Café Anna Blume

Wo? Kollwitzstraße 83, 10435 Berlin
Wann? Mo-So, 8-22 Uhr
Was? Kafffee, Kuchen, Brunch und nebenan Blumen
Preise?  Etwas gehoben
Zahlen? Bar und mit Karte
Webseite: cafe-anna-blume.de

Ein großes und belebtes Café voll Blumen und die Wände hier sind bemalt mit Jugendstil-Motiven. Diese Oase in Prenzlauer Berg ist ein Ort, wo man sich hervorragend den Bauch vollschlagen kann, so toll, dass aber auch unglaublich viele andere Menschen davon wissen und es meistens brechend voll ist (besonders Brunch am Wochenende, da darf man auch gerne mal anstehen). Ich mag dieses Café wirklich gern, weshalb ich es auch hier vorstellen möchte, aber manchmal ist es einfach schade, dass es so „gehyped“ wird und man nicht in Ruhe seine Torte genießen kann. Aber ich denke auch, dass das sehr abhängig vom Wochentag und der Uhrzeit ist.

Dennoch muss ich trotz Wartens gestehen, das Brunchen lohnt sich! Die sogenannte „Étagère“ bietet dabei das Kronjuwel des Cafés – und das wahrlich nicht ohne Grund: diese Platte aus Käse, Obst, Gemüse, Wurst, Fisch und Fleisch ist nicht nur verdammt lecker, sondern macht wirklich satt. Selbst wenn man zu zweit ausgehungert dahin geht mit gutem Hunger, bekommt man nimmer nicht alles runter, so rechnet sich, vor allem wenn man sie sich zu zweit oder zu dritt teilt, die Étagère für rund 20 Euro. Trotzdem ist es natürlich mehr ein Ausnahme-Frühstück und ohne jeden Zweifel verlässt man diesen Laden meist, indem man ein bisschen mehr dort gelassen hat, als man wollte. Anna Blume ist für mich ein besonderes Café, wo ich dann und wann gerne vorbeischaue – aber keins für mehrmals die Woche besuche oder einen soliden Kaffee zum Mitnehmen.

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Apropos satt, selbiges gilt für die köstlichen Kuchen und Torten. Die deftigen Preise rechtfertigen sich nicht nur durch den Geschmack, sondern dass man nach einem Stück schlichtweg pappsatt und zufrieden ist! Doch auch an anderen Orten wie der Kaffeerösterei Pakolat in der Nähe und dem Spandauer Kaffee 26 kann man hervorragende, leckere Kuchen und Torten bekommen zu teils günstereen Preisen und deshlab muss ich hier ein bisschen etwas abziehen, weil ich auch Alternativen kennen, die mich mehr überzeugen.

THE VERDICT: Das wunderschöne Café wird seinem Ruf gerecht und lockt nicht ohne Grund: Eine angenehme Atmosphäre und hervorragendes Brunch, tolle qualitativ hochwertige Torten  und leckere Getränke. Nur ist leider oft voll, aber das Warten auf einen Platz lohnt sich definitiv! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Antik-Genuss im Kaffee 26

Der im Westen von Berlin liegende Bezirk Spandau wird unter Berliner häufig als „nicht Berlin“ verpönt. Dabei waren diese Menschen häufig noch nie dort – oder habe sich die Mühe gegeben, die kleinen Schätze von Spandau zu entdecken, denn eins davon ist ohne Zweifel das „Kaffee 26“.

Wo? Jüdenstraße 26, 13597
Wann? Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 10-18 Uhr
Was? Kaffee, Kuchen und Antiquariat
Preise? Angemessen, moderat
Zahlen?
Webseite: kaffee26.de

Es ist ein recht unscheinbare Name für das in einer kleinen ruhigen Seitenstraße gelegene Café, welches auch von außen  nicht außergewöhnlich aussieht,  doch sobald man eintritt, offenbart sich eine nach Kaffee und Kuchen duftende Welt.  Ein kleiner Himmel für Aug‘ und Geschmack! Doch was trinke und esse ich  hier? Die Auswahl ist groß, verschiedene Röstungen – darunter auch eine sogenannte Spandauer Röstung – , welche man auch für zu Hause erwerben kann, köstliche Kuchen und von Cappuccino, über Eiskafee zu verschiedenen (auch Bio!) Teearten ist alles dabei. Die beiden Besitzerinnen des „Kaffee 26“  sind zwei Schwestern, die das Café mit ihrem Vater, POMELO_20150908100736_fasteinem Antik-Händler, liebevoll eingerichtet haben. Allerdings ändert sich die Einrichtung regelmäßig, denn die wunderbaren großen alten Sessel, Tische mit Ornamenten, Kommoden, Lampen und Stühle mit Schnitzereien kann man erwerben. Durch die großen Fenster kommt viel Licht ins Café und so wirkt es hell und ruhig, als sei man selbst in seinem eignen antiken Wohnzimmer mit einem köstlichen Getränk. Besonders gen Mittags, wenn es noch nicht voll ist, herrscht eine lauschige, angenehm ruhige Atomsphäre, für die ich das Café enorm schätze.

Wer verirrt sich in den Laden? Häufig die Einheimischen, ältere Damen und Herren, aber auch Schüler und Lehrer der anliegenden Schulen trifft man an – denn die Auswahl und die Qualität sind nicht nur hervorragend, sondern auch die Preise sehr angemessen und das Angebot jeden Cent wert!

Das Kaffee 26 ist ein wunderbarer Ort in Spandau, an dem man ruhig sein Getränk trinken und sich mit seinen Freunden  unterhalten kann. Ich treffe mich dort sehr gerne, weil es  ein eher verstecktes Juwel in dieser großen Stadt  ist und die ganzen Touristen und Hipster es ja eher nach Prenzlauer Berg und Friedrichshain treibt. Allerdings muss man sagen, dass auch diese Kaffee immer populärer wird und ich es schon häufiger erlebt habe, dass es rappelvoll war! Wie man nun lesen kann, bin ich absolut verzaubert von diesem Café – und das schon seit mehreren Jahren!

THE VERDICT: Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Antik-Café mit leckeren Getränken und Kuchen, wo man sich einfach nur wohlfühlen kann. Ich kann jedem einen Besuch ans Herz legen! 10 von 10 Sternen.

Love, Katha

 

Der Fischladen

Eine kleine feine Entdeckung im schönen Prenzlauer Berg, die ich sehr gerne mit euch teilen möchte. Es ist“Der Fischladen“ – ja, so heißt er wirklich!

Wo? Schönhauser Allee 128, 10437 Berlin
Wann? Mo-So 10-22 Uhr
Was? Fischspeisen
Preise? Eher gehoben, aber es wert
Zahlen? Bar
Webseite: derfischladen.com

Direkt an der Schönhauser Allee neben der alten Brücke für den oberirdischen Teil der U-Bahnlinie 2 befindet sich das Restaurant  „Der Fischladen“ und gleich daneben „Links vom Fischladen“, wo man SICH  nach einem herzhaften Schmaus auch etwas Süßes gönnen kann. Bereits seine wunderbar üppige Fischtheke und die weiß-blauen Räumlichkeiten erzeugen in einem eine richtige Sehnsucht nach dem Meer.

Snapchat-307582285511044893.jpgAusprobiert habe ich nach dem Empfehlen einer guten Freundin die hauseignenen Fish & Chips –  und nachdem ich in Großbritannien vielerorts dieses wunderbare Gericht kennen und lieben gelernt habe, waren meine Ansprüche natürlich hoch!
Doch Fish & Chips sind hier anders, sie habe nicht den Anspruch das typisch englische Gericht in der Zeitung zu sein mit Kaut, Mushy Pees und Tomatenketschup. Und auch die angebotenen Soßen waren auf den ersten Blick erstmal eher abschreckend. So ungewöhnlich sie wirklich, sie sind großartig: eine Kapernsoße, eine süß-saure Soße und eine, für die, die es wirklich scharf mögen. Die anfängliche  Skepsis verflog schnell und ich war verzaubert davon, die herrlich die Soßen den Geschmack des Fisches untermalten, besonders die Kapernsoße. Was ich sehr praktisch finde, ist dass man nicht nur die Auswahl zwischen zwei Portionsgrößen hat, sondern auch, welchen Fisch man serviert habe möchte. Auf diese Weise ist für jeden etwas dabei. Am preiswertesten ist der weiße Wels, den ich selbst nun mehrmals dort gegessen habe und ihn großartig finde.
Natürlich gibt es neben Fish & Chips auch viele andere Fischgerichte, denn die Auswahl an Frischfisch, Räucherfsich und Meeresfrüchten ist großartig. Vom klassischem ganzem Lachs zur Dorade, über den Wolfsfisch zum Victoriabarschfilet, Butterfisch, Heilbutt, Räucheraal und Tintenfisch lassen nicht auf sich warten. Die Webseite ist dabei sehr ausführlich und informativ und entsprechend für interessierten einen Besuch wert. Aber am besten, man geht einfach vorbei

Neben dem tollen nordischen Ambiente und dem netten Personal, welches am Nachbartisch ein Paar mit einem Kind und Kinderwagen sofort unterstützt hat und zuvorkommend war, muss man sagen, dass die Lage den Laden natürlich ziemlich beliebt macht und es stets gut besucht ist.
Man befindet sich, wenn man im Sommer draußen speist, halb auf dem Gehweg und ständig laufen auch Touristen, aber vor allem die Berliner Szene Elite an einem vorbei und dann kommt dazu noch das gute laute Rattern der U-bahn, was leider ein bisschen die Stimmung für mich senkte. Wenn man dieses urbane, frische und lebendige mag und sich mal ein bisschen wie ein mondäner Hipster fühlen mag und was sehr gutes Essen mag, für den ist der Ort ideal. Für ein kleines, heimliches romantisches Date vielleicht nicht unbedingt.

Und, weil dies ab und zu auch wirklich wichtig sein kann: Die Toiletten befinden sich im zweiten Geschäft des Fischladens und sind hervorragend sauber und erfüllt mit dem mariniertem Flair. Ein Laden, der durch und durch seinem Thema treu bleibt!

THE VERDICT: Ein tolles Fischrestaurant mit dem gewissen Etwas und wirklich großartig schmeckendem Essen, was ich jedem Fischliebhaber ans Herz legen kann. 9 von 10 Sternen

Love, Katha

Es geschah in Schöneberg

https://i0.wp.com/www.dtv.de/_cover_media/450b/9783423216227.jpgAutor: Susanne Goga
OT/DT: Es geschah in Schöneberg
Genre: Kriminalroman
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2016
Verlag: dtv
Preis: 9.95 Euro
ISBN: 978-3423216227
Länge: 336 Seiten

Teil fünf der Leo Wechseler Krimi Reihe

Berlin 1927. Bei einer Modenschau im Romanischen Café werden zwei Vorführdamen verletzte: Ihre Kleider wurden mit einem Kontaktgift präpariert. Offenbar ein gezielter Anschlag gegen den Modesalon Morgenstern & Fink. Steckt ein neidische Konkurrent hinter dem Anschlag? Leo Wechlser ermittelt. [Klappentext]

Wer bis hier hin Leo Wechslers Leben als Polizist mit mal guten, meist eher mittelmäßigen, aber stehts nett nebenbei lesbaren Krimis mitverfolgt hat, wird im fünften Teil belohnt: ein ordentlicher, spannender Krimi, wo ich das früher Schlafen gehen gerne über den Haufen geworfen habe!

Natürlich wird, wie in den Vorgängeromanen, Leos Privatleben miteingebunden, dabei ist die Entwicklung seines Sohnes diesmal im Mittelpunkt: Er wird älter, möchte mit Freunden weggehen und sich einem Pfadfinderbund anschließen, doch irgendwas ist faul bei der Sache. Auch die Beziehung zu seiner wunderbaren Frau Clara entwickelt sich weiter, ihr Buchgeschäft floriert. Irgendwie fühle ich mich mittlerweile fast wie zu Hause bei den Wechselers, denn Susanne Goga hat wirklich eine sehr liebevolle Art, sich um ihre Figuren zu kümmern.

Ferner folgt diesmal ein sich nach und nach entfaltender Krimi: Häufig war es bei den Leo Wechsler Fällen so, dass es schnell ein Opfer gab, meist einen Toten und zur Hälfte des Buches war mehr oder weniger klar, wer es seien könnte, weil auch häufiger mal aus der Sicht des Täters geschrieben wurde: diesmal ganz anders! Am scheint etwas im Modeatelier nicht zu stimmen, schließlich erfolgt ein Anschlag.

Dabei wird Berlin in den 20er Jahren aus einer neuen Perspektive beschrieben. In den vorigen Jahren gab es Krimis über die Ober- und Unterschicht, das Schauspieler- und Malermileu, und diesmal erwischt es sogar mehrere Ecken. Wenn man die Teile fortlaufend ließt (was aber meines Erachtens nach nicht zwingend ist, ganz im Gegenteil, man kann auch einzelne Teile lesen), dann sieht man während des Lesen so viele Facetten von Berlin vor dem geistigen Auge. Der bunte, interkulturelle Ruf, den die 20er Jahre bis heute genießen, wird einem auf einem Servierteller geboten!
Kurz gesagt: es macht einfach Spaß, diesen fünften Band zu lesen, der Fall entwickelt sich, ist spannend und ungewiss, dass Setting wird genauer beschrieben denn je zuvor und man merkt, wie viel Recherche betrieben wurde. Besonders als Berliner, der sich in den Stadteilen etwas auskennt, wo die Figuren sich bewegen, fühlt man sich in der Zeitreise pudelwohl.
Susanne Goga versucht sich hier sehr erfolgreich an einer neuen Art des Erzählens eines Kriminalfalls. Man kann sagen, ihre fünftes Buch hebt sich vor allem darin ab, dass es nicht mehr nur zu Neben bei Lesen ist, sondern dass man es ungern aus der Hand legt. Ich denke, dass noch weitere Teile zu erwarten sind und freue mich nun auch auf die nächsten Bände.

Nur fand ich das Cover diesmal etwas enttäuschend. Zwar stellt es passenderweise eine Modenschau da, aber das Bild ist so schrecklich verwaschen und unscharf im Gegensatz zu den Vorgängercovern, es wirkt etwas dahingeschludert.

THE VERDICT: Der beste Leo-Wechsler-Fall! Susanne Goga bietet in einem frischen, neuen Stil den Leo, der mir schon ans Herz gewachsen ist, und einen spannenden, authentischer Kriminalfall. Es lohnt sich! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

Das Eschenbräu

Manchmal treibt es mich auch ins Herz der Stadt, in den Wedding, zu einer ganz besonderen Brauerei, die ich unbedingt vorstellen möchte…

Wo? Triftstraße 67, 13353 Berlin (Wedding)
Wann? Täglich ab 15 Uhr geöffnet
Was? Bier!!!!
Preise? Moderat
Webseite: eschenbraeu.de

Besonders im Sommer ein wunderbarer Ort: im riesigen Biergarten, wo gut 200 Leute Platz finden können, unter einer mächtigen Eiche sein Bier genießen und Teil eines einladenen Flairs werden, im Stimmengemurmel sich verlieren und lachen. Natürlich ist es im Winter auch schön, sich in die Kellerkneipe zu setzten und die lustigen Kunstwerke, mit denen die Wände geschmückt sind, betrachten – Comics, über die man ,wie ich bemerken sollte, wirklich sehr ausführlich diskutieren und sich verlieren kann.

Dadurch, dass das Eschenbräu – welches mit unfiltriertem Genuss für Berlin wirbt – im Stadtzentrum in der Nähe des U-Bahnhofs Leopoldstraße liegt, ist es entsprechend gut besetzt und es empfielt sich immer, wenn man mit mehr als 2-3 Personen unterwegs ist, einen Tisch zu reservieren, denn Abends wird es rappelvoll. Und reservieren lohnt sich, wie ich festgestellt habe: im Winter ist natürlich nur der Keller möglich, im Sommer bekommt man einen Tisch an der frischen Luft reserviert und wenn es um 22 Uhr Nachtruhe heißt, kann man auch unterirdisch ohne Stress platznehmen. An diesser Stelle kann ich das Eschenbräu für die Organisation nur loben. Die zwei Nachteile am Keller sind der Lautstärkepegel, der etwas nerven kann und dass es sehr warm dort unten werden kann, was im Winter noch ganz angenehm ist, kann zu anderen Jahreszeiten eher abschreckend sein.
Rauchen darf man übrigens nur draußen, allerdings gibt es dort auch ein kleines Eckchen mit Aschenbecher, wo sich dann kleine Grüppchen im Winter bilden.

Ein weiterer Aspekt der großen Beliebtheit dieser Kneipe ist, dass man besonders auf sein Essen länger warten muss… Angeboten werden neben Berzeln auch Flammkuchen (5,20 Euro für seine Größe moderat), sowohl vegeatisch als auch mit Fleisch, die hauchdünn, knusprig und herrlich geschmacksintensiv sind – aber halt auch mindestens 30 Minuten Wartezeit benötigen. An vollen Sommertagen ist es manchmal auch schwierig, die Bedinung auf sich aufmerksam zu machen, da diese von einem Tisch  zum anderen mit eiem unglaublich hektischem Tempo eilen.

Obwohl ich gerne im Eschenbräu bin, empfehle ich eine Anreise tagsüber, denn nachts wirken die Weddinger Straßen manchmal unheimlich und düter – es ist ein  raueres Pflaster als andere Bezirke. Dadurch, dass die Kneipe in dem Innenhof eines Wohnviertels liegt, ist es auch etwas versteckt und beim ersten Besuch nicht unbedingt so leicht zu finden, da man sich am Ausgang des U-Bahnhofs durch Menschenmengen und Schnellimbisse durchkämpfen muss.

Das Highlight des Eschenbräus ist natürlich sein Bier, es gib auch sogenannte „Freunde des Eschenbräus“, welche dem Lokal frischen Apfelsaft und Likör liefern. Zusätzlich gibt es noch hauseigenen Whiskey. Aber nun zum Bier: ca. jeden Monat gibt es ein anderes Bier und hier ist von dunklem englischen, über Rauchbier bis hellem, fast schon bayerischem Bier alles dabei: Märzen-Bier, „Alter Schwede“, Böhmisch Dunkel, „O.P.A.“ (original pale ale), Weddinator usw.
Jeweils passend zur Saison wird zwischem hellen Hefeweizen (Frühling und Sommer) und dem goldgelben Panke Gold (Herbst und Winter) gewechselt. Entsprechend ist die Spannbreite an Geschmacksarten so herrlich unterschiedlich, dass praktisch für jeden was bei ist!

THE VERDICT: Biergenuss, gute Stimmung, moderate Preise… Kurz gesagt: Ich habe hier sogar meinen Geburtstag gefeiert. 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Mord in Babelsberg

 https://i2.wp.com/d.gr-assets.com/books/1391892649l/20641357.jpgAutor: Susanne Goga
Titel: Mord in Babelsberg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2014
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 320 Seiten
ISBN: 978-3423214865

Band 4 der Leo Wechsler Reihe

Berlin 1926. Im Hof einer eleganten Wohnanlage in Kreuzberg wird eine Leiche einer Frau entdeckt, die mit einer Scherbe aus rotem Glas erstochen wurde. Kommissar Leo Wechsler muss am Tatort erkennen, dass es sich bei der Toten um Marlen Dornow handelt, zu der er vor Jahren eine sehr persönliche Verbindung hatte. […] Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten: Viktor König, ein gefeierter Regisseur wurde  nach der Premiere seines großen Films über den sogenannten „Magier der Pfaueninsel“ ebenfalls mit einer roten Glasscherbe erstochen… [Klappentext]

Und erneut behält Goga ihren glatt geschliffenen Schreibstil mit wunderbar urigen Charakteren in der Zeit der Weimarer Republik bei. Nun findet ein Zeitsprung statt: von 1922 im dritten teil zu 1926 hat sich Leos leben eigentlich beruhigt, auch, weil die Inflation abgeflaut ist, doch nun kommt wieder Bewegung rein.

Leo Wechsler soll auch in diesem Buch als Charakter wachsen, während im dritten Band vor allem Claras Vergangenheit aufgerollt wird, geht es diesmal um eine Bekannte von Leo, die man schon aus dem ersten Teil kennt: Marlen – natürlich steht da die Beziehung zu Clara Kopf, welche Frau würde sich schon freuen, diese Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren? Das Problem für Leo ist aber auch seine persönliche Beziehung zu der Toten darf nicht herauskommen, wenn er der ermittelnde Kommissar ist. Schon an dem Plot kann man erkennen, dass dieser vierte Teil weitaus energiegeladener ist, als seine Vorgänger – mit ordentlich Konfliktpotenzial und seinen Rivalen  im Präsidium wird eingeheizt. Dazu kommt noch die prekäre politische Lage, die sich nun gen rechts-populistisch bewegt.

Hier merkt man – worüber ich mich sehr freute –  Goga kann richtig gut historische Romane schreiben, alles wirkt so authentisch und ja, berlinerisch. Das merkt man am Dialekt, aber teilweise auch an der seltsamen Unfreundlichkeit mancher Charaktere. Doch auch wie sich die Gesellschaft entwickelt, kann man über die letzten vier Teile sehr gut mitfühlen: Leo festigt sich ebenfalls von Teil zu Teil, ich habe den Eindruck er wird selbstbewusster, was man auch im Umgang mit seinen zwei wunderbaren Kollegen merkt: Robert Walther, den man schon länger kennt und Jakob Sonnenschein – beide frisch verliebt.

Wunderbar ist zusätzlich, wie man in das Leben der aufblühenden Filmbranche der 20er eingeführt wird, aber auch die bösen Seiten entdeckt. Besser gesagt: in diesem Fall von Leo ist die Handlung düsterer und weniger offensichtlich als in dem Vorgänger, der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten und man hat als Leser selbst Raum um mitzurätseln. Dennoch behält Goga das ruhige an ihren Krimis, Verfolgungsjagden sind nicht zu erwarten – nach wie vor lese ich diese Bücher gerne nebenbei, weil sie entspannend und spannend sind.

THE VERDICT: Ein gelungener, vierter Teil, der durch einen reizvollen Fall in einem Berlin, welches sich im Umschwung befindet, besticht. 7 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen: Cover

Von Mord und urigen Berlinern

die_tote_von_charlottenburg-9783423213813Autor: Susanne Goga
Titel: Die Tote von Charlottenburg
Genre: historischer Krimi
Ausgabe: Taschenbuch
Ersterscheinung: 2012
Verlag: dtv
Preis: 9.95
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3423213813

Der dritte Fall für Leo Wechsler

Sommer 1923. Kommissar Leo Wechsler und seine Freundin Clara Bleibtreu verbringen ihre Urlaubstage auf Hiddensee. Dort lernt Clara die Ärztin und Frauenrechtlerin Henriette Strauss kennen, eine lebhafte, charismatische Frau. Sie ist weitgereist, sozial engagiert und pflegt ein freies Liebesleben. Clara fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Doch im Herbst stirbt Henriette gänzlich unerwartet in ihrer Wohnung in Charlottenburg. Die Todesursache lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Leo beginnt mit seinen Ermittlungen und stößt auf merkwürdige Vorkommnisse in dem Krankenhaus, in dem Henriette Strauss gearbeitet hatte … (amazon.de)

Als erstes möchte ich wieder das Cover dieser Reihe loben, denn es passt wie stets ausnahmslos gut zum Roman und sieht einfach schick aus!

Wer nach den ersten beiden Bänden Fan von Leo und Clara war, wird bei diesem Buch auf seine Kosten kommen, mehr und mehr lernt man nicht nur Leo kennen, sondern auch Clara – natürlich bleibt aber auch Leos Schwester nicht aus dem ganzen heraus, nachdem sie sich jahrelang um die Kinder gekümmert hat, packt sie plötzlich eine gewisse Sorge, ihre „Vormachtsstellung“ ins Leos Leben sei gefährdet. Wird die Beziehung diesem Konflikt standhalten? Was ist mit Claras Vergangenheit? Endlich wird das etwas zwischen den beiden genauer definiert. Besonders im dritten Teil gerät die soziale Komponente zwischen den Kindern und Erwachsenen in den Fokus. Manchmal dünkt es mich ein bisschen, dass der Mord eher zur Nebensache wird. Wer nach einem Krimi sucht, der einen vor Spannung und Blutrünstigkeit fesselt, ist hier definitiv falsch – allerdings glaube ich, dass man bezüglich dieses Punktes in den ersten Bänden sich entweder verliebt hat, oder es überhaupt nichts für einen war.

Auch der historische Aspekt ist in diesem Roman stärker denn je zu spüren, mitten in den Krisenjahren der Weimarer Republik wird man besonders durch Leos Rolle als einen sehr guten Beobachter in das Leid und Elend einer Nation in der Inflation geworfen. Dies ist für mich persönlich auch einer der Gründe, weshalb ich Gogas Roman schätze, es ist ein bisschen was von allem und historisch gut recherchiert, aber auf eine nette, mal spannende, mal entspannende Weise geschrieben, die sich wunderbar nebenbei liest.

Und auch innerhalb des Polizeireviers kracht es herrlich: einweiterer Pluspunkt für Goga, denn sie zeichnet jeden Charakter genau, gibt ihm seinen Wiedererkennungswert und eine ganz eine (typisch berlinerische) Schrulligkeit.
Nur der Mordfall, wie soll man es sagen, war für mich in diesem Roman sehr blatt: Im Ansatz sehr spannend: eine emanzipierte und inspirierende Ärztin, ihr plötzlicher Tod, entsetzte Familienmitglieder, ein besonderer Duft und  ein besonders auffallend betroffener Neffe… Nur schien es fast, als existiere dieser Fall mehr am Rande. Wer mehr den menschlichen Aspekt an Gogas Romanen schätzt, wird den dritten Teil der Wechsler-Krimis ohne Zweifel genießen, mir hat es an Action und tatsächlicher Kriminalliteratur gefehlt, denn der ganze Fall hatte nach der Hälfte schon so viele Hinweise geliefert, dass einen nichts  mehr überraschen konnte – denn so sehr ich die Charaktere liebe, kann ich meine Enttäuschung nicht unterdrücken.

THE VERDICT: Ein typisch liebevoll geschriebener, wunderbar recherchierter, historischer Leo-Wechsler, nur für einen Krimi ein bisschen mau. 4,5 von 10 Stenern.

Love, Katha

Quellen: Cover

September #15 Faves

Moinsen!

Wie man sieht, bin ich leider etwas spät mit den Monthly Faves dran – was an diesem extrem vollgepackten September lag. Doch dazu später mehr.

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1. Elia Barcélo „Das Rätsel der Masken“

Was Amelia und Raúl verband, scheint undzerstörbar und hinter einer Mauer des Schweigens verborgen. Bis ein anderer Mann in Amelias Leben tritt und die Schatten der Vergangenheit heraufbeschwört. Ein Roman wie ein tödlicher Maskenball mit wechselnden Verkleidungen und unvorhersehbarem Ausgang – die Geschichte eines diabolischen Spiels namens Liebe [Klappentext]

An dieser Stelle muss ich anmerken, dass ich das Buch noch nicht durchgelesen habe, aber es momentan ganz interessant, wenn auch gleich etwas seltsam finde. Mir wurde es empfohlen, als ich erzählte, dass ich ein Fan von Zafón sei, allerdings finde ich jetzt schon, dass Zafón besser schreibt und seine Romane eher zu Mystery gehören.

2. Nagellack von Rimmel in No.408 „Peachella“
Ich kann mich nur wiederholen, wen ich Rimmel als einer meiner Lieblingskosmetikhersteller lobpreise. Der Nagellack hat eine satte, pastell-pfirsich Farbe und hält bis zu 4 Tage, ohne zu splittern, trocknet dabei auch schnell. Die Farben der diesjährigen Sommerkollektion von Rita Ora waren eher schrill, so dass „Peachella“ mir sofort positiv auffiel.

3. „Absolute Matt“ Lidschattenpalette von Catrice
Ich habe bisher fast nie Catrice-Produkte gekauft und muss sagen, dass ich relativ zufrieden bin. Die Farben sind matt und sehr schöne Nude-Töne, wenn auch nicht von allzu starker Pigmentierung.

4. Color Mate Conditioner von Aussie
Da ich nun schon seit gut einem dreiviertel Jahr gefärbte Haare habe, suche ich noch immer nach einem gute Conditioner, der meine Farbe ‚hält‘, aber auch gleichzeitig meinen Locken Glanz gibt und sie nicht stumpf und traurig aussehen – umso glücklicher bin ich, dass dieser Conditioner wirklich tut, was er soll. Wodurch ich zu einem immer größeren Fan von Aussie werde.

5. Armband mit Kompass
Dieses süße Armband habe ich im Urlaub in Ungarn in einem kleinen Laden gekauft und finde es wundervoll! In letzter Zeit habe ich eine gewisse Obsession mit Grüntönen bekommen, wie mich dünkt.

Leider habe ich für September nicht besonders viele Faves, was zum Großteil daran lag, dass ich gefühlt die ganze Zeit in der Schule versunken war. Dennoch war ein weiteres, großes Highlight für mich der Besuch auf dem ersten Lollaplaooza direkt hier in Berlin! Eine ziemlich großes, ein bisschen schlecht organisiertes, aber sehr cooles und erlebnisreiches Festival.

Meine musikalischen Highlights:

So viel von mir. Wie war euer September? Wer war noch auf dem Lollapalooza?

Love, Katha

Tod in Blau

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Autor: Susanne Goga
OT/DT: Tod in Blau
Genre: historischer Krimi
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2007
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3423214872

Zweiter Teil der Leo-Wechsler-Reihe

1922. Arnold Wegner malt seine Zeit in starken Kontrasten – Armut und Luxus, Krieg und Vergnügungssucht, Krankheit und Irrsinn. Seine radikalen, provokativen Bilder erregen Bewunderung und Abscheu, lassen aber niemanden kalt. Als der Maler tot in seinem einem Atelier gefunden wird, führt eine erste Spur Kommissar Leo Wechsler zur rechtsextremen Asgard-Gesellschadr, in der ehemalige Offiziere verkehren. […] Und es stellt sich heraus, dass es einen Zeugen gibt – der jedoch entzieht sich allen Befragungen der Polizei.

Versetzt im Berlin der 1920er Jahre, mitten in der Wirtschaftskrise, in der die stärksten Gegensätze aufeinanderprallen, darf Leo Wechsler erneut ermitteln.

Schlicht und interessant geschrieben, mit vielen lebhaften Dialogen, auch gerne in Berlinerisch, wird die Ermittlung voran getrieben. Diese Reihe lebt natürlich nicht nur von dem interessanten historischen Hintergrund, der sehr authentisch dargestellt wird, sie lebt zum einen vom Berlin-Falir, wobei es besonders toll ist, wenn man die ganzen erwähnten Straßen kennt und sich vorstellen kann, wie der Herr Kommissar in den Morgenstunden zur Arbeit geht – sie lebt andererseits aber auch von Leo Wechsler, einem überraschend einfühlsamen, aber auch ambitioniertem Kommissar.

Auch im zweiten Teil dreht sich ein gewisser Teil um Leos Privatleben, wobei die Liebe auch eine gewisse Rolle spielt. Aber statt eines stereotypischen Bildes, bekommt man ein sehr symathisches und menschliches Portrait eines jungen Witwers in den Krisenzeiten der 20er Jahre. Mir wächst Leo mit dem zweiten Teil wirklich ans Herz!

Ganz besonders ist die gewissen Ruhe, die der Krimi mit sich bringt – es geht nicht um großartige Verfolgungsjagden und viel atemberaubende Spannung, sondern um die kriminalistische Aufarbeitung eines Falles, und dies funktioniert hier auch sehr gut, ohne dass der Kommissar fast sterben muss. Die Motive für den Mord werden nicht plötzlich am Ende plötzlich hervorgezaubert, sondern nach und nach rollt sich das ganze Rätsel auf, was sehr gelungen war.

Wie schon beim ersten Teil finde ich, dass sich diese Art von Buch am besten unterwegs liest. So eignet sich „Tod in Blau“ für langweilige Bahnfahrten (am besten mit der tuckernden U-Bahn durch Berlin), es ist perfekt zum entspannen oder auch nebenbei leben. Das schätze ich besonders an den Büchern, dass man sie nicht so schrecklich konzentriert wie Goethe-Werke lesen muss, sondern einfach abschalten kann.

Im Vergleich zu Teil eins kann ich sagen: Der Fall ist gut durchdacht, authentisch und originell und es macht Spaß, mitzufiebern, mitzuraten und Teil einer brisanten Ermittlung zu werden – er hat deutlich mehr Energie und Spannung als der erste Teil. Mir hat die Thematik um den Künstler und die damals aufkommenden, rechtsradikalen Bewegungen in der Weimarer Republik sehr gefallen!

Wie alle Bücher dieser Reihe, ist das Cover passend zu der Mode der damaligen Zeit gestaltet, ein bisschen Farbe in einem Schwarzweißbild, was ich sehr geschmackvoll finde.

THE VERDICT: Eine gute, spannende Lektüre zum Lesen für nebenbei mit einem authentischem Fall, der wunderbar die Probleme der Gesellschaft in der Weimarer Republik wiederspiegelt und einen wunderbaren Ermittler, den man sofort liebt! 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Bild im Beitrag:
Cover

Finnegan’s Irish Pub

Moinsen!

Neuerdings gibt es einen kleinen, fast versteckten Ort in Steglitz, den ich sehr gerne besuche und – um es vorweg zu nehmen – hier empfehlen möchte. Benannt ist dieser Irish Pub nach James Joyce’s Gedicht „Finnegan’s Wake“, welches die Geschichte eines Iren erzählt und in der Tat fühlt man sich ziemlich irisch dort.

Wo? Bergstraße 8, 12169 Berlin (Steglitz)
Wann? Mo-So ab 17 Uhr
Was? Bier, Whisky, Sandwiches, Sportliveübertragungen und ein Pubquiz
Preise? Moderat
Webseite: finnegans-irish-pub-berlin.de

In der Nähe des U-Bahnhof Schlossstraße befindet sich das Finnegans, gut zu erreichen in der ruhigen Bergstraße, die sich charakteristisch für Steglitz zeigt: große, hohe Altbauten. Betritt man den Irish Pub empfängt einen ein warmer Schwall von Rot- und Brauntönen, in welchem so ziemlich alles eingerichtet ist. Die Wände schmücken unter einer schönen, samtigen Linkrusta-Tapete, kleine Schilder und auf einer Leiste stehen viele verschiedene Verpackungen von den unterschiedlichsten Whiskys. So entdeckten wir z.B. „The Writer’s Tears“ und ähnlich interessante Namen. Das Interior ist klassisch für einen Irish Pub und auf eine einladende Weise elegant.
Wie man es sich schon denken kann, gibt es eine gewisse Konkurrenz zwischen dem engem, lauschigen „Celtic Cottage“ in der Markelstraße und dem eleganteren und etwas größerem „Finnegans“, welche nicht unweit voneinander entfernt sind, aber auch weil beide ein Pubquiz anbieten, welches nach ziemlich ähnlichem Aufbau funktioniert. Da ich mittlerweile total der Fan dieser Art Quizrunden geworden bin (auch wenn demütigend schwierige Fragen gestellt werden, doch man hat steht’s was zum Lachen und kann viel dazulernen), habe ich mich total gefreut, daran teilzunehmen. Die Moderation war nett und lustig. Selbiges gilt auch für die Bedienung, manche von ihnen haben einen englischen Akzent, was das Flair schön unterstreicht.
Die Stimmung im Finngans hat eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in sich, es ist wirklich schön, fast urig eingerichtet und lädt zum Verweilen ein. Besonders an so warmen Sommertagen, wie wir sie jetzt haben, bieten sich die kleinen Tischchen vor dem Pub an, um sein Bier zu genießen und da die Straße so gut wie ruhig ist und man das Rauschen der hohen Bäume hören kann. Es ist entspannt und nett. Die Auswahl an alkoholischen Getränken ist von guter Spannbreite und die Preise ganz in Ordnung.

THE VERDICT: Das Finnegans ist ein schöner, angenehmer Pub mit sehr freundlicher Bedienung in einer netten Gegend. Der Besuch lohnt sich! Und ein Pubquiz mit kniffligen Fragen gibt es nach einer soliden Alkohlauswahl auch. Meine Empfehlung, um Abend ein bisschen zu entspannen. 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

Mumford and Sons @ Waldbühne

Freudentrunken laufe ich in der Nacht nach Hause durch die spärlich beleuchteten Straßen, vereinzend ziehen Autos an mir vorbei, doch ich höre sie nicht, denn in meinen Ohren klingen noch immer die goldenen Funken dieser wunderbaren Musik.
Meine Konzerterfahrung beschränkt sich auf ein kleines Konzert von Brooke Fraser vor einigen Jahren, doch Mumford and Sons in der Waldbühne zu erleben – davon möchte ich ein bisschen erzählen.

Allein die Waldbühne, eine Konzertkollosseum für über 20 00 Bersuchermitten im Berliner Grün am Pichelsberg, ist schon beeindruckend, doch als die Vorband Bear’s Den gegen 19 Uhr eintingelte, spürte ich wie mein Herz den Takt der Musik überschlug, wie ich in Mitten von ebenso begeisterten Leuten, eins mit dieser Freude wurde.
Doch als es langsam dunkel wurde und Herr Mumford uns bat, doch kurz „very leise“ zu sein, war es seine so volle, tiefe und warme Stimme, die durch den Wald hallte, die Bäume nahmen sie auf und raschelten ein bisschen. Es bedurfte keiner großartigen Lichtspiele oder Effekte, es waren vielmehr die Zuschauer, die Handys und Feuerzeuge herausholten, während er zärtlich, aber doch kraftvoll „Cold Arms“ sang und sich auf meiner Haut ein Streifen von Gänsehaut bildete. Die Stimmung zwischen diesem melancholischen, manchmal fröhlichen, doch immer bewegenden Song mit einem Publikum, welches so positive Energie verspürte, war schlichtweg atemberaubend.

Ein ebenfalls schönes Ereignis hatte ich, als ich während ich auf meine gute Freundin Celi wartete, mich mit einem fremden jungen Mann unterhielt, der sich ebenfalls zum Warten auf der Bordsteinkante niedergelassen hatte. Er erzählte mir, dass er gerade Hesses „Narziss und Goldmund“ las und wir unterhielten uns immer mehr angeregt über Kunst, Musik, das Sein und Leben. Das sind wohl diese kleinen, besonderen Alltagswunder: mit einer Fremden Person auf der Straße über das Leben zu philosophieren. Falls du das liest: ich werde mein Versprechen halten und „Steppenwolf“ lesen.

Love, Katha

Pure Origins

Moinsen!

Weil ich viel und gerne in der Friedrichstraße bin und guten Kaffee schätze (und nicht zum Starbucks gegenüber vom Bahnhof gehen will), möchte ich heute vom Pure Origins Estate Coffee erzählen.

Wo? Georgenstraße 193, 10117 Berlin  und Litfaß-Platz 3, 101778 Berlin
Wann? Montag – Sonntag, 8.00-21.00 Uhr
Was? Kaffee & Tee, Frühstück, Sandwiches, Salate
Zahlen? Bar & Karte
Preise? Moderat, aber* (s.u.)
Webseite: pureorigins.de

Zunächst möchte ich sagen, dass ich nur das am Bahnhof Friedrichstraße gelegene Pure Origins in der Georgenstraße kenne. Es befindet sich, wie dort viele kleine Restauarnts und Bars, direkt unter der S-Bahnbrücke, was ziemlich typisch für die Gegend ist. Dementsprechend spürt man ab und zu ein gewisses Erzittern der Decke des Ladens und hört auch das tiefe Donnern der Schienen – was mich persönlich nicht stört, aber für andere durchaus befremdend seien könnte. Mit der Nähe zum Bahnhof ist es dennoch eine sehr praktische Lage und Bibliophile können sich direkt einen Abstecher zum Kulturkaufhaus Dussmann erlauben..!

Das Pure Orignis hat eine gute Auswahl aus Kaffee, Frappés und Tees. Zudem werden Sandwiches, Nudeln udn Salate in einem großen Kühlschrank angeboten, was ein leichtes, unästhetisches Supermarkt-Feeling erzeugt. Dennoch lässt sich sowohl zum Kaffee als auch zu den Nudeln mit Salat sagen, dass sie ziemlich lecker sind.
Das *aber zur Preisspanne bezieht sich darauf, dass das Café mit Preisen zwischen 3 und 10€ sich zwar in einem moderaten Beriech befindet, allerdings sich das an der Georgenstraße liegende Pure Orignins direkt gegenüber vom Grimm-Zentrum als für Studenten teuer erweist. Zwar ist es sicherlich eine nette Alternative zur Mensa ist, aber auch eine ebenso vergelichsweise teure.

THE VERDICT: Pure Orignis bietet in erster Linie einen schnellen Servie und echt guten Kaffee, besonders der Caffee Latte war sehr angenehm cremig. Es ist schlicht, praktisch und tatächlich gut gelegen mit einer guten Auswahl. Allerdings fehlt mir das gewisse Etwas, um es zu einer wahren Empfehlung zu machen. Deshalb würde ich sagen, wer in der Nähe ist, sollte Starbucks & Co meiden, um stattdessen dahinzugehen, aber dafür quer durch die halbe Stadt fahren, ist es nicht wert. 6,5 von 10 Sternen

Love, Katha

Kolumne: In der Thunfischdose

Oder: eine Ode ans U-Bahnfahren.

Berlin hat seinen gewissen Charme, der durch allerlei vertraute und manchmal auch überraschende Liebenswüridgkeiten ausgemacht wird. Manche denken dann an die Hipsterviertel Kreuzberg oder Prenzlauerberg mit ihren alten Straßen, die bunte und sich klimaktisch nach ihrer Exotik steigende Cafés säumen, oder an die vielen schmucken Altbauten. Doch zuerst muss man dahin gelangen – und das ist eigentlich noch viel spannender.

Ich habe, man sehe vom GDL-Streik und anderen winterlichen Weichenkrisen ab, das Gefühl, dass Berlin doch ein recht gutes und meist zuverlässiges Verkehrswesen hat, was einen schnell von A nach B bringt, vorausgesetzt man befindet sich nicht in der absoluten Einöde der Randbezirke, die inoffiziell schon nach Brandenburg aussehen. Bus, im Osten der Stadt Tram, S-Bahn und U-Bahn schleppen einen ganz gut durch die Gegend.

Es gibt viel über U-Bahnfahren in Berlin zu sagen und fährt man erstmal regelmäßig durch dieses Metropolenwirrwarr, bekommt man eine ganz andere Sicht auf die Öffis. Wer mit mir U-Bahn fährt, ist schon von vornerein zu bemitleiden, denn ich rege mich regelmäßig über die nicht vorhandene Ästhetik von optischen Scheusale wie Bayerischer Platz, Halemweg oder Berliner Straße auf. Dazu ein anderes Mal mehr. Jetzt mal wirklich: diese Decke der Berliner Straße ist so beängstigend-erdrückend niedrig, dass man beim Anblick zu ersticken vermag, zudem ist Bahnhof in ein plastikartiges, versifftes Weiß getaucht, dass man sich fühlt wie in einer verschimmelten Psychartriezelle, wobei die blutroten Emaillefliesen noch zusätzlich Torrero-Stier-artige Wutanfälle erzeugen.

Aber eigentlich möchte ich von meinen schönen U9-Erlebnissen berichten. Für alle Nicht-Berliner: Die ca. 13km lange charakteristisch orange-markierte U-Bahnlinie pendelt zwischen Osloer Straße (im Norden Berlins) und Rathaus Steglitz (Süden Berlins) und trifft dabei im Herzen der Stadt auf den sagenumwobenen Zoologischen Garten. Aus mir unersichtlichen Gründen ist diese Linie immer voll. Sagte ich voll? Überfüllt. Zugegebenermaßen, keine Tokio’schen Zustände, aber durchaus voll. Wenn ich Freitag abends gen Steglitz fahren will oder um drei Uhr nachmittags am Dienstag zur Turmstraße möchte, stets fühlt man sich wie in einer Thunfischdose – um ehrlich zu sein, manchmal auf olfaktorisch.

Dennoch fahre ich gerne mit dieser Linie. Vielleicht, weil ich mich gerne über den U-Bahnhof Berliner Straße aufrege, vielleicht weil ich das bereits eingegraute Babyblau des Bundesplatzes mag, oder einfach die bunten Kacheln der Spichernstraße heimlich feier, vielleicht steh ich auf die grauen Wände des Hansaplatzes oder diese wunderbare Blau-Orange-Augenkrebskombi der Schloßstraße, oder ich fahre einfach gerne mit den uralten Wagen der Berliner U-Bahn, wo die Bezüge der Sitze markenzeichlich mit rot-blauen Fleckchen besprenkelt sind.

Und dann soll jemand sagen, man sieht beim U-Bahnfahren nichts. So ein Blödsinn.

Love, Katha

P.S. Verantwortlicher für dieses optische Scheusal ist Rainer G. Rümmler.

An einem Sonntag im August

Moinsen!

Wenn man durch Berlin streift entdeckt man mit Garantie immer etwas – wunderbares. Das ist wahrscheinlich der besondere Zauber dieser kunterbunten Stadt, dass man schlichtweg in eine U-Bahn oder Tram einsteigen kann und wahllos aussteigen, um die Gegend zu erkunden. Und genau das mache ich manchmal mit meinen Freunden. Bei einer dieser Fahrten entdeckte ich ein Café in der Nähe des U-Bahnhofs Eberswalder Straße – ja, genau das Hipsterviertel.

Wo? Kastanienallee 103, 10435 Berlin
Wann? 09.00Uhr – Open End
Was? Kaffee, Kuchen und allerlei Alkoholisches
Zahlen? Bar
Preise? nennen wir’s „Starbucksniveau“
Webseite: an-einem-sonntag-im-august.blogspot.de

Schon von außen hat An einem Sonntag im August etwas zauberhaftes, sehr einladendes, neugierig machendes. Große rote Kugeln, gemütliche Stühle, ein warmes Licht von innen, ganz gut besucht von allerlei Altersklassen und dann noch dieser außergewöhnliche Name. Irgendwie konnte ich nicht anders, als reinzugehen.

Man betritt eine kleine Welt für sich – übrigens mit einem separaten Raucherteil – mit alten Möbeln, bunt zusammengewürfelt: Sofas neben einer Ledercouch, typische Caféstühle neben diesen schrecklich kleinen französischen Tischen und ein ganz besonderes Highlight: Eine Art Treppe , auf welcher sich Kissen und ganz viele Bücher und aktuelle Zeitungen befinden – zum Hinsetzen und sein Getränk genießen, versteht sich. Ein bisschen eigenartig, aber auf jeden Fall besonders mit Wohnzimemr-Flair.

Nun zu dem Angebot: Neben einer gewissen Auswahl gibt es allerlei Getränke, vom Kaffee, Kakao bis zum Cocktail ist alles dabei. Es scheint, als habe dieses Café eine Art „Zeitlosigkeit“ – was vielleicht der Grund ist, weshalb die Webseite ein Open End angibt.

Außerdem gibt es noch eine Auswahl an vor allem vegetarischen Burgern die mit Chips und Suppe oder Salat serviert werden und wirklich sehr lecker sind- Besonders der Somerset Blues Burger ist ein Traum!

Dabei sind die Preise recht moderat, vielleicht ein bisschen teurer – sagen wir ca. auf dem Starbucksniveau. Ich hatte eine wunderbare Kalorienbombe namens „Wiener Samt“: gaaaanz viel Sahne, Vanillieeis und Kaffee für 4€. Geht einigermaßen.
Der Service ist ein bisschen, sagen wir, er hat es eilig und spricht nicht unbedingt deutsch, aber meistens ziemlich freundlich. Es scheint ein bisschen, als befände man sich in einem Neo-Berlin, wo nur der Englischsprechende cool genug sei.

Ich merke, dass ich diesen Laden immer wieder Freunden vorstelle und besuche und zurückkomme – deshalb kann ich ganz klar eine Empfehlung aussprechen.

THE VERDICT: An einem Sonntag im August ist ein ganz besonderes, faszinierendes Café in einer Gegend, wo man eigentlich an jeder Ecke ein schnuckeliges Café findet – und sticht dennoch irgendwie heraus. Der Kaffee ist recht gut und man fühlt sich recht wohl. Fast perfekt, und echt speziell. Deshalb vergebe ich 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

P.S. Nun blogge ich schon ein Jahr! Irgendwie ein überwältigendes Gefühl…

Burgeramt

Moinsen!

Ich habe es mir schon länger zum Projekt gemacht, herauszufinden, wo es in Berlin den besten bzw. exorbitant epische Burger gibt und habe in dieser Mission gestern Abend das „Burgeramt“ besucht und eine unglaubliche Erfahrung gemacht.

Wo? Krossener Straße 21-22 (Boxenhagener Platz)
Wann? Mo-Do: 11.00-01.00 Uhr / Fr-Sa: 11.30-4.00 Uhr / So: 11.00-1.00 Uhr
Was? BURGER!!!
Zahlen? Nur Barzahlung
Preise? Moderart
Wbseite: Burgeramt.com

Steift man die Straßen von der S-Bahnhaltestelle Warschauer Straße entlang entdeckt man in diesem Szeneviertel Berlins unfassbar viele kleinere und größere Restaurants, die die Straßen säumen, wie es anderswo Bäume tun. Gegenüber vom Boxhagener Platz, einer denkmalgeschützen Grünfläche, auf welcher sich auch ein Flohmarkt findet, ist das Burgeramt. Mit einem U.

Tatsächlich aber habe ich den denkbar schlechtesten Tag erwischt, um dort die sagenumwobenen Burger zu probieren: Freitag Abend an dem ersten wirklich sonnigen, fast schon sommerlichen Frühlingstag in Berlin. Es hieß also warten – es gibt gleich wenn man die Burgerbar betritt eine „Meldestelle“, wo man sich in die Warteliste eintragen lässt. Eine gute halbe Stunde später wusste ich mich glücklich an einem kleinen Tisch neben wundervoll leicht orientalisch gekachelten Wänden und flog mit hungrigen Augen über die Speisekarte.
Zugegebenerweise war es recht laut, was mich schon gestört hat, da über mir eine Leinwand hing, so dass man auch dieses blöde Leuchten unfreiwillig permanent zu ertragen hatte.
Die Bedienung war ziemlich nett, obwohl es voll und stressig war, sowie schnell. Während es in der Küche also brutzelte genoss ich das hauseigene Wartebier (woher der Name kommt, ist offensichtlich), welches ziemlich interessant, aber sehr lecker schmeckte – mit einer Zitronengrassnote!
Und dann kam er. Der Burgeramt-BBQ-Bacon-Burger: zwischen zwei leckeren Brötchenhälften lagen frische Röstzwiebeln wunderbares Neuland-Burgerfleisch, Salat, Tomaten, rauchiger Bacon, leicht scharfe BBQ-Soße und – zusätzlich bestellt – irischer Cheddar. Und er kam nicht alleine, ich hatte mir Pommes bestellt,d ie recht elcker waren. Aber dieser Burger war mehr, als ich erwartet hatte. Eine wahre Explosion im Mund, ein Feuerwerk der Gewürze und Schmackhaftigkeit, rauchig, deftig, wunderbar!
Irgendwann bekam mir die etwas laute, vielleicht ja berlinerische Umgebung auch und ich war versunken in meinem Dasein als Konsument dieses wunderbaren Burgers. Meine Begleitung genoß den Gorgonzola-Burger, von dem ich probierte und bestätigen kann, dass er wunderbar ist.

Preislich liegen die Burger zwischen 7 und 9€, wobei sie eine gute Größe haben und jeden Cent Wert sind. Dazu gibt es Toppings für 1.30€ und eine ganz gute Auswahl von Bieren.

THE VERDICT: Ich kam, ich sah, ich genoss. Leute, geht hin und werdet Teil dieses tollen Geschmackserlebnis in Mitten eines kunterbunten Szeneviertels! Die Wartezeit ist nicht schön, aber es lohnt sich sehr. 10 von 10 Sternen. Ein Muss für den Burgerfan.

Love, Katha