Die Schöne und das Biest

OT: Beauty and the Beast
DT: Die Schöne und das Biest
Cast: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, Gugu Mbatha-Raw
Genre: Märchenfilm
Regie: Bill Condon
Drehbuch: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos
Musik: Alan Menken
Länge: 130 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Belle, eine junge Bibliophile, lebt mit ihrem Vater in einem kleinen französischen Dorf. Ihr Vater macht sich wie jedes Jahr wieder auf seine Reise und ihr verspricht, eine Rose mitzubringen, doch verirrt er sich auf Grund eines Sturmes und folgt einem Pfad zu einem mysteriösen, unheimlichen Schloss, dessen Gefangener er bald wird. Seine Pferd galoppiert schnell zurück zum Dorf und signalisiert seiner Tochter, dass ihr Vater in Gefahr ist und natürlich folgt sie dem Tief zurück zum Schloss, um festzustellen, dass ihr Vater fort gefangen gehalten wird – jedoch nicht von einem Menschen.

Wie schön ist es doch, die Helden der eigenen Kindheit neu zu erleben! Ich muss schon im Vorfeld gestehen, dass Belle stets meine liebste Disnes-Prinzessin gwesen ist und ich das heute auch noch sagen kann: Sie punktet durch ihr warmes Herz, ihre Intelligenz, ihrer Bibliophilie und natürlich auch, weil sie wunderschön ist. Hätte es eine bessere Besetzung als Emma Watson geben können? Ich bezweifle es! Sie brilliert in der Rolle von Belle –  so überzeugend und liebevoll wie sie den Charakter spielt, meint man nach einer Weile, dass sie wohl in echt auch dieses liebenswürdige Wesen seien muss. Sie bleibt der Zeichentrickfigur in ihrem Liebreiz treu, gibt ihr aber etwas frisches, cleveres und manchmal fast schon freches.

Der Kern des Filmes (und meiner Begeisterung)  ist allerdings die Machart: Von den Kostümen, über das CGI, über Kulisse und Musik. Songs, die um Mitsingen einladen und eine magische Welt, wo man nur mit offenen Mund staunen mag. Mich hat es an Stellen, wie beispielsweise der berühmten Tanzszene mit dem Biest im gelben Kleid, teils wirklich ergriffen, weil dieses alte Märchen so authentisch zum Leben erweckt wurde. Selbiges gilt für die urigen Gegenstände im Schloss, den große Schauspieler (im Original) ihre Stimmen geliehen haben. Auch, wenn in die deutsche, synchronisierte Version sah, glaube ich sagen zu können, dass Ian McKellen als Uhr und Emma Thompson als Teekanne nicht besser hätten gewählt werden können – zweifelsohne werde ich diesen zauberhaften Film noch einige Male im Orginial sehen, sobald er erschienen ist.

Der Film „Die Schöne und das Biest“ konnte mein Herz sofort einnehmen, mich zum Lachen bringen und mich an Stellen auch zu feuchten Augen rühren und mich wieder Fühlen lassen, als sei ich 7 Jahre alt.

Ähnlich wie in der Orginalzeichentrickversion gewöhnt man sich so an den Anblick des Biestes in Biestgestalt, dass der Anblick des normalen Dan Stevens zum Ende fast schon seltsam ist. Es macht Spaß, Schauspieler, die man jahrelang mit einer bestimmten Rolle assoziiert hat, wie Emma Watson mit Hermine in Harry Potter und Dan Stevens als Matthew in Downton Abbey, in ganz anderen Rollen zu sehen und sich bezaubern zu lassen.

Eine Sache – es ist eher ein Detail – über das ich ein bisschen traurig lache musste, ist dass Belle (wohlgemerkt in einem französischen Dorf, wo die Figuren französische Namen haben) den Kindern lesen beibringt – aus einem englischen Buch! So perfekt dieser Film auch glänzt, ist es schade, wie amerikanisiert sogar ein französisches Dorf werden kann.

Kleine Bemerkung am Rande: Ich habe den Film nicht in 3D gesehen (an dieser Stelle oute ich mich auch gerne als kein Fan davon) und muss sagen, dass es total ausreicht. Die Technik hat die Visualisierung vom Biest und den lebendigen Gebrauchsgegenständen im Schloss so gut zu Stande gebracht, dass es so schon unfassbar dreidimensional aussah.

Eine größere Bemerkung: Während ich im Internet zuvor einige Rezensionen gelesen habe, um zu sehen, ob meine sehr positive Einschätzung des Filmes, negativen standhalten kann, bin ich auf zwei recht interessante Kontroversen gestoßen. Zum einen wurde kritisiert, dass Belle unter einem Stockholm-Syndrom leide und dies keine gute „Message“ des Filmes sei. Ich denke, man kann sich über alles streiten, wenn man möchte. Für mich ist es klar, dass die Aussage des Filmes ist, dass man sich in jemanden auf Grund seines Charakters verlieben kann, auch wenn derjenige ein grässliches Aussehen hat und auf den ersten Blick recht garstig wirkt. Man muss auch betrachten, dass die Ursprünge und die Idee des Märchens aus dem 18. Jahrhundert stammen!
Zum anderen heißt es, dass LeFou, der Gehilfe von Gaston, dem eingebildeten jungen Mann, der auch starkes Interesse an Belle hege, möglicherweise als homosexuell interpretiert werden kann. Dazu kann ich nur sagen: Na und? Falls dies wirklich so beabsichtigt war, was macht das schon aus. Generell erkennt man viel Diversität (beispielsweise in den Hautfarben und Ethinizitäten) und moderne Züge in dieser Märchenverfilmung, was ich sehr schön finde – wir befinden uns nicht mehr im Jahre 1991, in welchem der Original Disney Film. auf den sich dieser bezieht,  in die Kinos gekommen ist.

THE VERDICT: Ein wunderschön gemachter, nicht ohne Grund stark gehypter Disney-Film mit Charme und Herz, der einen sofort um den Finger wickelt. Ein süßer Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 9 von 10 Sternen.

´Love, Katha

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Geliebte Jane

OT: Becoming Jane
DT: Geliebte Jane
Cast: Anne Hathaway, James McAvoy, Julie Walters, James Cromwell, Maggie Smith
Genre: Filmbiografie
Regie: Julian Jerrold
Drehbuch: Kevin Hood, Sarah Williams
Musik: Adrian Johnston
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Basierend auf Jon Hunter Spences gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2003.

Wer war Jane Austen, eine der bekanntesten englischsprachigen Autorinnen, hiner ihren Büchern? Wodurch wurden ihre Geschichten inspirert? Julian Jerrolds Film „Geliebte Jane“ beleuchtet Janes literarisches Werden in einem zarten Film, der so wie Austens Romane, eine  bezaubernde Liebesgeschichte erzählt.

Wunderschön, in einem angenehmen Tempo aber traurig zeigt dieser Film, dass man manchmal der Realität und der eignen Existenzsicherung ins Auge sehen muss und die Liebe leider nicht immer siegen kann – dennoch verbleibt Jane in diesem Film mit einer positiven Aussage: ihre Figuren werden glücklich.

Natürlich stellt sich die Frage: Wie viel Jane Austen ist in dieser Verfilmung  entahlten, ist es wirklich eine Biografie oder mehr ihr Leben und ihre Romane gemischt zu einer Interpretation ihrer Persönlichkeit? Nun, ich habe keine Jane Austen Biografie gelesen, aber  als ein Fan ihrer Werke kannte ic im groben ihre Biografie und erkannte im Film auch zentarle  Verlaufspunkte aus  Leben. Das sie sehr gebildet aufwuchs, wie es um ihren elterlichen Haushalt stand, das sie und ihre Schwester Cassandra nie heirateten würden, das ihre Bücher nur unter „By a lady“ publiziert wurden und das sie einen wichtigen Antrag erhielt, den sie ablehnte, wurde alles berücksichtigt.

Mir ist es gar nicht so wichtig, dass der Film haargenau Jane Austen unter die Lupe nimmt, denn ich bezweifle, dass dies der Anspruch von „Geliebte Jane“ ist. Es handelt sich schließlich um einen Spielfilm, bei dem die Emotion im Vordergrund steht, und nicht um eine Dokumentation.  Vielmehr  stellt der Film eine interessante, gut unterhaltende, etwas lehrreiche und vor allem berührende Liebesgeschichte dar  mit einem recht typischen  Konflikt um  die Liebe in einer Gesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts. Betrachtet man „Geliebte Jane“ aus dieser Perspektive, ist es ein sehr schön gemachter Kostümfilm, optisch sehr reizend (aber auch nicht zu Hollywood, es werden glücklicherweise auch die schlechten Seiten von Janes Lage dargestellt), einem angenehmen, leichten Soundtrack und zwei ganz tollen Hauptdarstellern, die eine aufkeimende, junge Liebe mit ihren Unsicherheiten und kleinen Leidenschaften hervorragend spielen und man sich ertappt, wie man sich mit verliebt.

Sowohl Anne Hathaway, die man vielleicht aus weniger his Rollen historischen kennt, wirkt so natürlich und sympathisch in ihrer Rolle, wohin James McAvoy die Rolle des Gegenpols einnimmt und die beiden in bissigen Diskussionen gemeinsam aufblühen.

Das einzige, was mich an diesem Film gestört hat, ist die Tonqualität, da der Soundtrack häufig unverhältnismäßig laut ist zu dem eigentlichen Redepart und man ständig lauter oder leiser stellen muss, damit man ein angenehmes Fernseherlebnis hat.

THE VERDICT: Ein wirklich schön gemachter, wenn auch nicht die detaillierteste und schärfste Untersuchung von Jane Austens Leben – es ist mehr Liebesfilm, als Filmbiografie, mit tollen Dialogen und viel Herz. 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

The Duchess

OT: The Duchess
DT: Die Herzogin
Cast: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Dominic Cooper, Haylay Atwell
Genre: Drama
Regie: Saul Dibb
Drehbuch: Andres Thomas Jensen, Jeffrey Hatcher, Saul Dibb
Musik: Rachel Portman
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Basierend auf dem Leben der Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire
Ausgezeichnet mit einem Oscar für das Beste Kostümdesign.

Georgiana Spencer wird gerade mit 17 Jahren mit  deutlich älteren Lord William Cavendish, Duke of Devonshire verheiratet. Die lebhafte junge Frau führt jedoch ein recht tristes Leben mit dem kühlen und distanzierten Herzog auf seinem Anwesen. Dass sie nicht sofort einen Jungen, sondern ein Mädchen zur Welt bringt, zerrüttet ihr Verhältnis noch mehr. Als Georgiana jedoch in Bath Lady Elisabth Foster kennenlernt, erfreut dies ihren Mann auf verdächtige Weise.

Traurig, dramatisch und optisch mitreißend ist dieses Portrait der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und zeigt, wie Männer praktisch jede Grausamkeit anwenden können und damit durchkommen, während der kleinste Fehler einer Frau schon zum Verbrechen wird – wie beispielsweise Mädchen zu bekommen, anstelle eines Erbens.

Was einem natürlich als erstens ins Auge sticht, ist wie opulent und anregend der Film gestaltet ist, die Kostüme sind ein Traum, das ganze Setting ein Augenschmaus – schon dafür lohnt es sich, in den Film hineinzuschauen. Nicht umsonst gewann Michael O’Connor den Oscar für das Beste Kostümdesign.

Wie in jedem Kostümfilm glänzt Keira Knightley in ihrer Rolle – auch hier als Georgiana. Sie spielt die fröhliche, die erschütterte, die verliebte, die naive, die kämpferische – ja, jede Emotion überzeugend. Ich muss einfach zugeben, dass ich sie in diesem Genre am liebsten sehe. Die Verfilmung über die faszinierende Persönlichkeit Georgiana Cavendish informiert, fasziniert und macht neugierig, mehr über diese Frau zu erfahren, die es geschafft hat, sogar die Politik zu beeinflussen und die Whig-Partei zu fördern.  Knightleys Leistung in diesem Film zeigt, dass man sie  bloß nicht als Sweetheart in Liebesfilmen abschreiben soll, sondern dass sie eine sehr gute Schauspielerin ist, die man ruhig ernster nehmen kann.

Ralph Fiennes (den ich manchmal echt gerne zum Ausgleich in freundlichen Rollen sehen würde), beweist hier, wie unglaublich unsympathisch, abartig und verhasst er einem werden kann. Ich schätze ihn unglaublich in diesen dunklen Rollen, auch wenn ich mich die ganze Zeit über die Rolle aufrege, weil er sie einfach so überzeugend spielt. Er ist hervorragend in der Rolle des passiv-agressiven Mannes.

Rachel Portman bleibt auch in diesem Film ihrem Stil treu, es ist bemerkenswert wie man ihre Stücke fast immer wiedererkennt: Die melancholischen Streicher stehen wie immer im Vordergrund. Die Musik ist – wie leider auch Georgianas Leben – recht düster und nur mit kleinen Lichtblicken versehen. Das musikalische Thema steht hier stark im Vordergrund und lässt sich durch den gesamten Soundtrack wiederfinden, schafft es aber, nicht eintönig zu klingen. Wie immer tolle Leistung!

Schade finde ich, was ich allerdings nur im Nachhinein beim erstellen dieser Rezension gelesen habe, ist dass der Film u.a. damit beworben wurde, dass Prinzessin Diana eine Nachfahrin Cavendishs war und sie verbunden im Schicksal seien, was ein ziemlich gruseliger und geschmackloser Vergleich ist, der vollkommen fehl am Platz ist. Der Film hat es wirklich nicht nötig, damit zu werben.

Ein weiterer, großartiger  Film des Regisseurs Saul Dibb ist „Suite Française“, den ich jedem, der Dramatik und traurig-zarte Liebesgeschichten mag, sehr ans Herz legen kann.

THE VERDICT: Ein optisch sehr ansprechendes Portrait von Georgiana Cavendish mit zwei guten Hauptdarstellern, welche die Dramatik des Lebens dieser Frau auf den Punkt bringen und ein Film, der neugierig macht, mehr von dieser faszinierenden Frau zu erfahren. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

A Little Chaos

OT: A Little Choas
DT: Die Gärtnerin von Versailles
Cast: Kate Winslet, Matthias Schoenaerts, Alan Rickman, Stanley Tucci, Helen McCrory
Genre: Liebesfilm, Kostümfilm
Regie: Alan Rickman
Drehbuch: Allison Deegan
Musik: Peter Gregson
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Frankreich, Endes des 17. Jahrhunderts: Die unkonventionelle Landschaftsgärtnerin Sabine De Barra (Kate Winslet) erhält den Auftrag, einen Park für den Sonnenkönig Ludwig XIV. (Alan Rickman) zu bauen, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Keine leichte Aufgabe für die selbstbewusste Witwe, die fortan nicht nur gegen neidische männliche Kollegen und subtile Hofintrigen zu kämpfen hat, sondern sich auch immer stärker zum obersten Gartenarchitekten des Königs, André Le Nôtre (Matthias Schoenaerts), hingezogen fühlt. Während Andrés eifersüchtige Ehefrau die zarte Liaison mit aller Macht zu sabotieren versucht, drängt der ungeduldige König auf baldige Fertigstellung seines Gartens…

Natürlich besticht der Film vor allem durch seine Optik, der Prunk und die Kostüme sind mindestens so überwältigend, wie sie seinerzeit Ludwig XIV. getragen hat. Mit einer Liebe fürs Detail sorgt auch die Kameraführung dafür, dass diese Pracht zu Geltung kommt.
Wenn man bereits den Trailer sieht oder den Cast betrachtet wird deutlich, dass es sich eindeutig um einen Film mit hoher Starbesetzung handelt – das kann häufig in die Hose gehen, bei „der Gärtnerin“ ist das aber definitiv nicht der Fall!
Ganz großartig ist Alan Rickman in der Rolle Ludwig XIV.: prächtig, blass und erhaben und mit einer kühnen, ästhetisch überwältigenden Art gibt er jedes Mal, wenn er seinen Auftritt hat dem Film etwas glamouröses und zauberhaftes. Man überlege sich mit Schichten von glitzernden Klamotten und einer turmhohen Perücke herumzustolzieren und dabei kein bisschen lächerlich zu wirken, sondern unverfroren natürlich – das ist eine Kunst!
Matthias Schoenaerts, der neuerdings überall zu sehen ist, zeigt in diesem Film auch, weshalb: Der belgische Schauspieler verfügt über das Talent in seinen Rollen (und mit seinen großen Hundeaugen) eine so innige Form der Liebe zu zeigen, die einen wahrhaftig berührt. Ach und Kate Winslet – was soll man schon sagen? Sie ist wie eine Rose, mit der Zeit wird sie immer schöner und vollkommener.

Alan Rickmans zweiter und leider auch letzter Film lebt von einem feinen, detailierten Humor und schönen der Botschaften für das Leben, wie die Stärke der Liebe und den Glauben an sich selbst und das so toll verpackt macht „Die Gärtnerin von Versailles“ zu einem liebenswürdigem und süßen Film.

Ein großer Kritikpunkt ist für mich der Titel, welcher den Film in seiner Qualität nicht berührt, aber die Einstellung, mit dem man ihn ansieht: von „A Little Chaos“ zu „die Gärtnerin von Versailles“ zu kommen ist schon ein großer Sprung. Zwar spiegelt der deutsche Titel den Sachbestand dar, aber er wirkt so abgedroschen und erinnert an diese Reihe von Frauenromanen (was keine Kritik an diesen seien soll) wie „Die Wanderhure“, „Die Kastellanin“, „Die Bogenschützin“, „Die Sündenheilerin“ usw. Aber „A Little Chaos“ weißt auf die Botschaft der Sabine de Barra hin, dass sie auf die klassische Ordnung des Gartens verzichtet, etwas Chaos verwendet, um ihre eigene Vollkommenheit, ihr Eden zu finden! Der englische Titel gibt meines Erachtens nach sehr viel mehr her.

Leider hat sich für mich die etwas offensichtliche Geschichte sich nicht vollständig entladen: Dass die Witwe Sabine von ihrer Vergangenheit heimgesucht wird und die neidische Frau die Liebe zwischen André und Sabine zu sabotieren versucht, ist wenig überraschend, dass die Liebe stärker ist als das, auch nicht, aber das ist in Ordnung. Das gibt dem Film so ein gutes Gefühl, wenn man aus ihm rauskommt, ein glücklicher und befriedigter Zuschauer.
Nein, nur die „Nebengeschichte“ des Gartenbaus hätte nach meinem Geschmack mehr in den Vordergrund rücken müssen und nicht so nebensächlich behandelt werden, so dass am Ende alles fein ist, ich hätte wirklich gerne genauer erlebt, wie die Arbeiten funktioniert haben und so wirkt der Film etwas „zu“ Liebeslastig – ja, auch ein bisschen kitschig, aber das ist ok.

Der Soundtrack Peter Gregsons ist definitiv hörenswert, stark streicherlastig und melancholisch erinnert er an die Werke Vivaldis, schafft also das Leben und das Lebensgefühl so energiereich und elegant darzustellen, was perfekt mit dem Thema Garten und Liebe übereinstimmt.

THE VERDICT: „Die Gärterin von Versailles“ ist ein liebevoller und optisch prächtiger Film mit Starbesetzung, der Lust auf den Frühling macht. Das perfekte für einen lauschigen und ruhigen Abend unter netten Leuten. 7,5 von 10 Sternen

Love, Katha

The Danish Girl

OT: The Danish Girl
DT: The Danish Girl
Genre: Filmbiografie, Drama
Cast: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Amber Heard, Matthias Schoenaerts, Sebastian Koch, Ben Whishaw
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: Lucinda Coxon
Musik: Alexandre Desplat
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Gerda Wegener (Alicia Vikander) und ihr Mann Einar (Eddie Redmayne) führe ein Leben als Künstlerehepaar in den 20er Jahren in Dänemark. Gerdas Mann ist deutlich erfolgreicher mit seinen Landschaften, als sie selbst. Als Gerda ihn zur Beendigung einer ihrer Portraits braucht, imitert er die Frauengestalt so gut, dass ihre gemeinsame Freundin Oola und sie ihn ‚Lili‘ nennen. Währenddessen scheint sich Einar immer mehr von der Rolle als Frau zu begeistern, trägt Kleider und lernt weiblichen Bewegungen zu imiteren, bis er den Entschluss fässt, das Leben einer Frau führen zu wollen – was erhebliche Konsequenzen mit sich zieht, vor allem für Gerda.

Die Emotinoalität dieses Filmes ist so mitreißend, dass man fast schon selbst mitleidet und sich freut. Selten habe ich diese Zerrissenheit aus Freude und bittren Leidestränen so intensiv mitgefühlt und gesehen, wie sie Vikander und Redmayne erzeugen. Zusammen mit einem opulenten Bühnenbild, welches die glanzvoll goldenen Zwanziger Jahre darstellt und der brillianten Kameraführung ist „The Danish Girl“ ein optisches Fest! Ich ertappte mich immer wieder während des Filmes beim Staunen über die Kostüme, die Möbel und die genialen Einstellungen und Winkel, die die Stimmung des Filmes umso mehr betonten. Untermalt wird der Film durch Alexandre Desplats melancholisch-dramatischen Soundtrack, der von leidenschaftlichen Streichern und ruhigen Klaviertönen geprägt ist und thematisch sehr gut diese tiefe Traurigkeit des dänischen Moors, welches Einar malt, erinnert.

Es ist eine ganz persönliche Freude für mich über diesen Film zu schreiben, weil ich schon seit Jahren ein großer Bewunderer der schwedischen Schauspielerin Alicia Vikander bin und sie nun endlich immer größere internationale Bekanntheit erfährt! Nachdem Eddie Redmayne sich schon als Stephen Hawing in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ als unglaublich authentischer Schauspieler für Leidensgeschichten bewiesen hat, überzeugt er auch in „The Danish Girl“ – von Zeit un Zeit wird er immer weiblicher und man spürt den Schmerz und die Freude, die Lili empfindet. So werden auch die intimsten Gefühle – und zu meinem Entsetzen auch die intimsten Körperstellen – in dem Film sehr stark betont, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob die Altersfreigabe von 6 Jahren wirklich angemessen ist – in der Tat gibt es keine wirkliche rohe Gewalt, allerdings psychische.

Genauso wie Alicia Vikander, die in ihrer Rolle als (leidende) Gerda grandioses schauspielerisches Können beweist, ja Redmayne fast schon übertrumpft, erlangt Matthias Schoenaerts auch immer mehr Bekanntheit und lässt seine Rolle als Einars  alter Schulfreund Hans mehr als eine Nebenrolle wirken.

Natürlich stellt sich die Frage, ob die Filmbiografie der Geschichte der echten Lili Elbe gerecht wird, was ich nicht beurteilen kann, da ich nicht ein mal die Biografie gelesen habe, doch es ist deutlich, dass der Film das Verständnis zum Thema Intersexualität erhöht und auch öffentlichkeitstauglich macht, was wichtig ist. Eine Art Zeichen zu setzten, dass der Wunsch nach der wahren Identiätsfindung ein Anrecht ist, das jeder hat.

Gleichzeitig ist das Thema sicherlich auch provokant und wird wahrscheinlich nicht jeden Ansprechen.

THE VERDICT: Ich denke, das Wort „Bewegend“ trifft es am besten, um eine Beurteilung des Filmes zu treffen, der sowohl schauspielerisch, als auch optisch beeindruckend ist, dennoch feht mir gefühlt etwas, um diesen schönen Film als genial einzuordnen, deshalb 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Dido Elizabeth Belle

OT: Belle
DT: Dido Elizabeth Belle
Genre: Romantisches Drama
Cast: Gugu Mbatha-Raw, Tom Wilkinson, Emily Watson, Miranda Richardson, Penelope Wilton, Sam Reid
Regie: Amma Asante
Drehbuch: Misan Sagay
Musik: Rachel Portman
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 104 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Dido Elizabeth Belle (Gugu Mbatha-Raw), uneheliche Tochter einer afrikanischen Sklavin und eines Admirals der königlichen Marine, wuchs bei ihrem aristokratischen Großonkel Lord Mansfield (Tom Wilkinson) und dessen Gattin (Emily Watson) auf. Dank ihrer Abstammung genießt Dido zwar Adelsprivilegien, ist jedoch wegen ihrer Hautfarbe von gesellschaftlichen Leben der Upper Class ausgeschlossen. Als sie sich in den idealistischen jungen Anwalt und Gegner der Sklaverei John Davinier (Sam Reid) verliebt, ändert sich Didos Leben dramatisch…

Nur durch einen Zufall entdeckte ich diesen Film über einen Trailer auf YouTube – wobei dieser leider schon ein bisschen zu viel verrät! Dennoch war ich vom ersten Moment verzaubert und hatte hohe Erwartungen.

Wenn man bereits auf die Besetzung guckt, macht man schon große Augen: Tom Wilkinson ist ein hervorragender Schauspieler, der es immer wieder schafft, großen strengen Rollen eine warme, starke Aura zu geben. Besonders die Besetzung durch Miranda Richardson, die stets etwas zickig wirkt und der gutmütigen Penelope Wilton, die viele als Mrs Crawley aus Downton Abbey kennen, halte ich für mehr als passend! Die Schauspieler schmiegen sich hier so perfekt in ihre Rollen, alles wirkt so wunderschön gefühlsecht, ohne überspitzt zu sein.

Tatsächlich basiert die Geschichte auf wahren Ereignissen, was mich sehr beeindruckte, aber natürlich auch berührte. In einer Szene des Films werden die zwei Mädchen, die beide im Haus von Lord Mansfield aufwachsen, zusammen porträtiert und in der Tat existiert dieses Gemälde wirklich. In gewisser Weise ist „Dido Elizabeth Belle“ das Gegenstück zu „12 Years a Slave“ und zeigt mit viel Intelligenz und Scharfsinn das Leben und Emanzipation der halb-schwarzen jungen Dame. Außerdem wird die ganze Geschichte ebenfalls durch das historische Ereignis eines wichtigen Gerichtsprozesses zu dieser Zeit, welcher den Sklavenhandel und dessen Recht in Großbritannien revolutionieren sollte, politisch beleuchtet. Diese verschiedenen Ebenen, die beleuchtet werden, sind neben den tollen Schauspielern und de, wunderschönen Setting in alten Herrenhäusern und Gärten, das besondere an dem Film und machen dessen Qualität aus! Dennoch ist er natürlich durch den stark romantischen Fokus nur etwas für Zuschauer, die dieses Genre mögen.
Unglücklicherweise lässt das Cover den Film deutlich kitschiger wirken, als er ist, was wirklich schade ist, weil es vielleicht einige romantisch-historisch interessierte verscheucht.

Natürlich ist Rachel Portman, die Frau unter den großen Komponisten unserer Zeit, die stets für gefühlvolle, dramatische und romantische Musik sorgt, hier genau richtig. Der bezaubernde, warme Score unterstützt die Wirkung dieses doch relativ ruhigen, trotzdem ernsten und romantischen Films, sehr gut und lässt sich auch prima zu Hause nachhören.

THE VERDICT: Ich wurde nicht enttäuscht: ein schöner, warmherziger und dennoch ernster Film über die außergewöhnliche Geschichte der Dido Elizabeth Belle, der von einzigartiger Qualität ist und den ich dementsprechend nur empfehlen kann! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Leidenschaft der Thérèse Raquin

OT: In Secret
DT: In Secret – Geheime Leidenschaft
Genre: Drama, Kostümfilm, Literaturverfilmung
Cast: Elizabeth Olsen, Jessica Lange, Tom Felton, Oscar Issac, Matt Lucas
Regie: Charlie Stratton
Drehbuch: Charlie Stratton
Musik: Gabriel Yared
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: ca. 102 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach Émile Zolas Roman „Thérèse Raquin“ aus 1867

Thérèse Raquin (Elizabeth Olsen) lebt ein trauriges, langweiliges Leben als Halbwaise bei ihrer Tante in den französischen Provinz Vernon. Seit kleinauf ist es ihre Aufgabe, sich um ihren stets kränkelnden Sohn Camille (Tom Felton) zu kümmern und so ist es kein Wunder, dass Madame Raquin der Überzeugung ist, dass Thérèse als Schutzengel für ihren Sohn, ihn heiraten muss. Sie ziehen nach Paris und Thérèse führt ihr trauriges Leben weiter, öde Dominoabende mit seltsamen Freunden füllen ihre Tage neben ihrer Arbeit, bis Camille seinen guten Freund Laurent (Oscar Isaac) nach Hause bringt. Thérèse und Laurent stürzen sich vom ersten Moment an in eine gefährliche Affäre. Doch sie hält es nicht mehr mit ihrem Mann Camille aus und daher schmiedet Laurent einen Plan aus, der alles verändern wird.

Man muss schon bei der Besetzung schmunzeln, dass Tom Felton, den die meisten natürlich als Draco Malfoy kennen, schlichtweg nicht aus der Rolle des Unabetitlichem herauskommt. Bei Elizabeth Olsen denkt man natürlich an ihren zwei skandalösen Schwestern, die schon in einigen schlechten Filmen mitgespielt haben, doch keinesfalls darf man an diesem Vorurteil hängen bleiben! Auch wenn etwas auf die Spitze getrieben, spielt Olsen ihre Rolle souverän und mit einer einzigartigen Tragik, die ihrer Rolle sehr gut entspricht. Dennoch sticht Jessica Lange besonders hervor und spielt ihre Rolle der Madame Raquin mit unfassbar viel Überzeugungskraft, dass sie eigentlich das strahlende Licht im düsteren Setting des Filmes ist.

Doch auch wenn der Plot im Ursprung Zolas Feder entsprechen soll, ist die Geschichte fast schon skandalös dramatisch. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass besonders durch Thérèses sehr heftige Leidenschaft und ihr sexuelles Verlangen, dass lange nicht gestillt werden konnte, diese Affäre mehr als nur ein kleiner Seitensprung ist. Besonders ihre Sexualität wird in etlichen Szenen besonders betont, nicht auf eine perverse Game-Of-Thrones-Art, aber mit Nachdruck. Auch durch das besonders düstere Setting, dass einen glauben lässt, der Film spiele weniger in Paris des 19. Jahrhunderts als neben einer Kohlefabrik des 19. Jahrhunderts, trägt stark zur fast schon gruseligen Stimmung bei, welche Gabriel Yared mit seinem unheimlichen, fast stillen Soundtrack ziemlich gut unterstreicht. Es ist kein Soundtrack zum naher zu Hause hören, aber er passt zum Film. Jedoch sieht man durch diesen Farbfilter schon fast die Schaupieler nicht. Zwar ist der Film dramatisch und düster, aber das lässt einen eher an Splatter á la Sweeney Todd erinnern!

THE VERDICT: Gut gemeint, aber absolut überdramatisch verfilmt, die Geschichte wirkt eher skurril, überspitzt und surreal, als spannend. Ein Ziel erreicht der Film trotzdem: er ist verstörend und man muss irgendwie darüber nachdenken. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha


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Am grünen Rand der Welt

DT: Am grünen Rand der Welt
OT: Far from the Madding Crowd
Genre: Drama, Romanze
Cast: Carey Mulligan, Matthias Schoneaerts, Michael Sheen, Tom Sturridge
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: David Nicholls
Musik: Craig Armstrong
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: ca. 119 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Nach Thomas Hardys Roman „Am grünen Rand der Welt“ aus 1874.

Als Bathsheba Everdene (Carey Mulligan) eine Farm im Südwesten Englands erbt, verändert sich ihr zuvor kleines Leben beträchtlich und bekommt als Frau eine bedeutsame Rolle. Ihr Leben wird jedoch immer trubulenter und verwirrender, als sich nach und nach drei Männer in die verlieben und sie zwischen den Stühlen steht: der Schäfer Gabriel Oak (Matthias Schoenaerts), der etwas ältere Gutsbesitzer Boldwood (Michael Sheen) und der junge Sergeant Troy (Tom Sturridge). Durch seine verführerische Art fällt sie Troy in die Arme, merkt aber früh, dass er sie verstößt und so stürzt Bathsheba in ein wildes, unaufhaltsames Chaos.

Thomas Vinterbergs Adaption von Thomas Hardys „Am grünen Rand der Welt“ bietet keine skandinavische Kälte, wie man dem Regisseur vielleicht nach sagen mag, sondern viel mehr eine starke Tiefe, eine ruhige Art, Gefühle auszudrücken und doch nicht an Spannung nachzulassen.
Durch die sehr spezielle Rolle der Bathsheba Everdene scheint der Film auf der romantischen Ebene etwas distanziert zu wirken, man scheint nicht an die Rolle heranzukommen, auch wenn Carey Mulligan sie mit sehr viel Leidschaft verkörpert, hat sie immer etwas fernes, unantastbares und trägt dadurch nicht immer einen Sympathiefaktor – was es allerdings eher interessanter macht, sie kennenzulernen, auch, wenn es befremdlich wirkt.
Besonders gefällt mir, dass keine Figur flach und einfach ist, auf eine oder zwei Charaktereigenschaften ausgelegt, sondern alle recht komplex und real wirken. Außerdem muss ich mit leichtem Schmunzeln zugeben, dass der belgische Schauspieler Matthias Schoenarts, der durch „Der Geschmack von Rost und Knochen“ bekannt wurde, durch seine sanfte Art, die gleichzeitig Ruhe und Kraft verkörpert, für mich hervorsticht.

Dennoch scheint der Film manchmal in sich nicht plausibel, besonders bei der Handlung wirkt die Dramatik ein wenig zu sehr heraufbeschworen und plastisch, wodruch der Film fast schon Stimmungschwankungen von solchen Extremen hat, dass einem unbehaglich wird und es nicht fließend wirkt.

Wie man es bereits auch Joe Wrights Adaption von „Stolz und Vorurteil“ kennt, brilliert auch dieser Film mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die viel mit dem warmen Licht der Sonne und den satt-grünen Hügeln der englischen Landschaft Dorset arbeiten und so der Zuschauer wunderbar in eine wilde, raue Welt eingeführt wird. Die Landschaftsaufnahmen und einige Reitszenen bilden einen wichtigen Bestandteil der Geschichte und wirken auch nie fehl am Platz. So haben wir es hier ohne Zweifel mit einem filmographischem Highlight zu tun, welches hervorragend mit dem Score Craig Armstrongs harmoniert: süße, kräftige Streicher, die mit sehr viel Kraft die wilde, schöne Landschaft nachanhmen – nicht fröhlich, sondern recht ernst. Dazu kommen folklore Töne und im Besonderen singt Carey Mulligan sogar ein Mal!

THE VERDICT: Ein bewegender, sowohl im filmographischen als auch musikalischem beeindruckender Film, der durch eine gewisse Distanz, aber auch Tiefe fasziniert. Leider ist „Am Rand der grünen Welt“ weniger romantisch, als das Plakat vielleicht suggeriert, sondern spielt auf einer ernsten, ruhigen  Ebene die Gefühle ab. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Anna Karenina

OT: Anna Karenina
DT: Anna Karenina
Genre: Kostümfilm, Literaturverfilmung, Drama, Romanze
Cast: Keira Knightley, Aaron Taylor-Johnson, Jude Law, Matthew MacFadyen, Alicia Vikander, Domhnall Gleeson
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Tom Stoppard nach dem Roman von Lew Tolstoi
Musik: Dario Marianelli
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: ca. 130 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach Lew Tolstois Roman „Anna Karenina“ aus 1877.

Die bezaubernd schöne Anna (Keira Knightley) führt an der Seite ihres Ehemanns Alexej (Jude Law) ein glanzvolles Leben in mitten des Adels von St. Petersburg. Alles scheint perfekt, bis sie dem faszinierenden Offizier Graf Vronskij (Aaron Taylor-Johnson) begegnet. Hin- und hergerissen zwischen dieser leidenschaftlichen Affäre und der Liebe zu ihrem Sohn entscheidet sie sich für ihren Geliebten. Doch als die elegante Gesellschaft ihr dies nicht verzeihen kann, trifft Anna eine bittere Entscheidung [Klappentext]

Eine weitere Literaturverfilmung eines weltbekannten Klassikers, mag man auf den ersten Blick denken, doch was Joe Wright aus Anna Karenina macht, ist etwas Neues und Mutiges, denn die einzelnen Szenen sind wie ein Theater inszeniert – nimmt man die bittersüßeTragik, hat diese Idee  schon symbolischen Charakter.
Ich denke allerdings auch, dass es ein bisschen verwirrend sein kann, den Film zu sehen, wenn man die Storyline nicht kennt und so konnte ich diese Umsetzung auch erst beim Zweitsehen wirklich „schätzen“. Es mag etwas gekünstelt wirken, wenn die Wände über die Bühe abtransportiert werden, sich Türen in ein neues Geschehen öffnen, doch nun, wo ich den Film schon gut 4 Mal aus verschiedensten Anlässen gesehen habe, glaube ich, mit jedem Mal ein neues Detail zu sehen, das mich verzaubert.
Die Kostüme sind wunderschön und sehr kreativ, genauso wie das gesamte Flair und Setting stimmt. Dario Marianellis Musik dazu hat etwas sehr spezielles, ein bisschen als würde man in einen Zirkus eingeführt werden, mit Walzerklängen und russischen Gesängen, was die vielen Bläser und Streicher untermalen, jeodch trifft aber er durch zarte Klaviertöne auch traurige Momente

Nun zu den Darstellern! Obgleich ich kein so großer Fan von Keira Knightley bin, muss ich mich als ziemlich begeistert aussprechen. Diese Kooperation zwischen Knightley und Wright funktioniert einfach, man denke an Abbitte oder Stolz & Vorurteil!
Die schauspielerische Leistung ist eigentlich im allgemeinen sehr überzeugend und großartig. Man sieht Jude Law zur Abwechslung mal nicht als attraktiven Mann und er behauptet sich überzeugend! Mir gefiel auch der Ire Domhnall Gleeson sehr, den ich bis dato gar nicht kannte, sowie Alicia Vikander, die mich bereits in A Royal Affair verzaubert hatte.
Neben der großen Liebesgeschichte spielen die beiden die „Nebenliebesgeschichte“ von Kostja Ljewin und Kitty Schtscherbazkaja, und obwohl es eine Nebenlinie ist, berührte mich diese sehr.
Besonders schön fand ich das thematisieren von verschiedenen Formen von Liebe (obwohl ich damit wahrscheinlich mehr die Geschichte, als den Film lobe): die Reine, die Leidenschaftliche, die Verbotene usw.

THE VERDICT: eine mutige, zauberhafte und wunderschöne Neuinszinierung eines Klassikers mit einer guten und schauspielerisch-überzeugenden Besetzung. Untermalt von einem tollen Soundtrack und wunderschönem Setting, bin ich sehr begeistert! Nur ab und an kann man der Geschichte nicht ganz folgen, da diese Theater-Geschuchte etwas verwirrend  und anstrengend ist. Doch kann ich mir nur wiederholen, dass er besser wird, je öfter man ihn sieht. Deshalb 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

The Young Victoria

OT: The Young Victoria
DT: Young Victoria
Genre: Romanze, Kostümfilm
Cast: Emily Blunt, Rupert Friend, Miranda Richardson, Mark Strong, Paul Bettany, Jim Broadbent, Thomas Kretschmann, Harriet Walter
Regie: Jean-Marc Vallée
Drehbuch: Julian Fellows
Musik: Ilan Eshkeri
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: ca. 105 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Jean-Marc Vallée erzählt in diesem Film die Geschichte einer erwachsen werdenden Victoria (Emily Blunt). Ihre Mutter und deren Berater Sir John Conroy (Mark Strong) sind in das sogenannte Kensington-System verwickelt, mit welchen sich Conroy immer mehr Macht zusichern möchte, indem er Victoria zwingt, zur Thronbesteigung ihn zu ihrem Provatsektär zu machen, sie hält doch stand und wehrt sich vehement. Währenddessen gerät die in den Einfluss vom Premierminister Lord Melbourne (Paul Bettany), lernt jedoch auch Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Rupert Friend) kennen. Sie fällt in ein neues Leben rein, lernt eine Liebe kennen und macht auch Fehler.
Köngin Victroia wird in diesem Film keinesfalls komplett auf ihre Liebesgeschichte heruntereduziert, denn er behandelt genauso gut auch das Erwachsenwerden und so wird Victoria von einer wundervoll menschlichen Seite gezeigt.

Ich liebe die Bestzung! Als großer Fan von Emily Blunt, Jim Broadbent, Paul Bettany und Mark Strong habe ich mich immer wieder wie ei Keks gefreut. Mark Strong gilt ja mittlerweile als der klassische Bösewicht, auch gerne in Kostümfilmen, und meistert die Rolle nach wie vor grandios.
Übrigens gewann der Film einen Oscar für das Kostümdesign von Sandy Powell, so dass ich wahrscheinlich gar nicht mehr sagen muss, wie wundervoll bereits die Optik dieses Filmes ist. Das tolle, worüber ich immerzu schmunzeln muss, sind einige Szenen, die Wilton House [A Day out in Salisbury], wo ich im Sommer war, gedreht haben. Das Drehbuch stammt aus der Hand von Julian Fellows, dem wir auch Downton Abbey zu verdanken haben, so dass ich glaube, dass auch DA-Fans sich über ‚The Young Victoria‘ freuen werden.

Ebenfalls amüsant ist es, den Film im Orignalton zu sehen (die Synchro ist allerdings sher gut), weil einige Szenen tatsächlich auf Deutsch gesprochen werden, da Albert ein Deutscher war – was tatsächlich sehr zum Schmunzeln einlädt und bei Rupert Friend recht putzig klingt.

THE VERDICT: Alles in einem ist es ein schöner, herzwärmender Film mit wunderschönen Kostümen und Setting und einer tollen Besetzung, man erfährt ein bisschen mehr über die Königin Victoria, auch wenn sie vielleicht etwas romantisiert dargestellt wird, gefällt mir der Film sehr! Dazu noch ein hörenswerter Spundtrack von Ilan Eshkeri, was soll man noch sagen? Definitiv  8,5 von 10 Sternen!

Love, Katha

Jane Eyre

OT: Jane Eyre
DT: Jane Eyre
Genre: Kostümfilm, Romanze
Cast: Mia Wasikowska, Michael Fassbender, Jamie Bell, Judi Dench
Regie: Cary Joji Fukunaga
Drehbuch: Moira Buffini
Musik: Dario Marianelli
Erscheinungsjahr: 2011
Länge: ca. 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

„Im Alter von 18 Jahren tritt die unscheinbare und mittellose Jane Eyre (Mia Wasikowska) ihre erste Stelle als Hauslehrerin im geheimnisvollen Schloss Thornfield an. Aufgewachsen als Waisenkind war Janes bisheriges Leben von Entbehrungen und fehlender Liebe geprägt. Umso mehr fühlt sie sich vom Hausherrn Edward Rochester (Michael Fassbender) magisch angezogen. Die furchtlose Direktheit der jungen Frau imponiert dem charismatischen Arbeitgeber und er entdeckt in Jane eine Seelenverwandte. Als Rochester ihr völlig überraschend einen Heiratsantrag macht, scheint das Glück zu sein. Doch am Tag der geplanten Hochzeit nehmen die Dinge plötzlich eine dramatische Wendung“ [Klappentext]

Als jemand, der den Roman nicht gelesen hat, kann ich natürlich nie beurteilen, wie buchgetreu die Verfilmung ist, die Kritiken zum Film und die Meinungen jedoch fallen stark auseinander, ich halte ihn jedoch für gelungen. Wer Zeffirellis Verfilmung von ‚Jane Eyre‘ kennt, wird sich vielleicht mit dieser nicht anfreunden können, ich muss allerdings zustimmen, dass ich sie nichtsdestotrotz schön finde.
Etwas filigraner und zarter würde als Beschreibung ganz gut passen, der Film hat schon etwas leicht wunderliches. Zugegebenermaßen mag ich Mia Wasikowska nur bedingt (und es empfiehlt sich diesen Film der eignen Ohren halber im Originalton zu hören), doch ist sie mit ihrem sehr ruhigen Wesen eine durchaus interessante Besetzung. Unheimlich fand ich zunächst Michael Fassbender, nachdem ich ihn zuvor in „12 Year a Slave“ als letztes gesehen hatte, war ich etwas verstört, doch spielt er auch hier seine Rolle überzeugend (und)mysteriös. Natürlich adelt Judi Dench durch ihre Anwesenheit jeden Film!

Doch besonders bezaubert bin ich von der Filmmusik. Dario Marianelli gehört dank seinen wunderbar zarten, sehr emotionalen aber auch energiegefüllten Kompositionen , wie aus „Stolz & Vorurteil“, „Abbitte“ oder „Agora“ , zu meinen Lieblingsfilmkomponisten. So lohnt es sich definitiv, bereits den Score zu hören, der von Pianosolos und viel Streichermagie geprägt ist, als wolle die Musik das Gefühl eines sehnsüchtigen, gar bedrückten Herzen ausdrücken.
Das Setting so wie die Kostüme sind etwas düster, aber meines Erachtens nach durchaus passend.

THE VERDICT: Eine etwas neuere Version von Jane Eyre, melancholisch und zart mit einem herzzerreißenden Soundtrack, aber keine wirklich tollen Synchronisation. Manchmal fehlte mir die Überzeugungskraft in den starken, sehr emotionalen Szenen, wohingegen die stillen, düsteren und mysteriösen sehr gut gespielt wurden. Deshalb 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Was Shakespeare a Fraud?

DT: Anonymus
OT: Anonymous
Genre: Tragödie, Drama
Cast: Rhys Ifans, Jamie Campell Bower, Vanessa Redgrave, David Thewlis, Derek Jacobi, Sam Reid
Regie: Roland Emmeric
Drehbuch: John Orloff
Musik: Thomas Wander, Harald Kloser
Länge: ca. 131 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
FSK: ab 12 Jahren

Manche Dinge vermögen einen enormen Zauber auf uns zu haben und so ergeht es mir bei diesem Film, den ich vor einigen Jahren das erste Mal sah – und nicht ganz verstand. Die Thematik war ohne Zweifel interessant, doch erst nun, ergreift sie wirklich mein Interesse!
Shakespeare, der nicht Shakespeare ist, sondern Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford. Bereits vor Jahrhunderten flammte die Debatte auf, wem wohl die Urheberschaft von Werken wie Hamlet, Romeo und Julia, Viel Lärm um Nichts oder Macbeth gehöre, Namen wie Francis Bacon fielen und so auch der von Edward de Vere. Eine unglaublich umstrittene These, ein gefährliches Projekt.

So beschäftigt sich der Film „Anonymus“ von Roland Emmerich mit der Oxford-Theorie und setzt diese auf ebenso grandiose, wie düstere Weise um. Der Film beginnt wie ein Sprecher (der gute alte Derek Jacobi) auf eine Bühne tritt und dem Publikum von Shakespeare erzählt, dem Mann, der so weltberühmte Stücke geschrieben hatte, dass der Nachhall bis heute international ist, und anzweifelt, dass dieser Mann wirklich William Shakespeare war.
So reisen wir zurück.

Wir sehen, wie Edward de Vere bei den Cecils, den Unterstützern Elisabeth I., auswächst und lernt, ihm es alleridngs ebenso verboten bleibt, zu schreiben, was seine größte Leidenschaft ist. So gerät er in einen Konflikt zwischen Cecil und seiner selbst, der seinen Höhepunkt dabei erlangt, dass er sich in Elisabeth verliebt. Intrigen werden gesponnen, Edward versucht einen Dramatiker zu finden, der unter seinem Namen seinem Stücke veröffentlichen wird, findet sogar einen, jedoch gerät dieser Vertrag außer Kontrolle und so wird der einst reichste Mann der Insel von Shakespeare erpresst, denn die Stücke dürfen keinesfalls unter seinem Namen erscheinen! Gleichzeitig bahnt sich ein Umschwung in der Politik an und das Ende des elisabethanischen Zeitalters.

Emmerich legt sich mit Literaturwissenschaftlern an, die in ihrer Mehrheit die Urheberrechte an andere Schriftsteller oder Persönlichkeiten dementieren, und sorgt ebenso für Gesprächsstoff, dass doch ein Film, wie dieser, nicht vom selben Mann stammen kann, wie z.B. von „2012“ – er liebt die Provokation. Doch ganz gleich, wie viel Wahrheit in dieser Oxford-Theorie steckt, so glänzt der Film als Eigenwerk sehr wohl! Intrigen, Dramatik, wundervolle Kostüme und auch der Filmpark Babelsberg, der hinter diesem optischen Fest steckt, leistet ganze Arbeit.

Bis zu diesem Film war mir Rhys Ifans kein Begriff – muss ich zu meiner Schande behaupten, denn er verleiht der Figur des Edward de Vere, dem ‚wahren‘ Shakespeare, eine intelligente, traurige Arroganz, sowie Leidenschaft, in seiner Kunst, die man als Zuschauer in der Tat zu spüren bekommt. Auch die Grand Dame Vanessa Redgrave adelt den Film in ihrer Rolle als Elisabeth I.

Etwas verwirrend fand ich die Zeitsprünge in den Filmen, da der junge Edward de Vere dem jungen Southampton (der jedoch dessen Sohn ist) unheimlich ähnlich sieht, musste ich mich erst etwas sortieren. Ansonsten lässt sich dem Plot ziemlich flüssig folgen.

Untermalt wird dieses Werk durch die melancholische, aber auch von mittelalterlichen Tönen geprägte Musik von Thomas Wander und Harald Kloser. Ein besonders schönes, trauriges Stück daraus ist ‚Edward’s Theme‘ – anhören lohnt sich!

THE VERDICT: Was soll ich noch an Lobgesang singen? Mit welchen Worten meine Begeisterung beschreiben? Ich kann den Film von tiefstem Herzen empfehlen, es ist eine nachdenkliche Tragödie und passt doch irgendwie zu Shakespeares Genie – ganz gleich, wie viel Wahrheit hinter dieser unglaublichen Idee steckt, mich hat sie jedenfalls dazu angeregt, mehr wissen zu wollen.  Echt episch: 9 von 10 Sternen

Love, Katha

A Royal Affair

DT: Die Königin und der Leibarzt
OT: En kongelig affære
Genre:
Historienfilm, Drama
Darsteller:
Mads Mikkelsen, Alicia Vikander, Mikkel Boe Følsgraad
Regie:
Nikolaj Arcel
Drehbuch:
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg
Musik:
Cyrille Aufort, Gabriel Yared
Erscheinungsjahr:
2012
Länge:
128 Minuten
FSK:
ab 12 Jahren

Der Film handelt von der Dreiecksbeziehung des dänischen Königs Christian VII, seiner Frau Caroline Mathilde und dem deutschen Arzt Johann Friedrich Struensee. Es wird die Geschichte einer der berühmtesten Affären erzählt, die in der Zeit der Aufklärung spielt: Ganz Europa bordelt von den neuen Ideen, die Kant, Voltaire und Rousseau verbreiten, während Dänemark weiterhin noch als Hochburg für Absolutismus und Kirche gilt, Aberglauben ist weit verbreitet und die Bauern leben in Leibeigenschaft.
Die Geschichte ist aus der Sicht Carolines (meist in Rückbelenden) erzählt, wie sie als junges Mädchen nach Dänemark kommt und einen König vorfindet, der fast schon geisteskrank und unglaublich kindisch einzustufen ist: er findet Gefallen an Theatern und Prostituierten. Sie ist enttäuscht und nachdem sie ihre eheliche Pflicht erfüllte und ihm ein Kind gebar, zieht sie sich zurück und möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben, sie ist gefangenen in einer traurigen Welt. Unterdessen unternimmt Christian VII eine Europareise, wo ihm der Armenarzt Doktor Struensee bekannt wird, der wohl als einziger mit dem Gemütszustand seiner Majestät umgehen kann. Anfangs verhält sich Caroline recht abschätzig gegenüber von ihm, doch als sie bemerkt, dass er aufklärerische Gedanken hat, entwickelt sich eine Freundschaft, die später zu einer Liebe wird. Die König ermutigt Struensee schließlich, den Einfluss, welchen er auf Christian VII hat, politisch zu nutzen, was anfangs funktioniert, doch bald zu Verhängnis wird.

Der auf der Berlinale 2012 gezeigte Film basiert größtenteils auf Briefen und natürlich kennt man nicht exakt die Vorfälle innerhalb des Hofes, doch umso erstaunlicher ist es, wie präzise und interessant die Geschichte erzählt wird. Carolines Blickwinkel ist der eines unerfahrenen Mädchens, der einer sehr intelligenten und politisch ambitionierten Frau, die beide viel Leid ertragen müssen.
Der Film beginnt mit der Erzählerstimme Carolines, die im Sterben liegt und ihren Kinder, die sie seit Jahren nicht gesehen hat, einen Brief schreibt, in dem sie ‚ihre Geschichte‘ offenlegt.
Es ist ein sehr trauriger Film und doch spielt die Kamera mit dem kühlen Licht und die wenigen Hoffnungsvollen Momente scheinen freudig zu leuchten. Das unterstützt die grandiose, melancholische Musik von Gabriel Yared und Cyrille Aufo: viele Streicher und Bläser, die immer wieder in das Thema des Filmes zurückkommen, das jedoch ein Klavierstück ist. – ein bisschen eine Hommage an die klavierspielnde Caroline: ruhige Klänge mit einer bestimmte Gefasstheit. Das ist natürlich ein riesiger Pluspunk! Optisch besticht er durch wunderschöne Gewänder, Schlösser und Mobiliar.

Die Schauspieler leisten Höchstarbeit: es ist das Debüt von Følsgraad, aber man merkt es ihm nicht an! Er spielt Christian VII so ekelerrgend, kindisch, befremdlich, dass es einem manchmal erschaudert, doch spielt er ihn auch so, dass man nicht nur die ganze Zeit denkt: Himmel, der spinnt doch! Sonder er tut einem auch in gewisser Hinsicht Leid, nicht nur, weil er schamlos vom Hof ausgenutzt wird.
Mads Mikkelsen ist natürlich überragend und so finde ich zwar, dass eher er als Folsgraad den Bären verdient hat. Struensee ist ja kein leichter Charakter: irgendwie ist er mehr oder weniger der Held – aus moderner Sicht -, für damals jedoch nur der Sündenbock. Aber der Held ist nicht perfekt, manchmal etwas stur, manchmal fragt man sich, ob etwas von der Machtbessenenheit in ihm überschwappt. Aber das ist nur eine weitere Stärke! Menschen sind nicht perfekt und abgeschliffen und doch hat man das leider in vielen Filmen, nicht aber hier.

Man leidet und freut sich mit den Liebenden, hofft, dass es gut wird und doch weiß man, dass es nicht seien kann. Ich möchte ja nicht allzu viel spoilern, aber ich muss sagen, dass ich jedes Mal, wenn ich ihn sehe (und ich habe ihn schon einige Male gesehen, auch, wenn’s wehtut) immer mehr Details erkenne und doch jedes Mal zum Ende hin mir das Herz gebrochen wird. Es ist ja nicht so, dass man sagen kann: es ist nur ein Film. Es war wirklich so und das unterstreicht natürlich die Tragik dieses Filmes ungemein.

THE VERDICT: Es ist ein richtig gutes Ding. Ich war am Anfang beim erst sehen skeptisch, da auf der Berlinale doch recht seltsame, meist Kunstfilme laufen. Das ist keiner. „Die Königin und der Liebarzt“ ist allen voran hervorragend gemacht, lehrreich, traurig und etwas deprimierend. Ich liebe den Film sehr und gebe 10 von 10 Sternen.

Love, Katha