#NoShoppingChallenge: Rückblick auf Februar + März

Diesmal habe ich mir ein wenig mehr Zeit gelassen, um die Gedanken meiner letzten zwei Monate zu meiner no shopping challenge zu sammeln – ich habe mir nämlich zwischendurch nicht besonders viel dazu notiert. Warum? Irgendwie hatte ich schon ganz vergessen, dass ich diese Challenge überhaupt mache, weil mir nach und nach dieses Prinzip nicht an Kleidung zu denken, in mich übergegangen ist, was ich denke was Gutes ist.

01.02 Ich habe mir überlegt, dass dir paar Sachen, die ich haben will, weil ich sie plötzlich für mich entdeckt habe, an anderen Leuten gesehen habe, etc. mir notiere und mich am Ende dieser Challenge dann frage, woran ich mich noch erinnere und was ich davon wirklich haben will und tatsächlich brauche (definitiv nicht das gefühlt hundertste geblümte Kleid). Das Ziel ist ja nicht, am Ende das ganze Gesparte auszugeben, aber vielleicht kann ich, wenn ich ein paar Sachen davon wirklich möchte (momentan liebäugel ich beispielsweise mit Schlaghosen), diese von fair trade Marken oder gebraucht zu kaufen.

09.02 Hatte heute Nacht einen Alptraum vom shoppen. Es war schrecklich. Als ich aufwachte, war ich ein wenig entsetzt, wie tief mich das unterbewusst beschäftigt, weil es mich tatsächlich bewusst nur recht wenig bewegt.

13.02 Ich muss sagen, diese Challenge fängt an, sich richtig gut anzufühlen. Ich hab das Gefühl was richtiges und gutes zu tun, wobei ich zugeben muss, dass ich immer seltener an das Thema denke. Ab und zu kommen in mir ein paar Gedanken hoch, dass ich echt gern eine Schlaghose hätte (das hält sich schon seit ein paar Wochen), aber das rennt mir nicht davon.

28.02 Schon wieder ein Shopping Alptraum!

10.03 Ich erwische mich immer öfter bei dem Gedanken, wie viele Kleidungsstücke ich eigentlich habe und dem Bewusstsein, wie viele ich davon wirklich regelmäßig trage, es gibt ein Oberteile, Pullover und ein paar Jeans, das ich eigentlich fast immer trage, es gehört zu meinen Lieblingsoutfits. Es ist totaler Unsinn, dass man immer was anderes tragen muss. Wenn ich gestern das blau-weiß gestreifte top und die schwarze Jeans an hatte und heute wieder Lust darauf habe, warum sollte ich es nicht noch mal tragen? Außerdem habe ich das Bedürfnis mehr aus dem zu machen, was ich seltener trage oder länger nicht getragen habe, aber noch immer mag.

22.03. Vor ein paar Tagen habe ich all meine Klamotten auf mein Bett geschmissen und bin durchgegangen, was ich wirklich liebe und gerne trage, was ich so halbwegs gern trage oder brauche, wo ich mir unsicher bin und was definitiv weg kann. Der Stapel der unsicheren Klamotten ist größer geworden, als ich dachte. Mein Dilemma ist folgendes: einiges davon habe ich früher gern getragen, aber heute nicht mehr, beispielsweise weil ich Polyester wirklich satt habe. Andere Sachen waren teuer und ich habe ein schlechtes Gewissen deshalb. Deshalb habe ich alles in dieser Kategorie schön zusammengefaltet und in eine Kiste getan – ich gebe mir ein Jahr, vielleicht ein halbes, wenn ich mir den Mut fasse, das, was ich dann noch immer nicht getragen habe, muss weg. Was die Sachen betrifft, die weg sollen, habe ich mich noch nicht ganz entschieden, ob ich nicht versuchen will, sie für kleines Geld zu verkaufen. Ich habe auf Instagram und auf YouTube eine Menge Leute gesehen, die das auf verschiedenen Apps machen – hat jemand von euch Erfahrung damit? Außerdem gibt es noch eine zweite Sache, die ich gemerkt habe: Es gibt ein paar Kleidungsstücke, die ich auf jeden Fall upgraden möchte, z.B. meine Strumpfhosen, die ich schon ewig habe und ein paar davon rutschen immer so runter, da hat es keinen Sinn sie zu tragen.

23.03 Mittlerweile habe ich wirklich den Eindruck, dass mir diese Challenge eine ganz andere Sicht auf Konsum gibt. Ich sehe etwas Schönes, ein Kleid online, denke mir zwar gelegentlich auch ‚Oh wie toll, das hätte ich gerne‘, aber irgendwo kommt auch immer öfter der Gedanke durch: Moment, du hast so was ähnliches eigentlich schon und das trägst du so gern, wozu brauchst du ein ähnliches Kleid? Natürlich gibt es Fälle, da kann man das sicher kaufen (und wenn ich in Zukunft Kleidung kaufe, will ich definitiv mehr darauf achten, woher sie kommt und nach Möglichkeit Fair Trade oder Second Hand kaufen), aber in den meisten ist es doch so, dass wir eigentlich nur erweiterte Versionen von etwas kaufen, was wir schon besitzen, weil es sich bewährt hat. Ich liebe gestreifte Tops, mittlerweile habe ich 6 davon, zwei uralte von denen ich überlege, ob ich sie loswerde, weil ich sie nicht wirklich mag und fast nie trage, während ich die anderen 4 igentlich permanent trage und sie fast bei jedem Waschgang dabei sind – mehr brauche ich wirklich nicht! Sobald man seinen Stil mehr oder weniger gefunden hat, kann man eigentlich nur noch Dinge kaufen, wenn man sie upgraden will (z.B ein altes Kleid ist schon sehr benutzt und man kauft ein neues ähnliches, um es zu ersetzten) oder wenn man tatsächlich was ganz anderes braucht / will.

24.03. Vielleicht kann ich meinen nicht-konsum auf weitere Bereiche meines Lebens ausweiten? Oder zumindest einen deutlich Reduzierung durchführen. Mich überkommt so ein neues Bedürfnis, weniger Kram zu besitzen – oder mindestens weniger Kram, den ich nicht mag. Seitdem ich beispielsweise auf Instagram tätig bin, habe ich deutlich mehr Bücher gekauft. Natürlich ist es insgeheim mein Traum eines Tages eine kleine Bibliothek zu besitzen, aber mal ehrlich: Warum gehe ich nicht mehr in die Bibliothek? Oder kaufe mehr gebraucht?

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2 Kommentare zu „#NoShoppingChallenge: Rückblick auf Februar + März“

  1. Auweia – Alpträume über das Shoppen …
    naja, so recht überlegt, plagen mich Gewissensbisse mit Blick auf die Herstellungsbedingungen der Kleidung. Viel brauche ich nicht, und ich trage meine Lieblingsstücke auf. Will auch mal was zur Reparaturschneiderei bringen. Hier in der Stadt boomen die Tauschbörsen, und ich habe schon ein schönes Stück eintauschen können, mehreres aus zweiter Hand. Ich freue mich, immer häufiger Sachen aus Bio-Baumwolle zu sehen, aber die Vielfalt und Güte der entsprechenden Siegel und Zertifikate ist schwer überschaubar. Hast Du denn eine überzeugende Quelle für Fair-Trade-Anziehsachen gefunden?
    Viele Grüße und frühlingshafte Träume
    Bernd

    1. Ich freue mich auch total, dass es immer mehr Bio Baumwolle gibt! Aber du hast recht, dass die Zertifikate sind nicht überschaubar. Leider hab ich noch nicht wirklich so viel Fair Trade Kleidung ausprobiert (vor allem jetzt kaufe ich auch nichts neues). Ich hab ein paar Sachen der britischen Marke Seasalt Cornwall, die ganz tolle Sachen haben, allerdings ist das Sortiment für Männer klein und günstig ist es nicht, aber die Qualität ist super! Ich hab von anderen ganz viel Lob über den Avocado Store gehört, der verschiedenes anbietet und der Marke Armed Angels, aber ich hab da noch nichts gekauft, vor allem weil es teuer ist. Zweite Hand ist das, was ich eigentlich immer gern mochte. Da ich momentan keine Kleidung kaufe, versuche ich bei Lebensmitteln aus Bio und Fair Trade zu achten.

      Dir auch ganz liebe Grüße!
      Katha

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