Tipps für das Erste Semester

Moinsen!

Minimal verzögert zum Studienstart, wollte ich nach meinem eher desillusionierenden Beitrag zu meinen Uni-Erfahrungen einen positivenPost für alle Erstis schreiben –  ganz allgemein und auch ein bisschen Humboldt-Universität-spezifisch. Obwohl es technisch gesehen, schon mein drittes Hochschulsemester ist, ist das Wintersemester 2017/18 durch meinen Studiengangwechsel auch irgendwie wieder mein erstes Semester und damit auch ein erneuerter Sprung ins kalte Wasser. Diesmal habe ich mir allerdings vorgenommen, mich nicht so überrumpeln zu lassen von den vielen neuen Dingen, sondern organisierter und entspannter (und auch mit weniger hohen Erwartungen) an den neuen Studiengang anzugehen und alles einfach auf mich wirken zu lassen. Es sind meine eigenen spezifischen Vorbereitungen für die Humboldt Universität zu Berlin – jede Uni ist da anders – aber ich denke, dass auch allgemeingültiges dabei ist.

Worauf ich nicht eingehen werde sind Bafög und Alleine-Wohnen, da ich dahingehend mangels Erfahrung keine hilfreiche Information geben kann.

1. Selbstständigwerden

Meine Uni stellt mir leider recht wenig Information zum Ablauf der kommenden Wochen, aber mit ein paar Klicks und dem Besuch der Facebook-Seite meiner Fachschaft bekam ich schon ein viel genaueres Bild davon, wie die Einführungstage aussehen würden. Wenn die Fachschaft, der einzelne Studiengang oder sogar eine spezifische XY Erstis WiSe 2017/ 18 auf Facebook existiert, kann ich sehr empfehlen, dort vorbeizuschauen. Natürlich ist es schade, dass man damit Menschen, die aus guten Gründen kein Facebook besitzen, Steine in den Weg legt! Ich habe zwar schnell bemerkt, dass dort weitaus mehr gepostet wird, als studiumsrelevante Sachen, wie beispielsweise Suche von VersuchsteilnehmnerInnen und WG-BewohnerInnen, Werbung für eine bestimmte Demonstration, soziale Initiative oder einen Gelgenheitsjob. Entsprechend habe ich sie recht schnell stummgeschaltet und nur noch ab und zu reingeschaut, aber oft waren Diskussionen und Informationen zu tatsächlich relevanten Sachen dabei.

Es gibt im Internet auch ganz viele Posts und Foren zum Thema Ersti oder zur bestimmten Uni und man kann sich richtig schnell wahnsinnig davon machen lassen, was man alles tun muss oder lassen seien soll. Deshalb gilt auch hier: ruhig bleiben. Natürlich muss ich realistisch sein: Die nächsten Wochen der Eingewöhnung werden zweifelsohne stressig und hart, man kann kaum alles perfekt machen. Und das ist okay!

2. Uni-Organistaion

Es lohnt sich, so schnell wie möglich den eigenen Campus kennenzulernen, beispielsweise durch angebotene Campus-Tour oder eigene Initiative.
Ebenfalls ist es in einer digital organisierten Welt wie der unseren, essenziell einen Internet-Zugang für zu Hause über VPN und Internetprofile (Uni-eigene Emailadresse, sowie Profile zur Prfüungsanmeldung und Kursorganisation, je nachdem was es an der entsprechenden Uni gibt) zu erstellen. Es geht praktisch alles übers Web und bevor man etwas verpasst. Dabei ist den Stundenplan erstellen ganz wichtig, was viele nun schon hinter sich haben werden, und wichtige Fristen, wie akademische Ferien und Prüfungsanmeldezeiträume, zu kennen.

Es gibt etwas namens Stundenplan-Beratung in meinen Einführungstagen, aber als mittelalter Hase kenne ich das leidliche Auslosverfahren meiner Uni schon. Zur Orientierung ist die sogennante Studien- und Prüfungsordnung, die man meist durch Googlen oder auf der Webseite des eignen Fachbereichs, schnell finden und ausdrucken kann. Für mich wurde schnell klar, dass die Webseite meiner Fachbereiche ganz schnell in das Lesezeichen meines Browers kommen würden, da dort (ähnlich wie auf der Fachschaftseite auf Facebook) alles steht, was man wissen muss.

Jetzt zum schönen Teil: Unis bieten ganz viel kostenlos an solange man StudentIn ist, also lohnt sich ein Blick, inwieweit man beispielsweise Microsoft Office, Anti-Viren- und Literaturverwaltungsprogamme wie Citavi und Endnote kostenlos herunterladen kann. Dies funktioniert natürlich nur, wenn man sich das Uni eigene VPN heruntergeladen hat (irgendwie hängt alles mit allem zusammen). Viele Shops und Webseiten bieten auch Studenten-Rabatte an, was beispielsweise bei ASOS über die Uni eigenen Mailadresse läuft, anderswo muss man sich über eine Webseite anmelden, wie Student Beans. Und Spotify gibt’s auch für weniger. Möchte man auch im Ausland von den Rabatten profitieren, wie für Museen und Attraktionen und vieles mehr, kann man sich recht einfach einen internationalen Studentenausweis kaufen – an meiner Uni kostet er 12 Euro und ist für 16 Monate gültig.

Wenn man wie ich noch einen alten Papierlappen als Stundenausweis und Monatskarte hat, muss man sich zusätzlich eine Mensa-Karte verwenden. In Berlin befindet sich die sogenannte Campus Card noch in der Testphase und man muss extra beantragen, wenn man sie verwendne will. Es lohnt sich einen höheren Geldbetrag auf die Mensa-Karte zu laden, denn die Schlange vor dem Aufladeautomaten ist so ziemlich das ganze Jahr lang ziemlich lang. Bei mir kann man die Karte nicht nur in der Mensa aufladen, sondern auch in der Bibliothek (habe ich Ende des 2. Semesters herausgefunden), wo die Schlange bedeutend kürzer ist. Die Mensa meines Campus‘ ist nicht mein liebster Ort zum essen, besonders weil es dort oft überfüllt und hektisch ist. Ich möchte niemanden dazu motivieren, 15 Minuten vor Vorlesungsende sich herauszuschleichen, nur um die Schlange zu meiden, denn manchmal wird genau am Ende noch mal etwas wichtiges gesagt. Meine Lieblingsmensa  (Mediziner-Mensa des Campus Nord) liegt nicht auf meinem Campus, aber ich gehe gerne in einem Freiblock dorthin. Das tolle ist auch, dass man mit der Mensa Karte die Mensen der anderen Berliner Unis mitbenutzen kann, was die eigene Mobilität deutlich erhöht.

Mobilwerden durch Tablet und /oder Laptop. Ich dachte wirklich, ich würde es auf meine Oldschool Variante schaffen und ich bin noch immer überzeugt, nicht mittippen zu müssen, in den Vorlesungen, sondern zu schreiben, weil ich so effektiver lerne – allerdings Freiblöcke und Pausen kann man mit dem Laptop wirklich produktiver gestalten. Ich habe viele gesehen, die neben einem Laptop ein Tablet mitbringen und es wurde mir von ein paar Dozenten wärmstens empfohlen, mir ein Tablet zuzulegen. Es ist leider alles eine Geldfrage, aber wer sich vor dem Studium fürs Studium einen Laptop zulegen will, dem kann ich wärmstens empfehlen auf Akkuleistung und Gewicht zu achten. Letztendlich habe ich mich schließlich für ein 2 in 1 Gerät entschieden und bin bisher sehr glücklich damit.

Begriffe wie Regelstudienzeit, Stipendium, Hochschulsport, Fachschaftsrat etc werden einem um die Ohren geworfen: Es lohnt sich, sich grob damit zu beschäftigen und sich mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen vertraut zu machen, aber ob man daran teilnehmen muss, wie an Sport ,oder alles schafft in Regelstudienzeit stellt sich sowieso erst über die Zeit heraus: Warum sich also von so etwas verunsichern lassen?

3. Ein paar andere Sachen, die ich anderen ans Herz legen möchte

  • Unbedingt die Bibliothek kennenlernen und Recherche Fähigkeiten verbessern
  • Mit höheren Semestern quatschen und einfach zu hören
  • Die Studien- und Prüfungsordnung ganz gründlich lesen
  • Nicht davor scheuen, andere anzusprechen – schließlich sind gerade in den Einführungsveranstaltungen alle im selben Boot
  • Ausschauhalten nach Verteilunsgtagen der Campus Tüte für ein paar gratis Goodies, wie Ovomaltine
  • Nicht zu viele Kurse besuchen (auch wenn es im Vergleich zu Schule nach wenig aussieht, es ist wirklich viel)

 

4. Sozial Werden

Möglich durch Campus- und Kneipentour, wie Ersti-Fahrt. Diese Enden bekanntlich mit viel Alkohol und sind nicht unbedingt etwas für jedermann. Die Einführungstage sind die entspannte Variante, um andere kennenzulernen, denn spätestens in der Vorlesungszeit sind alle so gestresst, das niemand mehr Zeit für so was hat und wie meine Erfahrung aus den letzten zwei Semestern gezeigt hat, studiere ich auch nicht, um die Freunde fürs Leben zu finden. Aber die Einführungstage sind schon vorbei? Macht doch nichts. Wie so oft im Leben ist es so: Wenn man es zwanghaft will, bekommt man es nicht oder zumindest ganz selten. Es gibt etliche Uni-Partys, die in den nächsten Wochen auftauchen werden – ich habe gemerkt, dass ich weder eine Partygängerin bin noch dass es so wichtig ist. Da kommt ein schöner Anglizismus ins Spiel: FOMO (Fear of Missing out) und ich bin überzeugt, dass man sich definitiv schützen muss, denn bei all den Parties, Veranstaltungen, Treffen und Demos, die es zur Auswahl gibt, kann man sich sehr einschüchtert fühlen: Muss ich da mitmachen? Und am Ende kommt das eigentliche Studieren zu kurz.
Und Sozial Werden heiß auch: Wenn deine Freunde oder dein*e BeziehungsparterIn, wo anders studieren (ob Stadtintern oder nicht) trefft euch, denn die beste Methode bei diesem ganzen Uni-Stress nicht verrückt zu werden, ist durch Leute, die einem gut tun (und vielleicht an die schönen, stressfreieren Schulzeiten erinnern). Rückblickend sehe ich, dass ich mir einen hohen Eigendruck gemacht habe, möglichst allen zu gefallen und einen guten Eindruck zuhinterlassen, so dass ich zwischenzeitlich vergaß, das es darum  in erster Linie um mich geht.

Und dann kommen noch die coolen Blender, die einem erzählen, dass sie vor dem Studium in Afrika waren und 1,0 haben und diese Studiengang eigentlich nicht das ist, was sie können, aber neue Herausforderungen lieben – einfach weghören und nicht einschüchtern lassen. Ich habe in meinem Beitrag zu meiner Uni-Erfarung lang und breit darüber gesprochen, deshalb werde ich diesbezüglich nicht in die Tiefe gehen., aber wen es interessiert, der kann hier nachschauen.
Es ist fast schon peinlich zu sagen: Ich habe in meinem letzten Studiengang zwei KommilitonInnen gehabt, mit denen ich gut klar kam aber bei weitem nicht eng befreundet war. Es ist wirklich wohltuend mal kurz ein bisschen zu quetschen und nicht über etwas wie Statistik nachdenken zu müssen. Ich will nicht sagen, dass Freunde und eine Clique an der Uni zu finden, überbewertet ist, keineswegs ist es so und es ist wichtig, sich nicht abzukapseln, aber man sollte sich gleichermaßen meiner Meinung nach nicht verrückt machen,wenn man nach zwei Wochen nicht die „ultimativen Sqaud Goals“ hat. In meinem neuen Studiengang bin ich viel schneller auf sympathische, offene Leute getroffen, was nur beweist, dass es auch eine Glücks- und Zufallssache ist.

Und wenn’s nicht perfekt läuft: Ideales Zeichen, das man ganz normal ist.

5. Ein paar Tipps zum Vorbeischauen:

Habt ihr noch Tipps und Ideen? Was waren eure Erfahrungen als Erst-Semester? Ich freue mich auf Kommentare!

Love, Katha

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8 Kommentare zu „Tipps für das Erste Semester

  1. Hallo Katha!
    Hier auch noch mal alles gute zum neuen Studium! 🙂

    Ein schöner Beitrag – besonders gefällt mir, wie du die Leser*innen daran erinnerst, sich nicht verunsichern zu lassen, besonders von Blendern. Da kann ich nur voll zustimmen. Gerade was Regelstudienzeit betrifft, damit wird so viel Panik gemacht, dabei kenne ich so gut wie niemanden, der das geschafft hat. Ich bin rückblickend auch sehr froh, so lange im Bachelor studiert zu haben, weil ich jetzt dafür im Master super entspannt bin, alles ist so „been there, done that“. Und, ich meine, man wird eh früh genug anfangen, bis zur Rente zu arbeiten. 😀

    Liebe Grüße
    Rosa =)

    1. Hey Rosa!

      Wie schön dich wieder mal hier zu lesen 🙂 Ich glaube auch, dass Regelstudienzeit wirklich falsch angegangen wird – man bekommt so viel Druck von allen Seiten, dabei soll das Studieren ja auch Spaß machen. Genau, das mit der Rente trifft den Punkt. Freut mich richtig, dass du entspannt in den Master einsteigen konntest!

      LG
      Katha

    1. Hey Flo! Es freut mich RICHTIG zu hören, dass du meinen Beitrag nützlich und speichernswert findest, das bedeutet mir viel. Wenn ich auch nur einer Person irgendwie damit helfen kann, ist das schon wunderbar.

      LG Katha

    1. Ich habe nicht darüber geschrieben, das stimmt! Das lag mehr daran, dass ich erstmal ein bisschen gucken wollte, ob der neue Studiengang nun für mich einen guten Eindruck macht, oder nicht 🙂

      Ich studiere jetzt übrigens Deutsch und Ethik auf Lehramt – und es wird im Oktober Faves Beitrag dazu mehr Details geben 😀

      LG Katha

      1. Ah gut, ich habe also nicht irgendeinen Post verpasst. 🙂 Berichte gerne mal über den Wechsel, ich finde sowas immer spannend! 🙂 Zu deinem neuen Studiengang kann ich dir auf jeden Fall nur gratulieren, zumindest zum Fach Deutsch. Habe ich schließlich auch mit (meistens) großer Freude studiert. 😉 Viel Erfolg wünsche ich dir!

  2. So ein Studiengangwechsel kann eben auch was Gutes haben: Man hat schon mehr Ahnung vom System Uni und kann sich daher besser auf die Inhalte einlassen, weil einen das Prinzip und das ganze Drumherum nicht mehr so überfordert. Darauf freue ich mich schon.

    Dem Tipp mit Facebook kann ich mich nur anschließen, auch wenn es immer schade ist, dass Menschen ohne Facebook dadurch ausgeschlossen sind. Aber es ist wirklich hilfreich, sich mit anderen Erstis austauschen zu können, vor allem auch ganz spezifisch mit welchen von der gleiche Uni, weil ja vieles von Uni zu Uni anders ist. Da kann ich auch die Jahrgangsgruppen von älteren Jahrgängen empfehlen, da man da auch zu vielen Klausuren (sind ja oft die gleichen Dozierenden jedes Jahr) nützliche Tipps findet.

    Jetzt, wo wir endlich eine CampusCard haben, ist es echt cool, wofür man die alles gebrauchen kann: Mensa, Schränke in der Bib verschließen, Bücher ausleihen, drucken ^^. Ich hab irgendwann rausgefunden, wann die Rushhour am Automaten vorbei ist ^^. So eine Mensa-Rushhour haben wir auch und leider gehe ich meist dann hin, aber ich habe mich damit abgefunden und bisher immer einen Platz gefunden. Kann aber auch vollkommen verstehen, wieso man keinen Bock darauf hat.

    Die Studien- und Prüfungsordnung lesen ist wirklich ein guter Tipp, grad um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Kurse man belegen muss, welche Voraussetzung für was sind und wie die Bedingungen für die aktive Teilnahme und so aussehen.

    Und nicht zu viele Kurse, da schließe ich mich 100%ig an! Es macht einfach keinen Spaß und ist super unbefriedigend, sich am Ende total zu quälen und alles nur mittelmäßig hinzubekommen, statt weniger Sachen dafür entspannt und gut zu machen.

    „Wenn deine Freunde oder dein*e BeziehungsparterIn“ Drei verschiedene Arten zu gendern, das muss man erstmal schaffen :P.
    Spaß beiseite, ich hab mit dem sozialen Aspekt auch immer Probleme, da ich kein Fan von Partys und Kneipenabenden bin. Zu laut, um sich zu unterhalten, und ich habe immer Angst, am Ende dann unbeachtet rumzustehen. Ich mag es lieber, wenn ich schon Leute kenne. Orientierungstage und so finde ich aber auch total sinnvoll. Selbst wenn man, wie wir, eine alberne Rallye über den Campus machen muss, kennt man dann zumindest ein paar Namen ^^.
    Mehr Zeit mit Leuten verbringen, die einem guttun, ist ein wirklich guter Rat, grad wenn man auch mal ne Auszeit von der Uni und Themen wie Klausuren und so braucht.

    Danke auch für die Verlinkung, obwohl mein Beitrag ja eher deprimierend ist :D.

    Alles Liebe
    Carlos

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