden Besetzung. Untermalt von einem tollen Soundtrack und wunderschönem Setting, bin ich sehr begeistert! Nur ab und an kann man der Geschichte nicht ganz folgen, da diese Theater-Geschuchte etwas verwirrend  und anstrengend ist. Doch kann ich mir nur wiederholen, dass er besser wird, je öfter man ihn sieht. Deshalb 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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