London mal anders erleben

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meinen Beitrag über meinen dritten London-Besuch hier auf meinem Blog gepostet habe. Seitdem habe ich einige andere aufregende Reisen erlebt, aber letztendlich komme ich irgendwie immer zurück auf die entzückende Insel.

Diesmal führte unsere Reise uns nach Rye, Cambridge und Canterbury – mit Aufenthalt in London, so dass ich wieder ein paar Tage in der Stadt hatte. Seit meinem letzten Besuch hat sich einiges verändert, nicht nur die Art, wie ich Urlaub mache, sondern selbstverständich auch, was mich interessiert und wie ich bin.

Dabei war es mir diesmal wieder wichtig, einfach die Stadt zu erleben, mich beim Spazierengehen von meiner Intuition leiten zu lassen und nicht den ganzen wichtigen Attraktionen nachzurennen (zumal ich mittlerweile schon sehr viele Sehenswürdigkeiten gesehen habe). Außerdem wohnten wir in einem AirBnB in einem edwardianischen, denkmalgeschützen Gebäude im Stadtteil Islington, was das Gefühl, London ein bisschen mehr wie ein Einheimischer zu erleben, verstärkte. Außerdem traf ich mich dort mit einer Instagrammerin, mit der ich schon länger befreundet bin und sie zeigte mir die Stadt nochmal aus einem ganz anderen Winkel, was ein ganz besonders tolles Erlebnis war.

Allerdings muss ich sagen, dass die Orte, an denen ich war, ordentlich durch Instagram beeinflusst wurden, weil ich durch Seiten wie „Pretty little London“ inspiriert wurde, welche Viertel besonders interessant und pittoresk wären und wo ich tolle Bücherläden und ein wunderschöne Cafés entdecken könnte. Wie immer war mein Leitmotiv meinen Augen zu folgen und mich einfach zu verlieren.

Lesen

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John Sandoe Books

Um den Anspruch, mich weiterhin guten Gewissens vor allem als Buchblog bezeichnen zu können, möchte ich drei Buchhandlungen, die mich ganz großartig begeistert haben, vorstellen. Jede hat ihre eigene Art und ich kann deren Besuch jedem/jeder bibilophilen LondonbesucherIn ans Herz legen:

Persephone Books besuchte ich mit einer Freundin, die ich vor längerem über die Untiefen des Buchblogger/instagrammertums kennengelernt habe und endlich persönlich treffen konnte. Diese Verlagsbuchhandlung ist ein kleiner Himmel in Bloomsbury, der Bücher in schönen eleganten grauen Editionen anbietet, wobei der Fokus vor allem auf Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts liegt, die in Vergessenheit gerarten ist. Hier hat man richtig das Gefühl, sich in einer persönlichen, liebevollen Buchhandlung zu bebefinden, die auch wenn sie klein ist, zum Schauen und Verweilen einlädt. Auf den  vielen Tischen stehen neben Büchern und Lesezeichen, auf denen jeweils der Klappentext steht, auch Vasen mit frischen Tulpen, deren Duft ganz subtil den ganzen Laden erfüllt.

Daunt Books hat mehrere Standorte, unter anderen den bekanntesten in Marylebone und einen in Holland Park, auf den ich dort zufällig stieß, als ich zur Tube wollte. Besonders spannend ist, dass dort die Belletristik nach Regionen sortiert sind, beispielweise stehen also im Deutschland-Regal sowohl Romane über Deutschland als auch übersetzte Werke deutscher AutorInnen. Die Auswahl ist wirklich hervorragend, auch wenn das Sortierungssystem zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem ist alles wunderschön angerichtet und der Laden in Marylebone strahlt besonders durch die Holztäfelung und ein großes altes Fenster, das mit den petrolfarbenen Wänden für ein englisches Wohnzimmerflair sorgt.

John Sandoe in Chelsea wiederrum spiegelt wieder, wie man wirklich auf das effektivste jeden kleinsten Millimeter in einem Laden nutzen kann und es trotzdem unheimlich gemütlich ist, obwohl man echt erschlagen ist von der Menge an verschiedenen Büchern. Zugegeben, ich habe nicht ganz verstanden, wie der Laden funktioniert, aber es hat mir gefallen – es gab wirklich alles, auch wenn es ein kleines Labyrinth ist. Man kann dort Stunden verbringen!

Entdecken

Am Slone Square in Chelsea auszusteigen und sich einfach in den vielen schönen Straßen zu verlieren und zu staunen, wie unfassbar reich manche Leute sind und in welch pittoresken Häusern sie leben, ist ein Erlebnis für sich. Auf Instagram wird der Bezirk Chelsea und Kensington in seiner ganzen Schönheit bereits auf etlichen hübschen Accounts gefeiert. Einen Spaziergang zu machen und dies für sich selbst zu entdecken, an blühenden Bäumen vorbeizulaufen, Eichhörnchen über die Straßen huschen zu sehen und sich an schöner Arhitektur dumm und dämlich zu schauen – fern ab der Touristen – war eines meiner persönlichen Highlights.

Ebenfalls bezaubernd  st Holland Park, das etwas weiter draußen ist als Chelsea, und zwar in South Kensington. Hier stehen eher große Familienhäuser, die individualistischer sind als die endlosen weißen Reihen in Chelsea, uund meist von Pflanzen und Bäumen geziert werden . Außerdem kann man in kleinen Gassen zwischen den großen Häusern die sogenannten Mews bestaunen, die einst Pferdeställe gewesen sind und nun zu hübschen kleinen Häsuern gemacht wurden.

Meine dritte Entdeckung war Neal’s Yard, ein kleiner, bunter Innenhof mit kleinen Essmöglichkeiten in der Nähe von Covent Garden, der einem eine ganz andere Seite von London zeigt. Nach einer kleinen Tee Shopping Tour in der bezaubernden Marthalle von Covent Garden in meinen Lieblingsteeladen Whittard of Chelsea, erkundeten wir Neal’s Yard. Auf dem Weg dahin, läuft man außerdem an wunderschönen kleinen Gassen und Blumenverzierten Pubs vorbei, es lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht.

Kulinarisches

Das Host Café in der Saint Mary Aldermary Church ist einer der schönsten und stimmungsvollsten Orte, an denen ich je gewesen bin. Mitten in der Hektik in der City of London so einen entzückenden Ort mit tollem Tee zu finden, gleicht einem kleinen Wunder. Zugegeben, es ist wirklich ein sehr eigenes Gefühl, in einer Kirche und obendrein einer so schönen, seinen Tee zu schlürfen, denn, normalerweise macht man das nicht – andererseits ist es vielleicht auch ganz richtig, weil dieser heilige, friedvolle Ort wirklich dazu einlädt, einfach nur zu sein und ein wenig Entspannung zu genießen – und das kann man am besten mit einem guten Tee.

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Ein ebenfalls toller Ort, um zu essen ist der berühmte Borough Market. Sicherlich ist das nichts Neues und total tourimäßig, aber es macht trotzdem Spaß durch die Hallen zu laufen, die vielen verschiedenen Stände zu beobachten und die leckeren Gerüche einzuatmen. Am Ende gab es dann Falafel.

Ebenfalls empfehlenswert finde ich es nach wie vor bei der Pub Kette Whetherspoon zu essen, beispielsweise in Shakespeare’s Head an der Tube Station Holborn. Die Portionen sind anständig und der Standard ist eigentlich immer da, es ist bezahlbar und die Fish & Chips sind ziemlich lecker. Neuerdings bieten sie sogar ein veganes Curry an.

Allgemeine Gedanken

Wenn man an London denkt, ist eines der bekanntesten Stichwörter sicherlich die Tube und auch, damit zu fahren. Mir fiel auf, dass die Abstände zwischen den Stationen durchaus größer sind, als in Berlin und dass es manchmal wirklich Ewigkeiten dauert, umzusteigen, weil man gefühlte Jahrhunderte damit verbringt, durch die Tunnel zu laufen – besonders schlimm ist dies bei der Haltestelle Bank. Früher sind mir diese Dinge gar nicht aufgefallen, aber weil ich in vergangener Zeit größere Probleme im Umgang mit unterirdischen Verkehrsmitteln und engen Räumen habe, war es eine persönliche Herausforderung für mich, allein durch diese Stadt zu fahren. Was es allerdings etwas erleichtert wurde, dadurch, dass der respektvolle und zivilisierte Umgang der Menschen miteinander hier funktioniert. Es ist etwas, das mir immer posititiv ins Gedächtnis kommt, wenn ich an Großbritannien denke. Dieses Gedränge und das aggressive schlecht gelaunte Geschubse, aneinander Anzischen oder irgendwo im Wege zu stehen und sich allgemein super egoistisch im öffentlichen Nahverkehr zu verhalten, gibt es in beinahe in keinster Weise. Ich staune noch immer darüber, wie es in London funktioniert, dass die Menschen auf der Rolltreppe alle auf der rechten Seite stehen. Ich wünschte, das wäre bei uns möglich – so schwierig kann das nicht sein.

Außerdem bin ich diesmal auch oft mit dem Bus gefahren und stand wirklich ziemlich häufig im Stau, aber da ich alle Zeit der Welt hatte und es draußen sowieso regnete, war es eigentlich echt schön: man sieht so viel mehr von der Stadt und ich kann es nur empfehlen, wenn man Zeit hat, damit durch die Gegend zu bummeln.

Allgemein muss ich sagen, dass ich was die Briten angeht, bisher stets gute Erfahrungen gemacht habe, wie freundlich und hilfreich man mir entgegen kam. Sicher kann man das nicht verallgemeinern, gute und schlechte Menschen gibt es überall, aber ich bin so froh über diese Gastfreundlichkeit. So macht es Spaß, Tourist zu sein. Eine kleine Geschichte dazu folgt in meinem Beitrag über Rye.
Das Wetter war leider nicht gut. Andere mögen staunen, aber meine bisherigen Ausflüge nach Großbritannien waren von fast ausnahmslos gutem Wetter gezeichnet. Aber Ende März ist es leider einfach nur kalt und nass, vor allem nach so einem besonders deprimierend langem Winter. Ein paar wunderschön blühende Magnolienbäume habe ich glücklichweise gesehen und wenn dann kurz die Sonne rauskam, war es bezaubernd.

Noch eine kleine Sache zum Schluss, die mich amüsiert hat: die Pub Kultur in Großbritannien ist einzigartig, nicht nur stehen pünkltich zum Feierband ab 17 Uhr die Menschen Schlange vor allen möglichen Pubs (Briten lieben es ja bekanntlich in Schlangen zu stehen) und nicht nur sind die Pubs wunderschön mit Blumenkörben verziert und absolut urig, sondern pünktlich zur Mittagspause, wo allen Londoner in der City aus ihren Büros strömen, um Mittagsessen zu besorgen, schlenderte ich durch eine Straße und sah etwas unglaubliches: Diese Büromänner tranken Bier in der Mittagspause, die Pubs waren voll, als sei Feierabend!

Love, Katha

 

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Schwarzes Café

Wo? Kantstraße 148, 10623 Berlin
Wann? 24/7
Was? Drinks, Heißgetränke und Sandwiches
Preise? Moderat, Cocktails etwas gehobener
Zahlen? Bares ist wahres
Webseite:schwarzescafe-berlin.de

Wenn man von angesagten und tollen Bars oder Cafés redet, fällt häufig der Name des Schwarzen Cafés – diesem Hype wollte ich auf den Grund gehen.

Das Schwarze Café versucht überall düster und extravagant zu sein – leider auch auf den Toiletten. Denn auch wenn ich das Schwarze ab und zu besuche, versuche in den Gang zu vermeiden. Mir graust jetzt schon davor… Gut, das Ambiente mutet modern an, aber dass es ein Fensterchen zwischen den Toilettenkabinen gibt, um seiner Nachbarin zuzuschauen oder das die Türen einen Handbreiten Spalt an beiden Ende aufweisen, so dass man auch in die Kabine von außen reinschauen kann, wenn einem das beliebt, finde ich absolut grässlich – mal abgesehen davon, dass es nicht besonders sauber war.

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Die Besucherzahlen schwanken dadurch, dass das Cafe 24/7 auf hat, lockt es spät nachts beziehungsweise morgens die Gestalten an, die noch in aller frühe alkoholisches konsumieren wollen. Das Café ist selten leer, meistens sehr oder auch sehr sehr gut besucht und besonders wenn man mehr als 3 Personen ist, bietet es sich an, vorher zu reservieren.

Zum Service: Manchmal wartet man lang, obwohl nicht viel los ist, manchmal hat man eine sehr unfreundliche Bedienung, manchmal geht es recht schnell und recht freundlich. Es ist aber generell eher kühl und unpersönlich, was man eher von einer Kette kennt – oder einem Laden, dem seine Coolness ein bisschen zu Kopf gestiegen ist.

Die Getränke jedoch (und der Grund, weshalb man dort hingeht) besonders die heiße Schokolade und die Cocktails  sind gut, aber im Vergleich zu anderen preislich ähnlichen Bars nichts besonderes. Man zahlt auch für den Namen, die Lokation und den Ruf des Schwarzen Cafes. Natürlich, es ist beliebt (und oft unter den Top Bars in Berlin zu finden) und praktisch neben dem Zoo hervorragend zu erreichen und noch immer günstiger, als andere beliebte Bars in dieser Gegend, aber ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mir ein bisschen überzogen.
Drei Euro für eine Heiße Schokolade, die man in wenigen Schlücken wegtrinkt und zur Hälfte aus Sahne besteht? Vielleicht bin ich ein knauseriger Student, aber wenn man bessere Orte kennt, muss man, finde ich, Punkte abziehen statt sich vom Glanz blenden zu lassen. Ein gutes Beispiel ist für mich „An einem Sonntag im August„, welches ähnliche Preise hat, aber viel angenehmere Bedienung, tolles Ambiente und qualitativ hochwertigere Getränke.

Zugegebenerweise, es ist ein guter Ort, um Sonntag-Abend in der Innenstadt bzw dem westlicheren Berlin etwas trinke zu gehen und die Auswahl ist auch sehr anständig. Aber es zieht mich dennoch nicht dahin. Ich erkenne nicht das besondere und außergewöhnliche, was man diesem Laden nachsagt – leider. Man kann hingehen, muss aber nicht. Es gibt ruhigere Cafes und Bars, wo man sich nicht anschreien muss und trotzdem gut trinken kann.

THE VERDICT: Ein solider Ort, um etwas trinken zu gehen mit guter Auswahl bei etwas erhöhten Preisen und einer sehr verstörenden Toilette. Das Ambiente ist namensgebend schwarz. Den Anreiz bieten die Öffnungszeiten, aber bei weitem kein herausragender Ort. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

Café Anna Blume

Wo? Kollwitzstraße 83, 10435 Berlin
Wann? Mo-So, 8-22 Uhr
Was? Kafffee, Kuchen, Brunch und nebenan Blumen
Preise?  Etwas gehoben
Zahlen? Bar und mit Karte
Webseite: cafe-anna-blume.de

Ein großes und belebtes Café voll Blumen und die Wände hier sind bemalt mit Jugendstil-Motiven. Diese Oase in Prenzlauer Berg ist ein Ort, wo man sich hervorragend den Bauch vollschlagen kann, so toll, dass aber auch unglaublich viele andere Menschen davon wissen und es meistens brechend voll ist (besonders Brunch am Wochenende, da darf man auch gerne mal anstehen). Ich mag dieses Café wirklich gern, weshalb ich es auch hier vorstellen möchte, aber manchmal ist es einfach schade, dass es so „gehyped“ wird und man nicht in Ruhe seine Torte genießen kann. Aber ich denke auch, dass das sehr abhängig vom Wochentag und der Uhrzeit ist.

Dennoch muss ich trotz Wartens gestehen, das Brunchen lohnt sich! Die sogenannte „Étagère“ bietet dabei das Kronjuwel des Cafés – und das wahrlich nicht ohne Grund: diese Platte aus Käse, Obst, Gemüse, Wurst, Fisch und Fleisch ist nicht nur verdammt lecker, sondern macht wirklich satt. Selbst wenn man zu zweit ausgehungert dahin geht mit gutem Hunger, bekommt man nimmer nicht alles runter, so rechnet sich, vor allem wenn man sie sich zu zweit oder zu dritt teilt, die Étagère für rund 20 Euro. Trotzdem ist es natürlich mehr ein Ausnahme-Frühstück und ohne jeden Zweifel verlässt man diesen Laden meist, indem man ein bisschen mehr dort gelassen hat, als man wollte. Anna Blume ist für mich ein besonderes Café, wo ich dann und wann gerne vorbeischaue – aber keins für mehrmals die Woche besuche oder einen soliden Kaffee zum Mitnehmen.

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Apropos satt, selbiges gilt für die köstlichen Kuchen und Torten. Die deftigen Preise rechtfertigen sich nicht nur durch den Geschmack, sondern dass man nach einem Stück schlichtweg pappsatt und zufrieden ist! Doch auch an anderen Orten wie der Kaffeerösterei Pakolat in der Nähe und dem Spandauer Kaffee 26 kann man hervorragende, leckere Kuchen und Torten bekommen zu teils günstereen Preisen und deshlab muss ich hier ein bisschen etwas abziehen, weil ich auch Alternativen kennen, die mich mehr überzeugen.

THE VERDICT: Das wunderschöne Café wird seinem Ruf gerecht und lockt nicht ohne Grund: Eine angenehme Atmosphäre und hervorragendes Brunch, tolle qualitativ hochwertige Torten  und leckere Getränke. Nur ist leider oft voll, aber das Warten auf einen Platz lohnt sich definitiv! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Kaffeerösterei Pakolat

Ein Café, was von außen eher unscheinbar und dunkel wird, aber ohne Zweifel einen Besuch wert ist, und mir von einer sehr guten Freundin vorgestellt wurde, möchte ich gerne unter die Lupe nehmen. Prenzlauer Berg ist das Mekka der außergewöhnlichen Cafés, aber es ist die Kunst, die wirklich guten und empfehlenswerten zu entdecken und zu kennen. Pakolat im Test!

Wo? Raumerstraße 40, 10437 Berlin
Wann? Mo.Fr 10-19 Uhr, Sa + So 10-18 Uhr
Was? Kaffee, Tea, Kuchen und andere Spezialitäten
Preise? Moderat
Zahlen? Bar (alte Registrierkasse!)
Webseite: kaffee-pakolat.de

Natürlich ließ die antike Einrichtung mein Herz sofort höher schlagen. Cafés mit altmodischen Wohnzimmerflair ziehen mich immer an!  Gemütliche historische Sessel, große und kleine Vintage-Schilder an den Wänden, frische Blumen an den Tischen und den ganzen Laden durchzieht der Duft von geröstetem Kaffee. Und wie in der Gegend typisch bei einem etwas kleinerem Café: Es ist gut voll und man kann von Glück sprechen, wenn man einen Platz bekommt. Und ganz viel Kuchen zur Auswahl, der etwas teurer ist, aber von hervorragender Qualität und wirklich satt macht. Letztendlich ist das der ausschlaggebene Punkt, der dieses Café unvergesslich macht: Getränke wie Kuchen sind in jedem Sinne  ausgezeichnet, hervorragend!
Es ist wirklich bezaubernd und urig, allerdings gibt es auch drei Nachteile, die mich wirklich beim Schreiben der Rezension beschäftigt. Ich kann in der Gesamtbewertung im großen und ganzen über einiges hinwegsehen, da es nicht stets die wichtigsten Punkte in der Bewertung sind, aber ich finde es wichtig, sie zu nennen!

Erstens, dass es düster ist und zwar in Kombination mit der Stickigkeit auf eine sehr ermüdende Weise. Man hat es sich im alte Sessel mit dem Kaffee gemütlich gemacht und vom dimmen Licht wird man erst gähnen und dann mit schläfrigen Augenblicken kämpfen. Es ist schon einladend dort, aber das Müdewerden ist eher von Nachteil.

Zweitens: Die Toilette ist sehr gewöhnungsbedürftig. Zum einen, weil sie einen großen Warteraum hat, aber die eigentliche so eng und winzig (und staubig..) ist, dass man hätte einfach den Warteraum weglassen sollen und mehrere Toiletten einbauen können. In dem Warteraum, wo es ein paar alte Sessel gibt und eine unheimliche Schaufensterpuppe, warten beide Geschlechter auf die Benutzung der Toilette – mir ist das egal, aber es kann vielleicht etwas überraschen.

Drittens, und dieser Punkt zieht leider wirklich in die Bewertung: Die Bedienung ist seltsam. Ein Teil wirkt freundlich und hilfsbereit, der andere eher hektisch, unfreundlich und orientierungslos. Was Schade ist, denn ein guter Service rundet einen Besuch immer ab und ich hege hier eher gemischte Gefühle.

Wer Cafés im antiken Stil mag und eine gute Röstung schätzt zu einem angemessenen Preis und eher im Westen von Berlin wohnt, dem kann ich auch das Kaffee 26 in Spandau sehr ans Herz legen, welches heller und etwas freundlicher eingerichtet ist. Man muss letztendlich bedenken, dass man abhängig davon, ob man eher im Westen, in der Mitte oder im Osten der Stadt wohnt, manchmal ganz schön lang für einen Besuch eines Cafés reisen muss. Ich nehme das gerne auf mich, aber auch nicht immer.

THE VERDICT: Ein wirklich schönes Café mit leckeren Getränken und traumhaften Kuchen – aber leider mit Nachteilen und deshalb ein kleiner Punktabzug: es ist recht düster und etwas stickig, aber im Sommer kann man schließlich draußen sitzen. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

P.S. Besagter Freundin ein großes Dankeschön für dieses tolle Foto!

Antik-Genuss im Kaffee 26

Der im Westen von Berlin liegende Bezirk Spandau wird unter Berliner häufig als „nicht Berlin“ verpönt. Dabei waren diese Menschen häufig noch nie dort – oder habe sich die Mühe gegeben, die kleinen Schätze von Spandau zu entdecken, denn eins davon ist ohne Zweifel das „Kaffee 26“.

Wo? Jüdenstraße 26, 13597
Wann? Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 10-18 Uhr
Was? Kaffee, Kuchen und Antiquariat
Preise? Angemessen, moderat
Zahlen?
Webseite: kaffee26.de

Es ist ein recht unscheinbare Name für das in einer kleinen ruhigen Seitenstraße gelegene Café, welches auch von außen  nicht außergewöhnlich aussieht,  doch sobald man eintritt, offenbart sich eine nach Kaffee und Kuchen duftende Welt.  Ein kleiner Himmel für Aug‘ und Geschmack! Doch was trinke und esse ich  hier? Die Auswahl ist groß, verschiedene Röstungen – darunter auch eine sogenannte Spandauer Röstung – , welche man auch für zu Hause erwerben kann, köstliche Kuchen und von Cappuccino, über Eiskafee zu verschiedenen (auch Bio!) Teearten ist alles dabei. Die beiden Besitzerinnen des „Kaffee 26“  sind zwei Schwestern, die das Café mit ihrem Vater, POMELO_20150908100736_fasteinem Antik-Händler, liebevoll eingerichtet haben. Allerdings ändert sich die Einrichtung regelmäßig, denn die wunderbaren großen alten Sessel, Tische mit Ornamenten, Kommoden, Lampen und Stühle mit Schnitzereien kann man erwerben. Durch die großen Fenster kommt viel Licht ins Café und so wirkt es hell und ruhig, als sei man selbst in seinem eignen antiken Wohnzimmer mit einem köstlichen Getränk. Besonders gen Mittags, wenn es noch nicht voll ist, herrscht eine lauschige, angenehm ruhige Atomsphäre, für die ich das Café enorm schätze.

Wer verirrt sich in den Laden? Häufig die Einheimischen, ältere Damen und Herren, aber auch Schüler und Lehrer der anliegenden Schulen trifft man an – denn die Auswahl und die Qualität sind nicht nur hervorragend, sondern auch die Preise sehr angemessen und das Angebot jeden Cent wert!

Das Kaffee 26 ist ein wunderbarer Ort in Spandau, an dem man ruhig sein Getränk trinken und sich mit seinen Freunden  unterhalten kann. Ich treffe mich dort sehr gerne, weil es  ein eher verstecktes Juwel in dieser großen Stadt  ist und die ganzen Touristen und Hipster es ja eher nach Prenzlauer Berg und Friedrichshain treibt. Allerdings muss man sagen, dass auch diese Kaffee immer populärer wird und ich es schon häufiger erlebt habe, dass es rappelvoll war! Wie man nun lesen kann, bin ich absolut verzaubert von diesem Café – und das schon seit mehreren Jahren!

THE VERDICT: Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Antik-Café mit leckeren Getränken und Kuchen, wo man sich einfach nur wohlfühlen kann. Ich kann jedem einen Besuch ans Herz legen! 10 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Pure Origins

Moinsen!

Weil ich viel und gerne in der Friedrichstraße bin und guten Kaffee schätze (und nicht zum Starbucks gegenüber vom Bahnhof gehen will), möchte ich heute vom Pure Origins Estate Coffee erzählen.

Wo? Georgenstraße 193, 10117 Berlin  und Litfaß-Platz 3, 101778 Berlin
Wann? Montag – Sonntag, 8.00-21.00 Uhr
Was? Kaffee & Tee, Frühstück, Sandwiches, Salate
Zahlen? Bar & Karte
Preise? Moderat, aber* (s.u.)
Webseite: pureorigins.de

Zunächst möchte ich sagen, dass ich nur das am Bahnhof Friedrichstraße gelegene Pure Origins in der Georgenstraße kenne. Es befindet sich, wie dort viele kleine Restauarnts und Bars, direkt unter der S-Bahnbrücke, was ziemlich typisch für die Gegend ist. Dementsprechend spürt man ab und zu ein gewisses Erzittern der Decke des Ladens und hört auch das tiefe Donnern der Schienen – was mich persönlich nicht stört, aber für andere durchaus befremdend seien könnte. Mit der Nähe zum Bahnhof ist es dennoch eine sehr praktische Lage und Bibliophile können sich direkt einen Abstecher zum Kulturkaufhaus Dussmann erlauben..!

Das Pure Orignis hat eine gute Auswahl aus Kaffee, Frappés und Tees. Zudem werden Sandwiches, Nudeln udn Salate in einem großen Kühlschrank angeboten, was ein leichtes, unästhetisches Supermarkt-Feeling erzeugt. Dennoch lässt sich sowohl zum Kaffee als auch zu den Nudeln mit Salat sagen, dass sie ziemlich lecker sind.
Das *aber zur Preisspanne bezieht sich darauf, dass das Café mit Preisen zwischen 3 und 10€ sich zwar in einem moderaten Beriech befindet, allerdings sich das an der Georgenstraße liegende Pure Orignins direkt gegenüber vom Grimm-Zentrum als für Studenten teuer erweist. Zwar ist es sicherlich eine nette Alternative zur Mensa ist, aber auch eine ebenso vergelichsweise teure.

THE VERDICT: Pure Orignis bietet in erster Linie einen schnellen Servie und echt guten Kaffee, besonders der Caffee Latte war sehr angenehm cremig. Es ist schlicht, praktisch und tatächlich gut gelegen mit einer guten Auswahl. Allerdings fehlt mir das gewisse Etwas, um es zu einer wahren Empfehlung zu machen. Deshalb würde ich sagen, wer in der Nähe ist, sollte Starbucks & Co meiden, um stattdessen dahinzugehen, aber dafür quer durch die halbe Stadt fahren, ist es nicht wert. 6,5 von 10 Sternen

Love, Katha

An einem Sonntag im August

Moinsen!

Wenn man durch Berlin streift entdeckt man mit Garantie immer etwas – wunderbares. Das ist wahrscheinlich der besondere Zauber dieser kunterbunten Stadt, dass man schlichtweg in eine U-Bahn oder Tram einsteigen kann und wahllos aussteigen, um die Gegend zu erkunden. Und genau das mache ich manchmal mit meinen Freunden. Bei einer dieser Fahrten entdeckte ich ein Café in der Nähe des U-Bahnhofs Eberswalder Straße – ja, genau das Hipsterviertel.

Wo? Kastanienallee 103, 10435 Berlin
Wann? 09.00Uhr – Open End
Was? Kaffee, Kuchen und allerlei Alkoholisches
Zahlen? Bar
Preise? nennen wir’s „Starbucksniveau“
Webseite: an-einem-sonntag-im-august.blogspot.de

Schon von außen hat An einem Sonntag im August etwas zauberhaftes, sehr einladendes, neugierig machendes. Große rote Kugeln, gemütliche Stühle, ein warmes Licht von innen, ganz gut besucht von allerlei Altersklassen und dann noch dieser außergewöhnliche Name. Irgendwie konnte ich nicht anders, als reinzugehen.

Man betritt eine kleine Welt für sich – übrigens mit einem separaten Raucherteil – mit alten Möbeln, bunt zusammengewürfelt: Sofas neben einer Ledercouch, typische Caféstühle neben diesen schrecklich kleinen französischen Tischen und ein ganz besonderes Highlight: Eine Art Treppe , auf welcher sich Kissen und ganz viele Bücher und aktuelle Zeitungen befinden – zum Hinsetzen und sein Getränk genießen, versteht sich. Ein bisschen eigenartig, aber auf jeden Fall besonders mit Wohnzimemr-Flair.

Nun zu dem Angebot: Neben einer gewissen Auswahl gibt es allerlei Getränke, vom Kaffee, Kakao bis zum Cocktail ist alles dabei. Es scheint, als habe dieses Café eine Art „Zeitlosigkeit“ – was vielleicht der Grund ist, weshalb die Webseite ein Open End angibt.

Außerdem gibt es noch eine Auswahl an vor allem vegetarischen Burgern die mit Chips und Suppe oder Salat serviert werden und wirklich sehr lecker sind- Besonders der Somerset Blues Burger ist ein Traum!

Dabei sind die Preise recht moderat, vielleicht ein bisschen teurer – sagen wir ca. auf dem Starbucksniveau. Ich hatte eine wunderbare Kalorienbombe namens „Wiener Samt“: gaaaanz viel Sahne, Vanillieeis und Kaffee für 4€. Geht einigermaßen.
Der Service ist ein bisschen, sagen wir, er hat es eilig und spricht nicht unbedingt deutsch, aber meistens ziemlich freundlich. Es scheint ein bisschen, als befände man sich in einem Neo-Berlin, wo nur der Englischsprechende cool genug sei.

Ich merke, dass ich diesen Laden immer wieder Freunden vorstelle und besuche und zurückkomme – deshalb kann ich ganz klar eine Empfehlung aussprechen.

THE VERDICT: An einem Sonntag im August ist ein ganz besonderes, faszinierendes Café in einer Gegend, wo man eigentlich an jeder Ecke ein schnuckeliges Café findet – und sticht dennoch irgendwie heraus. Der Kaffee ist recht gut und man fühlt sich recht wohl. Fast perfekt, und echt speziell. Deshalb vergebe ich 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

P.S. Nun blogge ich schon ein Jahr! Irgendwie ein überwältigendes Gefühl…