10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

Es ist schon einige Wochen her, dass ich meine letzte Prüfung hinter mit habe und die letzte Vorlesung überlebte. Ich glaube ohne Einschränkung sagen zu können, dass mich mein Sozialwissenschaften-Studium der letzten 2 Semester nicht nur ziemlich gequält hat, sondern auch einiges gelehrt. Ich möchte diese Erfahrungen hier teilen, zum einen als kleinen Reminder an mich selbst, zum anderen hoffe ich, jemanden da draußen, der vielleicht unglücklich mit seinem Studium ist oder nächstes Semester das erste Mal die Uni-Bank drücken wird, ein paar Ratschläge geben zu können.
Zuletzt sei gesagt: Ich habe kein Erfolgsrezept, ich habe nicht mal eine Ahnung, wie man Uni-Erfolg kocht, allerdings denke ich, ein gesundes Uni-(Selbst)Bewusstsein ist ein großer Schritt, um erfolgreich(er) zu werden. Ein kleiner Disclaimer: Es geht hier um meine individuelle Erfahrung und meine Eindrücke nach 2 Semestern, ich möchte nichts verallgemeinern, nichts in den Dreck ziehen und schon gar nicht den Eindruck erwecken, Uni sei schlichtweg nur schlecht.

Ich und die Anderen

1. Vergleich dich nicht mit anderen – Ganz dick hinter die Ohren schreiben! Und nicht nur wissen, sondern auch praktisch anwenden. Vergleiche, wenn sie nicht mit einem selbst und den eigenen Leistungen sind, können einen echt vergiften und ein schlechter Anreiz sein. Schließlich lernt man für sich selbst und nicht, um besser zu sein als XY.

2. Zwischen Blendern und Lotterlebenstudenten. Jung, voller Hoffnung, frisch aus der Schule mit gutem Abi geht’s in Studium. Man hofft, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, endlich mal etwas Anderes zu lernen als in der Schule, hofft auf mehr Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei traf ich schnell auf zwei Stereotypen, von denen man sich absolut nicht irritieren darf, was mich erstmal eine gewisse Zeit gekostet hat. Einerseits gibt es die scheinbar perfekten Studenten, die nur 1,0en kassieren und sagen, wie leicht Uni doch sei, dabei noch Yoga machen und Spanisch lernen und natürlich im Studi-Rat sind und stets gut drauf, beliebt und es wirkt, als könnten die alles schaffen – was einen hart trifft, wenn man genau dieser Mensch wäre. Mich hat es in eine Verzweiflung geschürzt: Wie bekommen sie das hin? Und wieso schaffe ich das nicht? Die Wahrheit ist, es gibt wahrscheinlich nur sehr sehr wenig Menschen, die sofort alles können. Schön für sie.

Vom zweiten Typen sind die Noten relativ unbekannt, aber um die geht’s vorrangig nicht. Es ist dieser Typus Studierende*r, wo man ständig mitbekommt, dass dieser Mensch zwischen einem Club und dem anderen pendelt, die coolsten It-Pieces trägt und ach so viel Spaß hat – ganz schön frustrierend, während man drei Stunden lang zu Hause die komplizierte Vorlesung nachbereitet hat. Das Problem ist ähnlich, was in der Schule schon auftritt, aber mir scheint, hier ist es viel stärker (vor allem, weil man am Anfang niemanden wirklich kennt): Ich habe mich beeindrucken lassen, irritieren lassen, was einen einfach nur runterzieht. Es geht nicht um die anderen, es geht um mich – deshalb darf man sich einfach nicht davon emotionaliseren lassen, wenn die anderen scheinbar alles besser machen.

3. Einen kleinen Schock bekommt man- wenn man wie ich an einer großen Uni studiert, wie voll es anfangs ist. Selbst wenn ich 25 min vor Vorlesungbeginn (akademisches Viertel miteinberechnet) da war, bekam ich anfangs nicht unbedingt einen Platz im Hörsaal. Manche Kurse sind bewusst mit kleineren Hörsälen ausgestattet, war mein Eindruck. Nicht erschrecken: es werden weniger, vor allem in den unbeliebten Kursen habe ich das Früh bemerkt (*kleines Husten* Statistik). Der zweite, viel beunruhigende Gedanke, der sich mir erschleicht, ist das Prinzip des Aussiebens. Da versucht man, mit dem System Uni klarzukommen und schon beginnt das Aussieben in der Klausuren mit Prüfungen, mit Lernausmaß des Abitur und mit Anforderungen, die man zweitlich nicht bewältigen kann (scheint mir). Vielleicht ist es Verschwörung, aber gerade an großen Unis, wo knapp 200 Leute im Monobachelor studieren und dann vielleicht noch 80 im Kombibachelor, sollen es weniger werden.

Wie Uni ist und wie ich (nicht) klarkomme

4. Uni ist nicht wie Schule. Wahrscheinlich ist dieser Punkt unglaublich offensichtlich. Ich glaube dennoch, es ist ein Unterschied, das theoretisch zu wissen und es dann praktisch es am eigenen Leibe erfahren zu müssen. Dazu zählen besonders diese zwei Punkte:  Einsamkeit und Anonymität an einer großen Uni sind Alltag. Keiner interessiert sich scheinbar für einen und man kann von Glück sprechen, wenn in einem kleinen Seminar der Dozent gewillt ist, Namen zu lernen. Es ist eine große Umstellung, nachdem man 12 Jahre (in meinem Fall) Lernanstalten als etwas Soziales erlebt hat. Mit ein bisschen Glück lernt man auch sehr angenehme Menschen kennen – aber es dauert, bis man angekommen ist, ein eignes Tempo entwickelt und sich an die neue Situation gewöhnt. Das können Monate sein und das ist total okay.

5. Vorlesungen sind nicht für jeden und jede Vorlesung ist anders. Es gibt Dozenten und Dozentinnen, die anstatt 90 Minuten auch gerne mal 110 reden, dabei 60 PowerPoint Folien oder mehr verwenden, die gnadenlos voll sind (keiner von denen hätte die 5. Prüfungskompontene im Abitur in Berlin bestanden) und sie einfach nur vorlesen, aber sie wenigstens nach der Vorlesung hochladen – das sind Vorlesungen, die man de facto nicht besuchen muss. Dann gibt es Kandidaten und Kandidatinnen, die überhaupt nichts hochladen und nur nette Bildchen von alten Soziologen auf die Folie klatschen. Ebenfalls schockiert haben mich Vorlesungen, in denen schlichtweg nur die Meinung der oder des Dozierenden gepredigt wurde, die total zerstreut und ohne roten Faden waren, mit Leuten, die Deusch mit einem starkem Akzent sprachen, an den man sich erstmal gewöhnen musste.

Kurzum, ein absoluter Alptraum, für jeden, der einfach nur Wissen pädagogisch wertvoll vermittelt bekomemn möchte. Die Schlüsse, die ich aus diesem Vorlesungswahnsinn gezogen habe, sind folgende:

  •  Selbstständigkeit will früh gelernt sein
  • Man muss anders (ich habe leider auch noch nicht ganz herausgefunden wie), deutlich mehr und systematischer lernen. Manchen hilft es, sich in die Bibliothek zu setzten, da dort alle lernen und der Ablenkungsfaktor niedrig ist.
  • Lerne deinen Rhythmus (wie viel Vor-/Nachbereitung notwenig ist und wann du Pausen brauchst. Durchatmen und kleine Freuden sind sehr wichtig) und tritt dir in den Arsch!
  • Rechtzeitig anfangen und auch rechtzeitg aufhören, denn meiner Erfahurng nach funktionieren trockene todlangweilige schlechtgehaltene Vorlesungen ohne Schlaf nicht besonders
  • Nachbereitung ist alles! Oder kurz: Fleiß, Fleiß, Fleiß
  • Manchen helfen Lerngruppen, andere lernen besser allein und abgeschottet

6. Es ist frustrierend, wenn man gut in der Schule war und nicht genauso gut in der Uni ist. Für mich ist dies ein harter Schlag. Mir ist zwar in der Schule nicht alles zugeflogen und ich musste lernen – für manche Fächer mehr für anderen kaum – aber ich bekam auch in der Oberstufe gute Noten und ich habe ein gutes Abitur, ich verließ Schule im Glauben einigermaßen klug zu sein und zu wissen, wie man lernt. Und dann kam Uni und Bullimie-Lernen und ich fühlte ich, als wäre ich die dümmste Person, die dieses Studium jemals angefangen hat – und da scheinbar alle so gut klar kamen (s.o.), setzte mich das unheimlich unter Druck, aber irgendwann hörte ich bewusst auf, über die anderen nachzudenken und zu überlegen, wie ich das gut bewältigen kann und es hat geholfen.

7. Uni ist nicht für jeden was. Nicht jeder ist ein Uni-Typ und nur weil man ein 1,4er Abi (oder besser) hat, ist man nicht dazu verurteilt zu studieren. Ich habe sogar den Eindruck, so wie Uni heute läuft, dass sie gegen einen gerichtet ist, aussieben will und nicht Wissen an möglichst viele, sondern an eine Art Bildungs-Elite vermitteln will. Ein Kampf, bei denen am Ende einige übrig bleiben. Und man soll mit 16, 17, 18 oder 19 (oder älter) schon bereit und nicht mehr zerbrechlich sein? Eiskalt robotermäßig lernen und mit Bravour und Leichtigkeit durchtanzen?  Ich glaube übrigens auch, dass wenn man wirklich das studiert, wonach man sich sehnt und wo die eignen Stärken und Kompetenzen gut ausgeschöpft werden, man das wirklich kann. Aber dazu muss man erstmal „das richtige“ studieren und für mich war dies der Punkt, wo ich ansetzten musste.

Der seelische Faktor

8. Es ist in Ordnung, überfordert zu sein – besonders anfangs. Stundenplan erstellen, die ganzen neuen Räume finden, mit den ganzen neuen Leuten klarkommen (und sich nicht von Ihnen beeindrucken lassen), die Vorlesung vor- und nachbereiten, die gesamte Pflichtlektüre lesen, zwischen den Vorlesungen von der Mensa zu einem anderen Campus hetzten, Thesenpapiere wöchentlich abgeben, später vielleicht seine erste Hausarbeit bewältigen und eventuell noch ein soziales Leben führen und vielleicht sogar nebenbei Arbeiten. Oh Gott, wie soll das gehen? Und warum sehen alle so entspannt aus? Erstmal durchatmen. Zweitens, nicht blenden lassen. Drittens: Es ist okay. überfordert zu sein. Es ist mehr als normal und meistens, wenn man einen der Komiliton*innen näher kennenlernt, wird man feststellen, dass es anfangs nicht so vielen leichfällt, wie es der erste Wimpernschlag glauben lässt. Aber noch viel wichtiger: Warum interessiert einen das denn bitte? Ich glaube, im Grunde genommen, lässt sich das herunterbrechen auf meine Hauptaussage in diesem ganzen Gedankengewusel, die ich schon mehrmals angemerkt habe und die mir besonders wichtig ist: Ich vergleiche mich mit mir selbst, mir ist meine mentale Gesundheit wichtiger als die Topnoten und ich lasse mich nicht einschüchtern von dieser Masse an Menschen.

Ob der Leistungsdruck der eigene ist, weil man in der Schule so gut war und hier plötzlich nicht oder ob er ein Fremdeinfluss ist, ich glaube dieser Druck kann ab einer bestimmten Menge eher zerstörende als motivierende Einflüsse nehmen.

Während in der Schule sich tatsächlich noch jemand für dich interessiert hat und bestenfalls auf die zugegangen ist, um dir zu helfen, steht man hier ganz alleine da. Ich glaube, dass man zwar zusammen lernen kann (für die, die das gut können), aber das Klarkommen, sich nicht wahnsinnig machen, muss man ganz allein schaffen.  Regelstudiuenzeit ist meines Erachtens nach utopisch und teils echt grausam, Topnoten scheinen unerreichbar und über Zulassungskriterien und Noten für den Master will lieber niemand nachdenken. Wie war das nochmal mit dem nicht verrückt werden?

9. Wechseln heißt nicht Aufgeben. Manchmal merkt man es schon ganz früh, dass etwas nicht stimmt – irgendwie ist man unglücklich und vielleicht auch überfordert. Manchmal sackt die Überforderung ab, wenn man das Ersti-Dasein überlebt hat, manchmal nicht. Und dann kommt die Frage: Wechsle ich? Es liegt keine Schande darin.
Für mich haben sich ein paar red flags ergeben:

  • Bin ich motiviert dafür zu lernen? bzw. interessiert mich das im großen und ganzen?
  • Überwiegen die positiven Sachen im Studium die negativen?
  • Kann ich mir vorstellen, das als Master zu machen?
  • Fühle ich mir wohl?
  • Bin ich momentan überfordert oder dauerüberfordert?
  • Überkommt mich ein Gefühl von träumerischen Neid, wenn ich höre, das XY etwas bestimmtes studiert oder eine bestimmte Ausbildung macht?
  • Bin ich mit meiner jetztigen Situation glücklich?
  • Fühle ich mich krank, kann nicht mehr gut schlafen und fühle mich körperlich nicht in der Lage zur Uni zu gehen (weil mir davor graut)?

10. Ich vermisse die Schule. Ja, wer hätte gedacht, dass ich das sagen würde. Die Schulzeit war so schön. Das Lehrpersonal kennt einen, interessiert sich (abhängig vom Menschen, aber meistens) für einen und seine Probleme. Man fühlt sich mehr oder weniger aufgefangen, hat einen Rahmen.

Es gibt sie aber auch: die inspirierenden, tollen, freundlichen und auch nach dem Kurs oder der Vorlesung ansprechbaren Dozenten, die einfach wissen, wie man Wissen vermittelt, die zur Diskussion anregen und zwar auch sehr fordernd sind, aber auf einem motivierenden Level. Ich bin ehrlich: ich hatte genau einen einzigen von dieser Sorte, aber er hat mein letztes Semester wirklich aufgewertet.

 

Zusammenfassend: Ich habe gelernt, dass ich mich nicht überarbeiten darf, dass ich nicht jeden Tag lernen kann, ohne mental durchzudrehen, aber auch, dass man wirklich rechtzeitig und früh anfangen muss, für eine Klausur zu lernen. 4 Wochen vorher sind empfehlenswert, auch wenn ich das Motivtaionstechnisch selbst (noch!) nicht geschafft habe. Ich möchte gut sein, ich möchte aber dafür nicht mit Anfang zwanzig ein chronisches Nervenleiden inklusive Rückenschmerzen und Reizmagen entwickelt haben. Ich lasse mich von den Blendern nicht beeindrucken und nicht von den Leuten verletzten, die mich ignorieren, obwohl wir in einer Gruppenarbeit sind. Ich bin mir selbst wichtig, ich will gut studieren, aber ich will auch noch nebenbei glücklich sein. Ich glaube nicht, dass man  etwas studieren sollte, wo man sich nicht in seinen eigenen Stärken wiederfindet. Zwar macht im Studium sicherlich nicht alles Spaß, aber doch ein paar Fächer. Ich glaube an mich und ich weiß, ich muss mir auch in den Arsch treten, um zu lernen, denn ich verstehe nicht alles sofort. Das ist wohl das wichtigste: Selbstvertrauen und Fleiß.

Was ich mich frage: Sind wir heute schlecht vorbereitet auf das Studieren, weil wir keine Ahnung haben, was wir machen sollen mit unserem Leben als Frischabiturienten? Sind die Anforderungen noch menschlich oder sind wir zu bequemlich geworden, um für das Studium zu „kämpfen“? Und wie kann man effektiv und gut lernen?

Welche Uni Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr mir einen Tipp geben, wie man besser klar kommt, systematisch und gut lernt?

Love, Katha

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23 Kommentare zu „10 Dinge, die ich in den letzten 2 Semestern beobachtet, mitgenommen und gelernt habe

  1. Liebe Katha,
    ein sehr interessanter Artikel! Ich habe 12 Semester lang studiert und mache gerade meinen Abschluss in Germanistik und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien. es ist spannend, durch deine Augen auf den Studienbeginn zurückzublicken. Für mich ist inzwischen so vieles normal, da vergisst man schnell, wie hart die Umstellung damals war.
    Um deine letzte(n) Frage(n) aufzugreifen: Ich denke, Schule kann nicht wirklich adäquat an die universitären Anforderungen anknüpfen, da beide unterschiedlich ausgerichtet sind. Schule soll Allgemeinwissen vermitteln, an der Universität steht die Forschung im Mittelpunkt. Es geht darum, sehr viel tiefer in die Materie einzusteigen. Überfordert zu sein gehört am Anfang dazu. Der Witz ist: Du wirst dich nach spätestens zwei weiteren Semestern an diese Anforderungen gewöhnt haben. Du wirst lernen, effizienter zu arbeiten, zu schreiben, zu strukturieren. Ich glaube, dass das wichtigste ist, was ein Studium dir vermittelt. Wenn jetzt, am Ende meines Studiums, einen Text aus dem Grundstudium (1.-4. Semester) lese, frage ich mich, weshalb ich mich damals so da durchgequält habe. Das liest sich doch ganz locker flockig weg! Alles eine Frage der Übung. Das größte Problem an Uni ist, dass es kaum Anpassung an das unterschiedliche Leistungsniveau der Studenten gibt. Am Anfang ist man heillos überfordert, zwischendurch läuft es gut, und am Ende denkt man oft: Pipifaxs, hab ich schon drei mal gemacht (ist nicht bei jeder Leistung und bei jedem Studium so, aber ich hab es so erfahren).
    In diesem Sinne, weiterhin gutes Durchhaltevermögen!
    Alex

    1. Hallo Alex!
      Erstmal vielen vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar, das wärmt einem das Blogger-Herz. Ich musste richtig schmunzeln, als ich gelesen habe, was du studierst bzw. studiert hast, denn ich werde auf exakt diese Kombination zum kommenden Winter-Semester wechseln! Auch Lehramt, natürlich. Insofern wäre ich super neugierig was du zu deinem Studiengang zu sagen hättest und ob du mir vielleicht von bestimmten wichtigen Dingen im Studium, die kommen werden oder die dir besonders gefallen haben, berichten könntest. Ich muss sagen, dass ich entspannter ins Studium starte, wo ich jetzt ein bisschen Uni-Erfahrung habe.

      Was die Anforderungen betrifft glaube ich auch, dass man rückblickend denken wird: Huch, das fand ich schwer? – War ja in der Schule genau dasselbe, aber sich an das neue Pensum gewöhnen, empfand ich als hart. Aber mich beruhigt der Gedanke, dass du meinst, dass man nach 2 Semestern besser klarkommt. Also vielen herzlichen Dank für deine motivierenden Worte 🙂

      Außerdem finde ich es persönlich sehr schade, dass Schule einem keinen Anschluss zur Uni bietet – natürlich,, nicht jede*r will studieren, aber ich fände es toll, wenn ich mehr Methodik gelernt hätte, wie man gut lernen kann etc. Das einzige, wo ich das Gefühl habe, gut vorbereitet worden zu sein, ist, wie man einen guten Vortrag hält (ich hatte einen tollen Rhetorik-Zusatzkurs)!

      Eine gute Woche dir noch und liebe Grüße
      Katha

      1. Hallo Katha,
        Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deiner neuer Studienwahl.
        Was mich und mein Studium betrifft: Ich habe Germanistik geliebt. Das Studium war perfekt für mich. Sowohl die Literatur- als auch die Sprachwissenschaften, ich konnte mich für alles begeistern. Man muss halt auch ein wenig Interesse an unserer Sprache mitbringen und bereit sein, auch Texte und ganze Bücher zu lesen, die nicht ganz so leicht zu verstehen sind (barocke Trauerspiele sind wirklich…. anders^^). Zu Philosophie: Das ist ein hartes Pflaster. Ich habe hier immer für meine guten Noten gekämpft. Wenn du denkst, barocke Trauerspiele sind schwer verständlich, dann lies mal einen philosophischen Text. Ich habe Textarbeit hinter mir, da habe ich einen Absatz fünf Mal lesen müssen, um ihn endlich zu verstehen (und der war auch nur auf Deutsch geschrieben). Die Ausdrucksweise und Denkart von Philosophen ist nochmal ein ganz anderes Level. Man muss im Kopf viel mit ihren individuellen Fachbegriffen und deren Definitionen jonglieren können. Das alles hatte mich schon im 2. Semester dazu gebracht, darüber nachzudenken, dieses Fach zu wechseln. Habe ich dann aber doch nicht, weil es mir an einer passablen Alternative fehlte und ich auch noch durch eine neue Studienordnung benachteiligt worden wäre. Also hab ich mich bis zum Ende durchgebissen. Man kann es also schaffen, auch ohne ein Philosophen-Brain wie manch andere in diesem Studiengang zu sein.
        Grundsätzlich würde ich zu diesen Studiengängen noch sagen: Der Vorteil ist, dass das Studium thematisch sehr offen gehalten wird. In meiner Studienordnung hieß es zB immer: Sie brauchen zwei Leistungsscheine für den Zeitraum vor 1800 und zwei danach. Das heißt, du musst nicht zwingend über barocke Trauerspiele eine Hausarbeit schreiben – Spätmittelalterliche Lyrik tut es auch. Es gibt keinen festen Kanon, was abgearbeitet werden muss. In der Philosophie ist das genauso. Ich habe mir dann immer die Seminare rausgesucht, die meinen Interessen entsprachen.
        Und was das Lehramt als solches betrifft: Man muss es wollen. Die meisten, die Lehramt nur so zur Sicherheit studiert haben, haben meist nach vier oder fünf Semestern aufgegeben. Besonders die Schulpraktischen Übungen können einem nämlich den letzten Nerv rauben (du gehst in kleinen Gruppen an eine Schule und unterrichtest, abwechselnd von Woche zu Woche, und hinten sitzen die Lehrer, dein Dozent und die Kommilitonen und schreiben jeden noch so kleinen Fehler mit). Aber: Diese Übungen bereiten dich am besten auf das vor, was dich im Ref und in den Schulen erwartet. Die Übungen sind aufwendig und die harte Kritik zermürbend, aber wenn man wirklich Lehrer sein will, ist das das beste am ganzen Studium.

        Puh, das war viel, obwohl ich alles nur kurz angeschnitten habe 😀
        Ich würde mich auf jeden Fall freuen, immer mal was von deinem Studium zu lesen 😉 (aber passt das zu deinem Bloginhalt?).
        Liebe Grüße, Alex

      2. Vielen Dank erstmal für deine ausführliche Schilderung, es war echt interessant und spannend zu lesen! Wenn ich ehrlich bin, hast du genau die Punkte angesprochen, wo ich auch fürchte, Probleme zu bekommen, wie die schweren philosophischen Texte. Aber mal sehen, wie es kommt und was passieren wird. Man darf ja auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen und das schlimmste erwarten.

        Ich weiß noch nicht, ob ich darüber schreibe (und ich weiß auch noch nicht ganz, wie ich Zeit fürs Bloggen finden werde), aber im Prinzip würde ich das ganz gern machen 🙂 Ob es zu meinem Bloginhalt passt, macht für mich nicht so viel aus, ich mag die bunte Mischung 😀

        LG Katha

  2. Dein Beitrag ist sehr sehr toll geschrieben, aber liest sich schon so ein bisschen demotivierend für einen, der erst nächstes Jahr mit dem Studium beginnen wird :D.
    Danke für die vielen Hinweise, ich werde mir den Artikel abspeichern und nochmal lesen, wenn ich mich in derselben Situation befinde wie du anfangs. Vielleicht habe ich aber ja auch ein bisschen mehr Glück (Wunschdenken wird ja noch erlaubt sein :))
    Lass dich nicht unterkriegen, du machst einen hoch kompetenten und intelligenten Eindruck!

    1. Hallöchen! Erstmal vielen lieben Dank für die aufmunternden Worte!
      Ich hoffe natürlich, dass man Post nicht desillusionierend auf dich wirkt – ich kenne eine handvoll Leute. die Studieren besser finden als Schule und scheinbar gut mit der neuen Selbstständigkeit klarkommen. Genauso kenne ich auch Leute, die, wie ich, nicht gut klarkommen und ich wollte diesen Post vor allem deshalb schreiben, um zu zeigen, dass es total in Ordnung ist, wenn man im 1. (und vielleicht auch 2.) Semester erstmal ziemlich vom Hocker gerissen wird. Ich habe oft das Gefühl im Netz dieses „Studium ist so entspannt“ respräsentiert zu sehen und da wollte ich mal zeigen, das da noch mehr hinter steckt. Und ich glaube, mein großer Fehler war einfach die Fachwahl ^^

      Ich wünsche dir natürlich alles Gute und ganz viel Erfolg und Freude zu deinem Studium. Was genau wirst du denn studieren?

      LG Katha

      1. Das finde ich super, so offen über den Unialltag zu schreiben und auch ein wenig Überforderung einzugestehen :). Wechselst du das Fach jetzt/ hast du gewechselt? Ich tendiere zurzeit noch zu Kunstgeschichte als Hauptfach und Germanistik als Nebenfach, mal sehen ob das so wird und an welcher Uni ich lande.
        Liebe Grüße, Flo

      2. Das klingt nach einer perfekten Kombination, ist mir höchst sympathisch!
        Bei mir wird es Germanistik und Philosophie auf Lehramt ^^ ich habe auch überlegt, Kunstgeschichte zu machen (zumal ich zu hause auch ordentlich Lektüre dazu habe) aber dann ist mir klar geworden, dass ich sehr gerne Lehrerin werden möchte. Ob’s dann am die Ende wirklich das wird, steht ja in den Sternen, aber für mich ist das eine gute Entscheidung!

        LG Katha

      3. Lehrerin ist ja super! Das freut mich wirklich sehr für dich, dass du den Mut hattest zu wechseln wo du unglücklich warst mit dem ersten Studium. Bei deiner Belesenheit wird dir Germanistik ja nicht zu schwer fallen.
        Bis morgen auf Instagram,
        Flo

  3. Hier! Hier! Ich bin mit meinem Studium unglücklich!
    Okay, Spaß beiseite; das weißt du ja längst ^^. Aber ich war gespannt, was du in deinem Post alles schreiben würdest :).

    Gleich 1. finde ich auch so so wichtig. Eigentlich für alle Lebensbereiche. Sich mit sich selbst vergleichen ist gut als Ansporn, aber sich mit anderen vergleichen macht einfach nur krank und unglücklich. Denn wie du schon richtig sagst: Wir machen das in erster Linie für uns und nicht für andere. Außerdem ist Uni kein Hunger Games, wo nur einer überleben kann. Dann ist man halt nicht Jahrgangsbeste, na und?
    Zumal man nie vergessen darf, dass wir keine Ahnung haben, wie es anderen wirklich geht. Die sehen vielleicht in Statistik aus, als wüssten sie alles, aber vielleicht kommen sie dafür in anderen Fächern gar nicht klar? Vielleicht haben sie auch privat gerade große Probleme und stürzen sich deshalb in die Uni-Arbeit. Auf der anderen Seite sieht das Gras grüner aus, aber das ist nicht unbedingt so.
    Und selbst wenn, sind wir halt nicht wie die anderen und das muss man akzeptieren und sich mit dem arrangieren, was man hat.

    Das mit euren Hörsälen finde ich immer wieder kurios. Ich hatte nie auch nur eine einzige Vorlesung, in der der Hörsaal zu mehr als 2/3 gefüllt gewesen wäre. Aber das kommt natürlich auch immer auf die Kurse an. Ich studiere ja ein Fach, in dem es nur Kurse gibt, die man in nur diesem einen Mono-Bachelor belegen kann, sodass im Hörsaal gar nicht mehr als 120 Studierende sein werden (plus minus die, die den Kurs nachholen oder später machen).

    Das Gefühl, dass ausgesiebt wird, habe ich auch, und ich finde es irgendwie bescheuert, damit schon in den ersten Semestern anzufangen, wo der Schock der vielen Veränderungen von Schule zu Uni generell noch so groß ist. Da komme ich noch gar nicht mit dem System von Vorlesungen klar und schon wird mir eine Note nach der anderen reingedrückt.

    Oh ja, Uni ist tatsächlich nicht wie Schule und ich hätte lange nicht gedacht, dass ich das mal schade finden würde, aber es ist so. Diese Anonymität ist manchmal ganz entspannt, wenn man weiß, dass der Dozent den schlechten Noten nicht meinen Namen zuordnen kann ^^, aber manchmal ist es auch sehr frustrierend. Vor allem, dass es keine mündlichen Noten gibt ^^. Man kann noch so oft da sein und zuhören und nachfragen, am Ende zählt nur die Prüfungsleistung. Und ich habe das Gefühl, dass sich diese Anonymität auch auf die Kommilitonen ausdehnt. Namen lernen und Kontakte knüpfen fällt mir an der Uni viel schwerer als in der Schule.
    Und was das Lern-Konzept angeht, wünschte ich mir auch manchmal etwas mehr Schule in der Uni.

    Deine Tipps in Punkt 5 kann ich ebenfalls nur unterschreiben. Meine Vorlesungen sahen zwar alle ungefähr gleich aus und es gab immer Folien mit dem Nötigsten, die hochgeladen wurden, aber man muss sie defitn

    1. Dank Tastatur-Problemem kommt jetzt Teil 2 des Kommentars ^^.
      Man muss Vorlesungen definitiv nachbereiten. Leider habe ich den Dreh dafür auch noch nicht raus. Ich weiß nur, dass man es nicht erst dann tun sollte, wenn man schon mit lerne anfangen müsste, denn man kann nicht innerhalb von vier Wochen alles zum ersten Mal richtig durchgehen UND auswendiglernen.

      Punkt 6 musste ich ebenfalls schmerzhaft erfahren und ich weiß mittlerweile auch, woran es bei mir liegt. In der Schule musste ich kaum lernen und jetzt müsste ich es im Grunde 40h die Woche tun, aber das liegt nicht daran, dass ich dümmer geworden wäre, sondern einfach an dem völlig anderen Lernkonzept. In der Schule ist man den Stoff aktiv angegangen. Man hat Aufgaben dazu bearbeitet, Gruppenarbeiten gemacht, diskutiert, Plakate gemalt, etc. In der Uni kriege ich den Stoff bisher entweder erzählt oder muss, wenn es hoch kommt, ein Referat dazu ausarbeiten. Dadurch, dass ich den Stoff also nur einmal höre und nicht aktiv verarbeite, muss ich viel mehr Eigenleistung zeigen und daran habe ich mich noch nicht gewöhnt.

      7 ist, wie du weißt, auch ein Punkt, der mich gerade viel beschäftigt. Vor allem der Sinn des Studiums erschließt sich mir in einigen Bereichen nicht so ganz. Ist ja schön, dass es intellektuell anspruchsvoll und wissenschaftlich ist, aber der Praxis-Bezug, den viele Menschen zum Lernne brauchen, fehlt mir dafür oft völlig. Man studiert gefühlt nur für eine wissenschaftliche Karriere (im Falle meines Studienfachs für die Forschung) und alles, was mit praktischen Jobs in anderen Bereichen zu tun hat, muss man sich irgendwie selbst beibringen.

      Ebenfalls gaaaanz wichtig: Mentale Gesundheit geht vor!!! Das kann ich ebenfalls wieder nur unterschreiben. Überforderung ist am Anfang normal, alles sofort zu meistern unmöglich. Und es ist völlig okay irgendwann mal zu sagen: Stopp, eins nach dem anderen. Vielleicht ein Kurs weniger, nicht gleich im ersten Semester ein Job neben der Uni (wenn man noch bei den Eltern wohnt, geht das ja meist), erstmal durchatmen, ankommen und strukturieren. Und wenn man merkt, es wird einem alles zu viel, muss man auch mal eine Auszeit nehmen können.

      Deine Red Flags sind wirklich gute Orientierungspunkte. Mir wurde spätestens, als mich der Gedanken an meine akademische Zukunft jedes Mal zum Weinen gebracht hat, klar, dass ich da einiges zu überdenken habe. Und es ist wirklich keine Schande, die eigenen Pläne nochmal zu ändern.

      Schule, ja, die vermisse ich mittlerweile auch, wie oben schon erwähnt :/

      Es freut mich auf jeden Fall, dass du aus den vielen teils negativen Erfahrungen, die du gemacht hast, so viel mitnehmen konntest, und hoffe, dass du das in deinem neuen Studienfach alles anwenden kannst und es dir da besser geht :).

      Die Frage, ob wir alle schlecht vorbereitet sind und das Kämpfen verlernt haben oder on das System unfair ist, finde ich spannend. Ich denke, es ist ein bisschen von beidem. Die Schule bereitet kaum darauf vor, wie es an der Uni wirkliche aussieht, und die Uni ist zB etwas realitätsfern und gnadenlos, vor allem zu Erstis. Ich finde, da muss noch einiges getan werden, um den Anschluss angenehmer und einfacher zu machen.

      Allerliebste Grüße
      Don Carlos ^^

      1. Soo, Teil 2.
        Ich sag dir, falls ich jemals den Dreh raushabe, wie man Uni gut, effektiv und zeitsparend vor- und nachbereitet ohne Durchzudrehen und mit sozialem Leben, werde ich auf diesem Blog einen dicken Uni Ratgeber schreiben. Tatsächlich habe echt einieg YouTube-Videos dazu gesehen und auch Blogs gelesen – aber wirklich etwas Neues habe ich nicht erfahren – außer, dass in Gruppen lernen toll seien soll, aber das mochte ich noch nie.

        Ich habe auch das Gefühl, dass die Methoden, mit denen einen das in der Uni beigebracht wird, bei den wenigsten Dozenten gut vorhanden sind. Ich hatte letztes Semester diesen einen Kurs plus VL mit zwei großartigen Dozenten, die das gut erklären konnten und wo ich zwar nacharbeiten musste, aber auch motiviert dazu war, weil der Kurs einen schon so erleuchtet entlassen hat und am Ende hatte ich eine gute Note in der mündlichen Prüfung. Da merkt man schon, was ein guter Dozent aufmacht. Aber die meisten Kurse haben mich nur verwirrt oder zu unverständigen Kommunismus-Debatten geführt, weniger zur Klärung des Inhaltes. Im Grundegenommen, muss man lernen, sich selbst Dinge beizubringen.

        Es gefällt mir, dass wir in den Punkten so gut übereinstimmen und bezüglich mentaler Gesundheit und red flags die gleiche Auffassung teilen. Es ist so leicht, sich krank zu machen und es lohnt sich null.

        Ich hoffe auch, dass mein neues Studienfach mir deutlich besser gefallen wird (was wirklich nicht schwierig seien wird. Und: kein Mathe *freu*) und ich denke, dass ich durch diese schlechten Erfahrungen auch viel gewonnen habe und deshlab der Ersti-Schock mich hoffentlich diesmal nicht sooo treffen wird. Und ich stimme dir zu, dass man definitiv einen besseren Anschluss von Schule auf Uni machen muss – es will nicht jeder Studieren, klar, aber Angeboten zu Methoden und Lern-Strategien wäre toll gewesen.

        Liebe Grüße zurück
        Katha

    2. Hey Charlie!
      Jetzt nehme ich mir mal deine zwei herrlich langen Kommentare vor. Ich werde sie auch in zwei Teilen beantworten, damit ich bloß nichts vergesse. Erstmal muss ich sagen, dass es dich sehr ehrt, dass du dich so ausführlich mit meinem Beitrag ausereinandergesetzt hast. Das bedeutet mir echt viel. Und ich hoffe, dass du keine Stress hattest, bei mir zu kommentieren (wir haben ja dieses lästige Problem das deine Webseite meine Kommentare verschluckt und andersrum).
      Wie dem auch sei: Ich glaube auch das Punkt 1 auf alle Lebensbereiche zutrifft und ich glaube, das viele denken, dass sie diesen unheimlich wichtigen Punkt schon verinnerlicht hätten – wo sie es noch unterbewusst drin haben. Deshlab musss man das echt runterbeten.
      Ich finde es bloß schade, das selbst wenn man sich sagt, man muss nicht die beste sein und dass das kein Kampf ist, das Studium mit seinen Anforderungen unterschwellig erwartet – wie du in deinem Beitrag selbst sagst (der übrigens ganz wundervoll ist und mir Mut gemacht hat, hier mal ganz ehrlich meinen Frust loszuwerden), dass man im BA schon gestresst ist wegen der Zulassung zum MA. Das kann doch eigentlich absolut nicht wahr sein?!
      Besonders gut gefallen hat mir: „Auf der anderen Seite sieht das Gras grüner aus, aber das ist nicht unbedingt so.“ Vielen Dank für diesen Satz!

      Es stimmt auf jeden Fall, dass die Anonymität auch einen Vorteil haben kann. Man wird in Ruhe gelassen und niemand weiß, welche Note du hast (anders als in der Schule). Anderseits, wie du selbst sagst, Kontakte zu knüpfen erscheint plötzlich viel schwieriger. Und von Leuten, mit denen man eine Gruppenarbeit macht und die einen plötzlich auf der Straße nicht mehr kennen, habe ich dir schon genug erzählt. Vor ein paar Tagen habe ich – auf eiem Blog oder bei YouTube- den wunderbaren Satz (in etwa) gehört: „Dann findest du halt keine Freunde an der Uni. Eigentlich bist du zum Lernen da“. Es klingt echt brutal, aber hey, ich habe außerhalb so viele tolle Freunde, da kann das echt warten.

  4. Ein schöner Text! 🙂
    Leider habe ich auch so einige Erfahrungen machen müssen, die du genannt hast. Dazu kam dann noch der Druck, den man sich selbst macht, weil man eben bemerkt hat, dass man es nicht mehr packt und sich umorientieren muss.
    Das war scheiße, aber es ist auch gut, diese Erfahrungen zu machen, schließlich kann man von diesen nur lernen 🙂

    1. Hey! Vielen lieben Dnak für deinen Kommentar, ich bin sehr froh zu hören, dass dir mein Text gefällt. Ich habe lang überlegt. wie ich am besten sage, was ich erlebt habe. Bei deinem letzten Satz kann ich nur zustimmen, man gewinnt am Ende doch etwas davon, auch wenn es scheiße war.

      LG Katha

  5. Hallo Katha,
    danke für den Uni- und selbst-kritischen, selbstbewussten wie mutigen Beitrag. Die Uni ist eine eigene Welt und vermutlich mit der Bologna-Reform und den Bachelor-Studienordnungen nicht unbedingt besser geworden. Zu den Fragen, die Du stellst, zu den Wahrnehmungen, Erfahrungen und Zweifeln, die Du mitteilst, möchte ich Dir und anderen Betroffenen ein Buch empfehlen, das mir damals die Situation an der Uni und meine eigene erhellt hat. Es ist wohl derzeit vergriffen, aber in der Bibliothek oder aus zweiter Hand findest Du bestimmt ein Exemplar. Halte Deine Leserschaft mit den weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden!
    Alle guten Wünsche für die neue Studienfachwahl,
    guten Mut und frohes Studieren
    Bernd

    Wolf H. Wagner: Uni-Angst und Uni-Bluff heute. Wie studieren und sich nicht verlieren, Rotbuch Verlag,
    ISBN 9783867890199, 128 Seiten

    „Wolf Wagner hat seinen Klassiker unter den Hochschulratgebern komplett neu überarbeitet und den heutigen Bedürfnissen angepasst.

    Die Themen reichen von Studiengebühren über Bachelor- und Masterstudiengänge bis hin zum »Bluff-System« Uni, das auch vor Fachhochschulen keinen Halt macht. Wolf Wagners Uni-Angst und Uni-Bluff hat schon vielen Generationen von Studierenden geholfen, die abweisende und einschüchternde Wissenschaftsfassade der Universität als Mythos zu durchschauen. Die Neuausgabe, 15 Jahre nach der vollständig überarbeiteten Fassung von 1992, nimmt Rücksicht auf die reformierte Hochschullandschaft und die tief greifend veränderten Studier- und Lehrbedingungen durch die Verbreitung des Internets. Mit Tipps zum Überlebenstraining im universitären Dickicht – eine unterhaltsame Pflichtlektüre für alle Erstsemester und solche, die es werden wollen.

    »Wolf Wagners Buch ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Verständnis von Hochschule und Wissenschaft und ihrer Probleme.« taz“

    1. Hallo Bernd!
      Vielen Dank für deine Empfehlung, ich habe leider noch nichts von diesem Buch gehört, aber es klingt sehr interessant und ich werde es mir mal anschauen. Ich muss auch sagen, dass ich mittlerweile meine Zweifel daran habe, ob das Bologna-System gut ist oder ob es uns Studierende nicht eher quält. Umso mehr freut es mich, dass dir mein Beitrag gut gefallen hat. Es ist nicht einfach, über schlechte Erfarhungen zu berichten, aber es macht mich sehr glücklich, so vie positives Feedback zu erfahren.

      LG Katha

  6. Liebe Katha!
    Erstmal ein großes Dankeschön für deine Offenheit und Ehrlichkeit! Du sprichst mir so sehr aus der Seele und ich denke, das können noch einige von sich behaupten. Ich studiere auch seit genau einem Jahr und kann jeden einzelnen Punkt von dir bestätigen. Auch ich habe in der Zeit so vieles gelernt und bin stolz auf mich, trotz vieler Verunsicherungen noch zu studieren und am Ball zu sein.

    Ich wünsche dir für die weitere Zeit viel Erfolg und Ruhe und Gelassenheit! 😊💜

    1. Hey! Es ist so eine Freude zu hören, dass mein Beitrag scheinbar so gut ankommt und andere mitfühlen können, was man erlebt – im echten Leben hat man so oft das Gefühl allen geht’s super, weil nur die wenigsten offen zugeben, dass es schwer ist. Deshalb bin ich erleichtert, dass du diese Erfahrungen auch gemacht hast, denn man lernt definitiv eine Menge dazu und wächst auch zu einer stärkeren Person!

      Ich wünsche dir auch ganz viel Erfolg für dein weiteres Studium! Wir packen das schon 😀

      LG Katha

  7. Von deinen Punkten kommt mir einiges (noch) mächtig bekannt vor, auch wenn meine Zeit an der Uni jetzt über drei Jahre zuürckliegt. Auch ich war eine gute Schülerin, aber anfangs keine besonders gute Studentin im Durchschnitt. An einem der Aussieber-Fächer (Analysis) habe ich damals zu knabbern gehabt und bin glaube ich ein mal durchgefallen. Ich habe Informatik studiert und während meine Informatik-Noten sehr gut waren, sahen die Mathenoten mittelmäßig bis schlecht aus, was mich irgendwie immer (auch vor anderen) schlecht da stehen ließ. Aber ich zähle das heute noch als verhasste Grundlagen, Rausschmeißer-Fächer und Wachstumsschmerzen. Denn später im Bachelor und Master wurde es besser. Sogar signifikant. Gute Noten, spannende Fächer – ich glaube in so gut wie jedem Studiengang muss man nur diese Wachstumsschmerzen überstehen. Vermute ich jedenfalls, denn bei anderen klang es so ähnlich.

    Und Vergleichen (das habe ich aber erst später gemerkt) ist das Grundübel allen … Übels. 😉 Man erfährt nie wie schwer oder leicht es für die anderen wirklich ist. Es gibt Poser, bei denen sieht es in Wirklichkeit gar nicht glänzend aus. Und es gibt auch Genies, denen alles zugeflogen kommt. Aber glaub mir: die erleben auch den Punkt an dem das nicht mehr passiert. Und wer sich nie anstrengen musste, den trifft das ganz hart. Man kann nie vergleichen, worüber man nicht genug weiß. Deswegen besser lassen, dann schläft man besser anstatt sich mit halbgaren Vermutungen auseinanderzusetzen. Fiel mir auch nicht leicht, hat Jahre gedauert bis ich das in meinen Kopf gekriegt habe. Eine gesunde Leck-mich-am-A-Stimmung ist empfehlenswert.

    Und Dozenten … ja. Viele von denen können tatsächlich nicht lehren und ich stelle sogar die Vermutung an, dass es für viele ein notwendiges Übel ist. Einige wollen bestimmt forschen und ihren Themen nachgehen, aber nicht so unbedingt da vorne stehen. Andere gehen total darin auf. Das ist schon irgendwie witzig. Schließlich hat man als einigermaßen engagierter Student auch Erwartungen. Auf der anderen Seite ist der Blick des Dozenten in die Runde bestimmt auch manchmal demotivierend. Wenn ich überlege wieviele bei uns damals alles mögliche gemacht haben außer aufpassen.

    Und effektives Lernen? Oh je … ob ich da einen Tipp habe!? Ich glaube das muss jeder für sich selber rausfinden. ich habe immer dann gelernt, wenn mein Kopf am frischesten ist: vormittags. Dann habe ich meistens eine lange Mittagspause gemacht, um wieder klarzukommen. Und alle Ablenkungsfaktoren weggepackt. Computer, Handy, … etc. Und leider … zeitig angefangen. Bei mir waren es tatsächlich idR 4 Wochen für eine große Prüfung.

    Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit allem. Lass dich nicht stressen!

    1. Oh wow! Erstmal vielen Dank, dass du so offen und ausführlich deine Erfahrungen schilderst, es ist so erleichternd von anderen zu hören, dass sie es auch nicht (immer) leicht hatten. Ich muss sagen, dass für mich ein Studium *ohne* Mathe die weitaus bessere Lösung ist, ich mag ja Herausforderungen und neue Anreize, aber die sollen mich bitte nicht krank machen. Aber gut zu hören, dass du dich da durchbeißen konntest – ist ja auch toll, wenn man Fächer, die man mag, als positiven Ausgleich hat. Das hatte ich in meinem alten Studienfach leider weniger – aber hey, man lernt immer dazu!

      An der Leck-mich-am-A-Stimmung arbeite ich, aber ich glaube, ich bin dari mittlerweile besser geworden, als am Anfang. Diese lästigen Poser begegnem ja einem leider überall, vom echten Leben über sämtliche social media Kanäle.

      Danke für deine Motivation, das tut wirklich gut zu lesen!

      LG Katha

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