Spring Faves #17

Moin!

Es ist wieder so weit, die letzten drei Monate sind wie im Flug vergangen und ich möchte meine Lieblinge dieses Frühlings zusammenfassen – Achtung, langer Post! Wie immer ist es bunt durchmischt und alles von musikalischen Highlights, meiner Lesestatistik und ein paar Dinge, die ich sehr gerne verwendet habe und empfehlen möchte, sowie meine Dresden-Reise sind dabei. Also hoffentlich für jeden was!

Empfehlungen

1. Calvin Klein Bralette in grau
Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann so eine Form von BH toll finden und tragen würde – aber ich bin positiv beeindruckt. Aus Jux anprobiert und sofort verliebt. Man bekommt recht guten Support (natürlich nicht, wie bei einem Bügel- oder Sport BH, aber für ein Bralette ziemlich gut), er ist super weich und angenehm zu tragen und zwingt mich ein bisschen – als positiven Nebeneffekt – zu einer geraderen Körperhaltung.

2. Cambridge Satchel Company Batchel in pine
Meine heiß-geliebte Uni-Tasche habe ich schon seit letztem Dezember, aber ich habe mir Zeit gelassen, um besser beobachten zu können, wie sich das Leder entwickelt und bin begeistert wie eh und je über meinen treuen Begleiter. Die vollständige Rezension gibt es hier.

3. Katlenburger Bowle To Go Pfirsich Geschmack
Bei einer kleinen Supermarkt Odysee im April sah ich diese putzigen kleine Flaschen und da ich generell alles mit Pfirsich Geschmack liebe, stand für mich sofort fest, dass ich dieses Getränk probieren muss. Stark mostig, aber trotzdem sehr erfrischend und süß. Natürlich ist frische Bowle ganz anders, so wie frischer Glühwein, aber für ein abgefülltes Produkt ist es sehr gut und ich habe mittlerweile den Supermarkt geplündert und mir einen kleinen Vortrag bereitgelegt für warme Sommerabende.

4. Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Zweifelsohne mein Lieblingsbuch in diesem Frühling (Lesestatistik s.u.). Die Entscheidung fiel gar nicht so einfach, aber zurückblickend hat mich dieser Klassiker schlichtweg am meisten beeindruckt. Oscar Wilde entpuppt sich hier als ein sehr amüsanter, zynischer und die Gesellschaft sehr gut beobachtender Autor mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die nicht ohne Grund ein Klassiker der Weltliteratur geworden ist. Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

5. Polaroid Postkarten
Sie sind überall in Berlin, von Touristenmotiven zu Geburtstagsgrüßen und Streetart ist alles dabei. Mittlerweile habe ich zwei weitere gekauft und damit mein Zimmer geschmückt.

6. Pastell Texmarker Stabilo Boss
Auf Instagram gesehen und sofort verliebt. Als ich sie zufällig bei einem Papeteriegeschäft für happige 1.50 Euro gesehen habe, war ich so aus dem Häuschen! Die Pastellfarbe ist meiner Meinung nach viel angenehmer, als intensive Neon-Farben, hebt aber trotzdem hervor.

7. Kurztrip nach Dresden
Einen Tag raus aus Berlin, fremde Luft atmen und die wunderschöne Altstadt dieser sächsischen Stadt bei reinstem Kaiserwetter beobachten. Ich kann einen Trip in diese bezaubernde Stadt wirklich weiterempfehlen. Für Impressionen und den vollständigen Bericht, bitte hier entlang. Ich werde definitiv noch mal Raus-aus-Berlin Beiträge möglich machen, weil es wirklich eine schöne Sache ist.

8. Peter Broderick beim XJAZZ Festival

Der Neo-Klassik-Komponist ist mir vor längerem mehr oder weniger durch Zufall auf Spotify als Empfehlung über den Weg gelaufen, aber seine ruhige und magische Musik konnte mich in den Bann nehmen. Umso glücklicher war ich, diesen besonderen Mann auf einem Konzert sehen zu können in einer genauso mysteriösen und modernen Location wie seine Melodien – in der Emmauskirche in Berlin Kreuzberg. Ein sehr sympathischer Komponist auf einem kleinen, intimen und sehr spirituellen Konzert.

9. La Grande Brasserie Tasse von Butlers
Merkt man ein bisschen, dass grün und grün-türkise Töne zu meinen Lieblingsfarben gehören? Die Tasse in Emaille-Optik ist jedoch aus spülmaschinenfester Keramik mit der Prägung „La Grande Brasserie“. Der Henkel ist sehr angenehm zu fassen.

10. Cowboy Inspired Ledergürtel von ASOS
Ich muss sagen, dass 25 Euro mit Versand ein bisschen mehr waren, als ich eigentlich zahlen wollte, aber so viel wie ich diesen Gürtel trage, zahlt es sich zweifellos aus. Nur eine Sache sei gesagt: Die Größenauswahl bei ASOS ist eine Katastrophe, ursprünglich habe ich ihn von der Größe her gekauft, damit er mit um die Taille passt, und da habe ich mich zwischen zwei Größen bewegt, mich für die kleinere entschieden. Nun passt er allerdings glücklicherweise auch um meine wesentlich breitere Hüfte und ist um die Taille fast zu groß?!

11. Kinobesuch: Die Schöne und das Biest
Mein Kino-Highlight und ein Film, auf den ich mich schon länger gefreut habe, ist die neue Disney Verfilmung zu dem Märchen-Klassiker „Die Schöne und das Biest“ – diesmal jedoch mit Darstellern und nicht animiert. Ein bunter Spaß mit altbekannten Songs, eine wunderbare Hauptdarstellerin und wirklich überaus liebevoll gemacht, den ich nur empfehlen kann! Natürlich habe ich den Film in ganzer Länge rezensiert, was direkt hier zu finden ist.

12. Pigment Liner Staedler
Warum habe ich nicht schon viel früher von diesen genialen Stiften gehört, war mein erster Gedanke, als ich sie in meinem Lieblingskünstlerbedarf entdeckte. Für mich erfüllen sie jedenfalls einen absoluten Traum: Es gibt 0,05 cm breite, die für sehr dünne Linien sorgen, die Stifte sind auf Papier wasserfest und bluten auch nicht, beim Auftragen kommt stets gleich mäßig viel Farbe raus. Ich liebe sie!

13. Magnolie Pistazie Duschgel Dove
Wunderbar duftend, cremig und hinterlässt die Haut mit einem erfrischen und nicht ich zu trockenen Gefühl. Die dazugehörige Bodylotion ist auch nett, hat aber einen sehr starken und intensiven Duft, der alles übertönt, im Gegensatz zu dem milchigen Duschgel.

Was ich im Frühling gelesen habe

Ich weiß, ich weiß. Manche lesen so viele Bücher in einem Monat – ich brauche länger! Nichts desto weniger habe ich zwei sehr gute Bücher gelesen (9 Sterne) und zwei ebenfalls ziemlich gute (8 Sterne), die ich wirklich empfehlen kann.

Musikalische Highlights

Ich hatte aber nicht nur ziemlich viele Favoriten, sondern auch einige musikalische Highlights, die ich stundenlang auf und ab gehört habe.

Ich habe über die letzten zwei Beiträge dieser Art festgestellt, dass sie meistens ziemlich lang werden (und ich weiß auch, dass viele so lange Posts überhaupt nicht lesen wollen, aber darum geht es mir eher weniger), da sich über die Zeit viel kumuliert und entsprechend überlege ich, ob ich anstelle der „Jahreszeit“, also drei Monate, zwei  Monate wähle, da einer, wie ich es früher gemacht habe, mir auch nicht ganz gefallen hat, weil ich nicht genug Zeit hatte, um einen ordentlichen Beitrag zu machen. Was sagt ihr dazu?

Love, Katha

Jahresrückblick: Bücher, Filme und Events 2016

Moin Moin!

Zum Jahresende möchte ich  ein mal zurückschauen auf 2016, mit seinen Ereignissen und Erlebnissen. Ich mag dieses Gefühl, einen Kalender zu durchblättern und darauf zurückzuschauen, was man erreicht und erlebt hat. Also Achtung, laaaaanger Artikel. Ich werde den Text in zwei Gruppen aufteilen: Zunächst folgt ein bibliophiler Rückblick, wo ich meine Lieblinge, sowie verhasste Bücher des Jahres durchgehe und anschließend im zweiten Teil alles über Events, Filme und Ähnlichem.

Davor noch kurz etwas zu mir: Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht mit einem NC, auf den ich recht stolz bin, zudem habe ich ein Praktiukum bei einer großen Tageszeitung in Berlin absolviert, das erste Mal in meinem Leben (als Aushilfskarft) gearbeitet und ein Studium in Sozialwissenschaften angefangen. Es ist ziemlich viel passiert und ich muss zugeben, dass ich es selbst noch nicht so richtig glauben kann, dass ich nicht mehr in Klassenräumen sondern Vorlesungssälen sitze. Zugegeben, dass ist alles ziemlich viel auf einmal und überwältigend – aber ich bin gespannt auf 2017.

Bibliophiles

Hier folgt eine Liste, was ich dieses Jahr  gelesen habe in alphabetischer, nicht chronologischer Reihenfolge (meiner Meinung nach übersichtlicher). Ich nehme mir jedes Jahr vor, um die 20 Bücher zu lesen – das mag nun für Bücherwürmer ziemlich wenig sein, aber ich habe einfach viele Interessen und finde auch, dass man ein Buch gerne mal langsam lesen kann, um es auszukosten. Dieses Jahr jedoch habe ich zu meiner eignen Überraschung 30 Bücher geschafft! Ich glaube, ich habe noch nie so viele Bücher in einem Jahr gelesen und muss sagen, auch ein bisschen stolz zu sein.

Adler-Olsen, Jussi: Schändung
Aveyard, Victoria: Red Queen (Englisch)
Banner, Catherine: Die langen Tage von Castellamare
Brontë, Charlotte: Jane Eyre
Christie, Agatha: Die Tote in der Bibliothek
Eggers, Dave: The Circle (Englisch)
Gaethgens, Thomas W.: Anton von Werner. Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs
Gaiman, Neil: Stardust (Englisch)
Goga, Susanne: Es geschah in Schöneberg
Haig, Matt: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Hardy, Thomas: Am grünen Rand der Welt
Ionesco, Eugene: Die kahle Sängerin
Kloeble, Christopher: Die unsterbliche Familie Salz
Moers, Walter: Die Stadt der träumenden Bücher
Martenstein, Harald: Der Titel ist die halbe Miete
Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr
Navai, Ramita: Stadt der Lügen
Ng, Celeste: Was ich euch nicht erzählte
Pullman, Philip: The Subtle Knife (Englisch)
Stachniak, Eva: Die Schwester des Tänzers
Stedman, M.L.: The Light Between Oceans (Englisch)
Stolz, Bärbel: Isch des Bio
Rowling, J.K.: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Rowling, J.K.: Harry Potter and the Goblet of Fire (Englisch)
Vandermeer, Jeff: Auslöschung
Vandermeer, Jeff: Autorität
Wells, Benedict: Spinner
Wells, Benedict: Von Ende der Einsamkeit
Wilde, Oscar: Das Gespenst von Canterville
Zafón, Carlos Ruiz: Der dunkle Wächter

Die gute Nachricht ist, von den vielen Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, waren viele richtig gute dabei.  Deshalb fiel es mir wirklich schwer, eine  Entscheidung zu treffen, welche mich am meisten begeistert habe. Die Reihenfolge ist total willkürlich gewählt und die Zahlen sollen keinerlei  Hierarchie darstellen  das gilt durchgängig in diesem Blogpost].  Ich habe versucht, passende Worte zu finden, weshalb mich diese Bücher so fasziniert und begeistert haben und hoffe, dass ich es knapp aber verständlich ausdrücken konnt, falls näheres Interesse an einem bestimmten Buch besteht, habe ich, falls vorhanden (was fast immer der Fall ist), die Rezensionen oben in der Leseliste verlinkt.

Hier meine Hochkaräter des Jahres:

1. „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë

Einer der bekanntesten klassischen Liebesgeschichten hatte ich schon mit der jüngsten Verfilmung mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender lieben gelernt, als ich jedoch im Sommer diese so zarte und gleichzeitig auch kraftvolle Geschichte las, war ich noch viel begeisterter. Besonders die weise, nachdenkliche aber auch sehr eigene Protagonistin Jane schloss ich sofort ins Herz.

2. „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Eine Geschichte über das Leben mit seinen Entscheidungen, den Gefühlen, den Problemen und dem Schmerz aus der Sicht eines aufwachsenden Jungen und später  Mannes namens Jules. Ich finde kaum Worte dafür, wie großartig ich diesen Roman eigentlich finde. Selten hat mich ein Buch so stark nachhaltig beeindruckt und mich selbst Wochen später noch beschäftigt  und tief berührt.  Die Figuren wirken so echt und zum anfassen, wie aus dem echten Leben entommen, man kann vielleicht nicht jede ihrer Entscheidungen verstehen oder nachvollziehen, aber Wells macht es durch seinen sanften Schreibstil unmöglich, nicht mitzufühlen. Das Leiden und Freuen und Mitfiebern in diesem Roman hat etwas ganz besonders interaktives!

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3. „Die langen Tage von Castellamare“ von Catherine Banner

Eine liebevoll geschriebenes Buch über die Familie Esposito, die auf einer kleinen Sizilianischen Insel lebt – über ein ganzes Jahrhundert verteilt. Dabei sind es nicht nur die Eigenarten des italienischen Dorflebens und die revolutionären Veränderungen durch Geschichte und Modernisierung, die mich so fasziniert haben, aber vor allem die kleinen Geschichten und Schicksale der einzelnen, stetig älter werdenden Mitglieder dieser schrulligen Familie.

4. „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes

Ich war recht spät dran dieses Buch zu lesen, aber ich wollte es auf jeden Fall vor dem Film schaffen. Zwar hatte ich viel gutes gehört, wollte es aber nicht wirklich glauben. Ich hatte mich so sehr geirrt. Die Liebesgeschichte von Lou (einer fröhlichen Person und seit kurzen Arbeitslosen) und Will (ein ehemals sehr aktiver und erfolgreicher Mann, der nun durch einen Unfall  vom Kopf abwärts gelähmt ist ) ist anders als alles andere, aber noch viel wichtiger fand ich, dass die Charaktere hier so lebendig und eigen sind, mit ihren Fehlern und Macken machen sie den wichtigsten Teil in diesem Buch aus. Ich habe  Rotz und Wasser geheult!

5. „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers

Wir werden entführt in eine Welt der Bücher: nach Buchhaim in Zamonien! Der Held Hildegunst von Mythenmetz, eine Art Echsen-Dinsosaurier, genannt Lindwurm, stürzt sich in ein gefährliches und waghalsiges Abenteuer – alles, dank eines Manuskriptes. Das Buch ist so reich, originell, verwirrend und wortgewandt und macht unglaublich großen Spaß zu lesen.

6. „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ von Matt Haig

Kurz gesagt: ein wunderbar ehrliches, biografisches Buch über Depressionen, welches Mut und Hoffnung macht, aber auch auf eine sehr gut gemachte Weise aufklärt und gegen die Stigmatisierung von Depressionen ankämpft. Es ist mehr als ein Buch über die Psyche, es hat etwas therapeutisches, etwas beruhigendes, das man nicht alleine ist  mit seinen Ängsten und Problemen und dass diese nicht für immer da sein werden.

7. „Das Magische Messer“ von Philip Pullman (His Dark Materials II)

Die Fortsetzung von Philip Pullmans magischen Abenteuer hat mich kein bisschen enttäuscht – und ich hatte ziemlich hohe Erwartungen, nachdem mich der erste Teil so unfassbar begeistert hat. Die wunderbar freche Lyra und ihr Dämon Pantalamion erleben atemberaubende Abenteuer, doch diesmal können sie zwischen Welten wandern. Zu dem Alethiometer kommt in Band 2 ein weiteres magisches Instrument dazu: ein Messer.

Bei den „Flops“ des bibliophilen Jahres 2016 sind zum Glück nur drei Bücher enthalten, die ich jedoch mit aller Leidenschaft verachte, vielleicht auch, weil ich hohe Erwartungen gehabt habe.

1. „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie

Da ich Klassiker der Literatur so bewundere, glaubte ich unbedingt auch in die modernere Kriminologie der Miss Marple schauen zu müssen. Aus den Filmen hatte ich sie  als eine urige, nette Dame in Erinnerung hatte! Leider sollte sich das nicht für mich erfüllen, das Buch war spröde, öde, nichtssagend, langatimig und in jedem Sinne nicht besonders schön zu lesen. Leider!

2. „Die unsterbliche Familie Salz“ von Christopher Kloeble

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch unbedingt weiterlesen wollt, weil ihr so verzweifelt seid, dass es sich doch noch positiv verändern kann, da die Geschichte eigentlich viel zu bieten hat? Nun, dieses Buch ist es eindeutig nicht wert, am Ende tat es mir einfach nur leid, so sehr meine Zeit verschwendet zu haben. Kurz und knapp gesagt: es ist die Geschichte einer an schattenlose Menschen glaubende Familie, die über einen Zeitraum von 100 Jahren komplett paranoid wird, jedes einzelne Familienmitglied! Der Anfang hatte mich so euphorisch begeistert, doch nach und nach wurde das Buch einfach nur ad absurdum geführt!

3. „Autorität“ von Jeff Vandermeer (2. Teil der Southern Reach Trilogie)

Die seltsamen geographisches und naturwisschenschaftlichen Phänomene eines immer näherkommenden Gebietes namens Area X sollen untersucht werden – doch was ist mit der Organisation, die hinter diesem Untersuchungsprogramm steckt? So sehr hatte ich mich auf die Fortsetzung des unheimlichen Sci-Fi-Mystery Buches „Auslöschung“ gefreut, welches besonders durch sein flottes Tempo glänzt – dahingegen war Teil 2 das absolute Gegenteil,  der Versuch in der Fortsetzung eine andere Perspektive  zu verwenden, scheitert katastrophal. Es ist langatmig, verstörend und einfach schrecklich.

Events

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21.03.: Aurora im Heimathafen Berlin

Ein klassischer Fall von: Vorher habe ich die Musikerin gerne gehört, nach dem Konzert bin ich verliebt in sie. Ich sah Aurora zwei Mal dieses Jahr, einmal auf einem kleinen intimen Konzert in Berlin und dann auf einer großen Bühne in Budapest. Die junge Norwegerin macht mystische, kraftvolle Musik, scheint dabei aber als Person so zart und jung zu sein. Auf der Bühne war sie unglaublich süß, bescheiden und schüchtern, erzählte von ihrem Frühstück und wirkte unglaublich bewegt von der begeisterten Menge. Doch wenn sie anfing zu singen, wirkte Aurora wie in  Trance und zeugte von so viel Stärke, dass man es im eigenen Körper fühlen konnte. Einfach nur großartig!

26.03.: Linie 1 Musical im Grips Theater

Schon seit Jahren musste ich mir anhören, dass ich das legendäre Berlin-Musical nicht kenne. Nun, dieses Jahr haben mich meine besten Freunde kurzerhand  zu diesem Kult-Musical eingeladen. Auch, wenn es nach der Aufführung durchaus kritische Stimmen meiner versierten Freunde gab, die Linie 1 in und auswendig kannten, muss ich sagen: Berliner Schnauze, Berliner U-Bahn, wunderbare Songtexte, schrullige Figuren und viel zu lachen. Mir hat es echt gut gefallen!

07.05.: Don Giovanni Oper in der Komischen Oper

Dass die Komische Oper in ihren Inszenierungen sehr eigen ist, eilt ihr als Ruf voraus, aber diesmal durfte ich es selbst miterleben. Auch dieser Besuch war ürbigens ein Geschenk. Als großer Klassik- und Mozartfan hatte ich schon lange davon heimlich geträumt, Don Giovanni eines Tages zu sehen, vor allem nachdem ich die legendäre Endszene mehrmals in dem Film „Amadeus“ gesehen hatte. Nun, es war schon recht speziell, besonders der Humor; manchmal neigte der Hauptdarsteller zu spontanen herumalbern und urkomischen, aber auch peinlichen Einlagen. Die Kostüme waren expressionistisch und bunt, doch die Musik… ein Traum: leidenschaftlich und impulsiv! Ich möchte unbedingt eines Tages eine klassische Inszenierung dieses Werkes sehen, aber diese moderne Interpretation hat mir durchaus gefallen, obwohl ich manchmal sehr verwirrt war.

12.07.: Yamato – Drummers of Japan in der Komischen Oper

Japanische Trommeln aller Größen, viel Muskelkraft und eine Show zwischen Mystik und traditionellem Kampf. Kann man über einer Stunde Trommeln zuhören? Anfangs war ich skeptisch, doch als ich im Saal saß und die Truppe leidenschaftlich anfing loszuschlagen, war ich wie angesteckt! Ich brauche ihre Musik nicht ständig zu hören, aber als Show sind Yamato ziemlich toll.

19.07.: Les Ballets Trockadero de Montre Carlo in der Komischen Oper

Männer in Tutus nehmen klassisches und modernes Ballett ordentlich auf die Schippe! Da konnte ich nicht nein sagen. Diese sehr eigene Ballettkompanie schafft es auf quietschig bunte und glitzerne Art, die legendärsten Momente im Ballett ad absurdum zu führen: Der sterbende Schwan mausert plötzlich  und in Don Quijote drehen alle durch. Dabei ist es definitiv kein geschmackloser Slapstick-Blödsinn, sondern wirklich lustig und vor allem extrem professionell getanzt. Ich besuchte diese Vorstellung mit einer Freundin, die im Gegensatz zu mir (ich habe mehrere Jahre Ballett getanzt) überhaupt keinen Bezug zu dieser Tanzkunst hatte und auch sie war begeistert. Mir hatte der Abend unglaublich Spaß gemacht!

10-17.08.: Sziget Festival Budapest

Ich hatte schon ziemlich ausführlich über dieses unvergessliche Erlebnis berichtet, aber ich möchte noch einmal kurz anklingen, dass dieses bunte, riesige Festival so viel Charme hat, unglaublich gut durchdacht und beruhigend gut organisiert ist, dass ich jedem Festival-Liebhaber den Besuch empfehlen kann. Die pulsierende Stimmung war unvergesslich und das Line-Up ein herrlicher Mix von bekannten Musikern diverser Genres.

11.09.: Lollapalooza Festival Berlin

Schon letztes Jahr hatte ich dieses Festival besucht, da fand dieses jedoch noch auf dem Tempelhofer Feld stand, einem ehemaligem Flughafen Feld. Es war für mich das erste Erlebnis dieser Art und ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß, auch wenn es ziemlich chaotisch war [Lollapolloza 2015]. Dieses Jahr jedoch waren die ziemlich satten Tickets noch ein Stückchen teurer, dafür die Veranstaltung in einem Park, der danach absolut zerstört war. Die Preise vom Essen waren… nicht mein Budget. Nun hatte ich mich aber auf Musiker wie Milky Chance und Radiohead gefreut, woran ich absolut nichts zu meckern habe, doch die Hitze, der Staub, von dem man nichts sehen konnte, waren neben der Tatsache, dass es einfach zu voll war, absolut erschreckend. Irgendwie fühlte ich mich nicht mehr so wohl und war letztenendes enttäuscht, da das Festival  so plump und kommerziell ausgerichtet war, statt mit Liebe und Freude gestaltet (was ein großes Festival durchaus kann, wenn ich an meine Erfahrungen mit dem Sziget zurückdenke!).

04.10.: Passenger im Tempodrom

Ähnlich wie bei meiner Erfahrung mit Aurora kann ich auch hier nur sagen: ein super charismatischer Musiker, der sein Publikum in den Bann zieht. Er erzählte wunderbare Anekdoten, sang Covers, aber auch eigene Songs und brachte die Menge mehrmals zum Mitsingen. Seine unglaublich bewegende Stimme sorgte für eine melancholische und verzauberte Grundstimmung. Zudem muss man sagen, dass der Tempodrom echt faszinierend gebaut ist, einem futuristischem Zirkuszelt ähnlich!

Filme

Kinobesuche:

Ich muss auch ein wenig über diese besonders kleine Auswahl schmunzeln, lustigerweise folgten die ersten beiden und die letzten beiden direkt aufeinander und dazwischen klaffte ein halbes Jahr eine Kinolücke. Vielleicht schaff ich es im nächsten Jahr häufiger!

The Danish Girl
Brooklyn
Inferno
Doctor Strange

Lieblingsfilme 2016:

In manchen Jahren sehe ich mehr Filme, in anderen lese ich eher. Dieses Jahr scheint mich eher zum Lesen inspiriert zu haben. Hier mache ich es knapp, weil ich zu Teilen ziemlich ausführliche Rezensionen verfasst habe. Dennoch lässt sich eine Gemeinsamkeit in all diesen Filmen erkennen: Eine besondere Liebesgeschichte und eine starke Frau in der Hauptrolle!

1. Ein ganzes halbes Jahr

Genauso wie der oben erwähnte Roman begeisterte mich der Film ungemein. Nicht nur wegen der tollen Schauspielern und des romantischen Scores von Craig Armstrong, sondern weil der Film bis auf marginale Abweichungen wunderbar die Buchvorlage wiederspiegelt und ihr auch ebenbürtig ist, die Figuren Will und Lou (aber auch die Nebencharaktere) wurden genauso interpretiert, wie ich sie mit vorgestellt habe. Ganz ganz toll!

2. Die Herzogin

Was wäre ich ohne einen Historienfilm nach einer wahren Begebenheit? Diesmal handelt es sich um die Geschichte der Gerogiana Cavendish, Duchess of Devonshire und eine der faszinierendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit: politisch aktiv, bildschön und in einer grausamen Ehe gefangen. Mit Keira Knightley in der Hauptrolle und herrlich prächtigen Kostümen schwankt dieser Film zwischen grausamer Realität und der äußeren Fassade eines glamourösen Filmes.

3. Suite Française

Dieser Film ließ mich ganz lange nachdem ich ihn gesehen habe, nicht los. Vor ab will ich sagen, dass ich definitiv noch die Romanvorlage lesen muss, um diese schrecklich traurige Liebesgeschichte besser zu verstehen. Das nahezu unaussprechliche Phänomen wird in dem Film zur Wahrheit: im besetzen Frankreich verlieben sich eine verheiratete Französin und ein deutscher Offizier ineinander – was natürlich nicht geht. Der Film hat etwas seltsam ruhiges, aufwühlendes und quälendes , aber auf eine brutal schöne Weise. Und der Soundtrack ist ein Traum…

Neu entdeckte Lieblingsmusiker

The Lumineers

Zwar kannte ich die amerikanische Band schon länger, allerdings hatte ich sie nie wirklich war genommen – bis mir YouTube vor ein paar Monaten vorschlug das Video zu ihrem neuen Song „Sleep on the Floor“ zu sehen. Ich war neugierig… und verliebte mich in diesen melancholischen Song. natürlich hörte ich auch sofort danach das ganze neue Album „Cleopatra“ an und fand ein paar neue Lieblinsglieder, u.a. „Ophelia„.

Tom Rosenthal

Ein melancholischer Indie-Musiker, den ich durch den YouTuber Will Derbyshire (der übrigens auch toll ist!) kennengelernt habe. Seine Texte sind so tiefgründig und berühren auf einer nachdenklichen, poetischen Ebene, die einen aber nicht herunterziehen, sondern in Hoffnung und mit einem warmen Gefühl hinterlassen. Besonders gefallen mir „Ian“ und „Bob in the Rain and the Lizard of Hope„, die ich nur wärmstens empfehlen kann, besonders an grauen und regnerischen Tagen mit einer Tasse Tee.

Max Richter

Der Komponist erinnert etwas an Philip Glass mit seinen ruhigen Klavierelementen. Erst Mitte des Jahres merkte ich, wie viel ich von ihm kannte, aber es nicht in seiner ruhigen Schönheit wertgeschätzt hatte. Zugegebenermaßen, etwas traurig ist seine Musik schon, lädt allerdings so wunderbar zum Träumen ein und berührt jedes Mal beim Hören etwas ganz tief in mir. Am meisten liebe ich „Vladmir’s Blues“ und „I will not forget You„.

Bosse

Ihn kannte ich schon vor diesem Jahr, aber das ich seine Musik tatsächlich intensiv höre und genieße, habe ich ein paar beharrlichen Freunden zu bedanken. Ich bin ziemlich begeistert von der Wortgewandtheit und der Kraft in Text und Melodie dieses Künstlers! Dieses Jahr haben mir besonders „Schönste Zeit“ , „Liebe ist leise“ und „Dein Hurra“ gefallen und ich habe sie ständige rauf und runter gehört.

Hui, das ist irgendwie länger geworden, als ich es erwartet habe. Ich hoffe, ihr hattet ein gutes Jahr mit vielen tollen Filmen, Erlebnissen, Büchern und gutem Essen! Was habt ihr erlebt und welche Filme und Bücher – vielleicht  aus dieser Liste?-  sind euch ans Herz gewachsen?
An dieser Stelle möchte ich mich außerdem für die vielen lieben und auch konstruktiven Kommentare bedanken, sowie eure Likes und Follows, die mich so motivieren, hier weiterzuschreiben!

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich schon aufs Tippen, Lesen, Bloggen und Fotografieren!

Alles Liebe,
Katha

The fault in our stars

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Autor: John Green
DT: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
OT: The Fault In Our Stars
Genre: romantisches Drama, Jugendroman
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Sophie Zeitz
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2012
Verlag: Reihe Hanser, dtv
Preis: 9,95€
ISBN: 978-3423625838
Länge: 336 Seiten

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.“ [Lovleybooks.de]

Ich möchte mich als aller erstes bedanken, bei Charlie @ keinezeitfuerlangeweile, weil sie mich gezwungen hat John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zu lesen.

Ich lese Klassiker, seit einem Jahr nur Klassiker und plötzlich schlage ich dieses Buch auf und es ist so voller Wärme und Liebe und dennoch Ernst und ich will behaupten, dass dieser Roman eines Tages ein Klassiker wird. Die Hauptfigur Hazel erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, ist dabei offen, witzig und ernst und sieht auf eine wundervolle Weise die kleinen Dinge. Sie begegnet Augustus bereits am Anfang es Romanes, wo er sie während einer Art Gruppentherapie unaufhörlich anstarrt. Es geht nicht in jedem Sinne nur um die wunderschöne, herzzerreißende Liebesgeschichte von Hazel und Gus, denn dieses Buch ist vieles, aber nicht kitschig, denn Krebs, den sie beide haben, kann kaum kitschig sein.

Es ist so schwierig, die richtigen Worte für diesen Roman zu finden, denn er trifft die richtigen Worte und schafft es, einen trotz der unglaublichen Tragik der unheilbaren Krankheit, die Hazel hat, einen zum Schmunzeln zu bringen.

„Wie heißt du?“, fragte er [Gus]
„Hazel.“
„Nein, dein ganzer Name.“
„Hm. Hazel Grace Lancaster.“ (S.20)

Und er sollte sie die ganze Zeit Hazel Grace nennen, was zugleich bürokratisch, aber auch süß klang. Gus ist nicht der perfekte Typ und Hazel schildert dies auch, aber er verzaubert einem trotzdem, denn sein Verhalten ist allzu menschlich: Gus möchte nicht vergessen werden. Als er Hazel davon das erste Mal berichtet, hält sie ihm de facto einen Kurzvortrag über ihre Meinung, der ihm die Sprache raubt. Das ist Hazel! Sie ist wortgewandt, spricht über den falschen Gebrauch von ‚buchstäblich‘, was mehr oder weniger der Running Gag des Buches ist. Und auch wenn man weiß, dass dieses Buch ein tragisches ist, schenkt es mit der Lebensfreude, die Hazel und Gus mittels ihrer Liebe aussprühen, Hoffnung. Am Schönsten finde, wie das Thema des Vergessenwerdens behandelt wird, weil wir Menschen alle Teil davon sind und ich mich persönlich auch davor fürchte.

Ein großer Pluspunkt sind ohne Zweifel die Charaktere, die alles andere als flach sind oder sich auf wenige Eigenschaften, die man im großen und ganze  mit den Adjektiven ‚gut‘ und ‚böse‘ beschreiben lassen, beschränken, was bei einigen Jugendbüchern der Fall ist. Wo wir schon beim nächsten Punkt sind: bei Amazon liegt die Altersempfehlung bei 12-15 Jahre. Dem Mindestalter kann ich zustimmen, aber eigentlich ist es lächerlich zu behaupten, dass mit 15 schluss ist, denn ich glaube, dass dieser Roman verschiedenste Altersklassen anspricht, allen voran, weil die Figuren sehr erwachsen sind.

Ich darf mich glücklich nennen, weil ich nicht krebskrank bin, aber noch glücklicher darf ich mich nennen, weil ich dieses Buch gelesen habe. Lev Großmann vom Time Magazine sagt folgendes: „So ehrlich und intensiv wie nichts sonst, was ich in letzter Zeit gelesen habe, weder in Jugendbüchern, noch in anderen.“

Danke, Charlie. Wer weiß, ob ich dieses Buch ohne dich gelesen hätte, wo ich so lange Jugendbücher (auch berechtigt) abgestempelt habe. Aber irgendwie hat es was von einem Klassiker, denn diese Geschichte ist zeitlos-einzigartig.

THE VERDICT: Ich glaube, dass ich hierbei den Gebrauch des Wortes „episch“ nicht misshandle, denn „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ kann ich nicht anders beschreiben. 9,5 von 10 Sternen – Prädikat Episch!

Love, Katha

My dear I wanted to tell you

Moinsen!

Manchmal liest man querbeet durch alle Genres, an anderen Tagen möchte man sich lieber einem bestimmten Themenbereich widmen und irgendwann gen letztem Jahr, auch durch meinen Downton Abbey Konsum verschuldet, fing ich an, immer mehr Gesellschaftsromane des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu lesen.

Autor: Louisa Young
DT: Eins wollt ich dir noch sagen
OT: My dear I wanted to tell you
Genre: Historischer Roman, Romanze
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2011
Verag: List (Ullstein)
Preis: 18€ (Gebunden)
ISBN: 978-3-471-35047-8
Länge: 432 Seiten

Erster Weltkrieg. Der junge Riley meldet sich freiwillig an der Front. Er findet sich wieder im Wahnsinn des Krieges. Nur Briefe seiner großen Liebe Nadine halten ihm am Leben. Dann wird Riley schwer verwundet und löst unter einem Vorwand die Verlobung. Nadine, am Boden zerstört, lässt sich als Lazarettschwester nach Frankreich versetzen und hofft, Riley dort zu vergessen. Es gelingt ihr nicht…“

Copyright©List by Ullstein Verlage
Copyright©List by Ullstein Verlage

Da ich Liebesgeschichten UND den 1. Weltkrieg als Themen mag, ging ich recht optimistisch heran, bereits der Prolog beginnt toll! Aus der objektiven Erzählweise wird dargestellt, wie sich die verschiedenen Charaktere am frühen Morgen des 7. Juni 1917 im Alltag wiederfinden, der durch eine Explosion unterbochen wird. „In London schrak Nadine Waveney in der Krankenstation hoch, hörte das Grollen in der Ferne und fragte sich in einem Augenblick der Verwirrung: Sind sie hier?“ [S.8] „Im Ärmelkanal änderten die Wellen ihre Richtung, widersetzten sich der Strömung und dem Wind“  „In Étaples schrak ein Wachposten mit einer so abrupten Kopfbewegung hoch, dass es ihm beinahe das Genick brach.“ [S.9] – eine ebenso interessant geschriebene Einleitung, die einen aber auch zum Weiterlesen verleitet.

Doch Louisa Young schreibt nicht nur über die Liebesgeschichte von Riley und Nadine, sondern auch von dem Ehepaar Locke, welches mir irgendwann derart unsympathisch wurde, dass ich fast aufgehört hätte, das Buch zu lesen, weil mir Ehefrau Julia derart auf den Geist ging, weil sie in ihrem eigenen Selbstmitleid versinkt und fast wie wahnsinnig erscheint! Aber es ist gleichzeitig auch das, was diesen Roman auszeichnet: er ist keinesfalls nett oder bequem, es ist viel mehr die Geschichte darüber, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat.

Ich war sehr hin und her gerissen, denn einerseits ist der Roman sehr betrübend, andererseits sehr heftig und es kam anders, als ich erwartet hatte, denn „Eins wollt ich dir noch sagen“ ist gekennzeichnet von Schützengrabenszenen. Es ist keinesfalls eine Geschichte von übermäßigem Kitsch, sie wird dezent und doch mit schöner Sprache erzählt. „Louisa Youngs kraftvoller, eindringlicher Roman erzählt von Liebe und Erschütterung, von Wut und Empathie“, so sagt The Sunday Times. Ja, ja, es ist wohl so, aber irgendwie, trotz der so bezaubernden bitter-süßen Melanchloie, manchmal fehlte mir der Antrieb es lesen zu wollen, auch, wenn es eine recht schöne Geschichte ist, war mir dann und wann, besonders durch bestimmte Kaugummi-Längen einfach öde.

THE VERDICT: Wer sich eine all zu romantische Liebesgeschichte erhofft, wird hier fehl am Platz sein, so spiegelt der Roman das gesellschaftliche Leben eingebettet im 1. Weltkrieg relativ gut da, auch, wenn es manchmal an dieser gewissen Spannung mangelt. Ich persönlich habe das erste Viertel verschlungen, die Mitte teilweise ziemlich langatmigen teils Widerwillen gelesen und das Ende wiederum hat mich wieder in den Bann genommen. Kein perfektes Buch, aber es hat einen Liebreiz. 4,5 von 10 Sternen.

Love, Katha


„Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet; und das ist mehr.“ – Goethe

Verfall einer Familie

Moin!

Es gibt Bücher, die man gelesen haben muss, weil sie ein Teil der Weltgeschichte sind, aber wenn man keine Lust hat? So erging es mir, als ich das erste mal von den Buddenbrooks hörte. Uhh, dicker Schinken in schwerer Sprache – kann so etwas überhaupt interessant sein? Doch irgendwann im letzten Jahr wurde ich neugieriger und las es schneller durch, als ich erwartet hatte.

Autor: Thomas Mann
Titel: „Buddenbrooks – Verfall einer Familie“
Genre: Gesellschaftsroman, Drama, Klassiker
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1901
Verlag: Fischer Verlag
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-569-29431-2
Länge: 768 Seiten

„Es ist eine hervorragende Arbeit, redlich, positiv und reich“, urteilte S. Fischers Lektor Moritz Heimann nach der Lektüre des Manuskripts über Thomas Manns, ersten Roman, seinen wohl am meisten gelesenen, am meisten verbreiteten. Verfall einer Familie – sein Untertitel scheint ihn einzureihen in eine bestimmte Gattung, aber „der Zug zum Satirischen und Grottesken“, der darin steckt, hebt ihn zugleich davon ab, gibt ihm einen eigenen Charakter, eigene Wirkung bis in die Gegenwart. Thomas Mann erzählt nur wenig verschlüsselt die Geschichte seiner Familie und ihrer Stellung in der Vaterstadt Lübeck, soweit er sie nachvollziehen, in Einzelheiten überblicken konnte, ja sogar noch miterlebt hat. Verwandte, Honoratioren und markante Persönlichkeiten seiner Jugend werden integriert. Den meisten Raum nimmt das Leben Thomas Buddenbrooks ein – „ein modernes Heldenleben“; sein Sohn Hanno wird einen langen Strich unter die Genealogie der Familie setzen und sich rechtfertigen mit den Worten:“Ich glaubte … ich glaubte … es käme nichts mehr …“ In den mehr als hundert Jahren seit seinem ersten Erscheinen hat der Roman unzählige Menschen in seinen Bann gezogen und hat bis heute nichts an Charme und Aktualität eingebüßt.“

Zugegeben, ein wenig hilfreicher Klappentext, doch im Grunde genommen geht es um die verschiedenen Generation Buddenbrook  eingebettet in ihr Familienunternehmen: von dem alten Johann Buddenbrook, über Jean Buddenbrook, dessen Sohn Thomas ein und als letzter erfolgt das kurze Leben des Hanno Buddenbrook.
Von Generation zu Generation wird das Handelsunternehmen übergeben und bringt jedem Oberhaupt Probleme, Konflitke und Herausforderungen. Thomas Buddenbrooks Leben füllt am meisten Platz in den Roman: er wird heiraten, aber nie die wahre Liebe in seiner Frau finden, er wird sich mit seinem psyisch angeschlagenen Bruder Christian abquälen und sich über ihn aufregen, Begräbnisse miterleben und nicht zuletzt an seinem Sohn Hanno verzweifeln, der kein Interesse an dem Handelsunternehmen zu haben scheint, sondern sich mit der Musik beschäftugen möchte – wie seine Mutter.

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Es ist das erste Buch, in dem ich viele „…“ sah, mir erschien es erst komisch, aber man gewöhnt sich dran, obgleich ich zugeben muss, noch immer nicht wirklich schlau daraus geworden zu sein. Ich muss zugeben, manchmal reichlich angeödet gewesen zu sein, es war langatmig und manchmal ein Kampf, aber dann wieder verschlang ich es! Besonders die Geschichte von Tony Buddenbrook mit ihrem Rauf und Runter, ihrem überschwänglichem Leiden und Aufgeben einer Liebe – eine moderne, extravagante Frau, die sich scheiden lässt. Doch auch die anderen Charaktere, wie Christian zeichnen sich von außerordentlicher Originalität wie Realität aus. Das ist wichtig bei einem Roman wie diesem, der unheimlich viele Charaktere vorstellt. Aber durch diese Zuordnung und exakte Beschreibung bleibt einem so gut wie jeder Darsteller (es hat was von einem Theaterstück!) in Erinnerung.

Der Roman beschreibt in einer exzellenten Sprache die Tragödie einer Generation, einer großen Familie, die mit ihrem letzten Sohn zusammenbricht. Thomas Mann schafft es hypotaktische Sätze zu einem Vergnügen zu machen, er wählt die Wörter bedacht und arbeitet mit hervorragenden Nuancen der Sprache, baut sogar Dialekte ein, was die Charaktere umso lebendiger erscheinen lässt – was manchmal aber auch nicht wirklich einfach zu verstehen ist. Nun, warum sollte man es lesen, wenn man mit dem Untertitel bereits weiß, was geschieht? Vlt sollte man es lesen, weil es ein Klassiker ist, weil man beginnt, die Welt mit offeneren Augen zu erblicken, wenn man den Roman gelesen hat? Das Buch veranlasste mich sogar dazu, Lübeck (T.Mann erwähnt zwar nie den Ort Lübeck, aber irgendwie weiß man es anhand der Beschreibungen ziemlich gut einzuordnen) zu besuchen, weil mir das Lesen kaum noch reichte, ich wollte es endlich sehen! Schade nur, dass vom eigentlichen Buddenbrookhaus nicht sehr viele Zimmer im Originalzustand eingerichtet sind, was etwas enttäuschend war.

Besonders muss ich die Ausgabe des Buches loben, sie ist nämlich nicht allzu schwer, in einer angenehmen größte gedruckt, und man kann es knautschen und knicken, der Buchrücken bekommt nicht diese schrecklichen Rillen – ich bin da ein bisschen pingelig:D

THE VERDICT: Diese wortwörtlichen Wucht zu bewerten ist letztlich schwer, da obgleich ein Meisterwerk, der Roman kann auch ziemlich langatmig und öde seien kann. Dennoch: Man sollte sich definitiv die Zeit nehmen, ihn zu lesen, da er einen auf gewisse Weise lehrt. 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha


„Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, wann sie wiederkommen?“ – Oscar Wilde

We’re all made of glue

Hallo!

Zunächst wünsche ich jedem Leser natürlich einen guten Start in den Mai 😉

Es gibt immer Bücher, die man liest und zu einer bestimmten Kategorie gehören, die man gerne liest. Bei manchen sind das Abenteuerbücher, Sci-Fi, Thriller, Liebesgeschichten und weiß der Geier was. Bei mir sind es mit Tendenz Abenteuer- und Historienromane bzw. Klassiker. Meistens jedenfalls, denn es gibt diese eine, etwas schräge Autorin, deren Bücher von sehr seltsamer Natur sind, die ich aber dennoch gerne lese, obwohl sie aus der Reihe fallen (oder vlt gerade deshalb?).

Autor: Marina Lewycka
Titel: Das Leben kleben
Genre: Humor
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2010
Verlag: dtv
Preis: 9,95€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3423213493
Länge: 464 Seiten

Sie begegnen sich zufällig an einem Müllcontainer: Georgie Sinclair, neuerdings alleinerziehende Mutter, und Mrs Shapiro, eine verschrobene alte Dame mit sieben Katzen, einer Vorliebe für Schnäppchenjagd und die großen russischen Komponisten – und einem Geheimnis aus der Zeit des Krieges.“

Copyright©Deutscher Taschenbuch Verlag

Es sollte der Sommer werden, in dem ich alle bis dato von Marina Lewycka verfassten Bücher lesen sollte, ihr damals neustes war mein Erstes. Georgies Leben ist ziemlich verwahrlost und durcheinander: sie schreibt über Klebstoff in einem Fachmagazin und ihr Sohn zieht sich im Internet Weltuntergangwebsites rein. Sie begegnet der sehr komischen und schrulligen Naomi Shapiro, die in einem riesigen Haus lebt, auf welches die Makler ein Auge gefasst haben und sie deshalb unbedingt in ein Altersheim einliefern wollen – ganz gegen ihren Willen. Georgie stürzt in ein Abenteuer, welches wohl das Chaos in Person ist und ihr Leben wird eine 360 Grad Wendung machen.

Die Geschichte wird mit einer enormen Herzenswärme und Selbstironie erzählt, die einen mit jenem genialen Humor aber auch aberkomischer Tiefheit zum Lesen zwingen. Es ist mir, als beweise dieses Buch, das die ganzen verrückten, humorvollen Romane, wie z.B. Jonas Jonassons „Hundertjähriger“ nichts gegen so menschliche Geschichten sind, die einem den wohl schönsten Humor auf die Lippen zaubern. Skurril, urig, eigen – und zauberhaft geschrieben, dieses Buch hat einen eigenen Charakter, was ich nur als hervorragend befinden kann!

THE VERDICT: Manchmal ist der Roman schon heftig, wie z.B. als Georgies Sohn einen epileptischen Anfall bekommt. Aber mit all den Makler Intrigen, des großen Familiengeheimnisses der Mrs Shapiro und der tollen Ich-Erzählerin Gerogie, kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Denn irgendwie ist er auch Klebstoff für einen selbst.Außerdem ist das Cover, wie bei allen Lewycka-Büchern sehr ansprechend und lustig! Ein kleiner Abzug auf Grund des etwas schmalzigen Endes, das nicht unbedingt mit dem Rest des Romanes harmoniert.  8 von 10 Sternen.

Love, Katha


„Optimismus ist die Fähigkeit, den blauen Himmel hinter Wolken zu ahnen.“ – Madeleine Robinson

„Lies mir vor, Jungchen“

Ahoi!

Bei Schullektüre scheiden sich die Geister, während der eine Lehrer eher philosophisch gerichtete Bücher lesen lässt (z.b. „Nichts“ von Janne Teller, was ich ganz grausam fand, aber ich möchte mich jetzt nicht darüber aufregen), zwingt der andere einem ein staubiges Drama wie „Antigone“ auf. Natürlich sieht der Rahmenplan auch bestimmte Werke vor… Aber ganz selten – jedenfalls in meiner bisherigen schulischen Laufbahn – gibt es gute Lektüre.

Autor: Bernhard Schlink
OT: Der Vorleser
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Diogenes
Preis: 9,90€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3257229530
Länge: 207 Seiten

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er… und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängten Vergangenheit.“

Copyright© Diogenes Verlag
Copyright© Diogenes Verlag

Ein Klappentext, wie er leibt und lebt, will ich fast schon sagen, er deutet auf Dinge hin, sagt aber auch nicht zu viel und macht meiner Auffassung nach sogar neugierig – Und er protz von begeisterten Pressestimmen. Bevor ich zum inhaltlichen komme, will ich noch über das Drumherum des Buches reden, denn das Cover ist alles andere als ansprechend. Natürlich ist der Roman gestaltet, wie alle anderen Diogenes Bücher auch, dieses eierschalenweiß an Vorder- und Hinterseite, mit dem Unterschied das vorne noch lieblos ein recht hässliches, aber passendes Bild (E. L. Kirchners „Nollendorfplatz“ aus 1912 hingeklatscht wurde.

Zum inhaltlichen: Michael Berg verliebt sich in die sehr viel ältere Hanna –  dabei will der nur zu ihr, um sich zu bedanken, dass sie ihm geholfen hatte, als ihm mitten auf der Straße schlecht wurde. Doch er besucht sie, sie schlafen miteinander, das Verhältnis bricht und Jahre später, bereits als Michael Jura studiert und einem Prozess als Beobachter beiwohnt, trifft er sie. Es handelt sich um einen KZ-Prozess.

Mehr möchte ich nicht verraten!

Es ist hervorragend, wie sich die Schuld, Unschuld und Gewissensfragen auftun (obwohl wie diese sogar in einer Klausur durchgekaut haben). Man stellt sich während des Lesens selbst fragen , wird selbst nachdenklich, aber auf gewisse Weise stört es keineswegs den Lesefluss.

„Genügt es, dass der Paragraph, nachdem z.B. KZ-Wächter verurteilt wurden, schon zur Zeit ihrer Taten im Strafgesetzbuch stand, oder kommt es darauf an, wie er zur Zeit ihrer Taten verstanden und angewandt wurde und dass er damals eben nicht auf sie bezogen wurde? Was ist Recht, was im Buch steht oder was in der Gesellschaft tatsächlich durchgesetzt und befolgt wird? Oder ist Recht, was, ob es im Buch steht oder nicht, durchgesetzt und befolgt werden müsste, wenn alles mit rechten Dingen zuginge?“ [B.Schlink, „Der Vorleser“ S.86, Copyright © 1995 Diogenes Verlag AG Zürich] – Ich LIEBE diese Passage, wie er es formuliert, wie die Fragen einem echten Gedankenfluss folgen, aufeinander aufbauen!

Doch irgendwie störte mich Michaels  sehr distanzierte Haltung zu sich selbst ab und an, obwohl sie auf der anderen Seite faszinierend ist. Er scheint sich selbst ein Fremder zu sein, vlt ist insofern eine Ich-Erzählhaltung nicht sehr sinnvoll. Was mir bereits zu Anfang aufgefallen ist, ist der Kontrast zwischen Sprache und Inhalt. Denn letzterer ist eher wie eine Impression, Schlink beschreibt ihn schnörkellos; präzise setzt er perfekt abgestimmte Striche auf seine Leinwand. jedoch muss ich mich als Freund von hypotaktischen, ellenlangen Bandwurmsätzen á la Theodor Fontane oder Thomas Mann aussprechen, es war also in der Abwechslung gut zu lesen, aber auf Dauer würde ich Schlinks Werke, wenn sie denn alle im selben Stil verfasst worden sind, nicht mögen – sprachlich.

Alles in einem ein Roman, der zum Grübeln und Nachdenken einlädt, manchmal etwas befremdlich, ja sogar unsympathisch ist und dessen Stil akzeptabel ist. Ich denke, dass man thematisch betrachtet, ein richtig gutes Buch vorliegen hat, perfekt umgesetzt wurde es aber nicht. Nichtsdestoweniger bin ich der Auffassung, dass man, den Film mit der hervorragenden Kate Winslet sehen sollte, er bietet ab und zu mehr Gefühl als der Roman. 3,5/5 Sternen.

Love, Katha


„Von allen Welten, die der Mensch geschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.“ -Heinrich Heine

Temps des Cerises

Moin!

Es ist so wundervoll wie der Frühling hier in Berlin ausbricht, fast schon schade, dass nun langsam die zarten Blüten der Obstbäume zu Boden sinken, aber dennoch ist es eine Freude. Man nimmt grüne Bäume eigentlich nicht wirklich wahr, sie sind natürlich da, aber sonst? Ich tat das lange auch nicht, bis zum letzten Jahr, wo der Winter bis Anfang April andauerte, seitdem sehe ich die Natur anders – und es ist schön. Wenn ihr hinausgeht: seht euch diese prächtigen, blühenden Kastanien an! Es hat seinen Zauber:) Heute möchte ich den Roman „Das Lächeln der Frauen“ vorstellen.

Autor: Nicholas Barreau
Titel: Das Lächeln der Frauen
Genre: Liebesgeschichte
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2012
Verlag: Piper
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-492-27285-8
Länge: 336 Seiten

Die Restaurantbesitzerin Aurélie hat Liebeskummer: Von einem Tag auf den anderen wurde sie von ihrem Freund verlassen. Unglücklich streift sie durch Paris und stößt in einer Buchhandlung auf einen Roman, der gleich in den ersten Sätzen nicht nur ihr Lokal, sondern auch sie selbst beschreibt. Natürlich möchte Aurélie den Autor kennenlernen, doch der ist leider sehr menschenscheu, erzählt der Lektor des französischen Verlags. Aber Aurélie gibt nicht auf…“

Ich war total angetan von dem Klappentext, der im Wesentlichen auch gut aufgebaut ist, was schon zu Anfang ein unheimlicher Pluspunkt ist, denn viele Klappentexte verraten entweder nichts, sondern sind nur Pressestimmen oder erzählen das halbe Buch.

Copyright©Piper Verlag
Copyright©Piper Verlag

Schon der Name Aurélie ist bezaubernd, die Geschichte, obgleich sie natürlich ziemlich offensichtlich ist, auch. Dennoch! Ich war verzaubert von Aurélie & André, dem Autor: denn der Roman ist in zwei Ich-Stimmen aufgeteilt, wodurch ein unheimlicher Wortwitz und peinliches Lachen vorprogrammiert sind. Ich habe mich bei diesem süßen, französischen Roman unheimlich amüsiert. Auch toll: am Ende des Buches gibt es ein paar erwähnte Rezepte aus Aurélies Restaurant „Temps des Cerises“. Es ist Paris, wie man es sich vorstellt, und sobald man den Roman beendet hat – ich habe ihn verschlungen – will man nach Paris! Es ist eine Menge Kitsch enthalten, aber es ist kein süßer, klebriger, fremdschäm-Kitsch á la Rosamunde Pilcher, sondern ein herzen-erwährmender, liebevoller Kitsch, das man staunt, dass ein Mann dergleichen schreiben kann, was mich zu meinem nächsten Punkt führt: Ich möchte natürlich nicht spoilern, d.h., wer das Buch lesen möchte, dem empfehle ich hier nicht weiterzulesen, aber eins ist doch wohl sehr ironisch: André, ein Verlagsmitarbeiter, publiziert unter einem anderen Namen in SEINEM Verlag einen Roman. Natürlich ist  verständlich, warum er das macht, doch googlet man Nicholas Barreau, so findet man keine französische Originalausgabe, welche ja angeblich von Svophie Scherrer übersetzt wurde… Alles in einem also eine süße, zarte Geschichte mit hervorragenden Wortwitz und Gewandtheit, leicht und gut leserlich geschrieben: Die perfekte (Sommer-)ferien Lektüre. 4/5 Sternen.

Love, Katha


das Zitat des Tages. „Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere, gelegener Zeit“ – Katharina von Sienna

Fall of Giants

Mein erster Follett! Zugegeben, das 1040 seitige Buch liegt einem etwas schwer in der Hand – aber es ist nun mal eine ‚gewichtige‘ Story.  Schon der Klappentext lässt darauf hindeuten:

Autor: Ken Follett
DT: Sturz der Titanen : Die Jahrhundert-Saga
OT: Fall Of Giants
Genre: Historienroman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung:2010
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 12,99 € (Taschenbuch)
ISBN: 978-3404166602
Länge: 1040 Seiten

England. Ethel Williams, Kind einer Bergmannsfamilie aus Wales, ist Dienerin im Haus von Earl Fitzherbert. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie in Schande entlassen. Aber Ethel lässt sich nicht entmutigen und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Russland. Grigori und Lew Peschkow wachsen als Waisen auf. Während Grigori zum Revolutionär wird, gelangt sein Bruder in Amerika zu Reichtum – bis er sich zur Armee melden muss und so als Soldat in die Heimat zurückkehrt. Deutschland. Anders als sein Vater sehnt sich Walter von Ulrich nach einem demokratischen Deutschland. In London verliebt er sich Hals über Kopf in die emanzipierte Lady Maud. Am Tag vor der deutschen Kriegserklärung an Russland heiraten sie heimlich. Doch der beginnende Konflikt reißt die Liebenden auseinander. Drei Familien, drei Schicksale, die sich kreuzen, während der Schatten des Krieges die Welt verändert.“

Copyright©Bastei Lübbe
Copyright©Bastei Lübbe

Aber der Klappentext hält, was er verspricht, ich konnte den Wälzer gar nicht mehr aus der Hand legen und war gefesselt von den Drehungen und Wendungen der Story, sowie dem bezaubernden Schreibstil. Zwar sind die ersten 50 Seiten doch langgezogen, aber man kann sich relativ gut einarbeiten. Die Perspektiven aus den verschiedenen Ländern sind eine hervorragende Idee und gewähren einem einen guten Einblick, ja,  die Welt öffnet sich einem, die Figuren machen zwar keine 270-Grad-Wende in ihrer Entwicklung, das lässt sie jedoch auch realistisch erscheinen. Manchmal sind einem die Sexszenen etwas lästig, aber das ist Geschmackssache. Was die historischen Tatsachen angeht, so streitet man sich, bei Amazon kann man das sehr gut merken – mich hat nichts gestört.

Besonders die komplizierte Liebesbeziehung zwischen Lady Maud und Walter von Ulrich habe ich mit großer Spannung verfolgt! Aber da ich nicht spoilern möchte…

Manchmal nimmt der Roman in der Tat Kaugummi-Gestalt an, ein paar Kapitel sind quälend lang. Als ich das Buch in die Hand nahm, ahnte ich nicht, dass ich es zu Ende lesen würde, manchmal nimmt einem die Länge die Freude, aber hier war es anders. Für den die ersten 300 Seiten benötigte ich etwas länger, der Schulstress unterbrach mich beim Lesen, als jedoch dann die Ferien kamen, hatte ich den Rest innerhalb von einigen wenigen Tagen verschlungen. Nun BRENNE ich darauf, den zweiten Teil zu lesen.

Alles in einem kann ich jedem den Roman ans Herz legen, der detailreiche Historienromane mag und Wert auf einen guten Schreibstil legt (und etwas Geduld mit den ersten 50 Seiten hat…). 9 von 10 Sternen

Love, Katha