The Duchess

OT: The Duchess
DT: Die Herzogin
Cast: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Dominic Cooper, Haylay Atwell
Genre: Drama
Regie: Saul Dibb
Drehbuch: Andres Thomas Jensen, Jeffrey Hatcher, Saul Dibb
Musik: Rachel Portman
Länge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Basierend auf dem Leben der Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire
Ausgezeichnet mit einem Oscar für das Beste Kostümdesign.

Georgiana Spencer wird gerade mit 17 Jahren mit  deutlich älteren Lord William Cavendish, Duke of Devonshire verheiratet. Die lebhafte junge Frau führt jedoch ein recht tristes Leben mit dem kühlen und distanzierten Herzog auf seinem Anwesen. Dass sie nicht sofort einen Jungen, sondern ein Mädchen zur Welt bringt, zerrüttet ihr Verhältnis noch mehr. Als Georgiana jedoch in Bath Lady Elisabth Foster kennenlernt, erfreut dies ihren Mann auf verdächtige Weise.

Traurig, dramatisch und optisch mitreißend ist dieses Portrait der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und zeigt, wie Männer praktisch jede Grausamkeit anwenden können und damit durchkommen, während der kleinste Fehler einer Frau schon zum Verbrechen wird – wie beispielsweise Mädchen zu bekommen, anstelle eines Erbens.

Was einem natürlich als erstens ins Auge sticht, ist wie opulent und anregend der Film gestaltet ist, die Kostüme sind ein Traum, das ganze Setting ein Augenschmaus – schon dafür lohnt es sich, in den Film hineinzuschauen. Nicht umsonst gewann Michael O’Connor den Oscar für das Beste Kostümdesign.

Wie in jedem Kostümfilm glänzt Keira Knightley in ihrer Rolle – auch hier als Georgiana. Sie spielt die fröhliche, die erschütterte, die verliebte, die naive, die kämpferische – ja, jede Emotion überzeugend. Ich muss einfach zugeben, dass ich sie in diesem Genre am liebsten sehe. Die Verfilmung über die faszinierende Persönlichkeit Georgiana Cavendish informiert, fasziniert und macht neugierig, mehr über diese Frau zu erfahren, die es geschafft hat, sogar die Politik zu beeinflussen und die Whig-Partei zu fördern.  Knightleys Leistung in diesem Film zeigt, dass man sie  bloß nicht als Sweetheart in Liebesfilmen abschreiben soll, sondern dass sie eine sehr gute Schauspielerin ist, die man ruhig ernster nehmen kann.

Ralph Fiennes (den ich manchmal echt gerne zum Ausgleich in freundlichen Rollen sehen würde), beweist hier, wie unglaublich unsympathisch, abartig und verhasst er einem werden kann. Ich schätze ihn unglaublich in diesen dunklen Rollen, auch wenn ich mich die ganze Zeit über die Rolle aufrege, weil er sie einfach so überzeugend spielt. Er ist hervorragend in der Rolle des passiv-agressiven Mannes.

Rachel Portman bleibt auch in diesem Film ihrem Stil treu, es ist bemerkenswert wie man ihre Stücke fast immer wiedererkennt: Die melancholischen Streicher stehen wie immer im Vordergrund. Die Musik ist – wie leider auch Georgianas Leben – recht düster und nur mit kleinen Lichtblicken versehen. Das musikalische Thema steht hier stark im Vordergrund und lässt sich durch den gesamten Soundtrack wiederfinden, schafft es aber, nicht eintönig zu klingen. Wie immer tolle Leistung!

Schade finde ich, was ich allerdings nur im Nachhinein beim erstellen dieser Rezension gelesen habe, ist dass der Film u.a. damit beworben wurde, dass Prinzessin Diana eine Nachfahrin Cavendishs war und sie verbunden im Schicksal seien, was ein ziemlich gruseliger und geschmackloser Vergleich ist, der vollkommen fehl am Platz ist. Der Film hat es wirklich nicht nötig, damit zu werben.

Ein weiterer, großartiger  Film des Regisseurs Saul Dibb ist „Suite Française“, den ich jedem, der Dramatik und traurig-zarte Liebesgeschichten mag, sehr ans Herz legen kann.

THE VERDICT: Ein optisch sehr ansprechendes Portrait von Georgiana Cavendish mit zwei guten Hauptdarstellern, welche die Dramatik des Lebens dieser Frau auf den Punkt bringen und ein Film, der neugierig macht, mehr von dieser faszinierenden Frau zu erfahren. 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

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2 Kommentare zu „The Duchess

  1. Das ist auch so ein bittersüßer Film, der mich jedes Mal wieder fasziniert, aber auch wütend und traurig macht. Georgiana ist inspirierend, aber tut mir auch jedes Mal leid. Ein bisschen erinnert mich die Geschichte ja an Anna Kareninas, nur dass sie wahr ist.

    Aber was bitte soll sie mit Diana zu tun gehabt haben? Diana hatte das Glück in einer Zeit zu leben, in der sie sich scheiden lassen und ihr eigenes Leben leben konnte. Hat man vermutlich nur so beworben, weil Diana in Großbritannien so unglaublich beliebt war.

    Liebe Grüße :),
    Carlos

    1. Ich bin froh, dass dich das mit Diana auch entsetzt hat. So ein Blödsinn! Georgiana und Diana hatten beide sicherlich ein schweres Leben, aber mehr auch nicht.
      Ich finde, Knightley hat ein gutes Händchen für diese Rollen, nicht nur Anna Karenina, aber auch z.B. in Abbitte.
      Ich erinnere mich noch, wie wir den zusammen gesehen haben 🙂

      Allet Jute
      Katha

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