Doctor Strange

OT: Doctor Strange
DT: Doctor Strange
Cast: Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Chiwetel Ejiofor, Mads Mikkelsen, Rachel McAdams, Benedict Wong
Genre: Superheldenfilm
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson
Musik: Michael Giacchino
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Bevor ich meine Rezension schreibe, möchte ich einen kleinen Disclaimer am Anfang hinzufügen: Ich habe nicht besonders viel Ahnung von dem Marvel-Universium, noch von Marvel-Filmen. Meine Wunsch, diesen Filmen zu sehen, hatte vor allem diese zwei Gründe: Natürlich wollte ich nicht den neusten Film mit meinem absoluten Lieblingsschauspieler verpassen und zweitens hatte ich die Absicht, aus den Genres, die ich kenne und immer wieder sehe, auszubrechen. Und nun sind wie hier.

Nachdem der Neurochirurg Stephen Strange in einen Autounfall gerät, der beinahe tödlich für ihn ausgeht, kann er seine Hände nicht mehr benutzten, da sie zittern und ihre Feinmotorik nicht mehr vorhanden ist. Strange, für den seine Chirurgenkarriere alles ist, sucht verzweifelt nach einer Lösung. Als beinahe jede Hoffnung verloren ist, lernt er den Fall eines Mannes kennen, dessen Querschnittslähmung geheilt wurde. Diese rät ihn, einen Ort namens Kamar-Taj in Katmandu aufzusuchen, doch als Strange dort ankommt, wird ihm eine nahezu magische Welt eines Ordens gezeigt, welche er mit ganzer Arroganz ablehnt – erst wird er von der Ältesten aus dem Orden geworfen, doch diese wird von Meister Mordo überzeugt, Strange doch aufzunehmen.
Währenddessen bahnen sich Gefahren für den Orden an, da Kaecillius Seiten aus einem verbotenen Buch entwendet hat.

Beinahe schon klassisch spielt Benedict Cumberbatch voller Überzeugung Arroganz, Eitelkeit, Hochmut aber auch Verzweiflung des Doctor Strange. Nur an diesen neuen Bart muss man sich irgendwie gewöhnen – Spaß bei Seite: Er lebt den Charakter Strange mit jeder Facette aus.
Auch Mads Mikkelsen, den ich sowohl in Gut und Böse schon kennengelernt habe, beweist hier, wie gut er den besessenen Schurken spielen kann.
Ich kann eigentlich nur sagen, dass mir die Besetzung schon gefallen hat, als ich von ihr gelesen habe. Viele der Figuren leben eine Psychologisierung durch und verändern sich während der Handlung, was sie viel plastischer und realistischer in ihrem Auftreten erscheinen lässt. Mit den Geschehnissen überlappen sich auch Gut und Böse in manchen Charakteren, sie haben alle ihre Macken und Dimensionen, auch wenn sie der klassisch „Guten Seite“ oder „Bösen“ einzuordnen sind.

Da ich nicht zu sehr in die Handlung gehen möchte, da der Film gewissermaßen von der Spannung der nachfolgenden Ereignisse lebt, will ich an dieser Stelle sagen, dass der weitere Inhalt mich überraschender Weise wirklich überzeugen konnte, denn auch wenn es viel Action und Superheldentum ist, scheint mir gerade durch die hochintellektuelle Person Stephen Strange dieser Film eine Art „aufgeklärter“ Superheldenfilm zu sein. Denn natürlich ist der Mensch, der sein ganzes Leben lang auf die Gesetze von Natur vertraut hat, sehr skeptisch und anfangs auch ablehnend gegenüber von übernatürlichem und auch irgendwie buddistisch-spirituellen Elementen, lebt sich aber nach und nach ein. Gerade durch die Figur der Ältesten werden gewisse Techniken „des Zauberns“ auch noch erklärt und man ist plötzlich mitten in der Materie.

Zu viel Action und fast schon übernatürlich beeindruckenden Effekten kommt auch noch eine eigene Welt des Humors, die den Film gut abrundet. Man kann es gar nicht anders formulieren, als zu sagen, dass man sehr gut unterhalten wird!
Ein weiterer Pluspunkt ist Michael Giacchinos deftig-heroischer Soundtrack, der einem auch nach dem Film definitiv in den Ohren bleiben wird.

Das einzig Verwirrende war, dass man kein Gefühl für Zeit innerhalb der Handlung fühlen konnte, mal waren Strange und die anderen vom Orden in London, dann plötzlich Hong Kong und New York… Die Sequenzen fließen ineinander und manchmal fragt man sich einfach nur, was hier gerade eigentlich vorgeht.

THE VERDICT: Viel Action, viel Cumberbatch (eigentlich allgemein eine absolute Star-Besetung, die aber auch überzeugt!). Ich war gut am Lachen und Staunen und bin wirklich positiv überrascht, wie gut mir dieser Film gefallen hat und kann ihn definitiv empfehlen: 8 von 10 Sternen

Love, Katha

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Inferno in Florenz

OT: Inferno
DT: Inferno
Cast: Tom Hanks, Felicity Jones, Omar Sy, Sidse Babett Knudsen, Ben Foster
Genre: Thriller
Regie: Ron Howard
Drehbuch: David Koepp
Musik: Hans Zimmer
Länge: 122 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach dem gleichnamigen Roman von Dan Brown.

Nachdem Robert Langdon bereits in The Da Vinci Code und Illuminati bewiesen hat, dass er mysteriöse, gefährliche und gerne kirchliche Aufgaben mit Bravour meistert, verschleppt es ihn diesmal nach Florenz.

Der Milliardär und Wissenschaftler Bertrand Zorbrist, der die These vertritt dass das größte Übel der Menschheit die Menschheit selbst sei, wird von Beamten verfolgt und schützt sich schließlich von einem Kirchturm in Florenz.
Währenddessen wacht Robert Langdon total verwirrt und ständig schreckliche Flashbacks erlebend, in einem Krankenhaus auf, wo die junge Ärztin Sierra Brooks ihn seine Lage zu erklären versucht, als plötzlich eine Polizistin das Krankenhaus betritt und beginnt, auf die Leute zu schießen – die beiden fliehen schnell zu Sierra. Unterdessen hört und sieht Langdon in seinen Flashbacks verzerrte Fratzen, dämonische Geräusche, eine Art Sinnbild der Hölle. Bei Sierra angekommen, versuchen die beiden herauszufinden, was überhaupt los ist und Langdon kehrt langsam zurück von seiner Verwirrtheit. Später entdeckt Langdon in seiner Tasche einen Behälter für biologische Stoffe und stellt fest, dass dieser mit seinem eignen Fingerabdruck gesichtet worden ist und einen Projektor enthält, welcher Botticellis Karte der Hölle zu Dantes Werk „Inferno“ zeigt. Doch etwas mit dem Bild ist anders… Und in verfolgt werden sie noch immer.

Filmflashbacks sind immer etwas schwierig zu bewerten, besonders in diesem Film. Hier ist es gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht. Roberts Halluzinationen wirken eher gruselig-verstörend und tragen nur wenig zum Pudels Kern bei. Was hier spannend wirken soll, wirkt eher wie ein lästiger Nebeneffekt.

Nun war für mich die Besetzung eine absolute Freude, Felicity Jones, Tom Hanks, Omar Sy (bekannt aus u.a. „Ziemlich beste Freunde“) und Sidse Babett Knudsen (die ich in „Borgen“ zu schätzen gelernt habe), doch auch sie retten diesen eher gewöhnlichen Plot nicht, obwohl sie alle (in den richtigen Szenen auch emotional) überzeugend spielen. Zusätzlich wird durch ein ziemlich langes Hin- und her, wer denn nun wirklich der Bösewicht ist, der Spannungsbogen gesenkt. An dieser Stelle vorweg: Das kann der wirklich gut gemachte Plottwist nur in Teilen wettmachen.

Anders als die Vorgängerfilme, ist Inferno mehr auf Action und Rennen zwischen historischen Gebäuden ausgelegt, als einem kirchlichen Mysterium, was ich sehr schade finde. Das schöne an den Dan Brown Verfilmungen war gerade die Tatsache, dass man nach einem spannenden Film auch noch mit Wissen über Mysterien und Verschwörungen aus dem Kino gekommen ist, hier werden leider werke nicht mehr genau analysiert und auch Dantes Totenmaske, neben Botticellis Bild, das Einzige an historischem Gegenstand, das behandelt wird, kommt nur sehr kurz und oberflächlich.
Dadurch wirkt der Thriller fast schon gewöhnlich und mehr wie eine Schnitzeljagd durch die anmutige Szenerie von Florenz und Istanbul. Dennoch bin ich nun gespannt auf den Roman, weil ich wirklich gerne wissen würde, ob es Ron Howard oder auch tatsächlich Dan Brown ist, der an dieser Stelle an dem Markenzeichen der Reihe herumgepfutscht hat

Mir fiel es sehr schwer, zu einem guten Urteil zu kommen, da ich mich sehr auf den Film gefreut habe und nun doch enttäuscht wurde, weil meine Erwartungen ziemlich hoch waren. Ich würde auf keinen Fall sagen, dass der Film schlecht sei, für einen Thriller recht durchschnittlich, aber für einen Robert Langdon Thriller leider etwas zu gewöhnlich.
Wer den Film sehen will, möchte ich ans Herz legen den Trailer nicht anzusehen, weil er viel zu viel verrät.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, Tom Hanks als Robert Langdon ist in diesem Film ordentlich am Rennen – wohin, weiß man nur in Teilen – und weniger am Denken.

THE VERDICT: Spannend mit sehr guten Plottwist, einer tollen Besetzung und viel Action, aber leider ohne die typisch historischen, mysteriösen Interpretationen von Gemälden und Gegenständen. Er lädt zwar zum mitfiebern ein, kann aber an ein paar Stelle logisch nicht überzeugen. Schade! Allerdings bin ich gespannt auf den Roman. 6 von 10 Sternen

Love, Katha

Kein System ist sicher

OT: Who am I
Genre: Thriller
Cast: Tom Schilling, Elyas M’Barek, Wotan Wilke Möhring, Antoine Monot Jr., Hannah Herzsprung
Regie: Baran bo Odar
Drehbuch: Baran bo Odar
Musik: Michael Kamm
Erscheinungsjahr: 2014
Länge: 105 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Ich muss sagen, dass ich gewisse Vorurteile gegenüber von deutschen Filmen habe, ich sehe zwar gerne den Tatort, aber darauf beschränkt es dich dann auch schon. Die Gelegenheit, mir den Film anzusehen, kam eher spontan, ich ward eingeladen und bin einfach komplett ohne Vorkenntnisse ins Kino gegangen – um überrumpelt zu werden.
Ich liebe Tom Schilling und Antoine Monot, Wotan Wilke Möhring wird für mich leider eher ein Schauspieler für Romanzen bleiben, leistet aber souveräne Arbeit.

Die Hackerwelt wird wie eine U-Bahn dargestellt, so dass wenn Clay und MRX aufeinandertreffen, immer diese dunkle, unheimliche U-Bahn gezeigt wird – eine sehr spannende Idee und auch die Umsetzung fand ich rein optisch wirklich gut gelungen.

Der Soundtrack ist sehr modern, besteht hauptsächlich aus irgendwelchen Alternative-Rock-Songs und Elektro, entspricht keineswegs meinem Geschmack, unterstreicht den Film aber durch die Schnelligkeit und gibt gewissen bekifften Szenen den finalen Touch *haha* Als ein Laie in der Computerwelt, der schon mit HTML überfordert ist, kann ich natürlich nichts zur Authenzität sagen, muss aber gestehen, dass ich diesen Film besser verstanden habe, als Inside Wikileaks – insofern ein Pluspunkt.

[SPOILER] Das einzige, was mich an dem Film leider etwas stört, sind gewisse Logiklücken, wie beispielsweise die Enttarnung von MRX. Dieser Hacker schaffen es durch die absurdesten und besonders für Internetlaien unverständlichsten Methoden unerkannt zu bleiben – sind aber nicht schlau genug, um eine Webcam abzukleben? Natürlich kann die Arroganz, man habe als ein Hacker wie MRX dies gar nicht nötig, aber etwas dumm finde ich das schon.

THE VERDICT: Ein wirklich gelungener Film, spannend, energiegeladen und gut umgesetzt! Es ist nicht ganz mein Genre, aber zur Unterhaltung und abendlichem Popkorn-Kino ist er perfekt! Deshalb: 6,5 von 10 Sternen.

Love, Katha