Schweiz-Reise #2: Luzern

Grüezi!

Zwar war ich nur kurz auf einen Abstecher in der Stadt Luzern, welche sich in der Zentralschweiz befindet, jedoch kann ich diesen Tagesausflug unmöglich auslasse – zumal es wirklich schön dort ist. Und wie immer kann ich nur sagen: Alles ist sehr sehr teuer, was ich bei meinem Mittagessen gut zu spüren bekommen habe.

Kaum in Luzern angekommen, fing es auch an zu regnen, zweitweise auch stark zu schütten. Die Menschen flüchteten in die zahlreichen Cafés und auf die berühmte überdachte Brücke: Die Kapellbrücke mit dem Wasserturm aus 1365 – davon, dass sie Anfang der 1990er fast vollständig abgebrannt ist und erneuert wurde, merkt man glücklicherweise kaum was, sondern fühlt sich direkt ins Mittelalter versetzt. Auf der Decke der Brücke befinden sich alte Gemälde (abgesehen davon mchte ich anmerken, wie genial die Idee von einer Brücke mit Dach ist!). Die Brücke ist nicht grundlos das Wahrzeichen der Stadt – obwohl sie sehr im Kontrast zum restlichen steht. Oder vielleicht gerade deshalb?

Mit Regenschirm und Kamera bewaffnet lief ich durch die wunderschöne historische Altstadt, die zweifelsohne ein Highlight für jeden Architekturliebhaber ist! Natürlich waren auch überall die zuckersüßen Fensterläden und Gebäude in einer Art Fachwerkhaus Stil – sämtliche Epochen bunt durchmischt und einfach schön anzusehen und wie an vielen Stellen in der Schweiz zieren Fahnen der Eidgenossenschaft die Fassaden. Zunfthäuser mit verschnörkelten Malereien und Schriften aber auch kleine Türmchen fehlten nicht.
Einerseits war es schön, die Altstadt recht leer zu sehen, da sich die Menschen ins trockene geflüchtet hatten (aka die vielen sehr teuren Restaurants, die aber wirklich schön und einladend aussahen) und so man viel mehr entdecken konnte und sich nicht durch Menschenmengen schieben musste, anderseits glaube ich auch, dass eine Stadt einem bei gutem Wetter noch mehr bezaubern kann.

Besonders gut gefiel mir aber dieser Misch-Masch aus alte süddeutsche Stadt mit schweizerischen Merkmalen in der Altstadt und in dem neueren Teil der Stadt die hohen imposanten Altbauten, die an die großen Einkaufsstraßen in Budapest erinnern.  Ich könnte wirklich ewig über die Architektur schwärmen! Wenn man einen kleinen Blick in den historischen Kern werfen möchte, braucht man auch keinerlei Nahverkehr, da sich alles vom Bahnhof Bern problemlos ablaufen lässt.

Hier ein paar Impressionen:

Wie gefühlt alles in der Schweiz, ist auch Luzern von Wasser und Bergen umgeben. Die Stadt liegt zwischen den Bergen Pilatus und Rigi und direkt am Vierwaldstättersee, man ist also in einem wunderschön malerischem Tal. Allein die Bahnfahrt aus Bern nach Luzern lockt nur so zum aus dem Fenster schauen und die satten, weiten grünen Wiesen anzustarren, in deren Hintergrund sich die hohen Berge zeichnen.

Ich habe definitiv längst nicht genug gesehen, die Stadt lädt wirklich zum schlendern ein und ich hoffe, ich bekommen irgendwann die Gelegenheit die wunderbare Natur und besonders den See in der Nähe mit eignen Augen zu bewundern.

Bald kommt Teil 3 mit einem kleinen Abstecher nach Italien!

Love, Katha

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Schweiz-Reise #1: Bern und Laupen

Moinsen – oder lieber Grüezi?

Ein Grund für meine Abstinenz in der Bloggerwelt war eine Reise, eine ganz besondere und sehr erfüllende, in der Schweiz. Ich habe ein bisschen Zeit benötigt, um zu rekapitulieren, was ich erzählen möchte, denn meine Begeisterung ist so groß, dass ich kaum weiß, wie ich sie ausdrücken soll.

Die Schweiz, trotz dass sie unser Nachbarland ist, schien mir stehts merkwürdig fremd und fern. Politisch neutral, kein EU-Land, grüne Wiesen des Friedens, lustige Dialekte, grasende Kühe, die vier Sprachen, alles teuer, Volksentscheide und Heidi-Klischees – das war meine Vorstellung. Nach dieser wunderbare Reise wurde mir klar, wie wenig ich wusste.
Ich werde meine Reise in vier Teile stückeln, damit ich jeden Ort, an dem ich war, richtig würdigen kann und im Details berichten, was ich alles gesehen und erlebt habe.

Meine Reise begann und endete in der alten Stadt Bern, die de-facto-Hauptstadt der Schweiz. Im Anfang Juni in der Schweiz zu reisen, ist eine wunderbare Sache, denn die Saison hat noch nicht ganz begonnen beziehungsweise an einigen Stellen gerade erst, die Städte sind noch nicht ganz voller Touristen und man kann getrost fotografieren, ohne sich durch Mengen zu quetschen, was mir nach meinen Erfahrungen im überfüllten Versailles und Zaandam etwas ist, was wichtig geworden ist.

Ein paar Dinge, die mich wirklich erstaunt und überrascht haben:

1. Die Aaare (Fluß) hat nicht nur eine unglaublich beunruhigende Geschwindigkeit, sondern ist kristallklar und hat einen wunderschön silbrig-türkisen Schimmer.

2. Teuer hat in der Schweiz noch einmal eine ganz neue Dimension. Für mich waren Großbritannien und Frankreich schon teuer, aber die Schweiz ist nochmal erschreckend teurer. Bern hat scheinbar neben Zürich und Genf die höchsten Lebenshaltungskosten weltweit (Quelle), es lohnt sich aber dort zu wohnen, um weiterzureisen. Ich kann wirklich nur empfehlen – wenn möglich -, viel selbst zu kochen und für unterwegs vorzubereiten (Abgepackte Supermarkt Sandwiches zwischen meist rund 6 Franken, ca 5.50 Euro).

3. Bern, sowie der Rest der Schweiz, ist ziemlich gut ausgeschildert, sauber und ordentlich (was mit anderen Hauptstädten in Europa, wie Brüssel, nicht mal ansatzweise vergleichbar ist). Ein schöner Nebenaspekt: Vor öffentlichen Toiletten in Zügen oder Restaurants muss man keine Angst haben.

4. Bern liegt 542 m über dem Meeresspiegel (Vergleich: Berlin je nach Ort zwischen 34-122 m) und besitzt dadurch wirklich imposante, Viadukt-anmutende Brücken, aber auch ordentlich viele Treppen und Wege, an denen es auswärts geht.

5. Besonders vom Bundeshaus aus, aber auch anderen Stellen, kann man in der Ferne bereits die ersten Berge der Alpen bestaunen. Ich bin auf dieser Reise sehr viel Zug gefahren und obwohl ich mir stehts vorgenommen hatte, zu lesen, konnte ich nicht anders, als wie gebannt aus dem Fenster zu sehen und die schneebedeckten Berge und die klaren Flüsse in der Ferne zu betrachten.

6. Die Luft is bereits in Bern deutlich besser als in Berlin oder vergleichbaren Städten.

Dinge, die ich wirklich empfehlen kann, in Bern zu sehen und die mich selbst bezaubert haben

  • Ein Spaziergang an der Aare
  • In den Rosengarten gehen, die Vielfalt der Blüten bestaunen und einmal Bern von oben mir Aare-Blick betrachen
  • Bundeshaus und das Wasserspiel auf dem Bundesplatz betrachten (und wenn es warm genug ist ins Wasser reinlaufen!)
  • Durch die historische Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) gehen und die ca. 6 Kilometer lange Lauben betrachten mit den großen Fahnen aller Kantone und ab und zu auch einfach in Nebengassen gehen und wunderschöne Bauten und kleine Gärten betrachten.

Neben der Hauptstadt sah ich die schnuckelige Gemeinde Laupen, die auch im Kanton Bern liegt. Dabei ist die Altstadt ein kleine Traum aus alten Walserhäusern, vielen Blumen und Pflanzen, die üppig in Vorgärten, auf Fensterbrettern und Terrassen wuchsen im bunten durcheinander wie ein kleines Farbenmeer. Nicht nur in Bern, sondern auch in Laupen war gerade die Rose in ihrer Blüte und an vielen Hauswänden und Gärten zu bestaunen.
Nur zufällig waren wir in einer Empfehlung vom Swiss-Pass auf Laupen gestoßen, eine komplett untouristische Gemeinde (was sicherlich zum Charme beigetragen hat) einige Kilometer entfernt von der Hauptstadt. Nicht mehr, als eine kurze S-Bahn-Strecke.


Wir liefen die Gässchen hoch zum bekannten Schloss der Gemeinde und trafen auf ein paar spielende Katzen, eine sehr freundliche alte Dame, die uns herzlich empfahl das älteste Haus (wohlgemerkt, nicht das Schloss) anzusehen, sowie einer alten Gärtnerin, die uns einlud ihren prächtigen Garten anzusehen und uns etwas über Laupen erzählte, wie beispielsweise, dass auf dem Weg neben ihrem Haus für jedes Kind (es wurde Anfang der 1990er eingeführt), welches dort geboren wurde, ein Stein gelegt wird. Wie schön es aussah, diese kleine Geschichte aus Steinen zu betrachten, zu schauen, ob es Geschwister gibt und ob jemand vielleicht am gleichen Tag wie ich geboren wurde (leider nein, nur 3 Tage vorher).
Diese Ruhe und Herzlichkeit die das leicht verträumte Laupen ausstrahlte, löste so eine warme Freude in mir aus. Vielleicht ist es ziemlich unspektakulär, dort zu leben, vor allem als geborene Großstädterin, aber ein wenig von einem fremden und neuen Eindruck mitzunehmen, besonders von der besonnenen Freundlichkeit der alten Gärtnerin, ist das schönste am Reisen. Man entdeckt und lernt stets was dazu.

Bald kommt Teil 2 zu Luzern, stay tuned!

Wart ihr schon ein mal in Bern? Oder in der Schweiz?

Love, Katha

Dem Impressionismus auf der Spur

Herausgeber: Felix Krämer
DT: Monet und die Geburt des Impressionismus
Genre: Kunsthistorisches Bild- und Textband
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2015
Verlag: Prestel
Preis: 49.95 Euro
ISBN: 978-3791354149
Länge: 296 Seiten

Es ist schon einige Jahre her, dass ich mich in den Impressionismus verliebt habe und wie viele andere wahrscheinlich auch, durch ein Werk von Claude Monet  in der Alten Nationalgalerie in Berlin. Monet gilt praktisch als das Aushängeschild für diese Kunstrichtung, die durch ihren besonderen Duktus und einer oft friedvollen Farbpalette bekannt geworden ist. Monets Heuschober, seine Seerosen, das Spiel mit dem Licht zu verschiedenen Tageszeiten. Nach und nach ging ich in Ausstellungen, sah im Musee d’Orsay weltberühmte Werke, folgte Monet auf seinen Spuren in seinem Garten im französischen Giverny und nach und nach hatte ich zu Haus eine kleine aber beachtliche Sammlung an Büchern.

Die Geburt des Impressionismus zeigt einen revolutionären Aufbruch in die Moderne, wo das Objekt nicht mehr wichtig ist, sondern Licht, Gefühl, Farbe – ja, wortwörtlich die Impression eines Augenblicks.
Dieser wunderbar gemachte Band zeigt aber weit mehr als nur Monet. Mit ein paar knackigen Kurzbiorafien und vielen unterschiedlichen Werken in Themen, Farbe und Zeit wird eine Vielfalt von vor allem französischen Malern präsentiert.
Bazille, Cassatt, Cézanne, Corot, Coubert, Degas, Manet, Millet, Morisot, Pissaro, Renoir und Sisley – um nur einige beispielhaft zu nennen.

Das Buch ist in mehre Kapitel gegliedert: Von dem historischen Ausgangspunkt der Industrialisierung, zu der Wirkung auf den Betrachter, über die Kunst im Privatenraum und ganz wunderbar zum Schluss, was mich wirklich zum Lachen gebracht hat: Karikaturen zum Impressionismus, denn keinesfalls war die Kunstrichtung am Anfang von der langen Tradition der Akademischen Kunst gebilligt. Dabei werden Beispielhaft zentrale Werke analysiert wie Degas‘ „Die Orchestermusiker“ und zusätzlich thematisch oder technisch ähnliche Werke gezeigt: Eine wunderbare Stärke dieses Bandes ist zweifelsohne, dass die Verknüpfungen wunderbar gelungen sind – auch im Bezug zu anderen Künstlern. Zwar geht es im Titel um Monet, aber das ist, sowie im Impressionismus selbst, nur eine der vielen Facetten.

Es ist nicht nur eine Darstellung vom Beginn einer Epoche, sondern in kleinsten Details werden die Geschichten und Zusammenhänge von den Malern und ihren Werken erläutert, analysiert und auf den Punkt gebracht. Meistens sehr spannend, manchmal aber zugegebenermaßen stellenweise auch etwas trocken.

Entsprechend kann ich mir gut vorstellen, dass für Menschen, die einfach in Kunst hineinschnuppern möchten, dieser Band sehr überladen und detailliert vorkommen wird und so man nur die schönen Bilder betrachten kann, ohne Kenntnis zu haben. Anfangs fand ich es auch schwer, obwohl ich mich jahrelang mit Impressionismus auseinandergesetzt habe, mich in diesen Band hineinzuarbeiten, weil es doch recht analytisch ist, aber nach einigen Seiten ist man drin und letztlich bestaunt jede wohl am liebsten die wunderbaren Werke.
Ich glaube, wenn man erstmal anfangen möchte, eignen sich die Hefte von Geo Epoche Edition hervorragend und wen darüber hinaus nach mehr dürstet – wie mich! – und einen ganzen Museumsrundgang für sich festhalten möchte, für den lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Leider haben solche Bildbände oft einen stolzen Preis.

Jedoch muss ich auf jedenfalls zugeben, dass dieser Band wunderschön gemacht ist und sich auch enorm hochwertig anfühlt. Besonders gut gefällt mir die Auswahl des Cover Motivs, dass in den frischen Pastelltönen das Hôtel des Roches Noires in Trouville zeigt und aus 1870 stammt. Darauf liegen in weißen Lettern die Titelwörter in einer lackartigen Textur und einem modernen, dennoch auch klassischen Schriftzug. Die vielen Drucke, die einfach zum Staunen und Betrachten einladen, sind satt in der Farbgebung.

Zu guter letzt möchte ich dem Prestel Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken. Ich bin absolut begeistert!

THE VERDICT: Eine Bereicherung für jeden, der diese Epoche liebt und schätzt, aber auch ein toller Start für diejenige, die viel von Monet kennen, aber darüber hinausgehen wollen und den Anfang der Moderne kennenlernen möchten. Ein Bild- und Textband der sowohl außen las auch innen sehr hochwertig gemacht ist. 9,5 von 10 Sternen

Love, Katha