Raus aus Berlin #2: Kurztrip nach Dresden

Moinsen!

Nach meinem Tagesausflug nach Husum im Januar, spürte ich wieder das Bedürfnis dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen, den Kopf wo anders frei zu bekommen und sich von etwas inspirieren zu lassen, was man noch nicht gesehen hat.

Diesmal fiel meine Wahl auf etwas größeres: Dresden.

KURZ GESAGT: Einfach mal durch eine fremde Stadt laufen, ein bisschen von ihreM Flair schnuppern und frei von Alltäglichem sein, ein bisschen Fotografieren, im Park in der Sonne lesen, durch die historische Altstadt bummeln und den Straßenmusikern lauschen und natürlich lecker Essen gehen!

Wir hatten wirklich Glück gehabt, einen Tag mit absolutem Kaiserwetter zu erwischen: Sonnenschein und tolle Temperaturen, bei denen man sehr gut draußen sitzen konnte und die Sonnenstrahlen das Gesicht streichelten. Teils waren mein Freund und ich wirklich am Schwitzen und erinnerten uns gegenseitig lachend, wie bitter wir doch in Husum gefroren haben.

Als kleinen Disclaimer möchte ich anmerken, dass ich bei diesen „Ich muss mal raus aus Berlin-Trips“, nicht unbedingt in Museen gehe – auch wenn Dresden großartige und verlockende Galerien hat – sondern einfach fremde Luft schnuppern möchte und mich in einer fremden Stadt verlieren und verlieben möchte, ohne mir Stress zu machen, was ich alles sehen muss. Deshalb lief ich auch einfach gut 6 Stunden wild durch die Gegend, saß am Ufer der Elbe und erfreute mich einfach meiner (BewegungS)Freiheit – ich kann es wirklich sehr empfehlen, ab und zu ein anderes Stadtbild zu sehen!

Hier ein paar Impressionen:

Besonders positiv aufgefallen waren mit einige Schilder in der Innenstadt, wie an der Semperoper oder der Kunstakademie, die in großer Schrift darauf hinwiesen, dass diese Stadt in den Zeiten, wo rechtspopulistisches Denken am Aufmarsch ist, offen bleiben muss und diese Bewegung nicht tolerieren darf. Wie großartig (und wichtig!) ist so ein Statement!

Ebensfalls großartig war die Musikalität der Stadt, egal ob man im Café saß oder auf dem großen Platz vor der Frauenkirche schlenderte – überall tönte ziemlich gute Musik: Von Akkordeonspielern mit beeindruckend vierseitigem Repertoire, über einen Indie-Gitarrenspieler und Klavierspieler, zu einem Bläserquartett.

Aber ein bisschen Tourismus musste sein und so saßen wir in der berühmten Frauenkirche und betrachten den wunderbaren Prunk des Barocks. Mittlerweile habe ich – besonders als ich in Rom war – einige Kirchen von innen und außen betrachten dürfen und auch diese hat mich wirklich beeindruckt. Auch der Platz mit der Statue Martin Luthers war sehr schön – und wirklich gut voll, man hat richtig das Leben der Stadt spüren können, wo Einheimische und Touristen aufeinandertreffen.

Und ganz allgemein gesprochen blühte mein Herz bei dieser bezaubernden und teils wirklich so hervorragenden Altstadt einfach nur auf: Alte, wunderschöne Bauten, kleine süße Gassen und wunderbare, prächtige Leuchter wohin das Auge nur reicht! Zweifellos ein kleiner Himmel für mich!

Abends ließen mein Freund und ich unseren kleinen Trip mit zwei leckeren Getränken und richtig tollen Burgern in einer ziemlich großen Bar/Restaurant namens „Alex“ mitten in der Altstadt ausklingen – und dazu noch mit permanenten Sonnenschein, der nur spät abends durch ein minimales Nieseln unterbrochen wurde. Wir hatten vorher noch nie etwas von dieser Bar gehört, aber die Größe und die Werbung für deren Webseite ließ vermuten, dass es sich um eine Kette handeln würde. Und so ist es! Allerdings muss gesagt sein, dass es für eine Kette und auch allgemein betrachtet, eine ziemlich gute Bar ist mit wirklich freundlicher Bedienung. Irgendwann muss mal in Berlin vorbei geschaut werden, ob es genauso toll ist wie Dresden!

Gibt es ein Fazit? Wenn überhaupt, dann nur, dass ich gerne wiederkommen möchte, um Museen zu besuchen, ein paar einheimische Bars kennenzulernen, wieder an der großartigen Elbe entlang zu spazieren und noch besser mit Dresden vertraut zu werden, denn es hat mir sehr gut gefallen.

Wart ihr schon mal in Dresden? Und an Einheimische: Ich freue mich über künftige Tipps für Dresden!

Love, Katha

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Raus aus Berlin #1: Atempause in Nordfriesland

Moin Moin!

Nach ganz viel Buchbloggerei und ein paar Berlin-Tipps, heute mal etwas anderes.
Ich schreibe gerne über das Reisen (und ich habe den Verdacht, meine Leser lesen auch gerne über das Reisen), allerdings komme ich leider viel zu selten dazu, zum einen ist es natürlich meine stressig-studentische Lebensphase, die mir  einen Strich durch die Rechnung zieht, zum anderen natürlich: Geld wächst leider nicht auf Bäumen. Aber ich muss auch zugeben, die ganze Zeit im hektischen Berlin zu pendeln ist einfach nicht schön, irgendwann wird man Teil dieser gehetzten grauen Masse, die morgens stets entnervt  in die S-Bahn steigt und sich im Zentrum schnellen Schrittes durch Autos und Abgasvolken bahnt.
Jetzt aber Schluss damit, ich brauche eine Auszeit! Einfach mal am Wochenende weg von hier. Ich habe kein Auto, noch Führerschein, es soll also die Bahn sein. Am besten am Meer, ein kleiner Ort an der Nordsee, wo ich mal meine Ruhe habe.

Husum.

Bis vor dieser Reise dachte ich, Husum sei eine Insel… peinlich, schlimmer wird, dass ich dachte, Husum liege nördlich von Bremen. Aber das ist das Gute am Reisen, es bildet und öffnet einem die Augen!
Ein paar Wochen später saß ich um kurz nach sieben einem Intercity und rollte gen Hamburg Altona, wo ich schließlich in einen kalten klapprigen und fast ausgestorbenen Zug Richtung Sylt einstieg – es war frisch, Nordsee im Winter war mutig, wurde mir langsam klar. Umso weiter ich mich von Berlin, Shopping Malls und gestressten Menschen entfernte, desto ruhiger wurde ich. Das Wackeln und Rattern dieses alten Zuges, die karge Winterlandschaft und die Schafe auf den Feldern beruhigten mich. Ich hatte zuvor nicht besonders viel über Husum recherchiert, es sei überschaubar und man könne zum Meer spazieren – das reichte mir. Ich hatte keine Ahnung, was für eine kleine, ruhige Perle mich erwarten sollte.

Als ich ankam, sah ich gerade mal eine Hand voll Menschen, es war recht ausgestorben am Bahnhof und langsam bewegte ich mich gen Altstadt und dem süßen kleinen Hafen, der mehr einem schmalen Kanal glich. Das Herz der Stadt bestand fast nur aus alten, ein-, maximal zweistöckigen Häusern: Backstein und schmucke Fassaden so weit das Auge reicht. Kleine Gassen als die Adern der Stadt, die Häuschen waren gesäumt von Rosenstauden, die im Sommer wahrscheinlich prächtig blühen, und fast nirgends parkten Autos, es war, als wandle man in Zeiten Theodor Storms. Und das ist ganz wichtig, den der große Dichter hat diesem Örtchen die Bezeichnung „Die graue Stadt am Meer“ gegeben und Zeit seines Lebens über das Husumer Watt gedichtet. Doch den Tag, den ich erwischte, konnte man keinesfalls als grau bezeichnen. Der Himmel war strahlend blau und frisch mit ein paar Wolkentupfern und das Licht wirkte so nordisch, es hatte etwas einzigartiges, wie es die kleinen Gassen umhüllte. Das schöne an Husum ist, man kann komplett ohne einen Plan durch die Stadt laufen und sich einfach nach und nach entzücken lassen.

Mir war es allerdings auch wichtig, etwas vom Meer zu sehen, deshalb folgte ich dem Kanal und musste erstmal durch ein etwas unheimliches Industriegelände, bestehend aus drei hohen Türmen und einer Weidelandschaft mit Schafen zu rechten. Danach ging es gefühlte Ewigkeiten gerade aus, so wirklich glaubte ich nicht mehr, dass da noch Meer käme, obwohl es grässlich windig war, bis ich schließlich in der Ferne ein kleines Hotel erkennen konnte und dahinter ein rotes Gebäude, welches sich später aus DLRG entpuppen sollte. Also lief ich, atmete die salzige, eiskalte Frische ein, stapfte gegen diese verdammt steife Brise und vergaß einfach alles andere. Es war herrlich, besonders als ich schließlich am Wasser ankam. Diese Luft war so frisch und pustete jeden Stress aus den tiefsten Windungen meines Körpers. Zugegebenerweise, irgenwann wurde es dann doch zu kalt und ich begann den Rückzug.

In der Altstadt wieder angekommen, zog mich das „Fischaus Loof“ mit seinem warmen Licht richtig an. Völlig durchgefroren betrat ich das sehr gut besuchte Haus und mir bot sich eine Pracht und Vielfalt an Fisch an, ich wusste gar nicht, wo ich hingucken sollte. Am Tisch schließlich platzgenommen, bestellte ich den Fischburger mit Pulled Salmon und Kartoffel Wedges für etwas über 8 Euro. Und mein lieber Scholli, das war vielleicht köstlich!! Ich würde soweit gehen, zu sagen, dass ein Mahl im „Loof“ den Besuch dieser kleinen Stadt schon wert macht.
Schließlich ging es noch durch das Herz der Stadt, wo ich den Ramschladen „Mischmasch“ entdeckte, der jeglichen Kram aus den verschiedensten Kulturen anbietet sowie kleine Spieluhren, die vom Hochzeitsmarsch bis zu „Hey Jude“ von den Beatles alle mögliche spielen. Ein weiteres Juwel ist das „Antiquariat Streblow„, welches neben Vintage Dosen und Postkarten auch antike Puppen und vor allem eine Unmenge Büchern anbietet. Schnuckelig und putzig eingerichtet mit einer uralten Kasse und einer freundlichen Besitzerin lädt dieser Laden zu langen Aufenthalten ein,der etwas nostalgisch-romantisches hat.

Der Rest meines Besuches war Stöbern und Spazieren, entdecken und staunen, ein Gespräch im „Loof“ mit freundlichen Einheimischen und einfach die Ruhe und Freundlichkeit dieser kleinen Stadt genießen. Ich werde definitiv noch mal einen Ausflug bei wärmeren Temperaturen planen, denn Husum ist eine schöne Stadt, die man keinesfalls mit einem spöttischen Lachen über die Größe abtun sollte.
Ich war nur kurz für einen Tag da, aber so dass ich hier nur ein paar flüchtige Eindrücke loswerden kann, aber ich hoffe, zeigen zu können, wie malerisch verträumt Husum auf mich wirkte.

Wart ihr schon mal in Husum? oder könnt ihr den Besuch einer anderen Nordfriesischen Stadt empfehlen?

Alles Liebe,
Katha