Media Monday #228

Moinsen!

Da bin ich wieder, irgendwo keuchend und hustend vom Rudertraining, fast ertrunken in meiner Schularbeit, kam das leise Schuldgefühl mit der Sehnsucht auf, endlich wieder zu bloggen.

Media Monday #228


1. Eine der erschreckendsten Zukunfts-Dystopien ist das Zukunftsszenario in „Cloud Atlas“. Menschen, die hergstellt werden, um zu arbeiten und nach 12 Jahren Dienst kompostartig zum Futter der neu entstehenden Menschen gegeben werden – das ist doch abartig.Ich finde allgemein Dystopien ziemlich erschreckend und gruselig, weshalb ich sie auch nur in Maßen ertrage. Natürlich ist z.B. „Matri“x absolut genial, und ebenfalls die „Tribute von Panem“ haben mich ziemlich schockiert vom Konzept – aber allgemein gesagt bin ich nicht so bewandert in diesem Genre.

2. Bei Patrick Süßkind gibt es immer wieder ungemein charismatische Bösewichter, wie Jean-Baptiste Grenouille . Seuftz, was für eine faszinierende Gestalt, irgendwie hat er etwas unglaubliches an sich, vielleicht nicht charismatisch, doch einen irgendwie nicht loslassend.

3. Bei „Birdsong“ hatte ich wohl eine völlig falsche Erwartungshaltung, denn irgendwie hatte mich der Trailer glauben lassen, es sei eine ganz hübsche Liebesgeschichte im Setting des Ersten Weltkriegs (also ein ziemlich perfekter Film für mich) – falsch gedacht. Tatsächlich war das teils 3 Stunden ziemlich grausamer, langatmige Schlachtszenen…

4. Ist ja toll, was technisch heutzutage alles möglich ist, aber eine Verfilmung des „Schatten des Windes“ haben sie immer noch nicht möglich gemacht! Dabei braucht man dazu kein großen High-tech-Tra-ra und die Story ist einfach wundervoll.

5. Wäre doch klasse, wenn Blogs auch mal eine Messe hätte. Einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse für Buchblogger – oder gibt’s das etwa auch schon? Wäre doch ein schöner Diskutierzirkel.

6. „Northern Lights“ (dt. „Der Goldene Kompass“) war als simple Urlaubslektüre o.ä. gedacht, doch schon sehr schnell war ich verzaubert von der wunderbaren, magischen Welt von Lyra und ihren Dämonen. Seitdem liebe ich diese Geschichte, meine Rezension dazu findet ihr hier.

7. Zuletzt habe ich tatsächlich mal entspannt und das war absolut nötig, weil ich das Gefühl habe, ständig unter Strom zu stehen (ich gebe zu auch Schuld daran zu sein) und so verbrachte ich ein stressfrei-ruhiges Wochenende vor meinem Fernseher und fern von der Außenwelt und jederlei negativer Energie.

Love, Katha

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His Dark Materials I

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Autor: Philip Pullman
OT: Northern Lights
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130224
Länge: 375 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Goldene Kompass“ erschienen.

Lyra und ihr Dämon Pantalamion leben in Oxford am Jordan College ein unbeschwertes Leben, bis plötzlich nach und nach Kinder von einer mysteriösen Organisation entführt werden – keiner weiß, wovon oder weshalb. Gleichzeitig erreicht die Welt der Wissenschaft einen neuen Höhepunkt: die Erforschung des geheimnisvollen und gefährlichen Staubs, wie Lyra bei einem heimlichen Gespräch mitbekommt. Doch als auch ihr bester Freund verschwindet, offenbart sich Lyra ist ein mutiges Mädchen und stützt sich in ein aufregendes Abenteuer, welches sie in eine fremde Welt bringen wird – die des hohen Nordens.

Die Geschichte der kleinen Lyra wird zwar aus der dritten Perspektivegeschrieben, dennoch wird man häufig Teil der sehr intelligenten Gedankenwelt Lyras, versucht mitzugrübeln und ist somit stets ganz dicht beim Geschehen. Es ist unfassbar, wie sehr man in die Handlung fällt, wie man das Buch kaum loslassen kann, weil es nie langweilig wird, die Handlung spinnt sich von selbst fort und stets passiert neues, unglaubliches. Dennoch ist es manchmal ganz schön erschreckend, was sich das junge Mädchen traut, vielleicht auch etwas wahnwitzges jemand so junges als Hauptfigur zu bestimmen.Gleichzeitig empfand ich eine unglaubliche Freude, sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Zur englischen Ausgabe ist zu sagen, dass es wundervoll geschrieben ist, ein reicher Wunderkorb von Adjektiven, so dass man die Kälte des Nordens fast schon auf der eignen Haut spürt, das Brüllen der Eisbären in der Ferne zu hören glaubt. Eine wunderschöne, brilliant ausgelegte Parallelwelt, ähnlich zu unserer, entsteht. Interessant sind auch die Parallelen zu der eben unseren, die Rolle von Kirche in der eigenen Welt im Kampf mit der Wissenschaft nachzuvollziehen. Oder die faszinierende Idee von Dämonen – zwangsläufig fragt man sich schnell, was für einen man selbst hätte. Nicht umsonst gewann Philip Pullmans phantastisches Meisterwerk die höchste Kinderbuchauszeichnung, den Astrid-Lindgren-Preis. Und doch ist es nicht nur ein Kinderbuch, durch die clevere Geschichte und die Motivation, die Handlung zu reflektieren, vielleicht auch, wie an selbst gehandelt hätte, hat es sich längst zum Roman für alle etabliert.

THE VERDICT: Ein herrlicher, spannender Roman, der garantiert nicht nur für Kinder, sondern alle Abenteuerlustigen geeignet ist und einfach Spaß bei Lesen macht! Die Sprache ist angenehm, bildlich und gleichzeitig bezaubernd vielfältig. Ich konnte es kaum aus der Hand legen! Deshalb 10 von 10 Sternen.

Love, Katha


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