Es geschah in Schöneberg

https://i0.wp.com/www.dtv.de/_cover_media/450b/9783423216227.jpgAutor: Susanne Goga
OT/DT: Es geschah in Schöneberg
Genre: Kriminalroman
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2016
Verlag: dtv
Preis: 9.95 Euro
ISBN: 978-3423216227
Länge: 336 Seiten

Teil fünf der Leo Wechseler Krimi Reihe

Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café werden zwei Vorführdamen verletzte: Ihre Kleider wurden mit einem Kontaktgift präpariert. Offenbar ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon Morgenstern & Fink. Steckt ein neidische Konkurrent hinter dem Anschlag? Leo Wechlser ermittelt. [Klappentext]

Wer bis hier hin Leo Wechslers Leben als Polizist mit mal guten, meist eher mittelmäßigen, aber stehts nett nebenbei lesbaren Krimis mitverfolgt hat, wird im fünften Teil belohnt: ein ordentlicher, spannender Krimi, wo ich das früher Schlafen gehen gerne über den Haufen geworfen habe!

Natürlich wird, wie in den Vorgängeromanen, Leos Privatleben miteingebunden, dabei ist die Entwicklung seines Sohnes diesmal im Mittelpunkt: Er wird älter, möchte mit Freunden weggehen und sich einem Pfadfinderbund anschließen, doch irgendwas ist faul bei der Sache. Auch die Beziehung zu seiner wunderbaren Frau Clara entwickelt sich weiter, ihr Buchgeschäft floriert. Irgendwie fühle ich mich mittlerweile fast wie zu Hause bei den Wechselers, denn Susanne Goga hat wirklich eine sehr liebevolle Art, sich um ihre Figuren zu kümmern.

Ferner folgt diesmal ein sich nach und nach entfaltender Krimi: Häufig war es bei den Leo Wechsler Fällen so, dass es schnell ein Opfer gab, meist einen Toten und zur Hälfte des Buches war mehr oder weniger klar, wer es seien könnte, weil auch häufiger mal aus der Sicht des Täters geschrieben wurde: diesmal ganz anders! Am scheint etwas im Modeatelier nicht zu stimmen, schließlich erfolgt ein Anschlag.

Dabei wird Berlin in den 20er Jahren aus einer neuen Perspektive beschrieben. In den vorigen Jahren gab es Krimis über die Ober- und Unterschicht, das Schauspieler- und Malermileu, und diesmal erwischt es sogar mehrere Ecken. Wenn man die Teile fortlaufend ließt (was aber meines Erachtens nach nicht zwingend ist, ganz im Gegenteil, man kann auch einzelne Teile lesen), dann sieht man während des Lesen so viele Facetten von Berlin vor dem geistigen Auge. Der bunte, interkulturelle Ruf, den die 20er Jahre bis heute genießen, wird einem auf einem Servierteller geboten!
Kurz gesagt: es macht einfach Spaß, diesen fünften Band zu lesen, der Fall entwickelt sich, ist spannend und ungewiss, dass Setting wird genauer beschrieben denn je zuvor und man merkt, wie viel Recherche betrieben wurde. Besonders als Berliner, der sich in den Stadteilen etwas auskennt, wo die Figuren sich bewegen, fühlt man sich in der Zeitreise pudelwohl.
Susanne Goga versucht sich hier sehr erfolgreich an einer neuen Art des Erzählens eines Kriminalfalls. Man kann sagen, ihre fünftes Buch hebt sich vor allem darin ab, dass es nicht mehr nur zu Neben bei Lesen ist, sondern dass man es ungern aus der Hand legt. Ich denke, dass noch weitere Teile zu erwarten sind und freue mich nun auch auf die nächsten Bände.

Nur fand ich das Cover diesmal etwas enttäuschend. Zwar stellt es passenderweise eine Modenschau da, aber das Bild ist so schrecklich verwaschen und unscharf im Gegensatz zu den Vorgängercovern, es wirkt etwas dahingeschludert.

THE VERDICT: Der beste Leo-Wechsler-Fall! Susanne Goga bietet in einem frischen, neuen Stil den Leo, der mir schon ans Herz gewachsen ist, und einen spannenden, authentischer Kriminalfall. Es lohnt sich! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

Ein tötend langweiliger Mordfall

Autor: Agatha Christie
DT: Die Tote in der Bibliothek
OT: The Body in the Library
Genre: Krimi
Ersterscheinung: 1942
Verlag: Atlantik Verlag
Preis: 9,99 Euro
Länge: 204 Seiten
ISBN: 978-3-455-65005-1

Es ist sieben Uhr morgens. In der Bibliothek der Bantrys liegt eine Leiche in einem Abendkleid. Wer ist sie? Wie kommt sie dorthin? Fragen, auf die weder der Colonel noch seine Frau eine Antwort wissen. Vielleicht kann eine Freundin Mrs Bantry helfen – Jane Marple macht sich sofort an die Ermittlungen. Offenbar ging es um Geld, viel Geld. Die beiden Damen quartieren sich im Majestic Hotel in Danemouth ein, wo Miss Marple die Täter zur Strecke bringen will. [Klappetext]

Es war für mich eine ziemliche Qual, sich durch dieses ziemlich dünne Buch zu arbeiten, doch am Ende blieb für mich eine Frage offen: Was war das denn bitte?
Da ich gerne große und wichtige Klassiker der älteren und auch neueren Literatur lesen und auch durchaus die Miss Marple und Hercule Poirot Filme mochte, dachte ich, es wird Zeit endlich eines der Bücher zu lesen und weil eine mysteriöse Tote in einer schicken englischen Bibliothek recht eigenartig klinge und ich mir eine herrlich schrullige Miss Marple vorstellte, konnte mich ein entspannend-fesselndes Buch erwarten – dachte ich zumindest.

Denn ich mag Krimis, sowohl die, welche sich Brutalität und Hochgeschwindigkeit durch einen Fall düsen, oder die Langsamen, wo der Charakter des Ermittelnden besonders in den Fokus rückt und man sogar mitdenken kann. Aber Miss Marple ist sehr langsam, bzw. bemerkt sie schon bei der Hälfte des Buches, wer der Mörder ist – sagt es aber noch nicht, sondern der Leser erfährt diesen auf den letzten fünf Seiten in einem allumfassenden Monolog, der zwar plausibel ist, aber wo man sich dann doch fragt, warum man sich durch gut 180 Seiten Befragungen im Schneckentempo gequält hat.

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Außerdem liest sich der Krimi eher wie ein Drehbuch, als ein Roman, so dass es häufig nur zu sehr groben Beschreibungen kommt, was sehr schade ist, da dem Roman dadurch mehr Leben eingehaucht hätte werden können und die Charaktere, sowohl Polizei als auch Miss Marple, deutlich lebendiger hätten wirken können. So trat eher der Effekt des Einschlafenwollens bei mir ein…

Normalerweise bemängelt man bei zu vielen Beschreibungen, dass es dem Buch an Tempo dadurch fehle (das tut es hier ohne hin, schönes, nettes englisches Abwarten und Teetrinken und ein bisschen Befragen schimpft sich hier Ermittlung), hier aber tritt paradoxerweise der gegenteilige Fall ein: denn meistens sie die Befragungen aus der Sicht der Polizei wenig ergiebig, dafür die von Miss Marple und mit mehr Beschreibungen hätten diese vor dem geistigen Auge aufleben können. Hätten!
Wie zu merken ist, ärgere ich mich wirklich über diesen Krimi, weil sowohl Idee mit der Bibliothek als auch der Charakter Miss Marple voller Charme, legendär und toll sind, nur die Umsetzung hat mich echt enttäuscht. Der Fall wiederum ist ganz in Ordnung, wird aber umso unspannender, desto länger sich das Buch hinzieht und ist wie der Rest des Romans nichts halbes und nichts Ganzes.

Einzig und allein das Cover mit der Signatur und der Bibliothek kann ich vollen Herzens und guten Gewissens loben. Auch die Farben wirken sehr harmonisch und nach abendlicher Bibliothek – haben mich auch leider geblendet, dieses Buch lesen zu wollen. An dieser Stelle bin ich auch froh, es geliehen und nicht gekauft zu haben, sonst müsste ich mich über diese ungeheuerliche Geldverschwendung aufregen. Es ist letztlich mehr ein Kriminalfall am Leser…

THE VERDICT: Vielleicht eignen sich die Bücher deshalb auch so gut für Verfilmungen? Ich bleibe auf jeden Fall bei den wirklich tollen Filmen und kann definitiv abraten davon, dieses Buch zu lesen. 1,5 von 10 Sternen und die sind für die Idee mit der Bibliothek und die nette Protagonistin.

Hat jemand vielleicht andere Miss Marple Bücher gelesen, die besser sind? ich kann meiner Enttäuschung leider nicht ganz Herr werden.

Love, Katha

Mord in Babelsberg

 https://i2.wp.com/d.gr-assets.com/books/1391892649l/20641357.jpgAutor: Susanne Goga
Titel: Mord in Babelsberg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2014
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3423214865

Band 4 der Leo Wechsler Reihe

Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird eine Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um Marlen Dornow handelt, zu der er vor Jahren eine sehr persönliche Verbindung hatte. […] Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, ein gefeierter Regisseur wurde  nach der Premiere seines großen Films über den sogenannten „Magier der Pfaueninsel“ ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen… [Klappentext]

Und erneut behält Goga ihren glatt geschliffenen Schreibstil mit wunderbar urigen Charakteren in der Zeit der Weimarer Republik bei. Nun findet ein Zeitsprung statt: von 1922 im dritten teil zu 1926 hat sich Leos leben eigentlich beruhigt, auch, weil die Inflation abgeflaut ist, doch nun kommt wieder Bewegung rein.

Leo Wechsler soll auch in diesem Buch als Charakter wachsen, während im dritten Band vor allem Claras Vergangenheit aufgerollt wird, geht es diesmal um eine Bekannte von Leo, die man schon aus dem ersten Teil kennt: Marlen – natürlich steht da die Beziehung zu Clara Kopf, welche Frau würde sich schon freuen, diese Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren? Das Problem für Leo ist aber auch seine persönliche Beziehung zu der Toten darf nicht herauskommen, wenn er der ermittelnde Kommissar ist. Schon an dem Plot kann man erkennen, dass dieser vierte Teil weitaus energiegeladener ist, als seine Vorgänger – mit ordentlich Konfliktpotenzial und seinen Rivalen  im Präsidium wird eingeheizt. Dazu kommt noch die prekäre politische Lage, die sich nun gen rechts-populistisch bewegt.

Hier merkt man – worüber ich mich sehr freute –  Goga kann richtig gut historische Romane schreiben, alles wirkt so authentisch und ja, berlinerisch. Das merkt man am Dialekt, aber teilweise auch an der seltsamen Unfreundlichkeit mancher Charaktere. Doch auch wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann man über die letzten vier Teile sehr gut mitfühlen: Leo festigt sich ebenfalls von Teil zu Teil, ich habe den Eindruck er wird selbstbewusster, was man auch im Umgang mit seinen zwei wunderbaren Kollegen merkt: Robert Walther, den man schon länger kennt und Jakob Sonnenschein – beide frisch verliebt.

Wunderbar ist zusätzlich, wie man in das Leben der aufblühenden Filmbranche der 20er eingeführt wird, aber auch die bösen Seiten entdeckt. Besser gesagt: in diesem Fall von Leo ist die Handlung düsterer und weniger offensichtlich als in dem Vorgänger, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten und man hat als Leser selbst Raum um mitzurätseln. Dennoch behält Goga das ruhige an ihren Krimis, Verfolgungsjagden sind nicht zu erwarten – nach wie vor lese ich diese Bücher gerne nebenbei, weil sie entspannend und spannend sind.

THE VERDICT: Ein gelungener, vierter Teil, der durch einen reizvollen Fall in einem Berlin, welches sich im Umschwung befindet, besticht. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen: Cover

Von Mord und urigen Berlinern

die_tote_von_charlottenburg-9783423213813Autor: Susanne Goga
Titel: Die Tote von Charlottenburg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2012
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3423213813

Der dritte Fall für Leo Wechsler

Sommer 1923. Kommissar Leo Wechsler und seine Freundin Clara Bleibtreu verbringen ihre Urlaubstage auf Hiddensee. Dort lernt Clara die Ärztin und Frauenrechtlerin Henriette Strauss kennen, eine lebhafte, charismatische Frau. Sie ist weitgereist, sozial engagiert und pflegt ein freies Liebesleben. Clara fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Doch im Herbst stirbt Henriette gänzlich unerwartet in ihrer Wohnung in Charlottenburg. Die Todesursache lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Leo beginnt mit seinen Ermittlungen und stößt auf merkwürdige Vorkommnisse in dem Krankenhaus, in dem Henriette Strauss gearbeitet hatte … (amazon.de)

Als erstes möchte ich wieder das Cover dieser Reihe loben, denn es passt wie stets ausnahmslos gut zum Roman und sieht einfach schick aus!

Wer nach den ersten beiden Bänden Fan von Leo und Clara war, wird bei diesem Buch auf seine Kosten kommen, mehr und mehr lernt man nicht nur Leo kennen, sondern auch Clara – natürlich bleibt aber auch Leos Schwester nicht aus dem ganzen heraus, nachdem sie sich jahrelang um die Kinder gekümmert hat, packt sie plötzlich eine gewisse Sorge, ihre „Vormachtsstellung“ ins Leos Leben sei gefährdet. Wird die Beziehung diesem Konflikt standhalten? Was ist mit Claras Vergangenheit? Endlich wird das etwas zwischen den beiden genauer definiert. Besonders im dritten Teil gerät die soziale Komponente zwischen den Kindern und Erwachsenen in den Fokus. Manchmal dünkt es mich ein bisschen, dass der Mord eher zur Nebensache wird. Wer nach einem Krimi sucht, der einen vor Spannung und Blutrünstigkeit fesselt, ist hier definitiv falsch – allerdings glaube ich, dass man bezüglich dieses Punktes in den ersten Bänden sich entweder verliebt hat, oder es überhaupt nichts für einen war.

Auch der historische Aspekt ist in diesem Roman stärker denn je zu spüren, mitten in den Krisenjahren der Weimarer Republik wird man besonders durch Leos Rolle als einen sehr guten Beobachter in das Leid und Elend einer Nation in der Inflation geworfen. Dies ist für mich persönlich auch einer der Gründe, weshalb ich Gogas Roman schätze, es ist ein bisschen was von allem und historisch gut recherchiert, aber auf eine nette, mal spannende, mal entspannende Weise geschrieben, die sich wunderbar nebenbei liest.

Und auch innerhalb des Polizeireviers kracht es herrlich: einweiterer Pluspunkt für Goga, denn sie zeichnet jeden Charakter genau, gibt ihm seinen Wiedererkennungswert und eine ganz eine (typisch berlinerische) Schrulligkeit.
Nur der Mordfall, wie soll man es sagen, war für mich in diesem Roman sehr blatt: Im Ansatz sehr spannend: eine emanzipierte und inspirierende Ärztin, ihr plötzlicher Tod, entsetzte Familienmitglieder, ein besonderer Duft und  ein besonders auffallend betroffener Neffe… Nur schien es fast, als existiere dieser Fall mehr am Rande. Wer mehr den menschlichen Aspekt an Gogas Romanen schätzt, wird den dritten Teil der Wechsler-Krimis ohne Zweifel genießen, mir hat es an Action und tatsächlicher Kriminalliteratur gefehlt, denn der ganze Fall hatte nach der Hälfte schon so viele Hinweise geliefert, dass einen nichts  mehr überraschen konnte – denn so sehr ich die Charaktere liebe, kann ich meine Enttäuschung nicht unterdrücken.

THE VERDICT: Ein typisch liebevoll geschriebener, wunderbar recherchierter, historischer Leo-Wechsler, nur für einen Krimi ein bisschen mau. 4,5 von 10 Stenern.

Love, Katha

Quellen: Cover

Fasanenmörder

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Autor: Jussi Adler-Olsen
DT: Schändung
OT: Fasandræerne
Genre: Thriller, Krimi
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2008
Verlag: dtv premium
Preis: 14.95 €
Länge: 485 Seiten
ISBN:978-3-423-24787-0

Der zweite Fall für Carl Mørck

Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Ein Geschwisterpaar ist brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines Privatinternats, die für Gewaltorgien bekannt sind. Erst Jahre nach dem Mord ist einer von ihnen geständig. – Zwanzig Jahre später. Als Carl Mørck vom Sonderdezernat Q für unaufgeklärte Fälle in Kopenhagen aus dem Urlau zurückkommt, hält ihm sein Assistent Hafez el-Assad die alte Rørvig-Akrte vor die Nase. Niemand weiß, warum sie aufgetaucht ist. Der Fall war schließlich geklärt. (…) Als den Ermittlern von oberster Stelle weitere Nachforschungen strikt verboten werden, ist ihnen sofort klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt. Die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft (…) und die führen ganz weit nach unten, zu Kimmie, einer Obdachlosen (…). Diese Frau scheint etwas zu wissen, das drei höchst einflussreichen Männern zum Verhängnis werden könnte (…) [Klappentext]

Erneut das typische Dilemma von deutschen Titeln „Schändung“, brutal und abartig steht im Kontrast zu dem viel orignielleren dänischen Titel „Fasanenmörder“. Zwar passen beide inhaltlich sehr gut zum Buch, allerdings finde ich es immer fragwürdig, wenn man derart vom Original abweicht. Es wird sogar eher eines Klischees bedient: Oh, ein skandinavischer Krimi – her mit dem Einworttitel! Und das Cover… Hier, Blut und ein Messer: locken wir doch die ganz gewaltgeilen an. Persönlich halte ich es für ein bisschen zu dick aufgetragen.

Aber es gibt sehr viel Gutes zu sagen, um es vorweg zu nehmen: Hier folgt eine Lobeshymne1
Jussi Adler-Olsen schafft es erneut einen schrecklichen Fall zu konstruieren, der nach und nach entkleidet, noch immer furchtbar spannend ist. Besonders im Fokus steht nicht nur das Verbrechen an sich, sondern auch die Perspektivwechsel, welche dieses Katz-und-Maus-Spiel bestärken: Zum einen natürlich aus Mørcks Sicht, er und sein Assistent Assad erhalten eine neue Mitarbeiterin, Rose, und wie nur typisch für Mørck ist er schlichtweg ablehnend. Obwohl Morck wahrscheinlich ein ziemlich anstrengender Mensch ist, grummelig und ein nordischer Bär, schließt man ihn doch durch seine enorme Motivation und Schlagfertigkeit irgendwie ins Herz. Assad und er sind wie Pech und Schwefel, sie ergänzen sich auf eine tolle Art und Weise. Das ist für mich auch ein Grund, weshalb mir die Reihe so gut gefällt, man wird süchtig diese Figuren noch besser kennenzulernen.
Eine weitere Perspektive sind natürlich die ganz Reichen und Feinen, die mehr als nur ein bisschen Dreck am Stecken haben. Manchmal wird hier schon ein das ein oder andere Klischee verwendet (und zugegeben nervt es irgendwann, wenn das Personal zum dritten Mal vergewaltigt wird), aber gleichzeitig ist auch ein Hauch von einer Kritik an der Gesellschaft zu finden: Warum lassen wir es zu, dass die Reichen Poltik und Justiz bestechen, um fröhlich weiter zu – im Extremfall- morden oder Tiere zu quälen?  Ein ganz großes Thema, so dünkt mich, ist bei Adler-Olsen nicht nur das Verbrechen, sondern die schreiende Ungerechtigkeit und der Wille, diese aufzudecken, ein Exempel zu statuieren.
Am wichtigsten jedoch ist Kimmie: Wie bereits im ersten Fall Mørcks ist die Sichtweise des „Opfers“ wichtig. Hier ist es allerdings ein bisschen komplexer, mal ist man in der Vergangenheit, dann in ihren etwas schizophrenen Gedanken – faszinierend und artig –  , nach und nach erfährt man gerade so Details, was sehr spannend ist, kann mitdenken und den Fall verstehen – aber, wie ich schon sagte, es ist mehr als nur das Aufklären.

Nägelkauend auf der Couch sitzen und Seite um Seite umblättern, um endlich erlöst zu werden, um endlich eine Klarheit zu erfahren. Das ist das Geniale an Adler-Olsen. Er verwendet jedoch auch ziemlich brutale Mittel und mir kommt es fast schon fragwürdig vor, dass ich derartige Literatur gut finde, in der Vergewaltigung und Schändung das Leitthema sind.
Ich bin definitiv gespannt auf den nächsten Fall, jedoch muss ich sagen, dass ich zwischendurch auch andere Literatur für mich brauche, um nicht komplett verrückt zu werden von dieser grässlichen Welt.

THE VERDICT: Ein sehr gelungener, spannender, grässlich-brutaler zweiter Fall für einen wunderbaren Kommissar und seinen schrulligen Assistenten. Empfehelnswert für jeden, der nicht vor schonungsloser Gewalt zurückhält: 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

Es gibt kein Erbarmen

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Autor: Jussi Adler-Olsen
DT: Erbarmen
OT: Kvinden i buret
Genre: Thriller
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2009
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 432 Seiten
ISBN: 978-3423212625

Der erste Fall für Carl Mørck

Als die dänische Politikerin Merete Lynggaard 2002 wie vom Erdboden verschluckt wird, bleiben die ratlosen Ermittler vor einem schwierigen Fall – der ungelöst in die Akten geht. Fünf Jahre später wird durch die Regierung veranlasst ein Sonderdezenat gegründet, um alte Fälle aufzurollen, den Job erhält der wieder in das Berufsleben findende Carl Mørck und stellt schon schnell fest, dass Lynggaards Verschwinden kein Selbstmord war.

Diese Geschichte ist der absolute Albtraum einer Frau: Eingesperrt in eine dunkle Druckkammer, über Jahre hinweg gequält. Der Plot teilt sich in zwei Stränge auf: zum einen die Sichtweise der entführten und leidenden Merete, auf der anderen Seite der etwas griesgrämige Kommissar Carl Mørck, so dass der Fall für den Leser nach und nach aufgerollt wird, kleine Hinweise gegeben werden und man sehr gut nachvollziehen kann, wie sich das Ereigniswirrwarr zu einem logisch-grausamen Konstrukt ergibt.
Denn wie der Titel „Erbarmen“ unschwer erkennen lässt, ist dies kein einfacher Thriller. Es ist absolute Grausamkeit, sowohl körperlich brutal, als auch psychologisch und absolut nichts für leicht besaitete.
Und dennoch, so sehr es den Leser auch quält, was das Opfer Merete durchmachen muss, kann man kaum loslassen von diesem Roman. Besonders schrecklich in Erinnerung geblieben ist mir die Szene, in der Merete Zahnschmerzen hat und ihre Entführer ihr durch eine Art Schacht eine rostige Zange hochschicken – denn das Opfer, obgleich sie sich in der blinden Dunkelheit befindet, wird beobachtet und sobald sie etwas falsches tut, zieht das Konsequenzen, wie z.B. dass der Druck im Raum erhöht wird.
Ich glaube, man kann es kaum anders sagen als grausam und pervers – und dennoch so schrecklich fesselnd, denn der Glaube an Gerechtigkeit und diese Kraft Carl Mørcks stecken an, man hofft unentwegt und fiebert mit Zähnen aufeinandergebissen auf eine Lösung hin. Denn warum bzw. wofür muss Lynggaard leiden?

„Erbarmen“ lebt nicht nur durch die Storyline, sondern auch seinen urigen, etwas eigenen und nicht immer so sympathischen Ermittler – der im Laufe des Romans Unterstützung durch den sehr lustigen Assad erhält. Ein sehr gegensätzliches, aber tolles Paar!

THE VERDICT: Dieses Buch ließ mich nicht in Ruhe und noch viel schlimmer, mir stockte gar der Atem. Ich bin selbst erschrocken, wie mich etwas so Böses, Ekeliges begeistern kann und so muss ich nur sagen, dass ich „Erbarmen“ wirklich empfehle – allerdings nicht als Einschlaflektüre! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

The Cuckoo’s Calling

https://i2.wp.com/i1.mirror.co.uk/incoming/article4786431.ece/ALTERNATES/s615b/BOOK-COVER-CUCKOOS-CALLING.jpg

 Autor: Robert Galbraith
OT: The Cuckoo’s Calling
Genre: Krimi
Sprache: English
Ersterscheinung: 2014
Verlag: Sphere
Preis: £7.99 (Taschenbuch)
Länge: 560 Seiten
ISBN: 978-0751549256

Erster Teil der Cormoran Strike Krimis
Auf deutsch unter dem Titel „Der Ruf des Kuckuks“ erschienen

Als das berühmte Model Lula Laudry tot auf den Straßen Mayfairs aufgefunden wird, geht die Polizei von einem Selbstmord aus. Doch ihr Bruder John Bristow hat Zweifel und engagiert eine alte Bekanntschaft – den Privatdetektiven Cormoran Strike, ein einbeiniger Kriegsveteran, der in großen finanziellen Problemen steckt und gerade von seiner Freundin rausgeworfen wurde. Der Fall kommt wie gerufen! Eine Ermittlung zwischen der Londoner Armut und den Schönen und Reichen.

Strike ist ein mysteriöser Charakter und hat dank seiner Exfreundin reichlich Probleme, man lernt ihn im Laufe des Romans immer besser kennen und mag ihn eigentlich immer mehr – genauso wie seine Sekretärin Robin, die zunächst auf Zeit von einer Firma angestellt wurde und sich reichlich unwohl fühlt. Sie ist der Sympathieträger des Romans, lustig und aufgeschlossen mit brillianten Beiträgen, die einem zum Schmunzeln bringen. Dieses Duo lässt das Buch lebendig und lebensecht wirken, es sind vielseitige, keinerlei flache Figuren.

Bei Krimis gibt es meistens zwei verschiedene Arten, den Plot aufzubauen: zum einen rollen sich die Handlungsstränge nach und nach auf und die Lösung blüht vor dem geistigen Auge auf – oder man durchlebt etliche Befragungen, glaubt im Dunkeln zu Tappen und plötzlich kommt die grandiose Lösung! Zwar ist das wirklich grandiose Ende – ohne spoilern zu wollen – absolut grandios, auf der anderen Seite liegt genau hier die Schwäche des Romans: Fast 400 Seiten tappt man verwirrt von einer Befragung zur nächsten und somit zieht es sich leider hin. Wer den ruhigen Ermittlungskrimi mag, wird hier auf seine Kosten kommen, doch ab und an wartet selbst der geduldigste Leser auf ein Zeichen, auf eine Idee.

Die Englische Ausgabe zeichnet sich durch einen reichhaltigen, lebendige Wortschatz aus, der zwischen dem formalen Englisch der Intelligenten und Reichen und dem stark Slang-balsteten, umgangssprachlichen Alltagsgeschwätz der einfachen Leute. Besonders schön ist, dass jeder anders redet, charakteristisch für bestimmte Redewendungen oder einen bestimmten Akzent, was den Figuren, bis zu einer noch so unbedeutenden Nebenfigur, wunderbar Leben einhaucht. Genau das ist der große Pluspunkt an dem Roman: Sobald man anfängt zu lesen, werden London und Strike vor dem Auge lebendig. Ich konnte das Buch kaum noch weglegen!

THE VERDICT: Ein vielseitiger, humorvoller und spannender Krimi, das Duo aus der Sekretärin Robin und dem schrullig-mürrischem Strike, der sein Leben versucht unter Kontrolle zu bekommen, ist hervorragend! Spannend und witzreich aufgebaut. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil und empfehle ihn mit dem Herzen. 8,5 von 10 Sternen!

Love, Katha

Bild verwendet im Beitrag:
Cover

Tod in Blau

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Autor: Susanne Goga
OT/DT: Tod in Blau
Genre: historischer Krimi
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2007
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3423214872

Zweiter Teil der Leo-Wechsler-Reihe

1922. Arnold Wegner malt seine Zeit in starken Kontrasten – Armut und Luxus, Krieg und Vergnügungssucht, Krankheit und Irrsinn. Seine radikalen, provokativen Bilder erregen Bewunderung und Abscheu, lassen aber niemanden kalt. Als der Maler tot in seinem einem Atelier gefunden wird, führt eine erste Spur Kommissar Leo Wechsler zur rechtsextremen Asgard-Gesellschadr, in der ehemalige Offiziere verkehren. […] Und es stellt sich heraus, dass es einen Zeugen gibt – der jedoch entzieht sich allen Befragungen der Polizei.

Versetzt im Berlin der 1920er Jahre, mitten in der Wirtschaftskrise, in der die stärksten Gegensätze aufeinanderprallen, darf Leo Wechsler erneut ermitteln.

Schlicht und interessant geschrieben, mit vielen lebhaften Dialogen, auch gerne in Berlinerisch, wird die Ermittlung voran getrieben. Diese Reihe lebt natürlich nicht nur von dem interessanten historischen Hintergrund, der sehr authentisch dargestellt wird, sie lebt zum einen vom Berlin-Falir, wobei es besonders toll ist, wenn man die ganzen erwähnten Straßen kennt und sich vorstellen kann, wie der Herr Kommissar in den Morgenstunden zur Arbeit geht – sie lebt andererseits aber auch von Leo Wechsler, einem überraschend einfühlsamen, aber auch ambitioniertem Kommissar.

Auch im zweiten Teil dreht sich ein gewisser Teil um Leos Privatleben, wobei die Liebe auch eine gewisse Rolle spielt. Aber statt eines stereotypischen Bildes, bekommt man ein sehr symathisches und menschliches Portrait eines jungen Witwers in den Krisenzeiten der 20er Jahre. Mir wächst Leo mit dem zweiten Teil wirklich ans Herz!

Ganz besonders ist die gewissen Ruhe, die der Krimi mit sich bringt – es geht nicht um großartige Verfolgungsjagden und viel atemberaubende Spannung, sondern um die kriminalistische Aufarbeitung eines Falles, und dies funktioniert hier auch sehr gut, ohne dass der Kommissar fast sterben muss. Die Motive für den Mord werden nicht plötzlich am Ende plötzlich hervorgezaubert, sondern nach und nach rollt sich das ganze Rätsel auf, was sehr gelungen war.

Wie schon beim ersten Teil finde ich, dass sich diese Art von Buch am besten unterwegs liest. So eignet sich „Tod in Blau“ für langweilige Bahnfahrten (am besten mit der tuckernden U-Bahn durch Berlin), es ist perfekt zum entspannen oder auch nebenbei leben. Das schätze ich besonders an den Büchern, dass man sie nicht so schrecklich konzentriert wie Goethe-Werke lesen muss, sondern einfach abschalten kann.

Im Vergleich zu Teil eins kann ich sagen: Der Fall ist gut durchdacht, authentisch und originell und es macht Spaß, mitzufiebern, mitzuraten und Teil einer brisanten Ermittlung zu werden – er hat deutlich mehr Energie und Spannung als der erste Teil. Mir hat die Thematik um den Künstler und die damals aufkommenden, rechtsradikalen Bewegungen in der Weimarer Republik sehr gefallen!

Wie alle Bücher dieser Reihe, ist das Cover passend zu der Mode der damaligen Zeit gestaltet, ein bisschen Farbe in einem Schwarzweißbild, was ich sehr geschmackvoll finde.

THE VERDICT: Eine gute, spannende Lektüre zum Lesen für nebenbei mit einem authentischem Fall, der wunderbar die Probleme der Gesellschaft in der Weimarer Republik wiederspiegelt und einen wunderbaren Ermittler, den man sofort liebt! 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Bild im Beitrag:
Cover

Media Monday #218

Moinsen!

Die erste Woche im neuen Schuljahr beginnt natürich mit einem Media Monday. Ich kann es schon gar nicht fassen, dass ich nun in die 12. Klasse gehe. Oder wie Gian in seinem Post es etwas dramatischer verkündete „Der Anfang vom Ende„.

Media Monday #218

1. Die Serie „Borgen“ wusste mich vom ersten Moment an zu packen, schlicht weil mich Politik und das Ziehen der Machtstränge ziemlich faszinieren. Anders als bei House of Cards geht es weniger kaltblütig-herzlos, sondern eher hinterlistig zu, außerdem kann man sich besser hineinversetzten, da es in Dänemark spielt und in einem demokratischem System, welches nicht so seltsam und unnahbar wie das amerikanische ist.

2. Die Zeit für „The Paradise“ hätte ich mir echt schenken können, schließlich hätte ich ahnen können, dass es endloser Kitsch in schönen Kostümen und im BBC-Format sein würde. Dennoch hatte ich Hoffnung. Gut gemacht ist es, doch die Story ist ziemlich platt. Langsam sollte ich aus meinen Erfahrungen zu Émile Zola Adaptionen lernen…

3. Emma Watson war auch schon mal zielsicherer in ihrer Rollenauswahl, denn „The Bling Ring“ ist einfach nur eine Katastrophe mit viel Glitzer und schrecklichem Soundtrack, sie kann auch in viel niveauvolleren Filmen glänzen.

4. Die Buchreihe „Die Jahrhundert-Saga“ von Ken Follett ist definitiv mit seinen fetten Wälzern ein Langzeitprojekt. Zumindest stehen die Bücher schon mal bei mir rum, der erste „Sturz der Titanen“ hat mir auch ziemlich gefallen, dennoch bin ich der Meinung, dass man viel Geduld mitbringen muss.

5. Börne und Thiel vom Tatort Münster ist ja eines der coolsten Ermittler-Teams, denn sie sorgen für gute Stimmung und leichte, aber interessante Unterhaltung. Ebenfalls toll, ja eigentlich legendär, sind Sherlock und Watson aus der BBC-Serie „Sherlock“.

6. Dank viel Schwärmerei eines Bekannten konnte ich endlich auch der Serie „Game Of Thrones“ eine Chance geben, denn ich war mir wirklich lange nicht sicher, ob es mir gefallen würde, nun bin ich aber wahrlich gefangen und ziemlich begeistert – auch wenns eigentlich „nur“ viel Tod, Machtspielerei und Sex ist.

7. Zuletzt habe ich eine Menge ausgemistet und aufgeräumt und das war echt gut, weil es schlichtweg befreiend ist, unnötiges, unnützes Zeug loszuwerden, loszulassen und Platz für Neues zu schaffen!

Die Fragen stammen vom Medienjournal des Wulf Bengsch und erscheinen jeden Montag in aller frühe. Ihr findet sie hier.

Love, Katha

Leo Berlin

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Autor: Susanne Goga
Titel: „Leo Berlin“
Genre: Historischer Krimi
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2005
Verlag: dtv
Preis: 9,95€
ISBN: 978-3423213905
Länge: 279 Seiten

Erster Teil der Leo-Wechsler-Reihe.

Berlin 1922. Mitten in den Wirren der Inflation bekommt es Kriminalkommissar Leo Wechsler, verwitweter Vater von zwei Kindern, mit einem mysteriösen Mord zu tun: Ein Wunderheiler, der Patienten und vor allem Patientinnen aus den besten Kreisen behandelte, wurde mit einer Buddahfigur aus Jade erschlagen. Es gibt keine Zeugen, keine Spuren. Doch der Heiler war kein unbeschriebenes Blatt: Es stellt sich heraus, dass er viele seiner Patienten mit Kokain versorgte. Wenig später wird im Scheunenviertel eine Prostituierte ermordet. Leo vermutet eine Verbindung zum Tod des Heilers. Seine Ermittlungen führen ihn in elegante Villen, ärmliche Hinterhöfe, Kokainhöhlen und Rotlichtbezirke… [Klappentext

Kriminalfälle im Berlin der 20er Jahre, ein uriger Kommisar mit vielen Ecken und Kanten. Liebevoll geschrieben und eher leichte Lektüre.

Die Geschichte erzählt sich in zwei Strängen: zum einen aus der Sicht des Ermittlers und zum anderen aus der Sichtweise des Mörders – was allerdings auch der Schwachpunkt dieses Romans ist, da so schnell offensichtlich wird, wer der Mörder ist. Einige mögen hier glauben, dass der Roman so an Spannung verliert, was ich allerdings nicht finde, vielmehr sind die Motive und Zusammenhänge noch offen, so wie die Tatsache, wie sich der Fall auflösen wird.

Ein großer Pluspunkt: Auch Leos Privatleben wird thematisiert, was ich ganz großartig finde, da der Kommissar so sehr lebensnah wirkt und einem sehr sympathisch ist. Seine Vergangenheit, seine Gedanken – man betrachtet Berlin aus den Augen dieses Mannes. So gesehen hat dieser Krimi bzw. diese Reihe einen stark persönlichen Twist und ist liebevoll geschrieben und rechachiert, was das Buch wirklich sympathisch macht.

Es ist zweifelsohne kein klassischer Kriminalroman mit dem sehr scharf-durchblickenden holmes’schen Ermittler, sondern ein ziemlich menschlicher. Dazu wird der Leser noch in das Berliner Leben der 20er Jahre eingebunden, welches sehr authentisch und bildlich geschildert wird, so dass man wirklich in dieser Zeit glaubt und verschwinden, was ebenfalls ein großer Pluspunkt ist. Historisch wird hier defintiv mehr gepunktet als kriminaltechnisch.

Gogas Schreibstil lässt sich angenehm, schnell und flüssig lesen – folglich eher Strandlektüre. Toll ist auch, wie man Berlin wiedererkennt – wenn man denn dort wohnt – und sich so immer wundern und freuen kann.

THE VERDICT: „Leo Berlin“ ist ein interessanter historischer Krimi,aber eher etwas zum Zwischendurch-Lesen auf Reisen. Die Charaktere sind sehr lebendig, vielfältig und wundervoll in die Zeit eingewoben, was definitiv die Stärke des Buches ist, man verliert sich wahrlich in der Zeit der 20er! Betrachtet man die Krimiqualität ist er leider nicht so sehr fesselnd und ein bisschen offensichtlich, was schade ist, deshalb ein eher ambivalentes Urteil. 5,5 von 10 Sternen

Love, Katha

August #14 Faves

Moin!

Der August geht bald zur Neige – und damit beginnt auch bald die Schule. Während dieses recht abenteuerlichen und ziemlich erlebnisreichen Monats hat sich schon eine Menge an tollen Dingen und Erinnerungen angesammelt. Hier eine kleine Auswahl:

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1. Sió Rostos Öszibarack – ist der absolut beste Pfirsich-Saft aller Zeiten und dummerweise nicht in Deutschland erhältlich. Falls es euch jemals nach Ungarn verschlagen sollte, müsst ihr unbedingt diesen leckeren Saft probieren. Meine Empfehlung spricht sich aber eigentlich auf alle Sió-Säfte aus, weil sie sehr natürlich schmecken.

2. Postkarten! Ich liebe und sammle sie – also ein dickes Danke an alle, die mir eine Karte geschrieben haben.

3. „Tod in Blau“ von Susanne Goga ist der zweite Krimi aus der Leo-Wechsler-Reihe und spielt in den 20er Jahren in Berlin. Im Wesentlichen geht es um den Mord an einem Maler im Zusammenhang mit der ominösen, nationalistischen Asgard-Gesellschaft. Eine gute, spannende und unterhaltsame Lektüre und perfekt für etwas längere Zugfahrten. Die vollständige Rezension findet ihr hier.

4. Liebeskind Berlin Gürtel – ich fand es recht schwierig einen guten Ledergürtel zu finden, weil ich da etwas pingelig mit Form und Farbe bin. Dieser ist sogar studded und seit einigen Monaten im Einsatz ❤

5. Glow in the Dark Jupiter by American Apparel Nagellack leuchtet tatsächlich im Dunkeln, man sollte nur seinen Hände etwas länger unter eine Lichtquelle halten für einen guten Effekt. Für 9€ etwas teuer, aber witzig.

6. „Speak Now“ by Taylor Swift. Ein Wort: Lieblingsalbum! Es ist so toll, mal ein etwas älteres Album herauszunehmen und es für sich wiederzuentdecken.

7. Maxi August – nach wie vor einer meiner Lieblingszeitschriften, eine wundervolle Mischung aus Gesellschaftsbeobachtungen, Mode, Beauty, Kolumnen und einfach tollen, witzigen Artikeln. So ziemlich alles drin 😀

Weitere Highlights:

* England Urlaub
* okay, allgemein Ferien zählt wohl auch, oder?
* München Urlaub mit Celi + Ausflug nach Neuschwanenstein
* Impark Festival, insb. die geniale Band VAIT
* ÜBER 30 FOLLOWER!!! Danke Leute!
* Fahrradfahren auf dem Land
* Notes of Berlin

Was waren eure Highlights, was habt ihr erlebt, wie habt ihr den Sommer genossen… ich will alles wissen!
Freue mich auf eure Kommentare & bin schon gespannt!!

Zum Schluss noch etwas, was weniger schön an diesem August war und mich ziemlich betrübt. Mein ‚Patenhund‘ Bundás, mein zotteliger bester Freund, ein unglaublicher Zuhörer und knuffiger Kumpel ist leider verstorben. Der gute wird mir sehr fehlen, wir haben so viel erlebt und gespielt, es ist verdammt schade und ich werde ihn unglaublich vermissen und natürlich niemals vergessen, weil ich die Erinnerung an unsere schönen Sommertage immer im Herzen tragen werde.

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Love, Katha