The Prisoner of Zenda

Autor: Anthony Hope
OT: The Prisoner of Zenda
Genre: Abenteuerroman
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1894
Verlag: Collins Classics
Preis: 2.99 AUD
ISBN: 978-0-00-792533-9
Länge: 224 Seiten

Als Rudolf Rassendyll, ein rothaariger Engländer, zur Krönung des neuen Königs nach Ruritania fährt, ahnt er nicht, was ihm dort blühen wird. Durch Zufall begegnet er auf einer Wanderung dem zukünftigen König und seinen getreuen und sie beschließen, weil Rudolf und der König sich fast wie Zwillinge gleichen, zusammen etwas zu feiern. Als jedoch der König am nächsten Morgen mit Vergiftungserscheinungen aufwacht, bitten die Bediensteten Rudolf doch während der Krönung den König zu spielen. Er lässt sich drauf ein und es folgt ein flottes Abenteuer.

Die Briten haben ein herrliches Wort um die Grundstimmung dieses Buchs einzufangen: swashbuckling (dt.: heroisch, abenteuerlich, ritterlich, brisant).

Den erfundenen Staat Ruritania kann man sich deutschsprachig vorstellen, aber da Teile in Dresden spielen, ist es irgendwie auch nicht Deutschland. Ich denke, es ist eine entweder Österreich, die Schweiz oder Luxemburg.

Diese abenteuerliche Geschichte ist von der Idee sicherlich die neuste, aber wie sie hier umgesetzt wird, ist mitreißend, spannend und rührt in manchen Momenten auch das Herz! Es geht hier um ritterliche Ideale, Loyalität und die Bewahrung von Ehre – das Gute muss über das Böse siegen. Zwei Männer die sich gleichen und Rollen tauschen – das kennt man auch sicherlich schon von wo anders. Doch auch, wenn die Idee so altmodisch und vielleicht auch übertrieben und ein bisschen lächerlich wirkt, die Charaktere sind das Herz dieser Geschichte: Rudolf, der von einem gelangweilten jungen Engländer zum abenteuerlichen König wird, der für Prinzipien steht, manchmal aber auch seine weiche Seite zeigt. Aber auch die junge Prinzessin Flavia, etwas naiv, aber mit einem großen Herzen und beeindruckender Eleganz. Sie sind Helden, die auch die Tugenden einer Periode wiederspiegeln.

Dadurch, dass das Buch nicht besonders lang ist, geht es stets flott voran, die Geschichte ist schnell und reißt einen richtig mit.

Zu guter letzt muss ich sagen, dass dies mein erster Klassiker ist, den ich auf Englisch lese und auch, wenn dieses Buch noch vergleichsweise simpel zu manch anderen alten Autoren geschrieben ist, muss ich zugeben, dass ich häufiger als sonst Wörter nachschlagen musste, da ich sonst nicht die wichtigen Feinheiten verstanden hätte. Das Interessante ist nämlich, dass man das Buch als Spaß-Abenteuer-Roman vor allem in jungen Jahren lesen kann (es ist zweifelsohne auch für jüngeres Publikum geeignet), aber man auch die Seiten des viktorianischen Zeitalters erkennt, mit Macken, etwas Sexismus und einer gewissen altmodischen Haltung. So ist es nicht nur ein Abenteuerroman, sondern enthält gesellschaftskritische, sarkastische Andeutungen, wenn man genauer hinschaut, was manchmal für jemanden, der nicht Muttersprachler ist, schwieriger sein kann.

THE VERDICT: Ein solider Abenteuerroman, der verdammt Spaß macht zu lesen, manchmal sehr klischeehaft ist und für alte, ritterliche Ideale einsteht. Sehr gute 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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His Dark Materials II

Autor: Philip Pullman
OT: The Subtle Knife
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1997
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130231
Länge: 325 Seiten

Der zweite Teil der His Dark Materials Reihe.
Auf Deutsch unter dem Titel „Das Magische Messer“ erschienen.

Der 12 jährige Will befindet sich auf der Flucht, seit einiger Zeit werden er und seine Mutter von mysteriösen Fremden bedrängt. Nachdem er seine Mutter einer guten Bekannten anvertraut hat, rennt er selbst verwirrt durch die Stadt Oxford,  bis er plötzlich an einer Straße einen Schnitt in der Luft entdeckt, der ihn zu einer ganz anderen, seltsamen Welt und zu einem Mädchen namens Lyra führen wird.

Ähnlich wie Teil eins habe ich auch den zweiten Band innerhalb kurzer Zeit verschlungen! Man wird schnell in die Handlung reingeworfen und danach nimmt die Geschichte mit Beständigkeit an Energie und Geschehen auf, verdammt spannend geschrieben bekam ich dann und wann ganz schön Herzklopfen vor Aufregung, was als nächstes geschehen würde.

Die Idee der mutigen und manchmal auch ziemlich naiven Lyra einen nachdenklicheren, weniger impulsiven Partner an die Seite zu stellen, wirkt am Anfang recht fremd, da es etwas ungewohnt ist, allerdings wird schnell klar, dass die beiden eine Art Bestimmung teilen und sich hervorragend ergänzen. Will ist ein etwas weniger leicht zugänglicher Charakter als Lyra, dennoch konnte ich ihn schnell ins Herz schließen.

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Auch das Cover ist wieder wunderschön: Ein sehr gut durchdachtes Design, das auf verspielte Art und Weise die wichtigsten Elemente das Buches darstellt, die man jedoch während des Lesens erst entdeckt oder auch schon durch Band eins in Teilen erahnen kann. Wer ist der Mann im Ballon? Wessen Dämonen sind dargestellt? Wer ist die Hexe und so weiter – einfach brilliant!

Das besondere an diesem Teil ist, dass die Paralleluniversen und das Springen zwischen ihnen ein wichtiger Teil ist und damit man nicht durcheinanderkommt, gibt es an den Seitenrändern des Buches stets ein kleines Symbol, welches auf die Welt hinweist, in der gerade die Handlung spielt – das hilft wirklich gut gegen mögliche Verwirrung!

Eine kleine Anmerkung am Rande: Man findet die His Dark Materials  Reihe vor allem in der Jugendabteilung und zum Beispiel  unter Amazon mit der Alterseinstufung von 12-16 Jahren. Das empfinde ich aus zweierlei Gründen als falsch: Nur weil Kinder die Hauptrollen spielen, ist dies keineswegs „nur“ Jugendliteratur, doch leider, weil es nur im Bereich der Jugendliteratur zu finden ist, werden viele Erwachsene wahrscheinlich eher nicht zu diesen wunderbaren Büchern greifen, was schade ist. Außerdem glaube ich, dass die Bücher – zumindest auf Englisch macht es den Eindruck – viele verstecke gesellschaftskritische Aspekte erhält, die man erst als Teenager oder Älter überhaupt merken kann.
Zu guter letzt möchte ich betonen, dass vor allem der zweite Teil schon einiges an Brutalität erhält, die zum einen ziemlich ungewöhnlich für Protagonisten von 12 Jahren ist, aber ich denke auch, für manchen 12 jährigen nicht ganz ohne, beziehungsweise nicht unbedingt für jüngere Leser geeignet. Der Roman ist ziemlich schonungslos in seinem Geschehen und deutet nicht unbedingt auf ein Happy End hin, was die Wendungen auch recht unvorhersehbar macht.

Tatsächlich ist das Alter der Protagonisten mein einziger Kritikpunkt, Abenteuer hin oder her, es erscheint mir ziemlich grausam und unrealistisch, dass 12 jährige so eine waghalsiges Abenteuer durch Zeit und Raum mit derartig viel Mut (vielleicht auch Leichtsinn) beschreiten.

Vor allem durch den so metaphorischen Schreibstil, schafft Pullman die Idee seiner Parallelwelten unglaublich überzeugend umzusetzen. Durch die vielseitigen Charaktere und das wechselnde Setting mit der Magie und den Intrigen, werden die ersten zwei Bände zu Juwelen ihres Genres – ich bin wirklich aus dem Häuschen!

THE VERDICT: Eine absolut gelungene Fortsetzung des ersten Teils, die definitiv auf mehr neugierig macht. Viel Action, viel Magie, tolle Charktere und faszinierende Welten! 8,5 von 10 Sternen

Love, Katha

Harry Potter #4

Autor: J. K. Rowling
OT: Harry Potter and the Goblet of Fire
Genre: Fantasy
Sprache: English
Ersterscheinung: 2000
Verlag: Bloosmbury
Preis: 8.99 Pfund (Taschenbuch)
Länge: 617 Seiten
ISBN: 978-1-4088-5568-3

Auf Deutsch unter „Harry Potter und der Feuerkelch“ erschienen.

Das vierte Jahr in Hogwarts soll für Harry Potter ein wenig anders werden, denn dieses Jahr findet  das Trimagische Turnier statt. Hierbei werden die Schüler von mindestens siebzehn Jahren dazu aufgerufen, ihre Schule in dem Wettbewerb zu vertreten. Denn neben den Hogwarts-Schülern reisen auch die zwei anderen großen europäischen Schulen an: Beauxbaton und Drumstrang. Ihre Namen werden in den Feuerkelch geworfen, der die Bewerbungen prüft und die drei Würdigen schließlich bekannt gibt. Doch als aus dem Kelch die Auserkorenen gezogen werden, geschieht das unglaubliche: anstatt drei, sind vier Namen enthalten: Cedric Diggory aus dem Hause Hufflepuff, Fleur Delacour von Beauxbaton, Viktor Krum aus Drumstrang und auch Harry Potter. Trotz heftigen Debatten soll auch Harry an dem Turnier teilnehmen, aber er weiß noch nicht, was ihm blühen wird…

Schon die Tatsache, dass der vierte Band ein ganz anderes, außergewöhnliches Element enthalten sollte, gab mir ein aufgregtes Kribbeln. Doch hinterließen die ersten 150 Seiten ein wenig Resignation bei mir, denn statt dem gewohnten, flotten und spannenden Tempo der zu vorigen Bände, eiert Harry wortwörtlich durch das Geschehen: einerseits freut er sich an dem Turnier teilzunehmen, doch seine Freundschaft zu Ron leidet darunter und zwischen dem ersten und zweiten Turnier passiert auch nicht sonderlich viel.

Nach und nach grenzt sich auch Hermine von ihren Freunden ab und irgendwie befindet man sich als Lesende*r in einem gewissen Tief, weil nichts so richtig läuft. So kam es auch, dass ich das Buch für einige Monate zur Seite legte, doch einmal wieder angefangen, und die etwas leere Mitte des Romas überwunden, kam alles ins Rollen, Ereignissen überschlugen sich und die so geliebten Abenteuer, von denen diese Bücher ja leben, kehrten mit voller Wucht ein!

So ist der vierte Teil auch mit Abstand dicker als seine Vorgänger und es geschieht ein gewisser Schnitt: nicht nur die Charaktere werden älter, sondern auch der Schreibstil detaillierter und es gibt viel zu Enthüllen.

Spätestens nach dem dritten Band kann ich sagen, dass ich mich wirklich zum Fan entwickle, was sich für mich im vierten Band nur bestätigt hat.

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Die Psychologisierung von Ron, Harry und Hermine  im diesen Teil ist besonders gelungen (und auffällig!), da das Trio  im vierten Band, folglich mit 14 Jahren, in ein stark pubertäres und emotionales Alter kommt, wo die kleinste Sache mal zum Elefanten werden können. Neid, Missgunst, die ersten zarten Gefühle und natürlich auch Mobbing durch Draco Malfoy und sein Gefolge stehen ander Tagesordnung. Man merkt, wie die Charaktere älter werden und welche Konflikte, die man in diesem Alter auch erlebt hat, sie prägen. Zwar lese ich die Bücher nun mit einer Retrospektive auf  meiner Pubertät, allerdings denke ich auch, dass es großartig seien muss, mit diesen Helden aufzuwachsen.

Auch in diesem Band gibt es einen neuen Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste, wie es kaum hätte anders seien können: Mad-Eye Moody, früher als Auror tätig und somit einer der größten Gegner von Voldemorts, nimmt auf Dumbledores Bitte die Stelle an. Etwas schrullig und fast schon unheimlich durch sein magisches Auge, wuchs er mir sofort ans Herz. Doch nicht nur als Figur ist er absolut faszinierend, sondern lehrt die Unverzeilichen Flüche, es geht also magisch ins Eingemachte. Wenn Dickens über magische Figuren geschrieben hätte, wäre Moody definitiv sein Liebling.

Eine Anmerkung am Rande: Ich habe den vierten Teil auf Englisch gelesen und währenddessen auch beschlossen, die Nachfolger auf Englisch zu lesen. Zum einen, weil es natürlich das Original ist und in Übersetzungen häufig Dinge verloren gehen können, aber noch viel eher, weil es lebendiger wirkte und der sprachliche Witz so viel besser zur Geltung kam. Zusätzlich fühlte ich mich durch das Englische Hogwarts irgendwie näher, aber das ist alles natürlich nur subjektives Empfinden und beide Sprachen sind definitiv mindestens gut. Ferner sind die englischen Cover von Jonny Duddle einfach brilliant mit ihren detaillierten Illustrationen und den goldenen Lettern und Sternen!

THE VERDICT: Am Anfang etwas mau, entwickelt sich der vierte Harry Potter Band mindestens ab der Hälfte zu einem sehr spannenden Roman, voll neuer Charaktere und magischen Abenteuern, von denen man nicht mehr loskommt. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Stardust

https://i0.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/5170sldUmML._SX304_BO1,204,203,200_.jpgAutor: Neil Gaiman
OT: Stardust
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1999
Verlag: Harper
Preis: 7.99  US-Dollar
ISBN: 978-0380804559
Länge: 352 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Sternwanderer“ erschienen.

„Stardust“ erzählt die abenteuerliche Geschichte des jungen Tristan Thorn, der seiner Angebeten verspricht, ihr einen gefallenen Stern als Zeichen seiner Liebe zu bringen. Entgegen seiner Erwartung gerät er in ein gefährliches Abenteuer, denn er ist nicht der einzige, der nach dem Stern sucht – und dieser entpuppt sich ebenfalls als ganz anders, als er sich jemals gedacht hätte.

Es ist schon sehr erstaunlich, in wie vielen verschiedenen Ausgaben man dieses Buch findet, am populärsten und wohl schönsten ist die Fassung, welche Illustrationen von Charles Vess enthält – das trifft allerdings nicht auf die oben angegeben Daten zu. Eine deutsche Version zu finden ist übrigens auch ziemlich schwierig, wie ich feststellen durfte.

Ich habe sehr gemischte Gefühle bezüglich des „Sternwanderers“. Bereits als Kind hatte mich sehr Film so verzaubert, dass ich mir sicher war, eines Tages das Buch zu lesen. Meistens inspirieren mich Filme, die Bücher zu lesen, auf denen sie basieren und ich wurde noch nie enttäuscht. Hier ist es allerdings anders.
Zum einen muss man sagen, dass die Edition, welche ich besitze, sehr groß gedruckt ist und diese 352 Seiten in normaler Druckgröße gar die Hälfte wäre. Dennoch ist zu sagen, dass es eine wirklich hübsche Ausgabe ist. Ich hatte die Hoffnung, dass man trotz der Kürze eine gelungene Geschichte vorfindet, allerdings waren es mehr Fetzen und Ideen, die mir gefielen, als das ganz Buch.

Zum anderen empfand ich die Geschichte während des Lesens als unfassbar komprimiert. Gaimans Fantasie ist wie ein überquillender, magischer Brunnen, er erschafft so interessante Welten und Figuren, die man so gern noch besser kennenlernen würde – ich spreche hier nicht von ewig langen Beschreibungen, wie sie Fontane pflegt, aber mehr Hülle und Fülle. Stattdessen ist das Tempo so rasant, dass man gerade so von der Stadt Wall losgepilgert bereits per Kerzenschein mitten in Faerie befindet. Leider nimmt dieses seltsame Tempo, welches ein bisschen wirkt, als wolle Gaiman einfach nur mit seinem Buch endlich fertig werden, den wahren Zauber dieser liebreizenden Geschichte weg. An dieser Stelle möchte ich ehrlich gesagt einfach nur enttäsucht den Film erneut sehen, denn dieser schafft es, aus den so interessanten Ansätzen von Charakteren mehr zu formen und die Liebesgeschichte zwischen dem Stern Yvaine und Tristan Thorn nicht gezwungen, sondern bezaubernd schön zu gestalten. Es scheint fast, als sei das Buch eine Inspiration, aber keine wirklich handfeste Geschichte.
Ich wollte dieses Buch so gerne mögen und es fällt mir wirklich schwer, zuzugeben, dass ich mehr erwartet hätte, als eine oberflächliche Erzählung. Man hätte so viel machen können! Vor allem die Beziehung der Gegenspieler hätte spannender und noch enegiegeladener gestaltet werden können, stattdessen sterben plötzlich alle hintereinander. Vor allem das Ende schien so einen seltsam ungeduldigen Charakter zu haben.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch durchaus positives zu sagen: Neben der viel erwähnten Tatsache, dass ich die Geschichte in ihren Grundzügen und der Welt, in der sie spielt, absolut brilliant finde, liebe ich auch Gaimans so vielseitigen und etwas verrückten Schreibsil und kann definitiv empfehlen, das Buch im Original zu lesen. Abenteuer und Humor arbeiten hier einfach wundervoll zusammen. Besonders die Art, in welcher der gefallene Stern Yvaine (ja, der Stern ist eine Frau!) Tristan beschimpft, ist einfach göttlich.

THE VERDICT: Die Idee ist brilliant, die Umsetzung leider nicht so erfüllend und teils sehr mager. Statt dem Buch, möchte ich allen den brillianten und wunderschönen Film (Lieblingsszene im Beitragsbild!) ans Herz legen, der dieses Märchen in seiner eignen Interpretation für mich persönlich vervollständigt. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

Harry Potter #3

https://i0.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/51hhvA%2BW48L._SX309_BO1,204,203,200_.jpgAutor: J. K. Rowling
DT:Harry Potter und der Gefangene von Askaban
OT: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1999
Verlag: Carlsen
Preis: 10.99€
Länge: 448 Seiten
ISBN: 978-3551551696

Dritter Band aus der Harry-Potter-Reihe

Natürlich weiß Harry, dass das Zaubern in den Ferien strengstens verboten ist, und trotzdem befördert er seine sschreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke. Die Konsequenz normalerweise: Schulverweis! Nicht so bei Harry; im Gegenteil, man behandelt ihn wie ein rohes Es. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher in der Schule eingedrungen ist und es auf Harry abgesehen hat? Mit seinen Freunden Ron und Hermine verucht Harry ein Geflecht aus Verrat, Rache, Feigheit und Verleumdung aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen. [Kappentext]

Nachdem im zweiten Band wieder der Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste sich als unpassend erwiesen hatte (und darüber war ich auch froh), war es umso spannender zu erfahren, wer der neue Lehrer wird, doch diesmal ist es kein aufgeblasener Nichtskönner, sondern eine recht seltame und den Schülern tatsächlich etwas beibringende Gestalt: Remus Lupin.
Im Laufe des Romans schloss ich diesen so spannenden Charakter immer mehr ins Herz. Denn wieder fällt mir auf, wie wunderbar J.K. Rowling die Charaktere vor dem inneren Auge aufblühen lässt und ein außergewöhnlcihes und buntes Bild von ihnen malt, sie scheinen förmlich zu leben, sie lachen, denken nach und haben ihre Fehler. Gleichzeitig fühlt man sich spätestens im dritten Band irgendwie zu Hause in Hogwarts, es scheint, als beginne man mit Harry selbst ein neues Schuljahr. Es ist wunderbar, wie originell die Figuren bleiben, obwohl immer mehr neue hinzukommen, alle haben ihre Eigentümlichkeiten und ihre ganz eigene Weise zu reden: Ruhig und bedacht wie Dumbledore, oder hochgestochen und trotzdem sympathisch wie McGonagall!

Natürlich ist es das Abenterliche, das neben den vierfältigen Charakteren an Harry Potter reizt. Die Ereignisse überschlagen sich nur und man erlebt sich selbst in einem ständigen Stimmungswechsel aus fasziniert, überrascht und unfassbar gespannt.
Gleichzeitig hat diese magische Welt etwas so menschliches, wie z.B. wie die Patronen, warme, glückliche Erinenrungen aufzurufen, wenn einen die Dementoren, etwas unheimliches und dunkles, angreifen – das macht man tatäschlich!
Ich denke am besten lässt es sich so beschreiben: Das Lesen des dritten Bandes hat unfassbar Spaß gemacht, man kann abschalten und in eine andere Welt eintauchen und sich selbst verzaubern lassen. Nichts in die Richtung, dass man den Weltschmerz von einem Helden auf sich selbst überträgt oder die utopischen Fantasien einer Zukunftswelt schon in der heutigen ansatzweise sehen kann. Solche Bücher sind auch wichtig, aber Harry Potter macht einfach gute Laune, es hinterlässt so ein warmes, gefülltes Gefühl, wenn man einen Band beendet hat und sich etwas von den Abenteuern erholen kann.

Das einzige, das ich schade finde, sind die deutschen Cover, die meines Erachtens zwar sehr einprägsam sind, aber nicht wikrlich schön. Wer kann, sollte die Bücher auf englisch lesen und Bloomsbury sei dank, gibt’s wirklich wunderbare soft-cover Taschenbücher, wie z.B. hier.

THE VERDICT: Mal wieder ein aufregendes und wunderbares Buch – man sollte sich defintiv davon verzaubern lassen! 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen:
Cover

The Musician’s Daughter

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Autor: Susanne Dunlap
OT: The Musician’s Daughter
Genre: Jugendroman, historischer Roman
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinung: 2010
Verlag: Bloomsbury USA Childrens
Preis: £7.99
Länge: 352 Seiten
ISBN: 978-1599904528

Bisher nicht auf Deutsch erschienen.

Als Theresas Vater tot auf den Straßen Wiens des 18. Jahrhunderts auffindet, stehen Familie und Freunde vor einem Rätsel. Der Geiger des Kapellmeisters Haydns hatte nie einem Menschen etwas schlechtes getan – und doch wurde er umgebracht. Die Freunde halten es für einen Raubüberfall, doch Theresa ist skeptisch: Warum wurde die Geige gestohlen?
Theresa ist neugierig und stützt sich in ein Abenteuer, das ungeahnt Konsequenzen mit sich bringt und erlebt das bei rauschende Bälle der Wiener Gesellschaft, kommt aber auch in den Kontakt mit den Roma.

Auf dem Cover heißt es, dass der Mord an ihrem Vater zur wahren Liebe leite – dieser Satz ist jedoch mehr als irreführend. Nicht nur, weil das ein wenig gruselig klingt, sondern auch, weil „The Musician’s Daughter“ eher ein Abenteuerroman ist, als eine Liebesgeschichte. Man mehrt schüchterne Andeutungen von Verliebtheit, doch es werden nur Blicke getäuscht. Man wartet vergeblich auf die wahre Liebe.
Dennoch muss ich sagen, dass ich das Cover wirklich schön und passend finde! (Und es mich auch zum Kauf verleitet hat)

Im großen und ganzen ist „The Musician’s Daughter“ eine nette, abenteuerliche Geschichte im Wien des 18. Jahrhundert, die durchaus authentisch, aber auch ziemlich lieb und unschuldig erzählt wird. Deshalb würde ich auch eine Altersempfehlung von 12-15 Jahren geben (natürlich ist jeder anders, ich hab mit 15 die Buddenbrooks gelesen) weil mir leider in diesen vermeintlich spannenden Szenen das gewisse Etwas fehlt, das mich richtig ans Buch fesselt – wenn ich schon die versprochene Liebesgeschichte nicht bekomme. Leider scheitert dies jedoch an der sehr glatten, eindimensionalen, naiven Hauptfigur Theresa, die zwar ganz nett ist, aber mir haben die Ecken und Kanten gefehlt.

THE VERDICT: Für mich ist „The Musician’s Daughter“ eine klassische U-Bahn-Lektüre, die ganz nett unterhält, aber ohne besonderen Anspruch. Vielleicht hatte ich auch etwas hohe Erwartungen, weil ich mehr Hoffnung in die „Lebendigkeit“ der Geschichte gesteckt hat. Was mir jedoch wirklich gefallen hat, war der musikalische Bezug und die historische Authentizität. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Cover

His Dark Materials I

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Autor: Philip Pullman
OT: Northern Lights
Genre: Fantasy, Abenteuer
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Scholastik UK Ltd.
Preis: £ 7.99 (Taschenbuch)
ISBN: 978-1407130224
Länge: 375 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Der Goldene Kompass“ erschienen.

Lyra und ihr Dämon Pantalamion leben in Oxford am Jordan College ein unbeschwertes Leben, bis plötzlich nach und nach Kinder von einer mysteriösen Organisation entführt werden – keiner weiß, wovon oder weshalb. Gleichzeitig erreicht die Welt der Wissenschaft einen neuen Höhepunkt: die Erforschung des geheimnisvollen und gefährlichen Staubs, wie Lyra bei einem heimlichen Gespräch mitbekommt. Doch als auch ihr bester Freund verschwindet, offenbart sich Lyra ist ein mutiges Mädchen und stützt sich in ein aufregendes Abenteuer, welches sie in eine fremde Welt bringen wird – die des hohen Nordens.

Die Geschichte der kleinen Lyra wird zwar aus der dritten Perspektivegeschrieben, dennoch wird man häufig Teil der sehr intelligenten Gedankenwelt Lyras, versucht mitzugrübeln und ist somit stets ganz dicht beim Geschehen. Es ist unfassbar, wie sehr man in die Handlung fällt, wie man das Buch kaum loslassen kann, weil es nie langweilig wird, die Handlung spinnt sich von selbst fort und stets passiert neues, unglaubliches. Dennoch ist es manchmal ganz schön erschreckend, was sich das junge Mädchen traut, vielleicht auch etwas wahnwitzges jemand so junges als Hauptfigur zu bestimmen.Gleichzeitig empfand ich eine unglaubliche Freude, sie bei ihrem Abenteuer zu begleiten.

Zur englischen Ausgabe ist zu sagen, dass es wundervoll geschrieben ist, ein reicher Wunderkorb von Adjektiven, so dass man die Kälte des Nordens fast schon auf der eignen Haut spürt, das Brüllen der Eisbären in der Ferne zu hören glaubt. Eine wunderschöne, brilliant ausgelegte Parallelwelt, ähnlich zu unserer, entsteht. Interessant sind auch die Parallelen zu der eben unseren, die Rolle von Kirche in der eigenen Welt im Kampf mit der Wissenschaft nachzuvollziehen. Oder die faszinierende Idee von Dämonen – zwangsläufig fragt man sich schnell, was für einen man selbst hätte. Nicht umsonst gewann Philip Pullmans phantastisches Meisterwerk die höchste Kinderbuchauszeichnung, den Astrid-Lindgren-Preis. Und doch ist es nicht nur ein Kinderbuch, durch die clevere Geschichte und die Motivation, die Handlung zu reflektieren, vielleicht auch, wie an selbst gehandelt hätte, hat es sich längst zum Roman für alle etabliert.

THE VERDICT: Ein herrlicher, spannender Roman, der garantiert nicht nur für Kinder, sondern alle Abenteuerlustigen geeignet ist und einfach Spaß bei Lesen macht! Die Sprache ist angenehm, bildlich und gleichzeitig bezaubernd vielfältig. Ich konnte es kaum aus der Hand legen! Deshalb 10 von 10 Sternen.

Love, Katha


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