Frau Jenny Treibel

Autor: Theodor Fontane
OT/DT: Frau Jenny Treibel
Genre: Roman, Klassiker
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (DE): 1893
Verlag: Fischer
Preis: 5 Euro
ISBN: 978-3-596-90044-2
Länge: 208 Seiten

Zwei Familien treffen aufeinander: Die Treibels und die Schmidts, die in ihrer ständischen Situation und in ihren Idealen hätte nicht anders seien können, aber seit Jahren durch eine alte Freundschaft gebunden sind. Als die junge Corinna Schmidt jedoch versucht Leopold Schmidt zu verführen, ist seine Mutter Kommerzienrätin Jenny Treibel empört: Die Bourgeoisie wird nicht einfach durchmischt.

Ich muss zugeben, ein recht gespaltenes Gefühl bei diesem Roman zu haben. Einerseits ist es brilliant, wie Theodor Fontane besonders die Namensgeberin Jenny Treibel in all ihrer überheblichen Besitzbügertümlichkeit bloß stellt und es fast schon eine Satire ist, als ein richtiger Roman. Denn den großen Kontrast aus Bildungs- und Besitzbürgertum so deutlich darzustellen, macht den Roman wirklich lesenswert – denn sonst plätschert die Geschichte etwas unselig vor sich hin. Wichtig zu sagen ist, dass es keineswegs ein Liebesroman ist, nur weil Corinna Leopold heiraten will, denn das hat mit herzlich wenig Gefühl zu tun. Es geht um das Emporstreben nach etwas „höherem“ und zu zeigen, wie Klassen nur untereinander Ehen geduldet haben, ja, wie scheinheilig dieses System ist.

Eine Handlung, so muss ich warnen , gibt es eher nicht. „Frau Jenny Teibel“ gehört zu den Romanen, die über die Gespräche getragen werden und sobald man ein Auge entwickelt für die satirischen Details, die dem Besitzbürgertum nur Spott zukommen lassen, kann man wirklich gut lachen. Die Themen Besitz, Ansehen, richtige und falsche Gefühle und klassentypische Merkmale stehen ganz stark im Vordergrund.

Die Ironie ist herrlich unterschwellig und wenn man ihrer bewusst wird, merkt man, wie böse dieser Roman als Kritik ist. Ich denke, man darf diesen Roman nicht allzu ernst nehmen, weil er sonst eher karg und langweilig daherkommt. Man merkt, wie stark gewisse Konventionen zu dieser Zeit in den Menschen festverankert sind und wie das Denken innerhalb eines Standes sich verfestigt hat, wie die Mitglieder einer Klasse durch ihr Denken Mauern um sich herumbauen und sich selbst für unantastbar halten. Einerseits ist der Roman aus historischer Perspektive ein spannendes und realistisches Bild, worüber man sich als moderner Leser nur ärgern kann, die beschränkt und hochnäsig das Besitzbürgertum war: Jenny spricht von höheren Idealen und Poesie und versteht dabei selbst kein Wort und keineswegs das, was eigentlich gemeint ist, sondern rühmt sich nur mit schicken Begriffen.

Ein Problem, das ich hatte und vor dem ich auch vorgewarnt wurde, war, dass sämtlich Charaktere einfach nur unangenehm waren und keineswegs sympathisch. Es ist eine Sache, wenn Figuren nicht sympathisch sind, denn genau das kann einen Roman auch spannend machen, doch hier sorgt es wirklich nur für Augenrollen: Jenny ist überheblich, lächerlich und dumm und ihr Sohnemann einfach nur unheimlich bemitleidenswert. Die im Vergleich noch kluge Corinna hat zwar ihre emanzipierte Seite, doch ihr Streben nach mehr gesellschaftlichen Prestige macht diese eigentlich nur wett. Dahingehend denke ich, dass dieser Roman empfehlenswert ist für Fontnate-Fans und Menschen, die interessiert sind an dieser Zeit und der Gesellschaft, aber ansonsten ist es für mich leider kein herausstechender Klassiker, sondern eher ein nettes kleines Buch für etwas Abwechslung.

THE VERDICT: „Frau Jenny Treibel“ lebt durch den ironischen Spott und der Schrulligkeit der Figuren, die einen immer wieder zum Lachen bringen. Die Handlung wird von langen Dialogen getragen und alles plätschert vor sich hin. Kein Fontane-Lesemuss, aber historisch-gesellschaftlich betrachtet recht amüsant. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

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Becks letzter Sommer

Autor: Benedict Wells
OT/DT: Becks letzter Sommer
Genre: Roman
Ersterscheinung (DE): 2008
Verlag: Diogenes
Preis: 12 Euro
ISBN: 978-3-257-24022-1
Länge: 452 Seiten

Diese Rezension enthält einen Spoiler, der farblich markiert ist.

Ursprünglich wollte Robert Beck kein Lehrer werden und nun unterrichtet er seit Jahren vom Leben ernüchtert an einem Münchener Gymnasium.  Sein Leben wird jedoch plötzlich in Schwung gebracht, als er die junge Kellnerin Lara kennenlernt und sich das erste Mal im Leben richtig verliebt. Außerdem entdeckt er im Musikunterricht ein neues Talent versucht den Außerseiter-Jungen Rauli Kantas zu fördern und endlich aus seiner Mid Life Crisis rauszukommen, merkt jedoch schnell, dass er am liebsten selbst so talentiert wäre. Neid, Liebe und ein neues Leben – alles steuert unweigerlich auf einen verrückten Roadtrip zu.

Bei meinem dritten Wells muss ich zugeben, dass meine Begeisterung leider nicht so großartig ausfällt wie bei „Spinner“ oder „Vom Ende der Einsamkeit„. Ähnlich wie „Spinner“ ist auch „Becks letzter Sommer“ eher verrückt als ernst angelegt und schildert ein buntes Abenteuer, bei welchem die Sprache einfach und die Handlung absurd ist. Zugegeben, als jemand der sich mit „Vom Ende der Einsamkeit“ in diesen Autor verliebt hat, ligt hier zweifelsohne ein krasser Kontrast zu seine früheren, eher jugendlich anmutenden Werke vor. Nichtsdestotrotz ist Becks letzter Sommer auf jeden Fall ein urkomisches Lesevergnügen und macht die ideale Sommerlektüre für Strandtage oder lange Zugfahrten her, bei dem man Lachen, ungläubig den Kopf schütteln und nachdenklich mitphilosophieren kann – denn der Roman hat auch tiefe Töne.

Was ich besonders schön gemacht fand, war die Einteilung des Buches in eine A – und eine B-Seite, ganz wie eine Schallplatte, wobei die einzelnen Kapitel jeweils Songnamen trugen. Ein kleines Detail, welches zum Charme und zu dieser Eigenheit des Romans beitragen. Wells erzählt einfach drauf los und wirkt dabei frisch und einzigartig frei vom normalen, prosaischen Erzählen. Die Mid Life Crisis Becks wird mit einem satten Tempo erzählt, doch greift dabei ernste und alltägliche Lebensthemen und –fragen auf, die jeden früher oder später beschäftigen: Mache ich das richtige im Leben? Eigentlich bin ich nicht zufrieden, aber soll ich aus der Sicherheit heraus weitermachne?

Ich habe den Eindruck, dass man daran auch erkennt, wohin Wells mit seinen späteren Romanen zielen wird. Mir haben die ernsteren Seiten in diesem Buch besser gefallen, aber ich bin mir sicher, dass das eher eine Geschmackfrage ist. Entsprechend würde ich sogar sagen, dass für jeden in diesem Roman ein bisschen dabei ist, weil Wells verschiedene Genres und Thematiken anreißen, die trotz der absurden Handlung, einfach nur sehr menschlich sind.

Ich kann leider nicht ganz spoilerfrei  bleiben, um zu umreißen, dass es ein paar Stellen in diesem Buch gibt, mit denen ich eher weniger glücklich war und die meine Einstellung zu dem Roman ein bisschen verändert haben. Dazu gehört vor allem *VORSICHT SPOILER*, dass gerade die Figur, die ihr ganzes Leben lang Angst vor dem Fliegen hatte, bei ihrem ersten Flug auf grausamste Weise bei einem Flugzeugabsturz stirbt und Benedict Wells anscheinend den Bedarf sah, das emotional ziemlich grausam zu schildern. Wie schon in „Komm her und lass dich küssen“ der niederländischen Autorin Griet Op de Beeck hatte ich Schwierigkeiten mit entwürdigend-abartigen Sterbeszenen und sicherlich tut meine persönliche Angst vor dem Fliegen dazu bei, dass ich kein Fan dieser Szene bin, doch Himmel: War es wirklich nötig, das so zu konstruieren? Und es auch noch brutal ehrlich zu beschreiben? Leider hat es bei mir ein sehr angeekeltes Gefühl hinterlassen, was die restlichen Seiten überschattet hat. *SPOLIER ENDE*.

Bei mir ist es selten, das bestimmte inhaltliche Wendungen ein Buch in der Gesamtbewertung negativ beeinflussen, aber ich muss leider sagen, dass es hier in kleinen Teilen der Fall ist. Ein bisschen enttäuscht bin ich, weil ich mir mehr etwas wie das neuste Buch von Wells gewünscht habe, aber es ist dennoch keineswegs ein schlechtes Buch. Vor allem, wer einfach ausgelassene, lustige Road-Trips mag mit Abenteuergefühlen und einem musikalischen Hintergrund und sich für nichts zu schade ist, wird wirklich Spaß und Freude an diesem Roman haben. Ich denke, man muss ein bestimmter Typ Mensch für das Buch sein.

THE VERDICT: Eine erlebnisreiche, bunte, verrückte Geschichte eines Lehrers mit Mid-Life-Crisis, die zum Lachen einlädt. Eine angenehme und ausgelassene Sommerleküre für zwischendurch, allerdings für mich nicht nachhaltig beeindruckend und leider hat es nicht ganz meinen Geschmack getroffen. 7 von 10 Sternen

Love, Katha

 

Feuer und Stein

Autorin: Diana Gabaldon
OT: Outlander
DT: Feuer und Stein
Genre: Historischer Roman, Liebesgeschichte
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (US): 1991
Verlag: Blanvalet
Preis: 8 Euro
ISBN: 978-3-442-36105-2
Länge: 798 Seiten

Als Claire Beauchamp Randall nach dem zweiten Weltkrieg endlich ihre Flitterwochen mit ihrem Mann in Schottland verbringen kann, ahnt sich nicht, wie kurz dieses Glück seien wird. Als sie an einem freien Nachmittag einen Steinkreis entdeckt , geschieht das unglaubliche: Plötzlich findet sich die ehemalige Krankenschwester Claire in einer ganz andere Welt wieder, im Jahr 1743 und damit Mitten im Kampf zwischen Engländern und Schotten. Bald darauf lernt sie den berüchtigten und von den Engländern gesuchten Jamie Fraser kennen und stürzt Hals über Kopf in ein Abenteuer.

Die Beschreibung „ein sehr üppiges Buch“ trifft es wohl am besten. Es wurde mir mehrfach von den verschiedensten Personen, ob online oder im richtigen Leben vom Herzen empfohlen – ein bisschen Dramatik, Romantik und historischer Roman in den schottischen Highlands kann auch mal ganz amüsant sein, dachte ich.

Ich habe sehr gemischte Gefühle, was diesen Roman betrifft. Zum einen war für mich die Liebesgeschichte zwischen Jamie und Claire recht unglaubwürdig und für meinen Geschmack zu erotiklastig, ich oute mich da gern, dass es einfach nicht für mich ist und ich es auch nicht so häufig brauche, wie es in diesem Buch vorkommt. Dahingegen hat mir der Abenteuerteil des Romans wirklich gut gefallen und war sehr amüsant zu lesen – vielleicht auch, weil ich das bekam, was ich erwartete: schnelle Fluchten, rasselnde Schwertkämpfe mit den Rotröcken und eine starke Frau mittendrin. Obwohl ich entgegen vieler weiblicher (und sicherlich auch männlicher) Fans Jamie leider gar nicht mag, habe ich die Protagonistin Claire schnell ins Herz geschlossen. Mir gefällt es stets gut, eine starke aber auch facettenreiche Frau in Büchern (und Filmen) zu sehen, die nicht ausgesetzt, sondern natürlich und klug wirkt, aber natürlich auch menschlich und von ihren Gefühlen beeinflusst.

Allerdings muss ich auch sagen, dass es auf den letzte 200 Siten ordentlich Aufwind gab und mir die Geschichte anfing – wie auf den ersten 250 Seiten – wirklich gut zu gefallen. Der Mittelteil war für mich einfach sehr zäh, so wirklich geschah nichts, ein ständiges Hin und Her in der schottischen Landschaft. und erotische Szenen, natürlich

Werde ich die Reihe weiterlesen? Ich denke schon, irgendwann, denn im Grunde genommen ist diese Reihe wirklich recht amüsant und entspannend, wenn man zwischendurch mal ein bisschen kitschige Liebe und Abenteuer mag. Vor allem bin ich sehr überzeugt, dass sich ein Blick in das englische Original lohnt.

THE VERDICT: Ein vielseitiges, spannendes Abenteuer mit einer tollen Protagonistin, aber einer nicht überzeugenden, kitschigen Liebesgeschichte mit einem großen Anteil „lustvoller Szenen“, die eher unangenehm oder albern als erotisch zu lesen waren. Dennoch ist es definitiv eine amüsante Abwechselung. 6.5 von 10 Sternen

Love, Katha

 

10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

Es ist schon einige Wochen her, dass ich meine letzte Prüfung hinter mit habe und die letzte Vorlesung überlebte. Ich glaube ohne Einschränkung sagen zu können, dass mich mein Sozialwissenschaften-Studium der letzten 2 Semester nicht nur ziemlich gequält hat, sondern auch einiges gelehrt. Ich möchte diese Erfahrungen hier teilen, zum einen als kleinen Reminder an mich selbst, zum anderen hoffe ich, jemanden da draußen, der vielleicht unglücklich mit seinem Studium ist oder nächstes Semester das erste Mal die Uni-Bank drücken wird, ein paar Ratschläge geben zu können.
Zuletzt sei gesagt: Ich habe kein Erfolgsrezept, ich habe nicht mal eine Ahnung, wie man Uni-Erfolg kocht, allerdings denke ich, ein gesundes Uni-(Selbst)Bewusstsein ist ein großer Schritt, um erfolgreich(er) zu werden. Ein kleiner Disclaimer: Es geht hier um meine individuelle Erfahrung und meine Eindrücke nach 2 Semestern, ich möchte nichts verallgemeinern, nichts in den Dreck ziehen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, Uni sei schlichtweg nur schlecht.

Ich und die Anderen

1. Vergleich dich nicht mit anderen – Ganz dick hinter die Ohren schreiben! Und nicht nur wissen, sondern auch praktisch anwenden. Vergleiche, wenn sie nicht mit einem selbst und den eigenen Leistungen sind, können einen echt vergiften und ein schlechter Anreiz sein. Schließlich lernt man für sich selbst und nicht, um besser zu sein als XY.

2. Zwischen Blendern und Lotterlebenstudenten. Jung, voller Hoffnung, frisch aus der Schule mit gutem Abi geht’s in Studium. Man hofft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, endlich mal etwas Anderes zu lernen als in der Schule, hofft auf mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei traf ich schnell auf zwei Stereotypen, von denen man sich absolut nicht irritieren darf, was mich erstmal eine gewisse Zeit gekostet hat. Einerseits gibt es die scheinbar perfekten Studenten, die nur 1,0en kassieren und sagen, wie leicht Uni doch sei, dabei noch Yoga machen und Spanisch lernen und natürlich im Studi-Rat sind und stets gut drauf, beliebt und es wirkt, als könnten die alles schaffen – was einen hart trifft, wenn man genau dieser Mensch wäre. Mich hat es in eine Verzweiflung geschürzt: Wie bekommen sie das hin? Und wieso schaffe ich das nicht? Die Wahrheit ist, es gibt wahrscheinlich nur sehr sehr wenig Menschen, die sofort alles können. Schön für sie.

Vom zweiten Typen sind die Noten relativ unbekannt, aber um die geht’s vorrangig nicht. Es ist dieser Typus Studierende*r, wo man ständig mitbekommt, dass dieser Mensch zwischen einem Club und dem anderen pendelt, die coolsten It-Pieces trägt und ach so viel Spaß hat – ganz schön frustrierend, während man drei Stunden lang zu Hause die komplizierte Vorlesung nachbereitet hat. Das Problem ist ähnlich, was in der Schule schon auftritt, aber mir scheint, hier ist es viel stärker (vor allem, weil man am Anfang niemanden wirklich kennt): Ich habe mich beeindrucken lassen, irritieren lassen, was einen einfach nur runterzieht. Es geht nicht um die anderen, es geht um mich – deshalb darf man sich einfach nicht davon emotionaliseren lassen, wenn die anderen scheinbar alles besser machen.

3. Einen kleinen Schock bekommt man- wenn man wie ich an einer großen Uni studiert, wie voll es anfangs ist. Selbst wenn ich 25 min vor Vorlesungbeginn (akademisches Viertel miteinberechnet) da war, bekam ich anfangs nicht unbedingt einen Platz im Hörsaal. Manche Kurse sind bewusst mit kleineren Hörsälen ausgestattet, war mein Eindruck. Nicht erschrecken: es werden weniger, vor allem in den unbeliebten Kursen habe ich das Früh bemerkt (*kleines Husten* Statistik). Der zweite, viel beunruhigende Gedanke, der sich mir erschleicht, ist das Prinzip des Aussiebens. Da versucht man, mit dem System Uni klarzukommen und schon beginnt das Aussieben in der Klausuren mit Prüfungen, mit Lernausmaß des Abitur und mit Anforderungen, die man zweitlich nicht bewältigen kann (scheint mir). Vielleicht ist es Verschwörung, aber gerade an großen Unis, wo knapp 200 Leute im Monobachelor studieren und dann vielleicht noch 80 im Kombibachelor, sollen es weniger werden.

Wie Uni ist und wie ich (nicht) klarkomme

4. Uni ist nicht wie Schule. Wahrscheinlich ist dieser Punkt unglaublich offensichtlich. Ich glaube dennoch, es ist ein Unterschied, das theoretisch zu wissen und es dann praktisch es am eigenen Leibe erfahren zu müssen. Dazu zählen besonders diese zwei Punkte:  Einsamkeit und Anonymität an einer großen Uni sind Alltag. Keiner interessiert sich scheinbar für einen und man kann von Glück sprechen, wenn in einem kleinen Seminar der Dozent gewillt ist, Namen zu lernen. Es ist eine große Umstellung, nachdem man 12 Jahre (in meinem Fall) Lernanstalten als etwas Soziales erlebt hat. Mit ein bisschen Glück lernt man auch sehr angenehme Menschen kennen – aber es dauert, bis man angekommen ist, ein eignes Tempo entwickelt und sich an die neue Situation gewöhnt. Das können Monate sein und das ist total okay.

5. Vorlesungen sind nicht für jeden und jede Vorlesung ist anders. Es gibt Dozenten und Dozentinnen, die anstatt 90 Minuten auch gerne mal 110 reden, dabei 60 PowerPoint Folien oder mehr verwenden, die gnadenlos voll sind (keiner von denen hätte die 5. Prüfungskompontene im Abitur in Berlin bestanden) und sie einfach nur vorlesen, aber sie wenigstens nach der Vorlesung hochladen – das sind Vorlesungen, die man de facto nicht besuchen muss. Dann gibt es Kandidaten und Kandidatinnen, die überhaupt nichts hochladen und nur nette Bildchen von alten Soziologen auf die Folie klatschen. Ebenfalls schockiert haben mich Vorlesungen, in denen schlichtweg nur die Meinung der oder des Dozierenden gepredigt wurde, die total zerstreut und ohne roten Faden waren, mit Leuten, die Deusch mit einem starkem Akzent sprachen, an den man sich erstmal gewöhnen musste.

Kurzum, ein absoluter Alptraum, für jeden, der einfach nur Wissen pädagogisch wertvoll vermittelt bekomemn möchte. Die Schlüsse, die ich aus diesem Vorlesungswahnsinn gezogen habe, sind folgende:

  •  Selbstständigkeit will früh gelernt sein
  • Man muss anders (ich habe leider auch noch nicht ganz herausgefunden wie), deutlich mehr und systematischer lernen. Manchen hilft es, sich in die Bibliothek zu setzten, da dort alle lernen und der Ablenkungsfaktor niedrig ist.
  • Lerne deinen Rhythmus (wie viel Vor-/Nachbereitung notwenig ist und wann du Pausen brauchst. Durchatmen und kleine Freuden sind sehr wichtig) und tritt dir in den Arsch!
  • Rechtzeitig anfangen und auch rechtzeitg aufhören, denn meiner Erfahurng nach funktionieren trockene todlangweilige schlechtgehaltene Vorlesungen ohne Schlaf nicht besonders
  • Nachbereitung ist alles! Oder kurz: Fleiß, Fleiß, Fleiß
  • Manchen helfen Lerngruppen, andere lernen besser allein und abgeschottet

6. Es ist frustrierend, wenn man gut in der Schule war und nicht genauso gut in der Uni ist. Für mich ist dies ein harter Schlag. Mir ist zwar in der Schule nicht alles zugeflogen und ich musste lernen – für manche Fächer mehr für anderen kaum – aber ich bekam auch in der Oberstufe gute Noten und ich habe ein gutes Abitur, ich verließ Schule im Glauben einigermaßen klug zu sein und zu wissen, wie man lernt. Und dann kam Uni und Bullimie-Lernen und ich fühlte ich, als wäre ich die dümmste Person, die dieses Studium jemals angefangen hat – und da scheinbar alle so gut klar kamen (s.o.), setzte mich das unheimlich unter Druck, aber irgendwann hörte ich bewusst auf, über die anderen nachzudenken und zu überlegen, wie ich das gut bewältigen kann und es hat geholfen.

7. Uni ist nicht für jeden was. Nicht jeder ist ein Uni-Typ und nur weil man ein 1,4er Abi (oder besser) hat, ist man nicht dazu verurteilt zu studieren. Ich habe sogar den Eindruck, so wie Uni heute läuft, dass sie gegen einen gerichtet ist, aussieben will und nicht Wissen an möglichst viele, sondern an eine Art Bildungs-Elite vermitteln will. Ein Kampf, bei denen am Ende einige übrig bleiben. Und man soll mit 16, 17, 18 oder 19 (oder älter) schon bereit und nicht mehr zerbrechlich sein? Eiskalt robotermäßig lernen und mit Bravour und Leichtigkeit durchtanzen?  Ich glaube übrigens auch, dass wenn man wirklich das studiert, wonach man sich sehnt und wo die eignen Stärken und Kompetenzen gut ausgeschöpft werden, man das wirklich kann. Aber dazu muss man erstmal „das richtige“ studieren und für mich war dies der Punkt, wo ich ansetzten musste.

Der seelische Faktor

8. Es ist in Ordnung, überfordert zu sein – besonders anfangs. Stundenplan erstellen, die ganzen neuen Räume finden, mit den ganzen neuen Leuten klarkommen (und sich nicht von Ihnen beeindrucken lassen), die Vorlesung vor- und nachbereiten, die gesamte Pflichtlektüre lesen, zwischen den Vorlesungen von der Mensa zu einem anderen Campus hetzten, Thesenpapiere wöchentlich abgeben, später vielleicht seine erste Hausarbeit bewältigen und eventuell noch ein soziales Leben führen und vielleicht sogar nebenbei Arbeiten. Oh Gott, wie soll das gehen? Und warum sehen alle so entspannt aus? Erstmal durchatmen. Zweitens, nicht blenden lassen. Drittens: Es ist okay. überfordert zu sein. Es ist mehr als normal und meistens, wenn man einen der Komiliton*innen näher kennenlernt, wird man feststellen, dass es anfangs nicht so vielen leichfällt, wie es der erste Wimpernschlag glauben lässt. Aber noch viel wichtiger: Warum interessiert einen das denn bitte? Ich glaube, im Grunde genommen, lässt sich das herunterbrechen auf meine Hauptaussage in diesem ganzen Gedankengewusel, die ich schon mehrmals angemerkt habe und die mir besonders wichtig ist: Ich vergleiche mich mit mir selbst, mir ist meine mentale Gesundheit wichtiger als die Topnoten und ich lasse mich nicht einschüchtern von dieser Masse an Menschen.

Ob der Leistungsdruck der eigene ist, weil man in der Schule so gut war und hier plötzlich nicht oder ob er ein Fremdeinfluss ist, ich glaube dieser Druck kann ab einer bestimmten Menge eher zerstörende als motivierende Einflüsse nehmen.

Während in der Schule sich tatsächlich noch jemand für dich interessiert hat und bestenfalls auf die zugegangen ist, um dir zu helfen, steht man hier ganz alleine da. Ich glaube, dass man zwar zusammen lernen kann (für die, die das gut können), aber das Klarkommen, sich nicht wahnsinnig machen, muss man ganz allein schaffen.  Regelstudiuenzeit ist meines Erachtens nach utopisch und teils echt grausam, Topnoten scheinen unerreichbar und über Zulassungskriterien und Noten für den Master will lieber niemand nachdenken. Wie war das nochmal mit dem nicht verrückt werden?

9. Wechseln heißt nicht Aufgeben. Manchmal merkt man es schon ganz früh, dass etwas nicht stimmt – irgendwie ist man unglücklich und vielleicht auch überfordert. Manchmal sackt die Überforderung ab, wenn man das Ersti-Dasein überlebt hat, manchmal nicht. Und dann kommt die Frage: Wechsle ich? Es liegt keine Schande darin.
Für mich haben sich ein paar red flags ergeben:

  • Bin ich motiviert dafür zu lernen? bzw. interessiert mich das im großen und ganzen?
  • Überwiegen die positiven Sachen im Studium die negativen?
  • Kann ich mir vorstellen, das als Master zu machen?
  • Fühle ich mir wohl?
  • Bin ich momentan überfordert oder dauerüberfordert?
  • Überkommt mich ein Gefühl von träumerischen Neid, wenn ich höre, das XY etwas bestimmtes studiert oder eine bestimmte Ausbildung macht?
  • Bin ich mit meiner jetztigen Situation glücklich?
  • Fühle ich mich krank, kann nicht mehr gut schlafen und fühle mich körperlich nicht in der Lage zur Uni zu gehen (weil mir davor graut)?

10. Ich vermisse die Schule. Ja, wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde. Die Schulzeit war so schön. Das Lehrpersonal kennt einen, interessiert sich (abhängig vom Menschen, aber meistens) für einen und seine Probleme. Man fühlt sich mehr oder weniger aufgefangen, hat einen Rahmen.

Es gibt sie aber auch: die inspirierenden, tollen, freundlichen und auch nach dem Kurs oder der Vorlesung ansprechbaren Dozenten, die einfach wissen, wie man Wissen vermittelt, die zur Diskussion anregen und zwar auch sehr fordernd sind, aber auf einem motivierenden Level. Ich bin ehrlich: ich hatte genau einen einzigen von dieser Sorte, aber er hat mein letztes Semester wirklich aufgewertet.

 

Zusammenfassend: Ich habe gelernt, dass ich mich nicht überarbeiten darf, dass ich nicht jeden Tag lernen kann, ohne mental durchzudrehen, aber auch, dass man wirklich rechtzeitig und früh anfangen muss, für eine Klausur zu lernen. 4 Wochen vorher sind empfehlenswert, auch wenn ich das Motivtaionstechnisch selbst (noch!) nicht geschafft habe. Ich möchte gut sein, ich möchte aber dafür nicht mit Anfang zwanzig ein chronisches Nervenleiden inklusive Rückenschmerzen und Reizmagen entwickelt haben. Ich lasse mich von den Blendern nicht beeindrucken und nicht von den Leuten verletzten, die mich ignorieren, obwohl wir in einer Gruppenarbeit sind. Ich bin mir selbst wichtig, ich will gut studieren, aber ich will auch noch nebenbei glücklich sein. Ich glaube nicht, dass man  etwas studieren sollte, wo man sich nicht in seinen eigenen Stärken wiederfindet. Zwar macht im Studium sicherlich nicht alles Spaß, aber doch ein paar Fächer. Ich glaube an mich und ich weiß, ich muss mir auch in den Arsch treten, um zu lernen, denn ich verstehe nicht alles sofort. Das ist wohl das wichtigste: Selbstvertrauen und Fleiß.

Was ich mich frage: Sind wir heute schlecht vorbereitet auf das Studieren, weil wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen mit unserem Leben als Frischabiturienten? Sind die Anforderungen noch menschlich oder sind wir zu bequemlich geworden, um für das Studium zu „kämpfen“? Und wie kann man effektiv und gut lernen?

Welche Uni Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man besser klar kommt, systematisch und gut lernt?

Love, Katha

August Faves #17

Moinsen!

Wie schnell die letzten Sommermonate, besonders der August, verflogen ist. Wenn ich so aus dem Fenster schaue in die frische Septemberluft, scheint alles schon außerordentlich herbstlich. Wettertechnisch bin ich auch recht enttäuscht von diesem deutschen Sommer. Nichtsdestoweniger waren die letzten 31 Tage ziemlich aufregend und es gibt zweifelsohne ein paar tolle Favoriten, die ich gerne vorstellen möchte.

1. Geblühmter Romper von Springfield
Nach einiger Zeit des Zweifelns, inwieweit dieser Trend was für mich sei, endete ich diesen Sommer nun mit zwei Romper/ Playsuits, die ich beide viel und gern getragen habe. Dieser ist aus einem weichen, dünnen Stoff, mit Taschen und zwar kurz wie eine Shorts, aber nicht unangenehm kurz, wie viele die ich anprobiert habe. Jumpsuits sind eine tolle Option, da sie ähnlich schick wie ein Kleid sind (meistens wie hier schöne Rückendetails haben), aber auch praktisch sind, wenn man im Sommer nicht sich um jede kleine Brise sorgen machen muss. Natürlich muss man sich komplett ausziehen, wenn man auf Toilette möchte – dieser hat im Gegensatz zu meinem anderen Romper keinen Reißverschluss – und das kann manchmal ein bisschen dauern.

2. Blumenkranz
Der Trend ist total alt, aber einfach herrlich zu tragen auf einem Festival oder schlichtweg auf einen sommerlichen Strohhut als Verzierung gelegt Und zu viel Blümchen geht sowieso nicht, besonders nicht auf Festivals.

3. Sziget Festival
Ich habe schon einen ganz langen Bericht über meine Budapest-Reise und das wunderbare Sziget-Festival geschrieben, aber natürlich kann ich dieses Erlebnis nicht in meinen Highlights des Monats August vergessen. Erneut war das ungarische Musik- und Kunstfestival ein Traum aus großartigem Line Up, vielen neuen Dingen zum entdecken und einer ansteckend guten Stimmung. Dazu gab es dieses Jahr eine Hitzewelle, die manche Festivaltage dort anstrengender machte, aber dennoch nichts an der Euphorie minderte. Ich kann jedem vom Herzen empfehlen, dieses Festival zu besuchen.

4. Kino-Highlight: Tulpenfieber
Lange auf das Erscheinen in deutschen Kinos gewartet, sah ich kürzlich mit meiner besten Freundin Charlie diesen Kostümfilm, der nicht nur durch sein historisches Setting optisch besticht, sondern auch durch die Besetzung: Meine absolute Lieblingsschauspielerin Alicia Vikander, Christoph Waltz und Judi Dench (die es sich wirklich lohnt im Originalton zu hören). Der geheime  niederländische Tulpenverkauf und Wetten um die besonderen Tulpenarten im 17. Jahrhundert, eine junge unglücklich verheiratete Frau und ein Maler, der nach einem Erfolgswerk und der Obsession in seinem Werk sucht – diese Stichworte beschreiben am besten das Kostümdrama. Die Filmografie ähnelt dabei stark der Kunst dieser Zeit: Kontraste, das Spiel mit dem Licht und dann und wann ein satten ultramarin, um Prunk und Vanitas darzustellen. Kein Wunder, wenn Tom Stoppard, der mich bereits durch Parade’s End und Anna Karenina begeistert hat, in einem Film mitwirkt. Untermalt wird das optische Spektakel von einem dunklen, melodischen Soundtrack. Natürlich ist es kein naturalistisches, historisch treues Portrait und manchmal neigt der Film zu sehr dramatischen Wendungen, die nicht jedermanns Geschmack sind, dennoch würde ich keineswegs sagen, das „Tulpenfieber“ zu Süßholzraspeln neigt. Klare Empfehlung für jeden, der üppige Kostümfilme, die Blütezeit der Niederlande, ein gutes Drama und spannende Wendungen mag.

5. Pigna Nature Hefte
Blumenmuster? Her damit. Die wunderbaren Hefte von der italienischen Papeterie-Marke Pigna aus der Pigna Nature Reihe sind nicht nur optisch entzückend, sondern innen aus recycelten Papier – hübsch und umweltfreundlich. Eigentlich benutze ich diese Hefte schon seit Schulzeiten, aber Ende des 2. Semesters habe ich sie wieder für mich entdeckt. Leider habe ich in Deutschland noch kein Schreibwarengeschäft gefunden, wo es sie gibt.

6. Somersby Cider
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mittlerweile alle durchprobiert habe, aber nach 5 (Apfel, Rhabarber, Birne, Brombeere und Heidelbeere) verschiedenen Sorten kann ich nicht nur meinen Favoriten benennen (definitiv Heidelbeere, aber Brombeere ist auch grandios), sondern auch klar sagen, dass ich Somersby Cider sehr gerne mag, aber eher die „außergewöhnlichen“ Sorten, als den klassischen Cider. Dennoch hoffe ich, irgendwann noch auf ein britisches Produkt zu treffen, das mich auch für die „einfache“ Apfelnote begeistern kann. Schade ist nur, dass man in Deutschland meistens nur Apfel von Somerbsy findet, manchmal auch Brombeere, aber andere, außergewöhnliche Geschmakcsrichtungen nicht.

7. Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger
Zugegeben ist dieses Buch kein Lesehighlight für mich, weil ich es absolut grandios fand, sondern weil es für mich eine schöne Erfahrung war, der Literatur und den Klassikern meiner zweiten Nationalität näher zu kommen – ähnlich wie in Deutschland jede und jeder in seiner Schullaufbahn mindestens mit der Ringparabel aus „Nathan der Weise“ konfrontiert wird und viele auch Goethes „Faust I“ lesen müssen, ist in Ungarn „Die Sterne von Eger“ eine Pflichtlektüre. Ein historischer Abenteuerroman, der eher für Jugendliche ausgelegt ist, beschreibt den Kampf um die Burg Eger gegen die Türken im und um das Jahr 1552 – außerdem gibt es eine zuckersüße Liebesgeschichte, einige recht eindimensionale Charaktere, eine Prise Humor und einen ziemlich patriotischen Unterton. Streng gesehen betrachte ich das Buch mit recht kritischen Augen – allerdings ist es auch ein Bericht aus einer Zeit, in der Patriotismus und Feindlichkeit gegenüber einer „gegnerischen Nation“ noch anders gesehen wurde und ich glaube, man darf diesen Roman, der in erster Linie ein historischer Abenteuerroman für Jugendliche ist nicht zu engstirnig betrachten. Es ist ein amüsanter Einstieg in die Klassiker der ungarischen Literatur, von denen ich noch viel mehr in Zukunft lesen werde!

Was ich diesen Sommer (Juni-August)gelesen habe:

George Orwell: 1984
Erin Morgenstern: The Night Circus
Griet Op de Beeck: Komm her und lass dich küssen
Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens
Benedict Wells: Becks letzter Sommer
Diana Gabaldon: Feuer und Stein
E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht
Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm
Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger

Musikalische Highlights

Ein paar Instagrammerinnen, die ich frisch entdeckt habe und mich seit jeher begeistern und inspireren:

  • Emily @emilyduis
  • Miranda Mills @mirandasnotebook
  • Lena @lena_geary
  • Malin Olivia @bulletbymalin
  • Josie Fashion Mumblr @josieldn

Wie war euer August?

Love, Katha

SZIGET Festival 2017 + Budapest

Moinsen!

Das ist nun schon das dritte Jahr in Folge, dass ich mich im August nach Budapest begeben habe und wie schon in den Jahren zuvor, werde ich eine kleine Liebeserklärung schreiben. Mit jedem Mal, dass ich diese Stadt besuche, entdecke ich einen neuen Zauber und ein kleines Detail, welches meine Begeisterung beflügelt. Mir ist, als sähe ich Budapest stets mit anderen Augen und umso besser man die Stadt kennt, desto klarer wird das Bild. Fest steht, dass ich mich auch nächstes Jahr dorthin begeben möchte – ob mit Festival, oder ohne.

Gleichzeitig war ich, wie letztes Jahr, erneut für 7 Tage auf dem SZIGET Festival, von dem ich natürlich auch berichten möchte. Für diejenigen, die Lust haben, meinen Beitrag zum Festival vom letzten Jahr zu lesen, lasse ich den Link hier. Ich werde die Dinge, die mir letztes Jahr bei meinem Besuch aufgefallen sind, nicht erwähnen, sondern hauptsächlich von meinen neuen Erfahrungen berichten.

Budapest verzaubert

Erneut bezogen mein Freund und ich eine kleines Ferienappartment, welches wir über AirBnB für einen guten Preis gefunden hatten, im VIII. Bezirk: Józsefváros oder auf deutsch: Josef-Stadt. Für mich als Halbungarin ist es stets ein bisschen lustig ins Ausland zu fahren, welches aber gleichzeitig die andere Hälfte meiner Herkunft bildet, besonders kulturell betrachtet. Gleichzeitig kann ich aber auch beteuern, dass es wirklich Vorteile hat, ungarisch zu sprechen, auch wenn an sehr vielen Orten Englisch und teils auch Deutsch gesprochen wird. Wie letztes Jahr spazierte ich viel durch den VIII. Bezirk, was sich lohnt um viele verschlafene Gassen zu sehen mit den gelben und rosanen Altbauten, die ins sommerlichen Licht getaucht sind. Ebenfalls lohnt sich ein Blick in den VII. Bezirk, der früher als „jüdisches Viertel“ galt, da sich dort im 2. Weltkrieg ein Ghetto befand. Heutzutage merkt man schon, dass es recht jüdisch angehaucht ist mit kleine Cafés mit Hebräischer Schrift. Ab und zu begegnet jüdische Familien in traditioneller Kleidung, aber am meisten zeugt natürlich die Synagoge von der Besonderheit des Stadteils. Es erinnert fast schon ein bisschen an das Berliner Hipster-Viertel Prenzlauer Berg durch die Altbauten und Cafés, aber weniger gentrifiziert. Ich hoffe in der Zukunft diese Bezirke noch besser erkunden zu können.

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Eine kleine Entdeckung in unserem Bezirk war der Múzeumkörút, eine große Hauptstraße, welche nach dem großen naturwissenschaftlichen Museum benannt wurde, welches sich namensgebend dort befindet. Zwischen kleinen Cafés eingequetscht findet man viele viele Second-Hand Bücherläden und Antiquaren. Mal rümpelig, mal bezaubernd mit Vintage Plakaten eingerichtet. Dank einer Bekanntschaft mit einer ungarischen Instagrammerin, wurde mir eins dieser Antiquaren empfohlen, denn bei der Auswahl weiß man kaum, wo man hinsoll. Und wo es englische und deutsche Literatur gibt, da mein Ungarisch für die Klassiker, die ich gerne lese, leider noch ausbaufähig ist. Und ich machte auch eine kleine Ausbeute, wobei Taschenbücher in gutem Zustand zwischen rund 800 und 1000 Forint kosten, was ca. zwischen 2.60 und 3.30 Euro ist, also nicht spottbillig, aber auch nicht überteuert. Dann und wann trifft man in der Stadt große mit Bücher beladene Karren – ich bin mir nicht ganz sicher, ob man nur (alte) Bücher dort kaufen kann, oder auch tauschen, nichtsdestoweniger entzücken sie das Stadtbild!

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Vom letzten Jahr kannten mein Freund und ich auch schon ein wunderbares Café mit Restaurant-Teil, welches sich auf einem recht ruhigen Platz befindet und leckere Gerichte zu guten Preisen serviert – und der leckeren Hauslimonade mit Suchtfaktor. Dieser wundere, kleine Ort heißt „Fecske“ (dt. „Spatz“) und bietet wunderbare Außenplätze im Schatten und zusätzlich ab 12 Uhr (bis der Vorrat reicht) ein günstiges Tagesmenü mit Hauptspeisen  für kleines Geld.Ich würde auch sagen, dass es schon sehr angenehm ist, wenn man sich schon ein bisschen auskennt und ein paat günstige Optionen zum Essen oder gute Wochenmärkte kennt, um gegebenfalls selbst zu kochen, denn obwohl Budapest doch recht günstig ist, kann man in einer Woche schnell viel Geld loswerden, wenn man fast täglich in Restaurants und Mensen isst.

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Ein paar Tipps für Reisen nach Budapest:

  • Öffentliche Verkehrsmittel sind fast an jeder Ecke und spottbillig. Auch wenn man nur 9 oder 10 Tage da bleibt, zahlt sich das 15-Tage-Ticket für gut 21 Euro wirklich aus. Aber es gibt auch Wochentickets und einiges mehr, es lohnt sich die Webseite der Verkehrsgesellschaft BKK zu besuchen.
  • Viele, mittlerweile gefühlt alle Wechselstuben verlangen eine Kommission. Auch wenn der Wechselkurs von 303,5 Forint für 1 Euro gut ist, lohnt es sich auf die Kommission zu sehen. Außerdem kann ich empfehlen größere Dinge mit Kreditkarte zu bezahlen (falls diese kostenfrei im Ausland ist), weil der Kurs meistens für einen spricht
  • Das Wasser aus dem Hahn ist ziemlich Chlorhaltig. Ich würde stets Mineralwasser kaufen, wenn man keinen Wasserfilter hat.
  • Essensempfehlungen sind: Fecske presszó, Bodza Bistro (Mensa) und Vigadó Restaurant (Traditionelles Essen). Falls es auch ein bisschen teurer sein darf: Krakn Town (ein bezauberndes Restaurant im authentischen Steampunk-Stil)
  • Sehr touristische Dinge, die man aber unbedingt sehen sollte: Die Burg in Buda, Fischerbastei, Kettenbrücke, Spaziergang an der Donau, das Parlament, Margaretenbrücke, Margareteninsel, Heldenplatz, Freiheitsbrücke, durch den VII. und VIII. Bezirk spazieren, große Markthalle

SZIGET Festival – wieder großartig!

Dieses Jahr traf uns der Sommer wie ein Schlag ins Gesicht – der richtige, ungarische Sommer mit trockener, tagelanger Hitze. Besonders die ersten vier Tage waren – vor allen im Vergleich zu Berlin, wo es wochenlang bei etwas über 20 Grad geregnet hatte – beinahe unerträglich. Im grundegenommen empfiehlt es sich bei der Appartment-Suche die Klimaanlage so selbstverständlich wie WLAN anzusehen. Tagsüber 38 Grad, Mitten in der Stadt in der puren Sonne sicherlich mehr. Zusätzlich das Festival bei solchem Wetter zu erleben, war für mich auch körperlich manchmal herausfordernd. Natürlich haut ein Festival echt rei,  auch wenn man wie ich nicht campt. Laute Musik, Menschenmengen, stundenlang gehen und stehen, tanzen und vieles mehr – dazu dann noch diese Hitze. Glücklicherweise gab es direkt bei der Mainstage neben den Getränkeständen einen Pool, wo man entspannt das Konzert auf einem großen Bildschirm beobachten konnte, während die Beine im kühlen Nass baumelten.

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Wie auch letztes Jahr bleiben am Ende großartige Erinnerungen im Herzen, eine berauschende Euphorie im Körper und ein bisschen Merchandise später im Koffer. Dadurch, dass wir das irre Wagnis eingingen, die Festival-Karten ein Jahr vorher (in den ersten 25 Stunden) zu kaufen, erhielten wir sie nicht nur günstiger, sondern inklusive eines T-Shirts und ein kleines Fan-Packets. Natürlich muss man dafür sehr begeisterter Fan vom Festival sein und ich glaube wirklich, dass das Sziget jedes Jahr mit einem großartigen Line-Up aufwartet (wenn man auf die letzten Jahre zurückblickt) und sich der frühe Kauf entsprechend lohnt.

Wir hatten schließlich wirklich Glück, denn das Line-Up war ganz großartig und auch mit einigen Musikern und Musikerinnen versehen, für die ich schwärme. Wir sahen unter anderem P!nk, Tom Odell, Macklemore & Ryan Lewis, HURTS, Birdy, Alt-J, The Chainsmokers, Bear’s Den, Marteria, Rita Ora und Léon. Zurückblickend haben mich besonders Macklemore und Ryan Lewis mit ihrer herrlichen Show und der tollen Musik, HURTS mit der Stimme des Leaders und Tom Odell mit seinem natürlich Charme und Songs, die unter die Haut gehen, am meisten bezaubert. Natürlich gab es viele Künstler und Künstlerinnen mehr zu sehen und zu hören, aber man muss sich definitiv auch die Zeit nehmen, das Festival zu sehen und nicht nur die Musiker. Da kann ich jedem ans Herz legen, der dieses Festival besuchen möchte: Im Hellen rumlaufen und entdecken und im Dunkeln wie verrückt abtanzen und mitgröhlen.

So liefen wir über die Insel und entdeckten eine Art „Dorf“ auf mehreren Zelten, wo es traditionell ungarische Spiele gab. Diese Stände, Zelte und Bühnen sind auch in dem Sziget Passport versehen, der die wichtigsten Informationen zum Festival vereint. Auf einer Doppelseite kann man schließlich Stempel an den jeweiligen Orten sammeln (zu bestimmten Uhrzeiten) und wenn man alle hat, würde man offiziell auf der „Island of Freedom“ eingebürgert – was das heißen soll, wussten mein Freund und ich zu Anfang auch nicht, sammelten aber natürlich fleißig Stempel und konnten so eine Klassik und Jazz Bühne, einen Zirkus, einen Strand und viele andere Attraktionen bestaunen und damit wirklich die ganze Insel sehen. Am Ende gab’s zur Belohnung ein kleines Gimmick: Eine Krawatte!

Zu den ganzen musikalischen Acts gab es jeden Tag vor der Main Stage auf eine Art Party: Mal mit Fahnen (wie auf dem oberen Bild), mit Bällen oder Farbe. Letzterer wohnte ich bei und es war schrecklich und wunderbar gleichzeitig. Mehrere Tonnen Farbe (so hieß es zumindest) wurden gleichzeitig in die Luft geworfen: Ein Farbenmeer auf Rosa, Blau, Grün und Gelb – und für unvorbereitete Trottel ohne Atemschutz wie mich ein Schockmoment des Fast-Erstickens. Es ist wirklich lustig, bunt eingesaut zu sein – es ist wirklich eklig zu husten und Ewigkeiten danach noch dunkelrosa bis schwarzen Rotz zu haben.  Fest steht aber, dass sie Stimmung absolut großartig war, die Luft vibrierte beinahe.

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Alles in einem, kann ich nur sagen, dass es ein großartiger Urlaub war, auf den ich sehnsüchtig zurückblicke und wie letztes Jahr auch schon spreche ich eine ganz klare Reise- und Festivalempfehlung aus!

Love, Katha

Zimmer mit Aussicht

Autor: E.M. Forster
OT: A Room with a View
DT: Zimmer mit Aussicht
Genre: Roman, Klassiker
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (GB): 1908
Verlag: Fischer Taschenbibliothek
Preis: 12 Euro (gebunden)
ISBN: 978-3-596-52143-2
Länge: 413 Seiten

Florenz um 1900:  Die zwei Engländerinnen Lucy Honeychurch und Miss Barlett begeben sich zusammen auf eine Bildungsreise nach Florenz und stellen in der Pension verärgert fest, dass sie entgegen der Planung kein Zimmer mit Aussicht erhalten. Kurz darauf stellt sich heraus, dass sich in der Pension eine handvoll Briten befinden. Unter ihnen ist auch  Vater-Sohn Duo Emerson, welches den Damen ihre Zimmer zu tauschen anbietet – ein gesellschaftlicher Fauxpas! Bald stolpern sie den  Emersons  erneut über den Weg und nach und nach stellt sich heraus, dass sich der Sohn George in Lucy verliebt hat, was sie in einen Konflikt mit ihren eigentlichen Hochzeistsplänen bringt.

Die Ironie und der Zynismus sind in diesem Buch für den modernen Beobachter sehr gut gekennzeichnet, doch wer genauso arrogant ist, wie manche dieser etepete Figuren im Buch, wird vermutlich den Spott nicht erkennen, da er sich erst langsam entwickelt und eher damit deutlich wird, dass der Protagonistin Lucy nach und nach die Augen geöffnet werden, wie oberflächlich und wie sie zurechtrückend wollend ihr Umfeld in großen Teilen ist und dass ihr Verehrer George kein schrecklicher und zu bemiteidenender Sozialist ist, sondern ein emanzipiert denkender junger Mann. Gesellschaftlicher und persönlicher, freier Willen stehen einander gegenüber.

Auch wenn mir die Geschichte gut gefiel, befremdete mich öfter der Schreibstil – was aber auch gut an der Übersetzung liegen kann. Manchmal folgten auf seitenlange Beschreibungen plötzlich Dialoge, wo, da nicht deutlich gekennzeichnet, manchmal man gar nicht wusste, wer denn gerade spricht. Zudem gab es Sprünge in Zeit und Raum, die aber ebenfalls durch plötzliche wörtliche Rede für Verwirrung sorgten, was für mich den Lesefluss leider negativ beeinflusste. Dies merkt man allerdings eher im ersten Teil des Romans, der eine ganz andere, viel leichtere Stimmung besitzt, als die folgenden Kapitel. Zum einen ist dieser Roman für einen Klassiker gut und leicht zu lesen, anderseits verwendet Forster öfter Anspielungen oder Witze, die man nicht immer ganz verstehen kann, da man das Zeitgeschehen nicht persönlich erlebt hat oder diese nicht übersetzbar sind – allerdings muss ich an dieser Stelle diese Ausgabe loben, da der Übersetzer einige Hinweise als Fußnoten hinterlässt (entsprechend muss man auch nicht verrückt blättern und ist informiert).

Ich muss zugeben, wirklich überrascht und beeindruckt davon zu sein, wie modern dieser Roman ist und wie er einen dazu auffordert, sich selbst von einer geistigen Abhängigkeit zu befreien – vor allem am Beispiel einer jungen Frau, die nur herumgeschubst wird und möglichst mit einer guten Partie verheiratet werden soll. Entsprechend kann ich sagen, dass mich dieses Buch davon überzeugt hat, dass ich mehr von E.M. Forster lesen möchte und muss.

Zu dieser Ausgabe: Was kann ich sagen? Einfach wunderschön und handlich. Besonders das Cover mit dem leichten Metallic-Effekt, das mehr einem goldenem schimmern im Licht gleicht, mit der sommerlichen, italienischen Landschaft passt perfekt zum Inhalt. Ich glaube, dass ich mich ernsthaft in die Fischer Taschenbibliothek verliebt habe.

THE VERDICT: Ein geistreicher Klassiker mit modernem Ton, der viel mehr als eine Gesellschaftskomödie oder eine Liebesgeschichte ist, sondern zu Autonomie des Geistes aufruft und dabei herrlich über die feine britische Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts spottet.  Sehr gute 7.5 von 10 Sternen

Love, Katha

Eine kurze Rückmeldung!

Moinsen!

Vor ein paar Wochen habe ich in die Seitenspalte meines Blogs eine kleine Umfrage gestartet. Leider habe ich bisher nicht besonders viel Rückmeldung bekommen, weshalb ich deshalb hier nochmal dazu aufrufen möchte, direkt auf meine Webseite zu gehen und teilzunehmen wer Lust und einen kleinen Augenblick Zeit hat.

Außerdem befindet sich unter diesem Post ein Link zur Umfrage!

Ich würde gerne meinen Content besser und leserfreundlicher gestalten, da mein Blog aktuell statistisch ein bisschen feststeckt und ich leider nicht viel Interaktion in den letzten Wochen erhalte sondern eher das stumme Liken – was mich zugegebenermaßen auch etwas traurig macht, da ich mir Mühe gebe, mehr zu Bloggen und ich gerne eine Rückmeldung erhalten würde, ob meine Posts interessant, lesenswert oder totaler Schrott sind.

Allgemein gesagt, freue ich mich aber IMMER über Rückmeldungen oder Ideen, worüber ich schreiben könnte.

Vielen Dank!

Katha

Welche Posts interessieren dich auf meinem Blog am meisten?

(polls)

July Faves #17

Moin!

Wieder neigt sich ein Monat dem Ende. Die letzte Vorlesung ist geschafft, nach wochenlangem Regen steht endlich wieder die Sonne am Himmel und eine warme Brise weht durch die Stadt – und natürlich haben sich in den letzten Wochen wieder einige Favoriten angesammelt.

1. Sonnenbrile mit Sehstärke
Ich trage zwar schon seit meiner frühen Kindheit eine Brille, allerdings hatte ich bis zu diesem Frühjahr noch nie eine Sonnenbrille mit Sehstärke. Immer wieder Shatte ich onnenbrillen ausprobiert, aber es richtig verabscheut, nicht scharf mit ihnen zu sehen können. Nun allerdings kann ich aus vollem Herzen bestätigen, dass eine Sonnenbrille mit Sehstärke eine herrliche und sehr empfehlenswerte Sache ist und eine absolute Revolution.

2. Vöslauer Balance
Eigentlich ist das österreichische Vöslauer schon seit Ewigkeiten mein liebstes Mineralwasser (mit Geschmack), also wurde es mal Zeit es hier zu teilen – gerade jetzt, in der heißen Jahreszeit, wo man auch mehr trinkt. Geschmackstechnisch empfinde ich es unter allen Mineralwassern mit Geschmack am besten, da die Note von Frucht stets recht minimalistisch und dezent ist und nicht quietschbunt und zuckersüß schmeckt.

3. Aspekte im ZDF
Ich glaube, viele wissen gar nicht, dass man im ZDF Sendungen teils kostenlos besuchen kann – Aspekte im Hauptstadtstudio in Berlin ist eine dieser Sendungen. Manchen ist sie vielleicht nur als Sendung nach der Heute Show bekannt und ich stieß auch nur zufällig darauf. Aber seitdem ich mit meinem Freund dort war, hat sich meine Meinung in Begeisterung gewandt. Zum einen gab es einen sehr freundlichen Empfang mit Getränken, zum anderen waren die verschiedensten Altersklassen verteten, was für ein buntes Publikum sorgte und toller Stimmung. Das Beste war selbstverständlich in einem Fernsehstudio zu sitzen und mitzuerleben, wie eine Sendung aufgenommen wird, wie hunderte von Scheinwerfern von der Decke hängen, wie das Kamerateam sich durch das Publikum windet. Zu guter letzt gab es ein Interview mit dem Sänger Faber, der nicht nur einen Song spielte, sondern gleich noch zwei Zugaben lieferte. Die Stimmung war wunderbar locker, ausgelassen und heiter, kein bisschen gezwungen, was ich nicht erwartet hätte.

4. Social Movie Night: Dunkirk
Dank meines Freundes bekam ich die Möglichkeit der Social Movie Night am 24.07. im Berliner Zoopalast Kino beizuwohnen, da er glücklicherweise zwei Tickets gewonnen hatte. Es ist eine von YouTubern organisierte Veranstaltung, Filme vor der eigentlichen Preview zu sehen und später darüber zu diskutieren. So konnten wir den neusten Film des britischen Regisseurs Christopher Nolan vor allen anderen sehen: „Dunkirk“, der, wie der Name schon suggeriert, die Evakuierungsaktion von Dünkirchen im Zweiten Weltkrieg beeindruckend und schockierend wiedergibt. Natürlich ist man bei einem Kriegsfilm vorbereitet, grausame Sachen zu sehen und dennoch hatte dieser Film durch die einfache Gewalt des Wassers, eine Ebene von einer anderen Brutalität. Es ist ein hervorragend gemachter, beklemmender und bewegender Film, der beispielhaft Schicksale im Krieg zeigt und die Schrecken des Krieges lehrt.

5. Lesehighlight: Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“
Mein Lieblingsbuch in diesem Monat und ganz bestimmt auch eines meiner liebsten in diesem Jahr. Ich darf offiziell bekunden: ich bin in Stefan Zweigs Literatur verliebt. Im Grund genommen kann ich diesen großartigen Klassiker folgendermaßen herunterbrechen: der Roman ist eine  Hommage an eine verlorengegangene glänzende Zeit vor dem ersten Weltkrieg, an Offiziere, an Festlichkeiten und eine alte heile Welt. Dieser Charakter mit der alten, ausschweifenden Sprache und dem extrem interessant konstruiertem moralischen Dilemma, in der jede Figur einen nachvollziehbaren Standpunkt vertritt und psychologische Einsicht in den Protagonisten erlaubt, schafft es, dass man selbst leidet, da man sich nicht entscheiden kann, macht dieses Buch so unglaublich wichtig und brilliant. Für mehr Hintergrund und zu einer tieferen Besprechung, gibt’s hier die Rezension.

6. Jane Austen Tasse
Dank der lieben Leonie vom Blog Leonie’s Lesekiste bekam ich auf Instagram die Möglichkeit, diese wunderbare Tasse (und zwei Bücher) zu gewinnen. Ich muss gestehen, dass ich seitdem die Tasse zu Hause engetrudelt ist, sie ständig verwende, weil sie schlichtweg mein bibliophiles Klassikerherz wärmt.

7. Sticken lernen
Dieses Jahr scheinen folklore Blumenmuster überall in den Geschäften zu sein und wie schon tausendfach erwähnt liebe ich Blumenmuster in jeder Form – was wäre, denn anstelle etwas zu kaufen, doch selbst tätig zu werden? Mich erinnern diese Muster ziemlich an meine ungarische Identität und meine zweite Heimat, weshalb es kam, dass ich meine Mutter fragte, wie man so etwas denn sticke – und seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Sticken ist so herrlich entspannend und macht gleichzeitig richtig Spaß, wobei am Besten ist, wirklich seinen Fortschritt und seine Verbesserung sehen zu können und dann stolz etwas in den Händen halten zu können. Aktuell arbeite ich an einer fröhlichen Verzierung meiner alten Jeansjacke, aber ich glaube, ich werde noch viel mehr besticken in der Zukunft.

8. #Booksandhotdrinkstuesday auf Instagram
Schon länger wollte ich auf Instagram eine eigne Aktion starten, bei de ich mittels eines Hashtags Leute verbinde, über verschiedene Themen zu schreiben und sich auszutauschen. In letzter Zeit merke ich auf dieser Plattform diesen stetigen Druck nach mehr Followern, Likes, Comments – was auch immer. Dabei ist es doch immer am Schönsten, sich einfach mit Gleichgesinnten über Bücher und Tees und derlei zu unterhalten. Ohne diese Zahlen zu sehen. Deshalb habe ich diese kleine persönliche Aktion ins Leben gerufen, an der immer wieder ein paar andere tolle InstagrammerInnen teilnehmen und bin richtig glücklich darüber, da ich wirklich Spaß habe.

9. Geblümtes Sommerkleid von H&M
Vermutlich wird dieses bezaubernde, leichte Kleid auf lange Sicht einer meiner liebsten Kleidungsstücke dieses Jahres, denn in diesem Kleid finde ich einfach alles wieder, was mir gefällt: Ein leichter Stoff, der allerdings nicht durchsichtig ist, ein wunderbares Blumenmuster, ein V-Ausschnitt, eine angenehme Länge (endet ca. Mitte der Waden) und seitliche Schlitze sorgen bei einem Wind für ein luftiges Gefühl.

Musikalische Highlights

Diesen Monat hat sich musikalisch einiges bei mir getan. manchmal gibt es Songs, die einen nicht nur bezaubern, sondern auch den weiteren Musikgeschmack prägen. Nachdem ich mich letzten Monat in Salvador Sombrals „Amar Pelos Dois“ verliebte, hat mich jetzt eine nostalgische Welle des Jazz ergriffen. Unter den Highlights sind aber auch natürlich andere Genres vertreten:

Gemischtes

Zu guter letzt eine persönliche Challenge: ich habe mir vorgenommen, diesen Monat jeden Tag zu lesen und bin stolz verkünden zu können, es tatsächlich geschafft zu haben. Manchmal waren es 150 Seiten, an andern Tagen vielleicht nur 20, aber es hat mich definitiv dazu motiviert, mehr zu lesen und sogar meine Lesechallenge auf Goodreads von 25 Büchern, die ich dieses Jahr lesen möchte, auf 30 zu erhöhen. Wenn ich jeden Tag lese, bleibe ich nicht nur viel besser am Buch, sondern fühle mich selbst auch erfüllter – zudem ich die Möglichkeit, so seinen SuB zu reduzieren ein schöner Nebeneffekt.

Außerdem war ich Second Hand Buchshoppen mit meiner besten Freundin Charlie vom Blog Keine Zeit für Langeweile. Zu diesem Zweck ging es in den tiefsten Osten Berlins, ins Café Tasso, welches eine Mischung aus Second Hand Buchladen und Café ist (mit vielen Bio Sachen!). Die Auswahl ist ganz toll, man findet von Fachlektüre zur Physik bis hin zu englischen Büchern alles mit einer angenehmen und der Preis von 1.50 Euro pro Buch ist angemessen, da man auch vielen in sehr gutem Zustand findet. Mittlerweile bin ich definitiv auf der Suche nach mehr solcher Second Hand Buchläden, nicht nur weil man unheimlich an Geld spart, sondern einfach kleine Schätze finden kann.

Wie war euer Juli?

Love, Katha

Ungeduld des Herzens

Autor: Stefan Zweig
OT/DT: Ungeduld des Herzens
Genre: Roman
Ersterscheidung (DE): 1939
Verlag: Fischer Verlag
Preis: 10 DM (Taschenbuch)
ISBN: 9783596119127
Länge: 456 Seiten

Durch einen Zufall bekommt der junge Leutnant Anton Hofmiller die Möglichkeit einem Abend auf dem Anwesen der reichen ungarischen Familie Kekesfalva zu verbringen. Als er jedoch die Tochter des Hauses, Edith, zum Tanzen auffordert, passiert ihm ein schrecklicher Fauxpas, denn er hatte zuvor nicht gemerkt, dass sie an den Beinen gelähmt ist. Aus Mitleid  wird er sie besuchen später, um sich zu entschuldigen. Immer wieder und wieder kommt er aus Mitleid vorbei und verstrickt sich in einen Kampf mit seinem Gewissen.

Mit diesem teils grausamen, oft bewegenden und immer grandios geschriebenem Roman hat sich Stefan Zweig definitiv einen Platz in meinem Herzen gesichert. Der englische Titel „Beware of Pity“ zeigt meiner Meinung nach noch stärker, die gefährlich das Ausmaß von Mitleid werden kann, welches Anton Hofmiller nach und nach stärker beherrscht.

Zeigs Buch hat etwas, was mehr anmuten lässt, als sei es nicht Ende der 1930er, sondern eher in den 1880ern geschrieben worden, eine Hommage an das Wien in seiner Glänzenden Zeit, an Offiziere, an Festlichkeiten und eine alte, eigentlich schon heile Welt, die verloren gegangen ist. Dieser Charakter mit der alten, ausschweifenden Sprache und dem extrem interessant konstruiertem moralischen Dilemma, in der jede Figur einen nachvollziehbaren Standpunkt vertritt und man selbst leidet, da man sich nicht entscheiden kann, macht dieses Buch so unglaublich wichtig und brilliant.

Wunderbar ist auch die psychologische Einsicht in den Protagonisten, den Mitleid und Wahnsinn befällt und wie es die satte Wortwahl, die langen Sätze und das Sprachgefühl Zweigs es möglich machen eine so starke emotionale Dichte und Intensität zu erzeugen, das man wortwörtlich mitleidet.

Letztendlich habe ich lange überlegt, was eine angemessene Bewertung für dieses Werk ist, um meine Begeisterung auszudrücken, aber es trotzdem nicht ganz das perfekte Buch nennen zu können, weil das meinem Gefühl nicht gerecht wird. Zum einen bin ich fest davon überzeugt, dass dieser ellenlange, Metaphern- und Nostalgiereiche Schreibstift nicht jedem gut bekommen wird. Ich, wo ich wirklich diesen langen prosaischen Stil schätze, hatte dann und wann auch Momente, wo ich mir durchaus etwas mehr Tempo gewünscht hätte, da der Spannungsbogen durch lange Abschweifungen etwas leidet.

Auch das moralische Dilemma wirkt erstmal banal, doch wenn man von den Gefühlen in der Geschichte ergriffen wird, erscheint es höchst authentisch. Leider war ich nicht ganz überzeugt vom Ende des Romans, denn es fehlte sich so abrupt an, als würde man nach einer langen Reise einfach urplötzlich, vielleicht einen halben Kilometer vor dem Ziel  von etwas überfahren werden. Zwar ist es ein schlaues Ende, aber wie es eingeleitet wurde, ward nicht dem Rest der Geschichte gerecht. Mir gefiel der Anfang mit dem Beobachtenden Literaten, der die Geschichte Hofmillers erfährt extrem gut und ich hatte gehofft, dass wenigstens ein paar Worte von dieser Konversation am Ende zur Abrundung aufgegriffen werden. Vielleicht wäre das auch zu viel gewesen, Stefan Zweig wird seine Gründe dafür gehabt haben, ich möchte nur betonen, dass mir ein abgerundeter Schluss besser gefallen hätte.

Eins steht zweifelsohne fest: Ich kann nicht anders als zu verkünden, als mehr von Stefan Zweig lesen zu müssen!

THE VERDICT: „Ungeduld des Herzens“ wird sich von nun an unter meinen liebsten Klassikern befinden. Herrlich geschrieben mit einer interessanten, aber auch grausame Geschichte und einer tiefgehenden emotionalen Intensität, wie ich sie noch bei keinem Klassiker gefühlt habe. 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

Utopie als Dystopie? 1984.

Autor: George Orwell
OT: Nineteen Eighty-Four
Genre: Dystopie
Sprache: Englisch
Ersterscheinung (GB): 1948
Verlag: Penguin
Preis: ca. 6-7 Euro (Taschenbuch)
ISBN: 978-0140817744
Länge: 329 Seiten

Winston Smith lebt in Ozeanien, einem Machtblock, der sich im permanenten Krieg gegen Eurasien und Ostasien befindet, an dessen Spitze Big Brother steht. Seine Welt ist kontrolliert durch überall anwesende Fernseher, die ihn beobachten können und einer Polizei, die die Gedanken der Bevölkerung kontrolliert. Alles in reguliert, sogar die Sprache, in der die Menschen kommunizieren. Eines Tages überkommt ihn jedoch das Gefühl, sich gegen das System wehren zu wollen.

Schon lange wollte ich das bekannte Buch des britischen Autors Orwell lesen, doch fürchtete ich mich etwas davor, dass ich dem ganzen nicht gewachsen seien könnte. Zugegebenermaßen empfinde ich Zukunftsromane (zum Erscheinunszeitpunkt war es schließlich in der Zukunft) und besonders Dystopisches meist seht unheimlich. So sammelte meine Ausgabe auch schon ein bisschen Staub, bis das erste Kapitel ich letzte Woche für meinen Politische Theorie Kurs an der Uni lesen sollte – und da war’s geschehen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Fast schon angeekelt, aber außerordentlich gefesselt und mit einem großen Gesprächsbedarf arbeite ich mich durch 1984, dem Sinnbild für einen totalen Überwachungsstaat.

Meine Eindrücke sind noch recht verwischt, aber meine Gefühle zu diesem Buch recht eindeutig. Ich habe noch nie etwas so abartig verstörendes gelesen (und es gibt bestimmt noch viel schlimmere, unheimlicher dystopische Bücher), was mich gleichzeitig aber auch positiv geprägt hat. Orwell zeichnet eine Welt, wo alles kontrolliert wird, erschreckenderweise sogar die Sprache, die nach und nach ins sogenannte „Neusprech“ umgewandelt werden soll und das politische aus Wörtern wie Freiheit entnimmt und folglich das Denken begrenzt.

Ich könnte stundenlang über dieses Buch reden, weil es extrem clever und überraschend simpel konstruiert ist, eigentlich für jeden verständlich, wenn man es mindestens in der eigenen Sprache liest, es lässt sich wunderbar diskutieren und interpretieren. Ist es ein Konterwerk zu Thomas Morus´ scheinbar idealer Gesellschaft in „Utopia“ aus 1516? Kritisiert es schlichtweg totalitäre Systeme? Mal Orwell eine mögliche Zukunft eines außerordentlichen Überwachungsstaats? Ist dieses Buch ein Warnschuss oder eher Bewältigung eines vergangenen Systems? Verarbeitet es das Dritte Reich und den Kommunismus unter Stalin? Was können wir aus unserer Zeit wiedererkennen?  Und wie lässt sich das alles  damit vereinbaren, dass Orwell sich selbst als demokratischen Sozialisten ansah?- Fragen über Fragen, die zeigen, wie aktuell, einschüchternd und vor allem wichtig dieses Buch ist. Was von diesen Thesen stimmt, Sinn macht und möglich ist, möchte ich offen lassen, feststeht die enorme Bedeutung dieses Buches und sicherlich auch anderer dystopischer Werke und auch wenn ich mich gut gegruselt habe, denke ich, sollte ich mehr lesen, denn Orwell zeigt so schön, dass dieses Genre so gut als Gesellschaftskritik genutzt werden kann.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende – ich war wirklich auch etwas erleichtert, als ich mit dem Buch fertig war. Ich weiß nicht, ob ich es noch einmal lesen will, nicht, weil es schlecht wäre – ganz im Gegenteil! – sondern weil es etwas mit einem anstellt, als würde man selbst Gehirngewaschen und so einsam und isoliert mit diesem Werk, wie sich der Protagonist Winston fühlt. Denn das ist die abartige Wirkung von Totalitarismus, der Privatraum, eine Zuflucht für einen selbst, Gedankenfreiheit – es geht alles verloren.

Ein zweifelsohne wichtiger, erschreckender und gut durchdachter und schlau geschriebener Roman. Dennoch glaube ich nicht, dass er es trotz seiner Genialität zur besten Bewertung schafft. Das ist zum einen dem etwas dünneren Mittelteil „verschuldet“ zum anderen, weil dieses Buch ein bisschen zu viel für mich war, auch wenn es wirklich schlau ist.  Ich kann zweifelsohne sagen, auch wenn es nicht eines der besten Bücher ist, dass es eines der wichtigsten Bücher ist, die jede und jeder gelesen haben sollte.

Zu dieser Ausgabe: Mehr zufällig, als absichtlich legte ich mir die Schüler-Version von 1984 zu bin und rückblickend sehr froh darüber. Das Englisch ist für jeden, der halbwegs regelmäßig mit der Sprache in Berührung kommt, gut verständlich und die Klärung einzelner, teils spezifischen oder umgangssprachlichen Wörter erfolgt im Anhang. Dazu gibt es Analyse-Fragen (die vermutlich vor allem dafür geeignet sind, wenn man das Buch in der Schule behandelt) und Charakterbeschreibungen wie knappe Inhaltsangaben, was nicht nur perfekt ist, wenn man dieses Buch in der Schule behandeln, sondern auch wenn man einen Klassiker im Original liest und noch ein bisschen mehr darüber nachdenken mag, als das reine Lesevergüngen.

THE VERDICT: Beklemmend, beunruhigend, erschreckend, abartig und dennoch ein Meisterwerk. Ein Spiegel für eine Gesellschaft, die auf den Überwachungsstaat zu läuft und eine zeitlose Kritik. Für meinen Geschmack war es etwas zu unheimlich, aber dieses Werk ist zweifelsohne wichtig und ein Lesemuss. 8.5 von 10 Sternen

Love, Katha

Tagebuch einer Lady auf dem Lande

Autor: E.M. Delafield
DT: Tagebuch einer Lady auf dem Lande
OT: Diary of a provincial lady
Genre: Erzählung
Ersterscheinung: 1930
Verlag: Manhatten
Preis: 6.99 Euro
Länge: 208 Seiten
ISBN: 978-3442546916

Südengland in den dreißiger Jahren: mitten auf dem Lande schreibt eine Lady ihr Tagebuch, schildert alltäglich Verzweiflung an den spießigen Nachbarn,  Zynismus an der reichen Lady, die sie beneidet, Ernüchterung an ihrem Nichtsnutz an Ehemann und ihren Geldsorgen.

Bei diesem Buch spüre ich ein ähnliches Gefühl wie bei Timur Vermes‘ „Er ist wieder da“ – ich wollte es wirklich mögen, ich habe die ersten 100 Seiten auch genossen und gut gelacht und oft geschmunzelt über die bissigen Bemerkungen der Lady, doch irgendwann war es einfach nur immer wieder dasselbe (zum Glück ist es ein kurzes Buch) mit einem merkwürdig abrupten, unbefriedigendem Ende.

Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Einträge wunderbar lustig als tägliche Glosse sind und auch wirklich gut das Gefühl und die Dekadenz des Landadels in dieser sich stark wandelnden Zeit darstellt, aber so wiederholend, wie es geschrieben ist – auch wenn ich einsehe, dass diese Leben auf dem Land mindestens genauso wiederholend ist – langweilt es nach einer Weile und verliert den Esprit den es hatte. Um es gerade heraus zu sagen, so vielversprechend, wie es anfing, habe ich wirklich mehr erwartet.

Dabei fällt es recht scher mit überhaupt einer der Personen zu sympathisieren, weil alles so hochgestochen und teils auch sehr falsch schein und unsere Protagonistin auch einige Fehler hat – wie sich selbst stets als das Opfer anzusehen -, welche die wenigen Sympathiefunken wettmachen. Auch wenn es zu den modernen Klassikern gehört und ich die Weitsicht und den Hauch von modernen Ansichten in einer altmodischen Gegend erkannt habe, denke ich keinesfalls, dass es ein Buch ist, dass man gelesen haben muss.

Zu dieser Ausgabe: Selten hat mich eine Ausgabe so aufgeregt wie diese. Nicht nur ist dieses in keinerlei Weise passendes Cover eine optische Beleidigung, sondern die Idee die Übersetzungen die französischen Sätze Mademoiselles in einen Anhang (und nicht mal alles zu übersetzten, sondern nur längere Sätze oder ganz inkonsequent dann und dann einzelne Wörter) zu stecken. Ich spreche leider kein Französisch und fand es entsprechend sehr nervig ständig blättern zu müssen – Der Gebrauch von Fußnoten war wohl nicht bekannt.

THE VERDICT: Ein klassischer Fall der U-Bahn-Lektüre: flott, kurzweilig, recht amüsant, aber leider nicht nachhaltig beeindruckend und oft wiederholend. Ich hatte mehr erhofft! 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

Komm her und lass dich küssen

Autor: Griet Op de Beeck
OT: Kom hier dat ik u kus
DT: Komm her und lass dich küssen
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (NL): 2014
Verlag: btb Verlag
ISBN: 978-3-442-71443-8
Länge: 448 Seiten

Achtung: Diese Rezension enthält am Ende einen kleinen Spoiler

Mona ist gerade erst neun, als ihre Mutter bei einem Autounfall stirbt und kaum ein Jahr später heiratet ihr Vater eine jüngere Frau, Marie. Für Mona und ihren Bruder Alexander beginnt ein neues Familienleben. In drei Teilen wird Monas Verlauf von einem Mädchen Ende der 70er, zu einer jungen Frau Anfang der 90er, die sich versucht als Dramaturgin zu etablieren und einer Erwachsenen in ihren in den 2000ern.

Schon in der Inhaltsangabe zeigt sich, dass dieses Buch definitiv kein leichter Happen ist, sondern ein sehr beklemmendes Portrait von der Entwicklung eines Mädchens zu einer jungen und schließlich erwachsenen Frau und ihrer Familie. Dabei werden schmerzhafte Themen ausgegraben und beobachtet, wie der Verlust von Monas leiblicher Mutter und dem späteren Schweigen über die Verstorbene, was erschreckend authentisch ist.

Als problematisch und entsprechend enttäuschend fand ich, dass das Buch oft an der Oberfläche blieb, doch gerade da, wo die Familie so still scheint von außen, gerade dort brodelt es doch meistens. Dabei sind die Eindrücke und Probleme, die geschildert werden durchaus sehr lebensnah und realistisch. Erfahrungen, wie das Glück des anderen, den man beneidet und eine stagnierende Karriere, die viele Menschen in ihrem Leben früher oder später durchmachen. So gesehen ist „Komm her und lass dich küssen“ mit seinem wunderbar provokanten Titel ein sehr realistisches Buch- Die Erzählerin geht jedoch leider nicht ins Innere des Geschehens, sondern bleibt beobachtend, nie erörternd, mit einem recht nüchternen Blick, was für ein schweres Gefühl im Bauch sorgt, denn die Tiefe, emotional und inhaltlich fehlt.

Sprachlich gesehen habe ich ein ambivalentes Gefühl, zum einen habe ich den ersten Teil des Buches sehr geschätzt: Mona, um die 9 Jahre, geschrieben wie von einem Kind persönlich, jemanden dieses Alters. Man war ihr nah in der Verwirrtheit ihrer Kindheit und ihrer Gefühle zu den Geschehnissen und ward Teil ihrer Gedanken. Wichtige Konflikte dieses Alters aber auch dieser Zeit – Ende der 70er – wurden aufgeworfen und thematisiert und auch, wenn es eher traurig war, gefiel mir diese Authentizität. An dieser Stelle habe ich auch das Buch wahrlich verschlungen. Schade nur, dass es so nicht in den beiden anderen Teilen verläuft, es gibt mehr Stillstand als Bewegung. Und ich sehe, dass gerade dieser Stillstand im Leben so beeinträchtigend und deprimierend der Kern dieses Buches ist, aber dennoch gefällt mir diese klaustrophobische Umsetzung nicht. Statt mich mitzureißen, war ich eher beunruhigt und manchmal verstört und wartete darauf, was mir diese Geschichte eigentlich sagen möchte, denn meiner Meinung nach ist der Kern eines Entwicklungsromans, mit lernen zu können.

Das Buch ließ sich flott lesen, was mir gut gefallen hat. Das Tempo war zum Ende etwas langsamer, aber insgesamt war es ein recht schneller Roman nicht gutem Lesefluss, was den dritten teil, mit dem ich mich leider nicht anfreunden konnte, erträglicher gemacht hat.

Es gefällt mir, wie wichtige Themen bezüglich der Entwicklung in der Kindheit besprochen werden, das auch schwere und harte Themen zu Tage kommen.  Später wird es zunehmend grausamer: Verwirklichung von einem Selbst, Verlust, Angst, Neid, dem Gefühl nicht zu wissen, wo man hingehört, in einer schwierigen Partnerschaft zu stecken, sich selbst etwas vormachen. Es ist beeindruckend, wie diese Themen fast schon grausam gewählt und behandelt werden und definitiv zum Nachdenken anregen, aber – ob es nun an der Übersetzung liegt oder generell an dem Stil der Autorin – es konnte mich nicht wirklich treffen. Oft wirkten die Beschreibungen falsch gewählt, eine missglückte Wortwahl dämpfte die eigentliche Emotionalität, hinderte an Tiefgang und machte manche Momente fast schon lächerlich. Leider hat dies für mich das Lesen dieser bedrückenden Geschichte in Teil 2 und 3 eher unangenehm gemacht, was mich enttäuscht, da der Anfang so vielversprechend war.

ACHTUNG SPOILER! Zu guter letzt möchte ich anmerken, dass ich große Probleme mit den letzten Seiten hatte, da sie auf eine sehr detaillierte Weise – was sonst im Buch mir gefehlt hat – das langsame Ableben eines Menschen beschreiben, vom Todesröcheln übers langsam Blau anlaufen, was für mich einfach zu viel war, da es doch gruselig; zu detailliert und schrecklich zu lesen war und es mir dabei nicht gut ging. Ich würde mit Bauchschmerzen und einem mulmigen Gefühl hinterlassen. ENDE SPOILER!

THE VERDICT: Ein großartiger Anfang, der leider nicht so fortgesetzt wurde und zu einem an der Oberfläche bleibenden und traurigem Buch mutiert. Wichtige Themen werden angebracht und beobachtet, können sprachlich allerdings nicht der eigentlichen Emotionalität gerecht werden, wodurch die Darstellung sich recht merkwürdig liest. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

Ein großes Dankeschön an das Blogger Portal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

June Faves #17

Moinsen!

Erwas verspätet, aber besser spät als nie! Nach der positiven Rückmeldung im Frühling habe ich überlegt, ob ich weiterhin jahreszeitlich oder monatlich vorgehen möchte und gemerkt, dass im Juni so viel los war, dass der Monat eigentlich einen ganz eignen Post verdient hat. Das ist hier auch ein kleiner Test von einem neuen Format.

In meiner Seitenspalte ganz oben findet ihr übrigens eine kleine Umfrage von mir, die mich unterstützen würde darin, meine Posts hier zu verbessern. Außerdem wäre ich sehr neugierig über eure Meinungen. Bitte macht deshalb mit!

1. Bettwäsche „Strandkrypa“ von Ikea
Blumen, Blumenmuster und vor allem Botanische Zeichnungen sind etwas, von denen ich nicht genug bekommen kann. Und mal abgesehen davon, wie verliebt ich in diese sehr fotogene Bettwäsche bin, muss ich natürlich auch anmerken, dass sie wirklich schön bequem und leicht ist.

2. Vio Bio Getränke
Ich habe eindeutig ein  Sucht-Problem: Vio Bio Limo, Vio Bio Limo Leicht, Vio Schorle… Kann man da eigentlich genug bekommen?  Besonders der roten Vio Bio Limo bin ich sehr zugetan.

3. Whittard of Chelsea No.07 Mango & Bergamot (Green Tea)
Schon seit meinem ersten London Aufenthalt bin ich verliebt in die Tee-Marke Whittard und dieser leichte, frische grüne Tee mit Mango Infusion bestärkt diese Liebe nur, obwohl ich sage muss, dass der Mango-Geschmack sehr leicht ist und es mich eher an eine Mischung aus Sommerfrüchten wie Pfirsich, Nektarine und Mango erinnert.

4. NYX Lip Lingerie in No. 6 „Push Up“
Ein Grund, weshalb ich aufgehört habe, Lippenstift regelmäßig zu tragen, war einfach, dass ich keine Mahlzeit essen konnte, ohne verschmiert auszusehen und das mein Lippenstift überall war – dass es mit den Liquid Lipsticks tatsächlich besser seien würde, konnte ich auch erst glauben, als ich selbst ausprobierte und ich bin wirklich sehr positiv beeindruckt. Das wunderbare an NYX ist, dass sie klar dafür stehen, keine Tierversuche zu machen und qualitativ gute und preislich moderate Produkte haben. Die „Lip Lingerie“ Reihe hat vor allem matte Nude-Töne, wo aber meiner Meinung nach für viele Hauttypen der richtige Ton dabei ist. Ein Tipp ist, weil Liquid Lipsticks sich anfangs sehr trocken anfühlen können, stets davor einen Lipbalsam, Chapstick, Labello oder ähnliches aufzutragen, dann zeiht das Produkt nicht die komplette Feuchtigkeit aus den Lippen. Außerdem muss man etwas warten, bis das Produkt trocken ist, aber dann hält es Mahlzeiten, Getränken und Küssen sehr gut stand.

5. Der Glöckner von Notre Dame Musical im Theater des Westens
Dank meiner besten Freundin Charlie von „Keine Zeit für Langeweile“ hatte ich die Möglichkeit, das aktuelle Musical des Stage Theaters im Theater des Westens in Berlin zu sehen: Den Glöckner von Notre Dame. Zugegebenermaßen, meine Erinnerungen an Disneys Glöckner sind schon stark verblasst, aber ich glaube das hat dazu beigetragen, dass ich gar nicht voreingenommen war. Zwar bin ich keineswegs ein großer Musical-Profi, aber dann und wann sehe ich ganz gerne welche und wurde nicht enttäuscht: Eingängige Melodien, ein dramatisches musikalisches Thema, Kostüme, die zwischen mittelalterlicher grauer Kutte und prächtigen bunten Glitzergewändern schwankten und sehr überzeugende Hauptdarsteller – wobei ich sagen muss, dass besonders die Antagonist mich beeindruckt hat. Mein persönliches Highlight ist jedoch defintiv das Bühnenbild, was auf den ersten Blick sehr statisch wirkt, da es die Notre Dame von ihnen mit dem berühmten runden Fenster zeigt, aber richtig gut genutzt wurde: Ebenen wurden vertauscht, so dass große Glocken zu sehen waren und die Inszenierung des Lichts trug dazu bei, dass das Musical auch anderswo in Paris spielen und überzeugen konnte. Im Hintergrund saß der Chor, der durch seine Präsenz die jeweilige Stimmung der Szene musikalisch schön unterstützt hat. Ich kann also einen Besuch wirklich empfehlen!

6. Jeans Shorts von H&M
Nach einigen Jahren brauchte ich wieder eine Shorts und habe mich für diese bei H&M entschieden. Zugegeben, oft ist bei Hosen das Problem, dass sie mir an der Hüfte gut passen, aber am Bauch zu weit sind. Hier ist es ein nur bisschen so, aber es stört nicht. Erst im Nachhinein habe ich den gestickten Schriftzug auf der Rückseite gesehen, der mir aber gut gefällt und Sommerlaune macht.

7. Schweiz-Urlaub
Mein Urlaub in der Schweiz war zweifelsohne das absolute Highlight dieses ganzen Monats, wenn nicht sogar eins meiner Highlights in diesem Jahr. Mich hat das Land vor allem durch seine Natur mit den vielen hohen Bergen der Alpen und der kristallklaren Seen beeindruckt, aber nicht nur die unberührte Natur, sondern auch die kleinen Gemeinden mit ihren niedlichen Häuser haben es mir angetan. Ich habe zu jeder Station, die ich besucht habe, einen Beitrag geschrieben: Bern und Laupen, Luzern, Domodossola und der Thunersee und das Matterhorn. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich hoffe, irgendwann nochmal dorthin fahren zu können!

8. Buch-Highlight: „The Night Circus“ von Erin Morgenstern
In eine magische Welt des Zirkus eintauchen, wie ich noch nie von ihr gelesen habe und einfach träumen – das fasst dieses bezaubernde Abenteuer am besten zusammen. Ein bisschen ist von jedem Element enthalten: Fantasy, eine herzzerreißende und anziehende Liebesgeschichte und auch etwas mysteriöses. Dazu ein angenehm zu und flüssig lesen, manchmal sogar poetisch anmutender Schreibstil.

9. Teekanne Mediterraner Pfirsich
Was macht Katha, wenn sie etwas mit Pfirsich sieht? Sofort kaufen! Leider habe ich diesen leckeren Tee bisher noch nicht in Deutschland entdeckt.

10. Dusy Color Injection „Alp Green“
Länger habe ich schon nach einer Alternative für die Directions gesucht, aber nichts gefunden. Ehrlich gesagt, kommen mir die Color Injections wie eine schlichte Kopie vor, die Namen der Farben sind sogar ähnlich. Einziger Unterschied: ähnlicher Preis, nur mehr ist in der Dose. Zugegebenermaßen, dass Produkt ist genauso gut, die Farben halten genauso lange (vielleicht minimal kürzer, aber nicht merklich), einzig die Packung ist hübscher und es im Verhältnis günstiger, was auf jeden Fall ein Pluspunkt ist.

Musikalische Highlights

 

Ich hoffe, ihr hattet alle ein paar gute Juli-Tage bisher. Was waren eure schönste Momente und liebsten Dinge im letzten Monat?

Love, Katha

Schweiz-Reise #4: Matterhorn

Grüezi!

Was ist Freiheit? Kann der Mensch frei seien? – Einen Reisebericht mit zwei derart wichtigen philosophischen Frage zu beginnen, mag eigentümlich erscheinen, aber es spiegelt gut wieder, was ich gedacht und gefühlt habe während meines Aufenthaltes in der Bergen, genauergesagt in Gornergrat.

Die Alpen, in diesem Fall die Schweizer Alpen, sind ein besonderer Ort. Von so vielen Menschen jährlich besucht, beobachtet, fotografiert, bewandert, bestiegen und dennoch wirken diese Berge wie ein Symbol für eine unendliche Ferne und der Freiheit auf mich. Hoch oben, wo schon längst keine Bäume mehr wachsen und kleine blaue Blümchen fleckenweise das ausgetrocknete Gras besprenkeln, welches herrlich knuspert, wenn man drauf tritt. Eine Welt, die den Sommer auf eine andere Weise erlebt: Mit Schnee und Eis, wenn auch auf Grund des Klimawandels mit weniger. Wenn man dort oben zwischen den Spitzen der hoch über einen auftürmenden Felsen steht, dort, wo man noch hinwandern kann ohne Kletterausrüstung, bei ca 3000m Höhe, fühlt man wie kostbar es ist, diesen Moment besitzen zu können. Wie schön es seien kann, wenn das einzige Geräusch neben wenigen Touristen vor allem das Plätschern von Schmelzwasser ist und die Luft so gut ist, dass man sie förmlich durch die Nebenhöhlen sich ausbreiten spürt und die Sonne auf einen brennt, wo es keinen  Schutz im Schatten gibt. Diese Mischung aus Ruhe, Verlassenheit, Freiheit, Unendlichkeit, Reinheit und Schönheit überflutete mein Herz.

Ich denke, dass wenn man die Schweiz besucht, das Matterhorn wie ein Wahrzeichen scheint, die spezielle Steinformation, welche die berühmte Toblerone schmückt und für mich war es wichtig, diesen schönen Ort zu sehen – weiß Gott, wann ich das nächste Mal die Möglichkeit habe, dieses Land zu besuchen. Die alpine Sehnsucht ist stark, wenn man stets nur Berge in der Ferne sieht, egal ob man in Bern, Laupen, Luzern oder am Thunersee ist. Man muss  aber auch irgendwie dahinkommen – und das ist leider erschreckend teuer. Schon die Strecke von Visp nach Zermatt mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn war schön: Kleine Dörfer, Wiesen, die man schlichtweg Ricola-Wiesen taufen könnte, grasende Ziegen und Kühe und alles bei bezaubernden Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen.

Unser Glück war, dass die Saison erst vor ein oder zwei Tagen begonnen hatte und die Aussichtsplattform in Gornergrat (gut 3000 m Höhe) ganz gut besucht, aber bei weitem nicht voll war. Erreichen ist dies von Zermatt aus mit der Gornergrat Bahn, einer Zahnrad-Bahn, also einer Bahn die besonders steile Strecken befahren kann. Auch schon auf dieser Fahrt erfährt man einen wunderbaren Ausblick auf die Berge und auf Wasserfälle. Aber selbst für Schweizer Verhältnisse sind die Preise gruselig, allerdings glaube ich auch, dass es eine einmalige Möglichkeit ist, wo sich die Ingestion lohnt und wer gerne wandert, kann selbstverständlich mit Zelt auf dem Rücken selbst hochklettern.

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Denn das Jedermannsrecht in der Schweiz (wie auch in einigen nordischen Ländern) grob gesagt fast überall zu wandern. Und ich ließ mir nicht den Spaß nehmen, vom Gornergrat gute 500 Höhenmeter abwärts zu wandern, was vielleicht nach wenig klingt, aber das keineswegs ist. Für mich war dieses Laufen und Staunen der Höhepunkt der ganzen Reise. Man braucht auch keine Wanderschuhe, ein paar stabile Sneaker reichen bei gutem Wetter vollkommen – obwohl wie auch einige Asiaten in hohen Schuhen sahen.

Einfach Laufen, sich umsehen, dieses Gefühl von ja, auch Freiheit, einatmen. Durch einen wunderbaren Zufall hatte ich auch das Glück zwei putzige kleine Murmeltiere an einem Vorsprung beobachten zu können – nur kurz, denn sie liefen schnell wieder zurück zu ihrem Fels und sonnten sich davor. Wenn ich darüber schreibe, fühle ich selbst, wie ich anfange zu lächeln, weil es ein so belebendes Erlebnis ist.

Mit diesem Beitrag endet auch meine kleine Reihe über die Schweiz. Ich hoffe, ich konnte inspirieren oder wenigstens etwas spannendes, neues schreiben. Mein Fazit ist schlichtweg, dass ich mich in dieses bezaubernde kleine Land verliebt habe!

Love, Katha