Die Schöne und das Biest

OT: Beauty and the Beast
DT: Die Schöne und das Biest
Cast: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, Gugu Mbatha-Raw
Genre: Märchenfilm
Regie: Bill Condon
Drehbuch: Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos
Musik: Alan Menken
Länge: 130 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Belle, eine junge Bibliophile, lebt mit ihrem Vater in einem kleinen französischen Dorf. Ihr Vater macht sich wie jedes Jahr wieder auf seine Reise und ihr verspricht, eine Rose mitzubringen, doch verirrt er sich auf Grund eines Sturmes und folgt einem Pfad zu einem mysteriösen, unheimlichen Schloss, dessen Gefangener er bald wird. Seine Pferd galoppiert schnell zurück zum Dorf und signalisiert seiner Tochter, dass ihr Vater in Gefahr ist und natürlich folgt sie dem Tief zurück zum Schloss, um festzustellen, dass ihr Vater fort gefangen gehalten wird – jedoch nicht von einem Menschen.

Wie schön ist es doch, die Helden der eigenen Kindheit neu zu erleben! Ich muss schon im Vorfeld gestehen, dass Belle stets meine liebste Disnes-Prinzessin gwesen ist und ich das heute auch noch sagen kann: Sie punktet durch ihr warmes Herz, ihre Intelligenz, ihrer Bibliophilie und natürlich auch, weil sie wunderschön ist. Hätte es eine bessere Besetzung als Emma Watson geben können? Ich bezweifle es! Sie brilliert in der Rolle von Belle –  so überzeugend und liebevoll wie sie den Charakter spielt, meint man nach einer Weile, dass sie wohl in echt auch dieses liebenswürdige Wesen seien muss. Sie bleibt der Zeichentrickfigur in ihrem Liebreiz treu, gibt ihr aber etwas frisches, cleveres und manchmal fast schon freches.

Der Kern des Filmes (und meiner Begeisterung)  ist allerdings die Machart: Von den Kostümen, über das CGI, über Kulisse und Musik. Songs, die um Mitsingen einladen und eine magische Welt, wo man nur mit offenen Mund staunen mag. Mich hat es an Stellen, wie beispielsweise der berühmten Tanzszene mit dem Biest im gelben Kleid, teils wirklich ergriffen, weil dieses alte Märchen so authentisch zum Leben erweckt wurde. Selbiges gilt für die urigen Gegenstände im Schloss, den große Schauspieler (im Original) ihre Stimmen geliehen haben. Auch, wenn in die deutsche, synchronisierte Version sah, glaube ich sagen zu können, dass Ian McKellen als Uhr und Emma Thompson als Teekanne nicht besser hätten gewählt werden können – zweifelsohne werde ich diesen zauberhaften Film noch einige Male im Orginial sehen, sobald er erschienen ist.

Der Film „Die Schöne und das Biest“ konnte mein Herz sofort einnehmen, mich zum Lachen bringen und mich an Stellen auch zu feuchten Augen rühren und mich wieder Fühlen lassen, als sei ich 7 Jahre alt.

Ähnlich wie in der Orginalzeichentrickversion gewöhnt man sich so an den Anblick des Biestes in Biestgestalt, dass der Anblick des normalen Dan Stevens zum Ende fast schon seltsam ist. Es macht Spaß, Schauspieler, die man jahrelang mit einer bestimmten Rolle assoziiert hat, wie Emma Watson mit Hermine in Harry Potter und Dan Stevens als Matthew in Downton Abbey, in ganz anderen Rollen zu sehen und sich bezaubern zu lassen.

Eine Sache – es ist eher ein Detail – über das ich ein bisschen traurig lache musste, ist dass Belle (wohlgemerkt in einem französischen Dorf, wo die Figuren französische Namen haben) den Kindern lesen beibringt – aus einem englischen Buch! So perfekt dieser Film auch glänzt, ist es schade, wie amerikanisiert sogar ein französisches Dorf werden kann.

Kleine Bemerkung am Rande: Ich habe den Film nicht in 3D gesehen (an dieser Stelle oute ich mich auch gerne als kein Fan davon) und muss sagen, dass es total ausreicht. Die Technik hat die Visualisierung vom Biest und den lebendigen Gebrauchsgegenständen im Schloss so gut zu Stande gebracht, dass es so schon unfassbar dreidimensional aussah.

Eine größere Bemerkung: Während ich im Internet zuvor einige Rezensionen gelesen habe, um zu sehen, ob meine sehr positive Einschätzung des Filmes, negativen standhalten kann, bin ich auf zwei recht interessante Kontroversen gestoßen. Zum einen wurde kritisiert, dass Belle unter einem Stockholm-Syndrom leide und dies keine gute „Message“ des Filmes sei. Ich denke, man kann sich über alles streiten, wenn man möchte. Für mich ist es klar, dass die Aussage des Filmes ist, dass man sich in jemanden auf Grund seines Charakters verlieben kann, auch wenn derjenige ein grässliches Aussehen hat und auf den ersten Blick recht garstig wirkt. Man muss auch betrachten, dass die Ursprünge und die Idee des Märchens aus dem 18. Jahrhundert stammen!
Zum anderen heißt es, dass LeFou, der Gehilfe von Gaston, dem eingebildeten jungen Mann, der auch starkes Interesse an Belle hege, möglicherweise als homosexuell interpretiert werden kann. Dazu kann ich nur sagen: Na und? Falls dies wirklich so beabsichtigt war, was macht das schon aus. Generell erkennt man viel Diversität (beispielsweise in den Hautfarben und Ethinizitäten) und moderne Züge in dieser Märchenverfilmung, was ich sehr schön finde – wir befinden uns nicht mehr im Jahre 1991, in welchem der Original Disney Film. auf den sich dieser bezieht,  in die Kinos gekommen ist.

THE VERDICT: Ein wunderschön gemachter, nicht ohne Grund stark gehypter Disney-Film mit Charme und Herz, der einen sofort um den Finger wickelt. Ein süßer Gute-Laune-Film für die ganze Familie. 9 von 10 Sternen.

´Love, Katha

Bildquelle:
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