Jahresrückblick: Bücher, Filme und Events 2016

Moin Moin!

Zum Jahresende möchte ich  ein mal zurückschauen auf 2016, mit seinen Ereignissen und Erlebnissen. Ich mag dieses Gefühl, einen Kalender zu durchblättern und darauf zurückzuschauen, was man erreicht und erlebt hat. Also Achtung, laaaaanger Artikel. Ich werde den Text in zwei Gruppen aufteilen: Zunächst folgt ein bibliophiler Rückblick, wo ich meine Lieblinge, sowie verhasste Bücher des Jahres durchgehe und anschließend im zweiten Teil alles über Events, Filme und Ähnlichem.

Davor noch kurz etwas zu mir: Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht mit einem NC, auf den ich recht stolz bin, zudem habe ich ein Praktiukum bei einer großen Tageszeitung in Berlin absolviert, das erste Mal in meinem Leben (als Aushilfskarft) gearbeitet und ein Studium in Sozialwissenschaften angefangen. Es ist ziemlich viel passiert und ich muss zugeben, dass ich es selbst noch nicht so richtig glauben kann, dass ich nicht mehr in Klassenräumen sondern Vorlesungssälen sitze. Zugegeben, dass ist alles ziemlich viel auf einmal und überwältigend – aber ich bin gespannt auf 2017.

Bibliophiles

Hier folgt eine Liste, was ich dieses Jahr  gelesen habe in alphabetischer, nicht chronologischer Reihenfolge (meiner Meinung nach übersichtlicher). Ich nehme mir jedes Jahr vor, um die 20 Bücher zu lesen – das mag nun für Bücherwürmer ziemlich wenig sein, aber ich habe einfach viele Interessen und finde auch, dass man ein Buch gerne mal langsam lesen kann, um es auszukosten. Dieses Jahr jedoch habe ich zu meiner eignen Überraschung 30 Bücher geschafft! Ich glaube, ich habe noch nie so viele Bücher in einem Jahr gelesen und muss sagen, auch ein bisschen stolz zu sein.

Adler-Olsen, Jussi: Schändung
Aveyard, Victoria: Red Queen (Englisch)
Banner, Catherine: Die langen Tage von Castellamare
Brontë, Charlotte: Jane Eyre
Christie, Agatha: Die Tote in der Bibliothek
Eggers, Dave: The Circle (Englisch)
Gaethgens, Thomas W.: Anton von Werner. Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs
Gaiman, Neil: Stardust (Englisch)
Goga, Susanne: Es geschah in Schöneberg
Haig, Matt: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Hardy, Thomas: Am grünen Rand der Welt
Ionesco, Eugene: Die kahle Sängerin
Kloeble, Christopher: Die unsterbliche Familie Salz
Moers, Walter: Die Stadt der träumenden Bücher
Martenstein, Harald: Der Titel ist die halbe Miete
Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr
Navai, Ramita: Stadt der Lügen
Ng, Celeste: Was ich euch nicht erzählte
Pullman, Philip: The Subtle Knife (Englisch)
Stachniak, Eva: Die Schwester des Tänzers
Stedman, M.L.: The Light Between Oceans (Englisch)
Stolz, Bärbel: Isch des Bio
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Rowling, J.K.: Harry Potter and the Goblet of Fire (Englisch)
Vandermeer, Jeff: Auslöschung
Vandermeer, Jeff: Autorität
Wells, Benedict: Spinner
Wells, Benedict: Von Ende der Einsamkeit
Wilde, Oscar: Das Gespenst von Canterville
Zafón, Carlos Ruiz: Der dunkle Wächter

Die gute Nachricht ist, von den vielen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren viele richtig gute dabei.  Deshalb fiel es mir wirklich schwer, eine  Entscheidung zu treffen, welche mich am meisten begeistert habe. Die Reihenfolge ist total willkürlich gewählt und die Zahlen sollen keinerlei  Hierarchie darstellen  das gilt durchgängig in diesem Blogpost].  Ich habe versucht, passende Worte zu finden, weshalb mich diese Bücher so fasziniert und begeistert haben und hoffe, dass ich es knapp aber verständlich ausdrücken konnt, falls näheres Interesse an einem bestimmten Buch besteht, habe ich, falls vorhanden (was fast immer der Fall ist), die Rezensionen oben in der Leseliste verlinkt.

Hier meine Hochkaräter des Jahres:

1. „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë

Einer der bekanntesten klassischen Liebesgeschichten hatte ich schon mit der jüngsten Verfilmung mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender lieben gelernt, als ich jedoch im Sommer diese so zarte und gleichzeitig auch kraftvolle Geschichte las, war ich noch viel begeisterter. Besonders die weise, nachdenkliche aber auch sehr eigene Protagonistin Jane schloss ich sofort ins Herz.

2. „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Eine Geschichte über das Leben mit seinen Entscheidungen, den Gefühlen, den Problemen und dem Schmerz aus der Sicht eines aufwachsenden Jungen und später  Mannes namens Jules. Ich finde kaum Worte dafür, wie großartig ich diesen Roman eigentlich finde. Selten hat mich ein Buch so stark nachhaltig beeindruckt und mich selbst Wochen später noch beschäftigt  und tief berührt.  Die Figuren wirken so echt und zum anfassen, wie aus dem echten Leben entommen, man kann vielleicht nicht jede ihrer Entscheidungen verstehen oder nachvollziehen, aber Wells macht es durch seinen sanften Schreibstil unmöglich, nicht mitzufühlen. Das Leiden und Freuen und Mitfiebern in diesem Roman hat etwas ganz besonders interaktives!

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3. „Die langen Tage von Castellamare“ von Catherine Banner

Eine liebevoll geschriebenes Buch über die Familie Esposito, die auf einer kleinen Sizilianischen Insel lebt – über ein ganzes Jahrhundert verteilt. Dabei sind es nicht nur die Eigenarten des italienischen Dorflebens und die revolutionären Veränderungen durch Geschichte und Modernisierung, die mich so fasziniert haben, aber vor allem die kleinen Geschichten und Schicksale der einzelnen, stetig älter werdenden Mitglieder dieser schrulligen Familie.

4. „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Ich war recht spät dran dieses Buch zu lesen, aber ich wollte es auf jeden Fall vor dem Film schaffen. Zwar hatte ich viel gutes gehört, wollte es aber nicht wirklich glauben. Ich hatte mich so sehr geirrt. Die Liebesgeschichte von Lou (einer fröhlichen Person und seit kurzen Arbeitslosen) und Will (ein ehemals sehr aktiver und erfolgreicher Mann, der nun durch einen Unfall  vom Kopf abwärts gelähmt ist ) ist anders als alles andere, aber noch viel wichtiger fand ich, dass die Charaktere hier so lebendig und eigen sind, mit ihren Fehlern und Macken machen sie den wichtigsten Teil in diesem Buch aus. Ich habe  Rotz und Wasser geheult!

5. „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Wir werden entführt in eine Welt der Bücher: nach Buchhaim in Zamonien! Der Held Hildegunst von Mythenmetz, eine Art Echsen-Dinsosaurier, genannt Lindwurm, stürzt sich in ein gefährliches und waghalsiges Abenteuer – alles, dank eines Manuskriptes. Das Buch ist so reich, originell, verwirrend und wortgewandt und macht unglaublich großen Spaß zu lesen.

6. „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ von Matt Haig

Kurz gesagt: ein wunderbar ehrliches, biografisches Buch über Depressionen, welches Mut und Hoffnung macht, aber auch auf eine sehr gut gemachte Weise aufklärt und gegen die Stigmatisierung von Depressionen ankämpft. Es ist mehr als ein Buch über die Psyche, es hat etwas therapeutisches, etwas beruhigendes, das man nicht alleine ist  mit seinen Ängsten und Problemen und dass diese nicht für immer da sein werden.

7. „Das Magische Messer“ von Philip Pullman (His Dark Materials II)

Die Fortsetzung von Philip Pullmans magischen Abenteuer hat mich kein bisschen enttäuscht – und ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, nachdem mich der erste Teil so unfassbar begeistert hat. Die wunderbar freche Lyra und ihr Dämon Pantalamion erleben atemberaubende Abenteuer, doch diesmal können sie zwischen Welten wandern. Zu dem Alethiometer kommt in Band 2 ein weiteres magisches Instrument dazu: ein Messer.

Bei den „Flops“ des bibliophilen Jahres 2016 sind zum Glück nur drei Bücher enthalten, die ich jedoch mit aller Leidenschaft verachte, vielleicht auch, weil ich hohe Erwartungen gehabt habe.

1. „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie

Da ich Klassiker der Literatur so bewundere, glaubte ich unbedingt auch in die modernere Kriminologie der Miss Marple schauen zu müssen. Aus den Filmen hatte ich sie  als eine urige, nette Dame in Erinnerung hatte! Leider sollte sich das nicht für mich erfüllen, das Buch war spröde, öde, nichtssagend, langatimig und in jedem Sinne nicht besonders schön zu lesen. Leider!

2. „Die unsterbliche Familie Salz“ von Christopher Kloeble

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch unbedingt weiterlesen wollt, weil ihr so verzweifelt seid, dass es sich doch noch positiv verändern kann, da die Geschichte eigentlich viel zu bieten hat? Nun, dieses Buch ist es eindeutig nicht wert, am Ende tat es mir einfach nur leid, so sehr meine Zeit verschwendet zu haben. Kurz und knapp gesagt: es ist die Geschichte einer an schattenlose Menschen glaubende Familie, die über einen Zeitraum von 100 Jahren komplett paranoid wird, jedes einzelne Familienmitglied! Der Anfang hatte mich so euphorisch begeistert, doch nach und nach wurde das Buch einfach nur ad absurdum geführt!

3. „Autorität“ von Jeff Vandermeer (2. Teil der Southern Reach Trilogie)

Die seltsamen geographisches und naturwisschenschaftlichen Phänomene eines immer näherkommenden Gebietes namens Area X sollen untersucht werden – doch was ist mit der Organisation, die hinter diesem Untersuchungsprogramm steckt? So sehr hatte ich mich auf die Fortsetzung des unheimlichen Sci-Fi-Mystery Buches „Auslöschung“ gefreut, welches besonders durch sein flottes Tempo glänzt – dahingegen war Teil 2 das absolute Gegenteil,  der Versuch in der Fortsetzung eine andere Perspektive  zu verwenden, scheitert katastrophal. Es ist langatmig, verstörend und einfach schrecklich.

Events

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21.03.: Aurora im Heimathafen Berlin

Ein klassischer Fall von: Vorher habe ich die Musikerin gerne gehört, nach dem Konzert bin ich verliebt in sie. Ich sah Aurora zwei Mal dieses Jahr, einmal auf einem kleinen intimen Konzert in Berlin und dann auf einer großen Bühne in Budapest. Die junge Norwegerin macht mystische, kraftvolle Musik, scheint dabei aber als Person so zart und jung zu sein. Auf der Bühne war sie unglaublich süß, bescheiden und schüchtern, erzählte von ihrem Frühstück und wirkte unglaublich bewegt von der begeisterten Menge. Doch wenn sie anfing zu singen, wirkte Aurora wie in  Trance und zeugte von so viel Stärke, dass man es im eigenen Körper fühlen konnte. Einfach nur großartig!

26.03.: Linie 1 Musical im Grips Theater

Schon seit Jahren musste ich mir anhören, dass ich das legendäre Berlin-Musical nicht kenne. Nun, dieses Jahr haben mich meine besten Freunde kurzerhand  zu diesem Kult-Musical eingeladen. Auch, wenn es nach der Aufführung durchaus kritische Stimmen meiner versierten Freunde gab, die Linie 1 in und auswendig kannten, muss ich sagen: Berliner Schnauze, Berliner U-Bahn, wunderbare Songtexte, schrullige Figuren und viel zu lachen. Mir hat es echt gut gefallen!

07.05.: Don Giovanni Oper in der Komischen Oper

Dass die Komische Oper in ihren Inszenierungen sehr eigen ist, eilt ihr als Ruf voraus, aber diesmal durfte ich es selbst miterleben. Auch dieser Besuch war ürbigens ein Geschenk. Als großer Klassik- und Mozartfan hatte ich schon lange davon heimlich geträumt, Don Giovanni eines Tages zu sehen, vor allem nachdem ich die legendäre Endszene mehrmals in dem Film „Amadeus“ gesehen hatte. Nun, es war schon recht speziell, besonders der Humor; manchmal neigte der Hauptdarsteller zu spontanen herumalbern und urkomischen, aber auch peinlichen Einlagen. Die Kostüme waren expressionistisch und bunt, doch die Musik… ein Traum: leidenschaftlich und impulsiv! Ich möchte unbedingt eines Tages eine klassische Inszenierung dieses Werkes sehen, aber diese moderne Interpretation hat mir durchaus gefallen, obwohl ich manchmal sehr verwirrt war.

12.07.: Yamato – Drummers of Japan in der Komischen Oper

Japanische Trommeln aller Größen, viel Muskelkraft und eine Show zwischen Mystik und traditionellem Kampf. Kann man über einer Stunde Trommeln zuhören? Anfangs war ich skeptisch, doch als ich im Saal saß und die Truppe leidenschaftlich anfing loszuschlagen, war ich wie angesteckt! Ich brauche ihre Musik nicht ständig zu hören, aber als Show sind Yamato ziemlich toll.

19.07.: Les Ballets Trockadero de Montre Carlo in der Komischen Oper

Männer in Tutus nehmen klassisches und modernes Ballett ordentlich auf die Schippe! Da konnte ich nicht nein sagen. Diese sehr eigene Ballettkompanie schafft es auf quietschig bunte und glitzerne Art, die legendärsten Momente im Ballett ad absurdum zu führen: Der sterbende Schwan mausert plötzlich  und in Don Quijote drehen alle durch. Dabei ist es definitiv kein geschmackloser Slapstick-Blödsinn, sondern wirklich lustig und vor allem extrem professionell getanzt. Ich besuchte diese Vorstellung mit einer Freundin, die im Gegensatz zu mir (ich habe mehrere Jahre Ballett getanzt) überhaupt keinen Bezug zu dieser Tanzkunst hatte und auch sie war begeistert. Mir hatte der Abend unglaublich Spaß gemacht!

10-17.08.: Sziget Festival Budapest

Ich hatte schon ziemlich ausführlich über dieses unvergessliche Erlebnis berichtet, aber ich möchte noch einmal kurz anklingen, dass dieses bunte, riesige Festival so viel Charme hat, unglaublich gut durchdacht und beruhigend gut organisiert ist, dass ich jedem Festival-Liebhaber den Besuch empfehlen kann. Die pulsierende Stimmung war unvergesslich und das Line-Up ein herrlicher Mix von bekannten Musikern diverser Genres.

11.09.: Lollapalooza Festival Berlin

Schon letztes Jahr hatte ich dieses Festival besucht, da fand dieses jedoch noch auf dem Tempelhofer Feld stand, einem ehemaligem Flughafen Feld. Es war für mich das erste Erlebnis dieser Art und ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß, auch wenn es ziemlich chaotisch war [Lollapolloza 2015]. Dieses Jahr jedoch waren die ziemlich satten Tickets noch ein Stückchen teurer, dafür die Veranstaltung in einem Park, der danach absolut zerstört war. Die Preise vom Essen waren… nicht mein Budget. Nun hatte ich mich aber auf Musiker wie Milky Chance und Radiohead gefreut, woran ich absolut nichts zu meckern habe, doch die Hitze, der Staub, von dem man nichts sehen konnte, waren neben der Tatsache, dass es einfach zu voll war, absolut erschreckend. Irgendwie fühlte ich mich nicht mehr so wohl und war letztenendes enttäuscht, da das Festival  so plump und kommerziell ausgerichtet war, statt mit Liebe und Freude gestaltet (was ein großes Festival durchaus kann, wenn ich an meine Erfahrungen mit dem Sziget zurückdenke!).

04.10.: Passenger im Tempodrom

Ähnlich wie bei meiner Erfahrung mit Aurora kann ich auch hier nur sagen: ein super charismatischer Musiker, der sein Publikum in den Bann zieht. Er erzählte wunderbare Anekdoten, sang Covers, aber auch eigene Songs und brachte die Menge mehrmals zum Mitsingen. Seine unglaublich bewegende Stimme sorgte für eine melancholische und verzauberte Grundstimmung. Zudem muss man sagen, dass der Tempodrom echt faszinierend gebaut ist, einem futuristischem Zirkuszelt ähnlich!

Filme

Kinobesuche:

Ich muss auch ein wenig über diese besonders kleine Auswahl schmunzeln, lustigerweise folgten die ersten beiden und die letzten beiden direkt aufeinander und dazwischen klaffte ein halbes Jahr eine Kinolücke. Vielleicht schaff ich es im nächsten Jahr häufiger!

The Danish Girl
Brooklyn
Inferno
Doctor Strange

Lieblingsfilme 2016:

In manchen Jahren sehe ich mehr Filme, in anderen lese ich eher. Dieses Jahr scheint mich eher zum Lesen inspiriert zu haben. Hier mache ich es knapp, weil ich zu Teilen ziemlich ausführliche Rezensionen verfasst habe. Dennoch lässt sich eine Gemeinsamkeit in all diesen Filmen erkennen: Eine besondere Liebesgeschichte und eine starke Frau in der Hauptrolle!

1. Ein ganzes halbes Jahr

Genauso wie der oben erwähnte Roman begeisterte mich der Film ungemein. Nicht nur wegen der tollen Schauspielern und des romantischen Scores von Craig Armstrong, sondern weil der Film bis auf marginale Abweichungen wunderbar die Buchvorlage wiederspiegelt und ihr auch ebenbürtig ist, die Figuren Will und Lou (aber auch die Nebencharaktere) wurden genauso interpretiert, wie ich sie mit vorgestellt habe. Ganz ganz toll!

2. Die Herzogin

Was wäre ich ohne einen Historienfilm nach einer wahren Begebenheit? Diesmal handelt es sich um die Geschichte der Gerogiana Cavendish, Duchess of Devonshire und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit: politisch aktiv, bildschön und in einer grausamen Ehe gefangen. Mit Keira Knightley in der Hauptrolle und herrlich prächtigen Kostümen schwankt dieser Film zwischen grausamer Realität und der äußeren Fassade eines glamourösen Filmes.

3. Suite Française

Dieser Film ließ mich ganz lange nachdem ich ihn gesehen habe, nicht los. Vor ab will ich sagen, dass ich definitiv noch die Romanvorlage lesen muss, um diese schrecklich traurige Liebesgeschichte besser zu verstehen. Das nahezu unaussprechliche Phänomen wird in dem Film zur Wahrheit: im besetzen Frankreich verlieben sich eine verheiratete Französin und ein deutscher Offizier ineinander – was natürlich nicht geht. Der Film hat etwas seltsam ruhiges, aufwühlendes und quälendes , aber auf eine brutal schöne Weise. Und der Soundtrack ist ein Traum…

Neu entdeckte Lieblingsmusiker

The Lumineers

Zwar kannte ich die amerikanische Band schon länger, allerdings hatte ich sie nie wirklich war genommen – bis mir YouTube vor ein paar Monaten vorschlug das Video zu ihrem neuen Song „Sleep on the Floor“ zu sehen. Ich war neugierig… und verliebte mich in diesen melancholischen Song. natürlich hörte ich auch sofort danach das ganze neue Album „Cleopatra“ an und fand ein paar neue Lieblinsglieder, u.a. „Ophelia„.

Tom Rosenthal

Ein melancholischer Indie-Musiker, den ich durch den YouTuber Will Derbyshire (der übrigens auch toll ist!) kennengelernt habe. Seine Texte sind so tiefgründig und berühren auf einer nachdenklichen, poetischen Ebene, die einen aber nicht herunterziehen, sondern in Hoffnung und mit einem warmen Gefühl hinterlassen. Besonders gefallen mir „Ian“ und „Bob in the Rain and the Lizard of Hope„, die ich nur wärmstens empfehlen kann, besonders an grauen und regnerischen Tagen mit einer Tasse Tee.

Max Richter

Der Komponist erinnert etwas an Philip Glass mit seinen ruhigen Klavierelementen. Erst Mitte des Jahres merkte ich, wie viel ich von ihm kannte, aber es nicht in seiner ruhigen Schönheit wertgeschätzt hatte. Zugegebenermaßen, etwas traurig ist seine Musik schon, lädt allerdings so wunderbar zum Träumen ein und berührt jedes Mal beim Hören etwas ganz tief in mir. Am meisten liebe ich „Vladmir’s Blues“ und „I will not forget You„.

Bosse

Ihn kannte ich schon vor diesem Jahr, aber das ich seine Musik tatsächlich intensiv höre und genieße, habe ich ein paar beharrlichen Freunden zu bedanken. Ich bin ziemlich begeistert von der Wortgewandtheit und der Kraft in Text und Melodie dieses Künstlers! Dieses Jahr haben mir besonders „Schönste Zeit“ , „Liebe ist leise“ und „Dein Hurra“ gefallen und ich habe sie ständige rauf und runter gehört.

Hui, das ist irgendwie länger geworden, als ich es erwartet habe. Ich hoffe, ihr hattet ein gutes Jahr mit vielen tollen Filmen, Erlebnissen, Büchern und gutem Essen! Was habt ihr erlebt und welche Filme und Bücher – vielleicht  aus dieser Liste?-  sind euch ans Herz gewachsen?
An dieser Stelle möchte ich mich außerdem für die vielen lieben und auch konstruktiven Kommentare bedanken, sowie eure Likes und Follows, die mich so motivieren, hier weiterzuschreiben!

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich schon aufs Tippen, Lesen, Bloggen und Fotografieren!

Alles Liebe,
Katha

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Mord in Babelsberg

 https://i1.wp.com/d.gr-assets.com/books/1391892649l/20641357.jpgAutor: Susanne Goga
Titel: Mord in Babelsberg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2014
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3423214865

Band 4 der Leo Wechsler Reihe

Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird eine Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um Marlen Dornow handelt, zu der er vor Jahren eine sehr persönliche Verbindung hatte. […] Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, ein gefeierter Regisseur wurde  nach der Premiere seines großen Films über den sogenannten „Magier der Pfaueninsel“ ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen… [Klappentext]

Und erneut behält Goga ihren glatt geschliffenen Schreibstil mit wunderbar urigen Charakteren in der Zeit der Weimarer Republik bei. Nun findet ein Zeitsprung statt: von 1922 im dritten teil zu 1926 hat sich Leos leben eigentlich beruhigt, auch, weil die Inflation abgeflaut ist, doch nun kommt wieder Bewegung rein.

Leo Wechsler soll auch in diesem Buch als Charakter wachsen, während im dritten Band vor allem Claras Vergangenheit aufgerollt wird, geht es diesmal um eine Bekannte von Leo, die man schon aus dem ersten Teil kennt: Marlen – natürlich steht da die Beziehung zu Clara Kopf, welche Frau würde sich schon freuen, diese Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren? Das Problem für Leo ist aber auch seine persönliche Beziehung zu der Toten darf nicht herauskommen, wenn er der ermittelnde Kommissar ist. Schon an dem Plot kann man erkennen, dass dieser vierte Teil weitaus energiegeladener ist, als seine Vorgänger – mit ordentlich Konfliktpotenzial und seinen Rivalen  im Präsidium wird eingeheizt. Dazu kommt noch die prekäre politische Lage, die sich nun gen rechts-populistisch bewegt.

Hier merkt man – worüber ich mich sehr freute –  Goga kann richtig gut historische Romane schreiben, alles wirkt so authentisch und ja, berlinerisch. Das merkt man am Dialekt, aber teilweise auch an der seltsamen Unfreundlichkeit mancher Charaktere. Doch auch wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann man über die letzten vier Teile sehr gut mitfühlen: Leo festigt sich ebenfalls von Teil zu Teil, ich habe den Eindruck er wird selbstbewusster, was man auch im Umgang mit seinen zwei wunderbaren Kollegen merkt: Robert Walther, den man schon länger kennt und Jakob Sonnenschein – beide frisch verliebt.

Wunderbar ist zusätzlich, wie man in das Leben der aufblühenden Filmbranche der 20er eingeführt wird, aber auch die bösen Seiten entdeckt. Besser gesagt: in diesem Fall von Leo ist die Handlung düsterer und weniger offensichtlich als in dem Vorgänger, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten und man hat als Leser selbst Raum um mitzurätseln. Dennoch behält Goga das ruhige an ihren Krimis, Verfolgungsjagden sind nicht zu erwarten – nach wie vor lese ich diese Bücher gerne nebenbei, weil sie entspannend und spannend sind.

THE VERDICT: Ein gelungener, vierter Teil, der durch einen reizvollen Fall in einem Berlin, welches sich im Umschwung befindet, besticht. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen: Cover

Liebster Award #3

Ahoi!

Ich arbeite gerade meinen Zettel an zu schreibenden Beiträgen ab, wollte mir aber wirklich Zeit für die Beantwortung dieser Fragen nehmen, um ein möglichst gutes Ergebnis dabei zu erzielen. Danke nochmal an die ganz wunderbare Koriandermadame von Zeit dass es Zeit wird (genialer Name, btw)!

Lieblingssong?
Schwierig. Tatsächlich höre ich seit einem halben Jahr mehr oder weniger regelmäßig viel von Keane, besonders „Somewhere Only We Know“ hat es mir sehr angetan! Gut, ich bin ehrlich: ich nerve wahrscheinlich meinen ganzen Freundeskreis damit, wie sehr ich dieses Lied feier. Zweiter Lieblingssong „Can’t Pretend“ von Tom Odell.

Lieblingsessen?
Nudeln, alles Mögliche mit Nudeln! Und natürlich ein richtig saftiger, frischer Burger.

Lieblingsbuch?
„Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Defintiv.
Ich liebe viele Bücher, z.B. „Große Erwartungen“ von Charles Dickens oder „Der Goldene Kompass“ von Philip Pullman (die übrigens beide bei mir rezensiert sind, falls jemand sie nicht kennt.

Lieblingsfilm/serie?
Downton Abbey und Sherlock. Diese Fragen sind ziemlich schwierig, also versuche ich einfach mit dem ersten Impuls zu antworten, denn ich binge (wenn ich mal keine Klausurphase habe) so einiges…

Lieblingsbild/foto?
Als große Kunstliebhaberin und Bewunderin könnte ich jetzt sehr viel aufzählen, aber mein Herz schlägt besonders für Portraits, deshalb wähle ich eins, das ich sehr bewundere: „Jenny Lind“ von Eduard Magnus. Es spornt mich an mit der Hoffnung, eines Tages selbst ein so gefühlvolles Portrait mit einer immensen Ausstrahlungskraft zu schaffen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Magnus_Jenny_Lind.jpg

Erste Erinnerung?
Ich habe keine Ahnung, sorry.

Lieblingsspruch/zitat?
„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“ – Theodor Heuss. Es hilft mir, mich daran zu erinnern, nicht so schwarzmalerisch zu denken.

Wie ehrlich bist du?
Bei Beantwortung dieser Fragen: absolut. Ansonsten: so ehrlich wie möglich und nötig. Ich denke, man tendiert häufiger dazu, sich auch selbst unbewusst zu belügen, ja, was ist schon wahr – daraus könnte nun eine ganz große philosophische Diskussion werden *lach*

Welchen Song assoziierst du spontan mit mir?
„Barfuß am Klavier“ von Annenmaykanereit, weil ich ihn vor ein paar Monaten auf meinem Blog gepostet habe und du ganz begeistert darüber warst, was mich sehr gefreut hat, weil ich jemanden inspirieren konnte!

Tipps für Neu-Blogger?
Ambitioniert und originell bleiben und  bei anderen Blogs vorbeischauen.

Stelle dir hier eine Frage deiner Wahl und beantworte sie! Was hörst du gerade?
Storms“ von Tom Odell (ich liebe ihn!!!)

Da dies schon mein dritter Liebster Award ist – was mich ziemlich erstaunt und auch berührt – werde ich nicht 11 Blogger markieren, da ich das schon Mal gemacht habe. Trotzdem ein ganz fettes Danke, an alle, die meinem Blog folgen und ihn lesen, weil mir das wirklich die Motivation gibt, unbedingt weiterzuschreiben.

Alles Liebe
Eure Katha

Liebster Award #2

Moinsen!

Auferstanden aus Ruinen… Nein, so fange ich lieber nicht an. Ich bin leider etwas untergetaucht in letzter Zeit und ich fürchte, ich werde nur spärlich in dem ersten Quartal dieses Jahres blogtechnisch tüchtig sein, denn ich muss meine Kräfte bündeln, weil ich nun im 4. und letzten Semester der gymnasialen Oberstufe angekommen bin… Urgs.

Wie dem auch sei wurde ich liebevoller Weise für einen Liebster Award nominiert und nehme mit Dank diese ziemlich gute Fragen an.

1. Welches Buch hat dich so aufgeregt, dass du es am Liebsten in die nächste Ecke gepfeffert hättest und was genau hat dich daran so genervt?

Allgemein hatte ich nie wirklich viel Glück mit meiner Schullektüre, obwohl ich echt gern lese, musste ich mich meist ziemlich mit den Werken, die er Rahmenplan vorsah, herumquälen, besonders grausam fand ich „Antigone“ von Sophokles, eine – ich entschuldige mich, dass ich Weltliteratur so beleidige – an der Nase herbeigezogene Tragödie mit einer Figurengruppe namens „Chor“, die das vermeintliche Geschehen erklären soll, es jedoch meines Erachtens nach nur sehr viel komplizierter macht.

Das zweites Buch ist“Red Riding Hood“ von Sarah Blakley-Cartwright – och verspüre bereits körperliche Schmerzen, dass ich für diesen Blödsinn auch noch Geld ausgegeben habe. Allerdings lernte ich dabei zwei Dinge: zum einen darf man sich wirklich nicht von einem Cover verzaubern lassen, noch sind Bücher ZUM Film eine gute Idee. Die moderne, blutrünstige, sexuelle Kreuzung zwischen Rotkäppchen und dem beliebten Spiel in großen Gruppen „Werwolf“las ich letztlich nur zu Ende, weil ich mir diesen absoluten Fehlkauf nicht eingestehen wollte. Seitdem traue ich Amazon-Rezensionen grundsätzlich nicht mehr. Flache, unsympathische Charaktere und ein Storyline, so einfältig, dass man sich fast schämt. Ich habe dieses Buch vor 4 Jahren gelesen und rege mich noch immer darüber auf, wenn sich die Gelegenheit bietet.

2. Wenn dein Leben ein Buch wäre, welchen Titel würde es tragen?

Sehr gute Frage, doch ehrlichgesagt klingt ein Titel so entgültig und vielleicht könnte man diesen erst am Ende des Lebens geben, es verändert sich so viel und ich bin noch zu jung um überhaupt zu wissen, wer ich bin und was ich werden werde. Deshalb vielleicht „Hier Titel einfügen“.

3. Dein Lieblingscharakter in der Serie, die du gerade schaust ist gestorben, schaust du trotzdem weiter?

Natürlich, sonst wären Game of Thrones und Downton Abbey ja absolut unerträglich für mich! Aus Spoiler-technischen Gründen kann ich leider nicht angeben, wer genau das ist, sonst verärgere ich noch Leser. Allerdings habe ich selten den einen Lieblingscharakter, also gibt es immer Alternativen. Außerdem finde ich es ein bisschen sinnlos, schließlich müssen Charaktere und die Geschichte sich entwickeln um eine gute Serie zu sein, weshalb es vielleicht auch notwendig ist, dass Charaktere sterben.

4. Ob filmisch, musikalisch, ein Erlebnis oder eine schöne Zeit: Was war dein Highlight im Jahr 2015?

Ich war am letzten Tag des letzten Jahres in der Oper „La Boheme“ mit meinem besten Freund, was ziemlich großartig und opulent war. Aber ich muss zugeben, dass ich in 2015 einige musikalische Highlights hatte, besonders das Mumford & Sons Konzert in der Waldbühne war atemberaubend gänsehautreich. Letztlich ist es für mich kein einzelnes Ereignis, sondern die Gefühle und Erinnerungen in einer Menge, die für mich diese Erlebnisse so besonders machen.

5. Worauf freust du dich im kommenden Jahr am meisten?

Puhh, schwer. Eigentlich grusel ich mich eher vor 2016, da es für mich ein sehr entscheidendes Jahr ist, weil ich Abitur machen werde. Entsprechend freue ich mich auf all die neuen Erfahrungen und dass Schule auch mal zu Ende seien kann, vielleicht freu ich mich auch einfach, weil ich überrascht werden werde.

6. Schaust du jeden Film zu Ende, auch wenn er dich tierisch langweilt?

Nein, ich habe schon ein paar abgebrochen, wie eine uralte BBC Verfilmung von „Northanger Abbey“, weil sie einfach unglaublich verstörend war. Manchmal ist meine Hoffnung, dass der Film noch gut werden würde allerdings dickköpfiger. Bei Büchern gebe ich deutlich schneller auf.

7. Worüber handelte dein erster Blogbeitrag und warum hast du dieses Thema, diesen Film oder dieses Buch etc. gewählt?

Ich glaube es war einfach nur ein Bild, dass ich gezeichnet habe und ein bisschen Geschreibe, wer ich bin und was das alles soll. Eigentlich war ich ziemlich ahnungslos, was ich schreiben soll, aber ich wusste, dass  ich etwas schreiben möchte. Nach und nach hat sich dann eine grobe Idee entwickelt.

8. Guckst du Filme lieber zu Hause auf der Couch oder im Kino auf der großen Leinwand?

Es kommt auf den Film an, einfaches Popkornkino genieße ich gern mit Kuscheldecke und Knabberzeug quer auf der Couch liegend, aber große Filme, auf deren Erscheinung ich mich schon länger freue, möchte ich gerne auf der großen Leinwand genießen. Allerdings bin ich mittlerweile auch etwas wählerisch, in welches Kino ich gehe, weil ich viel lieber in alten Kulturkinos bin, wo man noch ein richtiges, nostalgisches Flair hat, als in moderne High-Tech-Kinos. Deshalb schätze ich die Yorck-Gruppe auch.

9. Wo liest es sich am Besten?

In einem gemütlichen Ohrensessel – den ich leider nicht habe.

10. Welcher ist dein Lieblingscharakter aus Film und Fernsehen und warum trifft es genau diesen?

Puhhh, schwer. Ich liebe Tywin aus Game of Thrones total, gespielt von Charles Dance und Luke aus Gilmore Girls (hier sieht man mal, was für einen komischen Geschmack ich habe). Obwohl Tywin mehr oder minder eher böse ist, hat er einfach Stil und Werte, was ich ziemlich bewundernswert und toll finde in einer Serie, wo eigentlich jeder jedem am liebten den Kopf einschlagen möchte für den unbequemsten Stuhl der Welt. Seine Moral ist durchaus fragwürdig, aber mir gefällt, dass er kein flacher Charakter ist und spontan fällt er mir als erster ein.

Oh ja, und natürlich Sherlock aus „Sherlock“, gespielt von Benedict Cumberbatch, meine Güte, ich zitiere ihn manchmal sogar, wenn die Gelegenheit passt, so viel zynischen Humor ist schlichtweg göttlich!

11. Was ist dein sogenanntes Guilty Pleasure?

Schokolade… Zu viel Kaffee…

Da ich schon einmal an einem Liebster Award teilgenommen habe (Liebster Award No 1 – hui, da war ich aber noch eine ganz andere Person!), werde ich nicht nochmal Blogger nominieren, allerdings möchte ich mich an dieser Stelle bei Gina von Passion of Arts bedanken für die Nominierung, die mich wirklich ehrt. Ihren Liebster Award Artikel findet ihr hier.

Ich hoffe, dass du, mein lieber Leser, gut ins neue Jahr 2016 gerutscht bist! In diesem Sinne: Winter is coming, see you soon (hopefully).

Love, Katha

November #15 Faves

Der Klausurmonat November bot natürlich nur ziemlich schlecht an, neue Dinge zu entdecken und da ich einen Teil des Monats auch nur damit verbrachte krank im Bett zu liegen, prägte das entsprechend meine Auswahl.

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1. Greenfield „Festive Grape“ Herbal Tea
Irgendwann hatte ich die Nase voll von den ganzen Kräutertees und stellte für mich fest, wie erfrischend und wirklich voll dieser Früchtetee mundet. Er kommt in sehr feinen Teebeutelchen (Qualität!) und hat einen frischen, aber gleichzeitig fruchtig-intensiven Gschmack und entzückt mich immer wieder.

2. „Spectre“
Nachdem ich vor ein paar Jahren mit „Skyfall“ auch von James Bond gecatcht wurde und erst neulich die Miniserie „Fleming“ gesehen hatte, die das Leben des Erschaffers der Kultfigur darstellt und mir übrigens sehr gefallen hat (BBC enttäuscht selten), war ich sehr neugierig auf den neuen Bond. Weil die Überraschug und der Kritikpunkt auf den inhaltlichen Seite liegt und ich spoilern müsste, um mich darüber aufzuregen, möchte ich nur so viel sagen, dass „Spectre“ sehr eigen ist. Natürlich kommen die üblichen Bond-Elemente, die wir lieben: Product Placement (Aston Martin, Sony usw), Verfolgungsjagden, sinnlose und rohe Gewalt, Explosionen, Daniel Craig im Anzug, Ralph Fiennes mit Nase, Ben Whishaw als nerdy Q, ein toller Bösewicht und selbstverständlich Girls. James Bond ist defintiv Unterhaltung, „Spectre“ hat nicht den Sinn, irgendwie realistisch zu sein. Dennoch hat lässt der Film viele Fragen offen und ist weniger elegant englisch als Skyfall, sondern etwas durcheinander im Plot und überraschend „romantisch“ – was ich Fehl am Platz fand.

3. Stieg Larsson „Verblendung“
Grob gesagt: dieser Thriller ist den Hype absolut wert, ein wunderbarer Roman, stimmig, fesselnd und von einer ruhigen, wohl geschliffenen Eleganz. Ich besitze noch die alte Ausgabe, die neue hat ja ein sehr kitschiges Cover mit silbrigen Schnörkeln, was ich schade finde. Die ganze Rezension (die ganze Begeisterung also) gibt’s hier.

4. Kette mit Anhänger
Diese habe ich vor ein paar Jahren von einer Freundin geschenkt bekommen und trage sie gerne zu unifarbenen Pullovern, besonders zu meinem petrolfarbenen Wollpulli, der kleine glitzerne Anhänger gibt dem ganzen etwas Schwung.

5. Skat-Karten
Ich habe meine Liebe zum Kartenspielen entdeckt!

6. Essie Unterlack „Help me grow“
Meine Nägel sind relativ empfindlich und haben, als ich noch keinen Unterlack verwendet habe, einen leciht gelblichen Ton angenommen, sind ständig abgebrochen und der Lack hielt selten mehr als 3 Tage.
Seit gut 1,5 Jahren benutze ich nun diesen Unterlack und liebe ihn! Nach einer Odysee durch die Unterlacke von Essie, bin ich bei diesem hängen geblieben und liebe ihn: kräftigere Nägel, keine Verfärbung, Lacklebenszeit verlängert.

7. Catrice „Black to the Routes“ No. 39
Gute Pigmentierung, intensives Schwarz. Ich bin nicht so ein Fan von dem Pinsel, aber ich mag gerade einfach schwarzen Nagelllack.

Ansonsten…

  • …durchlebe ich gerade einen ganz schlimmen Fall von Binge-Watching der Serie „Game of Thrones“.
  • … liebe ich die Video-Reihe „100 Years of Beauty„, besonders das für Deutschland finde ich überaus gelungen. Unbedingt ansehen!
  • … höre ich gerade viel Coldplay, z.B. „Fix you
  • … und habe einen alten Lieblingssong wiederentdeckt: „Crossfire“ von Brandon Flowers. Ich liebe diese Songzeile „We’re caught up in the crossfire between heaven and hell“, das Lied hat etwas merkwürdig philosophisches.

Love, Katha

Media Monday #230

Moinsen!

Nach einem halb erholsamen, halb schulisch anstrengendem Wochenende und jetzt zum Ende der Rudersaison (endlich!), freue ich mich, mal wieder meinen Senf zum Media Monday geben zu können.

Media Monday #230

1. Einer der Zeichentrickfilme meiner Kindheit/Jugend ist defintiv „Anastasia“, die süße, historisch absolut inkorrete, aber dennoch bezuabernde Geschichte um die letzte Romanov ist wunderschön und ich kann sie immer wieder sehen!

2. Der neue Bond – wird am kommenden Freitag gesehen, solang geb ich noch keinen Senf .

3. Die Besetzung in „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp wirkt auf mich wie ein recht plumper Kunstgriff, um den Film, dessen Story eher mittelmäßig ist, schön zu verpacken und für das Mainstreampublikum tauglich zu machen.

4. Von der anfänglichen Faszination für „Breaking Bad“ ist leider nicht viel übrig geblieben, irgendwie konnte mich die Serie nicht greifen.

5. Das Buch „Anna Karenina“ würde mich ja schon reizen, wenn es nicht so ein dicker Schinken wäre und ich mich überwinden könnte. Ein weiteres Buch auf diese Liste ist „Der Turm“.

6. Joshua Jackson hat ja schon in zahlreichen Serien mitgewirkt, jedoch ist er  in „Fringe“ am besten aufgehoben. Vielleicht denke ich das auch nur, weil er mir dort als erstes begegnet bin, aber ich finde ihn einfach toll!

7. Zuletzt habe ich sehr regelmäßig Pizza gegessen und das war wundervoll, weil ich furchtbar faul gelaunt war und Pizza natürlich imemr geht.

Jetzt kann die Woche beginnen – vielleicht mit noch mehr Pizza…

Love, Katha

Media Monday #228

Moinsen!

Da bin ich wieder, irgendwo keuchend und hustend vom Rudertraining, fast ertrunken in meiner Schularbeit, kam das leise Schuldgefühl mit der Sehnsucht auf, endlich wieder zu bloggen.

Media Monday #228


1. Eine der erschreckendsten Zukunfts-Dystopien ist das Zukunftsszenario in „Cloud Atlas“. Menschen, die hergstellt werden, um zu arbeiten und nach 12 Jahren Dienst kompostartig zum Futter der neu entstehenden Menschen gegeben werden – das ist doch abartig.Ich finde allgemein Dystopien ziemlich erschreckend und gruselig, weshalb ich sie auch nur in Maßen ertrage. Natürlich ist z.B. „Matri“x absolut genial, und ebenfalls die „Tribute von Panem“ haben mich ziemlich schockiert vom Konzept – aber allgemein gesagt bin ich nicht so bewandert in diesem Genre.

2. Bei Patrick Süßkind gibt es immer wieder ungemein charismatische Bösewichter, wie Jean-Baptiste Grenouille . Seuftz, was für eine faszinierende Gestalt, irgendwie hat er etwas unglaubliches an sich, vielleicht nicht charismatisch, doch einen irgendwie nicht loslassend.

3. Bei „Birdsong“ hatte ich wohl eine völlig falsche Erwartungshaltung, denn irgendwie hatte mich der Trailer glauben lassen, es sei eine ganz hübsche Liebesgeschichte im Setting des Ersten Weltkriegs (also ein ziemlich perfekter Film für mich) – falsch gedacht. Tatsächlich war das teils 3 Stunden ziemlich grausamer, langatmige Schlachtszenen…

4. Ist ja toll, was technisch heutzutage alles möglich ist, aber eine Verfilmung des „Schatten des Windes“ haben sie immer noch nicht möglich gemacht! Dabei braucht man dazu kein großen High-tech-Tra-ra und die Story ist einfach wundervoll.

5. Wäre doch klasse, wenn Blogs auch mal eine Messe hätte. Einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse für Buchblogger – oder gibt’s das etwa auch schon? Wäre doch ein schöner Diskutierzirkel.

6. „Northern Lights“ (dt. „Der Goldene Kompass“) war als simple Urlaubslektüre o.ä. gedacht, doch schon sehr schnell war ich verzaubert von der wunderbaren, magischen Welt von Lyra und ihren Dämonen. Seitdem liebe ich diese Geschichte, meine Rezension dazu findet ihr hier.

7. Zuletzt habe ich tatsächlich mal entspannt und das war absolut nötig, weil ich das Gefühl habe, ständig unter Strom zu stehen (ich gebe zu auch Schuld daran zu sein) und so verbrachte ich ein stressfrei-ruhiges Wochenende vor meinem Fernseher und fern von der Außenwelt und jederlei negativer Energie.

Love, Katha

Media Monday #225

Moinsen!

Nach etwas längerer Abstinenz komme ich dank der Ferien endlich wieder dazu, etwas für meinen Blog zu leisten!

Media Monday #225

1. Mit den Filmen mit Kirsten Stewart kann man mich ja echt jagen, denn dieses leere, blasse und stets gleich glotzende Gesicht ist derartig nichtssagend, dass es mich schon wütend macht!

2. Der Trailer zu „Suffragette“ hat mich total gepackt, ich kann es kaum erwarten, diesen Film zu sehen. Es ist natürlich auch die faszinierende Besetzung aus Meryl Streep und Carey Mulligan,meine Begeisterung für diese Epoche, aber vor allem dieses bewegende und so bedeutende Thema für die ganze Menschheit.

3. „Dido Elizabeth Belle“ braucht sich nicht vor einschlägigen Genre-Vertretern zu verstecken, schließlich ist dieser Film nicht der  typische Kostümfilm inklusive Liebesgeschichte, den man vielleicht erwarten mag, sondern bietet historisch als auch menschlich viele Werte. Wer mehr erfahren will, findet meine Rezension hier.

4. Während mir „Die Chroniken von Narnia“ mir  ja noch richtig gut gefiel, war der Nachfolger „Prinz Kaspian von Narina“ ein fades Remake des ersten Teils.

5. Der Horroctober ist im vollen Gang. Ich für meinen Teil bekomme schon schizophrene Zuckungen, wenn ich daran denke, was unsere Lehrer uns alles über die Ferien aufgegeben haben.

6. Von der Bildsprache her ist „Far from the Madding Crowd“ bzw „Am Grünen Rand der Welt“ einfach nur wunderschön , denn diese Mischung aus gefühlvollen Blicken und der wilden, südenglischen Landschaft sättigt das Auge auf eine unglaubliche Weise. Der Film ist so schön gemacht, meine Rezension findet ihr übrigens hier.

7. Zuletzt habe ich „Die Verurteilten“ gesehen und das war beeindruckend, weil ich merkwürdigerweise nie etwas von diesem traurigen, nachdenklichen und sehr gut gespielten Film gehört habe, allerdings auch nicht gedacht hätte, dass mich ein Gefängnisfilm so sehr beeindrucken würde.

Love, Katha

The Imitation Game

DT: The Imitation Game – ein streng geheimes Leben
OT: The Imitation Game
Drama: Thriller, Historiendrama
Cast: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode, Mark Strong, Allen Leech, Charles Dance
Regie: Morten Tyldum
Drehbuch: Graham Moore (auf Grundlage von Andrew Hodges‘ „Alan Turnig – Enigma“)
Musik:
Alexandre Desplat
Erscheinungsjahr:
2014
Länge:
ca. 113 Minuten
FSK:
12 Jahre

„The Imitation Game“ handelt von der Geschichte des britischen Mathematikers und Kryptoananalytikers Alan Turning, basierend auf der Biografie „Alan Turing – Enigma“ des britischen Mathematikers Andrew Hodges. Der Film wird auf drei Zeitebenen, Alans Kindheit in King’s College (1927, Cambridge), dem zweiten Weltkrieg (1939) und die kriminalistische Aufarbeitung seiner Vergangenheit (1951), die nicht chronologisch sind, sondern in Rückblenden oder vorausschauend gezeigt werden, erzählt. Der wichtigste Part ist natürlich das Entwickeln der Turning-Bombe in Bletchley Park mit Hilfe von Hugh Alexander, Joan Clarke, Peter Hilton und John Cairncross um Enigma zu knacken.

Besonders über die Besetzung habe ich mich sehr gefreut, da einige Schaupieler, die ich sehr mag und ich mir gut für die Rollen vorstellen konnte, dabei sind.
Hierbie spielt ein sehr überzeugender und authentischer Benedict Cumberbatch die Rolle des Alan Turing. Natürlich ist es immer schwierig, eine Biografie zu verfilmen, ob die Person exakt so war, oder ob in das Drehbuch viel zu viel hineininterpretiert wurde, kann ich nicht sagen. Dennoch muss man anmerken, dass die Rolle sehr glaubhaft und hervorragend geschauspielert wirkt, besonders die Emotionen und der hochgradig interessante Charakter Turings, ziehen einen in den Bann. Allerdings muss ich mich auch als etwas voreingenommen bekennen, da ich ein sehr großer Benedict Cumberbatch-Fan bin.
Auch Keira Knightley, die ich ebenfalls sehr schätze, spielt ihre Rolle der Joan Clarke emotional und mit Überzeugungskraft. Was mich etwas überraschte, war das doch sehr enge Verhältnis der beiden zueinander, von welchem es auch in der Biografie Turings hieß, dass es nicht so innig gewesen sei wie dargestellt, was mich etwas störte.
Ebenfalls gefreut habe ich mich über Mark Strong, der Major General Stewart Menzies spielt, da er auch hier mal wieder in der Rolle des strengen, ausnahmsweise nicht ganz so bösen, aber etwas unheimlichen Chiefs des MI6 brilliert.

Der Score gehört zu meinen absoluten Highlights des Filmes – aber was kann man schon bei Alexandre Desplat erwarten? Er leistet wieder durch charakteristische, den Film sehr gut unterstreichende Themen, Spitzenarbeit. Das Hauptthema „The Imitation Game“ ist ein wunderbares Zusammenspiel aus engergie- und spannungsgeladenen Komponenten, die unter andrem an das Tippen einer Enigma-Maschiene erinnern, im Einklang mit emotionalen Streichern und tiefen Tönen, welche die hoffnungsvollen, spannenden Szenen wundervoll unterstreichen. Dazu laute Töne, um die Wirren und Bomben des Zweiten Weltkrieges darzustellen. All dies, ohne langweilig oder wiederholend zu wirken. Vielleicht kein Soundtrack für zu Hause zum Nachhören, aber makellos geschneidert für diesen Film.

Ich mag den Film an sich wirklich sehr, betrachtet man ihn als fiktives Werk, ist er in sich weitestgehend schlüssig und hervorragend, leider gibt es einige inhaltliche (z.B. im Bezug auf die Turning-Maschine) und historische Fehler, welche die Grandiosität verpfuschen. Zum einen, wie bereits erwähnt, das innige Verhältnis zu Joan Clarke, zum anderen die Zusammenarbeit John Cairncrosses und Alan Turnings, die für hochgradig unwahrscheinlich gehalten wird, hier aber direkt als im „Team“ eingebunden dargestellt wird. Im Übrigen wird auch Tipp-Ex verwendet, den es damals allerdings noch nicht gab. Auf der anderen Seite ist dies natürlich ein Historienfilm und keine Dokumentation, einige Dinge werden etwas massentauglicher gemacht, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst wissen. Ich betrachte es mit Zähneknirschen, da mir das Einbinden John Cairncrosses etwas Magenschmerzen bereitet.

THE VERDICT: Mir fällt es ziemlich schwer eine Bewertung zu schreiben, denn aus der anfänglichen Euphorie ist Nachdenklichkeit geworden. Ich erachte es als schwierig, eine Biografie zu verfilmen, umso trauriger sind die enthaltenen Fehler, die ich in meiner Wertung berücksichtigen muss. Dennoch ist natürlich kein Historienfilm perfekt und wahrscheinlich sollte man auch nicht mit dieser Erwartung ins Kino gehen – dafür gibt es die Biogarfie. Die hervorragende schauspielerische Leistung aller Schauspieler und insbesondere Benedict Cumberbatchs und der emotionale und spannungsgeladene Soundtrack machen allerdings die kleinen Fehler nicht wett, weshalb ich nicht die volle Punktzahl geben kann. Deshalb sind  es nur 9 von 10 Sternen – allerdings empfehle ich, ihn zu sehen und sich selbst, ein Bild zu machen.

Love, Katha

P.S. Ich empfehle ihn im Orignialton zu sehen, um in den Genuss Benedict Cumberbatchs Stimme zu kommen!

November #14 Faves

Moin Moin!

Es ist tatsächlich unheimlich, wenn ich daran denke, dass der kommende Monat bereits der letzte dieses Jahres seien wird. Auf der anderen Seite ist es auf seine Weise auf erfreulich zu betrachten, dass ich bereits seit über einem halben Jahr schreibe und es mir unfassbaren Spaß macht.

Nun denn, dieser Monat war relativ stressig, Klausuren hier und da, Termine und Ereignisse. Hier eine kleine Auswahl:

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1. After Eight

Ich weiß gar nicht so recht, ob diese Schokolade als Herren oder Omaschokolade gilt, aber es ist mir wurstpiepegal, denn sie ist grandios: Pfefferminzcreme, umgeben von hauchdünner, dunkler Schokolade. Zugegebenerweise etwas (zu) süß, aber richtig lecker!

2. Chanel Nagellack No. 555 „Blue Boy“
Ein leicht gräuliches Blau, etwas einen Sturmhimmel erinnernd – die Farbe ist unfassbar schön, der Preis unfassbar unverschämt. Ich besitze den Nagellack schon ein Weilchen und anders als gewisse Nagellacke von YSL nicht nach 2 Jahren urplötzlich erst solartig wird und dann eintrocknet. Allerdings lohnt es sich nur ihn mit Unterlack (und wahlweise auch Überlack) zu tragen, da die Haltbarkeit nicht so exorbitant ist, wie man es verlangen müsste. Der Witz ist vielmehr, dass ich nicht nur diese grandiose Frage, sondern auch den Namen liebe, da ‚Boy‘, Coco Chanels große Liebe war. Das Packaging ist sehr schön und 13ml eigentlich ganz ordentlich.

3. Jane Eyre DVD

Die Verfilmung des Klassikers von Charlotte Brontë ist recht gelungen! Wunderbarer, leidenschaftliche Musik, hervorragende Schauspieler in den Hauptrollen (Michael Fassbender als Rochester) und eine mysteriöse, zeitlose Geschichte. Die Ausstattung der DVD enthält des weiteren den Audiokommentar, Interviews, Trailer und Making Of. Die vollständige Rezension folgt hier.

4. Paperblanks Micheangelo Handwriting Mini
Ich könnte glatt eine Liebeserklärung an die Paperblanks Notizbücher schreiben, denn ich liebe sie von ganzem Herzen. Dieses kleine, unlinierte bekam ich von einer Freundin vor längerem zum Geburtstag. Was ich besonders an Paperblanks schätze, ist die Qualität: schöne Verarbeitung und gutes (halbwegs umweltfreundliches) Papier. Es gibt verschiedenste Kollektionen, von Manuskriptdesignen (wie dieses) zu floralen Mustern usw. Preiswert sind sie leider nicht, meiner Auffassung nach lohnt es sich für Vielschreiber!

5. Poetry Slam
Dank meiner besten Bloggerfreundin Charlie @ KeineZeitFürLangeweile, sah ich das erste Mal in meinem Leben Live Poetry Slam. Wer in Berlin oder Umgebung wohnt, dem kann ich den Havel Slam bzw. den Potsamer Poetry Slam empfehlen. Wir waren beim Halbfinale der Berlin-Brandenburg-Meisterschaft und bis auf einen fand ich alle grandios, leider kann ich also keine Aussage dazu treffen, wie ’normale‘ Veranstaltungen sind. Es wird aber sehr viel Gelacht, nachgedacht und reflektiert, viele der Texte sind nämlich so grundlegend philosophisch, wie sie urkomisch sind.
Das einzig negative sind die echt überteuerten Getränkepreise und es war so voll, dass wir auf dem Boden des Waschhauses an die Wand gelehnt hocken durften (und mein Hintern tat mir am Folgetag noch immer weh) – natürlich muss man eigentlich nichts sehen, es geht schließlich um das hören, aber bei dem nicht ganz so günstigen Eintritt, wäre zumindest ein Sitzplatz drin gewesen.

Love, Katha

Kein System ist sicher

OT: Who am I
Genre: Thriller
Cast: Tom Schilling, Elyas M’Barek, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot Jr., Hannah Herzsprung
Regie: Baran bo Odar
Drehbuch: Baran bo Odar
Musik: Michael Kamm
Erscheinungsjahr: 2014
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Ich muss sagen, dass ich gewisse Vorurteile gegenüber von deutschen Filmen habe, ich sehe zwar gerne den Tatort, aber darauf beschränkt es dich dann auch schon. Die Gelegenheit, mir den Film anzusehen, kam eher spontan, ich ward eingeladen und bin einfach komplett ohne Vorkenntnisse ins Kino gegangen – um überrumpelt zu werden.
Ich liebe Tom Schilling und Antoine Monot, Wotan Wilke Möhring wird für mich leider eher ein Schauspieler für Romanzen bleiben, leistet aber souveräne Arbeit.

Die Hackerwelt wird wie eine U-Bahn dargestellt, so dass wenn Clay und MRX aufeinandertreffen, immer diese dunkle, unheimliche U-Bahn gezeigt wird – eine sehr spannende Idee und auch die Umsetzung fand ich rein optisch wirklich gut gelungen.

Der Soundtrack ist sehr modern, besteht hauptsächlich aus irgendwelchen Alternative-Rock-Songs und Elektro, entspricht keineswegs meinem Geschmack, unterstreicht den Film aber durch die Schnelligkeit und gibt gewissen bekifften Szenen den finalen Touch *haha* Als ein Laie in der Computerwelt, der schon mit HTML überfordert ist, kann ich natürlich nichts zur Authenzität sagen, muss aber gestehen, dass ich diesen Film besser verstanden habe, als Inside Wikileaks – insofern ein Pluspunkt.

[SPOILER] Das einzige, was mich an dem Film leider etwas stört, sind gewisse Logiklücken, wie beispielsweise die Enttarnung von MRX. Dieser Hacker schaffen es durch die absurdesten und besonders für Internetlaien unverständlichsten Methoden unerkannt zu bleiben – sind aber nicht schlau genug, um eine Webcam abzukleben? Natürlich kann die Arroganz, man habe als ein Hacker wie MRX dies gar nicht nötig, aber etwas dumm finde ich das schon.

THE VERDICT: Ein wirklich gelungener Film, spannend, energiegeladen und gut umgesetzt! Es ist nicht ganz mein Genre, aber zur Unterhaltung und abendlichem Popkorn-Kino ist er perfekt! Deshalb: 6,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Ondine

OT: Ondine
DT: Ondine – das Mädchen aus dem Meer
Genre: Romanze
Cast: Colin Farrell, Alicja Bachleda-Curus, Stephen Rea
Regie: Neil Jordan
Drehbuch: Neil Jordan
Musik: Kjartan Sveinsson
Erscheinungsjahr: 2009
Länge: ca. 111 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Dem irischen Fischer Syracuse geht eines Tages ein zauberhafter Fang ins Netz: Eine wunderschöne Frau, scheinbar ohne Vergangenheit, die bald seine Sinne und Gefühle beflügelt. Nicht nur Syracuse beginnt sich langsam Fragen über seinen geheimnisvollen Fang zu stellen, sondern auch seine Tochter ist der Wahrheit auf der Spur: Ist Ondine, das Mädchen aus dem Meer, tatsächlich eine Meerjungfrau? Eine geheimnisvolle Geschichte zwischen Krimi und Märchen beginnt sich zu entwickeln.

Der Film beginnt damit, dass Syracuse (Colin Farrell),genannt Circus angelehnt an siene Alkoholiker-Zeit, in seinem Kutter das Netz einrollen lässt und urplötzlich eine junge Frau in diesem liegt – und er bemerkt, dass sie wohl noch lebt. Er möchte ihr helfen, schlägt er Frau vor, sie in ein Krankenhaus zu bringen, doch sie wehrt panisch ab, denn sie möchte bloß nicht gesehen werden. Hier wird etwas offensichtlich, dass es irgendwo im Film eine Art „großes Geheimnis“ geben wird, aber das macht nur neugierig.
So kommt es, dass er sie in einem abgelegen Haus am Meer versteckt, in dem einst seiner Mutter wohnte.
Die Geschichte ist jedoch weniger kitschig, als der Trailer erwarten lässt (ist aber dennoch kitischig). Die Welt des kleinen irischen Dorfes hat etwas einsames, düsteres und trauriges, was besonders durch die etwas stark kontrastierte Bild verdeutlicht wird, dazu kommt eine ruhige Musik, die den Film angenehm unterstreicht. Man wird eher mit traurigen Tatsachen konfrontiert, z.B. der Nierenkrankheit seiner Tochter Annie, die regelmäßig zur Dialyse muss und im Rollstuhl sitzt. Um sie während der langen Wartezeit zu beschäftigen, erzählt er ihr die Geschichte von einer Frau, die einem Fischer ins Netz gegangen sei. Annie wird neugierig und fängt an, sich mit dem Selkie-Mythos zu beschäftigen.
Unterdessen lernen sich Syracuse und Ondine besser kennen – bis eines Tages ein fremder Mann im Dorf auftaucht und ihre Welt durcheinander bringt.

Ich hatte bisher nicht so großartige Erfahrung mit Colin Farrell (ich denke an gute drei Stunden Ödnis ist „Alexander“) , so dass dieser Film eher eine positive Überraschung war.

Was ich an dem Film zu bemängeln habe, ist eigentlich ein wenig der Aufbau der Liebesgeschichte: nun gut, sie begegnen sich, er rettet ihr Leben und irgendwie ist offensichtlich, dass die beiden sich verlieben müssen, aber anders als in anderen Filmen wird nicht deutlich, weshalb eigentlich. Ein Beispiel: Mr Rochester liebt Jane für ihren Scharfsinn, bei Gus und Hazel werden Gemeinsamkeiten deutlich, Lady Maud und Walter von Ulrich haben ähnliche Weltanschauungen usw. Aber hier in Ondine ist es etwas, als wären beide zur selben Zeit am selben Ort und ja. Dadurch verliert der sonst auch recht melancholische Film auf eine traurige Weise sein Hauptthema – etwas enttäuschend, da ich Neil Jordan eigentlich ganz gut finde.

THE VERDICT:
An sich ist es eine wirklich schöne Idee und auch die melancholisch-traurige Umsetzung mit dem irischen Setting ist gelungen, bloß empfinde ich die Liebesgeschichte als etwas flach und nicht ganz überzeugend, deshalb: 4,5 von 10 Sternen. Eigentlich Schade.

Love, Katha

Parade’s End

OT: Parade’s End
DT: Parade’s End – Der letzte Gentleman
Genre: Historienfilm, Drama
Cast: Benedict Cumberbatch, Rebecca Hall, Adelaine Clemens, Rupert Everett
Regie: Tom Stoppard
Drehbuch: Tom Stoppard
Musik: Dirk Brossé
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: 6 Folgen á 45 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

England kurz vor dem Ersten Weltkriegs: Der britische Aristokrat und Gentleman alter Schule Christopher Tietjens (Benedict Cumberbatch) heiratet die schöne, aber durchtriebenede Sylvia (Rebecca Hall). Obwohl Sylvia sich in Liebschaften stürzt und Christopher nicht sicher sein kann, dass das gemeinsame Kind von ihm stammt, hält er die Ehe mir ihr aufrecht – bis zu jenem Tag, an dem er der jungen und ungestümen Valentine Wannop (Adelain Clemens) begegnet. Doch nicht nur seine Gefühlswelt gerät mit einem Mal ins Schwanken, auch das noch junge Jahrhundert befindet sich mit dem einsetzenden Krieg im Umbruch… [Klappentext]

Nun lässt sich sagen, dass der Trailer und dieser Klappentext zunächst kitschig und deutlich überdramatisert klingen, als es der Film an sich ist. Denn die Grundstimmung ist eine ruhige, vielleicht etwas traurige. Dies wird besonders schön durch das von Dirk Brossé komponierte Thema unterstrichen: es besteht aus einem Pianostück, welches von Streichern untermalt wird und sich durch den ganzen Film mit einem ungeheuren Wiedererkennungswert aber doch schlichter Schönheit schlängelt.

Als großer Cumberbatch Fan bin ich natürlich etwas befangen, aber alle Male begeistert. Er spielt die Rolle des Christopher Tietjens ultra ur-englisch und sehr elegant. Ein Mann, der zu Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs und Modernisierung auf die alten Werte beharrt und stehts bemüht ist, das absolut allerrichtigste zu tun – ein komplettes Spiegelbild seiner Frau. Und wie ich Rebecca Hall in dieser Rolle liebe! Voll Feuer, Arroganz, einer gewissen verzweifelten Dummheit und Schönheit präsentiert sie die Rolle Sylvias.
Wer den Film bereits gesehen hat, dem wird jedoch auffallen, dass Benedict Cumberbatch irgendwie imemr auf seinem Schmollmund rumkaut oder irgendwie sonstige Absurditäten mit seinem Mund anstellt, was nicht stört, aber ab und zu echt komisch ist.

In gewisser Hinsicht kann man den Film als Reise von Tietjens betrachten, dass er die Augen vor bestimmten Dingen öffnet, ein Nachdenkspiel über neue und alte Werte in der Umbruchsgesellschaft. Demnach hat der Film etwas sehr trauriges, dramatisches. Jede Figur macht eine Wandlung durch, sogar Sylvia wird urplötzlich zurückgezogen christlich – fragt sich nur, ob das ihren Mann zurückholt.
Wo wir bei der jungen Valentine wären, eine Suffragette, ein wenig antagonistisch gegenüber von Christopher. Müsste man meinen?! Sie ist noch unerfahren im Leben und weiß auch nicht ganz, wohin sie möchte, doch dann überrumpeln sie die Gefühle. Der einzige Nachteil, den ich an der Besetzung bei Adelaine Clemens sehe, die wirklich gut spielt, dass sie erschreckend an Carey Mulligan erinnert!
Christopher, der rationale Mensch, der irgendwo in seiner Tiefe Gefühle unterbindet und die romantische Valentine. Natürlich ist die Storyline hinsichtlich dessen etwas offensichtlich, was meines Erachtens aber nicht stört, das der Film bzw. die Miniserie dadurch nicht weniger spannend wird.
Wo wir beim nächsten Punkt wären: die Verfilmung der Tetralogie Ford Madox Fords ist in 6 Folgen eingeteilt, was den Spannungsbogen ab und an wirklich anhebt. Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich so gepackt war, dass ich 5 Folgen am Stück gesehen habe und mich nur die Zeit daran gehindert hat, die letzte erst am Folgetag zu sehen.

Optisch – BBC Niveau wird in aller Gänze erfüllt! – ist es selbstverständlich ein Hochgenuss: schon den Einstieg liebe ich über alles, wie die Kamera über ein prächtiges Zimmer fliegt, mit alten Möbeln, Kronleuchter… Toll! Ich zu meinem Teil habe den Roman nicht gelesen, vielleicht werde ich es irgendwann tun, somit versuche ich, wie auch sonst immer, den Film mehr oder weniger als Einzelwerk zu betrachten!

THE VERDICT: Alles in einem bin ich überwältigt, absolut begeistert und lege diesen Film bzw. diese Miniserie jedem ans Herzen, weil sie definitiv zu meinen Lieblingsfilmen zu zählen ist.
10 von 10 Sternen. Epischer wird’s nicht.

Love,  Katha

Einer wie keiner

DT: Molière
OT: Molière
Genre: Kostümfilm, Komödie
Besetzung: Romain Duris, Fabrice Luchini, Laura Morante, Édourad Baer, Ludivine Sagnier
Regie: Laurent Tirard
Drehbuch: Laurent Tirard, Grégoire Vigneron
Musik: Frédéric Talgorn
Erscheinungsjahr: 2007

Der Beginn dieses Filmes ist grandios: Barocke Stoffe werden gezeigt, wie sie sich leicht bewegen, dazu eine Streichermelodie und in einer alten Schrift die Namen der Darsteller, die Musik wird allmählich lauter, fließt zusammen und ergibt hinter einem prachtvollen Stoff mit verschnörkelten Buchstaben das Wort: Molière.
Gut, ich bin unfähig es zu beschreiben, aber im wesentlichen ist zu sagen, dass es grandios gestaltet ist!

Der französische Dramatiker Jean-Baptiste Poquelin – besser bekannt als Molière – (Romain Duris) wird auf Grund seiner Schulden ins Gefängnis geworfen, die Lage scheint ziemlich aussichtslos, bis der Kaufmann Jourdain (Fabrice Luchini) sich dazu bereiterklärt, seine Schulden zu bezahlen – im Gegenzug soll er Jourdain in den Künsten des Theaters unterrichten, denn er möchte die Gunst der jungen Witwe Célimène (Ludivine Sagnier) erwerben. Jourdain ist jedoch verheiratet und damit der ganze Schwindel nicht auffällt, muss sich Moliere als vermeintlicher Priester und Hauslehrer Tartuffe ausgeben, was jedoch seiner Frau Elmire (Laura Morante) ganz und gar missfällt und so landet er plötzlich ungewollt in einem Abenteuer zwischen Schwindel, Theater, Liebe und Betrug.

Natürlich gibt es noch weitere Probleme: Die Tochter Jourdains verliebt sich in einen jungen Mann, obwohl sie einen anderen heiraten soll, Jourdain wird von seinem vermeintlichen besten Freund ausgebeutet, Celimène ist ein wahres Biest und kann ihn gar nicht leiden – was Jourdain gar nicht weiß – , Molière muss irgendwie den Schwindel aufrechterhalten, verliebt sich aber in Elmire usw.
Natürlich klingt das alles zusammengeworfen ganz schön kitschig und ab und an ist der Film auch recht offensichtlich, aber das macht nichts aus. Es ist ein Wohlfühlfilm, wo man sich amüsiert, eine Komödie eben mit einigen ernsten Elementen. Man hat ziemlich viel Spaß und es gibt etliche urkomische Momente.
Die Kostümierung und die Möbel sind total klasse und dies vereint mit der sehr authentischen, barocken Musik lässt die Optik des Filmes glänzen!
Zudem ist „Molière“ mein erster Film mit Romain Duris gewesen, mit welchem ich seit je her ein sehr enges Verhältnis führe und etliche seiner Filme gesehen habe, weil ich ihn sehr überzeugend und lebendig finde. Auch Fabrice Luchini spielt toll, er ist ja mehr oder weniger in absolut jeder französischen Komödie unterwegs (was ich beim Erstsehen jedoch nicht wusste), was eventuell etwas lästig sein könnte für diejenigen, die häufig franzöische Komödien sehen. Es hat etwas von Dauerbeschallung, auch wenn er ein guter Schauspieler ist.

Ich weiß nicht, ob ich die einzige mit dieser seltsamen Angewohnheit bin, aber wenn es mir schlecht geht, sehe ich gern einen meiner Lieblingsfilme, der mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, egal wie oft ich ihn sehe. Abgesehen davon ist es für mich ein wichtiges Kriterium, um einen Film gut zu finden, dass er eine Vielzahl an Emotionen auslösen kann und einen in eine andre Welt katapultiert und das kann „Molière“ alle mal! Man lacht sich weg, bis die Balken biegen, fiebert mit, glaubt kaum, was für Unsinn es gibt, ist jedoch irgendwie auch traurig und berührt.

THE VERDICT: Eine Tragikomödie von wunderbarer Qualität und ohnegleichen, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Prädikat Episch, 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

134 Minuten des Leides

DT: 12 Years a Slave
OT: 12 Years a Slave
Genre: Historienfilm, Drama
Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Lupita Nyong’o, Paul Giamatti, Brad Pitt
Regie: Steven McQueen
Drehbuch: John Ridley
Musik: Hans Zimmer
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Saratoga/New York, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, schöpft Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff Richtung Louisiana wiederfindet! Jeder Hinweis auf seine verbrieften Freiheitsrechte verhallt ungehört: Solomon wird verkauft und muss unter schlimmsten Bedingungen Fronarbeit leisten. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben… Wird er seine geliebte Familie jemals wiedersehen? [amazon.de]

Es ist definitiv auch kein Film, den man zweimal sehen möchte (was aber für die Rezension notwendig war, dennoch war es grausam), denn man geht nicht gutgelaunt und unterhalten aus dem Kino raus. Die Wahrheit ist, der etwas leere Saal war verstummt und verstört. Man weiß nicht ganz, ob man überhaupt nach Worten suchen möchte.

Dieser Film legt die Verhältnisse in der Sklaverei offen und schonungslos dar. Ich bin nicht sehr bewandert in der Thematik und umso mehr schockte es mich. Zunächst landet Solomon (Chiwetel Ejiofor) unter dem Namen Platt, den er annehmen muss,bei dem Plantagenbeseitze Ford (Benedict Cumberbatch), mit welchem er verhältnismäßig gut auskommt, Ford schenkt ihm sogar eine Geige und man hegt leichte Hoffnungen für Solomon. Der wird jedoch in einen Streit mit einem der Aufseher kommen und zu seinem eigenen Schutze wird er zu einer anderen Plantage geschickt. Doch Edwin Epps (Michael Fassbender) ist überaus brutal und spätestens ab hier beginnt das absolut unfassbare Grauen.

Die Optik des Filmes ist natürlich hervorragend: tolle Landschaftszenen von blutroten (welch Ironie!) Sonnenuntergängen, schweren Weiden im Wind und großen typischen Südstaatenbauten. Das Licht des Filmes ist sehr natürlich gehalten, keine übertriebene Düsterkeit, wie man sie bei anderen Historienfilmen hat. Zu dem kommt der Score, eine Mischung aus typischen Hans-Zimmer-Elementen (als habe man den Score von Inception zusammengeschreddert und ihm eine weniger bedrohliche Note verpasst) und Worksongs der Sklaven. Hans Zimmer hat mal wieder hohen Wiedererkennungswert und dadurch, dass sich in den letzten Jahren seine Stücke beginnen, ziemlich ähnlich anzuhören, sticht die Musik zwar nicht sooo heftig hervor, aber unterschreibt die Traurigkeit des Filmes auf eine angenehme Weise – aber leider nichts so besonderes.

Ich bin absolut befangen, was die Besetzung angeht, da ich ein großer und bekennender Benedict Cumberbatch Fan bin, werde ich es bei: er war großartig, im Wesentlichen belassen. Seine Rolle als Ford war dahingehend eine interessante, weil er eigentlich recht ‚gut‘ zu ihm war. Nun was heißt gut? Jemand der Sklaven hat ist nicht gut. Aber es ist mehr in ihm, ganz, als sei er sich selbst ab und an nicht so sicher darüber und nehme es als selbstverständlich für die Gegend an und wolle sich selbst lieber nicht genauer damit auseinandersetzten, weil er letztlich das Schlechte daran bemerken würde – aber nicht sehen will.

Solomon leidet unendlich, viel und man leidet mit ihm, er wird sehr gut von Chiwetel Ejiofor gespielt und ich habe großen Respekt vor ihm, da es eine schwere Aufgabe ist. Eine weitere Sklavin spielt eine große Rollle: Patsey, welche auf der Plantage von Epps arbeitet und Unmengen von Baumwolle pflückt und dadurch von Epps auf eine äußerst perverse Art begehrt wird. Lupita Nyong’o, die den Ocar für die beste Nebendarstellerin erhielt, spielt sie beeindruckend. All den Schmerz, den körperlichen und seelischen fühlt man mit ihr, es tut einem unendlich weh, jemanden derart leiden zu sehen, Szenen von unmenschlicher Gewalt und eine Vergewaltigung – sie hat dieses Oscar mehr als verdient!
Dann wäre da natürlich Michael Fassbender, den ich aus Jane Eyre kenne und mag – ein unglaublicher Kontrast zu 12 years a Slave. Nun, nach dem Film war er mir eine gewisse Zeit verdammt unsympathisch und das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Seine Rolle ist mit Abstand die ekelerregenste im ganzen Film: eine Mischung aus Menschenverachtung, Zynismus,  Perversität und einem kalten Schauder, der einem über den Rücken läuft, wenn dieser Typ zu Brüllen beginnt. Und das bringt mich schon zum nächsten Punkt: Dieser Film sollte definitiv nicht das FSK 12 haben. Ich kannte zwar den Trailer und dieser zeugte schon von abartiger Grausamkeit aber das, was sie zeigen, ist noch mehr und ich glaube nicht, dass ein 12 Jähriger das Verträgt. Das schlimmste daran ist wirklich, dass man weiß, das es so war, das es ein dunkler Fleck in der Menschheitsgeschichte war und als ich den Film mit Tränen in der Augen von Entsetzten sah, habe ich mich gefragt, wie das passieren konnte, dass Menschen zu derartige Monstern werden, fernab von jeder Form von Würde. Man schämt sich, ein Mensch zu sein.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, sind die Szenen, wo Solomon ab und an ins Nichts sieht (und nachdenkt?). Es ist nicht so, dass diese Szenen einem eine Art Pause erlauben – sie sind ziemlich lang und befremdlich.

THE VERDICT: Ein mal sehen reicht. Aber man sollte ihn trotz des Schmerzes sehen, weil er unglaublich gut gemacht ist und zugleich auf  eine gewisse Weise lehrreich. Ein grausames Meisterwerk: 9 von 10 Sternen

Love, Katha