[Unileben #6] Leseliste Wintersemester 2018/19

Bei diesem Unileben-Beitrag kommen endlich die zwei großen Themen, über die ich auf diesem Blog schreibe, zusammen: Bücher und Uni! Dieses Semester ist lesetechnisch für mich ganz anders, als die letzten es gewesen sind. Anstelle der unendlich vielen durchschnittlich 10 bis 70-seitigen Ausschnitte aus Sach- und Fachliteratur und einem kleinen Auszug aus hier ein bisschen Goethe, da ein wenig Walther von der Vogelweide und philsophischen Essays ohne Ende, geht es in meinem 3. Semester ans Eingemachte. Ich war wirklich überrascht, wie viele Bücher nun auf meiner Leseliste gelandet sind – momentan überlege ich übrigens, ob ich am Ende des Semesters ein wenig meine Leseliste reveue passieren sollte, wenn euch das interessieren sollte, schreibt es auf jeden Fall in die Kommentare!

Die hier vorhandenen Lektüren sind bei Weitem nicht alles, was ich für die Uni lesen soll, sondern stellen die Werke da, die ich „kaufen sollte“, dh. ich es in seinem Gesamten lesen soll, hinzu kommen etliche Ausszüge zu Theorie, philosophische Abhandlungen von 30-50 Seiten usw. Da das nun eine ganz schön teure Anschaffung war – Kleinvieh macht auch Mist – glaube ich, dass ich es im kommenden Semester mit gebrauchten Büchern versuchen muss (was ich hier nur bei der letzten spontanen Bestellung gemacht habe, die es allerdings nicht auf das Bild geschafft hat, mehr dazu weiter unten). Man kann sich ausdenken, dass sogar ab einer gewissen Menge an Reclamheften der Spaß nicht mehr günstig ist („Sie studieren Literatur, was erwarten sie? In den nächsten Semestern wird das nur mehr.“)

Folgende Literatur gehört bei mir zu folgenden Seminaren:

Modul Literaturgeschichte II: Liebe & Tod im 17. Jahrhundert
Gryphius, Andreas: Absurda Comedia
Gryphius, Andreas: Cardenio und Celinde
Lohenstein, Daniel Caspar: Sophonisbe
Opitz, Martin: Buch der deutschen Poeterey
Shakespeare, William: Ein Sommernachtstraum
Shakespeare, William: Romeo & Julia

Modul Literaturgeschichte III: Berlin in der Großstadtliteratur: 1870-1920
Fontane, Theodor: Die Poggenpuhls

Modul Text- und Medienanalyse: Phantastisches Prag
Leppin, Paul: Severins Gang in die Finsternis
Meyrink, Gustav: Der Golem
Meyrink, Gustav: Walpurgisnacht
Perutz, Leo: Nachts unter der steinernen Brücke

Modul Theoretische Philosophie: René Descartes‘ Meditationen
Descrates, René: Meditationen

Ich muss zugeben, dass sich für mich das Seminar zu Prag, wie auch das zu Liebe und Tod im 17. Jahrhundert, gleich zu Anfang des Semesters als meine Lieblinge herausgestellt haben, was viel mit dem bzw. der DozentIn zu tun hat, aber auch mit der literaturwissenschaftlichen Arbeit mit den beiden äußerst spannenden Themen. Ich bin allgemein sehr froh darüber, dass ich im 3. Semester kein Grammtik-Modul habe und mich voll und gut mit Literatur auseinandersetzten kann, was zwar unüberraschenderweise enorm leseaufwendig ist, aber mich mehr interessiert und mir auch besser liegt.

Und dann plötzlich kam Mitten im Semester in einer Vorlesung zum Thema Humor noch etwas dazu, aber leider nicht ein Buch, sondern 5! (Die vierteilige Serie „Joseph und seine Brüder“ von Thomas Mann und Fritz Reuters 700-Seiten-Schinken „Das Leben auf dem Lande“) Wie ich schon angemerkt habe, ist das aber bei Weitem nicht alles, was ich lesen müsste, aber ich muss auch zugeben, dass ich nicht alles schaffe, zum einen, weil ich noch ein Stück Leben haben möchte, zum anderen, weil man selbst als Literaturliebhaberin irgendwann die Frustraionsgrenze an der Menge an Platon, Kafka und Hoffmannswaldau erreicht hat und man schlichtweg nicht mehr lesen möchte.

Love, Katha

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7 Kommentare zu „[Unileben #6] Leseliste Wintersemester 2018/19“

  1. Ich bringe „Joseph und seine Brüder“ einfach nicht in einen kausalen Zusammenhang mit dem Thema Humor. 🙂 Ich habe den Vierteiler aufgrund eines schulischen Thomas-Mann-Traumas aber auch nach Teil 1 abgebrochen, vielleicht enthalten die drei anderen Teile ja Humor. Ich fürchte, ich werde es nie erfahren … 😉

    1. hahaha, ich musste so schmunzeln über deinen Kommentar! Bisher sind mir nur die Buddenbrooks von Mann untergekommen und ich kann mir ehrlich gesagt ebenfalls nicht vorstellen, dass das lustig wird – aber um mal meinen Prof zu zitieren „Thomas Mann’s Humor ist was für den Geist (…) die ersten 60 Seiten von Joseph muss man überstehen, aber danach wird es ganz toll“

  2. Krass … ich habe mich immer gefragt wie krass das Lesepensum ist, wenn man Literatur studiert und scheinbar ist es immens. Wie groß empfindest du eigentlich die Gefahr, dass du keine Freude mehr am Lesen hast, weil es sich wie „Arbeit“ anfühlt oder du Stoffe vermisst, die du aus Spaß an der Freude gern lesen würdest, aber eigentlich wenig Zeit dafür hast?
    Du merkst meinen Fragen vielleicht an, dass ich früher auch mal mit dem Gedanken gespielt habe 😉

    1. Es ist immens! Die Wahrheit ist, dass das bei mir ab und zu vorkommt, dass ich wirklich schon keine Bücher mehr sehen kann, weil das Pensum so hoch ist und noch schlimmer, wenn ich nur Dinge lese, die ich furchtbar finde (wie im ersten Semester „Wilhelm Meisters Lehrjahre“). Aber das hat sich erholt! Und: dann und wann liest und bespricht man zusammen Werke, die einen total ergreifen und begeistern und wo einem das Herz aufgeht und da spüre ich dann immer wieder, warum ich das eigentlich studiere. Ich habe jetzt im 3. Semester bereits mehr Auswahl, Kurse zu wählen, die meinen Interessen entsprechen, da ist es mit der Lesepflicht ein wenig angenehmer, aber ich kann sehr gut nachvollziehen was du meinst, weil mir das echt Sorgen gemacht hat am Anfang und auch einer meiner Bedenkgründe war, wieso ich zuerst versucht habe, etwas Anderes zu studieren. Bisher macht es für mich den Eindruck, dass es für mich genau das richtige ist, mein Hobby zur Arbeit zu mache, auch wenn es nicht immer perfekt ist. LG Katha

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