September Faves #17

Moinsen!
Der Monat September ist so schnell an mir vorbeigezogen – genauso wie das frühherbstlich Wetter und nun ist es bereits kalt und stürmisch und wir sind mitten im Herbst. Deshalb möchte ich heute ein paar meiner Highlights aus musikalischer wie bibliophiler Sicht zeigen, so wie ganz generell ein paar Dinge, die mir im September besonders gefallen haben.

1. „Schachnovelle“ von Stefan Zweig
Mein dritter Zweig hat mich genauso wie die „Ungeduld des Herzens“ (wovon ich in privaten Kreisen noch  immer schwärme) absolut in den Bann gezogen: Eine starke und spannende Novelle über zwei verschiedene Schachspieler. Ich mag es sehr, wie Zweig dem Wahnsinn Wort und Charakter gibt und dem Leser das Gefühl, mit der handelnden Figur in die unendlichen Wirre der Irrnis einzutauchen. Sehr empfehlenswert!

2. Schokomüsli von Cerbona
Ein ungesundes, aber herrlich leckeres Vergnügen ist das Schokomüsli mit dunkler Schokolade und Knusperstücken des ungarischen Herstellers Cerbona. Ich finde es immer ganz toll, im Urlaub in Ungarn Sachen zu probieren, die es nur dort gibt.

3. Erstwählerin sein
Letztes Jahr durfte ich bereist für mein Bundesland Berlin wählen – doch dieses Jahr war ich Erstwählerin bei den Bundestagswahlen, also eigentlich schon mein zweiter Urnengang, aber dennoch eine tolle Sache, sich nun endlich auch politisch in Form meiner Stimme äußern zu können und dieses Recht zu nutzen – unabhängig von dem Ausgang der Ergebnisse dieser Bundestagswahl, was nochmal ein ganz anderes Thema ist.

4. Ovomaltine Crunchy Cream
Diese (leider teure) Alternative zu Nutella hat mich wirklich überzeugt, besonders mit den Crunchy-Stückchen ist es ein besonderer Geschmack, der mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist – beide Brotaufstriche sind aber genauso süß und ungesund. Am liebsten streiche ich diese Nuss-Malz-Creme auf meinen Eierkuchen, aber auch auf dem Frühstückstoast ist sie lecker (wenn auch ein bisschen zu schade dafür).

5. Tee-Set vom Trödel
Katha hat den Trödel für sich entdeckt: Wunderbare Bücher in tollen alten Ausgaben, die fast wie neu aussehen und Unmengen an entzückenden Kleinkram kann man auf Trödeln und Wohnungsentrümpelungen finden, wenn man ein gutes Auge und Geduld mitbringt. Dieses süße Teeset aus bayerischem Porzellan habe ich zusätzlich mit einem passenden Kuchenteller für schlappe 4 Euro bekommen! Eine neue, elegante Art meinen Tee wie eine vornehme englische Dame einzunehmen, finde ich.

6. 7/8 – Straight Jeans mid rise mit Fransen
Ich verkünde offiziell den Anfang des Endes der Skinny Jeans. Die superenge Hose, die jetzt nun seit bestimmt 10 Jahren in allen Läden die Hosen-Abteilung sämtlicher Modegschäfte dominiert und diktiert, zählt ihre letzten Tage. Nun, ganz so dramatisch ist es nicht, ich mag meine alten Skinny Jeans nach wie vor sehr gerne, aber nun wo ich mir im August inspiriert von den vielen Boyfriend- und Straight Jeans tragenden Bloggerinnen eine gerade geschnittene 7/8-Hose gekauft habe, bin ich begeistert, wie unglaublich bequem diese ist und dass auch locker fallende Hosen meinem curvy Figurtypen schmeicheln können – plus: Man hat nicht den Kampf die Hose über die Ferse bekommen zu müssen und wie ein Idiot in die Jeans zu hüpfen.

7. Smart Closet App
Empfohlen von der wunderbaren Modedesignerin und YouTuberin Justine Leconte (ich kann einen Besuch bei ihrem Channel von ganzem Herzen empfehlen) lud ich mir die „Smart Closet“ App auf mein Handy. Man kann durch Abfotogarfieren der eigenen Kleidungsstücke und detaillierten Angaben wie (Kleider < kurze Kleider ) diese  fast wie in Schubladenbzw. Unterkaterogien ordnen. Zusätzlich hat die App eine Lookbook-Funktion, wo man die Bilder der Kleidungsstücke zu einem Outfit zusammenstellen kann und eine Kalenderfunktion, wo man die Outfits oder einzelnen Kleidungsstücke einspeichern kann. Die App rechnet schließlich, wenn man die Funktion regelmäßig verwendet, aus was die besten Price-per-Wear Stücke sind. Da sieht man erst richtig, was man oft trägt. Zusätzlich kategorisiert die App nach Farben und Marken. Manchmal sieht man bei der eignen Garderobe den Wald vor lauter Bäumen nicht – diese App hilft dabei, zu schauen, was man wirklich trägt und wie man guten Nutzen aus seiner Garderobe bekommt und hilft vielleicht manchen auch, weniger oder gezielter passende Kleidungsstücke zu kaufen.

8. Gemeinsam Theodor Fontane lesen
Klassiker lesen kann manchmal recht ermüdend oder zumindest irgendwie einsam sein und meiner Erfahrung nach gibt es bei einigen Klassikern eine Menge zu diskutieren (natürlich gilt das für jedes Genre, aber mein Ziel ist es ja, mehr Klassiker zu lesen). Deshalb war es für mich eine absolute Freude mit der wunderbaren Instagrammerin Nora (@nora.reads) die Bücher „Frau Jenny Treibel“ und „Stine“ zusammen zu lesen und zu diskutieren. Ich hatte ein viel intensiveres Leseerlebnis!

Was ich im September gelesen habe:

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  • Fontane, Theodor: Frau Jenny Treibel – eine interessante Beobachtung zum Verhältnis zwischen Besitz- und Bildungsbürgertum, im altbekannten, ausschweifenden Theodor Fontane Stil, leider mit ziemlich unsympathischen Figuren. 6/10 Sternen
  • Fontane, Theodor: Stine – eine  kurze, tragische Geschichte, die durch ihre Figuren und die Nähe zur Stadt Berlin punktet . 7/10 Sternen
  • Irving, John: Gottes Werk und Teufels Beitrag – ein wichtige moderner Klassiker, der ganz anders ist, als erwartet und durch seine Schrulligkeiten absolut Spaß macht zu lesen. Positiv überrascht bestärkt es mich in meiner Begeisterung für den Diogenes Verlag: 8,5/10 Sternen
  • Towles, Amor: A Gentleman in Moscow – ein gehypter Roman, der leider durch einige historische Schwachstellen wie Langatmigkeit leider nicht mein Herz erobern konnte, deshalb nur 6/10 Sternen
  • Zweig, Stefan: Schachnovelle – hat mich wirklich überzeugt und meine Liebe zu diesem wunderbaren Autor nur bekräftigt, deshalb: 9/10 Sterne

Musikalische Highlights:

Wie war euer September? Was waren eure Favoriten und was habt ihr gelesen?

Love Katha

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10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

Es ist schon einige Wochen her, dass ich meine letzte Prüfung hinter mit habe und die letzte Vorlesung überlebte. Ich glaube ohne Einschränkung sagen zu können, dass mich mein Sozialwissenschaften-Studium der letzten 2 Semester nicht nur ziemlich gequält hat, sondern auch einiges gelehrt. Ich möchte diese Erfahrungen hier teilen, zum einen als kleinen Reminder an mich selbst, zum anderen hoffe ich, jemanden da draußen, der vielleicht unglücklich mit seinem Studium ist oder nächstes Semester das erste Mal die Uni-Bank drücken wird, ein paar Ratschläge geben zu können.
Zuletzt sei gesagt: Ich habe kein Erfolgsrezept, ich habe nicht mal eine Ahnung, wie man Uni-Erfolg kocht, allerdings denke ich, ein gesundes Uni-(Selbst)Bewusstsein ist ein großer Schritt, um erfolgreich(er) zu werden. Ein kleiner Disclaimer: Es geht hier um meine individuelle Erfahrung und meine Eindrücke nach 2 Semestern, ich möchte nichts verallgemeinern, nichts in den Dreck ziehen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, Uni sei schlichtweg nur schlecht.

Ich und die Anderen

1. Vergleich dich nicht mit anderen – Ganz dick hinter die Ohren schreiben! Und nicht nur wissen, sondern auch praktisch anwenden. Vergleiche, wenn sie nicht mit einem selbst und den eigenen Leistungen sind, können einen echt vergiften und ein schlechter Anreiz sein. Schließlich lernt man für sich selbst und nicht, um besser zu sein als XY.

2. Zwischen Blendern und Lotterlebenstudenten. Jung, voller Hoffnung, frisch aus der Schule mit gutem Abi geht’s in Studium. Man hofft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, endlich mal etwas Anderes zu lernen als in der Schule, hofft auf mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei traf ich schnell auf zwei Stereotypen, von denen man sich absolut nicht irritieren darf, was mich erstmal eine gewisse Zeit gekostet hat. Einerseits gibt es die scheinbar perfekten Studenten, die nur 1,0en kassieren und sagen, wie leicht Uni doch sei, dabei noch Yoga machen und Spanisch lernen und natürlich im Studi-Rat sind und stets gut drauf, beliebt und es wirkt, als könnten die alles schaffen – was einen hart trifft, wenn man genau dieser Mensch wäre. Mich hat es in eine Verzweiflung geschürzt: Wie bekommen sie das hin? Und wieso schaffe ich das nicht? Die Wahrheit ist, es gibt wahrscheinlich nur sehr sehr wenig Menschen, die sofort alles können. Schön für sie.

Vom zweiten Typen sind die Noten relativ unbekannt, aber um die geht’s vorrangig nicht. Es ist dieser Typus Studierende*r, wo man ständig mitbekommt, dass dieser Mensch zwischen einem Club und dem anderen pendelt, die coolsten It-Pieces trägt und ach so viel Spaß hat – ganz schön frustrierend, während man drei Stunden lang zu Hause die komplizierte Vorlesung nachbereitet hat. Das Problem ist ähnlich, was in der Schule schon auftritt, aber mir scheint, hier ist es viel stärker (vor allem, weil man am Anfang niemanden wirklich kennt): Ich habe mich beeindrucken lassen, irritieren lassen, was einen einfach nur runterzieht. Es geht nicht um die anderen, es geht um mich – deshalb darf man sich einfach nicht davon emotionaliseren lassen, wenn die anderen scheinbar alles besser machen.

3. Einen kleinen Schock bekommt man- wenn man wie ich an einer großen Uni studiert, wie voll es anfangs ist. Selbst wenn ich 25 min vor Vorlesungbeginn (akademisches Viertel miteinberechnet) da war, bekam ich anfangs nicht unbedingt einen Platz im Hörsaal. Manche Kurse sind bewusst mit kleineren Hörsälen ausgestattet, war mein Eindruck. Nicht erschrecken: es werden weniger, vor allem in den unbeliebten Kursen habe ich das Früh bemerkt (*kleines Husten* Statistik). Der zweite, viel beunruhigende Gedanke, der sich mir erschleicht, ist das Prinzip des Aussiebens. Da versucht man, mit dem System Uni klarzukommen und schon beginnt das Aussieben in der Klausuren mit Prüfungen, mit Lernausmaß des Abitur und mit Anforderungen, die man zweitlich nicht bewältigen kann (scheint mir). Vielleicht ist es Verschwörung, aber gerade an großen Unis, wo knapp 200 Leute im Monobachelor studieren und dann vielleicht noch 80 im Kombibachelor, sollen es weniger werden.

Wie Uni ist und wie ich (nicht) klarkomme

4. Uni ist nicht wie Schule. Wahrscheinlich ist dieser Punkt unglaublich offensichtlich. Ich glaube dennoch, es ist ein Unterschied, das theoretisch zu wissen und es dann praktisch es am eigenen Leibe erfahren zu müssen. Dazu zählen besonders diese zwei Punkte:  Einsamkeit und Anonymität an einer großen Uni sind Alltag. Keiner interessiert sich scheinbar für einen und man kann von Glück sprechen, wenn in einem kleinen Seminar der Dozent gewillt ist, Namen zu lernen. Es ist eine große Umstellung, nachdem man 12 Jahre (in meinem Fall) Lernanstalten als etwas Soziales erlebt hat. Mit ein bisschen Glück lernt man auch sehr angenehme Menschen kennen – aber es dauert, bis man angekommen ist, ein eignes Tempo entwickelt und sich an die neue Situation gewöhnt. Das können Monate sein und das ist total okay.

5. Vorlesungen sind nicht für jeden und jede Vorlesung ist anders. Es gibt Dozenten und Dozentinnen, die anstatt 90 Minuten auch gerne mal 110 reden, dabei 60 PowerPoint Folien oder mehr verwenden, die gnadenlos voll sind (keiner von denen hätte die 5. Prüfungskompontene im Abitur in Berlin bestanden) und sie einfach nur vorlesen, aber sie wenigstens nach der Vorlesung hochladen – das sind Vorlesungen, die man de facto nicht besuchen muss. Dann gibt es Kandidaten und Kandidatinnen, die überhaupt nichts hochladen und nur nette Bildchen von alten Soziologen auf die Folie klatschen. Ebenfalls schockiert haben mich Vorlesungen, in denen schlichtweg nur die Meinung der oder des Dozierenden gepredigt wurde, die total zerstreut und ohne roten Faden waren, mit Leuten, die Deusch mit einem starkem Akzent sprachen, an den man sich erstmal gewöhnen musste.

Kurzum, ein absoluter Alptraum, für jeden, der einfach nur Wissen pädagogisch wertvoll vermittelt bekomemn möchte. Die Schlüsse, die ich aus diesem Vorlesungswahnsinn gezogen habe, sind folgende:

  •  Selbstständigkeit will früh gelernt sein
  • Man muss anders (ich habe leider auch noch nicht ganz herausgefunden wie), deutlich mehr und systematischer lernen. Manchen hilft es, sich in die Bibliothek zu setzten, da dort alle lernen und der Ablenkungsfaktor niedrig ist.
  • Lerne deinen Rhythmus (wie viel Vor-/Nachbereitung notwenig ist und wann du Pausen brauchst. Durchatmen und kleine Freuden sind sehr wichtig) und tritt dir in den Arsch!
  • Rechtzeitig anfangen und auch rechtzeitg aufhören, denn meiner Erfahurng nach funktionieren trockene todlangweilige schlechtgehaltene Vorlesungen ohne Schlaf nicht besonders
  • Nachbereitung ist alles! Oder kurz: Fleiß, Fleiß, Fleiß
  • Manchen helfen Lerngruppen, andere lernen besser allein und abgeschottet

6. Es ist frustrierend, wenn man gut in der Schule war und nicht genauso gut in der Uni ist. Für mich ist dies ein harter Schlag. Mir ist zwar in der Schule nicht alles zugeflogen und ich musste lernen – für manche Fächer mehr für anderen kaum – aber ich bekam auch in der Oberstufe gute Noten und ich habe ein gutes Abitur, ich verließ Schule im Glauben einigermaßen klug zu sein und zu wissen, wie man lernt. Und dann kam Uni und Bullimie-Lernen und ich fühlte ich, als wäre ich die dümmste Person, die dieses Studium jemals angefangen hat – und da scheinbar alle so gut klar kamen (s.o.), setzte mich das unheimlich unter Druck, aber irgendwann hörte ich bewusst auf, über die anderen nachzudenken und zu überlegen, wie ich das gut bewältigen kann und es hat geholfen.

7. Uni ist nicht für jeden was. Nicht jeder ist ein Uni-Typ und nur weil man ein 1,4er Abi (oder besser) hat, ist man nicht dazu verurteilt zu studieren. Ich habe sogar den Eindruck, so wie Uni heute läuft, dass sie gegen einen gerichtet ist, aussieben will und nicht Wissen an möglichst viele, sondern an eine Art Bildungs-Elite vermitteln will. Ein Kampf, bei denen am Ende einige übrig bleiben. Und man soll mit 16, 17, 18 oder 19 (oder älter) schon bereit und nicht mehr zerbrechlich sein? Eiskalt robotermäßig lernen und mit Bravour und Leichtigkeit durchtanzen?  Ich glaube übrigens auch, dass wenn man wirklich das studiert, wonach man sich sehnt und wo die eignen Stärken und Kompetenzen gut ausgeschöpft werden, man das wirklich kann. Aber dazu muss man erstmal „das richtige“ studieren und für mich war dies der Punkt, wo ich ansetzten musste.

Der seelische Faktor

8. Es ist in Ordnung, überfordert zu sein – besonders anfangs. Stundenplan erstellen, die ganzen neuen Räume finden, mit den ganzen neuen Leuten klarkommen (und sich nicht von Ihnen beeindrucken lassen), die Vorlesung vor- und nachbereiten, die gesamte Pflichtlektüre lesen, zwischen den Vorlesungen von der Mensa zu einem anderen Campus hetzten, Thesenpapiere wöchentlich abgeben, später vielleicht seine erste Hausarbeit bewältigen und eventuell noch ein soziales Leben führen und vielleicht sogar nebenbei Arbeiten. Oh Gott, wie soll das gehen? Und warum sehen alle so entspannt aus? Erstmal durchatmen. Zweitens, nicht blenden lassen. Drittens: Es ist okay. überfordert zu sein. Es ist mehr als normal und meistens, wenn man einen der Komiliton*innen näher kennenlernt, wird man feststellen, dass es anfangs nicht so vielen leichfällt, wie es der erste Wimpernschlag glauben lässt. Aber noch viel wichtiger: Warum interessiert einen das denn bitte? Ich glaube, im Grunde genommen, lässt sich das herunterbrechen auf meine Hauptaussage in diesem ganzen Gedankengewusel, die ich schon mehrmals angemerkt habe und die mir besonders wichtig ist: Ich vergleiche mich mit mir selbst, mir ist meine mentale Gesundheit wichtiger als die Topnoten und ich lasse mich nicht einschüchtern von dieser Masse an Menschen.

Ob der Leistungsdruck der eigene ist, weil man in der Schule so gut war und hier plötzlich nicht oder ob er ein Fremdeinfluss ist, ich glaube dieser Druck kann ab einer bestimmten Menge eher zerstörende als motivierende Einflüsse nehmen.

Während in der Schule sich tatsächlich noch jemand für dich interessiert hat und bestenfalls auf die zugegangen ist, um dir zu helfen, steht man hier ganz alleine da. Ich glaube, dass man zwar zusammen lernen kann (für die, die das gut können), aber das Klarkommen, sich nicht wahnsinnig machen, muss man ganz allein schaffen.  Regelstudiuenzeit ist meines Erachtens nach utopisch und teils echt grausam, Topnoten scheinen unerreichbar und über Zulassungskriterien und Noten für den Master will lieber niemand nachdenken. Wie war das nochmal mit dem nicht verrückt werden?

9. Wechseln heißt nicht Aufgeben. Manchmal merkt man es schon ganz früh, dass etwas nicht stimmt – irgendwie ist man unglücklich und vielleicht auch überfordert. Manchmal sackt die Überforderung ab, wenn man das Ersti-Dasein überlebt hat, manchmal nicht. Und dann kommt die Frage: Wechsle ich? Es liegt keine Schande darin.
Für mich haben sich ein paar red flags ergeben:

  • Bin ich motiviert dafür zu lernen? bzw. interessiert mich das im großen und ganzen?
  • Überwiegen die positiven Sachen im Studium die negativen?
  • Kann ich mir vorstellen, das als Master zu machen?
  • Fühle ich mir wohl?
  • Bin ich momentan überfordert oder dauerüberfordert?
  • Überkommt mich ein Gefühl von träumerischen Neid, wenn ich höre, das XY etwas bestimmtes studiert oder eine bestimmte Ausbildung macht?
  • Bin ich mit meiner jetztigen Situation glücklich?
  • Fühle ich mich krank, kann nicht mehr gut schlafen und fühle mich körperlich nicht in der Lage zur Uni zu gehen (weil mir davor graut)?

10. Ich vermisse die Schule. Ja, wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde. Die Schulzeit war so schön. Das Lehrpersonal kennt einen, interessiert sich (abhängig vom Menschen, aber meistens) für einen und seine Probleme. Man fühlt sich mehr oder weniger aufgefangen, hat einen Rahmen.

Es gibt sie aber auch: die inspirierenden, tollen, freundlichen und auch nach dem Kurs oder der Vorlesung ansprechbaren Dozenten, die einfach wissen, wie man Wissen vermittelt, die zur Diskussion anregen und zwar auch sehr fordernd sind, aber auf einem motivierenden Level. Ich bin ehrlich: ich hatte genau einen einzigen von dieser Sorte, aber er hat mein letztes Semester wirklich aufgewertet.

 

Zusammenfassend: Ich habe gelernt, dass ich mich nicht überarbeiten darf, dass ich nicht jeden Tag lernen kann, ohne mental durchzudrehen, aber auch, dass man wirklich rechtzeitig und früh anfangen muss, für eine Klausur zu lernen. 4 Wochen vorher sind empfehlenswert, auch wenn ich das Motivtaionstechnisch selbst (noch!) nicht geschafft habe. Ich möchte gut sein, ich möchte aber dafür nicht mit Anfang zwanzig ein chronisches Nervenleiden inklusive Rückenschmerzen und Reizmagen entwickelt haben. Ich lasse mich von den Blendern nicht beeindrucken und nicht von den Leuten verletzten, die mich ignorieren, obwohl wir in einer Gruppenarbeit sind. Ich bin mir selbst wichtig, ich will gut studieren, aber ich will auch noch nebenbei glücklich sein. Ich glaube nicht, dass man  etwas studieren sollte, wo man sich nicht in seinen eigenen Stärken wiederfindet. Zwar macht im Studium sicherlich nicht alles Spaß, aber doch ein paar Fächer. Ich glaube an mich und ich weiß, ich muss mir auch in den Arsch treten, um zu lernen, denn ich verstehe nicht alles sofort. Das ist wohl das wichtigste: Selbstvertrauen und Fleiß.

Was ich mich frage: Sind wir heute schlecht vorbereitet auf das Studieren, weil wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen mit unserem Leben als Frischabiturienten? Sind die Anforderungen noch menschlich oder sind wir zu bequemlich geworden, um für das Studium zu „kämpfen“? Und wie kann man effektiv und gut lernen?

Welche Uni Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man besser klar kommt, systematisch und gut lernt?

Love, Katha

August Faves #17

Moinsen!

Wie schnell die letzten Sommermonate, besonders der August, verflogen ist. Wenn ich so aus dem Fenster schaue in die frische Septemberluft, scheint alles schon außerordentlich herbstlich. Wettertechnisch bin ich auch recht enttäuscht von diesem deutschen Sommer. Nichtsdestoweniger waren die letzten 31 Tage ziemlich aufregend und es gibt zweifelsohne ein paar tolle Favoriten, die ich gerne vorstellen möchte.

1. Geblühmter Romper von Springfield
Nach einiger Zeit des Zweifelns, inwieweit dieser Trend was für mich sei, endete ich diesen Sommer nun mit zwei Romper/ Playsuits, die ich beide viel und gern getragen habe. Dieser ist aus einem weichen, dünnen Stoff, mit Taschen und zwar kurz wie eine Shorts, aber nicht unangenehm kurz, wie viele die ich anprobiert habe. Jumpsuits sind eine tolle Option, da sie ähnlich schick wie ein Kleid sind (meistens wie hier schöne Rückendetails haben), aber auch praktisch sind, wenn man im Sommer nicht sich um jede kleine Brise sorgen machen muss. Natürlich muss man sich komplett ausziehen, wenn man auf Toilette möchte – dieser hat im Gegensatz zu meinem anderen Romper keinen Reißverschluss – und das kann manchmal ein bisschen dauern.

2. Blumenkranz
Der Trend ist total alt, aber einfach herrlich zu tragen auf einem Festival oder schlichtweg auf einen sommerlichen Strohhut als Verzierung gelegt Und zu viel Blümchen geht sowieso nicht, besonders nicht auf Festivals.

3. Sziget Festival
Ich habe schon einen ganz langen Bericht über meine Budapest-Reise und das wunderbare Sziget-Festival geschrieben, aber natürlich kann ich dieses Erlebnis nicht in meinen Highlights des Monats August vergessen. Erneut war das ungarische Musik- und Kunstfestival ein Traum aus großartigem Line Up, vielen neuen Dingen zum entdecken und einer ansteckend guten Stimmung. Dazu gab es dieses Jahr eine Hitzewelle, die manche Festivaltage dort anstrengender machte, aber dennoch nichts an der Euphorie minderte. Ich kann jedem vom Herzen empfehlen, dieses Festival zu besuchen.

4. Kino-Highlight: Tulpenfieber
Lange auf das Erscheinen in deutschen Kinos gewartet, sah ich kürzlich mit meiner besten Freundin Charlie diesen Kostümfilm, der nicht nur durch sein historisches Setting optisch besticht, sondern auch durch die Besetzung: Meine absolute Lieblingsschauspielerin Alicia Vikander, Christoph Waltz und Judi Dench (die es sich wirklich lohnt im Originalton zu hören). Der geheime  niederländische Tulpenverkauf und Wetten um die besonderen Tulpenarten im 17. Jahrhundert, eine junge unglücklich verheiratete Frau und ein Maler, der nach einem Erfolgswerk und der Obsession in seinem Werk sucht – diese Stichworte beschreiben am besten das Kostümdrama. Die Filmografie ähnelt dabei stark der Kunst dieser Zeit: Kontraste, das Spiel mit dem Licht und dann und wann ein satten ultramarin, um Prunk und Vanitas darzustellen. Kein Wunder, wenn Tom Stoppard, der mich bereits durch Parade’s End und Anna Karenina begeistert hat, in einem Film mitwirkt. Untermalt wird das optische Spektakel von einem dunklen, melodischen Soundtrack. Natürlich ist es kein naturalistisches, historisch treues Portrait und manchmal neigt der Film zu sehr dramatischen Wendungen, die nicht jedermanns Geschmack sind, dennoch würde ich keineswegs sagen, das „Tulpenfieber“ zu Süßholzraspeln neigt. Klare Empfehlung für jeden, der üppige Kostümfilme, die Blütezeit der Niederlande, ein gutes Drama und spannende Wendungen mag.

5. Pigna Nature Hefte
Blumenmuster? Her damit. Die wunderbaren Hefte von der italienischen Papeterie-Marke Pigna aus der Pigna Nature Reihe sind nicht nur optisch entzückend, sondern innen aus recycelten Papier – hübsch und umweltfreundlich. Eigentlich benutze ich diese Hefte schon seit Schulzeiten, aber Ende des 2. Semesters habe ich sie wieder für mich entdeckt. Leider habe ich in Deutschland noch kein Schreibwarengeschäft gefunden, wo es sie gibt.

6. Somersby Cider
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mittlerweile alle durchprobiert habe, aber nach 5 (Apfel, Rhabarber, Birne, Brombeere und Heidelbeere) verschiedenen Sorten kann ich nicht nur meinen Favoriten benennen (definitiv Heidelbeere, aber Brombeere ist auch grandios), sondern auch klar sagen, dass ich Somersby Cider sehr gerne mag, aber eher die „außergewöhnlichen“ Sorten, als den klassischen Cider. Dennoch hoffe ich, irgendwann noch auf ein britisches Produkt zu treffen, das mich auch für die „einfache“ Apfelnote begeistern kann. Schade ist nur, dass man in Deutschland meistens nur Apfel von Somerbsy findet, manchmal auch Brombeere, aber andere, außergewöhnliche Geschmakcsrichtungen nicht.

7. Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger
Zugegeben ist dieses Buch kein Lesehighlight für mich, weil ich es absolut grandios fand, sondern weil es für mich eine schöne Erfahrung war, der Literatur und den Klassikern meiner zweiten Nationalität näher zu kommen – ähnlich wie in Deutschland jede und jeder in seiner Schullaufbahn mindestens mit der Ringparabel aus „Nathan der Weise“ konfrontiert wird und viele auch Goethes „Faust I“ lesen müssen, ist in Ungarn „Die Sterne von Eger“ eine Pflichtlektüre. Ein historischer Abenteuerroman, der eher für Jugendliche ausgelegt ist, beschreibt den Kampf um die Burg Eger gegen die Türken im und um das Jahr 1552 – außerdem gibt es eine zuckersüße Liebesgeschichte, einige recht eindimensionale Charaktere, eine Prise Humor und einen ziemlich patriotischen Unterton. Streng gesehen betrachte ich das Buch mit recht kritischen Augen – allerdings ist es auch ein Bericht aus einer Zeit, in der Patriotismus und Feindlichkeit gegenüber einer „gegnerischen Nation“ noch anders gesehen wurde und ich glaube, man darf diesen Roman, der in erster Linie ein historischer Abenteuerroman für Jugendliche ist nicht zu engstirnig betrachten. Es ist ein amüsanter Einstieg in die Klassiker der ungarischen Literatur, von denen ich noch viel mehr in Zukunft lesen werde!

Was ich diesen Sommer (Juni-August)gelesen habe:

George Orwell: 1984
Erin Morgenstern: The Night Circus
Griet Op de Beeck: Komm her und lass dich küssen
Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens
Benedict Wells: Becks letzter Sommer
Diana Gabaldon: Feuer und Stein
E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht
Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm
Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger

Musikalische Highlights

Ein paar Instagrammerinnen, die ich frisch entdeckt habe und mich seit jeher begeistern und inspireren:

  • Emily @emilyduis
  • Miranda Mills @mirandasnotebook
  • Lena @lena_geary
  • Malin Olivia @bulletbymalin
  • Josie Fashion Mumblr @josieldn

Wie war euer August?

Love, Katha

SZIGET Festival 2017 + Budapest

Moinsen!

Das ist nun schon das dritte Jahr in Folge, dass ich mich im August nach Budapest begeben habe und wie schon in den Jahren zuvor, werde ich eine kleine Liebeserklärung schreiben. Mit jedem Mal, dass ich diese Stadt besuche, entdecke ich einen neuen Zauber und ein kleines Detail, welches meine Begeisterung beflügelt. Mir ist, als sähe ich Budapest stets mit anderen Augen und umso besser man die Stadt kennt, desto klarer wird das Bild. Fest steht, dass ich mich auch nächstes Jahr dorthin begeben möchte – ob mit Festival, oder ohne.

Gleichzeitig war ich, wie letztes Jahr, erneut für 7 Tage auf dem SZIGET Festival, von dem ich natürlich auch berichten möchte. Für diejenigen, die Lust haben, meinen Beitrag zum Festival vom letzten Jahr zu lesen, lasse ich den Link hier. Ich werde die Dinge, die mir letztes Jahr bei meinem Besuch aufgefallen sind, nicht erwähnen, sondern hauptsächlich von meinen neuen Erfahrungen berichten.

Budapest verzaubert

Erneut bezogen mein Freund und ich eine kleines Ferienappartment, welches wir über AirBnB für einen guten Preis gefunden hatten, im VIII. Bezirk: Józsefváros oder auf deutsch: Josef-Stadt. Für mich als Halbungarin ist es stets ein bisschen lustig ins Ausland zu fahren, welches aber gleichzeitig die andere Hälfte meiner Herkunft bildet, besonders kulturell betrachtet. Gleichzeitig kann ich aber auch beteuern, dass es wirklich Vorteile hat, ungarisch zu sprechen, auch wenn an sehr vielen Orten Englisch und teils auch Deutsch gesprochen wird. Wie letztes Jahr spazierte ich viel durch den VIII. Bezirk, was sich lohnt um viele verschlafene Gassen zu sehen mit den gelben und rosanen Altbauten, die ins sommerlichen Licht getaucht sind. Ebenfalls lohnt sich ein Blick in den VII. Bezirk, der früher als „jüdisches Viertel“ galt, da sich dort im 2. Weltkrieg ein Ghetto befand. Heutzutage merkt man schon, dass es recht jüdisch angehaucht ist mit kleine Cafés mit Hebräischer Schrift. Ab und zu begegnet jüdische Familien in traditioneller Kleidung, aber am meisten zeugt natürlich die Synagoge von der Besonderheit des Stadteils. Es erinnert fast schon ein bisschen an das Berliner Hipster-Viertel Prenzlauer Berg durch die Altbauten und Cafés, aber weniger gentrifiziert. Ich hoffe in der Zukunft diese Bezirke noch besser erkunden zu können.

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Eine kleine Entdeckung in unserem Bezirk war der Múzeumkörút, eine große Hauptstraße, welche nach dem großen naturwissenschaftlichen Museum benannt wurde, welches sich namensgebend dort befindet. Zwischen kleinen Cafés eingequetscht findet man viele viele Second-Hand Bücherläden und Antiquaren. Mal rümpelig, mal bezaubernd mit Vintage Plakaten eingerichtet. Dank einer Bekanntschaft mit einer ungarischen Instagrammerin, wurde mir eins dieser Antiquaren empfohlen, denn bei der Auswahl weiß man kaum, wo man hinsoll. Und wo es englische und deutsche Literatur gibt, da mein Ungarisch für die Klassiker, die ich gerne lese, leider noch ausbaufähig ist. Und ich machte auch eine kleine Ausbeute, wobei Taschenbücher in gutem Zustand zwischen rund 800 und 1000 Forint kosten, was ca. zwischen 2.60 und 3.30 Euro ist, also nicht spottbillig, aber auch nicht überteuert. Dann und wann trifft man in der Stadt große mit Bücher beladene Karren – ich bin mir nicht ganz sicher, ob man nur (alte) Bücher dort kaufen kann, oder auch tauschen, nichtsdestoweniger entzücken sie das Stadtbild!

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Vom letzten Jahr kannten mein Freund und ich auch schon ein wunderbares Café mit Restaurant-Teil, welches sich auf einem recht ruhigen Platz befindet und leckere Gerichte zu guten Preisen serviert – und der leckeren Hauslimonade mit Suchtfaktor. Dieser wundere, kleine Ort heißt „Fecske“ (dt. „Spatz“) und bietet wunderbare Außenplätze im Schatten und zusätzlich ab 12 Uhr (bis der Vorrat reicht) ein günstiges Tagesmenü mit Hauptspeisen  für kleines Geld.Ich würde auch sagen, dass es schon sehr angenehm ist, wenn man sich schon ein bisschen auskennt und ein paat günstige Optionen zum Essen oder gute Wochenmärkte kennt, um gegebenfalls selbst zu kochen, denn obwohl Budapest doch recht günstig ist, kann man in einer Woche schnell viel Geld loswerden, wenn man fast täglich in Restaurants und Mensen isst.

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Ein paar Tipps für Reisen nach Budapest:

  • Öffentliche Verkehrsmittel sind fast an jeder Ecke und spottbillig. Auch wenn man nur 9 oder 10 Tage da bleibt, zahlt sich das 15-Tage-Ticket für gut 21 Euro wirklich aus. Aber es gibt auch Wochentickets und einiges mehr, es lohnt sich die Webseite der Verkehrsgesellschaft BKK zu besuchen.
  • Viele, mittlerweile gefühlt alle Wechselstuben verlangen eine Kommission. Auch wenn der Wechselkurs von 303,5 Forint für 1 Euro gut ist, lohnt es sich auf die Kommission zu sehen. Außerdem kann ich empfehlen größere Dinge mit Kreditkarte zu bezahlen (falls diese kostenfrei im Ausland ist), weil der Kurs meistens für einen spricht
  • Das Wasser aus dem Hahn ist ziemlich Chlorhaltig. Ich würde stets Mineralwasser kaufen, wenn man keinen Wasserfilter hat.
  • Essensempfehlungen sind: Fecske presszó, Bodza Bistro (Mensa) und Vigadó Restaurant (Traditionelles Essen). Falls es auch ein bisschen teurer sein darf: Krakn Town (ein bezauberndes Restaurant im authentischen Steampunk-Stil)
  • Sehr touristische Dinge, die man aber unbedingt sehen sollte: Die Burg in Buda, Fischerbastei, Kettenbrücke, Spaziergang an der Donau, das Parlament, Margaretenbrücke, Margareteninsel, Heldenplatz, Freiheitsbrücke, durch den VII. und VIII. Bezirk spazieren, große Markthalle

SZIGET Festival – wieder großartig!

Dieses Jahr traf uns der Sommer wie ein Schlag ins Gesicht – der richtige, ungarische Sommer mit trockener, tagelanger Hitze. Besonders die ersten vier Tage waren – vor allen im Vergleich zu Berlin, wo es wochenlang bei etwas über 20 Grad geregnet hatte – beinahe unerträglich. Im grundegenommen empfiehlt es sich bei der Appartment-Suche die Klimaanlage so selbstverständlich wie WLAN anzusehen. Tagsüber 38 Grad, Mitten in der Stadt in der puren Sonne sicherlich mehr. Zusätzlich das Festival bei solchem Wetter zu erleben, war für mich auch körperlich manchmal herausfordernd. Natürlich haut ein Festival echt rei,  auch wenn man wie ich nicht campt. Laute Musik, Menschenmengen, stundenlang gehen und stehen, tanzen und vieles mehr – dazu dann noch diese Hitze. Glücklicherweise gab es direkt bei der Mainstage neben den Getränkeständen einen Pool, wo man entspannt das Konzert auf einem großen Bildschirm beobachten konnte, während die Beine im kühlen Nass baumelten.

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Wie auch letztes Jahr bleiben am Ende großartige Erinnerungen im Herzen, eine berauschende Euphorie im Körper und ein bisschen Merchandise später im Koffer. Dadurch, dass wir das irre Wagnis eingingen, die Festival-Karten ein Jahr vorher (in den ersten 25 Stunden) zu kaufen, erhielten wir sie nicht nur günstiger, sondern inklusive eines T-Shirts und ein kleines Fan-Packets. Natürlich muss man dafür sehr begeisterter Fan vom Festival sein und ich glaube wirklich, dass das Sziget jedes Jahr mit einem großartigen Line-Up aufwartet (wenn man auf die letzten Jahre zurückblickt) und sich der frühe Kauf entsprechend lohnt.

Wir hatten schließlich wirklich Glück, denn das Line-Up war ganz großartig und auch mit einigen Musikern und Musikerinnen versehen, für die ich schwärme. Wir sahen unter anderem P!nk, Tom Odell, Macklemore & Ryan Lewis, HURTS, Birdy, Alt-J, The Chainsmokers, Bear’s Den, Marteria, Rita Ora und Léon. Zurückblickend haben mich besonders Macklemore und Ryan Lewis mit ihrer herrlichen Show und der tollen Musik, HURTS mit der Stimme des Leaders und Tom Odell mit seinem natürlich Charme und Songs, die unter die Haut gehen, am meisten bezaubert. Natürlich gab es viele Künstler und Künstlerinnen mehr zu sehen und zu hören, aber man muss sich definitiv auch die Zeit nehmen, das Festival zu sehen und nicht nur die Musiker. Da kann ich jedem ans Herz legen, der dieses Festival besuchen möchte: Im Hellen rumlaufen und entdecken und im Dunkeln wie verrückt abtanzen und mitgröhlen.

So liefen wir über die Insel und entdeckten eine Art „Dorf“ auf mehreren Zelten, wo es traditionell ungarische Spiele gab. Diese Stände, Zelte und Bühnen sind auch in dem Sziget Passport versehen, der die wichtigsten Informationen zum Festival vereint. Auf einer Doppelseite kann man schließlich Stempel an den jeweiligen Orten sammeln (zu bestimmten Uhrzeiten) und wenn man alle hat, würde man offiziell auf der „Island of Freedom“ eingebürgert – was das heißen soll, wussten mein Freund und ich zu Anfang auch nicht, sammelten aber natürlich fleißig Stempel und konnten so eine Klassik und Jazz Bühne, einen Zirkus, einen Strand und viele andere Attraktionen bestaunen und damit wirklich die ganze Insel sehen. Am Ende gab’s zur Belohnung ein kleines Gimmick: Eine Krawatte!

Zu den ganzen musikalischen Acts gab es jeden Tag vor der Main Stage auf eine Art Party: Mal mit Fahnen (wie auf dem oberen Bild), mit Bällen oder Farbe. Letzterer wohnte ich bei und es war schrecklich und wunderbar gleichzeitig. Mehrere Tonnen Farbe (so hieß es zumindest) wurden gleichzeitig in die Luft geworfen: Ein Farbenmeer auf Rosa, Blau, Grün und Gelb – und für unvorbereitete Trottel ohne Atemschutz wie mich ein Schockmoment des Fast-Erstickens. Es ist wirklich lustig, bunt eingesaut zu sein – es ist wirklich eklig zu husten und Ewigkeiten danach noch dunkelrosa bis schwarzen Rotz zu haben.  Fest steht aber, dass sie Stimmung absolut großartig war, die Luft vibrierte beinahe.

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Alles in einem, kann ich nur sagen, dass es ein großartiger Urlaub war, auf den ich sehnsüchtig zurückblicke und wie letztes Jahr auch schon spreche ich eine ganz klare Reise- und Festivalempfehlung aus!

Love, Katha

Eine kurze Rückmeldung!

Moinsen!

Vor ein paar Wochen habe ich in die Seitenspalte meines Blogs eine kleine Umfrage gestartet. Leider habe ich bisher nicht besonders viel Rückmeldung bekommen, weshalb ich deshalb hier nochmal dazu aufrufen möchte, direkt auf meine Webseite zu gehen und teilzunehmen wer Lust und einen kleinen Augenblick Zeit hat.

Außerdem befindet sich unter diesem Post ein Link zur Umfrage!

Ich würde gerne meinen Content besser und leserfreundlicher gestalten, da mein Blog aktuell statistisch ein bisschen feststeckt und ich leider nicht viel Interaktion in den letzten Wochen erhalte sondern eher das stumme Liken – was mich zugegebenermaßen auch etwas traurig macht, da ich mir Mühe gebe, mehr zu Bloggen und ich gerne eine Rückmeldung erhalten würde, ob meine Posts interessant, lesenswert oder totaler Schrott sind.

Allgemein gesagt, freue ich mich aber IMMER über Rückmeldungen oder Ideen, worüber ich schreiben könnte.

Vielen Dank!

Katha

Welche Posts interessieren dich auf meinem Blog am meisten?

(polls)

July Faves #17

Moin!

Wieder neigt sich ein Monat dem Ende. Die letzte Vorlesung ist geschafft, nach wochenlangem Regen steht endlich wieder die Sonne am Himmel und eine warme Brise weht durch die Stadt – und natürlich haben sich in den letzten Wochen wieder einige Favoriten angesammelt.

1. Sonnenbrile mit Sehstärke
Ich trage zwar schon seit meiner frühen Kindheit eine Brille, allerdings hatte ich bis zu diesem Frühjahr noch nie eine Sonnenbrille mit Sehstärke. Immer wieder Shatte ich onnenbrillen ausprobiert, aber es richtig verabscheut, nicht scharf mit ihnen zu sehen können. Nun allerdings kann ich aus vollem Herzen bestätigen, dass eine Sonnenbrille mit Sehstärke eine herrliche und sehr empfehlenswerte Sache ist und eine absolute Revolution.

2. Vöslauer Balance
Eigentlich ist das österreichische Vöslauer schon seit Ewigkeiten mein liebstes Mineralwasser (mit Geschmack), also wurde es mal Zeit es hier zu teilen – gerade jetzt, in der heißen Jahreszeit, wo man auch mehr trinkt. Geschmackstechnisch empfinde ich es unter allen Mineralwassern mit Geschmack am besten, da die Note von Frucht stets recht minimalistisch und dezent ist und nicht quietschbunt und zuckersüß schmeckt.

3. Aspekte im ZDF
Ich glaube, viele wissen gar nicht, dass man im ZDF Sendungen teils kostenlos besuchen kann – Aspekte im Hauptstadtstudio in Berlin ist eine dieser Sendungen. Manchen ist sie vielleicht nur als Sendung nach der Heute Show bekannt und ich stieß auch nur zufällig darauf. Aber seitdem ich mit meinem Freund dort war, hat sich meine Meinung in Begeisterung gewandt. Zum einen gab es einen sehr freundlichen Empfang mit Getränken, zum anderen waren die verschiedensten Altersklassen verteten, was für ein buntes Publikum sorgte und toller Stimmung. Das Beste war selbstverständlich in einem Fernsehstudio zu sitzen und mitzuerleben, wie eine Sendung aufgenommen wird, wie hunderte von Scheinwerfern von der Decke hängen, wie das Kamerateam sich durch das Publikum windet. Zu guter letzt gab es ein Interview mit dem Sänger Faber, der nicht nur einen Song spielte, sondern gleich noch zwei Zugaben lieferte. Die Stimmung war wunderbar locker, ausgelassen und heiter, kein bisschen gezwungen, was ich nicht erwartet hätte.

4. Social Movie Night: Dunkirk
Dank meines Freundes bekam ich die Möglichkeit der Social Movie Night am 24.07. im Berliner Zoopalast Kino beizuwohnen, da er glücklicherweise zwei Tickets gewonnen hatte. Es ist eine von YouTubern organisierte Veranstaltung, Filme vor der eigentlichen Preview zu sehen und später darüber zu diskutieren. So konnten wir den neusten Film des britischen Regisseurs Christopher Nolan vor allen anderen sehen: „Dunkirk“, der, wie der Name schon suggeriert, die Evakuierungsaktion von Dünkirchen im Zweiten Weltkrieg beeindruckend und schockierend wiedergibt. Natürlich ist man bei einem Kriegsfilm vorbereitet, grausame Sachen zu sehen und dennoch hatte dieser Film durch die einfache Gewalt des Wassers, eine Ebene von einer anderen Brutalität. Es ist ein hervorragend gemachter, beklemmender und bewegender Film, der beispielhaft Schicksale im Krieg zeigt und die Schrecken des Krieges lehrt.

5. Lesehighlight: Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“
Mein Lieblingsbuch in diesem Monat und ganz bestimmt auch eines meiner liebsten in diesem Jahr. Ich darf offiziell bekunden: ich bin in Stefan Zweigs Literatur verliebt. Im Grund genommen kann ich diesen großartigen Klassiker folgendermaßen herunterbrechen: der Roman ist eine  Hommage an eine verlorengegangene glänzende Zeit vor dem ersten Weltkrieg, an Offiziere, an Festlichkeiten und eine alte heile Welt. Dieser Charakter mit der alten, ausschweifenden Sprache und dem extrem interessant konstruiertem moralischen Dilemma, in der jede Figur einen nachvollziehbaren Standpunkt vertritt und psychologische Einsicht in den Protagonisten erlaubt, schafft es, dass man selbst leidet, da man sich nicht entscheiden kann, macht dieses Buch so unglaublich wichtig und brilliant. Für mehr Hintergrund und zu einer tieferen Besprechung, gibt’s hier die Rezension.

6. Jane Austen Tasse
Dank der lieben Leonie vom Blog Leonie’s Lesekiste bekam ich auf Instagram die Möglichkeit, diese wunderbare Tasse (und zwei Bücher) zu gewinnen. Ich muss gestehen, dass ich seitdem die Tasse zu Hause engetrudelt ist, sie ständig verwende, weil sie schlichtweg mein bibliophiles Klassikerherz wärmt.

7. Sticken lernen
Dieses Jahr scheinen folklore Blumenmuster überall in den Geschäften zu sein und wie schon tausendfach erwähnt liebe ich Blumenmuster in jeder Form – was wäre, denn anstelle etwas zu kaufen, doch selbst tätig zu werden? Mich erinnern diese Muster ziemlich an meine ungarische Identität und meine zweite Heimat, weshalb es kam, dass ich meine Mutter fragte, wie man so etwas denn sticke – und seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Sticken ist so herrlich entspannend und macht gleichzeitig richtig Spaß, wobei am Besten ist, wirklich seinen Fortschritt und seine Verbesserung sehen zu können und dann stolz etwas in den Händen halten zu können. Aktuell arbeite ich an einer fröhlichen Verzierung meiner alten Jeansjacke, aber ich glaube, ich werde noch viel mehr besticken in der Zukunft.

8. #Booksandhotdrinkstuesday auf Instagram
Schon länger wollte ich auf Instagram eine eigne Aktion starten, bei de ich mittels eines Hashtags Leute verbinde, über verschiedene Themen zu schreiben und sich auszutauschen. In letzter Zeit merke ich auf dieser Plattform diesen stetigen Druck nach mehr Followern, Likes, Comments – was auch immer. Dabei ist es doch immer am Schönsten, sich einfach mit Gleichgesinnten über Bücher und Tees und derlei zu unterhalten. Ohne diese Zahlen zu sehen. Deshalb habe ich diese kleine persönliche Aktion ins Leben gerufen, an der immer wieder ein paar andere tolle InstagrammerInnen teilnehmen und bin richtig glücklich darüber, da ich wirklich Spaß habe.

9. Geblümtes Sommerkleid von H&M
Vermutlich wird dieses bezaubernde, leichte Kleid auf lange Sicht einer meiner liebsten Kleidungsstücke dieses Jahres, denn in diesem Kleid finde ich einfach alles wieder, was mir gefällt: Ein leichter Stoff, der allerdings nicht durchsichtig ist, ein wunderbares Blumenmuster, ein V-Ausschnitt, eine angenehme Länge (endet ca. Mitte der Waden) und seitliche Schlitze sorgen bei einem Wind für ein luftiges Gefühl.

Musikalische Highlights

Diesen Monat hat sich musikalisch einiges bei mir getan. manchmal gibt es Songs, die einen nicht nur bezaubern, sondern auch den weiteren Musikgeschmack prägen. Nachdem ich mich letzten Monat in Salvador Sombrals „Amar Pelos Dois“ verliebte, hat mich jetzt eine nostalgische Welle des Jazz ergriffen. Unter den Highlights sind aber auch natürlich andere Genres vertreten:

Gemischtes

Zu guter letzt eine persönliche Challenge: ich habe mir vorgenommen, diesen Monat jeden Tag zu lesen und bin stolz verkünden zu können, es tatsächlich geschafft zu haben. Manchmal waren es 150 Seiten, an andern Tagen vielleicht nur 20, aber es hat mich definitiv dazu motiviert, mehr zu lesen und sogar meine Lesechallenge auf Goodreads von 25 Büchern, die ich dieses Jahr lesen möchte, auf 30 zu erhöhen. Wenn ich jeden Tag lese, bleibe ich nicht nur viel besser am Buch, sondern fühle mich selbst auch erfüllter – zudem ich die Möglichkeit, so seinen SuB zu reduzieren ein schöner Nebeneffekt.

Außerdem war ich Second Hand Buchshoppen mit meiner besten Freundin Charlie vom Blog Keine Zeit für Langeweile. Zu diesem Zweck ging es in den tiefsten Osten Berlins, ins Café Tasso, welches eine Mischung aus Second Hand Buchladen und Café ist (mit vielen Bio Sachen!). Die Auswahl ist ganz toll, man findet von Fachlektüre zur Physik bis hin zu englischen Büchern alles mit einer angenehmen und der Preis von 1.50 Euro pro Buch ist angemessen, da man auch vielen in sehr gutem Zustand findet. Mittlerweile bin ich definitiv auf der Suche nach mehr solcher Second Hand Buchläden, nicht nur weil man unheimlich an Geld spart, sondern einfach kleine Schätze finden kann.

Wie war euer Juli?

Love, Katha

June Faves #17

Moinsen!

Erwas verspätet, aber besser spät als nie! Nach der positiven Rückmeldung im Frühling habe ich überlegt, ob ich weiterhin jahreszeitlich oder monatlich vorgehen möchte und gemerkt, dass im Juni so viel los war, dass der Monat eigentlich einen ganz eignen Post verdient hat. Das ist hier auch ein kleiner Test von einem neuen Format.

In meiner Seitenspalte ganz oben findet ihr übrigens eine kleine Umfrage von mir, die mich unterstützen würde darin, meine Posts hier zu verbessern. Außerdem wäre ich sehr neugierig über eure Meinungen. Bitte macht deshalb mit!

1. Bettwäsche „Strandkrypa“ von Ikea
Blumen, Blumenmuster und vor allem Botanische Zeichnungen sind etwas, von denen ich nicht genug bekommen kann. Und mal abgesehen davon, wie verliebt ich in diese sehr fotogene Bettwäsche bin, muss ich natürlich auch anmerken, dass sie wirklich schön bequem und leicht ist.

2. Vio Bio Getränke
Ich habe eindeutig ein  Sucht-Problem: Vio Bio Limo, Vio Bio Limo Leicht, Vio Schorle… Kann man da eigentlich genug bekommen?  Besonders der roten Vio Bio Limo bin ich sehr zugetan.

3. Whittard of Chelsea No.07 Mango & Bergamot (Green Tea)
Schon seit meinem ersten London Aufenthalt bin ich verliebt in die Tee-Marke Whittard und dieser leichte, frische grüne Tee mit Mango Infusion bestärkt diese Liebe nur, obwohl ich sage muss, dass der Mango-Geschmack sehr leicht ist und es mich eher an eine Mischung aus Sommerfrüchten wie Pfirsich, Nektarine und Mango erinnert.

4. NYX Lip Lingerie in No. 6 „Push Up“
Ein Grund, weshalb ich aufgehört habe, Lippenstift regelmäßig zu tragen, war einfach, dass ich keine Mahlzeit essen konnte, ohne verschmiert auszusehen und das mein Lippenstift überall war – dass es mit den Liquid Lipsticks tatsächlich besser seien würde, konnte ich auch erst glauben, als ich selbst ausprobierte und ich bin wirklich sehr positiv beeindruckt. Das wunderbare an NYX ist, dass sie klar dafür stehen, keine Tierversuche zu machen und qualitativ gute und preislich moderate Produkte haben. Die „Lip Lingerie“ Reihe hat vor allem matte Nude-Töne, wo aber meiner Meinung nach für viele Hauttypen der richtige Ton dabei ist. Ein Tipp ist, weil Liquid Lipsticks sich anfangs sehr trocken anfühlen können, stets davor einen Lipbalsam, Chapstick, Labello oder ähnliches aufzutragen, dann zeiht das Produkt nicht die komplette Feuchtigkeit aus den Lippen. Außerdem muss man etwas warten, bis das Produkt trocken ist, aber dann hält es Mahlzeiten, Getränken und Küssen sehr gut stand.

5. Der Glöckner von Notre Dame Musical im Theater des Westens
Dank meiner besten Freundin Charlie von „Keine Zeit für Langeweile“ hatte ich die Möglichkeit, das aktuelle Musical des Stage Theaters im Theater des Westens in Berlin zu sehen: Den Glöckner von Notre Dame. Zugegebenermaßen, meine Erinnerungen an Disneys Glöckner sind schon stark verblasst, aber ich glaube das hat dazu beigetragen, dass ich gar nicht voreingenommen war. Zwar bin ich keineswegs ein großer Musical-Profi, aber dann und wann sehe ich ganz gerne welche und wurde nicht enttäuscht: Eingängige Melodien, ein dramatisches musikalisches Thema, Kostüme, die zwischen mittelalterlicher grauer Kutte und prächtigen bunten Glitzergewändern schwankten und sehr überzeugende Hauptdarsteller – wobei ich sagen muss, dass besonders die Antagonist mich beeindruckt hat. Mein persönliches Highlight ist jedoch defintiv das Bühnenbild, was auf den ersten Blick sehr statisch wirkt, da es die Notre Dame von ihnen mit dem berühmten runden Fenster zeigt, aber richtig gut genutzt wurde: Ebenen wurden vertauscht, so dass große Glocken zu sehen waren und die Inszenierung des Lichts trug dazu bei, dass das Musical auch anderswo in Paris spielen und überzeugen konnte. Im Hintergrund saß der Chor, der durch seine Präsenz die jeweilige Stimmung der Szene musikalisch schön unterstützt hat. Ich kann also einen Besuch wirklich empfehlen!

6. Jeans Shorts von H&M
Nach einigen Jahren brauchte ich wieder eine Shorts und habe mich für diese bei H&M entschieden. Zugegeben, oft ist bei Hosen das Problem, dass sie mir an der Hüfte gut passen, aber am Bauch zu weit sind. Hier ist es ein nur bisschen so, aber es stört nicht. Erst im Nachhinein habe ich den gestickten Schriftzug auf der Rückseite gesehen, der mir aber gut gefällt und Sommerlaune macht.

7. Schweiz-Urlaub
Mein Urlaub in der Schweiz war zweifelsohne das absolute Highlight dieses ganzen Monats, wenn nicht sogar eins meiner Highlights in diesem Jahr. Mich hat das Land vor allem durch seine Natur mit den vielen hohen Bergen der Alpen und der kristallklaren Seen beeindruckt, aber nicht nur die unberührte Natur, sondern auch die kleinen Gemeinden mit ihren niedlichen Häuser haben es mir angetan. Ich habe zu jeder Station, die ich besucht habe, einen Beitrag geschrieben: Bern und Laupen, Luzern, Domodossola und der Thunersee und das Matterhorn. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich hoffe, irgendwann nochmal dorthin fahren zu können!

8. Buch-Highlight: „The Night Circus“ von Erin Morgenstern
In eine magische Welt des Zirkus eintauchen, wie ich noch nie von ihr gelesen habe und einfach träumen – das fasst dieses bezaubernde Abenteuer am besten zusammen. Ein bisschen ist von jedem Element enthalten: Fantasy, eine herzzerreißende und anziehende Liebesgeschichte und auch etwas mysteriöses. Dazu ein angenehm zu und flüssig lesen, manchmal sogar poetisch anmutender Schreibstil.

9. Teekanne Mediterraner Pfirsich
Was macht Katha, wenn sie etwas mit Pfirsich sieht? Sofort kaufen! Leider habe ich diesen leckeren Tee bisher noch nicht in Deutschland entdeckt.

10. Dusy Color Injection „Alp Green“
Länger habe ich schon nach einer Alternative für die Directions gesucht, aber nichts gefunden. Ehrlich gesagt, kommen mir die Color Injections wie eine schlichte Kopie vor, die Namen der Farben sind sogar ähnlich. Einziger Unterschied: ähnlicher Preis, nur mehr ist in der Dose. Zugegebenermaßen, dass Produkt ist genauso gut, die Farben halten genauso lange (vielleicht minimal kürzer, aber nicht merklich), einzig die Packung ist hübscher und es im Verhältnis günstiger, was auf jeden Fall ein Pluspunkt ist.

Musikalische Highlights

 

Ich hoffe, ihr hattet alle ein paar gute Juli-Tage bisher. Was waren eure schönste Momente und liebsten Dinge im letzten Monat?

Love, Katha

Schweiz-Reise #4: Matterhorn

Grüezi!

Was ist Freiheit? Kann der Mensch frei seien? – Einen Reisebericht mit zwei derart wichtigen philosophischen Frage zu beginnen, mag eigentümlich erscheinen, aber es spiegelt gut wieder, was ich gedacht und gefühlt habe während meines Aufenthaltes in der Bergen, genauergesagt in Gornergrat.

Die Alpen, in diesem Fall die Schweizer Alpen, sind ein besonderer Ort. Von so vielen Menschen jährlich besucht, beobachtet, fotografiert, bewandert, bestiegen und dennoch wirken diese Berge wie ein Symbol für eine unendliche Ferne und der Freiheit auf mich. Hoch oben, wo schon längst keine Bäume mehr wachsen und kleine blaue Blümchen fleckenweise das ausgetrocknete Gras besprenkeln, welches herrlich knuspert, wenn man drauf tritt. Eine Welt, die den Sommer auf eine andere Weise erlebt: Mit Schnee und Eis, wenn auch auf Grund des Klimawandels mit weniger. Wenn man dort oben zwischen den Spitzen der hoch über einen auftürmenden Felsen steht, dort, wo man noch hinwandern kann ohne Kletterausrüstung, bei ca 3000m Höhe, fühlt man wie kostbar es ist, diesen Moment besitzen zu können. Wie schön es seien kann, wenn das einzige Geräusch neben wenigen Touristen vor allem das Plätschern von Schmelzwasser ist und die Luft so gut ist, dass man sie förmlich durch die Nebenhöhlen sich ausbreiten spürt und die Sonne auf einen brennt, wo es keinen  Schutz im Schatten gibt. Diese Mischung aus Ruhe, Verlassenheit, Freiheit, Unendlichkeit, Reinheit und Schönheit überflutete mein Herz.

Ich denke, dass wenn man die Schweiz besucht, das Matterhorn wie ein Wahrzeichen scheint, die spezielle Steinformation, welche die berühmte Toblerone schmückt und für mich war es wichtig, diesen schönen Ort zu sehen – weiß Gott, wann ich das nächste Mal die Möglichkeit habe, dieses Land zu besuchen. Die alpine Sehnsucht ist stark, wenn man stets nur Berge in der Ferne sieht, egal ob man in Bern, Laupen, Luzern oder am Thunersee ist. Man muss  aber auch irgendwie dahinkommen – und das ist leider erschreckend teuer. Schon die Strecke von Visp nach Zermatt mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn war schön: Kleine Dörfer, Wiesen, die man schlichtweg Ricola-Wiesen taufen könnte, grasende Ziegen und Kühe und alles bei bezaubernden Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen.

Unser Glück war, dass die Saison erst vor ein oder zwei Tagen begonnen hatte und die Aussichtsplattform in Gornergrat (gut 3000 m Höhe) ganz gut besucht, aber bei weitem nicht voll war. Erreichen ist dies von Zermatt aus mit der Gornergrat Bahn, einer Zahnrad-Bahn, also einer Bahn die besonders steile Strecken befahren kann. Auch schon auf dieser Fahrt erfährt man einen wunderbaren Ausblick auf die Berge und auf Wasserfälle. Aber selbst für Schweizer Verhältnisse sind die Preise gruselig, allerdings glaube ich auch, dass es eine einmalige Möglichkeit ist, wo sich die Ingestion lohnt und wer gerne wandert, kann selbstverständlich mit Zelt auf dem Rücken selbst hochklettern.

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Denn das Jedermannsrecht in der Schweiz (wie auch in einigen nordischen Ländern) grob gesagt fast überall zu wandern. Und ich ließ mir nicht den Spaß nehmen, vom Gornergrat gute 500 Höhenmeter abwärts zu wandern, was vielleicht nach wenig klingt, aber das keineswegs ist. Für mich war dieses Laufen und Staunen der Höhepunkt der ganzen Reise. Man braucht auch keine Wanderschuhe, ein paar stabile Sneaker reichen bei gutem Wetter vollkommen – obwohl wie auch einige Asiaten in hohen Schuhen sahen.

Einfach Laufen, sich umsehen, dieses Gefühl von ja, auch Freiheit, einatmen. Durch einen wunderbaren Zufall hatte ich auch das Glück zwei putzige kleine Murmeltiere an einem Vorsprung beobachten zu können – nur kurz, denn sie liefen schnell wieder zurück zu ihrem Fels und sonnten sich davor. Wenn ich darüber schreibe, fühle ich selbst, wie ich anfange zu lächeln, weil es ein so belebendes Erlebnis ist.

Mit diesem Beitrag endet auch meine kleine Reihe über die Schweiz. Ich hoffe, ich konnte inspirieren oder wenigstens etwas spannendes, neues schreiben. Mein Fazit ist schlichtweg, dass ich mich in dieses bezaubernde kleine Land verliebt habe!

Love, Katha

Schweiz-Reise #3: Domodossola und Thunersee

Grüezi!

Wenn man schon in der Schweiz ist, kann man auch einen kleinen Ausflug nach Italien planen, oder nicht? Dadurch, dass die Schweiz entzückend klein ist und ein sehr effektives Bahn-Netz hat, kann man durchaus schnell von Bern bis zur Grenze fahren und weiter in die kleine Gemeinde Domodossola, deren Besuch ich von Herzen empfehlen kann!

Das schöne an Domodossola ist, das es für die meisten Touristen eher ein Durchfahr-Ort ist, wenn man beispielsweise von der Schweiz nach Mailand oder zum Lago di Maggiore will, deshalb ist es dort herrlich untouristisch – man darf gleichzeitig aber auch keinesfalls erwarten, dass jemand Englisch spricht, offenbar nicht mal von jungen, gleichaltrigen Menschen, was mich ein bisschen schockiert hat, da man zumindest hier in Deutschland ein Minimum an Englisch gelernt hat, bevor man die Schulpflicht erreicht hat. Wie dem auch sei, war es ein wirklich schöner Ausflug, der mich stark an meine Kursfahrt in Rom erinnert hat dank der vielen verwinkelten Gassen, den engen Häusern, die satte Gewürzfarben oder ein zartes Pink tragen und dieser besonderen, herzerwärmenden, nostalgischen Heruntergekommenheit und den vielen alten Laternen, die einen unglaublich romantischen Charme haben.
Allerdings, und das sei gesagt, habe ich mich wohler gefühlt als in Rom: Obwohl die Altstadt von Einheimischen gut besucht war, kann man keineswegs davon sprechen, dass es voll war. Zur Mittagszeit waren die Geschäfte zu, alle machten ihre Siesta, die Menschen saßen draußen in Cafés und schlürften gut gelaunt, wie ich auch an vielen Stellen in der Schweiz es gesehen habe, Aperol Spritz. Hier versuchen glücklicherweise keine aggressiven Mofa-Fahrer einen auf Fußgängerwegen „ausversehen“ zu überfahren und trotz, dass alles sehr alt aussieht, ist es keineswegs dreckig oder unangenehm, sondern hat italienischen Charme. Es ist eigentlich unmöglich, sich nicht in diese kleine Gemeinde zu verlieben und die strahlende Sonne tat dazu bei.

Natürlich wandte ich wie immer meine Lieblingstaktik an, um eine fremde Stadt zu erkunden: Einfach wild rumlaufen, von einer Straße in der nächste Gasse, blumengesäumte Hinterhöfe und kleine Cafés entdecken, Italiennerinnen, die sich von den Balkonen gegenüber lautsrak unterhielten, beobachten und natürlich selbst etwas furchtbar einheimisches tun und Campari oder Aperol trinken.
Leider sind einer der maßgeblichen Unterschiede, die man merkt, wenn man in Italien ist, die Preise, besonders wenn man Essen gehen möchte: Moderate Preise, alles ist sehr gut bezahlbar.

Ebenfalls faszinierend fand ich, dass wenn man den Tunnel zwischen der Schweiz und Italien überwunden hat, nicht nur die Temperaturen deutlich anders sind, sondern auch das Grün der Wälder etwas gelblicher und wärmer wirkte, während es in der Schweiz oft leuchtend dunkelgrün ist.

Ein paar Impressionen:

 

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Nach dem Ausflug nach Italien ging es aber noch zum wunderschönen Thunersee, der praktischerweise auch direkt auf der Strecke zwischen Visp und Bern lag. Dieser See schafft es auf wunderbare Weise all die Schönheiten der Schweiz zusammenfasst: klares, türkises Wasser, umgeben von Bergen, die Wälder säumen und an deren Spitzen der weiße Schnee leuchtet und unten im Tal die vielen kleinen Boote und Yachten, die neben wunderschönen Walserhäsuern und Palmen (ja, wirklich!) parken. Wir haben mit der Fähre der BLS eine Fahrt über den See gemacht, was, obwohl es leider teuer ist, ich wirklich empfehlen kann, da man so einen schönen Ausblick bekommt und die vielen kleinen Gemeinden am See sieht mit ihren bezaubernden Kirchen und Schlössern.

 

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Mich beschlich zu diesem Zeitpunkt ein merkwürdiges Gefühl, dass in der Schweiz alles sehr ähnlich aussah (Walserhäuser, türkises Wasser, alles teuer, nette Menschen, sehr viel grün) und irgendwie auch nicht. Natürlich, überall sind Berge und Seen, aber deren Schönheit und das Wiederentdecken von noch einem kristallklaren See und noch einer blumenbesprenkelten Wiese hat etwas sehr kostbares und schönes an sich. Vor allem merkte ich, wie ich nach den ersten paar Tage nicht nur körperlich, sondern auch geistig sehr weit weg von Berlin (und all dem Stress dort) war und einfach mich in der weiten, alpinen Ferne und ihrer Unbeschwertheit verlieren konnte. Es braucht nicht unbedingt ein Urlaub in die Schweiz, um sich entspannen zu können, aber ich verstehe nun, weshalb Menschen das machen, denn in der Tat hat die Schweiz etwas so fernes vom Alltag und etwas sehr erholsames und friedvolles mit den großen Bergen und der guten Luft.

Im Vierten und letzten Teil geht’s richtig in die Alpen. Stay tuned!

Love, Katha

Schweiz-Reise #2: Luzern

Grüezi!

Zwar war ich nur kurz auf einen Abstecher in der Stadt Luzern, welche sich in der Zentralschweiz befindet, jedoch kann ich diesen Tagesausflug unmöglich auslasse – zumal es wirklich schön dort ist. Und wie immer kann ich nur sagen: Alles ist sehr sehr teuer, was ich bei meinem Mittagessen gut zu spüren bekommen habe.

Kaum in Luzern angekommen, fing es auch an zu regnen, zweitweise auch stark zu schütten. Die Menschen flüchteten in die zahlreichen Cafés und auf die berühmte überdachte Brücke: Die Kapellbrücke mit dem Wasserturm aus 1365 – davon, dass sie Anfang der 1990er fast vollständig abgebrannt ist und erneuert wurde, merkt man glücklicherweise kaum was, sondern fühlt sich direkt ins Mittelalter versetzt. Auf der Decke der Brücke befinden sich alte Gemälde (abgesehen davon mchte ich anmerken, wie genial die Idee von einer Brücke mit Dach ist!). Die Brücke ist nicht grundlos das Wahrzeichen der Stadt – obwohl sie sehr im Kontrast zum restlichen steht. Oder vielleicht gerade deshalb?

Mit Regenschirm und Kamera bewaffnet lief ich durch die wunderschöne historische Altstadt, die zweifelsohne ein Highlight für jeden Architekturliebhaber ist! Natürlich waren auch überall die zuckersüßen Fensterläden und Gebäude in einer Art Fachwerkhaus Stil – sämtliche Epochen bunt durchmischt und einfach schön anzusehen und wie an vielen Stellen in der Schweiz zieren Fahnen der Eidgenossenschaft die Fassaden. Zunfthäuser mit verschnörkelten Malereien und Schriften aber auch kleine Türmchen fehlten nicht.
Einerseits war es schön, die Altstadt recht leer zu sehen, da sich die Menschen ins trockene geflüchtet hatten (aka die vielen sehr teuren Restaurants, die aber wirklich schön und einladend aussahen) und so man viel mehr entdecken konnte und sich nicht durch Menschenmengen schieben musste, anderseits glaube ich auch, dass eine Stadt einem bei gutem Wetter noch mehr bezaubern kann.

Besonders gut gefiel mir aber dieser Misch-Masch aus alte süddeutsche Stadt mit schweizerischen Merkmalen in der Altstadt und in dem neueren Teil der Stadt die hohen imposanten Altbauten, die an die großen Einkaufsstraßen in Budapest erinnern.  Ich könnte wirklich ewig über die Architektur schwärmen! Wenn man einen kleinen Blick in den historischen Kern werfen möchte, braucht man auch keinerlei Nahverkehr, da sich alles vom Bahnhof Bern problemlos ablaufen lässt.

Hier ein paar Impressionen:

Wie gefühlt alles in der Schweiz, ist auch Luzern von Wasser und Bergen umgeben. Die Stadt liegt zwischen den Bergen Pilatus und Rigi und direkt am Vierwaldstättersee, man ist also in einem wunderschön malerischem Tal. Allein die Bahnfahrt aus Bern nach Luzern lockt nur so zum aus dem Fenster schauen und die satten, weiten grünen Wiesen anzustarren, in deren Hintergrund sich die hohen Berge zeichnen.

Ich habe definitiv längst nicht genug gesehen, die Stadt lädt wirklich zum schlendern ein und ich hoffe, ich bekommen irgendwann die Gelegenheit die wunderbare Natur und besonders den See in der Nähe mit eignen Augen zu bewundern.

Bald kommt Teil 3 mit einem kleinen Abstecher nach Italien!

Love, Katha

Schweiz-Reise #1: Bern und Laupen

Moinsen – oder lieber Grüezi?

Ein Grund für meine Abstinenz in der Bloggerwelt war eine Reise, eine ganz besondere und sehr erfüllende, in der Schweiz. Ich habe ein bisschen Zeit benötigt, um zu rekapitulieren, was ich erzählen möchte, denn meine Begeisterung ist so groß, dass ich kaum weiß, wie ich sie ausdrücken soll.

Die Schweiz, trotz dass sie unser Nachbarland ist, schien mir stehts merkwürdig fremd und fern. Politisch neutral, kein EU-Land, grüne Wiesen des Friedens, lustige Dialekte, grasende Kühe, die vier Sprachen, alles teuer, Volksentscheide und Heidi-Klischees – das war meine Vorstellung. Nach dieser wunderbare Reise wurde mir klar, wie wenig ich wusste.
Ich werde meine Reise in vier Teile stückeln, damit ich jeden Ort, an dem ich war, richtig würdigen kann und im Details berichten, was ich alles gesehen und erlebt habe.

Meine Reise begann und endete in der alten Stadt Bern, die de-facto-Hauptstadt der Schweiz. Im Anfang Juni in der Schweiz zu reisen, ist eine wunderbare Sache, denn die Saison hat noch nicht ganz begonnen beziehungsweise an einigen Stellen gerade erst, die Städte sind noch nicht ganz voller Touristen und man kann getrost fotografieren, ohne sich durch Mengen zu quetschen, was mir nach meinen Erfahrungen im überfüllten Versailles und Zaandam etwas ist, was wichtig geworden ist.

Ein paar Dinge, die mich wirklich erstaunt und überrascht haben:

1. Die Aaare (Fluß) hat nicht nur eine unglaublich beunruhigende Geschwindigkeit, sondern ist kristallklar und hat einen wunderschön silbrig-türkisen Schimmer.

2. Teuer hat in der Schweiz noch einmal eine ganz neue Dimension. Für mich waren Großbritannien und Frankreich schon teuer, aber die Schweiz ist nochmal erschreckend teurer. Bern hat scheinbar neben Zürich und Genf die höchsten Lebenshaltungskosten weltweit (Quelle), es lohnt sich aber dort zu wohnen, um weiterzureisen. Ich kann wirklich nur empfehlen – wenn möglich -, viel selbst zu kochen und für unterwegs vorzubereiten (Abgepackte Supermarkt Sandwiches zwischen meist rund 6 Franken, ca 5.50 Euro).

3. Bern, sowie der Rest der Schweiz, ist ziemlich gut ausgeschildert, sauber und ordentlich (was mit anderen Hauptstädten in Europa, wie Brüssel, nicht mal ansatzweise vergleichbar ist). Ein schöner Nebenaspekt: Vor öffentlichen Toiletten in Zügen oder Restaurants muss man keine Angst haben.

4. Bern liegt 542 m über dem Meeresspiegel (Vergleich: Berlin je nach Ort zwischen 34-122 m) und besitzt dadurch wirklich imposante, Viadukt-anmutende Brücken, aber auch ordentlich viele Treppen und Wege, an denen es auswärts geht.

5. Besonders vom Bundeshaus aus, aber auch anderen Stellen, kann man in der Ferne bereits die ersten Berge der Alpen bestaunen. Ich bin auf dieser Reise sehr viel Zug gefahren und obwohl ich mir stehts vorgenommen hatte, zu lesen, konnte ich nicht anders, als wie gebannt aus dem Fenster zu sehen und die schneebedeckten Berge und die klaren Flüsse in der Ferne zu betrachten.

6. Die Luft is bereits in Bern deutlich besser als in Berlin oder vergleichbaren Städten.

Dinge, die ich wirklich empfehlen kann, in Bern zu sehen und die mich selbst bezaubert haben

  • Ein Spaziergang an der Aare
  • In den Rosengarten gehen, die Vielfalt der Blüten bestaunen und einmal Bern von oben mir Aare-Blick betrachen
  • Bundeshaus und das Wasserspiel auf dem Bundesplatz betrachten (und wenn es warm genug ist ins Wasser reinlaufen!)
  • Durch die historische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) gehen und die ca. 6 Kilometer lange Lauben betrachten mit den großen Fahnen aller Kantone und ab und zu auch einfach in Nebengassen gehen und wunderschöne Bauten und kleine Gärten betrachten.

Neben der Hauptstadt sah ich die schnuckelige Gemeinde Laupen, die auch im Kanton Bern liegt. Dabei ist die Altstadt ein kleine Traum aus alten Walserhäusern, vielen Blumen und Pflanzen, die üppig in Vorgärten, auf Fensterbrettern und Terrassen wuchsen im bunten durcheinander wie ein kleines Farbenmeer. Nicht nur in Bern, sondern auch in Laupen war gerade die Rose in ihrer Blüte und an vielen Hauswänden und Gärten zu bestaunen.
Nur zufällig waren wir in einer Empfehlung vom Swiss-Pass auf Laupen gestoßen, eine komplett untouristische Gemeinde (was sicherlich zum Charme beigetragen hat) einige Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nicht mehr, als eine kurze S-Bahn-Strecke.


Wir liefen die Gässchen hoch zum bekannten Schloss der Gemeinde und trafen auf ein paar spielende Katzen, eine sehr freundliche alte Dame, die uns herzlich empfahl das älteste Haus (wohlgemerkt, nicht das Schloss) anzusehen, sowie einer alten Gärtnerin, die uns einlud ihren prächtigen Garten anzusehen und uns etwas über Laupen erzählte, wie beispielsweise, dass auf dem Weg neben ihrem Haus für jedes Kind (es wurde Anfang der 1990er eingeführt), welches dort geboren wurde, ein Stein gelegt wird. Wie schön es aussah, diese kleine Geschichte aus Steinen zu betrachten, zu schauen, ob es Geschwister gibt und ob jemand vielleicht am gleichen Tag wie ich geboren wurde (leider nein, nur 3 Tage vorher).
Diese Ruhe und Herzlichkeit die das leicht verträumte Laupen ausstrahlte, löste so eine warme Freude in mir aus. Vielleicht ist es ziemlich unspektakulär, dort zu leben, vor allem als geborene Großstädterin, aber ein wenig von einem fremden und neuen Eindruck mitzunehmen, besonders von der besonnenen Freundlichkeit der alten Gärtnerin, ist das schönste am Reisen. Man entdeckt und lernt stets was dazu.

Bald kommt Teil 2 zu Luzern, stay tuned!

Wart ihr schon ein mal in Bern? Oder in der Schweiz?

Love, Katha

Spring Faves #17

Moin!

Es ist wieder so weit, die letzten drei Monate sind wie im Flug vergangen und ich möchte meine Lieblinge dieses Frühlings zusammenfassen – Achtung, langer Post! Wie immer ist es bunt durchmischt und alles von musikalischen Highlights, meiner Lesestatistik und ein paar Dinge, die ich sehr gerne verwendet habe und empfehlen möchte, sowie meine Dresden-Reise sind dabei. Also hoffentlich für jeden was!

Empfehlungen

1. Calvin Klein Bralette in grau
Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann so eine Form von BH toll finden und tragen würde – aber ich bin positiv beeindruckt. Aus Jux anprobiert und sofort verliebt. Man bekommt recht guten Support (natürlich nicht, wie bei einem Bügel- oder Sport BH, aber für ein Bralette ziemlich gut), er ist super weich und angenehm zu tragen und zwingt mich ein bisschen – als positiven Nebeneffekt – zu einer geraderen Körperhaltung.

2. Cambridge Satchel Company Batchel in pine
Meine heiß-geliebte Uni-Tasche habe ich schon seit letztem Dezember, aber ich habe mir Zeit gelassen, um besser beobachten zu können, wie sich das Leder entwickelt und bin begeistert wie eh und je über meinen treuen Begleiter. Die vollständige Rezension gibt es hier.

3. Katlenburger Bowle To Go Pfirsich Geschmack
Bei einer kleinen Supermarkt Odysee im April sah ich diese putzigen kleine Flaschen und da ich generell alles mit Pfirsich Geschmack liebe, stand für mich sofort fest, dass ich dieses Getränk probieren muss. Stark mostig, aber trotzdem sehr erfrischend und süß. Natürlich ist frische Bowle ganz anders, so wie frischer Glühwein, aber für ein abgefülltes Produkt ist es sehr gut und ich habe mittlerweile den Supermarkt geplündert und mir einen kleinen Vortrag bereitgelegt für warme Sommerabende.

4. Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Zweifelsohne mein Lieblingsbuch in diesem Frühling (Lesestatistik s.u.). Die Entscheidung fiel gar nicht so einfach, aber zurückblickend hat mich dieser Klassiker schlichtweg am meisten beeindruckt. Oscar Wilde entpuppt sich hier als ein sehr amüsanter, zynischer und die Gesellschaft sehr gut beobachtender Autor mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die nicht ohne Grund ein Klassiker der Weltliteratur geworden ist. Meine vollständige Rezension findet ihr hier.

5. Polaroid Postkarten
Sie sind überall in Berlin, von Touristenmotiven zu Geburtstagsgrüßen und Streetart ist alles dabei. Mittlerweile habe ich zwei weitere gekauft und damit mein Zimmer geschmückt.

6. Pastell Texmarker Stabilo Boss
Auf Instagram gesehen und sofort verliebt. Als ich sie zufällig bei einem Papeteriegeschäft für happige 1.50 Euro gesehen habe, war ich so aus dem Häuschen! Die Pastellfarbe ist meiner Meinung nach viel angenehmer, als intensive Neon-Farben, hebt aber trotzdem hervor.

7. Kurztrip nach Dresden
Einen Tag raus aus Berlin, fremde Luft atmen und die wunderschöne Altstadt dieser sächsischen Stadt bei reinstem Kaiserwetter beobachten. Ich kann einen Trip in diese bezaubernde Stadt wirklich weiterempfehlen. Für Impressionen und den vollständigen Bericht, bitte hier entlang. Ich werde definitiv noch mal Raus-aus-Berlin Beiträge möglich machen, weil es wirklich eine schöne Sache ist.

8. Peter Broderick beim XJAZZ Festival

Der Neo-Klassik-Komponist ist mir vor längerem mehr oder weniger durch Zufall auf Spotify als Empfehlung über den Weg gelaufen, aber seine ruhige und magische Musik konnte mich in den Bann nehmen. Umso glücklicher war ich, diesen besonderen Mann auf einem Konzert sehen zu können in einer genauso mysteriösen und modernen Location wie seine Melodien – in der Emmauskirche in Berlin Kreuzberg. Ein sehr sympathischer Komponist auf einem kleinen, intimen und sehr spirituellen Konzert.

9. La Grande Brasserie Tasse von Butlers
Merkt man ein bisschen, dass grün und grün-türkise Töne zu meinen Lieblingsfarben gehören? Die Tasse in Emaille-Optik ist jedoch aus spülmaschinenfester Keramik mit der Prägung „La Grande Brasserie“. Der Henkel ist sehr angenehm zu fassen.

10. Cowboy Inspired Ledergürtel von ASOS
Ich muss sagen, dass 25 Euro mit Versand ein bisschen mehr waren, als ich eigentlich zahlen wollte, aber so viel wie ich diesen Gürtel trage, zahlt es sich zweifellos aus. Nur eine Sache sei gesagt: Die Größenauswahl bei ASOS ist eine Katastrophe, ursprünglich habe ich ihn von der Größe her gekauft, damit er mit um die Taille passt, und da habe ich mich zwischen zwei Größen bewegt, mich für die kleinere entschieden. Nun passt er allerdings glücklicherweise auch um meine wesentlich breitere Hüfte und ist um die Taille fast zu groß?!

11. Kinobesuch: Die Schöne und das Biest
Mein Kino-Highlight und ein Film, auf den ich mich schon länger gefreut habe, ist die neue Disney Verfilmung zu dem Märchen-Klassiker „Die Schöne und das Biest“ – diesmal jedoch mit Darstellern und nicht animiert. Ein bunter Spaß mit altbekannten Songs, eine wunderbare Hauptdarstellerin und wirklich überaus liebevoll gemacht, den ich nur empfehlen kann! Natürlich habe ich den Film in ganzer Länge rezensiert, was direkt hier zu finden ist.

12. Pigment Liner Staedler
Warum habe ich nicht schon viel früher von diesen genialen Stiften gehört, war mein erster Gedanke, als ich sie in meinem Lieblingskünstlerbedarf entdeckte. Für mich erfüllen sie jedenfalls einen absoluten Traum: Es gibt 0,05 cm breite, die für sehr dünne Linien sorgen, die Stifte sind auf Papier wasserfest und bluten auch nicht, beim Auftragen kommt stets gleich mäßig viel Farbe raus. Ich liebe sie!

13. Magnolie Pistazie Duschgel Dove
Wunderbar duftend, cremig und hinterlässt die Haut mit einem erfrischen und nicht ich zu trockenen Gefühl. Die dazugehörige Bodylotion ist auch nett, hat aber einen sehr starken und intensiven Duft, der alles übertönt, im Gegensatz zu dem milchigen Duschgel.

Was ich im Frühling gelesen habe

Ich weiß, ich weiß. Manche lesen so viele Bücher in einem Monat – ich brauche länger! Nichts desto weniger habe ich zwei sehr gute Bücher gelesen (9 Sterne) und zwei ebenfalls ziemlich gute (8 Sterne), die ich wirklich empfehlen kann.

Musikalische Highlights

Ich hatte aber nicht nur ziemlich viele Favoriten, sondern auch einige musikalische Highlights, die ich stundenlang auf und ab gehört habe.

Ich habe über die letzten zwei Beiträge dieser Art festgestellt, dass sie meistens ziemlich lang werden (und ich weiß auch, dass viele so lange Posts überhaupt nicht lesen wollen, aber darum geht es mir eher weniger), da sich über die Zeit viel kumuliert und entsprechend überlege ich, ob ich anstelle der „Jahreszeit“, also drei Monate, zwei  Monate wähle, da einer, wie ich es früher gemacht habe, mir auch nicht ganz gefallen hat, weil ich nicht genug Zeit hatte, um einen ordentlichen Beitrag zu machen. Was sagt ihr dazu?

Love, Katha

Raus aus Berlin #2: Kurztrip nach Dresden

Moinsen!

Nach meinem Tagesausflug nach Husum im Januar, spürte ich wieder das Bedürfnis dem Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen, den Kopf wo anders frei zu bekommen und sich von etwas inspirieren zu lassen, was man noch nicht gesehen hat.

Diesmal fiel meine Wahl auf etwas größeres: Dresden.

KURZ GESAGT: Einfach mal durch eine fremde Stadt laufen, ein bisschen von ihreM Flair schnuppern und frei von Alltäglichem sein, ein bisschen Fotografieren, im Park in der Sonne lesen, durch die historische Altstadt bummeln und den Straßenmusikern lauschen und natürlich lecker Essen gehen!

Wir hatten wirklich Glück gehabt, einen Tag mit absolutem Kaiserwetter zu erwischen: Sonnenschein und tolle Temperaturen, bei denen man sehr gut draußen sitzen konnte und die Sonnenstrahlen das Gesicht streichelten. Teils waren mein Freund und ich wirklich am Schwitzen und erinnerten uns gegenseitig lachend, wie bitter wir doch in Husum gefroren haben.

Als kleinen Disclaimer möchte ich anmerken, dass ich bei diesen „Ich muss mal raus aus Berlin-Trips“, nicht unbedingt in Museen gehe – auch wenn Dresden großartige und verlockende Galerien hat – sondern einfach fremde Luft schnuppern möchte und mich in einer fremden Stadt verlieren und verlieben möchte, ohne mir Stress zu machen, was ich alles sehen muss. Deshalb lief ich auch einfach gut 6 Stunden wild durch die Gegend, saß am Ufer der Elbe und erfreute mich einfach meiner (BewegungS)Freiheit – ich kann es wirklich sehr empfehlen, ab und zu ein anderes Stadtbild zu sehen!

Hier ein paar Impressionen:

Besonders positiv aufgefallen waren mit einige Schilder in der Innenstadt, wie an der Semperoper oder der Kunstakademie, die in großer Schrift darauf hinwiesen, dass diese Stadt in den Zeiten, wo rechtspopulistisches Denken am Aufmarsch ist, offen bleiben muss und diese Bewegung nicht tolerieren darf. Wie großartig (und wichtig!) ist so ein Statement!

Ebensfalls großartig war die Musikalität der Stadt, egal ob man im Café saß oder auf dem großen Platz vor der Frauenkirche schlenderte – überall tönte ziemlich gute Musik: Von Akkordeonspielern mit beeindruckend vierseitigem Repertoire, über einen Indie-Gitarrenspieler und Klavierspieler, zu einem Bläserquartett.

Aber ein bisschen Tourismus musste sein und so saßen wir in der berühmten Frauenkirche und betrachten den wunderbaren Prunk des Barocks. Mittlerweile habe ich – besonders als ich in Rom war – einige Kirchen von innen und außen betrachten dürfen und auch diese hat mich wirklich beeindruckt. Auch der Platz mit der Statue Martin Luthers war sehr schön – und wirklich gut voll, man hat richtig das Leben der Stadt spüren können, wo Einheimische und Touristen aufeinandertreffen.

Und ganz allgemein gesprochen blühte mein Herz bei dieser bezaubernden und teils wirklich so hervorragenden Altstadt einfach nur auf: Alte, wunderschöne Bauten, kleine süße Gassen und wunderbare, prächtige Leuchter wohin das Auge nur reicht! Zweifellos ein kleiner Himmel für mich!

Abends ließen mein Freund und ich unseren kleinen Trip mit zwei leckeren Getränken und richtig tollen Burgern in einer ziemlich großen Bar/Restaurant namens „Alex“ mitten in der Altstadt ausklingen – und dazu noch mit permanenten Sonnenschein, der nur spät abends durch ein minimales Nieseln unterbrochen wurde. Wir hatten vorher noch nie etwas von dieser Bar gehört, aber die Größe und die Werbung für deren Webseite ließ vermuten, dass es sich um eine Kette handeln würde. Und so ist es! Allerdings muss gesagt sein, dass es für eine Kette und auch allgemein betrachtet, eine ziemlich gute Bar ist mit wirklich freundlicher Bedienung. Irgendwann muss mal in Berlin vorbei geschaut werden, ob es genauso toll ist wie Dresden!

Gibt es ein Fazit? Wenn überhaupt, dann nur, dass ich gerne wiederkommen möchte, um Museen zu besuchen, ein paar einheimische Bars kennenzulernen, wieder an der großartigen Elbe entlang zu spazieren und noch besser mit Dresden vertraut zu werden, denn es hat mir sehr gut gefallen.

Wart ihr schon mal in Dresden? Und an Einheimische: Ich freue mich über künftige Tipps für Dresden!

Love, Katha

Schwarzes Café

Wo? Kantstraße 148, 10623 Berlin
Wann? 24/7
Was? Drinks, Heißgetränke und Sandwiches
Preise? Moderat, Cocktails etwas gehobener
Zahlen? Bares ist wahres
Webseite:schwarzescafe-berlin.de

Wenn man von angesagten und tollen Bars oder Cafés redet, fällt häufig der Name des Schwarzen Cafés – diesem Hype wollte ich auf den Grund gehen.

Das Schwarze Café versucht überall düster und extravagant zu sein – leider auch auf den Toiletten. Denn auch wenn ich das Schwarze ab und zu besuche, versuche in den Gang zu vermeiden. Mir graust jetzt schon davor… Gut, das Ambiente mutet modern an, aber dass es ein Fensterchen zwischen den Toilettenkabinen gibt, um seiner Nachbarin zuzuschauen oder das die Türen einen Handbreiten Spalt an beiden Ende aufweisen, so dass man auch in die Kabine von außen reinschauen kann, wenn einem das beliebt, finde ich absolut grässlich – mal abgesehen davon, dass es nicht besonders sauber war.

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Die Besucherzahlen schwanken dadurch, dass das Cafe 24/7 auf hat, lockt es spät nachts beziehungsweise morgens die Gestalten an, die noch in aller frühe alkoholisches konsumieren wollen. Das Café ist selten leer, meistens sehr oder auch sehr sehr gut besucht und besonders wenn man mehr als 3 Personen ist, bietet es sich an, vorher zu reservieren.

Zum Service: Manchmal wartet man lang, obwohl nicht viel los ist, manchmal hat man eine sehr unfreundliche Bedienung, manchmal geht es recht schnell und recht freundlich. Es ist aber generell eher kühl und unpersönlich, was man eher von einer Kette kennt – oder einem Laden, dem seine Coolness ein bisschen zu Kopf gestiegen ist.

Die Getränke jedoch (und der Grund, weshalb man dort hingeht) besonders die heiße Schokolade und die Cocktails  sind gut, aber im Vergleich zu anderen preislich ähnlichen Bars nichts besonderes. Man zahlt auch für den Namen, die Lokation und den Ruf des Schwarzen Cafes. Natürlich, es ist beliebt (und oft unter den Top Bars in Berlin zu finden) und praktisch neben dem Zoo hervorragend zu erreichen und noch immer günstiger, als andere beliebte Bars in dieser Gegend, aber ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mir ein bisschen überzogen.
Drei Euro für eine Heiße Schokolade, die man in wenigen Schlücken wegtrinkt und zur Hälfte aus Sahne besteht? Vielleicht bin ich ein knauseriger Student, aber wenn man bessere Orte kennt, muss man, finde ich, Punkte abziehen statt sich vom Glanz blenden zu lassen. Ein gutes Beispiel ist für mich „An einem Sonntag im August„, welches ähnliche Preise hat, aber viel angenehmere Bedienung, tolles Ambiente und qualitativ hochwertigere Getränke.

Zugegebenerweise, es ist ein guter Ort, um Sonntag-Abend in der Innenstadt bzw dem westlicheren Berlin etwas trinke zu gehen und die Auswahl ist auch sehr anständig. Aber es zieht mich dennoch nicht dahin. Ich erkenne nicht das besondere und außergewöhnliche, was man diesem Laden nachsagt – leider. Man kann hingehen, muss aber nicht. Es gibt ruhigere Cafes und Bars, wo man sich nicht anschreien muss und trotzdem gut trinken kann.

THE VERDICT: Ein solider Ort, um etwas trinken zu gehen mit guter Auswahl bei etwas erhöhten Preisen und einer sehr verstörenden Toilette. Das Ambiente ist namensgebend schwarz. Den Anreiz bieten die Öffnungszeiten, aber bei weitem kein herausragender Ort. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

Meine Cambridge Satchel Company Batchel

Moin Moin!

Heute mal etwas ganz anders: schon etwas länger bin ich total aufgeregt einer meiner absoluten Lieblingsstücke vorzustellen: Eine Batchel von der Cambridge Satchel Company! Aber um sie wirklich gut rezensieren und vorstellen zu können, habe ich ein paar Monate gewartet, um genauer beobachten zu können, wie sie sich trägt und sich das Leder entwickelt. Fest steht, wie schon im Moment, als ich sie ausgepackt habe, dass ich sie absolut liebe!

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Was für eine Tasche habe ich?

Eine Batchel (15 inch) von der Cambridge Satchel Company in der Farbe „pine“ mit goldener Hardwear.

Bei den klassischen Modellen, welche die CSC anbietet, kann man grob zwischen zwei Modellen unterscheiden: Satchel und Batchel. Letztere ist wie die Satchel, bloß dass sie die größte Tasche ist mit 15 Inch und zusätzlich noch einen Griff oben besitzt – und dadurch etwas mehr kostet.
Für mich lohnt sich dieser Griff total, da wenn man sich mal durch eine Menge kämpfen muss einfach den Griff nehmen kann, ohne andere Menschen umzuschleudern oder wenn sie nicht die ganze Zeit auf einer Schulter tragen will, schlichtweg tragen kann.
Bei dem Leder handelt es sich um echtes Glattleder, welches dunkelgrün gefärbt ist. Ab und zu las ich im Internet von Farb-Transfer, was bei mir aber absolut nicht der Fall war. Die Taschen werden in Großbritannien handgefertigt und das Leder stammt aus der EU.

Preise / Zahlen / Shipping Erfahrung

Die Batchel kostet auf der Webseite der CSC aktuell 225 Euro – was auf jeden Fall eine Menge Geld ist. Im Vergleich dazu kostet die 15 Inch Satchel (Also ohne den Griff) 205 EuroDie Gute Nachricht ist, dass die CSC immer mal wieder Aktionen hat, die Gratis Shipping, Gratis Prägung oder Rabatte beinhalten. Für mich war es eher zufällig, dass ich letztes Jahr zum Blackfriday hineingeschaut habe und die perfekte Tasche für „nur“ 180 Euro. Es lohnt sich also, Ausschau zu halten.

Online kann man via Visa, Amex, Mastercard, PayPal, UnionPay und Alipay bezahlen.

Sobald man mehr als 100 Pfund zahlt, ist das Shipping kostenlos, was im meinem Falle zu traf, sonst hätte ich leider noch 5,50 Pfund Porto bezahlen müssen. Glücklicherweise lief alles wie am Schnürchen: Sonntagabend bestellt, kam Montag die Nachricht, dass die Tasche bearbeitet würde und dann losgeschickt. Am Donnerstag hieß es vom DPD das sie innerhalb eines einstündigen Zeitraumes ankäme und voilà! Am Freitag hatte ich schon meine Tasche. Sie kam mit einem Stoffbeutel, in der man sie aufbewahren kann, wenn man sie nicht trägt.

Ich muss an dieser Stelle die Webseite für ihre wunderbare Ausführlichkeit und das kundenfreundliche Layout loben. Toll ist, dass es sehr viele Infos gibt, sowohl zu der Geschichte von CSC, bezüglich des Customer Services natürlich, der Herstellung der Taschen, was reinpasst und wie man sich um seine Tasche kümmern kann.

Was passt rein? Für wen ist die Tasche geeignet?

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Meistens nehme ich tatsächlich all das mit, was hier zu sehen ist (ob man es glaubt, oder nicht, es passt all das rein , man muss sich nur daran gewöhnen, etwas Tetris-ähnlich vorzugehen. Ich besitze zwar einen Laptop  (15.6 Zoll, einige Jahre alt und kaputter Akku), bringe ihn aber nicht mit zur Uni, was vor allem mit dem Gewicht und dem Akku zu tun hat. Aber prinzipiell würde ein 13 Zoll Laptop zweifelsohne reinpassen.

Ansonsten im großen Kompartiment: Kalender, ein Taschenbuch (ich versuche möglichst dünne Bücher unterwegs zu lesen und Hardcover zu Hause), ein Regenschirm, A4 Collegeblock, eine Banane, 0,5 oder 0,75 Liter Wasserflasche, Federmäppchen, Banane, Müsliriegel und  bei schwankendem Wetter einen Schal, den ich meistens auf alles drauf lege, bevor ich die Tasche schließe.

Im kleinen Kompartiment sind die Dinge, an die ich im Zweifelsfall schnell rankommen möchte: Schlüssel, Taschentücher, Kopfhörer, Portemonnaie und ab und zu Lippenstift.

Einen Vorteil hat diese Tasche: Durch diese Kompartiment ist man ein bisschen gezwungen systematisch und ordentlich vorzugehen, damit alles, was man benötigt auch hineinpasst. Gleichzeitig findet man alles, was man benötigt aber auch sofort. Mein Handy habe ich meistens in meiner Jackentasche, aber natürlich passt es auch hinein.

Aber natürlich wird die Tasche, die ohnehin ein Grundgewicht hat, was aber für eine Ledertasche tatsächlich nicht schwer ist, mit jedem Objekt schwerer. Mein Inhalt schwant natürlich von Tag zu Tag, manchmal packe ich einen extra Jutebeutel ein oder ein Kosmetiktäschen. Aber ich muss sagen, für das Unileben ist sie wirklich gut geeignet. In der Schule, wo man teils dicke Bücher und eine Lunchbox (bei mir gab es keine Mensa!) mitbringen musste, hätte ich niemals diese Tasche benutzen können. Dementsprechend denke ich, muss man wirklich der Typ sein, für den es ok ist, eine Tasche ordentlich zu packen. Für mich ist sie großartig!

Außerdem man muss mit der eher aufwendige Schließweise gewöhnen. Das Leder brach nach einigen Wochen, so dass es nicht mehr so steif war, wie am Anfang, natürlich sie die Tasche dadurch „genutzt“ aus, aber nicht abgenutzt. Das ist die natürliche Entwicklung von Leder und es zeigt für mich eigentlich nur, wie sehr ich meine Tasche liebe.

Cost per Wear – Lohnt sich der Kauf?

Eine wichtige Frage ist natürlich angesichts des Preises, ob sich der Kauf lohnt. Für mich ist es auf jeden Fall so, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder der Typ für eine Batchel oder Satchel ist (hier sei angemerkt, dass CSC auch andere Typen an Taschen anbeiten).
Wie oben schon erwähnt, passt für mich alles rein, was ich für die Uni benötige. Das Leder ist am anfangs sehr steif, trägt sich aber nach einigen Wochen gut ein und allgemein fühlt sich sie Tasche wirklich hochwertig an.

Besonders die Tatsache, dass sie handgefertigt wird in Großbritannien und dass es viele Informationen zum Hertsellungsprozess gibt, zeigt, dass es sich hier auf keinen Fall um eine süd-ost-asische Ausbeutung handelt, was mir schon mal ein besseres Gefühl als Kunde gibt.

Ich besitze diese Tasche seit Anfang Dezember 2016 und habe sie fast jeden Tag, den ich zur Uni gehen musste und manchmal auch nur, wenn ich unterwegs war, getragen. Und dieser dunkelgrüne Ton, der je nach Licht bläulich oder etwas schwärzlich glänzt gefällt mir besonders gut. Anfangs hätte ich lieber silberne Hardwear gehabt, weil ich Gold stets etwas „flashy“ finde, aber es ist nicht so auffällig, dass es einem ins Auge sticht, mittlerweile gefällt es mir aber, weil das grün dadurch ein bisschen wärmer wirkt.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich meine Batchel liebe und fast nur noch trage. Für mich erfüllt sie nicht nur das, was ich mir von einer Umhängetasche wünsche, sondern sieht auch sehr gut aus.

Love, Katha