Klassiker lesen

Moinsen!

Ich werde heute einfach ins kalte Wasser springen und ein Herzensthema aufgreifen, über das ich schon lange schreiben wollte: Klassiker. Ich weiß, dass es da draußen einige Blogger und Bloggerinnen (die ich nicht namentlich nennen werde) gibt, die Klassiker nicht mit Sternen bewerten, weil es Klassiker sind – ich bin natürlich der festen Überzeugung, das jeder auf seinem Blog so bewerten und schreiben soll, wie er möchte, und ich will keineswegs diese BloggerInnen damit angreifen, vielmehr hat mir diese Entdeckung eher einen Denkanstoß gegeben, mal über Klassiker zu schreiben, denn auch wenn ich hier gern welche rezensiere, scheint es mir, als gäbe es wenige, die darüber schreiben. Manchmal komm ich mir vor, wie ein Fossil oder eine etwas staubig gewordene Uhr in einer dunklen Ecke eines Raritätenladens: Mein Blog ist mein kleines Hobby, aber gleichzeitig auch mit dem tiefsten Wunsch verbunden, andere Menschen für Dinge, die mich begeistern, anstecken zu können. Ich möchte gern davon überzeugen,  dass Klassiker ganz fern ab von obligatorischer Universitäts- oder Schullektüre begeistern können, dass es viele Nischen gibt und genauso wie bei den frischesten Neuerscheinungen ordentlich Diskussions- und Austauschpotential herrscht!

Ein kleiner Exkurs: Ganz oberflächlich gesprochen, glaube ich generell sagen zu können, dass es sehr schwierig ist, präzise mit Sternen zu bewerten. Bei mir geschieht es oft eher aus dem Bauchgefühl heraus (und manchmal vergleichend mit anderen Büchern) als nach einer festen Regel. Warum man Sterne-Bewertungen kritisch betrachten sollte, hat meine beste Freundin Charlie auf ihrem Blog bereits vor einigen Monaten erörtert, wen das interessiert, dem lasse ich gerne den Link dazu hier.

Dennoch finde ich es schwierig pauschal zu sagen, dass abzulehnen, Klassikern im Gegensatz zu allen anderen Genres die Bewertung zu verweigern, unter der Begründung es seien nun mal Klassiker. Das kann man auf verschiedene Weise interpretieren, ob es nun an ihrem hoheitlichen Status liegt oder an etwas anderem, ich weiß es nicht genau.

Nicht jeder Klassiker ist gleich, nur weil sie alle unter der Kategorie „Klassiker“ in einer Buchhandlung gefunden werden können –  und moderne Klassiker sind meistens eine ganz andere Geschichte. Klassiker zu sein ist keineswegs ein Gütekriterium für hochwertige Literatur, meines Erachtens nach gibt es sicherlich genauso viel Schund wie glänzende Literatur wie unter jeder anderen Genre-Kategoie.

Ich glaube auch, dass viele Respekt vor Klassikern haben und vielleicht ist gerade das manchmal auch zu viel des Guten. So frei nach dem Motto „es ist ein Klassiker, es ist unantastbar“. Ich glaube daran nicht: schließlich ist das so als würde man sagen, dass man momentan gehypte Bücher nicht schlecht bewerten könne – nur, dass Klassiker ihre Beliebtheit über lange Zeit behalten haben. Was heute ein Klassiker ist, kann in 50 Jahren zwar noch immer einer sein, der aber langsam in der Versenkung der Unbekanntheit verschwindet. Klassiker sind keine besseren Bücher – es sind einfach alte Bestseller, wenn man es grob sagen will. Deshalb glaube ich, muss man Klassiker auf jeden Fall auch bewerten, wie jedes andere Buch auch (was nicht zwangsläufig in Form von Sternen / Herzen / glitzernden Einhörnern o.Ä. passieren muss). Sie enthalten keinen Bonus.

Wer bestimmt, was ein Klasssiker ist?

Aber was macht eigentlich einen Klassiker? Ist es nur das Beliebtheitskriterium? Hier kann ich nur aus dem Gefühl heraus sprechen, ich habe keinerlei empirisches Material oder literaturwissenschaftliche Fachkenntnis. Schaut man sich in einer Buchhandlung oder in den Untiefen des Internets um, wird man feststellen, dass manche Bücher immer als Klassiker gelten, wie „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen. Andere Werke, besonders fantasy- und science fiction-spezifische Klassiker findet man meist wo anders. Außerdem gibt es auch die Frage nach dem Kanon, also: Was soll gelesen werden? Es gibt etliche dieser Listen, die sich meist genau in einer Sache unterscheiden: Den Menschen, die dahinterstecken. Schaut man sich die ZEIT Liste der 100 Bücher auf Wikipedia an, entdeckt man Rezensenten wie Marcel Reich-Ranicki, die sagen, was man lesen sollte (unabhängig des persönliches Geschmacks). Wirft man jedoch einen Blick auf Beliebheitslisten, sind Einordnungen oft verzerrter und bieten mehr Überblick über das was tatsächlich gelesen wird. Es gibt meines Erachtens nach nicht die eine geniale und über alles stehende Liste, aber es ist doch hilfreich, auf diese „professionellen“ und laienhaften Listen, wie es sie auch auf Goodreads gibt, zu blicken und sich Inspiration zu suchen.

Klassiker finden

Was  wichtig ist, wenn man anfängt, sich in die Klassiker-Welt zu bahnen, ist, dass man nicht Bücher zwangsläufig liest, weil sie „ein Muss“ sind, wenn sie einen nicht im geringsten interessieren (es ist natürlich ganz anders, wenn man dies aus germanistischen Gründe tun möchte). Vielmehr ist es wichtig, nach ähnlichen Themen zu greifen, die man in der zeitgenössischen Literatur auch lesen würde. Beispielhaft wäre hier mein Faible für Liebesgeschichten, entsprechend würde ich zu AutorInnen wie Jane Austen oder den Brontë Schwestern greifen. Wenn mich Detektivgeschichten faszinieren, dann dürfe einem vielleicht Sir Arthur Donan Coyle oder Agatha Christie gefallen. Wenn mich gesellschaftskritisches fasziniert, dann sei es „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Selbiges gilt für Familiensagen, Schauerwerke, Science Fiction und Fantastisches – man wird genauso fündig und ich denke, es erleichtert einen den Einstieg in die Welt der „alten“ Literatur. Es ist einfach, als würde man ein Archiv besuchen und statt eines historischen Romans über die Regency Zeit einfach einen Zeitzeugenbericht lesen. Für mich liegt darin der Charme eines Klassikers: Zeitreisen, alte Wörter entdecken, andere Denkweisen und Konventionen kennenlernen oder einfach gesagt: eine neue Perspektive gewinnen.

Zunächst etwas ganz offensichtliches: Moderne und „alte“ Klassiker lesen sich ziemlich unterschiedlich, aber man kann keineswegs sagen, dass ein Roman, der näher an unserer Zeit liegt, leichter zu lesen sei. Manchmal kann gerade die moderne, etwas experimentelle Literatur sogar deutlich schwerer zu lesen sein, als deutlich ältere Bücher, was ich bei Virginia Woolfs „Fahrt zum Leuchtturm“ feststellen konnte. Pauschal lässt sich wenig bis nichts über den Zusammenhang von Alter eines Romans und den Schwierigkeitsgrad des Schreibstils sagen, denn wo ein Theodor Fontane eine Landschaftbeschreibung nach der nächsten setzt und Charles Dickens eine Figur in aller Ausführlichkeit charakterisiert, ist ein E.M. Forster ganz strikt und arbeitet reichhaltig mit schlichten Dialogen.

Kritisches Lesen

Noch wichtiger: Man muss sich auf jeden Fall auch kritisch mit Klassikern auseinandersetzten, nicht nur, weil sie möglicherweise rassistische Begriffe verwenden, sondern meist auch ein Meinungsbild einer Gesellschaft zeichnen – manche Autoren arbeiten mit Sarkasmus und Metaphern, andere weise auf die Folgen von gewissem Verhalten und Taten, wie Ehebruch bei Madame Bovary, auf tragische Weise hin. Stets mit seinen modernen Augen einen Schritt zurücktreten und sich mit diesen Werken kritisch auseinanderzusetzten ist meines Erachtens nach wichtig: Ist das historisch überhaupt korrekt? Aus welcher Sichtweise wird dieser Klassiker geschrieben? Natürlich gilt das genauso gut für moderne Literatur!

Bei Klassikern tritt Rassismus und andere Formen von Diskriminierung ganz anders auf, als in zeitgenössischen Literatur: die Meinungen  gehen auseinander, wie man damit umgehen kann und sollte, es fängt bei beispielsweise rassistische, sexistische, homophobe, antisemitische (die Liste ist lang) Bemerkungen, Kommentare oder Wörter an und geht hin zur verzerrten oder brutalen Darstellungen.

Gerade diese Erfahrung habe ich in Géza Gárdonyis Werk „Die Sterne von Eger“ gemacht, wo die political correctness total zweifelsohne auf der Strecke bleibt – jedoch denke ich, dass es irgendwie okay ist, dass wir uns in diese Zeit versetzten müssen und sehen werden, dass früher so gesprochen wurde, dass Klassiker auch ein historisches Zeugnis sind und wir, meiner Meinung nach, diese Bücher auch nicht sprachlich angleichen sollen – wir haben kein Recht in den Büchern, die auch Zeitzeugenberichte sind, rumzufuchteln und zu verändern, um etwas „reinzuwaschen“ und dadurch eigentlich eine Lüge aufzustellen, dass diese Autoren politisch korrekt geschrieben haben, wo fast niemand im 19. Jahrhundert, früher oder später, tatsächlich so war. Was man aber machen kann und da bin ich inspiriert worden von Elifs Beitrag auf dem Blog „The Written Word“ (hier der wirklich spannende Beitrag) ist Vor- und Nachwörter zu schreiben, Hinweise im Anhang zu geben und ähnliches. Ich möchte hier keine Debatte anfangen, wo Rassismus und andere Formen von jeglicher Verurteilung beginnen, ob man rassistische Wört aus Kinderbüchern streichen soll und so weiter, ich möchte nicht politisch auf meinem Blog werden, es soll weiterhin einfach um das Lesen von Klassikern (für Erwachsene und Jugendliche) gehen, deshalb schaut einfach bei dem Beitrag vorbei, wenn euch das weiter interessiert.

Zu guter letzt möchte ich ein paar Empfehlungen aussprechen. Diese haben keinen speziellen Fokus auf ein Genre oder Themenfeld, sondern sind einfach Bücher, die mir gut gefallen haben.

Ich hoffe, ich konnte vielleicht zum Anregen von ein paar Klassikern anregen.

Love, Katha

Advertisements

October Faves #17

Moinsen!

Erneut ist die Zeit im Flug vergangen und wir nähern uns dem Ende des Oktobers, der für mich eine ganz neue und hektische Zeit einleitet hat durch meinen Studiengangwechsel und persönlichen Stress. Ein Monat mit Höhen und Tiefen, aber definitiv einer Chance jetzt neu durchzustarten. Auch diesen Monat habe ich einige Favoriten vorzustellen!

1. Lenovo Yoga 720 Laptop
Zum Unistart wollte ich unbedingt mobilisierter und damit auch freier als die letzten 2 Semester werden, denn ich merkte schnell, dass Studieren ohne Laptop echt nicht schön ist, wenn auch möglich. Mein alter Laptop hatte mir lang gedient, aber mit gut 2 kg, 15,6″, einer unerträglichen Hitze des Geräts und kaputtem Akku (und entsprechend nur mit Netzteil benutzbar) war er mehr Last als Nutzen und absolut nicht Uni tauglich. Mein neues Gerät ist mit 1,3 kg ein schnelles und hübsches 2 in 1 Gerät – leider teuer, aber auch auf Grund der hochwertigen Verarbeitung denke ich eine lohnende Invention, die mir schon in den letzten 3 Wochen schon viel Freude gebracht hat. Der Laptop kommt zusätzlich noch mit einem Stift und einem sehr praktischen Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Geräts.

2. Rimmel by Kate Moss Sculpting Palette 001 Golden Sands
Diese Palette besteht aus einem leichten, schimmernden Highlight, einem warmen Counturing-Ton und einem hellen, pinken Blush. Besonders mag ich allerdings den Highligher, da er gut pigmentiert ist und man ihn aufbauen kann, er jedoch  kein bisschen aufdringlich und nach zu viel aussieht.

3. Lesehighlight: „The Essex Serpent“ by Sarah Perry
Das vermutlich schönste Buch, was ich besitze, wurde mir in den letzten Monaten wärmstens auf Instagram empfohlen und ich kann es auch empfehlen. Der Roman ähnelt stark in seiner Lesart einem Klassiker, aber auf eine angenehme, ungezwungene Art und Weise und mit einem dunklen, mysteriösen Hauch. Die emanzipierte Protagonistin schließt man genauso schnell ins Herz wie den wunderschönen Schreibstil. Allerdings machte dieser mir am Anfang der Lektüre wirklich Probleme und ich brauchte einige Zeit um in diesen anspruchsvollen Stil reinzukommen. Das perfekte Buch für dunkle Herbstabende.

4. Es Herbstet!
Herbst ist sicher nicht meine liebste Jahreszeit: Auf windig-regnerisches Wetter, weniger Sonnenstunden und kalte Nächte freue ich mich nicht, allerdings hatten wir diesen Oktober auch eine wunderbare Woche goldenen Herbstes mit Sonne und den wunderbaren bunten Farben hier in Berlin gehabt – so dass man am liebsten einen Spaziergang durch das frische und dichte Laub machen würde.

5. Kinogang: Victoria & Abdul
Dieser lustige, manchmal zum Fremdschämen einladende aber das Herz wärmende Film mit der wunderbaren Judi Dench in der Hauptrolle erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen der britischen Monarchin Victoria und einem muslimischen Inder. Historisch sicherlich ziemlich romantisiert und weiß Gott, wie inkorrekt, aber das ist sicher nicht der Anspruch. Wer einfach einen netten Film sehen möchte, ein bisschen lachen und abschalten, kann ich diesen (man kann es wirklich nicht anders sagen) süßen Streifen empfehlen.

6. Neuer Studiengang
In meinem letzten Beitrag zu meinen Tipps für Erstsemester bereits angedeutet, wollte ich hier noch ein bisschen genauer werden: Ja, ich habe meinen Studiengang von Sozialwissenschaften (Soziologie und Politikwissenschaft) auf Deutsch und Ethik mit Lehramtsoption gewechselt. Meine Entscheidung wurde getragen von mehreren Faktoren (ich fühlte ich nicht wohl, ich hatte große Schwierigkeiten mit Statistik und ich merkte, dass meine Kompetenzen und Stärken in anderen Bereichen liegen) und ich kann nun nach gut 2 Wochen Studium bereits sagen, dass ich mich tausendmal besser aufgehoben fühle, als in meinem ersten Studiengang und das erste Mal habe ich überhaupt das Gefühl, dass ich nicht nur studiere auf Grund dieser peseudo-verpflichtung „Wenn du ein gutes Abi hast, musst du studieren“, sondern auch, weil ich mich begeistern lassen kann von meinen Modulen und sogar privat gerne über die Uni spreche – und ich glaube mittlerweile fest, dass Studium so seien sollte. Natürlich habe ich eine Menge um die Ohren und es ist anspruchsvoll und anstrengend, aber wenn man wirklich fasziniert und interessiert teilnimmt, fühlt es sich nicht an wie eine Last (oder zumindest eine tragbare).

7. Kupferfarbige Kleiderbügel
Diesem Trend konnte ich absolut nicht widerstehen! Di Kleiderbügel (5 Stück für 4€ bei Primark) sind nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick und haben eine gute Breite für meine Kleidungsstücke und sehen besonders, wenn man wie ich einen offenes Kleiderschranksystem hat (genau gesagt: Elvarli von IKEA) schön aus.

8. Leuchtturm 1917 Notizbuch Punktkariert
Wenn man einmal im Internet Inspiration für sein Bullet Journal sucht, stößt man schnell auf viele Leuchturm 1917 Noitzbücher Fans (besonders im englischsprachiegen Raum), dabei fielen mir die sogenannten Punktkarierten Versionen auf, weil ich zuvor noch nie etwas dergleichen gesehen habe – allerdings sind diese besonders für BuJos geeignet und ich bin echt positiv überrascht, wie handlich dieses Design ist, um neue Seiten zu designen und kleine Zeichnungen anzufertigen.

9. Dunkelblauer Rollkragenpullover
Ich hätte es selbst nie gedacht, dass ich eines Tages Rollkragenpullover mögen würde, nachdem ich sie jahrelang für schrecklich empfunden habe. Allerdings seitdem ich einigen Modebloggern wie Jenny Cipoletti von „Margo & Me“ folge, fühle ich mich inspiriert, Kleidungsstücke anzuprobieren, die ich in einer bestimmten Kombination oder auch so nicht tragen würde und bei diesem Rolli hat’s gefunkt. Er ist nicht dick, aber auch nicht zu dünn, lässt sich auch toll unter Kleidern tragen und dadurch, dass er in der Mitte ein paar Längsstreifen hatschmeichelt er auch der Figur.

Musikalische Highlights

Wie war euer Oktober und was waren eure Favoriten?

Love, Katha

Tipps für das Erste Semester

Moinsen!

Minimal verzögert zum Studienstart, wollte ich nach meinem eher desillusionierenden Beitrag zu meinen Uni-Erfahrungen einen positivenPost für alle Erstis schreiben –  ganz allgemein und auch ein bisschen Humboldt-Universität-spezifisch. Obwohl es technisch gesehen, schon mein drittes Hochschulsemester ist, ist das Wintersemester 2017/18 durch meinen Studiengangwechsel auch irgendwie wieder mein erstes Semester und damit auch ein erneuerter Sprung ins kalte Wasser. Diesmal habe ich mir allerdings vorgenommen, mich nicht so überrumpeln zu lassen von den vielen neuen Dingen, sondern organisierter und entspannter (und auch mit weniger hohen Erwartungen) an den neuen Studiengang anzugehen und alles einfach auf mich wirken zu lassen. Es sind meine eigenen spezifischen Vorbereitungen für die Humboldt Universität zu Berlin – jede Uni ist da anders – aber ich denke, dass auch allgemeingültiges dabei ist.

Worauf ich nicht eingehen werde sind Bafög und Alleine-Wohnen, da ich dahingehend mangels Erfahrung keine hilfreiche Information geben kann.

1. Selbstständigwerden

Meine Uni stellt mir leider recht wenig Information zum Ablauf der kommenden Wochen, aber mit ein paar Klicks und dem Besuch der Facebook-Seite meiner Fachschaft bekam ich schon ein viel genaueres Bild davon, wie die Einführungstage aussehen würden. Wenn die Fachschaft, der einzelne Studiengang oder sogar eine spezifische XY Erstis WiSe 2017/ 18 auf Facebook existiert, kann ich sehr empfehlen, dort vorbeizuschauen. Natürlich ist es schade, dass man damit Menschen, die aus guten Gründen kein Facebook besitzen, Steine in den Weg legt! Ich habe zwar schnell bemerkt, dass dort weitaus mehr gepostet wird, als studiumsrelevante Sachen, wie beispielsweise Suche von VersuchsteilnehmnerInnen und WG-BewohnerInnen, Werbung für eine bestimmte Demonstration, soziale Initiative oder einen Gelgenheitsjob. Entsprechend habe ich sie recht schnell stummgeschaltet und nur noch ab und zu reingeschaut, aber oft waren Diskussionen und Informationen zu tatsächlich relevanten Sachen dabei.

Es gibt im Internet auch ganz viele Posts und Foren zum Thema Ersti oder zur bestimmten Uni und man kann sich richtig schnell wahnsinnig davon machen lassen, was man alles tun muss oder lassen seien soll. Deshalb gilt auch hier: ruhig bleiben. Natürlich muss ich realistisch sein: Die nächsten Wochen der Eingewöhnung werden zweifelsohne stressig und hart, man kann kaum alles perfekt machen. Und das ist okay!

2. Uni-Organistaion

Es lohnt sich, so schnell wie möglich den eigenen Campus kennenzulernen, beispielsweise durch angebotene Campus-Tour oder eigene Initiative.
Ebenfalls ist es in einer digital organisierten Welt wie der unseren, essenziell einen Internet-Zugang für zu Hause über VPN und Internetprofile (Uni-eigene Emailadresse, sowie Profile zur Prfüungsanmeldung und Kursorganisation, je nachdem was es an der entsprechenden Uni gibt) zu erstellen. Es geht praktisch alles übers Web und bevor man etwas verpasst. Dabei ist den Stundenplan erstellen ganz wichtig, was viele nun schon hinter sich haben werden, und wichtige Fristen, wie akademische Ferien und Prüfungsanmeldezeiträume, zu kennen.

Es gibt etwas namens Stundenplan-Beratung in meinen Einführungstagen, aber als mittelalter Hase kenne ich das leidliche Auslosverfahren meiner Uni schon. Zur Orientierung ist die sogennante Studien- und Prüfungsordnung, die man meist durch Googlen oder auf der Webseite des eignen Fachbereichs, schnell finden und ausdrucken kann. Für mich wurde schnell klar, dass die Webseite meiner Fachbereiche ganz schnell in das Lesezeichen meines Browers kommen würden, da dort (ähnlich wie auf der Fachschaftseite auf Facebook) alles steht, was man wissen muss.

Jetzt zum schönen Teil: Unis bieten ganz viel kostenlos an solange man StudentIn ist, also lohnt sich ein Blick, inwieweit man beispielsweise Microsoft Office, Anti-Viren- und Literaturverwaltungsprogamme wie Citavi und Endnote kostenlos herunterladen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man sich das Uni eigene VPN heruntergeladen hat (irgendwie hängt alles mit allem zusammen). Viele Shops und Webseiten bieten auch Studenten-Rabatte an, was beispielsweise bei ASOS über die Uni eigenen Mailadresse läuft, anderswo muss man sich über eine Webseite anmelden, wie Student Beans. Und Spotify gibt’s auch für weniger. Möchte man auch im Ausland von den Rabatten profitieren, wie für Museen und Attraktionen und vieles mehr, kann man sich recht einfach einen internationalen Studentenausweis kaufen – an meiner Uni kostet er 12 Euro und ist für 16 Monate gültig.

Wenn man wie ich noch einen alten Papierlappen als Stundenausweis und Monatskarte hat, muss man sich zusätzlich eine Mensa-Karte verwenden. In Berlin befindet sich die sogenannte Campus Card noch in der Testphase und man muss extra beantragen, wenn man sie verwendne will. Es lohnt sich einen höheren Geldbetrag auf die Mensa-Karte zu laden, denn die Schlange vor dem Aufladeautomaten ist so ziemlich das ganze Jahr lang ziemlich lang. Bei mir kann man die Karte nicht nur in der Mensa aufladen, sondern auch in der Bibliothek (habe ich Ende des 2. Semesters herausgefunden), wo die Schlange bedeutend kürzer ist. Die Mensa meines Campus‘ ist nicht mein liebster Ort zum essen, besonders weil es dort oft überfüllt und hektisch ist. Ich möchte niemanden dazu motivieren, 15 Minuten vor Vorlesungsende sich herauszuschleichen, nur um die Schlange zu meiden, denn manchmal wird genau am Ende noch mal etwas wichtiges gesagt. Meine Lieblingsmensa  (Mediziner-Mensa des Campus Nord) liegt nicht auf meinem Campus, aber ich gehe gerne in einem Freiblock dorthin. Das tolle ist auch, dass man mit der Mensa Karte die Mensen der anderen Berliner Unis mitbenutzen kann, was die eigene Mobilität deutlich erhöht.

Mobilwerden durch Tablet und /oder Laptop. Ich dachte wirklich, ich würde es auf meine Oldschool Variante schaffen und ich bin noch immer überzeugt, nicht mittippen zu müssen, in den Vorlesungen, sondern zu schreiben, weil ich so effektiver lerne – allerdings Freiblöcke und Pausen kann man mit dem Laptop wirklich produktiver gestalten. Ich habe viele gesehen, die neben einem Laptop ein Tablet mitbringen und es wurde mir von ein paar Dozenten wärmstens empfohlen, mir ein Tablet zuzulegen. Es ist leider alles eine Geldfrage, aber wer sich vor dem Studium fürs Studium einen Laptop zulegen will, dem kann ich wärmstens empfehlen auf Akkuleistung und Gewicht zu achten. Letztendlich habe ich mich schließlich für ein 2 in 1 Gerät entschieden und bin bisher sehr glücklich damit.

Begriffe wie Regelstudienzeit, Stipendium, Hochschulsport, Fachschaftsrat etc werden einem um die Ohren geworfen: Es lohnt sich, sich grob damit zu beschäftigen und sich mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen vertraut zu machen, aber ob man daran teilnehmen muss, wie an Sport ,oder alles schafft in Regelstudienzeit stellt sich sowieso erst über die Zeit heraus: Warum sich also von so etwas verunsichern lassen?

3. Ein paar andere Sachen, die ich anderen ans Herz legen möchte

  • Unbedingt die Bibliothek kennenlernen und Recherche Fähigkeiten verbessern
  • Mit höheren Semestern quatschen und einfach zu hören
  • Die Studien- und Prüfungsordnung ganz gründlich lesen
  • Nicht davor scheuen, andere anzusprechen – schließlich sind gerade in den Einführungsveranstaltungen alle im selben Boot
  • Ausschauhalten nach Verteilunsgtagen der Campus Tüte für ein paar gratis Goodies, wie Ovomaltine
  • Nicht zu viele Kurse besuchen (auch wenn es im Vergleich zu Schule nach wenig aussieht, es ist wirklich viel)

 

4. Sozial Werden

Möglich durch Campus- und Kneipentour, wie Ersti-Fahrt. Diese Enden bekanntlich mit viel Alkohol und sind nicht unbedingt etwas für jedermann. Die Einführungstage sind die entspannte Variante, um andere kennenzulernen, denn spätestens in der Vorlesungszeit sind alle so gestresst, das niemand mehr Zeit für so was hat und wie meine Erfahrung aus den letzten zwei Semestern gezeigt hat, studiere ich auch nicht, um die Freunde fürs Leben zu finden. Aber die Einführungstage sind schon vorbei? Macht doch nichts. Wie so oft im Leben ist es so: Wenn man es zwanghaft will, bekommt man es nicht oder zumindest ganz selten. Es gibt etliche Uni-Partys, die in den nächsten Wochen auftauchen werden – ich habe gemerkt, dass ich weder eine Partygängerin bin noch dass es so wichtig ist. Da kommt ein schöner Anglizismus ins Spiel: FOMO (Fear of Missing out) und ich bin überzeugt, dass man sich definitiv schützen muss, denn bei all den Parties, Veranstaltungen, Treffen und Demos, die es zur Auswahl gibt, kann man sich sehr einschüchtert fühlen: Muss ich da mitmachen? Und am Ende kommt das eigentliche Studieren zu kurz.
Und Sozial Werden heiß auch: Wenn deine Freunde oder dein*e BeziehungsparterIn, wo anders studieren (ob Stadtintern oder nicht) trefft euch, denn die beste Methode bei diesem ganzen Uni-Stress nicht verrückt zu werden, ist durch Leute, die einem gut tun (und vielleicht an die schönen, stressfreieren Schulzeiten erinnern). Rückblickend sehe ich, dass ich mir einen hohen Eigendruck gemacht habe, möglichst allen zu gefallen und einen guten Eindruck zuhinterlassen, so dass ich zwischenzeitlich vergaß, das es darum  in erster Linie um mich geht.

Und dann kommen noch die coolen Blender, die einem erzählen, dass sie vor dem Studium in Afrika waren und 1,0 haben und diese Studiengang eigentlich nicht das ist, was sie können, aber neue Herausforderungen lieben – einfach weghören und nicht einschüchtern lassen. Ich habe in meinem Beitrag zu meiner Uni-Erfarung lang und breit darüber gesprochen, deshalb werde ich diesbezüglich nicht in die Tiefe gehen., aber wen es interessiert, der kann hier nachschauen.
Es ist fast schon peinlich zu sagen: Ich habe in meinem letzten Studiengang zwei KommilitonInnen gehabt, mit denen ich gut klar kam aber bei weitem nicht eng befreundet war. Es ist wirklich wohltuend mal kurz ein bisschen zu quetschen und nicht über etwas wie Statistik nachdenken zu müssen. Ich will nicht sagen, dass Freunde und eine Clique an der Uni zu finden, überbewertet ist, keineswegs ist es so und es ist wichtig, sich nicht abzukapseln, aber man sollte sich gleichermaßen meiner Meinung nach nicht verrückt machen,wenn man nach zwei Wochen nicht die „ultimativen Sqaud Goals“ hat. In meinem neuen Studiengang bin ich viel schneller auf sympathische, offene Leute getroffen, was nur beweist, dass es auch eine Glücks- und Zufallssache ist.

Und wenn’s nicht perfekt läuft: Ideales Zeichen, das man ganz normal ist.

5. Ein paar Tipps zum Vorbeischauen:

Habt ihr noch Tipps und Ideen? Was waren eure Erfahrungen als Erst-Semester? Ich freue mich auf Kommentare!

Love, Katha

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Autor: John Irving
OT: The Cider House Rules
DT: Gottes Werk und Teufels Beitrag
Genre: Roman
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (US): 1985
Verlag: Diogenes
Preis: 14.90 €
ISBN: 9783257218374
Länge: 833 Seiten

Homer Wells wächst in einem Waisenhaus in einer kleinen Gemeinde namens St. Cloud’s im US- Bundestaat Maine auf. Nach mehreren gescheiterten Adoptionsversuchen, entschließt sich das Personal Homer zu behalten. Er wird älter und es scheint unvermeidlich, dass Homer eines Tages herausfindet, dass der leitende Arzt des Waisenhauses nicht nur Geburten, sondern auch gegen das Gesetz Abtreibungen durchführt. Als der Arzt schließlich den Teenager Homer fragt, ob er nicht bei ihm Medizin lernen wolle, kommt der Stein ins Rollen und eine Odyssee beginnt.

Vor längerem hab ich mal einen Text gelesen, in dem sich einer meiner Lieblingsautoren, Benedict Wells, dazu äußert das die Romane „Gottes Werk und Teufels Betrag“ sowie „Das Hotel New Hampshire“ des amerikanischen Autors John Irving ihn inspiriert hätten, Autor zu werden – das konnte ich nicht ignorieren, vor allem seit dem mich dieser Roman mit dem roten Apfel und dem faszinierenden Titel auf dem Instagram Account @paper.and.poetry mehr oder minder verfolgt hat. Also habe ich meine kleine Abneigung gegen dicke Bücher über Bord geworfen und den Roman zu meinem September-Urlaub bei den Großeltern mitgenommen – und absolut verschlungen!

Kleine Anmerkung am Rande: Ich finde sowohl den englischen Original-Titel „The Cider House Rules“ (also: die Regeln des Cider Hauses) als auch den deutschen „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ sehr passend. Beide beziehen sich auf andere Aspekte des Romans, treffen aber den Nagel auf den Kopf. In gewisser Weise kann man das Buch auch in genau diese zwei Teile einteilen. Allerdings finde ich, dass der deutsche Titel viel spannender und mysteriöser (und vielleicht auch verlockender) klingt, als das Original.

Ich erwischte mich öfters dabei, wie ich mich hinsetzte, um kurz ein paar Seiten zu lesen und nach 70 Seiten kurz aufzuhorchen, um festzustellen, wie schnell man diesen dicken Schinken wegliest. Ich würde nicht sagen, dass es ein fesselndes Buch ist, denn man kann es durchaus mal für einen Tag bei Seite legen, sondern eher ein kurioses Buch, bei dem man, erstmal angefangen zu lesen, überhaupt nicht mehr wegkommt – und doch lohnt es sich, immer mal wieder den Roman bei Seite zu legen und etwas über Geschehen und iNhalt zu sinnieren, denn Irving grast zweifelsohne auch ernste Themen ab, die aber überraschenderweise nie schwer wirken und einem auf dem Magen liegen. Ich bin wirklich beeindruckt von der Leichtigkeit, der Frische des Romans.

Ich glaube nicht, dass es eines meiner Lieblingsbücher wird, auch wenn es herrlichen schrullig und angenehm ist, weil mir dazu vielleicht das gewisse Etwas fehlt und der Roman manchmal auch ein bisschen zu tief in die ulkige Kiste greift, aber nichtsdestoweniger ist es ein toller, empfehlenswerter Roman, der auch perfekt ist, wenn man sich geistig einfach ablenken will. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich erstens die Verfilmung des Romans sehen möchte und zweitens weitere Romane Irvings kennenlernen möchte, denn dieses Buch hat echt Spaß gemacht.

THE VERDICT: Ein etwas anderes Buch, ganz anders als erwartet: ich wurde positiv überrascht von der angenehmen Schlichtheit von Irvings Schreibstil, von der Tragikomik der Handlung, von den ersten und den fröhlichen Tönen und wie ein so dickes Buch nie langatmig wirkt, sondern stets etwas von Frische mit sich bringt. Nicht umsonst gilt „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ bereits als moderner Klassiker. 8.5 von 10 Sternen.

Love, Katha

A Gentleman in Moscow

Autor: Amor Towles
OT: A Gentleman in Moscow
Genre: Roman
Sprache: Englisch
Ersterscheinung (US): 2016
Verlag: Viking
Preis: 27 US Dollar
ISBN: 978-0-670-026197
Länge: 462 Seiten

Auf Deutsch unter dem Titel „Ein Gentleman in Moskau“ erschienen.

Der russische Graf Alexander Ilyich Rostov wird im Jahr 1922 zu lebenslangem Hausarrest im Moskauer Metropol Hotel verurteilt. Dort lernt er über die Zeit neben dem außergewöhnlichen Personal auch amüsante Gäste kennen und die geheimen Ecken des Hotels, während außerhalb des Hotels die Welt sich brisant verändert.

Ein auf Goodreads und Instagram stark gehyptes Buch mit einem wunderbaren Cover und einer spannenden, sehr politisch klingenden Geschichte, die im Russland des frühen 20. Jahrhundert spielt, klang nach etwas für mich – leider sollte sich über den Weg einige  Probleme mit diesem Buch für mich offenbaren. So brilliant die Idee ist und so wunderbar der originell Schreibstil Towles‘ auch glänzt, fehlt mir bei diesem Roman die psychologische und emotionale Tiefe. Vielleicht bin ich bereits durch Wells’sche und Zweig’sche Werke so verwöhnt, dass ich erst jetzt merke, wie wichtig mit dieser gewisse seelische Tiefegang ist, aber hier fehlt sie und sorgt generell dafür, dass vieles recht unglaubwürdig scheint: Wie kann jemand, der 30 Jahre in ein Luxus-Hotel eingesperrt ist, sich so wenig verändern, so gelassen und lebensfroh bleiben?

Man blickt so wenig in Count Alexander Rostov hinein, was wirklich schade ist, wo er eine herrlich schrullige Figur alter Schule ist undman ihn auf Grund seiner Liebenswürdigkeit nur mögen kann und mehr über das emotionale Innenleben dieser Figur erfahren möchte, aber nein! Rostov ist ein wahrer Gentleman mit kleinen Macken und einer Expertise für gute Essen, eine Figur, die in einem Film sicherlich auch eine Menge hermachen würde, da er oft wirklich gute Spüche und kleine Lebensweisheit auf Lager hat. Eine sonderbare, interessante Figur, die aber unglaublich oberflächlich beschrieben bleibt, was seine Gegenwart und Zukunft betrifft, denn die einzige Art, wo man ihn wirklich kennenlernt, ist durch Rückblenden. Dies macht mich ziemlich traurig, weil ich Rostov schnell in mein Herz schloss und meine Erwartungen damit ziemlich hoch an den Roman waren und leider enttäuscht wurden.

Mir scheint, als grase man in einem gemächlichen Tempo 30 Jahre ab und immer wieder kommen lustige, merkwürdige Figuren dazu, alles ist wirklich ganz nett, aber leider auch nicht mehr. Bei einem Buch, welches auf Plattformen wie Goodreads sich so hoher Beliebtheit erfreut und wirklich gehyped wird, bin ich irgendwie enttäuscht – bin ich zu anspruchsvoll? Sehe ich etwas bestimmtes nicht? Mir ist die Beliebtheit dieses Buches nicht ganz klar. Vielleicht habe ich auch gehofft, dass es politischer wäre oder zumindest russischer – was nun recht komisch klingt, aber man hatte das Gefühl, dass man der russischen Kultur nicht oft nah war. Letztes Jahr las ich „Die Schwester des Tänzers“ von Eva Stachniak – die schließlich auch keine Russin ist, aber über eine polnisch-rusische Familie schreibt. Dort hatte ich das Gefühl, dieser spannenden Kultur und Mentalität und dem Zeitgeist der 20er bis 50er viel näher zu sein.

Ich muss auch gestehen, dass man Impuls, den Roman im Original zu lesen, nicht unbedingt der richtig war. Ob es nun an Towles amerikanischen Englisch liegt und seiner Liebe für seltene Synonyme zu bekannten Worten oder ob mein Englisch einfach nicht gut genug ist – ich weiß es nicht. Allerdings passt diese besondere Wortwahl sehr gut zum Protagonisten und dem Hotel (die ja beide praktisch ein Relikt aus alten Zeiten sind). Sehr merkwürdig  fand ich, das Temperaturangaben in Fahrenheit angegeben wurden – klar, ein amerikanisches Buch, das allerdings in einer Region spielt, in der eindeutig mit Celsius gemessen wird. Meines Erachtens nach ein kleines Detail, was zeigt, dass Towles nicht so richtig über den Tellerrand schaut. Fest steht, dass sich dieses Buch im Original nicht besonders leicht lesen lässt und man deshalb recht langsam vorankommt, was den nicht vorhanden Spannungsbogen nicht verbessert. Generell: Dieses Buch ist nicht spannend, es ist interessant und manchmal sehr faszinierend, meistens ganz nett, aber auch etwas langweilig. Ich habe gemerkt, dass das Lesen sich mit zunehmender Seitenanzahl recht klaustrophobisch anfühlt – man merkt wirklich, was für einen großen Unterschied es macht, dass man in Romanen verschiedene Hanldungsorte hat. Anderseits ist es auch ein genialer Schachzug, um sich in die Lage Rostovs  hineinzuversetzten, in die gewisse Eintönigkeit des Hausarrestsdaseins.
Überrascht haben mich allerdings die letzten 80 Seiten, die sehr plötzlich kamen, wo die Figuren inklusive des Protagonisten, endlich mal Gestalt annahmen und sich auch mal was bewegte, die Geschichte bekam vielmehr Charakter und auch Ernst, so wie ich es mir ehrlich gesagt über den ganzen Roman gewünscht hätte. Eine positive Überraschung zum Schluss, die mir wirklich hervorragend gefallen hat.

Ich glaube generell sagen zu können, dass ich etwas anderes erwartet habe, dass ich bei einem politisch so spannenden Thema in einer politisch so spannenden Zeit, ein deutlich gesellschaft-poltischeres Buch erwartet habe und schließlich ein nettes, manchmal sehr lustiges und warmherziges Buch über die Geschichte eines Mannes, der in einem Hotel lebt (es scheint eher zufällig als aufgezwungen) und den interessanten Leuten begegnet und so manche Lebensweisheit auf Lager hat. Wenn man es eher als nette Lektüre und nicht als historischer Roman ansieht, fällt ein ganz anderes Licht auf das Buch. Vielleicht wollte ich dieses Buch auch einfach zwanghaft lieben, weil es so beliebt ist. Aber es ist nicht so. Und vielleicht kann man diesen Roman in Form eines Filmes besser gestalten als in Form eines Romans.

Ein weitere Problem was ich hatte, waren bestimmte historische Logik-Geschichten. Mal abgesehen davon, das die Geschichte historisch in vielerlei Hinsichten (ich möchte nicht spoilern) ziemlich unmöglich ist – was wieder zeit, dass es ein nettes Buch für das Herz ist – fand ich es schade, dass der Zweite Weltkrieg so krass ausgespart wurde. Als hätte er mit seinen Nachwirkungen einfach nicht stattgefunden. Man muss kein russischer Geschichtsexperte sein, damit einen das stört. Ebenfalls merkwürdig: An manchen Stellen gab es Zeitsprünge, die mit Jahreszahlen markiert wurden – bei anderen Stellen fehlen sie. Das fand ich mehr als verwirrend.

Eine kleine Anmerkung: Ich merke, dass ich in dieser Rezension stark auf Kritikpunkte eingehe und weniger, auf das was mir gefallen hat – es ist keineswegs ein schlechtes Buch, es ist vielmehr ein Buch, was enttäuscht hat, weil ich mehr erwartet habe. Ich glaube, man muss ein spezieller Lesetyp sein, der einen blumigen, anspruchsvollen Stil und liebeswürdige Charaktere schätzt und dem historische Unmöglichkeiten nicht interessieren und darüber wegsehen können, dass dieser Roman viel zu westlich wirkt, dafür, dass er in Moskau spielen soll.

Zu dieser Ausgabe: Das Cover ist einfach wunderbar und sehr passend zum Inhalt und hat mich, ich gebe es auch gerne zu, angeregt in diesen Roman reinzuschnuppern. Jedoch muss ich mich auch ein bisschen auf hohem Niveau beschweren: Dieses Buch ist riesig – mir ist schon vor langem aufgefallen, dass englische Bücher bei weitem nicht in einheitlichen oder ähnlichen Größen herauskommen, aber dieses Buch war fast so groß wie bei 13 Zoll Laptop, was enorm unhandlich ist.

THE VERDICT: Ich habe bin hin und her gerissen, denn die Idee des Romans ist genial, der Protagonist trotz fehlender Entwicklung herrlich und unverkennbar schrullig – dieser Roman schildert ein Kuriositätenkabinett. Leider hat es mir an Ernst und Tiefe gemangelt, was sich nur auf den letzten Seiten gebessert hat. – dafür allerdings merklich. Leider wurden meine Erwartungen enttäuscht: Es ist ein wirklich nettes Buch, was bei Zeiten sehr lustig ist, aber nicht herausstechend und oft viel zu amerikanisch gedacht ist. Das gut durchdachte Ende hat viel dazu bei getragen, dass es hier ein paar Sternchen mehr gibt. 6 von 10

Love, Katha

September Faves #17

Moinsen!
Der Monat September ist so schnell an mir vorbeigezogen – genauso wie das frühherbstlich Wetter und nun ist es bereits kalt und stürmisch und wir sind mitten im Herbst. Deshalb möchte ich heute ein paar meiner Highlights aus musikalischer wie bibliophiler Sicht zeigen, so wie ganz generell ein paar Dinge, die mir im September besonders gefallen haben.

1. „Schachnovelle“ von Stefan Zweig
Mein dritter Zweig hat mich genauso wie die „Ungeduld des Herzens“ (wovon ich in privaten Kreisen noch  immer schwärme) absolut in den Bann gezogen: Eine starke und spannende Novelle über zwei verschiedene Schachspieler. Ich mag es sehr, wie Zweig dem Wahnsinn Wort und Charakter gibt und dem Leser das Gefühl, mit der handelnden Figur in die unendlichen Wirre der Irrnis einzutauchen. Sehr empfehlenswert!

2. Schokomüsli von Cerbona
Ein ungesundes, aber herrlich leckeres Vergnügen ist das Schokomüsli mit dunkler Schokolade und Knusperstücken des ungarischen Herstellers Cerbona. Ich finde es immer ganz toll, im Urlaub in Ungarn Sachen zu probieren, die es nur dort gibt.

3. Erstwählerin sein
Letztes Jahr durfte ich bereist für mein Bundesland Berlin wählen – doch dieses Jahr war ich Erstwählerin bei den Bundestagswahlen, also eigentlich schon mein zweiter Urnengang, aber dennoch eine tolle Sache, sich nun endlich auch politisch in Form meiner Stimme äußern zu können und dieses Recht zu nutzen – unabhängig von dem Ausgang der Ergebnisse dieser Bundestagswahl, was nochmal ein ganz anderes Thema ist.

4. Ovomaltine Crunchy Cream
Diese (leider teure) Alternative zu Nutella hat mich wirklich überzeugt, besonders mit den Crunchy-Stückchen ist es ein besonderer Geschmack, der mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist – beide Brotaufstriche sind aber genauso süß und ungesund. Am liebsten streiche ich diese Nuss-Malz-Creme auf meinen Eierkuchen, aber auch auf dem Frühstückstoast ist sie lecker (wenn auch ein bisschen zu schade dafür).

5. Tee-Set vom Trödel
Katha hat den Trödel für sich entdeckt: Wunderbare Bücher in tollen alten Ausgaben, die fast wie neu aussehen und Unmengen an entzückenden Kleinkram kann man auf Trödeln und Wohnungsentrümpelungen finden, wenn man ein gutes Auge und Geduld mitbringt. Dieses süße Teeset aus bayerischem Porzellan habe ich zusätzlich mit einem passenden Kuchenteller für schlappe 4 Euro bekommen! Eine neue, elegante Art meinen Tee wie eine vornehme englische Dame einzunehmen, finde ich.

6. 7/8 – Straight Jeans mid rise mit Fransen
Ich verkünde offiziell den Anfang des Endes der Skinny Jeans. Die superenge Hose, die jetzt nun seit bestimmt 10 Jahren in allen Läden die Hosen-Abteilung sämtlicher Modegschäfte dominiert und diktiert, zählt ihre letzten Tage. Nun, ganz so dramatisch ist es nicht, ich mag meine alten Skinny Jeans nach wie vor sehr gerne, aber nun wo ich mir im August inspiriert von den vielen Boyfriend- und Straight Jeans tragenden Bloggerinnen eine gerade geschnittene 7/8-Hose gekauft habe, bin ich begeistert, wie unglaublich bequem diese ist und dass auch locker fallende Hosen meinem curvy Figurtypen schmeicheln können – plus: Man hat nicht den Kampf die Hose über die Ferse bekommen zu müssen und wie ein Idiot in die Jeans zu hüpfen.

7. Smart Closet App
Empfohlen von der wunderbaren Modedesignerin und YouTuberin Justine Leconte (ich kann einen Besuch bei ihrem Channel von ganzem Herzen empfehlen) lud ich mir die „Smart Closet“ App auf mein Handy. Man kann durch Abfotogarfieren der eigenen Kleidungsstücke und detaillierten Angaben wie (Kleider < kurze Kleider ) diese  fast wie in Schubladenbzw. Unterkaterogien ordnen. Zusätzlich hat die App eine Lookbook-Funktion, wo man die Bilder der Kleidungsstücke zu einem Outfit zusammenstellen kann und eine Kalenderfunktion, wo man die Outfits oder einzelnen Kleidungsstücke einspeichern kann. Die App rechnet schließlich, wenn man die Funktion regelmäßig verwendet, aus was die besten Price-per-Wear Stücke sind. Da sieht man erst richtig, was man oft trägt. Zusätzlich kategorisiert die App nach Farben und Marken. Manchmal sieht man bei der eignen Garderobe den Wald vor lauter Bäumen nicht – diese App hilft dabei, zu schauen, was man wirklich trägt und wie man guten Nutzen aus seiner Garderobe bekommt und hilft vielleicht manchen auch, weniger oder gezielter passende Kleidungsstücke zu kaufen.

8. Gemeinsam Theodor Fontane lesen
Klassiker lesen kann manchmal recht ermüdend oder zumindest irgendwie einsam sein und meiner Erfahrung nach gibt es bei einigen Klassikern eine Menge zu diskutieren (natürlich gilt das für jedes Genre, aber mein Ziel ist es ja, mehr Klassiker zu lesen). Deshalb war es für mich eine absolute Freude mit der wunderbaren Instagrammerin Nora (@nora.reads) die Bücher „Frau Jenny Treibel“ und „Stine“ zusammen zu lesen und zu diskutieren. Ich hatte ein viel intensiveres Leseerlebnis!

Was ich im September gelesen habe:

IMG_3814 (2).jpg

  • Fontane, Theodor: Frau Jenny Treibel – eine interessante Beobachtung zum Verhältnis zwischen Besitz- und Bildungsbürgertum, im altbekannten, ausschweifenden Theodor Fontane Stil, leider mit ziemlich unsympathischen Figuren. 6/10 Sternen
  • Fontane, Theodor: Stine – eine  kurze, tragische Geschichte, die durch ihre Figuren und die Nähe zur Stadt Berlin punktet . 7/10 Sternen
  • Irving, John: Gottes Werk und Teufels Beitrag – ein wichtige moderner Klassiker, der ganz anders ist, als erwartet und durch seine Schrulligkeiten absolut Spaß macht zu lesen. Positiv überrascht bestärkt es mich in meiner Begeisterung für den Diogenes Verlag: 8,5/10 Sternen
  • Towles, Amor: A Gentleman in Moscow – ein gehypter Roman, der leider durch einige historische Schwachstellen wie Langatmigkeit leider nicht mein Herz erobern konnte, deshalb nur 6/10 Sternen
  • Zweig, Stefan: Schachnovelle – hat mich wirklich überzeugt und meine Liebe zu diesem wunderbaren Autor nur bekräftigt, deshalb: 9/10 Sterne

Musikalische Highlights:

Wie war euer September? Was waren eure Favoriten und was habt ihr gelesen?

Love Katha

Frau Jenny Treibel

Autor: Theodor Fontane
OT/DT: Frau Jenny Treibel
Genre: Roman, Klassiker
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (DE): 1893
Verlag: Fischer
Preis: 5 Euro
ISBN: 978-3-596-90044-2
Länge: 208 Seiten

Zwei Familien treffen aufeinander: Die Treibels und die Schmidts, die in ihrer ständischen Situation und in ihren Idealen hätte nicht anders seien können, aber seit Jahren durch eine alte Freundschaft gebunden sind. Als die junge Corinna Schmidt jedoch versucht Leopold Schmidt zu verführen, ist seine Mutter Kommerzienrätin Jenny Treibel empört: Die Bourgeoisie wird nicht einfach durchmischt.

Ich muss zugeben, ein recht gespaltenes Gefühl bei diesem Roman zu haben. Einerseits ist es brilliant, wie Theodor Fontane besonders die Namensgeberin Jenny Treibel in all ihrer überheblichen Besitzbügertümlichkeit bloß stellt und es fast schon eine Satire ist, als ein richtiger Roman. Denn den großen Kontrast aus Bildungs- und Besitzbürgertum so deutlich darzustellen, macht den Roman wirklich lesenswert – denn sonst plätschert die Geschichte etwas unselig vor sich hin. Wichtig zu sagen ist, dass es keineswegs ein Liebesroman ist, nur weil Corinna Leopold heiraten will, denn das hat mit herzlich wenig Gefühl zu tun. Es geht um das Emporstreben nach etwas „höherem“ und zu zeigen, wie Klassen nur untereinander Ehen geduldet haben, ja, wie scheinheilig dieses System ist.

Eine Handlung, so muss ich warnen , gibt es eher nicht. „Frau Jenny Teibel“ gehört zu den Romanen, die über die Gespräche getragen werden und sobald man ein Auge entwickelt für die satirischen Details, die dem Besitzbürgertum nur Spott zukommen lassen, kann man wirklich gut lachen. Die Themen Besitz, Ansehen, richtige und falsche Gefühle und klassentypische Merkmale stehen ganz stark im Vordergrund.

Die Ironie ist herrlich unterschwellig und wenn man ihrer bewusst wird, merkt man, wie böse dieser Roman als Kritik ist. Ich denke, man darf diesen Roman nicht allzu ernst nehmen, weil er sonst eher karg und langweilig daherkommt. Man merkt, wie stark gewisse Konventionen zu dieser Zeit in den Menschen festverankert sind und wie das Denken innerhalb eines Standes sich verfestigt hat, wie die Mitglieder einer Klasse durch ihr Denken Mauern um sich herumbauen und sich selbst für unantastbar halten. Einerseits ist der Roman aus historischer Perspektive ein spannendes und realistisches Bild, worüber man sich als moderner Leser nur ärgern kann, die beschränkt und hochnäsig das Besitzbürgertum war: Jenny spricht von höheren Idealen und Poesie und versteht dabei selbst kein Wort und keineswegs das, was eigentlich gemeint ist, sondern rühmt sich nur mit schicken Begriffen.

Ein Problem, das ich hatte und vor dem ich auch vorgewarnt wurde, war, dass sämtlich Charaktere einfach nur unangenehm waren und keineswegs sympathisch. Es ist eine Sache, wenn Figuren nicht sympathisch sind, denn genau das kann einen Roman auch spannend machen, doch hier sorgt es wirklich nur für Augenrollen: Jenny ist überheblich, lächerlich und dumm und ihr Sohnemann einfach nur unheimlich bemitleidenswert. Die im Vergleich noch kluge Corinna hat zwar ihre emanzipierte Seite, doch ihr Streben nach mehr gesellschaftlichen Prestige macht diese eigentlich nur wett. Dahingehend denke ich, dass dieser Roman empfehlenswert ist für Fontnate-Fans und Menschen, die interessiert sind an dieser Zeit und der Gesellschaft, aber ansonsten ist es für mich leider kein herausstechender Klassiker, sondern eher ein nettes kleines Buch für etwas Abwechslung.

THE VERDICT: „Frau Jenny Treibel“ lebt durch den ironischen Spott und der Schrulligkeit der Figuren, die einen immer wieder zum Lachen bringen. Die Handlung wird von langen Dialogen getragen und alles plätschert vor sich hin. Kein Fontane-Lesemuss, aber historisch-gesellschaftlich betrachtet recht amüsant. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

Becks letzter Sommer

Autor: Benedict Wells
OT/DT: Becks letzter Sommer
Genre: Roman
Ersterscheinung (DE): 2008
Verlag: Diogenes
Preis: 12 Euro
ISBN: 978-3-257-24022-1
Länge: 452 Seiten

Diese Rezension enthält einen Spoiler, der farblich markiert ist.

Ursprünglich wollte Robert Beck kein Lehrer werden und nun unterrichtet er seit Jahren vom Leben ernüchtert an einem Münchener Gymnasium.  Sein Leben wird jedoch plötzlich in Schwung gebracht, als er die junge Kellnerin Lara kennenlernt und sich das erste Mal im Leben richtig verliebt. Außerdem entdeckt er im Musikunterricht ein neues Talent versucht den Außerseiter-Jungen Rauli Kantas zu fördern und endlich aus seiner Mid Life Crisis rauszukommen, merkt jedoch schnell, dass er am liebsten selbst so talentiert wäre. Neid, Liebe und ein neues Leben – alles steuert unweigerlich auf einen verrückten Roadtrip zu.

Bei meinem dritten Wells muss ich zugeben, dass meine Begeisterung leider nicht so großartig ausfällt wie bei „Spinner“ oder „Vom Ende der Einsamkeit„. Ähnlich wie „Spinner“ ist auch „Becks letzter Sommer“ eher verrückt als ernst angelegt und schildert ein buntes Abenteuer, bei welchem die Sprache einfach und die Handlung absurd ist. Zugegeben, als jemand der sich mit „Vom Ende der Einsamkeit“ in diesen Autor verliebt hat, ligt hier zweifelsohne ein krasser Kontrast zu seine früheren, eher jugendlich anmutenden Werke vor. Nichtsdestotrotz ist Becks letzter Sommer auf jeden Fall ein urkomisches Lesevergnügen und macht die ideale Sommerlektüre für Strandtage oder lange Zugfahrten her, bei dem man Lachen, ungläubig den Kopf schütteln und nachdenklich mitphilosophieren kann – denn der Roman hat auch tiefe Töne.

Was ich besonders schön gemacht fand, war die Einteilung des Buches in eine A – und eine B-Seite, ganz wie eine Schallplatte, wobei die einzelnen Kapitel jeweils Songnamen trugen. Ein kleines Detail, welches zum Charme und zu dieser Eigenheit des Romans beitragen. Wells erzählt einfach drauf los und wirkt dabei frisch und einzigartig frei vom normalen, prosaischen Erzählen. Die Mid Life Crisis Becks wird mit einem satten Tempo erzählt, doch greift dabei ernste und alltägliche Lebensthemen und –fragen auf, die jeden früher oder später beschäftigen: Mache ich das richtige im Leben? Eigentlich bin ich nicht zufrieden, aber soll ich aus der Sicherheit heraus weitermachne?

Ich habe den Eindruck, dass man daran auch erkennt, wohin Wells mit seinen späteren Romanen zielen wird. Mir haben die ernsteren Seiten in diesem Buch besser gefallen, aber ich bin mir sicher, dass das eher eine Geschmackfrage ist. Entsprechend würde ich sogar sagen, dass für jeden in diesem Roman ein bisschen dabei ist, weil Wells verschiedene Genres und Thematiken anreißen, die trotz der absurden Handlung, einfach nur sehr menschlich sind.

Ich kann leider nicht ganz spoilerfrei  bleiben, um zu umreißen, dass es ein paar Stellen in diesem Buch gibt, mit denen ich eher weniger glücklich war und die meine Einstellung zu dem Roman ein bisschen verändert haben. Dazu gehört vor allem *VORSICHT SPOILER*, dass gerade die Figur, die ihr ganzes Leben lang Angst vor dem Fliegen hatte, bei ihrem ersten Flug auf grausamste Weise bei einem Flugzeugabsturz stirbt und Benedict Wells anscheinend den Bedarf sah, das emotional ziemlich grausam zu schildern. Wie schon in „Komm her und lass dich küssen“ der niederländischen Autorin Griet Op de Beeck hatte ich Schwierigkeiten mit entwürdigend-abartigen Sterbeszenen und sicherlich tut meine persönliche Angst vor dem Fliegen dazu bei, dass ich kein Fan dieser Szene bin, doch Himmel: War es wirklich nötig, das so zu konstruieren? Und es auch noch brutal ehrlich zu beschreiben? Leider hat es bei mir ein sehr angeekeltes Gefühl hinterlassen, was die restlichen Seiten überschattet hat. *SPOLIER ENDE*.

Bei mir ist es selten, das bestimmte inhaltliche Wendungen ein Buch in der Gesamtbewertung negativ beeinflussen, aber ich muss leider sagen, dass es hier in kleinen Teilen der Fall ist. Ein bisschen enttäuscht bin ich, weil ich mir mehr etwas wie das neuste Buch von Wells gewünscht habe, aber es ist dennoch keineswegs ein schlechtes Buch. Vor allem, wer einfach ausgelassene, lustige Road-Trips mag mit Abenteuergefühlen und einem musikalischen Hintergrund und sich für nichts zu schade ist, wird wirklich Spaß und Freude an diesem Roman haben. Ich denke, man muss ein bestimmter Typ Mensch für das Buch sein.

THE VERDICT: Eine erlebnisreiche, bunte, verrückte Geschichte eines Lehrers mit Mid-Life-Crisis, die zum Lachen einlädt. Eine angenehme und ausgelassene Sommerleküre für zwischendurch, allerdings für mich nicht nachhaltig beeindruckend und leider hat es nicht ganz meinen Geschmack getroffen. 7 von 10 Sternen

Love, Katha

 

Feuer und Stein

Autorin: Diana Gabaldon
OT: Outlander
DT: Feuer und Stein
Genre: Historischer Roman, Liebesgeschichte
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (US): 1991
Verlag: Blanvalet
Preis: 8 Euro
ISBN: 978-3-442-36105-2
Länge: 798 Seiten

Als Claire Beauchamp Randall nach dem zweiten Weltkrieg endlich ihre Flitterwochen mit ihrem Mann in Schottland verbringen kann, ahnt sich nicht, wie kurz dieses Glück seien wird. Als sie an einem freien Nachmittag einen Steinkreis entdeckt , geschieht das unglaubliche: Plötzlich findet sich die ehemalige Krankenschwester Claire in einer ganz andere Welt wieder, im Jahr 1743 und damit Mitten im Kampf zwischen Engländern und Schotten. Bald darauf lernt sie den berüchtigten und von den Engländern gesuchten Jamie Fraser kennen und stürzt Hals über Kopf in ein Abenteuer.

Die Beschreibung „ein sehr üppiges Buch“ trifft es wohl am besten. Es wurde mir mehrfach von den verschiedensten Personen, ob online oder im richtigen Leben vom Herzen empfohlen – ein bisschen Dramatik, Romantik und historischer Roman in den schottischen Highlands kann auch mal ganz amüsant sein, dachte ich.

Ich habe sehr gemischte Gefühle, was diesen Roman betrifft. Zum einen war für mich die Liebesgeschichte zwischen Jamie und Claire recht unglaubwürdig und für meinen Geschmack zu erotiklastig, ich oute mich da gern, dass es einfach nicht für mich ist und ich es auch nicht so häufig brauche, wie es in diesem Buch vorkommt. Dahingegen hat mir der Abenteuerteil des Romans wirklich gut gefallen und war sehr amüsant zu lesen – vielleicht auch, weil ich das bekam, was ich erwartete: schnelle Fluchten, rasselnde Schwertkämpfe mit den Rotröcken und eine starke Frau mittendrin. Obwohl ich entgegen vieler weiblicher (und sicherlich auch männlicher) Fans Jamie leider gar nicht mag, habe ich die Protagonistin Claire schnell ins Herz geschlossen. Mir gefällt es stets gut, eine starke aber auch facettenreiche Frau in Büchern (und Filmen) zu sehen, die nicht ausgesetzt, sondern natürlich und klug wirkt, aber natürlich auch menschlich und von ihren Gefühlen beeinflusst.

Allerdings muss ich auch sagen, dass es auf den letzte 200 Siten ordentlich Aufwind gab und mir die Geschichte anfing – wie auf den ersten 250 Seiten – wirklich gut zu gefallen. Der Mittelteil war für mich einfach sehr zäh, so wirklich geschah nichts, ein ständiges Hin und Her in der schottischen Landschaft. und erotische Szenen, natürlich

Werde ich die Reihe weiterlesen? Ich denke schon, irgendwann, denn im Grunde genommen ist diese Reihe wirklich recht amüsant und entspannend, wenn man zwischendurch mal ein bisschen kitschige Liebe und Abenteuer mag. Vor allem bin ich sehr überzeugt, dass sich ein Blick in das englische Original lohnt.

THE VERDICT: Ein vielseitiges, spannendes Abenteuer mit einer tollen Protagonistin, aber einer nicht überzeugenden, kitschigen Liebesgeschichte mit einem großen Anteil „lustvoller Szenen“, die eher unangenehm oder albern als erotisch zu lesen waren. Dennoch ist es definitiv eine amüsante Abwechselung. 6.5 von 10 Sternen

Love, Katha

 

10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

Es ist schon einige Wochen her, dass ich meine letzte Prüfung hinter mit habe und die letzte Vorlesung überlebte. Ich glaube ohne Einschränkung sagen zu können, dass mich mein Sozialwissenschaften-Studium der letzten 2 Semester nicht nur ziemlich gequält hat, sondern auch einiges gelehrt. Ich möchte diese Erfahrungen hier teilen, zum einen als kleinen Reminder an mich selbst, zum anderen hoffe ich, jemanden da draußen, der vielleicht unglücklich mit seinem Studium ist oder nächstes Semester das erste Mal die Uni-Bank drücken wird, ein paar Ratschläge geben zu können.
Zuletzt sei gesagt: Ich habe kein Erfolgsrezept, ich habe nicht mal eine Ahnung, wie man Uni-Erfolg kocht, allerdings denke ich, ein gesundes Uni-(Selbst)Bewusstsein ist ein großer Schritt, um erfolgreich(er) zu werden. Ein kleiner Disclaimer: Es geht hier um meine individuelle Erfahrung und meine Eindrücke nach 2 Semestern, ich möchte nichts verallgemeinern, nichts in den Dreck ziehen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, Uni sei schlichtweg nur schlecht.

Ich und die Anderen

1. Vergleich dich nicht mit anderen – Ganz dick hinter die Ohren schreiben! Und nicht nur wissen, sondern auch praktisch anwenden. Vergleiche, wenn sie nicht mit einem selbst und den eigenen Leistungen sind, können einen echt vergiften und ein schlechter Anreiz sein. Schließlich lernt man für sich selbst und nicht, um besser zu sein als XY.

2. Zwischen Blendern und Lotterlebenstudenten. Jung, voller Hoffnung, frisch aus der Schule mit gutem Abi geht’s in Studium. Man hofft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, endlich mal etwas Anderes zu lernen als in der Schule, hofft auf mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei traf ich schnell auf zwei Stereotypen, von denen man sich absolut nicht irritieren darf, was mich erstmal eine gewisse Zeit gekostet hat. Einerseits gibt es die scheinbar perfekten Studenten, die nur 1,0en kassieren und sagen, wie leicht Uni doch sei, dabei noch Yoga machen und Spanisch lernen und natürlich im Studi-Rat sind und stets gut drauf, beliebt und es wirkt, als könnten die alles schaffen – was einen hart trifft, wenn man genau dieser Mensch wäre. Mich hat es in eine Verzweiflung geschürzt: Wie bekommen sie das hin? Und wieso schaffe ich das nicht? Die Wahrheit ist, es gibt wahrscheinlich nur sehr sehr wenig Menschen, die sofort alles können. Schön für sie.

Vom zweiten Typen sind die Noten relativ unbekannt, aber um die geht’s vorrangig nicht. Es ist dieser Typus Studierende*r, wo man ständig mitbekommt, dass dieser Mensch zwischen einem Club und dem anderen pendelt, die coolsten It-Pieces trägt und ach so viel Spaß hat – ganz schön frustrierend, während man drei Stunden lang zu Hause die komplizierte Vorlesung nachbereitet hat. Das Problem ist ähnlich, was in der Schule schon auftritt, aber mir scheint, hier ist es viel stärker (vor allem, weil man am Anfang niemanden wirklich kennt): Ich habe mich beeindrucken lassen, irritieren lassen, was einen einfach nur runterzieht. Es geht nicht um die anderen, es geht um mich – deshalb darf man sich einfach nicht davon emotionaliseren lassen, wenn die anderen scheinbar alles besser machen.

3. Einen kleinen Schock bekommt man- wenn man wie ich an einer großen Uni studiert, wie voll es anfangs ist. Selbst wenn ich 25 min vor Vorlesungbeginn (akademisches Viertel miteinberechnet) da war, bekam ich anfangs nicht unbedingt einen Platz im Hörsaal. Manche Kurse sind bewusst mit kleineren Hörsälen ausgestattet, war mein Eindruck. Nicht erschrecken: es werden weniger, vor allem in den unbeliebten Kursen habe ich das Früh bemerkt (*kleines Husten* Statistik). Der zweite, viel beunruhigende Gedanke, der sich mir erschleicht, ist das Prinzip des Aussiebens. Da versucht man, mit dem System Uni klarzukommen und schon beginnt das Aussieben in der Klausuren mit Prüfungen, mit Lernausmaß des Abitur und mit Anforderungen, die man zweitlich nicht bewältigen kann (scheint mir). Vielleicht ist es Verschwörung, aber gerade an großen Unis, wo knapp 200 Leute im Monobachelor studieren und dann vielleicht noch 80 im Kombibachelor, sollen es weniger werden.

Wie Uni ist und wie ich (nicht) klarkomme

4. Uni ist nicht wie Schule. Wahrscheinlich ist dieser Punkt unglaublich offensichtlich. Ich glaube dennoch, es ist ein Unterschied, das theoretisch zu wissen und es dann praktisch es am eigenen Leibe erfahren zu müssen. Dazu zählen besonders diese zwei Punkte:  Einsamkeit und Anonymität an einer großen Uni sind Alltag. Keiner interessiert sich scheinbar für einen und man kann von Glück sprechen, wenn in einem kleinen Seminar der Dozent gewillt ist, Namen zu lernen. Es ist eine große Umstellung, nachdem man 12 Jahre (in meinem Fall) Lernanstalten als etwas Soziales erlebt hat. Mit ein bisschen Glück lernt man auch sehr angenehme Menschen kennen – aber es dauert, bis man angekommen ist, ein eignes Tempo entwickelt und sich an die neue Situation gewöhnt. Das können Monate sein und das ist total okay.

5. Vorlesungen sind nicht für jeden und jede Vorlesung ist anders. Es gibt Dozenten und Dozentinnen, die anstatt 90 Minuten auch gerne mal 110 reden, dabei 60 PowerPoint Folien oder mehr verwenden, die gnadenlos voll sind (keiner von denen hätte die 5. Prüfungskompontene im Abitur in Berlin bestanden) und sie einfach nur vorlesen, aber sie wenigstens nach der Vorlesung hochladen – das sind Vorlesungen, die man de facto nicht besuchen muss. Dann gibt es Kandidaten und Kandidatinnen, die überhaupt nichts hochladen und nur nette Bildchen von alten Soziologen auf die Folie klatschen. Ebenfalls schockiert haben mich Vorlesungen, in denen schlichtweg nur die Meinung der oder des Dozierenden gepredigt wurde, die total zerstreut und ohne roten Faden waren, mit Leuten, die Deusch mit einem starkem Akzent sprachen, an den man sich erstmal gewöhnen musste.

Kurzum, ein absoluter Alptraum, für jeden, der einfach nur Wissen pädagogisch wertvoll vermittelt bekomemn möchte. Die Schlüsse, die ich aus diesem Vorlesungswahnsinn gezogen habe, sind folgende:

  •  Selbstständigkeit will früh gelernt sein
  • Man muss anders (ich habe leider auch noch nicht ganz herausgefunden wie), deutlich mehr und systematischer lernen. Manchen hilft es, sich in die Bibliothek zu setzten, da dort alle lernen und der Ablenkungsfaktor niedrig ist.
  • Lerne deinen Rhythmus (wie viel Vor-/Nachbereitung notwenig ist und wann du Pausen brauchst. Durchatmen und kleine Freuden sind sehr wichtig) und tritt dir in den Arsch!
  • Rechtzeitig anfangen und auch rechtzeitg aufhören, denn meiner Erfahurng nach funktionieren trockene todlangweilige schlechtgehaltene Vorlesungen ohne Schlaf nicht besonders
  • Nachbereitung ist alles! Oder kurz: Fleiß, Fleiß, Fleiß
  • Manchen helfen Lerngruppen, andere lernen besser allein und abgeschottet

6. Es ist frustrierend, wenn man gut in der Schule war und nicht genauso gut in der Uni ist. Für mich ist dies ein harter Schlag. Mir ist zwar in der Schule nicht alles zugeflogen und ich musste lernen – für manche Fächer mehr für anderen kaum – aber ich bekam auch in der Oberstufe gute Noten und ich habe ein gutes Abitur, ich verließ Schule im Glauben einigermaßen klug zu sein und zu wissen, wie man lernt. Und dann kam Uni und Bullimie-Lernen und ich fühlte ich, als wäre ich die dümmste Person, die dieses Studium jemals angefangen hat – und da scheinbar alle so gut klar kamen (s.o.), setzte mich das unheimlich unter Druck, aber irgendwann hörte ich bewusst auf, über die anderen nachzudenken und zu überlegen, wie ich das gut bewältigen kann und es hat geholfen.

7. Uni ist nicht für jeden was. Nicht jeder ist ein Uni-Typ und nur weil man ein 1,4er Abi (oder besser) hat, ist man nicht dazu verurteilt zu studieren. Ich habe sogar den Eindruck, so wie Uni heute läuft, dass sie gegen einen gerichtet ist, aussieben will und nicht Wissen an möglichst viele, sondern an eine Art Bildungs-Elite vermitteln will. Ein Kampf, bei denen am Ende einige übrig bleiben. Und man soll mit 16, 17, 18 oder 19 (oder älter) schon bereit und nicht mehr zerbrechlich sein? Eiskalt robotermäßig lernen und mit Bravour und Leichtigkeit durchtanzen?  Ich glaube übrigens auch, dass wenn man wirklich das studiert, wonach man sich sehnt und wo die eignen Stärken und Kompetenzen gut ausgeschöpft werden, man das wirklich kann. Aber dazu muss man erstmal „das richtige“ studieren und für mich war dies der Punkt, wo ich ansetzten musste.

Der seelische Faktor

8. Es ist in Ordnung, überfordert zu sein – besonders anfangs. Stundenplan erstellen, die ganzen neuen Räume finden, mit den ganzen neuen Leuten klarkommen (und sich nicht von Ihnen beeindrucken lassen), die Vorlesung vor- und nachbereiten, die gesamte Pflichtlektüre lesen, zwischen den Vorlesungen von der Mensa zu einem anderen Campus hetzten, Thesenpapiere wöchentlich abgeben, später vielleicht seine erste Hausarbeit bewältigen und eventuell noch ein soziales Leben führen und vielleicht sogar nebenbei Arbeiten. Oh Gott, wie soll das gehen? Und warum sehen alle so entspannt aus? Erstmal durchatmen. Zweitens, nicht blenden lassen. Drittens: Es ist okay. überfordert zu sein. Es ist mehr als normal und meistens, wenn man einen der Komiliton*innen näher kennenlernt, wird man feststellen, dass es anfangs nicht so vielen leichfällt, wie es der erste Wimpernschlag glauben lässt. Aber noch viel wichtiger: Warum interessiert einen das denn bitte? Ich glaube, im Grunde genommen, lässt sich das herunterbrechen auf meine Hauptaussage in diesem ganzen Gedankengewusel, die ich schon mehrmals angemerkt habe und die mir besonders wichtig ist: Ich vergleiche mich mit mir selbst, mir ist meine mentale Gesundheit wichtiger als die Topnoten und ich lasse mich nicht einschüchtern von dieser Masse an Menschen.

Ob der Leistungsdruck der eigene ist, weil man in der Schule so gut war und hier plötzlich nicht oder ob er ein Fremdeinfluss ist, ich glaube dieser Druck kann ab einer bestimmten Menge eher zerstörende als motivierende Einflüsse nehmen.

Während in der Schule sich tatsächlich noch jemand für dich interessiert hat und bestenfalls auf die zugegangen ist, um dir zu helfen, steht man hier ganz alleine da. Ich glaube, dass man zwar zusammen lernen kann (für die, die das gut können), aber das Klarkommen, sich nicht wahnsinnig machen, muss man ganz allein schaffen.  Regelstudiuenzeit ist meines Erachtens nach utopisch und teils echt grausam, Topnoten scheinen unerreichbar und über Zulassungskriterien und Noten für den Master will lieber niemand nachdenken. Wie war das nochmal mit dem nicht verrückt werden?

9. Wechseln heißt nicht Aufgeben. Manchmal merkt man es schon ganz früh, dass etwas nicht stimmt – irgendwie ist man unglücklich und vielleicht auch überfordert. Manchmal sackt die Überforderung ab, wenn man das Ersti-Dasein überlebt hat, manchmal nicht. Und dann kommt die Frage: Wechsle ich? Es liegt keine Schande darin.
Für mich haben sich ein paar red flags ergeben:

  • Bin ich motiviert dafür zu lernen? bzw. interessiert mich das im großen und ganzen?
  • Überwiegen die positiven Sachen im Studium die negativen?
  • Kann ich mir vorstellen, das als Master zu machen?
  • Fühle ich mir wohl?
  • Bin ich momentan überfordert oder dauerüberfordert?
  • Überkommt mich ein Gefühl von träumerischen Neid, wenn ich höre, das XY etwas bestimmtes studiert oder eine bestimmte Ausbildung macht?
  • Bin ich mit meiner jetztigen Situation glücklich?
  • Fühle ich mich krank, kann nicht mehr gut schlafen und fühle mich körperlich nicht in der Lage zur Uni zu gehen (weil mir davor graut)?

10. Ich vermisse die Schule. Ja, wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde. Die Schulzeit war so schön. Das Lehrpersonal kennt einen, interessiert sich (abhängig vom Menschen, aber meistens) für einen und seine Probleme. Man fühlt sich mehr oder weniger aufgefangen, hat einen Rahmen.

Es gibt sie aber auch: die inspirierenden, tollen, freundlichen und auch nach dem Kurs oder der Vorlesung ansprechbaren Dozenten, die einfach wissen, wie man Wissen vermittelt, die zur Diskussion anregen und zwar auch sehr fordernd sind, aber auf einem motivierenden Level. Ich bin ehrlich: ich hatte genau einen einzigen von dieser Sorte, aber er hat mein letztes Semester wirklich aufgewertet.

 

Zusammenfassend: Ich habe gelernt, dass ich mich nicht überarbeiten darf, dass ich nicht jeden Tag lernen kann, ohne mental durchzudrehen, aber auch, dass man wirklich rechtzeitig und früh anfangen muss, für eine Klausur zu lernen. 4 Wochen vorher sind empfehlenswert, auch wenn ich das Motivtaionstechnisch selbst (noch!) nicht geschafft habe. Ich möchte gut sein, ich möchte aber dafür nicht mit Anfang zwanzig ein chronisches Nervenleiden inklusive Rückenschmerzen und Reizmagen entwickelt haben. Ich lasse mich von den Blendern nicht beeindrucken und nicht von den Leuten verletzten, die mich ignorieren, obwohl wir in einer Gruppenarbeit sind. Ich bin mir selbst wichtig, ich will gut studieren, aber ich will auch noch nebenbei glücklich sein. Ich glaube nicht, dass man  etwas studieren sollte, wo man sich nicht in seinen eigenen Stärken wiederfindet. Zwar macht im Studium sicherlich nicht alles Spaß, aber doch ein paar Fächer. Ich glaube an mich und ich weiß, ich muss mir auch in den Arsch treten, um zu lernen, denn ich verstehe nicht alles sofort. Das ist wohl das wichtigste: Selbstvertrauen und Fleiß.

Was ich mich frage: Sind wir heute schlecht vorbereitet auf das Studieren, weil wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen mit unserem Leben als Frischabiturienten? Sind die Anforderungen noch menschlich oder sind wir zu bequemlich geworden, um für das Studium zu „kämpfen“? Und wie kann man effektiv und gut lernen?

Welche Uni Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man besser klar kommt, systematisch und gut lernt?

Love, Katha

August Faves #17

Moinsen!

Wie schnell die letzten Sommermonate, besonders der August, verflogen ist. Wenn ich so aus dem Fenster schaue in die frische Septemberluft, scheint alles schon außerordentlich herbstlich. Wettertechnisch bin ich auch recht enttäuscht von diesem deutschen Sommer. Nichtsdestoweniger waren die letzten 31 Tage ziemlich aufregend und es gibt zweifelsohne ein paar tolle Favoriten, die ich gerne vorstellen möchte.

1. Geblühmter Romper von Springfield
Nach einiger Zeit des Zweifelns, inwieweit dieser Trend was für mich sei, endete ich diesen Sommer nun mit zwei Romper/ Playsuits, die ich beide viel und gern getragen habe. Dieser ist aus einem weichen, dünnen Stoff, mit Taschen und zwar kurz wie eine Shorts, aber nicht unangenehm kurz, wie viele die ich anprobiert habe. Jumpsuits sind eine tolle Option, da sie ähnlich schick wie ein Kleid sind (meistens wie hier schöne Rückendetails haben), aber auch praktisch sind, wenn man im Sommer nicht sich um jede kleine Brise sorgen machen muss. Natürlich muss man sich komplett ausziehen, wenn man auf Toilette möchte – dieser hat im Gegensatz zu meinem anderen Romper keinen Reißverschluss – und das kann manchmal ein bisschen dauern.

2. Blumenkranz
Der Trend ist total alt, aber einfach herrlich zu tragen auf einem Festival oder schlichtweg auf einen sommerlichen Strohhut als Verzierung gelegt Und zu viel Blümchen geht sowieso nicht, besonders nicht auf Festivals.

3. Sziget Festival
Ich habe schon einen ganz langen Bericht über meine Budapest-Reise und das wunderbare Sziget-Festival geschrieben, aber natürlich kann ich dieses Erlebnis nicht in meinen Highlights des Monats August vergessen. Erneut war das ungarische Musik- und Kunstfestival ein Traum aus großartigem Line Up, vielen neuen Dingen zum entdecken und einer ansteckend guten Stimmung. Dazu gab es dieses Jahr eine Hitzewelle, die manche Festivaltage dort anstrengender machte, aber dennoch nichts an der Euphorie minderte. Ich kann jedem vom Herzen empfehlen, dieses Festival zu besuchen.

4. Kino-Highlight: Tulpenfieber
Lange auf das Erscheinen in deutschen Kinos gewartet, sah ich kürzlich mit meiner besten Freundin Charlie diesen Kostümfilm, der nicht nur durch sein historisches Setting optisch besticht, sondern auch durch die Besetzung: Meine absolute Lieblingsschauspielerin Alicia Vikander, Christoph Waltz und Judi Dench (die es sich wirklich lohnt im Originalton zu hören). Der geheime  niederländische Tulpenverkauf und Wetten um die besonderen Tulpenarten im 17. Jahrhundert, eine junge unglücklich verheiratete Frau und ein Maler, der nach einem Erfolgswerk und der Obsession in seinem Werk sucht – diese Stichworte beschreiben am besten das Kostümdrama. Die Filmografie ähnelt dabei stark der Kunst dieser Zeit: Kontraste, das Spiel mit dem Licht und dann und wann ein satten ultramarin, um Prunk und Vanitas darzustellen. Kein Wunder, wenn Tom Stoppard, der mich bereits durch Parade’s End und Anna Karenina begeistert hat, in einem Film mitwirkt. Untermalt wird das optische Spektakel von einem dunklen, melodischen Soundtrack. Natürlich ist es kein naturalistisches, historisch treues Portrait und manchmal neigt der Film zu sehr dramatischen Wendungen, die nicht jedermanns Geschmack sind, dennoch würde ich keineswegs sagen, das „Tulpenfieber“ zu Süßholzraspeln neigt. Klare Empfehlung für jeden, der üppige Kostümfilme, die Blütezeit der Niederlande, ein gutes Drama und spannende Wendungen mag.

5. Pigna Nature Hefte
Blumenmuster? Her damit. Die wunderbaren Hefte von der italienischen Papeterie-Marke Pigna aus der Pigna Nature Reihe sind nicht nur optisch entzückend, sondern innen aus recycelten Papier – hübsch und umweltfreundlich. Eigentlich benutze ich diese Hefte schon seit Schulzeiten, aber Ende des 2. Semesters habe ich sie wieder für mich entdeckt. Leider habe ich in Deutschland noch kein Schreibwarengeschäft gefunden, wo es sie gibt.

6. Somersby Cider
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mittlerweile alle durchprobiert habe, aber nach 5 (Apfel, Rhabarber, Birne, Brombeere und Heidelbeere) verschiedenen Sorten kann ich nicht nur meinen Favoriten benennen (definitiv Heidelbeere, aber Brombeere ist auch grandios), sondern auch klar sagen, dass ich Somersby Cider sehr gerne mag, aber eher die „außergewöhnlichen“ Sorten, als den klassischen Cider. Dennoch hoffe ich, irgendwann noch auf ein britisches Produkt zu treffen, das mich auch für die „einfache“ Apfelnote begeistern kann. Schade ist nur, dass man in Deutschland meistens nur Apfel von Somerbsy findet, manchmal auch Brombeere, aber andere, außergewöhnliche Geschmakcsrichtungen nicht.

7. Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger
Zugegeben ist dieses Buch kein Lesehighlight für mich, weil ich es absolut grandios fand, sondern weil es für mich eine schöne Erfahrung war, der Literatur und den Klassikern meiner zweiten Nationalität näher zu kommen – ähnlich wie in Deutschland jede und jeder in seiner Schullaufbahn mindestens mit der Ringparabel aus „Nathan der Weise“ konfrontiert wird und viele auch Goethes „Faust I“ lesen müssen, ist in Ungarn „Die Sterne von Eger“ eine Pflichtlektüre. Ein historischer Abenteuerroman, der eher für Jugendliche ausgelegt ist, beschreibt den Kampf um die Burg Eger gegen die Türken im und um das Jahr 1552 – außerdem gibt es eine zuckersüße Liebesgeschichte, einige recht eindimensionale Charaktere, eine Prise Humor und einen ziemlich patriotischen Unterton. Streng gesehen betrachte ich das Buch mit recht kritischen Augen – allerdings ist es auch ein Bericht aus einer Zeit, in der Patriotismus und Feindlichkeit gegenüber einer „gegnerischen Nation“ noch anders gesehen wurde und ich glaube, man darf diesen Roman, der in erster Linie ein historischer Abenteuerroman für Jugendliche ist nicht zu engstirnig betrachten. Es ist ein amüsanter Einstieg in die Klassiker der ungarischen Literatur, von denen ich noch viel mehr in Zukunft lesen werde!

Was ich diesen Sommer (Juni-August)gelesen habe:

George Orwell: 1984
Erin Morgenstern: The Night Circus
Griet Op de Beeck: Komm her und lass dich küssen
Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens
Benedict Wells: Becks letzter Sommer
Diana Gabaldon: Feuer und Stein
E.M. Forster: Zimmer mit Aussicht
Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm
Géza Gárdonyi: Die Sterne von Eger

Musikalische Highlights

Ein paar Instagrammerinnen, die ich frisch entdeckt habe und mich seit jeher begeistern und inspireren:

  • Emily @emilyduis
  • Miranda Mills @mirandasnotebook
  • Lena @lena_geary
  • Malin Olivia @bulletbymalin
  • Josie Fashion Mumblr @josieldn

Wie war euer August?

Love, Katha

SZIGET Festival 2017 + Budapest

Moinsen!

Das ist nun schon das dritte Jahr in Folge, dass ich mich im August nach Budapest begeben habe und wie schon in den Jahren zuvor, werde ich eine kleine Liebeserklärung schreiben. Mit jedem Mal, dass ich diese Stadt besuche, entdecke ich einen neuen Zauber und ein kleines Detail, welches meine Begeisterung beflügelt. Mir ist, als sähe ich Budapest stets mit anderen Augen und umso besser man die Stadt kennt, desto klarer wird das Bild. Fest steht, dass ich mich auch nächstes Jahr dorthin begeben möchte – ob mit Festival, oder ohne.

Gleichzeitig war ich, wie letztes Jahr, erneut für 7 Tage auf dem SZIGET Festival, von dem ich natürlich auch berichten möchte. Für diejenigen, die Lust haben, meinen Beitrag zum Festival vom letzten Jahr zu lesen, lasse ich den Link hier. Ich werde die Dinge, die mir letztes Jahr bei meinem Besuch aufgefallen sind, nicht erwähnen, sondern hauptsächlich von meinen neuen Erfahrungen berichten.

Budapest verzaubert

Erneut bezogen mein Freund und ich eine kleines Ferienappartment, welches wir über AirBnB für einen guten Preis gefunden hatten, im VIII. Bezirk: Józsefváros oder auf deutsch: Josef-Stadt. Für mich als Halbungarin ist es stets ein bisschen lustig ins Ausland zu fahren, welches aber gleichzeitig die andere Hälfte meiner Herkunft bildet, besonders kulturell betrachtet. Gleichzeitig kann ich aber auch beteuern, dass es wirklich Vorteile hat, ungarisch zu sprechen, auch wenn an sehr vielen Orten Englisch und teils auch Deutsch gesprochen wird. Wie letztes Jahr spazierte ich viel durch den VIII. Bezirk, was sich lohnt um viele verschlafene Gassen zu sehen mit den gelben und rosanen Altbauten, die ins sommerlichen Licht getaucht sind. Ebenfalls lohnt sich ein Blick in den VII. Bezirk, der früher als „jüdisches Viertel“ galt, da sich dort im 2. Weltkrieg ein Ghetto befand. Heutzutage merkt man schon, dass es recht jüdisch angehaucht ist mit kleine Cafés mit Hebräischer Schrift. Ab und zu begegnet jüdische Familien in traditioneller Kleidung, aber am meisten zeugt natürlich die Synagoge von der Besonderheit des Stadteils. Es erinnert fast schon ein bisschen an das Berliner Hipster-Viertel Prenzlauer Berg durch die Altbauten und Cafés, aber weniger gentrifiziert. Ich hoffe in der Zukunft diese Bezirke noch besser erkunden zu können.

IMG_3264 (2).jpg

Eine kleine Entdeckung in unserem Bezirk war der Múzeumkörút, eine große Hauptstraße, welche nach dem großen naturwissenschaftlichen Museum benannt wurde, welches sich namensgebend dort befindet. Zwischen kleinen Cafés eingequetscht findet man viele viele Second-Hand Bücherläden und Antiquaren. Mal rümpelig, mal bezaubernd mit Vintage Plakaten eingerichtet. Dank einer Bekanntschaft mit einer ungarischen Instagrammerin, wurde mir eins dieser Antiquaren empfohlen, denn bei der Auswahl weiß man kaum, wo man hinsoll. Und wo es englische und deutsche Literatur gibt, da mein Ungarisch für die Klassiker, die ich gerne lese, leider noch ausbaufähig ist. Und ich machte auch eine kleine Ausbeute, wobei Taschenbücher in gutem Zustand zwischen rund 800 und 1000 Forint kosten, was ca. zwischen 2.60 und 3.30 Euro ist, also nicht spottbillig, aber auch nicht überteuert. Dann und wann trifft man in der Stadt große mit Bücher beladene Karren – ich bin mir nicht ganz sicher, ob man nur (alte) Bücher dort kaufen kann, oder auch tauschen, nichtsdestoweniger entzücken sie das Stadtbild!

IMG_3300 (2).jpg

Vom letzten Jahr kannten mein Freund und ich auch schon ein wunderbares Café mit Restaurant-Teil, welches sich auf einem recht ruhigen Platz befindet und leckere Gerichte zu guten Preisen serviert – und der leckeren Hauslimonade mit Suchtfaktor. Dieser wundere, kleine Ort heißt „Fecske“ (dt. „Spatz“) und bietet wunderbare Außenplätze im Schatten und zusätzlich ab 12 Uhr (bis der Vorrat reicht) ein günstiges Tagesmenü mit Hauptspeisen  für kleines Geld.Ich würde auch sagen, dass es schon sehr angenehm ist, wenn man sich schon ein bisschen auskennt und ein paat günstige Optionen zum Essen oder gute Wochenmärkte kennt, um gegebenfalls selbst zu kochen, denn obwohl Budapest doch recht günstig ist, kann man in einer Woche schnell viel Geld loswerden, wenn man fast täglich in Restaurants und Mensen isst.

IMG_3269 (2)

Ein paar Tipps für Reisen nach Budapest:

  • Öffentliche Verkehrsmittel sind fast an jeder Ecke und spottbillig. Auch wenn man nur 9 oder 10 Tage da bleibt, zahlt sich das 15-Tage-Ticket für gut 21 Euro wirklich aus. Aber es gibt auch Wochentickets und einiges mehr, es lohnt sich die Webseite der Verkehrsgesellschaft BKK zu besuchen.
  • Viele, mittlerweile gefühlt alle Wechselstuben verlangen eine Kommission. Auch wenn der Wechselkurs von 303,5 Forint für 1 Euro gut ist, lohnt es sich auf die Kommission zu sehen. Außerdem kann ich empfehlen größere Dinge mit Kreditkarte zu bezahlen (falls diese kostenfrei im Ausland ist), weil der Kurs meistens für einen spricht
  • Das Wasser aus dem Hahn ist ziemlich Chlorhaltig. Ich würde stets Mineralwasser kaufen, wenn man keinen Wasserfilter hat.
  • Essensempfehlungen sind: Fecske presszó, Bodza Bistro (Mensa) und Vigadó Restaurant (Traditionelles Essen). Falls es auch ein bisschen teurer sein darf: Krakn Town (ein bezauberndes Restaurant im authentischen Steampunk-Stil)
  • Sehr touristische Dinge, die man aber unbedingt sehen sollte: Die Burg in Buda, Fischerbastei, Kettenbrücke, Spaziergang an der Donau, das Parlament, Margaretenbrücke, Margareteninsel, Heldenplatz, Freiheitsbrücke, durch den VII. und VIII. Bezirk spazieren, große Markthalle

SZIGET Festival – wieder großartig!

Dieses Jahr traf uns der Sommer wie ein Schlag ins Gesicht – der richtige, ungarische Sommer mit trockener, tagelanger Hitze. Besonders die ersten vier Tage waren – vor allen im Vergleich zu Berlin, wo es wochenlang bei etwas über 20 Grad geregnet hatte – beinahe unerträglich. Im grundegenommen empfiehlt es sich bei der Appartment-Suche die Klimaanlage so selbstverständlich wie WLAN anzusehen. Tagsüber 38 Grad, Mitten in der Stadt in der puren Sonne sicherlich mehr. Zusätzlich das Festival bei solchem Wetter zu erleben, war für mich auch körperlich manchmal herausfordernd. Natürlich haut ein Festival echt rei,  auch wenn man wie ich nicht campt. Laute Musik, Menschenmengen, stundenlang gehen und stehen, tanzen und vieles mehr – dazu dann noch diese Hitze. Glücklicherweise gab es direkt bei der Mainstage neben den Getränkeständen einen Pool, wo man entspannt das Konzert auf einem großen Bildschirm beobachten konnte, während die Beine im kühlen Nass baumelten.

IMG_3274 (2).jpg

Wie auch letztes Jahr bleiben am Ende großartige Erinnerungen im Herzen, eine berauschende Euphorie im Körper und ein bisschen Merchandise später im Koffer. Dadurch, dass wir das irre Wagnis eingingen, die Festival-Karten ein Jahr vorher (in den ersten 25 Stunden) zu kaufen, erhielten wir sie nicht nur günstiger, sondern inklusive eines T-Shirts und ein kleines Fan-Packets. Natürlich muss man dafür sehr begeisterter Fan vom Festival sein und ich glaube wirklich, dass das Sziget jedes Jahr mit einem großartigen Line-Up aufwartet (wenn man auf die letzten Jahre zurückblickt) und sich der frühe Kauf entsprechend lohnt.

Wir hatten schließlich wirklich Glück, denn das Line-Up war ganz großartig und auch mit einigen Musikern und Musikerinnen versehen, für die ich schwärme. Wir sahen unter anderem P!nk, Tom Odell, Macklemore & Ryan Lewis, HURTS, Birdy, Alt-J, The Chainsmokers, Bear’s Den, Marteria, Rita Ora und Léon. Zurückblickend haben mich besonders Macklemore und Ryan Lewis mit ihrer herrlichen Show und der tollen Musik, HURTS mit der Stimme des Leaders und Tom Odell mit seinem natürlich Charme und Songs, die unter die Haut gehen, am meisten bezaubert. Natürlich gab es viele Künstler und Künstlerinnen mehr zu sehen und zu hören, aber man muss sich definitiv auch die Zeit nehmen, das Festival zu sehen und nicht nur die Musiker. Da kann ich jedem ans Herz legen, der dieses Festival besuchen möchte: Im Hellen rumlaufen und entdecken und im Dunkeln wie verrückt abtanzen und mitgröhlen.

So liefen wir über die Insel und entdeckten eine Art „Dorf“ auf mehreren Zelten, wo es traditionell ungarische Spiele gab. Diese Stände, Zelte und Bühnen sind auch in dem Sziget Passport versehen, der die wichtigsten Informationen zum Festival vereint. Auf einer Doppelseite kann man schließlich Stempel an den jeweiligen Orten sammeln (zu bestimmten Uhrzeiten) und wenn man alle hat, würde man offiziell auf der „Island of Freedom“ eingebürgert – was das heißen soll, wussten mein Freund und ich zu Anfang auch nicht, sammelten aber natürlich fleißig Stempel und konnten so eine Klassik und Jazz Bühne, einen Zirkus, einen Strand und viele andere Attraktionen bestaunen und damit wirklich die ganze Insel sehen. Am Ende gab’s zur Belohnung ein kleines Gimmick: Eine Krawatte!

Zu den ganzen musikalischen Acts gab es jeden Tag vor der Main Stage auf eine Art Party: Mal mit Fahnen (wie auf dem oberen Bild), mit Bällen oder Farbe. Letzterer wohnte ich bei und es war schrecklich und wunderbar gleichzeitig. Mehrere Tonnen Farbe (so hieß es zumindest) wurden gleichzeitig in die Luft geworfen: Ein Farbenmeer auf Rosa, Blau, Grün und Gelb – und für unvorbereitete Trottel ohne Atemschutz wie mich ein Schockmoment des Fast-Erstickens. Es ist wirklich lustig, bunt eingesaut zu sein – es ist wirklich eklig zu husten und Ewigkeiten danach noch dunkelrosa bis schwarzen Rotz zu haben.  Fest steht aber, dass sie Stimmung absolut großartig war, die Luft vibrierte beinahe.

IMG_3372.JPG

Alles in einem, kann ich nur sagen, dass es ein großartiger Urlaub war, auf den ich sehnsüchtig zurückblicke und wie letztes Jahr auch schon spreche ich eine ganz klare Reise- und Festivalempfehlung aus!

Love, Katha

Zimmer mit Aussicht

Autor: E.M. Forster
OT: A Room with a View
DT: Zimmer mit Aussicht
Genre: Roman, Klassiker
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung (GB): 1908
Verlag: Fischer Taschenbibliothek
Preis: 12 Euro (gebunden)
ISBN: 978-3-596-52143-2
Länge: 413 Seiten

Florenz um 1900:  Die zwei Engländerinnen Lucy Honeychurch und Miss Barlett begeben sich zusammen auf eine Bildungsreise nach Florenz und stellen in der Pension verärgert fest, dass sie entgegen der Planung kein Zimmer mit Aussicht erhalten. Kurz darauf stellt sich heraus, dass sich in der Pension eine handvoll Briten befinden. Unter ihnen ist auch  Vater-Sohn Duo Emerson, welches den Damen ihre Zimmer zu tauschen anbietet – ein gesellschaftlicher Fauxpas! Bald stolpern sie den  Emersons  erneut über den Weg und nach und nach stellt sich heraus, dass sich der Sohn George in Lucy verliebt hat, was sie in einen Konflikt mit ihren eigentlichen Hochzeistsplänen bringt.

Die Ironie und der Zynismus sind in diesem Buch für den modernen Beobachter sehr gut gekennzeichnet, doch wer genauso arrogant ist, wie manche dieser etepete Figuren im Buch, wird vermutlich den Spott nicht erkennen, da er sich erst langsam entwickelt und eher damit deutlich wird, dass der Protagonistin Lucy nach und nach die Augen geöffnet werden, wie oberflächlich und wie sie zurechtrückend wollend ihr Umfeld in großen Teilen ist und dass ihr Verehrer George kein schrecklicher und zu bemiteidenender Sozialist ist, sondern ein emanzipiert denkender junger Mann. Gesellschaftlicher und persönlicher, freier Willen stehen einander gegenüber.

Auch wenn mir die Geschichte gut gefiel, befremdete mich öfter der Schreibstil – was aber auch gut an der Übersetzung liegen kann. Manchmal folgten auf seitenlange Beschreibungen plötzlich Dialoge, wo, da nicht deutlich gekennzeichnet, manchmal man gar nicht wusste, wer denn gerade spricht. Zudem gab es Sprünge in Zeit und Raum, die aber ebenfalls durch plötzliche wörtliche Rede für Verwirrung sorgten, was für mich den Lesefluss leider negativ beeinflusste. Dies merkt man allerdings eher im ersten Teil des Romans, der eine ganz andere, viel leichtere Stimmung besitzt, als die folgenden Kapitel. Zum einen ist dieser Roman für einen Klassiker gut und leicht zu lesen, anderseits verwendet Forster öfter Anspielungen oder Witze, die man nicht immer ganz verstehen kann, da man das Zeitgeschehen nicht persönlich erlebt hat oder diese nicht übersetzbar sind – allerdings muss ich an dieser Stelle diese Ausgabe loben, da der Übersetzer einige Hinweise als Fußnoten hinterlässt (entsprechend muss man auch nicht verrückt blättern und ist informiert).

Ich muss zugeben, wirklich überrascht und beeindruckt davon zu sein, wie modern dieser Roman ist und wie er einen dazu auffordert, sich selbst von einer geistigen Abhängigkeit zu befreien – vor allem am Beispiel einer jungen Frau, die nur herumgeschubst wird und möglichst mit einer guten Partie verheiratet werden soll. Entsprechend kann ich sagen, dass mich dieses Buch davon überzeugt hat, dass ich mehr von E.M. Forster lesen möchte und muss.

Zu dieser Ausgabe: Was kann ich sagen? Einfach wunderschön und handlich. Besonders das Cover mit dem leichten Metallic-Effekt, das mehr einem goldenem schimmern im Licht gleicht, mit der sommerlichen, italienischen Landschaft passt perfekt zum Inhalt. Ich glaube, dass ich mich ernsthaft in die Fischer Taschenbibliothek verliebt habe.

THE VERDICT: Ein geistreicher Klassiker mit modernem Ton, der viel mehr als eine Gesellschaftskomödie oder eine Liebesgeschichte ist, sondern zu Autonomie des Geistes aufruft und dabei herrlich über die feine britische Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts spottet.  Sehr gute 7.5 von 10 Sternen

Love, Katha

Eine kurze Rückmeldung!

Moinsen!

Vor ein paar Wochen habe ich in die Seitenspalte meines Blogs eine kleine Umfrage gestartet. Leider habe ich bisher nicht besonders viel Rückmeldung bekommen, weshalb ich deshalb hier nochmal dazu aufrufen möchte, direkt auf meine Webseite zu gehen und teilzunehmen wer Lust und einen kleinen Augenblick Zeit hat.

Außerdem befindet sich unter diesem Post ein Link zur Umfrage!

Ich würde gerne meinen Content besser und leserfreundlicher gestalten, da mein Blog aktuell statistisch ein bisschen feststeckt und ich leider nicht viel Interaktion in den letzten Wochen erhalte sondern eher das stumme Liken – was mich zugegebenermaßen auch etwas traurig macht, da ich mir Mühe gebe, mehr zu Bloggen und ich gerne eine Rückmeldung erhalten würde, ob meine Posts interessant, lesenswert oder totaler Schrott sind.

Allgemein gesagt, freue ich mich aber IMMER über Rückmeldungen oder Ideen, worüber ich schreiben könnte.

Vielen Dank!

Katha

Welche Posts interessieren dich auf meinem Blog am meisten?

(polls)

July Faves #17

Moin!

Wieder neigt sich ein Monat dem Ende. Die letzte Vorlesung ist geschafft, nach wochenlangem Regen steht endlich wieder die Sonne am Himmel und eine warme Brise weht durch die Stadt – und natürlich haben sich in den letzten Wochen wieder einige Favoriten angesammelt.

1. Sonnenbrile mit Sehstärke
Ich trage zwar schon seit meiner frühen Kindheit eine Brille, allerdings hatte ich bis zu diesem Frühjahr noch nie eine Sonnenbrille mit Sehstärke. Immer wieder Shatte ich onnenbrillen ausprobiert, aber es richtig verabscheut, nicht scharf mit ihnen zu sehen können. Nun allerdings kann ich aus vollem Herzen bestätigen, dass eine Sonnenbrille mit Sehstärke eine herrliche und sehr empfehlenswerte Sache ist und eine absolute Revolution.

2. Vöslauer Balance
Eigentlich ist das österreichische Vöslauer schon seit Ewigkeiten mein liebstes Mineralwasser (mit Geschmack), also wurde es mal Zeit es hier zu teilen – gerade jetzt, in der heißen Jahreszeit, wo man auch mehr trinkt. Geschmackstechnisch empfinde ich es unter allen Mineralwassern mit Geschmack am besten, da die Note von Frucht stets recht minimalistisch und dezent ist und nicht quietschbunt und zuckersüß schmeckt.

3. Aspekte im ZDF
Ich glaube, viele wissen gar nicht, dass man im ZDF Sendungen teils kostenlos besuchen kann – Aspekte im Hauptstadtstudio in Berlin ist eine dieser Sendungen. Manchen ist sie vielleicht nur als Sendung nach der Heute Show bekannt und ich stieß auch nur zufällig darauf. Aber seitdem ich mit meinem Freund dort war, hat sich meine Meinung in Begeisterung gewandt. Zum einen gab es einen sehr freundlichen Empfang mit Getränken, zum anderen waren die verschiedensten Altersklassen verteten, was für ein buntes Publikum sorgte und toller Stimmung. Das Beste war selbstverständlich in einem Fernsehstudio zu sitzen und mitzuerleben, wie eine Sendung aufgenommen wird, wie hunderte von Scheinwerfern von der Decke hängen, wie das Kamerateam sich durch das Publikum windet. Zu guter letzt gab es ein Interview mit dem Sänger Faber, der nicht nur einen Song spielte, sondern gleich noch zwei Zugaben lieferte. Die Stimmung war wunderbar locker, ausgelassen und heiter, kein bisschen gezwungen, was ich nicht erwartet hätte.

4. Social Movie Night: Dunkirk
Dank meines Freundes bekam ich die Möglichkeit der Social Movie Night am 24.07. im Berliner Zoopalast Kino beizuwohnen, da er glücklicherweise zwei Tickets gewonnen hatte. Es ist eine von YouTubern organisierte Veranstaltung, Filme vor der eigentlichen Preview zu sehen und später darüber zu diskutieren. So konnten wir den neusten Film des britischen Regisseurs Christopher Nolan vor allen anderen sehen: „Dunkirk“, der, wie der Name schon suggeriert, die Evakuierungsaktion von Dünkirchen im Zweiten Weltkrieg beeindruckend und schockierend wiedergibt. Natürlich ist man bei einem Kriegsfilm vorbereitet, grausame Sachen zu sehen und dennoch hatte dieser Film durch die einfache Gewalt des Wassers, eine Ebene von einer anderen Brutalität. Es ist ein hervorragend gemachter, beklemmender und bewegender Film, der beispielhaft Schicksale im Krieg zeigt und die Schrecken des Krieges lehrt.

5. Lesehighlight: Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“
Mein Lieblingsbuch in diesem Monat und ganz bestimmt auch eines meiner liebsten in diesem Jahr. Ich darf offiziell bekunden: ich bin in Stefan Zweigs Literatur verliebt. Im Grund genommen kann ich diesen großartigen Klassiker folgendermaßen herunterbrechen: der Roman ist eine  Hommage an eine verlorengegangene glänzende Zeit vor dem ersten Weltkrieg, an Offiziere, an Festlichkeiten und eine alte heile Welt. Dieser Charakter mit der alten, ausschweifenden Sprache und dem extrem interessant konstruiertem moralischen Dilemma, in der jede Figur einen nachvollziehbaren Standpunkt vertritt und psychologische Einsicht in den Protagonisten erlaubt, schafft es, dass man selbst leidet, da man sich nicht entscheiden kann, macht dieses Buch so unglaublich wichtig und brilliant. Für mehr Hintergrund und zu einer tieferen Besprechung, gibt’s hier die Rezension.

6. Jane Austen Tasse
Dank der lieben Leonie vom Blog Leonie’s Lesekiste bekam ich auf Instagram die Möglichkeit, diese wunderbare Tasse (und zwei Bücher) zu gewinnen. Ich muss gestehen, dass ich seitdem die Tasse zu Hause engetrudelt ist, sie ständig verwende, weil sie schlichtweg mein bibliophiles Klassikerherz wärmt.

7. Sticken lernen
Dieses Jahr scheinen folklore Blumenmuster überall in den Geschäften zu sein und wie schon tausendfach erwähnt liebe ich Blumenmuster in jeder Form – was wäre, denn anstelle etwas zu kaufen, doch selbst tätig zu werden? Mich erinnern diese Muster ziemlich an meine ungarische Identität und meine zweite Heimat, weshalb es kam, dass ich meine Mutter fragte, wie man so etwas denn sticke – und seitdem kann ich nicht mehr aufhören. Sticken ist so herrlich entspannend und macht gleichzeitig richtig Spaß, wobei am Besten ist, wirklich seinen Fortschritt und seine Verbesserung sehen zu können und dann stolz etwas in den Händen halten zu können. Aktuell arbeite ich an einer fröhlichen Verzierung meiner alten Jeansjacke, aber ich glaube, ich werde noch viel mehr besticken in der Zukunft.

8. #Booksandhotdrinkstuesday auf Instagram
Schon länger wollte ich auf Instagram eine eigne Aktion starten, bei de ich mittels eines Hashtags Leute verbinde, über verschiedene Themen zu schreiben und sich auszutauschen. In letzter Zeit merke ich auf dieser Plattform diesen stetigen Druck nach mehr Followern, Likes, Comments – was auch immer. Dabei ist es doch immer am Schönsten, sich einfach mit Gleichgesinnten über Bücher und Tees und derlei zu unterhalten. Ohne diese Zahlen zu sehen. Deshalb habe ich diese kleine persönliche Aktion ins Leben gerufen, an der immer wieder ein paar andere tolle InstagrammerInnen teilnehmen und bin richtig glücklich darüber, da ich wirklich Spaß habe.

9. Geblümtes Sommerkleid von H&M
Vermutlich wird dieses bezaubernde, leichte Kleid auf lange Sicht einer meiner liebsten Kleidungsstücke dieses Jahres, denn in diesem Kleid finde ich einfach alles wieder, was mir gefällt: Ein leichter Stoff, der allerdings nicht durchsichtig ist, ein wunderbares Blumenmuster, ein V-Ausschnitt, eine angenehme Länge (endet ca. Mitte der Waden) und seitliche Schlitze sorgen bei einem Wind für ein luftiges Gefühl.

Musikalische Highlights

Diesen Monat hat sich musikalisch einiges bei mir getan. manchmal gibt es Songs, die einen nicht nur bezaubern, sondern auch den weiteren Musikgeschmack prägen. Nachdem ich mich letzten Monat in Salvador Sombrals „Amar Pelos Dois“ verliebte, hat mich jetzt eine nostalgische Welle des Jazz ergriffen. Unter den Highlights sind aber auch natürlich andere Genres vertreten:

Gemischtes

Zu guter letzt eine persönliche Challenge: ich habe mir vorgenommen, diesen Monat jeden Tag zu lesen und bin stolz verkünden zu können, es tatsächlich geschafft zu haben. Manchmal waren es 150 Seiten, an andern Tagen vielleicht nur 20, aber es hat mich definitiv dazu motiviert, mehr zu lesen und sogar meine Lesechallenge auf Goodreads von 25 Büchern, die ich dieses Jahr lesen möchte, auf 30 zu erhöhen. Wenn ich jeden Tag lese, bleibe ich nicht nur viel besser am Buch, sondern fühle mich selbst auch erfüllter – zudem ich die Möglichkeit, so seinen SuB zu reduzieren ein schöner Nebeneffekt.

Außerdem war ich Second Hand Buchshoppen mit meiner besten Freundin Charlie vom Blog Keine Zeit für Langeweile. Zu diesem Zweck ging es in den tiefsten Osten Berlins, ins Café Tasso, welches eine Mischung aus Second Hand Buchladen und Café ist (mit vielen Bio Sachen!). Die Auswahl ist ganz toll, man findet von Fachlektüre zur Physik bis hin zu englischen Büchern alles mit einer angenehmen und der Preis von 1.50 Euro pro Buch ist angemessen, da man auch vielen in sehr gutem Zustand findet. Mittlerweile bin ich definitiv auf der Suche nach mehr solcher Second Hand Buchläden, nicht nur weil man unheimlich an Geld spart, sondern einfach kleine Schätze finden kann.

Wie war euer Juli?

Love, Katha