Der dunkle Wächter

https://i0.wp.com/www.fischerverlage.de/media/fs/15/u1_978-3-596-03547-2.jpgAutor: Carlos Ruiz Zafón
DT: Der dunkle Wächter
OT: Las luces de septiembre
Genre: Mystery
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 1995
Verlag: Fischer
Preis: 9.99€ (Taschenbuch)
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3596035472

Als Irene in den 1930ern mit ihrer Familie aus Paris an die Nordküste Frankreichs zieht, erscheint alles trist und komisch. Gerade erst hat sie ihren Vater verloren und ihre Mutter versinkt in einer gewissen Einsamkeit. Doch der neue Arbeitgeber ihrer Mutter, der auf einem geheimnisvollen Anwesen namens Cravenmoore am Meer wohnt, verändert alles. Das Haus scheint eine Art Fluch zu beherbergen. Gleichzeitig lernt Irene einen Jungen namens Ismael kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn.

Ganz wie alle anderen Romane von Zafón lebt auch diesen von seinen schrulligen Charakteren und einem leichten Gruselfaktor mit Steampunkcharakter. Da ich ein großer Fan von Carlos Ruiz Zafón bin und die ganzen Bücher aus seiner Bracelona-Reihe wie verrückt verschlungen habe, wollte ich mal auch etwas anderes von ihm lesen.

Mein erster Eindruck war erstmals Verwirrung: sein Roman spielt in Nordfrankreich, aber des Gruselns halber heißt das mysteriöse Anwesen „Cravenmoore“ – recht unfranzösisch und irgendwie verdammt unpassend gewählt.

Schon an der Dicke des Buches sieht man, dass es nicht zu den mehr ausufernden Bücher von Zafón gehört, die blumiger geschrieben sind und bei ihren Charakteren deutlich mehr in die Tiefe gehen, wie z.B. beim „Schatten des Windes“ oder dem „Spiel des Engels„, wo man in einem eher gemäßigterem Tempo alles zusammenpuzzlet. Eine Zeit lang fand man den Roman auch in der Jugendabteilung der hiesigen Bibliothek, allerdings sehe ich überhaupt keinen Grund für diese Einordnung. Häufig ist es ja ein Klischee, dass Bücher, in denen Jugendliche die handelnden Personen sind, auch gleich Jugendbücher sind. Was diese Einordnung eher vermuten lässt, ist, dass dieser Roman – leider!- nicht so anspruchsvoll geschrieben ist und auch ein bisschen viel offen lässt bei seinen Charakteren, die normalerweise das absolute Herzstück bei Carlos Ruiz Zafón sind. Man könnte sagen, sie werden nicht ganz so liebevoll behandelt.

Bei der Geschichte kann ich nur sagen, das sie wirklich spannend und düster geschrieben ist und ich in der Nacht deutlich länger gelesen habe, als gut für mich war , aber man noch hätte viel mehr daraus machen können, mir scheint als sei das ganze Buch eine Sammlung von Andeutungen, aber es fehlt das Handfeste dahinter. Ich habe wirklich darauf gewartet, dass aus einer Ecke der Autor springt, den ich verehre, nur leider geschah das nicht. Damit will ich nicht sagen, dass der Roman schlecht ist, denn das ist er keinesfalls, er lässt sich wunderbar flüssig an einem Stück herunterlesen, aber es fehlt das gewisse Etwas.

Wer in die Bücher von Zafón einsteigen möchte, dem kann ich den  dickeren „Schatten des Windes“ wärmstens ans Herz legen, denn „der dunkle Wächter“ ist zwar kein schlechtes Buch, aber leider nur unglaublich mittelmäßig.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich definitiv mehr aus dieser vermeintlichen „Jugend“-Reihe von Zafón lesen will, um meinen Eindruck zu erweitern – und die Zeit bis zu seinem neusten Barcelona-Roman zu überbrücken!

THE VERDICT: Das Konzept und die Idee ist super und die Geschichte recht flott und spannend erzählt, leider allerdings nicht so liebevoll umgesetzt, wie man es von Zafón kennt, sondern in einer „light“ Variante verpackt, was etwas enttäuschend für Fans ist. 6 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen:
Cover

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3 Kommentare zu „Der dunkle Wächter

  1. Seit der Fürst des Nebels vor ein paar Wochen bin ich nun ja auch ein grosser Zafon-Fan geworden. Eine Freundin hat mir jetzt seinen Mitternachtspalast geschenkt. Hast du ihn schon gelesen? Und dankeschön für deinen tollen Beitrag! Der dunkle Wächter kommt jetzt erstmal auf die Wunschliste! 😃
    Liebe Grüße

    1. Ich habe definitiv noch vor dir anderen Bücher zu lesen! Und dann werde ich sie auch definitiv rezensieren. Aber ich glaube noch immer, dass für mich nichts den Schatten des Windes toppen kann (was aber nicht schlimm ist)

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