Jahresrückblick: Bücher, Filme und Events 2016

Moin Moin!

Zum Jahresende möchte ich  ein mal zurückschauen auf 2016, mit seinen Ereignissen und Erlebnissen. Ich mag dieses Gefühl, einen Kalender zu durchblättern und darauf zurückzuschauen, was man erreicht und erlebt hat. Also Achtung, laaaaanger Artikel. Ich werde den Text in zwei Gruppen aufteilen: Zunächst folgt ein bibliophiler Rückblick, wo ich meine Lieblinge, sowie verhasste Bücher des Jahres durchgehe und anschließend im zweiten Teil alles über Events, Filme und Ähnlichem.

Davor noch kurz etwas zu mir: Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht mit einem NC, auf den ich recht stolz bin, zudem habe ich ein Praktiukum bei einer großen Tageszeitung in Berlin absolviert, das erste Mal in meinem Leben (als Aushilfskarft) gearbeitet und ein Studium in Sozialwissenschaften angefangen. Es ist ziemlich viel passiert und ich muss zugeben, dass ich es selbst noch nicht so richtig glauben kann, dass ich nicht mehr in Klassenräumen sondern Vorlesungssälen sitze. Zugegeben, dass ist alles ziemlich viel auf einmal und überwältigend – aber ich bin gespannt auf 2017.

Bibliophiles

Hier folgt eine Liste, was ich dieses Jahr  gelesen habe in alphabetischer, nicht chronologischer Reihenfolge (meiner Meinung nach übersichtlicher). Ich nehme mir jedes Jahr vor, um die 20 Bücher zu lesen – das mag nun für Bücherwürmer ziemlich wenig sein, aber ich habe einfach viele Interessen und finde auch, dass man ein Buch gerne mal langsam lesen kann, um es auszukosten. Dieses Jahr jedoch habe ich zu meiner eignen Überraschung 30 Bücher geschafft! Ich glaube, ich habe noch nie so viele Bücher in einem Jahr gelesen und muss sagen, auch ein bisschen stolz zu sein.

Adler-Olsen, Jussi: Schändung
Aveyard, Victoria: Red Queen (Englisch)
Banner, Catherine: Die langen Tage von Castellamare
Brontë, Charlotte: Jane Eyre
Christie, Agatha: Die Tote in der Bibliothek
Eggers, Dave: The Circle (Englisch)
Gaethgens, Thomas W.: Anton von Werner. Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs
Gaiman, Neil: Stardust (Englisch)
Goga, Susanne: Es geschah in Schöneberg
Haig, Matt: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Hardy, Thomas: Am grünen Rand der Welt
Ionesco, Eugene: Die kahle Sängerin
Kloeble, Christopher: Die unsterbliche Familie Salz
Moers, Walter: Die Stadt der träumenden Bücher
Martenstein, Harald: Der Titel ist die halbe Miete
Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr
Navai, Ramita: Stadt der Lügen
Ng, Celeste: Was ich euch nicht erzählte
Pullman, Philip: The Subtle Knife (Englisch)
Stachniak, Eva: Die Schwester des Tänzers
Stedman, M.L.: The Light Between Oceans (Englisch)
Stolz, Bärbel: Isch des Bio
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Rowling, J.K.: Harry Potter and the Goblet of Fire (Englisch)
Vandermeer, Jeff: Auslöschung
Vandermeer, Jeff: Autorität
Wells, Benedict: Spinner
Wells, Benedict: Von Ende der Einsamkeit
Wilde, Oscar: Das Gespenst von Canterville
Zafón, Carlos Ruiz: Der dunkle Wächter

Die gute Nachricht ist, von den vielen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren viele richtig gute dabei.  Deshalb fiel es mir wirklich schwer, eine  Entscheidung zu treffen, welche mich am meisten begeistert habe. Die Reihenfolge ist total willkürlich gewählt und die Zahlen sollen keinerlei  Hierarchie darstellen  das gilt durchgängig in diesem Blogpost].  Ich habe versucht, passende Worte zu finden, weshalb mich diese Bücher so fasziniert und begeistert haben und hoffe, dass ich es knapp aber verständlich ausdrücken konnt, falls näheres Interesse an einem bestimmten Buch besteht, habe ich, falls vorhanden (was fast immer der Fall ist), die Rezensionen oben in der Leseliste verlinkt.

Hier meine Hochkaräter des Jahres:

1. „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë

Einer der bekanntesten klassischen Liebesgeschichten hatte ich schon mit der jüngsten Verfilmung mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender lieben gelernt, als ich jedoch im Sommer diese so zarte und gleichzeitig auch kraftvolle Geschichte las, war ich noch viel begeisterter. Besonders die weise, nachdenkliche aber auch sehr eigene Protagonistin Jane schloss ich sofort ins Herz.

2. „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Eine Geschichte über das Leben mit seinen Entscheidungen, den Gefühlen, den Problemen und dem Schmerz aus der Sicht eines aufwachsenden Jungen und später  Mannes namens Jules. Ich finde kaum Worte dafür, wie großartig ich diesen Roman eigentlich finde. Selten hat mich ein Buch so stark nachhaltig beeindruckt und mich selbst Wochen später noch beschäftigt  und tief berührt.  Die Figuren wirken so echt und zum anfassen, wie aus dem echten Leben entommen, man kann vielleicht nicht jede ihrer Entscheidungen verstehen oder nachvollziehen, aber Wells macht es durch seinen sanften Schreibstil unmöglich, nicht mitzufühlen. Das Leiden und Freuen und Mitfiebern in diesem Roman hat etwas ganz besonders interaktives!

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3. „Die langen Tage von Castellamare“ von Catherine Banner

Eine liebevoll geschriebenes Buch über die Familie Esposito, die auf einer kleinen Sizilianischen Insel lebt – über ein ganzes Jahrhundert verteilt. Dabei sind es nicht nur die Eigenarten des italienischen Dorflebens und die revolutionären Veränderungen durch Geschichte und Modernisierung, die mich so fasziniert haben, aber vor allem die kleinen Geschichten und Schicksale der einzelnen, stetig älter werdenden Mitglieder dieser schrulligen Familie.

4. „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Ich war recht spät dran dieses Buch zu lesen, aber ich wollte es auf jeden Fall vor dem Film schaffen. Zwar hatte ich viel gutes gehört, wollte es aber nicht wirklich glauben. Ich hatte mich so sehr geirrt. Die Liebesgeschichte von Lou (einer fröhlichen Person und seit kurzen Arbeitslosen) und Will (ein ehemals sehr aktiver und erfolgreicher Mann, der nun durch einen Unfall  vom Kopf abwärts gelähmt ist ) ist anders als alles andere, aber noch viel wichtiger fand ich, dass die Charaktere hier so lebendig und eigen sind, mit ihren Fehlern und Macken machen sie den wichtigsten Teil in diesem Buch aus. Ich habe  Rotz und Wasser geheult!

5. „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Wir werden entführt in eine Welt der Bücher: nach Buchhaim in Zamonien! Der Held Hildegunst von Mythenmetz, eine Art Echsen-Dinsosaurier, genannt Lindwurm, stürzt sich in ein gefährliches und waghalsiges Abenteuer – alles, dank eines Manuskriptes. Das Buch ist so reich, originell, verwirrend und wortgewandt und macht unglaublich großen Spaß zu lesen.

6. „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ von Matt Haig

Kurz gesagt: ein wunderbar ehrliches, biografisches Buch über Depressionen, welches Mut und Hoffnung macht, aber auch auf eine sehr gut gemachte Weise aufklärt und gegen die Stigmatisierung von Depressionen ankämpft. Es ist mehr als ein Buch über die Psyche, es hat etwas therapeutisches, etwas beruhigendes, das man nicht alleine ist  mit seinen Ängsten und Problemen und dass diese nicht für immer da sein werden.

7. „Das Magische Messer“ von Philip Pullman (His Dark Materials II)

Die Fortsetzung von Philip Pullmans magischen Abenteuer hat mich kein bisschen enttäuscht – und ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, nachdem mich der erste Teil so unfassbar begeistert hat. Die wunderbar freche Lyra und ihr Dämon Pantalamion erleben atemberaubende Abenteuer, doch diesmal können sie zwischen Welten wandern. Zu dem Alethiometer kommt in Band 2 ein weiteres magisches Instrument dazu: ein Messer.

Bei den „Flops“ des bibliophilen Jahres 2016 sind zum Glück nur drei Bücher enthalten, die ich jedoch mit aller Leidenschaft verachte, vielleicht auch, weil ich hohe Erwartungen gehabt habe.

1. „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie

Da ich Klassiker der Literatur so bewundere, glaubte ich unbedingt auch in die modernere Kriminologie der Miss Marple schauen zu müssen. Aus den Filmen hatte ich sie  als eine urige, nette Dame in Erinnerung hatte! Leider sollte sich das nicht für mich erfüllen, das Buch war spröde, öde, nichtssagend, langatimig und in jedem Sinne nicht besonders schön zu lesen. Leider!

2. „Die unsterbliche Familie Salz“ von Christopher Kloeble

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch unbedingt weiterlesen wollt, weil ihr so verzweifelt seid, dass es sich doch noch positiv verändern kann, da die Geschichte eigentlich viel zu bieten hat? Nun, dieses Buch ist es eindeutig nicht wert, am Ende tat es mir einfach nur leid, so sehr meine Zeit verschwendet zu haben. Kurz und knapp gesagt: es ist die Geschichte einer an schattenlose Menschen glaubende Familie, die über einen Zeitraum von 100 Jahren komplett paranoid wird, jedes einzelne Familienmitglied! Der Anfang hatte mich so euphorisch begeistert, doch nach und nach wurde das Buch einfach nur ad absurdum geführt!

3. „Autorität“ von Jeff Vandermeer (2. Teil der Southern Reach Trilogie)

Die seltsamen geographisches und naturwisschenschaftlichen Phänomene eines immer näherkommenden Gebietes namens Area X sollen untersucht werden – doch was ist mit der Organisation, die hinter diesem Untersuchungsprogramm steckt? So sehr hatte ich mich auf die Fortsetzung des unheimlichen Sci-Fi-Mystery Buches „Auslöschung“ gefreut, welches besonders durch sein flottes Tempo glänzt – dahingegen war Teil 2 das absolute Gegenteil,  der Versuch in der Fortsetzung eine andere Perspektive  zu verwenden, scheitert katastrophal. Es ist langatmig, verstörend und einfach schrecklich.

Events

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21.03.: Aurora im Heimathafen Berlin

Ein klassischer Fall von: Vorher habe ich die Musikerin gerne gehört, nach dem Konzert bin ich verliebt in sie. Ich sah Aurora zwei Mal dieses Jahr, einmal auf einem kleinen intimen Konzert in Berlin und dann auf einer großen Bühne in Budapest. Die junge Norwegerin macht mystische, kraftvolle Musik, scheint dabei aber als Person so zart und jung zu sein. Auf der Bühne war sie unglaublich süß, bescheiden und schüchtern, erzählte von ihrem Frühstück und wirkte unglaublich bewegt von der begeisterten Menge. Doch wenn sie anfing zu singen, wirkte Aurora wie in  Trance und zeugte von so viel Stärke, dass man es im eigenen Körper fühlen konnte. Einfach nur großartig!

26.03.: Linie 1 Musical im Grips Theater

Schon seit Jahren musste ich mir anhören, dass ich das legendäre Berlin-Musical nicht kenne. Nun, dieses Jahr haben mich meine besten Freunde kurzerhand  zu diesem Kult-Musical eingeladen. Auch, wenn es nach der Aufführung durchaus kritische Stimmen meiner versierten Freunde gab, die Linie 1 in und auswendig kannten, muss ich sagen: Berliner Schnauze, Berliner U-Bahn, wunderbare Songtexte, schrullige Figuren und viel zu lachen. Mir hat es echt gut gefallen!

07.05.: Don Giovanni Oper in der Komischen Oper

Dass die Komische Oper in ihren Inszenierungen sehr eigen ist, eilt ihr als Ruf voraus, aber diesmal durfte ich es selbst miterleben. Auch dieser Besuch war ürbigens ein Geschenk. Als großer Klassik- und Mozartfan hatte ich schon lange davon heimlich geträumt, Don Giovanni eines Tages zu sehen, vor allem nachdem ich die legendäre Endszene mehrmals in dem Film „Amadeus“ gesehen hatte. Nun, es war schon recht speziell, besonders der Humor; manchmal neigte der Hauptdarsteller zu spontanen herumalbern und urkomischen, aber auch peinlichen Einlagen. Die Kostüme waren expressionistisch und bunt, doch die Musik… ein Traum: leidenschaftlich und impulsiv! Ich möchte unbedingt eines Tages eine klassische Inszenierung dieses Werkes sehen, aber diese moderne Interpretation hat mir durchaus gefallen, obwohl ich manchmal sehr verwirrt war.

12.07.: Yamato – Drummers of Japan in der Komischen Oper

Japanische Trommeln aller Größen, viel Muskelkraft und eine Show zwischen Mystik und traditionellem Kampf. Kann man über einer Stunde Trommeln zuhören? Anfangs war ich skeptisch, doch als ich im Saal saß und die Truppe leidenschaftlich anfing loszuschlagen, war ich wie angesteckt! Ich brauche ihre Musik nicht ständig zu hören, aber als Show sind Yamato ziemlich toll.

19.07.: Les Ballets Trockadero de Montre Carlo in der Komischen Oper

Männer in Tutus nehmen klassisches und modernes Ballett ordentlich auf die Schippe! Da konnte ich nicht nein sagen. Diese sehr eigene Ballettkompanie schafft es auf quietschig bunte und glitzerne Art, die legendärsten Momente im Ballett ad absurdum zu führen: Der sterbende Schwan mausert plötzlich  und in Don Quijote drehen alle durch. Dabei ist es definitiv kein geschmackloser Slapstick-Blödsinn, sondern wirklich lustig und vor allem extrem professionell getanzt. Ich besuchte diese Vorstellung mit einer Freundin, die im Gegensatz zu mir (ich habe mehrere Jahre Ballett getanzt) überhaupt keinen Bezug zu dieser Tanzkunst hatte und auch sie war begeistert. Mir hatte der Abend unglaublich Spaß gemacht!

10-17.08.: Sziget Festival Budapest

Ich hatte schon ziemlich ausführlich über dieses unvergessliche Erlebnis berichtet, aber ich möchte noch einmal kurz anklingen, dass dieses bunte, riesige Festival so viel Charme hat, unglaublich gut durchdacht und beruhigend gut organisiert ist, dass ich jedem Festival-Liebhaber den Besuch empfehlen kann. Die pulsierende Stimmung war unvergesslich und das Line-Up ein herrlicher Mix von bekannten Musikern diverser Genres.

11.09.: Lollapalooza Festival Berlin

Schon letztes Jahr hatte ich dieses Festival besucht, da fand dieses jedoch noch auf dem Tempelhofer Feld stand, einem ehemaligem Flughafen Feld. Es war für mich das erste Erlebnis dieser Art und ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß, auch wenn es ziemlich chaotisch war [Lollapolloza 2015]. Dieses Jahr jedoch waren die ziemlich satten Tickets noch ein Stückchen teurer, dafür die Veranstaltung in einem Park, der danach absolut zerstört war. Die Preise vom Essen waren… nicht mein Budget. Nun hatte ich mich aber auf Musiker wie Milky Chance und Radiohead gefreut, woran ich absolut nichts zu meckern habe, doch die Hitze, der Staub, von dem man nichts sehen konnte, waren neben der Tatsache, dass es einfach zu voll war, absolut erschreckend. Irgendwie fühlte ich mich nicht mehr so wohl und war letztenendes enttäuscht, da das Festival  so plump und kommerziell ausgerichtet war, statt mit Liebe und Freude gestaltet (was ein großes Festival durchaus kann, wenn ich an meine Erfahrungen mit dem Sziget zurückdenke!).

04.10.: Passenger im Tempodrom

Ähnlich wie bei meiner Erfahrung mit Aurora kann ich auch hier nur sagen: ein super charismatischer Musiker, der sein Publikum in den Bann zieht. Er erzählte wunderbare Anekdoten, sang Covers, aber auch eigene Songs und brachte die Menge mehrmals zum Mitsingen. Seine unglaublich bewegende Stimme sorgte für eine melancholische und verzauberte Grundstimmung. Zudem muss man sagen, dass der Tempodrom echt faszinierend gebaut ist, einem futuristischem Zirkuszelt ähnlich!

Filme

Kinobesuche:

Ich muss auch ein wenig über diese besonders kleine Auswahl schmunzeln, lustigerweise folgten die ersten beiden und die letzten beiden direkt aufeinander und dazwischen klaffte ein halbes Jahr eine Kinolücke. Vielleicht schaff ich es im nächsten Jahr häufiger!

The Danish Girl
Brooklyn
Inferno
Doctor Strange

Lieblingsfilme 2016:

In manchen Jahren sehe ich mehr Filme, in anderen lese ich eher. Dieses Jahr scheint mich eher zum Lesen inspiriert zu haben. Hier mache ich es knapp, weil ich zu Teilen ziemlich ausführliche Rezensionen verfasst habe. Dennoch lässt sich eine Gemeinsamkeit in all diesen Filmen erkennen: Eine besondere Liebesgeschichte und eine starke Frau in der Hauptrolle!

1. Ein ganzes halbes Jahr

Genauso wie der oben erwähnte Roman begeisterte mich der Film ungemein. Nicht nur wegen der tollen Schauspielern und des romantischen Scores von Craig Armstrong, sondern weil der Film bis auf marginale Abweichungen wunderbar die Buchvorlage wiederspiegelt und ihr auch ebenbürtig ist, die Figuren Will und Lou (aber auch die Nebencharaktere) wurden genauso interpretiert, wie ich sie mit vorgestellt habe. Ganz ganz toll!

2. Die Herzogin

Was wäre ich ohne einen Historienfilm nach einer wahren Begebenheit? Diesmal handelt es sich um die Geschichte der Gerogiana Cavendish, Duchess of Devonshire und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit: politisch aktiv, bildschön und in einer grausamen Ehe gefangen. Mit Keira Knightley in der Hauptrolle und herrlich prächtigen Kostümen schwankt dieser Film zwischen grausamer Realität und der äußeren Fassade eines glamourösen Filmes.

3. Suite Française

Dieser Film ließ mich ganz lange nachdem ich ihn gesehen habe, nicht los. Vor ab will ich sagen, dass ich definitiv noch die Romanvorlage lesen muss, um diese schrecklich traurige Liebesgeschichte besser zu verstehen. Das nahezu unaussprechliche Phänomen wird in dem Film zur Wahrheit: im besetzen Frankreich verlieben sich eine verheiratete Französin und ein deutscher Offizier ineinander – was natürlich nicht geht. Der Film hat etwas seltsam ruhiges, aufwühlendes und quälendes , aber auf eine brutal schöne Weise. Und der Soundtrack ist ein Traum…

Neu entdeckte Lieblingsmusiker

The Lumineers

Zwar kannte ich die amerikanische Band schon länger, allerdings hatte ich sie nie wirklich war genommen – bis mir YouTube vor ein paar Monaten vorschlug das Video zu ihrem neuen Song „Sleep on the Floor“ zu sehen. Ich war neugierig… und verliebte mich in diesen melancholischen Song. natürlich hörte ich auch sofort danach das ganze neue Album „Cleopatra“ an und fand ein paar neue Lieblinsglieder, u.a. „Ophelia„.

Tom Rosenthal

Ein melancholischer Indie-Musiker, den ich durch den YouTuber Will Derbyshire (der übrigens auch toll ist!) kennengelernt habe. Seine Texte sind so tiefgründig und berühren auf einer nachdenklichen, poetischen Ebene, die einen aber nicht herunterziehen, sondern in Hoffnung und mit einem warmen Gefühl hinterlassen. Besonders gefallen mir „Ian“ und „Bob in the Rain and the Lizard of Hope„, die ich nur wärmstens empfehlen kann, besonders an grauen und regnerischen Tagen mit einer Tasse Tee.

Max Richter

Der Komponist erinnert etwas an Philip Glass mit seinen ruhigen Klavierelementen. Erst Mitte des Jahres merkte ich, wie viel ich von ihm kannte, aber es nicht in seiner ruhigen Schönheit wertgeschätzt hatte. Zugegebenermaßen, etwas traurig ist seine Musik schon, lädt allerdings so wunderbar zum Träumen ein und berührt jedes Mal beim Hören etwas ganz tief in mir. Am meisten liebe ich „Vladmir’s Blues“ und „I will not forget You„.

Bosse

Ihn kannte ich schon vor diesem Jahr, aber das ich seine Musik tatsächlich intensiv höre und genieße, habe ich ein paar beharrlichen Freunden zu bedanken. Ich bin ziemlich begeistert von der Wortgewandtheit und der Kraft in Text und Melodie dieses Künstlers! Dieses Jahr haben mir besonders „Schönste Zeit“ , „Liebe ist leise“ und „Dein Hurra“ gefallen und ich habe sie ständige rauf und runter gehört.

Hui, das ist irgendwie länger geworden, als ich es erwartet habe. Ich hoffe, ihr hattet ein gutes Jahr mit vielen tollen Filmen, Erlebnissen, Büchern und gutem Essen! Was habt ihr erlebt und welche Filme und Bücher – vielleicht  aus dieser Liste?-  sind euch ans Herz gewachsen?
An dieser Stelle möchte ich mich außerdem für die vielen lieben und auch konstruktiven Kommentare bedanken, sowie eure Likes und Follows, die mich so motivieren, hier weiterzuschreiben!

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich schon aufs Tippen, Lesen, Bloggen und Fotografieren!

Alles Liebe,
Katha

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Mord in Babelsberg

 https://i2.wp.com/d.gr-assets.com/books/1391892649l/20641357.jpgAutor: Susanne Goga
Titel: Mord in Babelsberg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2014
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3423214865

Band 4 der Leo Wechsler Reihe

Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird eine Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um Marlen Dornow handelt, zu der er vor Jahren eine sehr persönliche Verbindung hatte. […] Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, ein gefeierter Regisseur wurde  nach der Premiere seines großen Films über den sogenannten „Magier der Pfaueninsel“ ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen… [Klappentext]

Und erneut behält Goga ihren glatt geschliffenen Schreibstil mit wunderbar urigen Charakteren in der Zeit der Weimarer Republik bei. Nun findet ein Zeitsprung statt: von 1922 im dritten teil zu 1926 hat sich Leos leben eigentlich beruhigt, auch, weil die Inflation abgeflaut ist, doch nun kommt wieder Bewegung rein.

Leo Wechsler soll auch in diesem Buch als Charakter wachsen, während im dritten Band vor allem Claras Vergangenheit aufgerollt wird, geht es diesmal um eine Bekannte von Leo, die man schon aus dem ersten Teil kennt: Marlen – natürlich steht da die Beziehung zu Clara Kopf, welche Frau würde sich schon freuen, diese Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren? Das Problem für Leo ist aber auch seine persönliche Beziehung zu der Toten darf nicht herauskommen, wenn er der ermittelnde Kommissar ist. Schon an dem Plot kann man erkennen, dass dieser vierte Teil weitaus energiegeladener ist, als seine Vorgänger – mit ordentlich Konfliktpotenzial und seinen Rivalen  im Präsidium wird eingeheizt. Dazu kommt noch die prekäre politische Lage, die sich nun gen rechts-populistisch bewegt.

Hier merkt man – worüber ich mich sehr freute –  Goga kann richtig gut historische Romane schreiben, alles wirkt so authentisch und ja, berlinerisch. Das merkt man am Dialekt, aber teilweise auch an der seltsamen Unfreundlichkeit mancher Charaktere. Doch auch wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann man über die letzten vier Teile sehr gut mitfühlen: Leo festigt sich ebenfalls von Teil zu Teil, ich habe den Eindruck er wird selbstbewusster, was man auch im Umgang mit seinen zwei wunderbaren Kollegen merkt: Robert Walther, den man schon länger kennt und Jakob Sonnenschein – beide frisch verliebt.

Wunderbar ist zusätzlich, wie man in das Leben der aufblühenden Filmbranche der 20er eingeführt wird, aber auch die bösen Seiten entdeckt. Besser gesagt: in diesem Fall von Leo ist die Handlung düsterer und weniger offensichtlich als in dem Vorgänger, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten und man hat als Leser selbst Raum um mitzurätseln. Dennoch behält Goga das ruhige an ihren Krimis, Verfolgungsjagden sind nicht zu erwarten – nach wie vor lese ich diese Bücher gerne nebenbei, weil sie entspannend und spannend sind.

THE VERDICT: Ein gelungener, vierter Teil, der durch einen reizvollen Fall in einem Berlin, welches sich im Umschwung befindet, besticht. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen: Cover

A Little Chaos

OT: A Little Choas
DT: Die Gärtnerin von Versailles
Cast: Kate Winslet, Matthias Schoenaerts, Alan Rickman, Stanley Tucci, Helen McCrory
Genre: Liebesfilm, Kostümfilm
Regie: Alan Rickman
Drehbuch: Allison Deegan
Musik: Peter Gregson
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Frankreich, Endes des 17. Jahrhunderts: Die unkonventionelle Landschaftsgärtnerin Sabine De Barra (Kate Winslet) erhält den Auftrag, einen Park für den Sonnenkönig Ludwig XIV. (Alan Rickman) zu bauen, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Keine leichte Aufgabe für die selbstbewusste Witwe, die fortan nicht nur gegen neidische männliche Kollegen und subtile Hofintrigen zu kämpfen hat, sondern sich auch immer stärker zum obersten Gartenarchitekten des Königs, André Le Nôtre (Matthias Schoenaerts), hingezogen fühlt. Während Andrés eifersüchtige Ehefrau die zarte Liaison mit aller Macht zu sabotieren versucht, drängt der ungeduldige König auf baldige Fertigstellung seines Gartens…

Natürlich besticht der Film vor allem durch seine Optik, der Prunk und die Kostüme sind mindestens so überwältigend, wie sie seinerzeit Ludwig XIV. getragen hat. Mit einer Liebe fürs Detail sorgt auch die Kameraführung dafür, dass diese Pracht zu Geltung kommt.
Wenn man bereits den Trailer sieht oder den Cast betrachtet wird deutlich, dass es sich eindeutig um einen Film mit hoher Starbesetzung handelt – das kann häufig in die Hose gehen, bei „der Gärtnerin“ ist das aber definitiv nicht der Fall!
Ganz großartig ist Alan Rickman in der Rolle Ludwig XIV.: prächtig, blass und erhaben und mit einer kühnen, ästhetisch überwältigenden Art gibt er jedes Mal, wenn er seinen Auftritt hat dem Film etwas glamouröses und zauberhaftes. Man überlege sich mit Schichten von glitzernden Klamotten und einer turmhohen Perücke herumzustolzieren und dabei kein bisschen lächerlich zu wirken, sondern unverfroren natürlich – das ist eine Kunst!
Matthias Schoenaerts, der neuerdings überall zu sehen ist, zeigt in diesem Film auch, weshalb: Der belgische Schauspieler verfügt über das Talent in seinen Rollen (und mit seinen großen Hundeaugen) eine so innige Form der Liebe zu zeigen, die einen wahrhaftig berührt. Ach und Kate Winslet – was soll man schon sagen? Sie ist wie eine Rose, mit der Zeit wird sie immer schöner und vollkommener.

Alan Rickmans zweiter und leider auch letzter Film lebt von einem feinen, detailierten Humor und schönen der Botschaften für das Leben, wie die Stärke der Liebe und den Glauben an sich selbst und das so toll verpackt macht „Die Gärtnerin von Versailles“ zu einem liebenswürdigem und süßen Film.

Ein großer Kritikpunkt ist für mich der Titel, welcher den Film in seiner Qualität nicht berührt, aber die Einstellung, mit dem man ihn ansieht: von „A Little Chaos“ zu „die Gärtnerin von Versailles“ zu kommen ist schon ein großer Sprung. Zwar spiegelt der deutsche Titel den Sachbestand dar, aber er wirkt so abgedroschen und erinnert an diese Reihe von Frauenromanen (was keine Kritik an diesen seien soll) wie „Die Wanderhure“, „Die Kastellanin“, „Die Bogenschützin“, „Die Sündenheilerin“ usw. Aber „A Little Chaos“ weißt auf die Botschaft der Sabine de Barra hin, dass sie auf die klassische Ordnung des Gartens verzichtet, etwas Chaos verwendet, um ihre eigene Vollkommenheit, ihr Eden zu finden! Der englische Titel gibt meines Erachtens nach sehr viel mehr her.

Leider hat sich für mich die etwas offensichtliche Geschichte sich nicht vollständig entladen: Dass die Witwe Sabine von ihrer Vergangenheit heimgesucht wird und die neidische Frau die Liebe zwischen André und Sabine zu sabotieren versucht, ist wenig überraschend, dass die Liebe stärker ist als das, auch nicht, aber das ist in Ordnung. Das gibt dem Film so ein gutes Gefühl, wenn man aus ihm rauskommt, ein glücklicher und befriedigter Zuschauer.
Nein, nur die „Nebengeschichte“ des Gartenbaus hätte nach meinem Geschmack mehr in den Vordergrund rücken müssen und nicht so nebensächlich behandelt werden, so dass am Ende alles fein ist, ich hätte wirklich gerne genauer erlebt, wie die Arbeiten funktioniert haben und so wirkt der Film etwas „zu“ Liebeslastig – ja, auch ein bisschen kitschig, aber das ist ok.

Der Soundtrack Peter Gregsons ist definitiv hörenswert, stark streicherlastig und melancholisch erinnert er an die Werke Vivaldis, schafft also das Leben und das Lebensgefühl so energiereich und elegant darzustellen, was perfekt mit dem Thema Garten und Liebe übereinstimmt.

THE VERDICT: „Die Gärterin von Versailles“ ist ein liebevoller und optisch prächtiger Film mit Starbesetzung, der Lust auf den Frühling macht. Das perfekte für einen lauschigen und ruhigen Abend unter netten Leuten. 7,5 von 10 Sternen

Love, Katha

Quellen
Beitragsbild

Irisches Herz in Brooklyn

OT: Brooklyn
DT: Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten
Genre: Drama, Liebesgeschichte
Cast: Saorise Ronan, Emory Gohen, Domnhall Gleeson, Julie Walters, Jim Broadbent
Regie: John Crowley
Drehbuch: Nick Hornby
Musik: Michael Brook
Länge: 112 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

nach dem gleichnamigen Roman von Colm Tóibín
nominiert für 3 Oscars

Wir schreiben das Jahr 1952 in einer irischen Kleinstadt: Die junge Ellis Lacey erhält durch Hilfe ihrer Schwester Rose und dem Father Flood eine Stelle in Brooklyn und emigriert in die Vereinigten Staaten. Ihre Schwester und die verwitwete Mutter bleiben jedoch in Irland. Ellis lebt in einer Art Pension mit anderen Mädchen und erhält eine Stelle in einem örtlichen Kaufhaus, belegt gleichzeitig aber auch einen Kurs über Buchhaltung. Sie leidet an starkem Heimweh und fühlt sich verloren in der großen Stadt, bis sie eines Tages auf einem Tanzabend Tony kennenlernt. Plötzlich wird ihr Leben wieder fröhlicher, bis sie plötzlich einen Anruf ihrer Mutter erhält, dass ihre Schwester gestorben ist und sie Ellis zurück nach Irland bittet.

Es geht um die Heimat, um Familie, um die erste und vielleicht auch große Liebe, um Tod und Schmerz, Sehnsucht, Heimweh – ja, Brooklyn ist ein berührender Film und wird deshalb vielleicht als ein typischer Frauenfilm abgestempelt, weshalb ich die Idee mit meinem besten Freund in diesen Film zu gehen recht komisch fand und positiv überrascht wurde.

Die junge Saorise Ronan beweist, dass sie weitaus mehr ist, als eine Schauspielerin, die in ihrer Kindheit durch die Verfilmung von „Abbitte“ berühmt wurde. Jetzt ist sie kein kleines Mädchen mehr, sondern eine erwachsene junge Frau, die mit ihrem wunderbaren irischen Akzent bezaubert und durch gefühlsvolles schauspielerisches Können besticht.
Dabei ist Ellis auf keinen fall ein platter Charakter, teils auch widersprüchlich und trifft auch nicht unbedingt Entscheidungen, die sie für den Zuschauer sympathisch machen – was gut ist, denn dadurch ist „Brooklyn“ so lebensnah und bewegend. Der Film lebt von den kleinen und großen, aber vor allem menschlichen Gefühlen.
Außerdem habe ich mich sehr über den (kurzen) Auftritt Jim Broadbents gefreut, er schafft es immer wieder ältere Männer auf eine so nette und fast schon drollige Weise darzustellen, mal ernst, mal selbstironisch.
Ein weiterer Pluspunkt sind natürlich die anderen – irischen – Schauspieler, welche durch ihren natürlichen Akzent dem Film Authenzität verleihen.

Besonders positiv sind mir neben Ronans hervorragender schauspielerischer Leistung der Soundtrack aufgefallen: Michael Brook kombiniert Irische Folklore mit melancholischen, aber auch modernen Tönen, wobei Streicher stets im Vordergrund stehen und dadurch sich das traditionell irische Thema durch den Film zieht und stets an die Heimat erinnert. Die vielen Höhen und Tiefen werden durch herzzerreißende Geigen betont und alles in einem ist es ein eher trauriger und nachdenklicher Sound, der aber das Emigieren und eine neue Heimat aufbauen mit all seinen Mühen originell untermalt.
Ganz toll sind auch die Kostüme: Volksnahe Kleidung, schlicht und bieder wie die 1950er Jahre. Es wird nicht mit typischen Rockabily-Klischees gearbeitet, sondern mit der Kleidung des Alltags.

Brooklyn ist allerdings im großen und ganzen eine Liebesgeschichte, welche durch eine mögliche Dreiecksbeziehung etwas in ein Klischee fällt, das nicht hätte seien müssen. Natürlich ist es eine Buchverfilmung und da ich dieses nicht gelesen habe, kann ich es in dem Punkt nicht bewerten, allerdings steht für mich fest, dass das letzte Drittel für mich etwas zu rosa-rot war, denn der Film ist im Großteil recht ernst und dementsprechend ist der Kontrast ziemlich groß.

THE VERDICT: Alles in einem ist „Brooklyn“ ein schöner Film mit Portionen von Wehmut, Liebe und der Bedeutung von Heimat. Vor allem punktet er durch Optik, Soundtrack und seiner Hauptdarstellerin, die der leuchtende Stern des Filmes ist. Es ist ein netter Film, den man sich an einem gemütlichen Abend ansehen kann und zu kleinen Diskussionen über Emigration verleitet, allerdings auch nicht mehr. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover
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Liebster Award #3

Ahoi!

Ich arbeite gerade meinen Zettel an zu schreibenden Beiträgen ab, wollte mir aber wirklich Zeit für die Beantwortung dieser Fragen nehmen, um ein möglichst gutes Ergebnis dabei zu erzielen. Danke nochmal an die ganz wunderbare Koriandermadame von Zeit dass es Zeit wird (genialer Name, btw)!

Lieblingssong?
Schwierig. Tatsächlich höre ich seit einem halben Jahr mehr oder weniger regelmäßig viel von Keane, besonders „Somewhere Only We Know“ hat es mir sehr angetan! Gut, ich bin ehrlich: ich nerve wahrscheinlich meinen ganzen Freundeskreis damit, wie sehr ich dieses Lied feier. Zweiter Lieblingssong „Can’t Pretend“ von Tom Odell.

Lieblingsessen?
Nudeln, alles Mögliche mit Nudeln! Und natürlich ein richtig saftiger, frischer Burger.

Lieblingsbuch?
„Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón. Defintiv.
Ich liebe viele Bücher, z.B. „Große Erwartungen“ von Charles Dickens oder „Der Goldene Kompass“ von Philip Pullman (die übrigens beide bei mir rezensiert sind, falls jemand sie nicht kennt.

Lieblingsfilm/serie?
Downton Abbey und Sherlock. Diese Fragen sind ziemlich schwierig, also versuche ich einfach mit dem ersten Impuls zu antworten, denn ich binge (wenn ich mal keine Klausurphase habe) so einiges…

Lieblingsbild/foto?
Als große Kunstliebhaberin und Bewunderin könnte ich jetzt sehr viel aufzählen, aber mein Herz schlägt besonders für Portraits, deshalb wähle ich eins, das ich sehr bewundere: „Jenny Lind“ von Eduard Magnus. Es spornt mich an mit der Hoffnung, eines Tages selbst ein so gefühlvolles Portrait mit einer immensen Ausstrahlungskraft zu schaffen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Magnus_Jenny_Lind.jpg

Erste Erinnerung?
Ich habe keine Ahnung, sorry.

Lieblingsspruch/zitat?
„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist“ – Theodor Heuss. Es hilft mir, mich daran zu erinnern, nicht so schwarzmalerisch zu denken.

Wie ehrlich bist du?
Bei Beantwortung dieser Fragen: absolut. Ansonsten: so ehrlich wie möglich und nötig. Ich denke, man tendiert häufiger dazu, sich auch selbst unbewusst zu belügen, ja, was ist schon wahr – daraus könnte nun eine ganz große philosophische Diskussion werden *lach*

Welchen Song assoziierst du spontan mit mir?
„Barfuß am Klavier“ von Annenmaykanereit, weil ich ihn vor ein paar Monaten auf meinem Blog gepostet habe und du ganz begeistert darüber warst, was mich sehr gefreut hat, weil ich jemanden inspirieren konnte!

Tipps für Neu-Blogger?
Ambitioniert und originell bleiben und  bei anderen Blogs vorbeischauen.

Stelle dir hier eine Frage deiner Wahl und beantworte sie! Was hörst du gerade?
Storms“ von Tom Odell (ich liebe ihn!!!)

Da dies schon mein dritter Liebster Award ist – was mich ziemlich erstaunt und auch berührt – werde ich nicht 11 Blogger markieren, da ich das schon Mal gemacht habe. Trotzdem ein ganz fettes Danke, an alle, die meinem Blog folgen und ihn lesen, weil mir das wirklich die Motivation gibt, unbedingt weiterzuschreiben.

Alles Liebe
Eure Katha

The Danish Girl

OT: The Danish Girl
DT: The Danish Girl
Genre: Filmbiografie, Drama
Cast: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Amber Heard, Matthias Schoenaerts, Sebastian Koch, Ben Whishaw
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: Lucinda Coxon
Musik: Alexandre Desplat
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Gerda Wegener (Alicia Vikander) und ihr Mann Einar (Eddie Redmayne) führe ein Leben als Künstlerehepaar in den 20er Jahren in Dänemark. Gerdas Mann ist deutlich erfolgreicher mit seinen Landschaften, als sie selbst. Als Gerda ihn zur Beendigung einer ihrer Portraits braucht, imitert er die Frauengestalt so gut, dass ihre gemeinsame Freundin Oola und sie ihn ‚Lili‘ nennen. Währenddessen scheint sich Einar immer mehr von der Rolle als Frau zu begeistern, trägt Kleider und lernt weiblichen Bewegungen zu imiteren, bis er den Entschluss fässt, das Leben einer Frau führen zu wollen – was erhebliche Konsequenzen mit sich zieht, vor allem für Gerda.

Die Emotinoalität dieses Filmes ist so mitreißend, dass man fast schon selbst mitleidet und sich freut. Selten habe ich diese Zerrissenheit aus Freude und bittren Leidestränen so intensiv mitgefühlt und gesehen, wie sie Vikander und Redmayne erzeugen. Zusammen mit einem opulenten Bühnenbild, welches die glanzvoll goldenen Zwanziger Jahre darstellt und der brillianten Kameraführung ist „The Danish Girl“ ein optisches Fest! Ich ertappte mich immer wieder während des Filmes beim Staunen über die Kostüme, die Möbel und die genialen Einstellungen und Winkel, die die Stimmung des Filmes umso mehr betonten. Untermalt wird der Film durch Alexandre Desplats melancholisch-dramatischen Soundtrack, der von leidenschaftlichen Streichern und ruhigen Klaviertönen geprägt ist und thematisch sehr gut diese tiefe Traurigkeit des dänischen Moors, welches Einar malt, erinnert.

Es ist eine ganz persönliche Freude für mich über diesen Film zu schreiben, weil ich schon seit Jahren ein großer Bewunderer der schwedischen Schauspielerin Alicia Vikander bin und sie nun endlich immer größere internationale Bekanntheit erfährt! Nachdem Eddie Redmayne sich schon als Stephen Hawing in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ als unglaublich authentischer Schauspieler für Leidensgeschichten bewiesen hat, überzeugt er auch in „The Danish Girl“ – von Zeit un Zeit wird er immer weiblicher und man spürt den Schmerz und die Freude, die Lili empfindet. So werden auch die intimsten Gefühle – und zu meinem Entsetzen auch die intimsten Körperstellen – in dem Film sehr stark betont, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob die Altersfreigabe von 6 Jahren wirklich angemessen ist – in der Tat gibt es keine wirkliche rohe Gewalt, allerdings psychische.

Genauso wie Alicia Vikander, die in ihrer Rolle als (leidende) Gerda grandioses schauspielerisches Können beweist, ja Redmayne fast schon übertrumpft, erlangt Matthias Schoenaerts auch immer mehr Bekanntheit und lässt seine Rolle als Einars  alter Schulfreund Hans mehr als eine Nebenrolle wirken.

Natürlich stellt sich die Frage, ob die Filmbiografie der Geschichte der echten Lili Elbe gerecht wird, was ich nicht beurteilen kann, da ich nicht ein mal die Biografie gelesen habe, doch es ist deutlich, dass der Film das Verständnis zum Thema Intersexualität erhöht und auch öffentlichkeitstauglich macht, was wichtig ist. Eine Art Zeichen zu setzten, dass der Wunsch nach der wahren Identiätsfindung ein Anrecht ist, das jeder hat.

Gleichzeitig ist das Thema sicherlich auch provokant und wird wahrscheinlich nicht jeden Ansprechen.

THE VERDICT: Ich denke, das Wort „Bewegend“ trifft es am besten, um eine Beurteilung des Filmes zu treffen, der sowohl schauspielerisch, als auch optisch beeindruckend ist, dennoch feht mir gefühlt etwas, um diesen schönen Film als genial einzuordnen, deshalb 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Liebster Award #2

Moinsen!

Auferstanden aus Ruinen… Nein, so fange ich lieber nicht an. Ich bin leider etwas untergetaucht in letzter Zeit und ich fürchte, ich werde nur spärlich in dem ersten Quartal dieses Jahres blogtechnisch tüchtig sein, denn ich muss meine Kräfte bündeln, weil ich nun im 4. und letzten Semester der gymnasialen Oberstufe angekommen bin… Urgs.

Wie dem auch sei wurde ich liebevoller Weise für einen Liebster Award nominiert und nehme mit Dank diese ziemlich gute Fragen an.

1. Welches Buch hat dich so aufgeregt, dass du es am Liebsten in die nächste Ecke gepfeffert hättest und was genau hat dich daran so genervt?

Allgemein hatte ich nie wirklich viel Glück mit meiner Schullektüre, obwohl ich echt gern lese, musste ich mich meist ziemlich mit den Werken, die er Rahmenplan vorsah, herumquälen, besonders grausam fand ich „Antigone“ von Sophokles, eine – ich entschuldige mich, dass ich Weltliteratur so beleidige – an der Nase herbeigezogene Tragödie mit einer Figurengruppe namens „Chor“, die das vermeintliche Geschehen erklären soll, es jedoch meines Erachtens nach nur sehr viel komplizierter macht.

Das zweites Buch ist“Red Riding Hood“ von Sarah Blakley-Cartwright – och verspüre bereits körperliche Schmerzen, dass ich für diesen Blödsinn auch noch Geld ausgegeben habe. Allerdings lernte ich dabei zwei Dinge: zum einen darf man sich wirklich nicht von einem Cover verzaubern lassen, noch sind Bücher ZUM Film eine gute Idee. Die moderne, blutrünstige, sexuelle Kreuzung zwischen Rotkäppchen und dem beliebten Spiel in großen Gruppen „Werwolf“las ich letztlich nur zu Ende, weil ich mir diesen absoluten Fehlkauf nicht eingestehen wollte. Seitdem traue ich Amazon-Rezensionen grundsätzlich nicht mehr. Flache, unsympathische Charaktere und ein Storyline, so einfältig, dass man sich fast schämt. Ich habe dieses Buch vor 4 Jahren gelesen und rege mich noch immer darüber auf, wenn sich die Gelegenheit bietet.

2. Wenn dein Leben ein Buch wäre, welchen Titel würde es tragen?

Sehr gute Frage, doch ehrlichgesagt klingt ein Titel so entgültig und vielleicht könnte man diesen erst am Ende des Lebens geben, es verändert sich so viel und ich bin noch zu jung um überhaupt zu wissen, wer ich bin und was ich werden werde. Deshalb vielleicht „Hier Titel einfügen“.

3. Dein Lieblingscharakter in der Serie, die du gerade schaust ist gestorben, schaust du trotzdem weiter?

Natürlich, sonst wären Game of Thrones und Downton Abbey ja absolut unerträglich für mich! Aus Spoiler-technischen Gründen kann ich leider nicht angeben, wer genau das ist, sonst verärgere ich noch Leser. Allerdings habe ich selten den einen Lieblingscharakter, also gibt es immer Alternativen. Außerdem finde ich es ein bisschen sinnlos, schließlich müssen Charaktere und die Geschichte sich entwickeln um eine gute Serie zu sein, weshalb es vielleicht auch notwendig ist, dass Charaktere sterben.

4. Ob filmisch, musikalisch, ein Erlebnis oder eine schöne Zeit: Was war dein Highlight im Jahr 2015?

Ich war am letzten Tag des letzten Jahres in der Oper „La Boheme“ mit meinem besten Freund, was ziemlich großartig und opulent war. Aber ich muss zugeben, dass ich in 2015 einige musikalische Highlights hatte, besonders das Mumford & Sons Konzert in der Waldbühne war atemberaubend gänsehautreich. Letztlich ist es für mich kein einzelnes Ereignis, sondern die Gefühle und Erinnerungen in einer Menge, die für mich diese Erlebnisse so besonders machen.

5. Worauf freust du dich im kommenden Jahr am meisten?

Puhh, schwer. Eigentlich grusel ich mich eher vor 2016, da es für mich ein sehr entscheidendes Jahr ist, weil ich Abitur machen werde. Entsprechend freue ich mich auf all die neuen Erfahrungen und dass Schule auch mal zu Ende seien kann, vielleicht freu ich mich auch einfach, weil ich überrascht werden werde.

6. Schaust du jeden Film zu Ende, auch wenn er dich tierisch langweilt?

Nein, ich habe schon ein paar abgebrochen, wie eine uralte BBC Verfilmung von „Northanger Abbey“, weil sie einfach unglaublich verstörend war. Manchmal ist meine Hoffnung, dass der Film noch gut werden würde allerdings dickköpfiger. Bei Büchern gebe ich deutlich schneller auf.

7. Worüber handelte dein erster Blogbeitrag und warum hast du dieses Thema, diesen Film oder dieses Buch etc. gewählt?

Ich glaube es war einfach nur ein Bild, dass ich gezeichnet habe und ein bisschen Geschreibe, wer ich bin und was das alles soll. Eigentlich war ich ziemlich ahnungslos, was ich schreiben soll, aber ich wusste, dass  ich etwas schreiben möchte. Nach und nach hat sich dann eine grobe Idee entwickelt.

8. Guckst du Filme lieber zu Hause auf der Couch oder im Kino auf der großen Leinwand?

Es kommt auf den Film an, einfaches Popkornkino genieße ich gern mit Kuscheldecke und Knabberzeug quer auf der Couch liegend, aber große Filme, auf deren Erscheinung ich mich schon länger freue, möchte ich gerne auf der großen Leinwand genießen. Allerdings bin ich mittlerweile auch etwas wählerisch, in welches Kino ich gehe, weil ich viel lieber in alten Kulturkinos bin, wo man noch ein richtiges, nostalgisches Flair hat, als in moderne High-Tech-Kinos. Deshalb schätze ich die Yorck-Gruppe auch.

9. Wo liest es sich am Besten?

In einem gemütlichen Ohrensessel – den ich leider nicht habe.

10. Welcher ist dein Lieblingscharakter aus Film und Fernsehen und warum trifft es genau diesen?

Puhhh, schwer. Ich liebe Tywin aus Game of Thrones total, gespielt von Charles Dance und Luke aus Gilmore Girls (hier sieht man mal, was für einen komischen Geschmack ich habe). Obwohl Tywin mehr oder minder eher böse ist, hat er einfach Stil und Werte, was ich ziemlich bewundernswert und toll finde in einer Serie, wo eigentlich jeder jedem am liebten den Kopf einschlagen möchte für den unbequemsten Stuhl der Welt. Seine Moral ist durchaus fragwürdig, aber mir gefällt, dass er kein flacher Charakter ist und spontan fällt er mir als erster ein.

Oh ja, und natürlich Sherlock aus „Sherlock“, gespielt von Benedict Cumberbatch, meine Güte, ich zitiere ihn manchmal sogar, wenn die Gelegenheit passt, so viel zynischen Humor ist schlichtweg göttlich!

11. Was ist dein sogenanntes Guilty Pleasure?

Schokolade… Zu viel Kaffee…

Da ich schon einmal an einem Liebster Award teilgenommen habe (Liebster Award No 1 – hui, da war ich aber noch eine ganz andere Person!), werde ich nicht nochmal Blogger nominieren, allerdings möchte ich mich an dieser Stelle bei Gina von Passion of Arts bedanken für die Nominierung, die mich wirklich ehrt. Ihren Liebster Award Artikel findet ihr hier.

Ich hoffe, dass du, mein lieber Leser, gut ins neue Jahr 2016 gerutscht bist! In diesem Sinne: Winter is coming, see you soon (hopefully).

Love, Katha

November #15 Faves

Der Klausurmonat November bot natürlich nur ziemlich schlecht an, neue Dinge zu entdecken und da ich einen Teil des Monats auch nur damit verbrachte krank im Bett zu liegen, prägte das entsprechend meine Auswahl.

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1. Greenfield „Festive Grape“ Herbal Tea
Irgendwann hatte ich die Nase voll von den ganzen Kräutertees und stellte für mich fest, wie erfrischend und wirklich voll dieser Früchtetee mundet. Er kommt in sehr feinen Teebeutelchen (Qualität!) und hat einen frischen, aber gleichzeitig fruchtig-intensiven Gschmack und entzückt mich immer wieder.

2. „Spectre“
Nachdem ich vor ein paar Jahren mit „Skyfall“ auch von James Bond gecatcht wurde und erst neulich die Miniserie „Fleming“ gesehen hatte, die das Leben des Erschaffers der Kultfigur darstellt und mir übrigens sehr gefallen hat (BBC enttäuscht selten), war ich sehr neugierig auf den neuen Bond. Weil die Überraschug und der Kritikpunkt auf den inhaltlichen Seite liegt und ich spoilern müsste, um mich darüber aufzuregen, möchte ich nur so viel sagen, dass „Spectre“ sehr eigen ist. Natürlich kommen die üblichen Bond-Elemente, die wir lieben: Product Placement (Aston Martin, Sony usw), Verfolgungsjagden, sinnlose und rohe Gewalt, Explosionen, Daniel Craig im Anzug, Ralph Fiennes mit Nase, Ben Whishaw als nerdy Q, ein toller Bösewicht und selbstverständlich Girls. James Bond ist defintiv Unterhaltung, „Spectre“ hat nicht den Sinn, irgendwie realistisch zu sein. Dennoch hat lässt der Film viele Fragen offen und ist weniger elegant englisch als Skyfall, sondern etwas durcheinander im Plot und überraschend „romantisch“ – was ich Fehl am Platz fand.

3. Stieg Larsson „Verblendung“
Grob gesagt: dieser Thriller ist den Hype absolut wert, ein wunderbarer Roman, stimmig, fesselnd und von einer ruhigen, wohl geschliffenen Eleganz. Ich besitze noch die alte Ausgabe, die neue hat ja ein sehr kitschiges Cover mit silbrigen Schnörkeln, was ich schade finde. Die ganze Rezension (die ganze Begeisterung also) gibt’s hier.

4. Kette mit Anhänger
Diese habe ich vor ein paar Jahren von einer Freundin geschenkt bekommen und trage sie gerne zu unifarbenen Pullovern, besonders zu meinem petrolfarbenen Wollpulli, der kleine glitzerne Anhänger gibt dem ganzen etwas Schwung.

5. Skat-Karten
Ich habe meine Liebe zum Kartenspielen entdeckt!

6. Essie Unterlack „Help me grow“
Meine Nägel sind relativ empfindlich und haben, als ich noch keinen Unterlack verwendet habe, einen leciht gelblichen Ton angenommen, sind ständig abgebrochen und der Lack hielt selten mehr als 3 Tage.
Seit gut 1,5 Jahren benutze ich nun diesen Unterlack und liebe ihn! Nach einer Odysee durch die Unterlacke von Essie, bin ich bei diesem hängen geblieben und liebe ihn: kräftigere Nägel, keine Verfärbung, Lacklebenszeit verlängert.

7. Catrice „Black to the Routes“ No. 39
Gute Pigmentierung, intensives Schwarz. Ich bin nicht so ein Fan von dem Pinsel, aber ich mag gerade einfach schwarzen Nagelllack.

Ansonsten…

  • …durchlebe ich gerade einen ganz schlimmen Fall von Binge-Watching der Serie „Game of Thrones“.
  • … liebe ich die Video-Reihe „100 Years of Beauty„, besonders das für Deutschland finde ich überaus gelungen. Unbedingt ansehen!
  • … höre ich gerade viel Coldplay, z.B. „Fix you
  • … und habe einen alten Lieblingssong wiederentdeckt: „Crossfire“ von Brandon Flowers. Ich liebe diese Songzeile „We’re caught up in the crossfire between heaven and hell“, das Lied hat etwas merkwürdig philosophisches.

Love, Katha

Media Monday #230

Moinsen!

Nach einem halb erholsamen, halb schulisch anstrengendem Wochenende und jetzt zum Ende der Rudersaison (endlich!), freue ich mich, mal wieder meinen Senf zum Media Monday geben zu können.

Media Monday #230

1. Einer der Zeichentrickfilme meiner Kindheit/Jugend ist defintiv „Anastasia“, die süße, historisch absolut inkorrete, aber dennoch bezuabernde Geschichte um die letzte Romanov ist wunderschön und ich kann sie immer wieder sehen!

2. Der neue Bond – wird am kommenden Freitag gesehen, solang geb ich noch keinen Senf .

3. Die Besetzung in „The Tourist“ mit Angelina Jolie und Johnny Depp wirkt auf mich wie ein recht plumper Kunstgriff, um den Film, dessen Story eher mittelmäßig ist, schön zu verpacken und für das Mainstreampublikum tauglich zu machen.

4. Von der anfänglichen Faszination für „Breaking Bad“ ist leider nicht viel übrig geblieben, irgendwie konnte mich die Serie nicht greifen.

5. Das Buch „Anna Karenina“ würde mich ja schon reizen, wenn es nicht so ein dicker Schinken wäre und ich mich überwinden könnte. Ein weiteres Buch auf diese Liste ist „Der Turm“.

6. Joshua Jackson hat ja schon in zahlreichen Serien mitgewirkt, jedoch ist er  in „Fringe“ am besten aufgehoben. Vielleicht denke ich das auch nur, weil er mir dort als erstes begegnet bin, aber ich finde ihn einfach toll!

7. Zuletzt habe ich sehr regelmäßig Pizza gegessen und das war wundervoll, weil ich furchtbar faul gelaunt war und Pizza natürlich imemr geht.

Jetzt kann die Woche beginnen – vielleicht mit noch mehr Pizza…

Love, Katha

Media Monday #228

Moinsen!

Da bin ich wieder, irgendwo keuchend und hustend vom Rudertraining, fast ertrunken in meiner Schularbeit, kam das leise Schuldgefühl mit der Sehnsucht auf, endlich wieder zu bloggen.

Media Monday #228


1. Eine der erschreckendsten Zukunfts-Dystopien ist das Zukunftsszenario in „Cloud Atlas“. Menschen, die hergstellt werden, um zu arbeiten und nach 12 Jahren Dienst kompostartig zum Futter der neu entstehenden Menschen gegeben werden – das ist doch abartig.Ich finde allgemein Dystopien ziemlich erschreckend und gruselig, weshalb ich sie auch nur in Maßen ertrage. Natürlich ist z.B. „Matri“x absolut genial, und ebenfalls die „Tribute von Panem“ haben mich ziemlich schockiert vom Konzept – aber allgemein gesagt bin ich nicht so bewandert in diesem Genre.

2. Bei Patrick Süßkind gibt es immer wieder ungemein charismatische Bösewichter, wie Jean-Baptiste Grenouille . Seuftz, was für eine faszinierende Gestalt, irgendwie hat er etwas unglaubliches an sich, vielleicht nicht charismatisch, doch einen irgendwie nicht loslassend.

3. Bei „Birdsong“ hatte ich wohl eine völlig falsche Erwartungshaltung, denn irgendwie hatte mich der Trailer glauben lassen, es sei eine ganz hübsche Liebesgeschichte im Setting des Ersten Weltkriegs (also ein ziemlich perfekter Film für mich) – falsch gedacht. Tatsächlich war das teils 3 Stunden ziemlich grausamer, langatmige Schlachtszenen…

4. Ist ja toll, was technisch heutzutage alles möglich ist, aber eine Verfilmung des „Schatten des Windes“ haben sie immer noch nicht möglich gemacht! Dabei braucht man dazu kein großen High-tech-Tra-ra und die Story ist einfach wundervoll.

5. Wäre doch klasse, wenn Blogs auch mal eine Messe hätte. Einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse für Buchblogger – oder gibt’s das etwa auch schon? Wäre doch ein schöner Diskutierzirkel.

6. „Northern Lights“ (dt. „Der Goldene Kompass“) war als simple Urlaubslektüre o.ä. gedacht, doch schon sehr schnell war ich verzaubert von der wunderbaren, magischen Welt von Lyra und ihren Dämonen. Seitdem liebe ich diese Geschichte, meine Rezension dazu findet ihr hier.

7. Zuletzt habe ich tatsächlich mal entspannt und das war absolut nötig, weil ich das Gefühl habe, ständig unter Strom zu stehen (ich gebe zu auch Schuld daran zu sein) und so verbrachte ich ein stressfrei-ruhiges Wochenende vor meinem Fernseher und fern von der Außenwelt und jederlei negativer Energie.

Love, Katha

Media Monday #225

Moinsen!

Nach etwas längerer Abstinenz komme ich dank der Ferien endlich wieder dazu, etwas für meinen Blog zu leisten!

Media Monday #225

1. Mit den Filmen mit Kirsten Stewart kann man mich ja echt jagen, denn dieses leere, blasse und stets gleich glotzende Gesicht ist derartig nichtssagend, dass es mich schon wütend macht!

2. Der Trailer zu „Suffragette“ hat mich total gepackt, ich kann es kaum erwarten, diesen Film zu sehen. Es ist natürlich auch die faszinierende Besetzung aus Meryl Streep und Carey Mulligan,meine Begeisterung für diese Epoche, aber vor allem dieses bewegende und so bedeutende Thema für die ganze Menschheit.

3. „Dido Elizabeth Belle“ braucht sich nicht vor einschlägigen Genre-Vertretern zu verstecken, schließlich ist dieser Film nicht der  typische Kostümfilm inklusive Liebesgeschichte, den man vielleicht erwarten mag, sondern bietet historisch als auch menschlich viele Werte. Wer mehr erfahren will, findet meine Rezension hier.

4. Während mir „Die Chroniken von Narnia“ mir  ja noch richtig gut gefiel, war der Nachfolger „Prinz Kaspian von Narina“ ein fades Remake des ersten Teils.

5. Der Horroctober ist im vollen Gang. Ich für meinen Teil bekomme schon schizophrene Zuckungen, wenn ich daran denke, was unsere Lehrer uns alles über die Ferien aufgegeben haben.

6. Von der Bildsprache her ist „Far from the Madding Crowd“ bzw „Am Grünen Rand der Welt“ einfach nur wunderschön , denn diese Mischung aus gefühlvollen Blicken und der wilden, südenglischen Landschaft sättigt das Auge auf eine unglaubliche Weise. Der Film ist so schön gemacht, meine Rezension findet ihr übrigens hier.

7. Zuletzt habe ich „Die Verurteilten“ gesehen und das war beeindruckend, weil ich merkwürdigerweise nie etwas von diesem traurigen, nachdenklichen und sehr gut gespielten Film gehört habe, allerdings auch nicht gedacht hätte, dass mich ein Gefängnisfilm so sehr beeindrucken würde.

Love, Katha

Die Entdeckung der Unendlichkeit

OT: The Theory of Everything
DT: Die Entdeckung der Unendlichkeit
Genre: Drama
Cast: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Charlie Cox, David Thewlis, Simon McBurney
Regie: James Marsh
Drehbuch: Anthony McCarten
Musik: Jóhann Jóhannson
Länge: ca. 123 Minuten
FSK: ab 0 Jahren

Basierend auf Jane Hawkings „Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking“
Ausgezeichnung mit dem Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für Eddie Redmayne
Sowie zwei Golden Globes in den Kategorien „Bester Hauptdarsteller“ und „Beste Filmmusik“

Das Schicksal des genialen Physikstudenten Stephen Hawking (Eddie Redmayne) scheint besiegelt, als beim 21-Jährigen eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird. Doch die Liebe zur seiner Cambridge-Kommilitonin Jane (Felicity Jones) gibt ihm neuen Lebensmut. Mit ihrer Unterstützung stürzt er sich in sein wichtigstes Projekt und erforscht genau das, wovon ihm noch wenig bleibt: die Zeit. Aber kann die Liebe zwischen Stephen und Jane auch den Tod besiegen?

Ein überraschendes Gefühl, ganz alte ausstehende Rezensionen zu finden und sich zu wundern, warum man sie nicht veröffentlicht hat. Nun rücke ich mit meiner Meinung zu „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ nach.

Bereits der Trailer zum Film ist sehr vielversprechend, lädt zu einer dramatischen Liebesgeschichte ein, begleitet von der grausamen Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose, die Hawkings in den Rollstuhl zwingt. Ein Kampf zwischen seiner Arbeit für die Physik und der Erkrankung beginnt. Und der Zuschauer wird nicht enttäuscht!
Bildgewaltig und mit einem unter die Haut gehenden Soundtrack wird diese traurige, aber nie hoffnungslose, kraftvolle Geschichte erzählt.
Eddie Redmayne gewann den Oscar nicht umsonst, seine Verkörperung von Hawking ist beeindruckend und erschreckend echt, er spielt den Verlauf den Krankheiterschreckend real. Auch Felicity Jones, die ich nun aus immer mehr Filmen kenne und immer mehr schätze, spielt Jane Hawing mit solch einer liebevollen, starken und warmen Kraft – eine wunderbare Besetzung!

Natürlich kann man einwenden, dass für diejenigen, die sich ein wenig mit Hawkings Leben auseinandergesetzt haben, die Geschichte romantisiert und auch nicht besonders spannend ist. Aber „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ hat nicht den Anspruch, wie bei einem Krimi den Zuschauer an den Sessel zu fesseln, sondern tief im Herzen zu berühren und nachzudenken, aber vor allem, und das ist fast das schönste am Film, niemals aufzugeben.

THE VERDICT: Dieser Film ist ein überaus berührendes Meisterwerk mit hervorragenden Schauspielern, dem schicken Setting der Universität Cambridge, untermalt von einem Soundtrack mit melancholischer Ohrwurmgarantie. Allerdings finde ich ihn etwas zu romantisiert, auch wenn er sich schön als Liebesgeschichte macht. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Dido Elizabeth Belle

OT: Belle
DT: Dido Elizabeth Belle
Genre: Romantisches Drama
Cast: Gugu Mbatha-Raw, Tom Wilkinson, Emily Watson, Miranda Richardson, Penelope Wilton, Sam Reid
Regie: Amma Asante
Drehbuch: Misan Sagay
Musik: Rachel Portman
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 104 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Dido Elizabeth Belle (Gugu Mbatha-Raw), uneheliche Tochter einer afrikanischen Sklavin und eines Admirals der königlichen Marine, wuchs bei ihrem aristokratischen Großonkel Lord Mansfield (Tom Wilkinson) und dessen Gattin (Emily Watson) auf. Dank ihrer Abstammung genießt Dido zwar Adelsprivilegien, ist jedoch wegen ihrer Hautfarbe von gesellschaftlichen Leben der Upper Class ausgeschlossen. Als sie sich in den idealistischen jungen Anwalt und Gegner der Sklaverei John Davinier (Sam Reid) verliebt, ändert sich Didos Leben dramatisch…

Nur durch einen Zufall entdeckte ich diesen Film über einen Trailer auf YouTube – wobei dieser leider schon ein bisschen zu viel verrät! Dennoch war ich vom ersten Moment verzaubert und hatte hohe Erwartungen.

Wenn man bereits auf die Besetzung guckt, macht man schon große Augen: Tom Wilkinson ist ein hervorragender Schauspieler, der es immer wieder schafft, großen strengen Rollen eine warme, starke Aura zu geben. Besonders die Besetzung durch Miranda Richardson, die stets etwas zickig wirkt und der gutmütigen Penelope Wilton, die viele als Mrs Crawley aus Downton Abbey kennen, halte ich für mehr als passend! Die Schauspieler schmiegen sich hier so perfekt in ihre Rollen, alles wirkt so wunderschön gefühlsecht, ohne überspitzt zu sein.

Tatsächlich basiert die Geschichte auf wahren Ereignissen, was mich sehr beeindruckte, aber natürlich auch berührte. In einer Szene des Films werden die zwei Mädchen, die beide im Haus von Lord Mansfield aufwachsen, zusammen porträtiert und in der Tat existiert dieses Gemälde wirklich. In gewisser Weise ist „Dido Elizabeth Belle“ das Gegenstück zu „12 Years a Slave“ und zeigt mit viel Intelligenz und Scharfsinn das Leben und Emanzipation der halb-schwarzen jungen Dame. Außerdem wird die ganze Geschichte ebenfalls durch das historische Ereignis eines wichtigen Gerichtsprozesses zu dieser Zeit, welcher den Sklavenhandel und dessen Recht in Großbritannien revolutionieren sollte, politisch beleuchtet. Diese verschiedenen Ebenen, die beleuchtet werden, sind neben den tollen Schauspielern und de, wunderschönen Setting in alten Herrenhäusern und Gärten, das besondere an dem Film und machen dessen Qualität aus! Dennoch ist er natürlich durch den stark romantischen Fokus nur etwas für Zuschauer, die dieses Genre mögen.
Unglücklicherweise lässt das Cover den Film deutlich kitschiger wirken, als er ist, was wirklich schade ist, weil es vielleicht einige romantisch-historisch interessierte verscheucht.

Natürlich ist Rachel Portman, die Frau unter den großen Komponisten unserer Zeit, die stets für gefühlvolle, dramatische und romantische Musik sorgt, hier genau richtig. Der bezaubernde, warme Score unterstützt die Wirkung dieses doch relativ ruhigen, trotzdem ernsten und romantischen Films, sehr gut und lässt sich auch prima zu Hause nachhören.

THE VERDICT: Ich wurde nicht enttäuscht: ein schöner, warmherziger und dennoch ernster Film über die außergewöhnliche Geschichte der Dido Elizabeth Belle, der von einzigartiger Qualität ist und den ich dementsprechend nur empfehlen kann! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Sommer im Februar

OT: Summer in February
DT: Sommer im Februar
Genre: Romantisches Drama
Cast: Dominic Cooper, Emily Browning, Dan Stevens, Hattie Morahan, Nicholas Farrell
Regie: Christopher Menaul
Drehbuch: Jonathan Smith
Musik: Benjamin Wallfisch
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: ca. 100 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Litertaurverfilmung des gleichnamigen Romans von Jonathan Smith aus 1995.

Cornwall 1913. In der elitären Künstlerkolonie Lamorma verlieben sich der Maler Alfred Munnings und sein bester Freund Gilbert in dieselbe Frau, Florence Carter-Wood. Die aristokratische Schönheit liebt den adeligen Gilbert. Doch als der berühmte Munnings ihr einen Heiratsantrag macht, stimmt sie diesem zu. Die Situation droht zu eskalieren und die gefährliche Ménage-à-trois nimmt bedrohliche Züge an, als Florence schon in der Hochzeitsnacht versucht sich umzubringen. Zu spät muss sie erkennen, dass sie nicht nur die Herzen der beiden Männer gebrochen hat, sondern auch ihr eigenes.

Natürlich sticht einem schnell die Besetzung ins Auge: Dominic Cooper, der fast nirgends einen sehr sympathischen Menschen spielt, verkörpert auch hier in seiner Rolle des exzentrischen Malers Alfred Munnings nicht gerade den nettesten Menschen und tut dies mit Bravour. Besonders über Dan Stevens habe ich mich gewundert, da man ihn zuvor nur von Downton Abbey kannte, war ich neugierig ihn in einer anderen Rolle als Matthew Crawley zu sehen – allerdings fiel mir das wirklich schwer, weil das Thema vielleicht etwas anders ist, aber der Rollentyp und das Setting des beginnenden 20. Jahrhunderts doch sehr an die Serie erinnern. Auch Emily Browning in ihren tagisch-traurigen Rolle hätte mehr überzeugen können, sie wirkt verzweifelt ja, aber es fehlt etwas von Leidenschaft.

Obgleich der Titel und das Plakat vielleicht nett und romantisch erscheinen mögen, ist „Sommer im Februar“ noch mehr, auch wenn das Cornwall-Setting an so manchen Rosamunde Pilcher Film erinnern lässt, ist dieser Film durch seine Dramatik und tiefe Traurigkeit, einem tragischen Ernst und der Hin- und Hergerissenheit des jungen Herzens der Florence Carter-Wood ganz weit davon entfernt. Natürlich, man ahnt es früh, bahnt sich dieser Beziehungskonflikt dem unvermeidlichen zu.
Leider zieht sich die Geschichte eher hin, als dass man als Zuschauer vor Spannung fast schreien möchte, und so wird aus diesem wirklich schönen Drama manchmal eine etwas fade, langgezogene Tragik, die auf ihre Erlösung wartet. Diese ab und an langweiligen Szenen nehmen dem Film irgendwie seine Spannung und so plätschert die Geschichte eher von sich hin. Um es anders zu formulieren: Man hätte mehr daraus machen können!

Nichtsdestotrotz möchte ich die wunderschöne Klavier- udn Streichermusik von Benjamin Wallfisch loben. Sie sorgt für ein wunderbares Flair! Es ist auch toll, diesen Score dann und wann zum Entspannen oder einfach aus Lust zu toller Filmmusik zu hören!

THE VERDICT: Vielleicht habe ich zu viel erwartet, denn ich bin leider enttäuscht. Die Geschichte ist wunderschön, das Setting atemberaubend, traurig und mit einem wunderbaren Score unterstrichen, doch manchmal hilft selbst das nicht, wenn der Film sich so hinzieht. Schade! 6,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Am grünen Rand der Welt

DT: Am grünen Rand der Welt
OT: Far from the Madding Crowd
Genre: Drama, Romanze
Cast: Carey Mulligan, Matthias Schoneaerts, Michael Sheen, Tom Sturridge
Regie: Thomas Vinterberg
Drehbuch: David Nicholls
Musik: Craig Armstrong
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: ca. 119 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Nach Thomas Hardys Roman „Am grünen Rand der Welt“ aus 1874.

Als Bathsheba Everdene (Carey Mulligan) eine Farm im Südwesten Englands erbt, verändert sich ihr zuvor kleines Leben beträchtlich und bekommt als Frau eine bedeutsame Rolle. Ihr Leben wird jedoch immer trubulenter und verwirrender, als sich nach und nach drei Männer in die verlieben und sie zwischen den Stühlen steht: der Schäfer Gabriel Oak (Matthias Schoenaerts), der etwas ältere Gutsbesitzer Boldwood (Michael Sheen) und der junge Sergeant Troy (Tom Sturridge). Durch seine verführerische Art fällt sie Troy in die Arme, merkt aber früh, dass er sie verstößt und so stürzt Bathsheba in ein wildes, unaufhaltsames Chaos.

Thomas Vinterbergs Adaption von Thomas Hardys „Am grünen Rand der Welt“ bietet keine skandinavische Kälte, wie man dem Regisseur vielleicht nach sagen mag, sondern viel mehr eine starke Tiefe, eine ruhige Art, Gefühle auszudrücken und doch nicht an Spannung nachzulassen.
Durch die sehr spezielle Rolle der Bathsheba Everdene scheint der Film auf der romantischen Ebene etwas distanziert zu wirken, man scheint nicht an die Rolle heranzukommen, auch wenn Carey Mulligan sie mit sehr viel Leidschaft verkörpert, hat sie immer etwas fernes, unantastbares und trägt dadurch nicht immer einen Sympathiefaktor – was es allerdings eher interessanter macht, sie kennenzulernen, auch, wenn es befremdlich wirkt.
Besonders gefällt mir, dass keine Figur flach und einfach ist, auf eine oder zwei Charaktereigenschaften ausgelegt, sondern alle recht komplex und real wirken. Außerdem muss ich mit leichtem Schmunzeln zugeben, dass der belgische Schauspieler Matthias Schoenarts, der durch „Der Geschmack von Rost und Knochen“ bekannt wurde, durch seine sanfte Art, die gleichzeitig Ruhe und Kraft verkörpert, für mich hervorsticht.

Dennoch scheint der Film manchmal in sich nicht plausibel, besonders bei der Handlung wirkt die Dramatik ein wenig zu sehr heraufbeschworen und plastisch, wodruch der Film fast schon Stimmungschwankungen von solchen Extremen hat, dass einem unbehaglich wird und es nicht fließend wirkt.

Wie man es bereits auch Joe Wrights Adaption von „Stolz und Vorurteil“ kennt, brilliert auch dieser Film mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die viel mit dem warmen Licht der Sonne und den satt-grünen Hügeln der englischen Landschaft Dorset arbeiten und so der Zuschauer wunderbar in eine wilde, raue Welt eingeführt wird. Die Landschaftsaufnahmen und einige Reitszenen bilden einen wichtigen Bestandteil der Geschichte und wirken auch nie fehl am Platz. So haben wir es hier ohne Zweifel mit einem filmographischem Highlight zu tun, welches hervorragend mit dem Score Craig Armstrongs harmoniert: süße, kräftige Streicher, die mit sehr viel Kraft die wilde, schöne Landschaft nachanhmen – nicht fröhlich, sondern recht ernst. Dazu kommen folklore Töne und im Besonderen singt Carey Mulligan sogar ein Mal!

THE VERDICT: Ein bewegender, sowohl im filmographischen als auch musikalischem beeindruckender Film, der durch eine gewisse Distanz, aber auch Tiefe fasziniert. Leider ist „Am Rand der grünen Welt“ weniger romantisch, als das Plakat vielleicht suggeriert, sondern spielt auf einer ernsten, ruhigen  Ebene die Gefühle ab. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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