Doctor Strange

OT: Doctor Strange
DT: Doctor Strange
Cast: Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Chiwetel Ejiofor, Mads Mikkelsen, Rachel McAdams, Benedict Wong
Genre: Superheldenfilm
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson
Musik: Michael Giacchino
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Bevor ich meine Rezension schreibe, möchte ich einen kleinen Disclaimer am Anfang hinzufügen: Ich habe nicht besonders viel Ahnung von dem Marvel-Universium, noch von Marvel-Filmen. Meine Wunsch, diesen Filmen zu sehen, hatte vor allem diese zwei Gründe: Natürlich wollte ich nicht den neusten Film mit meinem absoluten Lieblingsschauspieler verpassen und zweitens hatte ich die Absicht, aus den Genres, die ich kenne und immer wieder sehe, auszubrechen. Und nun sind wie hier.

Nachdem der Neurochirurg Stephen Strange in einen Autounfall gerät, der beinahe tödlich für ihn ausgeht, kann er seine Hände nicht mehr benutzten, da sie zittern und ihre Feinmotorik nicht mehr vorhanden ist. Strange, für den seine Chirurgenkarriere alles ist, sucht verzweifelt nach einer Lösung. Als beinahe jede Hoffnung verloren ist, lernt er den Fall eines Mannes kennen, dessen Querschnittslähmung geheilt wurde. Diese rät ihn, einen Ort namens Kamar-Taj in Katmandu aufzusuchen, doch als Strange dort ankommt, wird ihm eine nahezu magische Welt eines Ordens gezeigt, welche er mit ganzer Arroganz ablehnt – erst wird er von der Ältesten aus dem Orden geworfen, doch diese wird von Meister Mordo überzeugt, Strange doch aufzunehmen.
Währenddessen bahnen sich Gefahren für den Orden an, da Kaecillius Seiten aus einem verbotenen Buch entwendet hat.

Beinahe schon klassisch spielt Benedict Cumberbatch voller Überzeugung Arroganz, Eitelkeit, Hochmut aber auch Verzweiflung des Doctor Strange. Nur an diesen neuen Bart muss man sich irgendwie gewöhnen – Spaß bei Seite: Er lebt den Charakter Strange mit jeder Facette aus.
Auch Mads Mikkelsen, den ich sowohl in Gut und Böse schon kennengelernt habe, beweist hier, wie gut er den besessenen Schurken spielen kann.
Ich kann eigentlich nur sagen, dass mir die Besetzung schon gefallen hat, als ich von ihr gelesen habe. Viele der Figuren leben eine Psychologisierung durch und verändern sich während der Handlung, was sie viel plastischer und realistischer in ihrem Auftreten erscheinen lässt. Mit den Geschehnissen überlappen sich auch Gut und Böse in manchen Charakteren, sie haben alle ihre Macken und Dimensionen, auch wenn sie der klassisch „Guten Seite“ oder „Bösen“ einzuordnen sind.

Da ich nicht zu sehr in die Handlung gehen möchte, da der Film gewissermaßen von der Spannung der nachfolgenden Ereignisse lebt, will ich an dieser Stelle sagen, dass der weitere Inhalt mich überraschender Weise wirklich überzeugen konnte, denn auch wenn es viel Action und Superheldentum ist, scheint mir gerade durch die hochintellektuelle Person Stephen Strange dieser Film eine Art „aufgeklärter“ Superheldenfilm zu sein. Denn natürlich ist der Mensch, der sein ganzes Leben lang auf die Gesetze von Natur vertraut hat, sehr skeptisch und anfangs auch ablehnend gegenüber von übernatürlichem und auch irgendwie buddistisch-spirituellen Elementen, lebt sich aber nach und nach ein. Gerade durch die Figur der Ältesten werden gewisse Techniken „des Zauberns“ auch noch erklärt und man ist plötzlich mitten in der Materie.

Zu viel Action und fast schon übernatürlich beeindruckenden Effekten kommt auch noch eine eigene Welt des Humors, die den Film gut abrundet. Man kann es gar nicht anders formulieren, als zu sagen, dass man sehr gut unterhalten wird!
Ein weiterer Pluspunkt ist Michael Giacchinos deftig-heroischer Soundtrack, der einem auch nach dem Film definitiv in den Ohren bleiben wird.

Das einzig Verwirrende war, dass man kein Gefühl für Zeit innerhalb der Handlung fühlen konnte, mal waren Strange und die anderen vom Orden in London, dann plötzlich Hong Kong und New York… Die Sequenzen fließen ineinander und manchmal fragt man sich einfach nur, was hier gerade eigentlich vorgeht.

THE VERDICT: Viel Action, viel Cumberbatch (eigentlich allgemein eine absolute Star-Besetung, die aber auch überzeugt!). Ich war gut am Lachen und Staunen und bin wirklich positiv überrascht, wie gut mir dieser Film gefallen hat und kann ihn definitiv empfehlen: 8 von 10 Sternen

Love, Katha

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Media Monday #217

Moinsen!

Nachdem ich mit großen Augen das Medienjournal auf anderen Blogs verfolgt hatte, beschloss ich kurzerhand auch mitzumachen. Ich hoffe mal, ich schaffe das auch wöchentlich! Jedenfalls sind ziemlich interessante fragen dabei – also mache ich mich gleich ans Eingemachte!

Media Monday #217

1. House Of Cards musste ich abbrechen, denn ich habe gerade absolut keine Geduld die Boshaftigkeit von Francis Underwood über mich ergehen zu lassen. Ich brauche jetzt etwas netteres, wie Inspector Barneby oder Downton Abbey.

2. Wenn ich doch nur bedeutend mehr Zeit hätte, dann würde ich wahrscheinlich versuchen, mehr zu lesen, um mehr rezensieren zu können und es würde dabei enden, dass ich eigentlich nur mehr schlafen und herumtrödeln würde. Aber das hat auch seinen Reiz 🙂

3. Die Synchronstimme von Benedict Cumberbatch in Sherlock finde ich okay, aber sie kann keinesfalls das Orignial ersetzten, diese tiefe, irgendwie doch warme Stimme – da fühlt man sich wie ein heißes Toast, an dem die Butter runterläuft. Sie ist unfassbar!

4. Fragt man mich nach meiner/meinem derzeitigen LieblingsdarstellerIn, muss ich mit einem blöden Grinsen Benedict Cumberbatch antworten, überlege kurz und zähle noch ein paar weitere auf. Es gibt nicht „den einen“. Wie auch?

5. Die Vorlage zu Gossip Girl hat mir mal überhaupt nicht gefallen, obwohl die Serie gar nicht so übel ist. Ich glaube, soclhe Formate kann man irgendwie besser gucken.

6. Wenn das deutsche Fernsehen versucht, amerikanische TV-Formate zu adaptieren, geht das selten gut. Bestes Beispiel Late Night Shows. Haben wir gute Late Night Shows, haben wir überhaupt welche Frage ich mich desweiteren. Es ist schade, weil ich sie überaus mag, auch wenn der Versuch des Neo Magazin Royal gar nicht so übel ist. Ich würde mich aber über etwas wie John Olivers „Last Week Tonight“ freuen.  Für alle die diesen grandiosen Satirespaß nicht kennen, ab zu YouTube oder sich dieses Video ansehen:

7. Zuletzt habe ich es tatsächlich geschafft erst kurz vor der Endstation zu merken, dass ich im falschen Zug bin und das war lustig und ungewöhnlich, weil mir das noch nie passiert ist. Ich war einfach zu sehr von „the Cuckoo’s Calling“ gefesselt…

Die Fragen stammen vom Medienjournal des Wulf Bengsch und erscheinen jeden Montag in aller frühe. Ihr findet sie hier.

Love, Katha

The Imitation Game

DT: The Imitation Game – ein streng geheimes Leben
OT: The Imitation Game
Drama: Thriller, Historiendrama
Cast: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode, Mark Strong, Allen Leech, Charles Dance
Regie: Morten Tyldum
Drehbuch: Graham Moore (auf Grundlage von Andrew Hodges‘ „Alan Turnig – Enigma“)
Musik:
Alexandre Desplat
Erscheinungsjahr:
2014
Länge:
ca. 113 Minuten
FSK:
12 Jahre

„The Imitation Game“ handelt von der Geschichte des britischen Mathematikers und Kryptoananalytikers Alan Turning, basierend auf der Biografie „Alan Turing – Enigma“ des britischen Mathematikers Andrew Hodges. Der Film wird auf drei Zeitebenen, Alans Kindheit in King’s College (1927, Cambridge), dem zweiten Weltkrieg (1939) und die kriminalistische Aufarbeitung seiner Vergangenheit (1951), die nicht chronologisch sind, sondern in Rückblenden oder vorausschauend gezeigt werden, erzählt. Der wichtigste Part ist natürlich das Entwickeln der Turning-Bombe in Bletchley Park mit Hilfe von Hugh Alexander, Joan Clarke, Peter Hilton und John Cairncross um Enigma zu knacken.

Besonders über die Besetzung habe ich mich sehr gefreut, da einige Schaupieler, die ich sehr mag und ich mir gut für die Rollen vorstellen konnte, dabei sind.
Hierbie spielt ein sehr überzeugender und authentischer Benedict Cumberbatch die Rolle des Alan Turing. Natürlich ist es immer schwierig, eine Biografie zu verfilmen, ob die Person exakt so war, oder ob in das Drehbuch viel zu viel hineininterpretiert wurde, kann ich nicht sagen. Dennoch muss man anmerken, dass die Rolle sehr glaubhaft und hervorragend geschauspielert wirkt, besonders die Emotionen und der hochgradig interessante Charakter Turings, ziehen einen in den Bann. Allerdings muss ich mich auch als etwas voreingenommen bekennen, da ich ein sehr großer Benedict Cumberbatch-Fan bin.
Auch Keira Knightley, die ich ebenfalls sehr schätze, spielt ihre Rolle der Joan Clarke emotional und mit Überzeugungskraft. Was mich etwas überraschte, war das doch sehr enge Verhältnis der beiden zueinander, von welchem es auch in der Biografie Turings hieß, dass es nicht so innig gewesen sei wie dargestellt, was mich etwas störte.
Ebenfalls gefreut habe ich mich über Mark Strong, der Major General Stewart Menzies spielt, da er auch hier mal wieder in der Rolle des strengen, ausnahmsweise nicht ganz so bösen, aber etwas unheimlichen Chiefs des MI6 brilliert.

Der Score gehört zu meinen absoluten Highlights des Filmes – aber was kann man schon bei Alexandre Desplat erwarten? Er leistet wieder durch charakteristische, den Film sehr gut unterstreichende Themen, Spitzenarbeit. Das Hauptthema „The Imitation Game“ ist ein wunderbares Zusammenspiel aus engergie- und spannungsgeladenen Komponenten, die unter andrem an das Tippen einer Enigma-Maschiene erinnern, im Einklang mit emotionalen Streichern und tiefen Tönen, welche die hoffnungsvollen, spannenden Szenen wundervoll unterstreichen. Dazu laute Töne, um die Wirren und Bomben des Zweiten Weltkrieges darzustellen. All dies, ohne langweilig oder wiederholend zu wirken. Vielleicht kein Soundtrack für zu Hause zum Nachhören, aber makellos geschneidert für diesen Film.

Ich mag den Film an sich wirklich sehr, betrachtet man ihn als fiktives Werk, ist er in sich weitestgehend schlüssig und hervorragend, leider gibt es einige inhaltliche (z.B. im Bezug auf die Turning-Maschine) und historische Fehler, welche die Grandiosität verpfuschen. Zum einen, wie bereits erwähnt, das innige Verhältnis zu Joan Clarke, zum anderen die Zusammenarbeit John Cairncrosses und Alan Turnings, die für hochgradig unwahrscheinlich gehalten wird, hier aber direkt als im „Team“ eingebunden dargestellt wird. Im Übrigen wird auch Tipp-Ex verwendet, den es damals allerdings noch nicht gab. Auf der anderen Seite ist dies natürlich ein Historienfilm und keine Dokumentation, einige Dinge werden etwas massentauglicher gemacht, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst wissen. Ich betrachte es mit Zähneknirschen, da mir das Einbinden John Cairncrosses etwas Magenschmerzen bereitet.

THE VERDICT: Mir fällt es ziemlich schwer eine Bewertung zu schreiben, denn aus der anfänglichen Euphorie ist Nachdenklichkeit geworden. Ich erachte es als schwierig, eine Biografie zu verfilmen, umso trauriger sind die enthaltenen Fehler, die ich in meiner Wertung berücksichtigen muss. Dennoch ist natürlich kein Historienfilm perfekt und wahrscheinlich sollte man auch nicht mit dieser Erwartung ins Kino gehen – dafür gibt es die Biogarfie. Die hervorragende schauspielerische Leistung aller Schauspieler und insbesondere Benedict Cumberbatchs und der emotionale und spannungsgeladene Soundtrack machen allerdings die kleinen Fehler nicht wett, weshalb ich nicht die volle Punktzahl geben kann. Deshalb sind  es nur 9 von 10 Sternen – allerdings empfehle ich, ihn zu sehen und sich selbst, ein Bild zu machen.

Love, Katha

P.S. Ich empfehle ihn im Orignialton zu sehen, um in den Genuss Benedict Cumberbatchs Stimme zu kommen!

Parade’s End

OT: Parade’s End
DT: Parade’s End – Der letzte Gentleman
Genre: Historienfilm, Drama
Cast: Benedict Cumberbatch, Rebecca Hall, Adelaine Clemens, Rupert Everett
Regie: Tom Stoppard
Drehbuch: Tom Stoppard
Musik: Dirk Brossé
Erscheinungsjahr: 2012
Länge: 6 Folgen á 45 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

England kurz vor dem Ersten Weltkriegs: Der britische Aristokrat und Gentleman alter Schule Christopher Tietjens (Benedict Cumberbatch) heiratet die schöne, aber durchtriebenede Sylvia (Rebecca Hall). Obwohl Sylvia sich in Liebschaften stürzt und Christopher nicht sicher sein kann, dass das gemeinsame Kind von ihm stammt, hält er die Ehe mir ihr aufrecht – bis zu jenem Tag, an dem er der jungen und ungestümen Valentine Wannop (Adelain Clemens) begegnet. Doch nicht nur seine Gefühlswelt gerät mit einem Mal ins Schwanken, auch das noch junge Jahrhundert befindet sich mit dem einsetzenden Krieg im Umbruch… [Klappentext]

Nun lässt sich sagen, dass der Trailer und dieser Klappentext zunächst kitschig und deutlich überdramatisert klingen, als es der Film an sich ist. Denn die Grundstimmung ist eine ruhige, vielleicht etwas traurige. Dies wird besonders schön durch das von Dirk Brossé komponierte Thema unterstrichen: es besteht aus einem Pianostück, welches von Streichern untermalt wird und sich durch den ganzen Film mit einem ungeheuren Wiedererkennungswert aber doch schlichter Schönheit schlängelt.

Als großer Cumberbatch Fan bin ich natürlich etwas befangen, aber alle Male begeistert. Er spielt die Rolle des Christopher Tietjens ultra ur-englisch und sehr elegant. Ein Mann, der zu Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs und Modernisierung auf die alten Werte beharrt und stehts bemüht ist, das absolut allerrichtigste zu tun – ein komplettes Spiegelbild seiner Frau. Und wie ich Rebecca Hall in dieser Rolle liebe! Voll Feuer, Arroganz, einer gewissen verzweifelten Dummheit und Schönheit präsentiert sie die Rolle Sylvias.
Wer den Film bereits gesehen hat, dem wird jedoch auffallen, dass Benedict Cumberbatch irgendwie imemr auf seinem Schmollmund rumkaut oder irgendwie sonstige Absurditäten mit seinem Mund anstellt, was nicht stört, aber ab und zu echt komisch ist.

In gewisser Hinsicht kann man den Film als Reise von Tietjens betrachten, dass er die Augen vor bestimmten Dingen öffnet, ein Nachdenkspiel über neue und alte Werte in der Umbruchsgesellschaft. Demnach hat der Film etwas sehr trauriges, dramatisches. Jede Figur macht eine Wandlung durch, sogar Sylvia wird urplötzlich zurückgezogen christlich – fragt sich nur, ob das ihren Mann zurückholt.
Wo wir bei der jungen Valentine wären, eine Suffragette, ein wenig antagonistisch gegenüber von Christopher. Müsste man meinen?! Sie ist noch unerfahren im Leben und weiß auch nicht ganz, wohin sie möchte, doch dann überrumpeln sie die Gefühle. Der einzige Nachteil, den ich an der Besetzung bei Adelaine Clemens sehe, die wirklich gut spielt, dass sie erschreckend an Carey Mulligan erinnert!
Christopher, der rationale Mensch, der irgendwo in seiner Tiefe Gefühle unterbindet und die romantische Valentine. Natürlich ist die Storyline hinsichtlich dessen etwas offensichtlich, was meines Erachtens aber nicht stört, das der Film bzw. die Miniserie dadurch nicht weniger spannend wird.
Wo wir beim nächsten Punkt wären: die Verfilmung der Tetralogie Ford Madox Fords ist in 6 Folgen eingeteilt, was den Spannungsbogen ab und an wirklich anhebt. Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich so gepackt war, dass ich 5 Folgen am Stück gesehen habe und mich nur die Zeit daran gehindert hat, die letzte erst am Folgetag zu sehen.

Optisch – BBC Niveau wird in aller Gänze erfüllt! – ist es selbstverständlich ein Hochgenuss: schon den Einstieg liebe ich über alles, wie die Kamera über ein prächtiges Zimmer fliegt, mit alten Möbeln, Kronleuchter… Toll! Ich zu meinem Teil habe den Roman nicht gelesen, vielleicht werde ich es irgendwann tun, somit versuche ich, wie auch sonst immer, den Film mehr oder weniger als Einzelwerk zu betrachten!

THE VERDICT: Alles in einem bin ich überwältigt, absolut begeistert und lege diesen Film bzw. diese Miniserie jedem ans Herzen, weil sie definitiv zu meinen Lieblingsfilmen zu zählen ist.
10 von 10 Sternen. Epischer wird’s nicht.

Love,  Katha

134 Minuten des Leides

DT: 12 Years a Slave
OT: 12 Years a Slave
Genre: Historienfilm, Drama
Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Lupita Nyong’o, Paul Giamatti, Brad Pitt
Regie: Steven McQueen
Drehbuch: John Ridley
Musik: Hans Zimmer
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Saratoga/New York, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, schöpft Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff Richtung Louisiana wiederfindet! Jeder Hinweis auf seine verbrieften Freiheitsrechte verhallt ungehört: Solomon wird verkauft und muss unter schlimmsten Bedingungen Fronarbeit leisten. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben… Wird er seine geliebte Familie jemals wiedersehen? [amazon.de]

Es ist definitiv auch kein Film, den man zweimal sehen möchte (was aber für die Rezension notwendig war, dennoch war es grausam), denn man geht nicht gutgelaunt und unterhalten aus dem Kino raus. Die Wahrheit ist, der etwas leere Saal war verstummt und verstört. Man weiß nicht ganz, ob man überhaupt nach Worten suchen möchte.

Dieser Film legt die Verhältnisse in der Sklaverei offen und schonungslos dar. Ich bin nicht sehr bewandert in der Thematik und umso mehr schockte es mich. Zunächst landet Solomon (Chiwetel Ejiofor) unter dem Namen Platt, den er annehmen muss,bei dem Plantagenbeseitze Ford (Benedict Cumberbatch), mit welchem er verhältnismäßig gut auskommt, Ford schenkt ihm sogar eine Geige und man hegt leichte Hoffnungen für Solomon. Der wird jedoch in einen Streit mit einem der Aufseher kommen und zu seinem eigenen Schutze wird er zu einer anderen Plantage geschickt. Doch Edwin Epps (Michael Fassbender) ist überaus brutal und spätestens ab hier beginnt das absolut unfassbare Grauen.

Die Optik des Filmes ist natürlich hervorragend: tolle Landschaftszenen von blutroten (welch Ironie!) Sonnenuntergängen, schweren Weiden im Wind und großen typischen Südstaatenbauten. Das Licht des Filmes ist sehr natürlich gehalten, keine übertriebene Düsterkeit, wie man sie bei anderen Historienfilmen hat. Zu dem kommt der Score, eine Mischung aus typischen Hans-Zimmer-Elementen (als habe man den Score von Inception zusammengeschreddert und ihm eine weniger bedrohliche Note verpasst) und Worksongs der Sklaven. Hans Zimmer hat mal wieder hohen Wiedererkennungswert und dadurch, dass sich in den letzten Jahren seine Stücke beginnen, ziemlich ähnlich anzuhören, sticht die Musik zwar nicht sooo heftig hervor, aber unterschreibt die Traurigkeit des Filmes auf eine angenehme Weise – aber leider nichts so besonderes.

Ich bin absolut befangen, was die Besetzung angeht, da ich ein großer und bekennender Benedict Cumberbatch Fan bin, werde ich es bei: er war großartig, im Wesentlichen belassen. Seine Rolle als Ford war dahingehend eine interessante, weil er eigentlich recht ‚gut‘ zu ihm war. Nun was heißt gut? Jemand der Sklaven hat ist nicht gut. Aber es ist mehr in ihm, ganz, als sei er sich selbst ab und an nicht so sicher darüber und nehme es als selbstverständlich für die Gegend an und wolle sich selbst lieber nicht genauer damit auseinandersetzten, weil er letztlich das Schlechte daran bemerken würde – aber nicht sehen will.

Solomon leidet unendlich, viel und man leidet mit ihm, er wird sehr gut von Chiwetel Ejiofor gespielt und ich habe großen Respekt vor ihm, da es eine schwere Aufgabe ist. Eine weitere Sklavin spielt eine große Rollle: Patsey, welche auf der Plantage von Epps arbeitet und Unmengen von Baumwolle pflückt und dadurch von Epps auf eine äußerst perverse Art begehrt wird. Lupita Nyong’o, die den Ocar für die beste Nebendarstellerin erhielt, spielt sie beeindruckend. All den Schmerz, den körperlichen und seelischen fühlt man mit ihr, es tut einem unendlich weh, jemanden derart leiden zu sehen, Szenen von unmenschlicher Gewalt und eine Vergewaltigung – sie hat dieses Oscar mehr als verdient!
Dann wäre da natürlich Michael Fassbender, den ich aus Jane Eyre kenne und mag – ein unglaublicher Kontrast zu 12 years a Slave. Nun, nach dem Film war er mir eine gewisse Zeit verdammt unsympathisch und das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Seine Rolle ist mit Abstand die ekelerregenste im ganzen Film: eine Mischung aus Menschenverachtung, Zynismus,  Perversität und einem kalten Schauder, der einem über den Rücken läuft, wenn dieser Typ zu Brüllen beginnt. Und das bringt mich schon zum nächsten Punkt: Dieser Film sollte definitiv nicht das FSK 12 haben. Ich kannte zwar den Trailer und dieser zeugte schon von abartiger Grausamkeit aber das, was sie zeigen, ist noch mehr und ich glaube nicht, dass ein 12 Jähriger das Verträgt. Das schlimmste daran ist wirklich, dass man weiß, das es so war, das es ein dunkler Fleck in der Menschheitsgeschichte war und als ich den Film mit Tränen in der Augen von Entsetzten sah, habe ich mich gefragt, wie das passieren konnte, dass Menschen zu derartige Monstern werden, fernab von jeder Form von Würde. Man schämt sich, ein Mensch zu sein.

Den einzigen Kritikpunkt, den ich habe, sind die Szenen, wo Solomon ab und an ins Nichts sieht (und nachdenkt?). Es ist nicht so, dass diese Szenen einem eine Art Pause erlauben – sie sind ziemlich lang und befremdlich.

THE VERDICT: Ein mal sehen reicht. Aber man sollte ihn trotz des Schmerzes sehen, weil er unglaublich gut gemacht ist und zugleich auf  eine gewisse Weise lehrreich. Ein grausames Meisterwerk: 9 von 10 Sternen

Love, Katha

June #14 Faves

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Ahoi!

Ich weiß, ich bin etwas spät dran, doch kein Monat ohne Monthly Faves! Da wir in unsere renovierte Wohnung zurückzogen und ich zusätzlich auf Klassenfahrt war, mangelte es mir etwas an Zeit – sry!

1. Statement-Kette von Accessorize

2. Sherlock Staffel 3 – Endlich! Nach einem guten halben Jahr warten, denn ich habe den Sherlock-Hype erst recht spät für mich entdeckt, wurden die drei genialen Folgen im ARD ausgestrahlt. Die Welt von Sherlock Holmes und Dr Watson hat sich verändert, die Erzählperspektive verläuft nun mehr durch Sherlock selbst, so dass man seinen Gedankengängen folgen kann. Ich möchte nicht großartig spoilern, kann aber versprechen, dass die Staffel recht gut ist und mit Sherlock’schem Humor nicht gespart wird. Einzig allein die 2. Folge, die weniger Fall als ist und ziemlich seltsam aufgebaut, hat mich etwas enttäuscht.

3. Wunder*Wasser (50ml) von 4711 – ein sauberer, aber auch etwas süßer Duft mit Noten von Sandelholz, Honig, rosa Pfeffer, Iris, Lotus und tunesischen Neroli. Es kommt nicht an mein heißgliebtes Prada-Parfum ran, aber er ist ganz nett und zaubert ein Lächeln und der Preis ist mehr als akzeptabel.

4. Yogurette Brazilian Summer White & Limette – was soll man sagen? Sehr lecker, süß mit leicht säuerlicher Note + Weiße Schokolade = perfekt. Das einzig ärgerliche ist, dass es eine Limited Edition ist:(

5. Stay natural Concealer von essence in 02 soft sand – es muss nicht immer L’Oréal, Max Factor oder Chanel sein, der Concealer für gute 2€  tut’s auch und zwar richtig gut. Als ich ihn bei Lu herumliegen sah, war mir danach, ihn auszuprobieren und muss sagen, dass ich ziemlich zufrieden bin. Die Farbauswahl beschränkt sich auf 4 Töne, könnte folglich größer sein, aber die Haltbarkeit ist verdammt gut!

6. Bikini so teeny von Essie – ich gestehe es: ich liebe Essie-Nagellacke, sie lassen sich hervorragend mit dem recht großen aber nagelgerechtem Pinsel auftragen, die Farbauswahl ist riesig, mit einem Unterlack (meiner ist ebenfalls von Essie) halten sie gute 5 Tage, bevor das Splittern anfängt. Ich komme aus dem Schwärmen bei ihnen nicht heraus und empfehle sie!

Der Juni ist nie wirklich mein Monat und so war es auch recht stressig für mich. Wie war euer Juni & wie fandet ihr die 3. Staffel Sherlock?

Love, Maret