Eine neue Liebe: Rye

Den versprochenen zweite Teil meiner England Reise wollte ich nun auch endlich posten, weil nun fast schon ein Monat seit der tatächlichen Reise vergangen ist. Auf Grund des Unistarts und eines großen privaten Ereignisses, von dene ich bald berichten möchte, hat es wieder ein bisschen länger gedauert als mir lieb ist., dass ich zum Schreiben kam Allerdings muss ich zugeben, dass Rye rückblickend einer der schönsten Momente meiner Großbritannienreise beinhaltet, und es mir außerordentlich gut gefallen hat, so dass es schade wäre, nicht endlich davon zu erzähen.

Die kleine Stadt Rye zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie eine kleine, verschlafene Stadt mit wunderbaren historischen Gebäude und Straßen in East Sussex ist, und damit nur wenige Kilometer entfernt vom Meer, was man auch durch die große Population von Möwen merkt.  Aber warum sollte man eine kleine Stadt wie diese besuchen und wie kommt man überhaupt darauf? Zum einen wurde mir dieser kleine Ort von einem Freund ans Herz gelegt, zum anderen haben mich meine Lieblingsminiseire Parade’s End und die Visit Britain Seite auf Instagram auf die Idee gebracht. Ich kann es eigentlich nur empfehlen, sich nicht nur Reisefüher und Empfehlungen von Freunden zu Gemüte zu führen, sondern auch mal ein Auge darauf zu werfen, wohin britische Blogger fahren und was sich berichten. An dieser Stelle kann ich nur wärmstens den Blog und das Instgramprofil von Romona (@monalogue) empfehlen.

Auf dem Beitragsbild übrigens ist die Mermaid Street zu sehen, in welcher sich einer der Hauptattraktionen dieses Ortes befindet, einem alten Hotel, dem Mermaid Inn, welches irgendwann zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert gebaut wurde und bis heute durch seine schiefe und  mysteriös dunkle Fassade bezaubert. Allerdings sieht die ganze Stadt mindestens so pittoresk aus, wie dieser kleine Ausschnitt, weshalb es mehr als lohnenswert ist, einen Spaziergang durch die vielen kleinen und verwinkelten Gassen zu machen und die alten Gebäude, das Kopfsteinpflaster und rankenden Blumen und Pflanzen dazwischen zu bewundern.
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mein Foto von der leeren Mermaid Street bekommen habe, aber diesen legendären Ausblick musste ich fotografieren. Glücklicherweise war herzlich wenig los an dem Tag, an dem ich in Rye war, außer einer kleinen Hand voll Touristen, waren weitestgehend Einheimische zu sehen und es herrschte eine ruhige, verschlafene Atmosphäre, welche die Urigkeit des Ortes nur unterstrich. Das ist die Art von Urlaub, die ich mag!

Als ich das alte Haus neben der Kirche fotografieren wollte, welches das weiße mit dem großen Baum ist, kam plötzlich der Bewohner des Gebäudes aus der Tür. Ich fürchtete schon, dass er not so amused wäre, dass ich sein Haus fotografiere und mich vom Grundstück verweisen würde (was ich auch irgendwie verstanden hätte) – doch stattdessen kam der wirklich sehr alte Mann, gekleidet wie ein britischer Dandy, auf mich zu und fragte mich, wie mir mein Aufenthalt in Rye gefiele – natürlich in einer Mischung aus RP und südlichem Dialekt, die wirklich schwer zu verstehen war – und erzählte mir, dass es in Sussex zwischen Juli und September doch am schönsten sei, besonders der September sei entzückend. Wir unterhielten uns ganz wunderbar über den Ort und Großbritannien und es war herzerwärmend, was für ein freundliches und schönes Gespräch wir hatten – schließlich stellte ich ihm die Frage, die mir tatsächlich unter den Nägeln brannte: Wie konnte es sein, dass er Baum vor seiner Haustür blühte, wo doch noch nichts Blätter trug und gerade erst die ersten Narzissen zu sehen waren? Dieser Baum sei ein strawberry tree, ein arbutus unedo, ein immergrüner Baum, der eigentlich eher in mediterranen Räumen zu Hause sein und dessen Früchte irgendwas zwischen Erdbeeren und Litschi ähnlich sähen.

Ich lief noch ein Weilchen durch die Gegend, erkundete Straßen und stieg auf den Hügel von Rye, von dem man die Kleinstadt von oben bewundern konnte. Es gibt unzählige kleine Läden und Restaurants, cottages und hübsche Sträucher. Ein bisschen als hätte man England, wie man es sich vorstellt, in diesem kleinen südenglischen Ort festgehalten und konserviert. Aber auf eine natürliche und süße Art, nicht als wäre es gezwungenermaßen ein Freilichtmuseum.

Später war ich noch in einem Burgerladen essen, dem Hoof. Es war wirklich zauberhaft eingerichtet, gut besucht und dessen Essen hätte nicht schöner angerichtet worden können, doch um ehrlich zu sein, war ich ziemlich enttäuscht von meinem vegetarischen Pilzburger, der mir kein bisschen schmeckte. Die Pommes waren hingegen wirklich ein Traum! Leider keine Empfehlung, aber es gibt unzählige Restaurants und Cafés in Rye, dass man sich dumm und dämlich essen könnte.

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Ich kann eine Reise nach Rye wirklich von ganzem Herzen empfehlen, man kann stundenlang spazieren gehen und es ist mit dem Zug nur wenige Stunden von London entfernt und ziemlich gut zu erreichen. Vielleicht hatte ich Glück mit der Jahreszeit und dem Tag, aber es war wirklich herrlich untouristisch und des nette Gespräch mit dem alten Mann wird mir zweifelsohne im Herzen bleiben.

Love, Katha

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London mal anders erleben

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meinen Beitrag über meinen dritten London-Besuch hier auf meinem Blog gepostet habe. Seitdem habe ich einige andere aufregende Reisen erlebt, aber letztendlich komme ich irgendwie immer zurück auf die entzückende Insel.

Diesmal führte unsere Reise uns nach Rye, Cambridge und Canterbury – mit Aufenthalt in London, so dass ich wieder ein paar Tage in der Stadt hatte. Seit meinem letzten Besuch hat sich einiges verändert, nicht nur die Art, wie ich Urlaub mache, sondern selbstverständich auch, was mich interessiert und wie ich bin.

Dabei war es mir diesmal wieder wichtig, einfach die Stadt zu erleben, mich beim Spazierengehen von meiner Intuition leiten zu lassen und nicht den ganzen wichtigen Attraktionen nachzurennen (zumal ich mittlerweile schon sehr viele Sehenswürdigkeiten gesehen habe). Außerdem wohnten wir in einem AirBnB in einem edwardianischen, denkmalgeschützen Gebäude im Stadtteil Islington, was das Gefühl, London ein bisschen mehr wie ein Einheimischer zu erleben, verstärkte. Außerdem traf ich mich dort mit einer Instagrammerin, mit der ich schon länger befreundet bin und sie zeigte mir die Stadt nochmal aus einem ganz anderen Winkel, was ein ganz besonders tolles Erlebnis war.

Allerdings muss ich sagen, dass die Orte, an denen ich war, ordentlich durch Instagram beeinflusst wurden, weil ich durch Seiten wie „Pretty little London“ inspiriert wurde, welche Viertel besonders interessant und pittoresk wären und wo ich tolle Bücherläden und ein wunderschöne Cafés entdecken könnte. Wie immer war mein Leitmotiv meinen Augen zu folgen und mich einfach zu verlieren.

Lesen

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John Sandoe Books

Um den Anspruch, mich weiterhin guten Gewissens vor allem als Buchblog bezeichnen zu können, möchte ich drei Buchhandlungen, die mich ganz großartig begeistert haben, vorstellen. Jede hat ihre eigene Art und ich kann deren Besuch jedem/jeder bibilophilen LondonbesucherIn ans Herz legen:

Persephone Books besuchte ich mit einer Freundin, die ich vor längerem über die Untiefen des Buchblogger/instagrammertums kennengelernt habe und endlich persönlich treffen konnte. Diese Verlagsbuchhandlung ist ein kleiner Himmel in Bloomsbury, der Bücher in schönen eleganten grauen Editionen anbietet, wobei der Fokus vor allem auf Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts liegt, die in Vergessenheit gerarten ist. Hier hat man richtig das Gefühl, sich in einer persönlichen, liebevollen Buchhandlung zu bebefinden, die auch wenn sie klein ist, zum Schauen und Verweilen einlädt. Auf den  vielen Tischen stehen neben Büchern und Lesezeichen, auf denen jeweils der Klappentext steht, auch Vasen mit frischen Tulpen, deren Duft ganz subtil den ganzen Laden erfüllt.

Daunt Books hat mehrere Standorte, unter anderen den bekanntesten in Marylebone und einen in Holland Park, auf den ich dort zufällig stieß, als ich zur Tube wollte. Besonders spannend ist, dass dort die Belletristik nach Regionen sortiert sind, beispielweise stehen also im Deutschland-Regal sowohl Romane über Deutschland als auch übersetzte Werke deutscher AutorInnen. Die Auswahl ist wirklich hervorragend, auch wenn das Sortierungssystem zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem ist alles wunderschön angerichtet und der Laden in Marylebone strahlt besonders durch die Holztäfelung und ein großes altes Fenster, das mit den petrolfarbenen Wänden für ein englisches Wohnzimmerflair sorgt.

John Sandoe in Chelsea wiederrum spiegelt wieder, wie man wirklich auf das effektivste jeden kleinsten Millimeter in einem Laden nutzen kann und es trotzdem unheimlich gemütlich ist, obwohl man echt erschlagen ist von der Menge an verschiedenen Büchern. Zugegeben, ich habe nicht ganz verstanden, wie der Laden funktioniert, aber es hat mir gefallen – es gab wirklich alles, auch wenn es ein kleines Labyrinth ist. Man kann dort Stunden verbringen!

Entdecken

Am Slone Square in Chelsea auszusteigen und sich einfach in den vielen schönen Straßen zu verlieren und zu staunen, wie unfassbar reich manche Leute sind und in welch pittoresken Häusern sie leben, ist ein Erlebnis für sich. Auf Instagram wird der Bezirk Chelsea und Kensington in seiner ganzen Schönheit bereits auf etlichen hübschen Accounts gefeiert. Einen Spaziergang zu machen und dies für sich selbst zu entdecken, an blühenden Bäumen vorbeizulaufen, Eichhörnchen über die Straßen huschen zu sehen und sich an schöner Arhitektur dumm und dämlich zu schauen – fern ab der Touristen – war eines meiner persönlichen Highlights.

Ebenfalls bezaubernd  st Holland Park, das etwas weiter draußen ist als Chelsea, und zwar in South Kensington. Hier stehen eher große Familienhäuser, die individualistischer sind als die endlosen weißen Reihen in Chelsea, uund meist von Pflanzen und Bäumen geziert werden . Außerdem kann man in kleinen Gassen zwischen den großen Häusern die sogenannten Mews bestaunen, die einst Pferdeställe gewesen sind und nun zu hübschen kleinen Häsuern gemacht wurden.

Meine dritte Entdeckung war Neal’s Yard, ein kleiner, bunter Innenhof mit kleinen Essmöglichkeiten in der Nähe von Covent Garden, der einem eine ganz andere Seite von London zeigt. Nach einer kleinen Tee Shopping Tour in der bezaubernden Marthalle von Covent Garden in meinen Lieblingsteeladen Whittard of Chelsea, erkundeten wir Neal’s Yard. Auf dem Weg dahin, läuft man außerdem an wunderschönen kleinen Gassen und Blumenverzierten Pubs vorbei, es lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht.

Kulinarisches

Das Host Café in der Saint Mary Aldermary Church ist einer der schönsten und stimmungsvollsten Orte, an denen ich je gewesen bin. Mitten in der Hektik in der City of London so einen entzückenden Ort mit tollem Tee zu finden, gleicht einem kleinen Wunder. Zugegeben, es ist wirklich ein sehr eigenes Gefühl, in einer Kirche und obendrein einer so schönen, seinen Tee zu schlürfen, denn, normalerweise macht man das nicht – andererseits ist es vielleicht auch ganz richtig, weil dieser heilige, friedvolle Ort wirklich dazu einlädt, einfach nur zu sein und ein wenig Entspannung zu genießen – und das kann man am besten mit einem guten Tee.

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Ein ebenfalls toller Ort, um zu essen ist der berühmte Borough Market. Sicherlich ist das nichts Neues und total tourimäßig, aber es macht trotzdem Spaß durch die Hallen zu laufen, die vielen verschiedenen Stände zu beobachten und die leckeren Gerüche einzuatmen. Am Ende gab es dann Falafel.

Ebenfalls empfehlenswert finde ich es nach wie vor bei der Pub Kette Whetherspoon zu essen, beispielsweise in Shakespeare’s Head an der Tube Station Holborn. Die Portionen sind anständig und der Standard ist eigentlich immer da, es ist bezahlbar und die Fish & Chips sind ziemlich lecker. Neuerdings bieten sie sogar ein veganes Curry an.

Allgemeine Gedanken

Wenn man an London denkt, ist eines der bekanntesten Stichwörter sicherlich die Tube und auch, damit zu fahren. Mir fiel auf, dass die Abstände zwischen den Stationen durchaus größer sind, als in Berlin und dass es manchmal wirklich Ewigkeiten dauert, umzusteigen, weil man gefühlte Jahrhunderte damit verbringt, durch die Tunnel zu laufen – besonders schlimm ist dies bei der Haltestelle Bank. Früher sind mir diese Dinge gar nicht aufgefallen, aber weil ich in vergangener Zeit größere Probleme im Umgang mit unterirdischen Verkehrsmitteln und engen Räumen habe, war es eine persönliche Herausforderung für mich, allein durch diese Stadt zu fahren. Was es allerdings etwas erleichtert wurde, dadurch, dass der respektvolle und zivilisierte Umgang der Menschen miteinander hier funktioniert. Es ist etwas, das mir immer posititiv ins Gedächtnis kommt, wenn ich an Großbritannien denke. Dieses Gedränge und das aggressive schlecht gelaunte Geschubse, aneinander Anzischen oder irgendwo im Wege zu stehen und sich allgemein super egoistisch im öffentlichen Nahverkehr zu verhalten, gibt es in beinahe in keinster Weise. Ich staune noch immer darüber, wie es in London funktioniert, dass die Menschen auf der Rolltreppe alle auf der rechten Seite stehen. Ich wünschte, das wäre bei uns möglich – so schwierig kann das nicht sein.

Außerdem bin ich diesmal auch oft mit dem Bus gefahren und stand wirklich ziemlich häufig im Stau, aber da ich alle Zeit der Welt hatte und es draußen sowieso regnete, war es eigentlich echt schön: man sieht so viel mehr von der Stadt und ich kann es nur empfehlen, wenn man Zeit hat, damit durch die Gegend zu bummeln.

Allgemein muss ich sagen, dass ich was die Briten angeht, bisher stets gute Erfahrungen gemacht habe, wie freundlich und hilfreich man mir entgegen kam. Sicher kann man das nicht verallgemeinern, gute und schlechte Menschen gibt es überall, aber ich bin so froh über diese Gastfreundlichkeit. So macht es Spaß, Tourist zu sein. Eine kleine Geschichte dazu folgt in meinem Beitrag über Rye.
Das Wetter war leider nicht gut. Andere mögen staunen, aber meine bisherigen Ausflüge nach Großbritannien waren von fast ausnahmslos gutem Wetter gezeichnet. Aber Ende März ist es leider einfach nur kalt und nass, vor allem nach so einem besonders deprimierend langem Winter. Ein paar wunderschön blühende Magnolienbäume habe ich glücklichweise gesehen und wenn dann kurz die Sonne rauskam, war es bezaubernd.

Noch eine kleine Sache zum Schluss, die mich amüsiert hat: die Pub Kultur in Großbritannien ist einzigartig, nicht nur stehen pünkltich zum Feierband ab 17 Uhr die Menschen Schlange vor allen möglichen Pubs (Briten lieben es ja bekanntlich in Schlangen zu stehen) und nicht nur sind die Pubs wunderschön mit Blumenkörben verziert und absolut urig, sondern pünktlich zur Mittagspause, wo allen Londoner in der City aus ihren Büros strömen, um Mittagsessen zu besorgen, schlenderte ich durch eine Straße und sah etwas unglaubliches: Diese Büromänner tranken Bier in der Mittagspause, die Pubs waren voll, als sei Feierabend!

Love, Katha