Das Celtic Cottage – The Irish Pub

Moinsen!

Es gibt ihm Süden der Stadt ein Pub, in welchem ich mich in letzter Zeit ab und an getummelt habe und eigentlich auch ziemlich begeistert davon bin, dass es mich schon wundert, dass ich erst jetzt davon schreibe. Zugegebenerweise muss ich sagen, dass ich ein Fan von Irish Pubs bin – und das fängt bei der Einrichtung an! Deshalb stelle ich euch heute das traditionelle und urige Celtic Cottage vor.

Wo? Markelstraße 13, 12163 Berlin (Steglitz)
Wann? Täglich ab 9 Uhr
Was? Bier, Whisky, Cider, grandiose Schokomuffins und ein Pubquiz
Preise? Moderat
Webseite: celtic-cottage.de

Somit kann man praktisch mit der U9 bis U-Bahnhof Walther-Schreiber-Platz fahren und die restlichen paar Meter die Schlossstraße hochlaufen, um schließich in die bezaubernde Markelstraße einzutreten, die von hohen, geschnörkelten Altbauten, wie man sie sich nur erträumen kann, gesäumt ist. Eine Prise Klassizismus, ein Hauch Jugendstil weht durch die Straße, an dessen Ende sich bereits von weitem ein gelb-grünlich-irisches Leuchten (zumindest im Dunkeln) bemerkbar macht: Das Cottage.
Und es lässt sich tatsächlich sagen: Nomen est Omen, das Cottage ist ein bisschen eng, aber sehr gemütlich. Mag man rauchen, so soll man es doch vor dem Pub tun, so dass drinnen halbwegs gute Luft herrscht – je nachdem, wie viele Lungen dort ebenfalls Luft schnappen wollen, kann es sehr heiß und stickig werden. Wie für einen Irish Pub typisch ist die Einrichung: ganz viel geschnitzes Holz, sowohl als Täfelung, als auch bei den Möbeln bemerkbar.
Das Highlight des Pubs ist sein berühmtes Pubquiz, welches jeden Montag um 20 Uhr stattfindet und bereits über 10 Jahre besteht. Dabei muss man sich allerdings mindestens 2 Stunden früher einfinden, damit man Platz bekommt, denn das sagenumwobene Pubquiz feiert große Beliebtheit. Besonders schrullig dabei sind die 2 Moderatoren – und wie immer gilt: es wird nicht nach der richtigen Antwort gesucht, sondern nach der Antwort, die die beiden für richtig halten! Der Spaß hat übrigens eine Teilnahmegebür von 1€, aus welcher sich schließlich auch der Jackpot, den man am Ende des Pubquiz‘ gewinnen kann, finanziert. Gefragt beim Quiz ist unnützes Wissen der Art Fakten, die man irgendwann vielleicht man gehört hat und ganz weit hinten im Kopf vergraben in den staubigsten Schubladen auffindet – hoffentlich! Gewinnen kann man übrigens eine Flasche Whisky, die man sich aus drei verschiedenen aussucht. Die Verlierer (niedrigste Punktzahl) hingegen erhalten saure Gurken. Besonders lustig ist, dass wenn man eine besonders dämliche, ja gar absurd-kreative Antwort angibt, auch ein ebenso lusitges Geschenk erhalten kann.
Habe ich schon genug geschwärmt? Ach ja, der Muffin! Es gibt für fast 4€ im Pub einen so göttlichen Schokomuffin, der sogar mit Sahne serviert wird, dass ich ihn jedens Mal bestelle, wenn ich da bin. Theoretisch würde ich sogar für diesen Muffin da hin fahren! Außen mit Schokostücken beschmückt, in seinem Herzen weich und mit warmer Nugatsoße gefüllt, ist dieser Muffin eine Geschmacksexplosion, ein reines Feuerwerk für jedes Naschkatzenherz! Natürlich ist der frischgezapfte Cider und die restliche Alkoholauswahl auch super.
Ab und an kommt auch der sogenannte „Brezelmann“ vorbei, der in einem Korb im Arm, warme, leckere Brezeln aller Art verkauft.
Sagte ich, ich möge diesen Pub? Ich bin herzlich gerne da und kann jedem, der nach Berlin kommt, der in Berlin lebt, der in der Nähe wohnt oder auch nicht, empfehlen besonders am Monatg zum Pubquiz zu kommen. Man trifft tolle Leute, ist megamäßig frustiert von den schweren Fragen und kann dazu den himmlischsten Muffin in Berlin essen – leider bin ich nicht als einzige so begeistert, denn es ist rappelvoll und entsprechend stickig! Doch es lohnt sich! Von ganzem Herzen gebe ich 9 von 10 Punkten.

Love, Katha

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Burgeramt

Moinsen!

Ich habe es mir schon länger zum Projekt gemacht, herauszufinden, wo es in Berlin den besten bzw. exorbitant epische Burger gibt und habe in dieser Mission gestern Abend das „Burgeramt“ besucht und eine unglaubliche Erfahrung gemacht.

Wo? Krossener Straße 21-22 (Boxenhagener Platz)
Wann? Mo-Do: 11.00-01.00 Uhr / Fr-Sa: 11.30-4.00 Uhr / So: 11.00-1.00 Uhr
Was? BURGER!!!
Zahlen? Nur Barzahlung
Preise? Moderart
Wbseite: Burgeramt.com

Steift man die Straßen von der S-Bahnhaltestelle Warschauer Straße entlang entdeckt man in diesem Szeneviertel Berlins unfassbar viele kleinere und größere Restaurants, die die Straßen säumen, wie es anderswo Bäume tun. Gegenüber vom Boxhagener Platz, einer denkmalgeschützen Grünfläche, auf welcher sich auch ein Flohmarkt findet, ist das Burgeramt. Mit einem U.

Tatsächlich aber habe ich den denkbar schlechtesten Tag erwischt, um dort die sagenumwobenen Burger zu probieren: Freitag Abend an dem ersten wirklich sonnigen, fast schon sommerlichen Frühlingstag in Berlin. Es hieß also warten – es gibt gleich wenn man die Burgerbar betritt eine „Meldestelle“, wo man sich in die Warteliste eintragen lässt. Eine gute halbe Stunde später wusste ich mich glücklich an einem kleinen Tisch neben wundervoll leicht orientalisch gekachelten Wänden und flog mit hungrigen Augen über die Speisekarte.
Zugegebenerweise war es recht laut, was mich schon gestört hat, da über mir eine Leinwand hing, so dass man auch dieses blöde Leuchten unfreiwillig permanent zu ertragen hatte.
Die Bedienung war ziemlich nett, obwohl es voll und stressig war, sowie schnell. Während es in der Küche also brutzelte genoss ich das hauseigene Wartebier (woher der Name kommt, ist offensichtlich), welches ziemlich interessant, aber sehr lecker schmeckte – mit einer Zitronengrassnote!
Und dann kam er. Der Burgeramt-BBQ-Bacon-Burger: zwischen zwei leckeren Brötchenhälften lagen frische Röstzwiebeln wunderbares Neuland-Burgerfleisch, Salat, Tomaten, rauchiger Bacon, leicht scharfe BBQ-Soße und – zusätzlich bestellt – irischer Cheddar. Und er kam nicht alleine, ich hatte mir Pommes bestellt,d ie recht elcker waren. Aber dieser Burger war mehr, als ich erwartet hatte. Eine wahre Explosion im Mund, ein Feuerwerk der Gewürze und Schmackhaftigkeit, rauchig, deftig, wunderbar!
Irgendwann bekam mir die etwas laute, vielleicht ja berlinerische Umgebung auch und ich war versunken in meinem Dasein als Konsument dieses wunderbaren Burgers. Meine Begleitung genoß den Gorgonzola-Burger, von dem ich probierte und bestätigen kann, dass er wunderbar ist.

Preislich liegen die Burger zwischen 7 und 9€, wobei sie eine gute Größe haben und jeden Cent Wert sind. Dazu gibt es Toppings für 1.30€ und eine ganz gute Auswahl von Bieren.

THE VERDICT: Ich kam, ich sah, ich genoss. Leute, geht hin und werdet Teil dieses tollen Geschmackserlebnis in Mitten eines kunterbunten Szeneviertels! Die Wartezeit ist nicht schön, aber es lohnt sich sehr. 10 von 10 Sternen. Ein Muss für den Burgerfan.

Love, Katha

Parade’s End

OT: Parade’s End
DT: Parade’s End – Der letzte Gentleman
Genre: Historienfilm, Drama
Cast: Benedict Cumberbatch, Rebecca Hall, Adelaine Clemens, Rupert Everett
Regie: Tom Stoppard
Drehbuch: Tom Stoppard
Musik: Dirk Brossé
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: 6 Folgen á 45 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

England kurz vor dem Ersten Weltkriegs: Der britische Aristokrat und Gentleman alter Schule Christopher Tietjens (Benedict Cumberbatch) heiratet die schöne, aber durchtriebenede Sylvia (Rebecca Hall). Obwohl Sylvia sich in Liebschaften stürzt und Christopher nicht sicher sein kann, dass das gemeinsame Kind von ihm stammt, hält er die Ehe mir ihr aufrecht – bis zu jenem Tag, an dem er der jungen und ungestümen Valentine Wannop (Adelain Clemens) begegnet. Doch nicht nur seine Gefühlswelt gerät mit einem Mal ins Schwanken, auch das noch junge Jahrhundert befindet sich mit dem einsetzenden Krieg im Umbruch… [Klappentext]

Nun lässt sich sagen, dass der Trailer und dieser Klappentext zunächst kitschig und deutlich überdramatisert klingen, als es der Film an sich ist. Denn die Grundstimmung ist eine ruhige, vielleicht etwas traurige. Dies wird besonders schön durch das von Dirk Brossé komponierte Thema unterstrichen: es besteht aus einem Pianostück, welches von Streichern untermalt wird und sich durch den ganzen Film mit einem ungeheuren Wiedererkennungswert aber doch schlichter Schönheit schlängelt.

Als großer Cumberbatch Fan bin ich natürlich etwas befangen, aber alle Male begeistert. Er spielt die Rolle des Christopher Tietjens ultra ur-englisch und sehr elegant. Ein Mann, der zu Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs und Modernisierung auf die alten Werte beharrt und stehts bemüht ist, das absolut allerrichtigste zu tun – ein komplettes Spiegelbild seiner Frau. Und wie ich Rebecca Hall in dieser Rolle liebe! Voll Feuer, Arroganz, einer gewissen verzweifelten Dummheit und Schönheit präsentiert sie die Rolle Sylvias.
Wer den Film bereits gesehen hat, dem wird jedoch auffallen, dass Benedict Cumberbatch irgendwie imemr auf seinem Schmollmund rumkaut oder irgendwie sonstige Absurditäten mit seinem Mund anstellt, was nicht stört, aber ab und zu echt komisch ist.

In gewisser Hinsicht kann man den Film als Reise von Tietjens betrachten, dass er die Augen vor bestimmten Dingen öffnet, ein Nachdenkspiel über neue und alte Werte in der Umbruchsgesellschaft. Demnach hat der Film etwas sehr trauriges, dramatisches. Jede Figur macht eine Wandlung durch, sogar Sylvia wird urplötzlich zurückgezogen christlich – fragt sich nur, ob das ihren Mann zurückholt.
Wo wir bei der jungen Valentine wären, eine Suffragette, ein wenig antagonistisch gegenüber von Christopher. Müsste man meinen?! Sie ist noch unerfahren im Leben und weiß auch nicht ganz, wohin sie möchte, doch dann überrumpeln sie die Gefühle. Der einzige Nachteil, den ich an der Besetzung bei Adelaine Clemens sehe, die wirklich gut spielt, dass sie erschreckend an Carey Mulligan erinnert!
Christopher, der rationale Mensch, der irgendwo in seiner Tiefe Gefühle unterbindet und die romantische Valentine. Natürlich ist die Storyline hinsichtlich dessen etwas offensichtlich, was meines Erachtens aber nicht stört, das der Film bzw. die Miniserie dadurch nicht weniger spannend wird.
Wo wir beim nächsten Punkt wären: die Verfilmung der Tetralogie Ford Madox Fords ist in 6 Folgen eingeteilt, was den Spannungsbogen ab und an wirklich anhebt. Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich so gepackt war, dass ich 5 Folgen am Stück gesehen habe und mich nur die Zeit daran gehindert hat, die letzte erst am Folgetag zu sehen.

Optisch – BBC Niveau wird in aller Gänze erfüllt! – ist es selbstverständlich ein Hochgenuss: schon den Einstieg liebe ich über alles, wie die Kamera über ein prächtiges Zimmer fliegt, mit alten Möbeln, Kronleuchter… Toll! Ich zu meinem Teil habe den Roman nicht gelesen, vielleicht werde ich es irgendwann tun, somit versuche ich, wie auch sonst immer, den Film mehr oder weniger als Einzelwerk zu betrachten!

THE VERDICT: Alles in einem bin ich überwältigt, absolut begeistert und lege diesen Film bzw. diese Miniserie jedem ans Herzen, weil sie definitiv zu meinen Lieblingsfilmen zu zählen ist.
10 von 10 Sternen. Epischer wird’s nicht.

Love,  Katha