Ein tötend langweiliger Mordfall

Autor: Agatha Christie
DT: Die Tote in der Bibliothek
OT: The Body in the Library
Genre: Krimi
Ersterscheinung: 1942
Verlag: Atlantik Verlag
Preis: 9,99 Euro
Länge: 204 Seiten
ISBN: 978-3-455-65005-1

Es ist sieben Uhr morgens. In der Bibliothek der Bantrys liegt eine Leiche in einem Abendkleid. Wer ist sie? Wie kommt sie dorthin? Fragen, auf die weder der Colonel noch seine Frau eine Antwort wissen. Vielleicht kann eine Freundin Mrs Bantry helfen – Jane Marple macht sich sofort an die Ermittlungen. Offenbar ging es um Geld, viel Geld. Die beiden Damen quartieren sich im Majestic Hotel in Danemouth ein, wo Miss Marple die Täter zur Strecke bringen will. [Klappetext]

Es war für mich eine ziemliche Qual, sich durch dieses ziemlich dünne Buch zu arbeiten, doch am Ende blieb für mich eine Frage offen: Was war das denn bitte?
Da ich gerne große und wichtige Klassiker der älteren und auch neueren Literatur lesen und auch durchaus die Miss Marple und Hercule Poirot Filme mochte, dachte ich, es wird Zeit endlich eines der Bücher zu lesen und weil eine mysteriöse Tote in einer schicken englischen Bibliothek recht eigenartig klinge und ich mir eine herrlich schrullige Miss Marple vorstellte, konnte mich ein entspannend-fesselndes Buch erwarten – dachte ich zumindest.

Denn ich mag Krimis, sowohl die, welche sich Brutalität und Hochgeschwindigkeit durch einen Fall düsen, oder die Langsamen, wo der Charakter des Ermittelnden besonders in den Fokus rückt und man sogar mitdenken kann. Aber Miss Marple ist sehr langsam, bzw. bemerkt sie schon bei der Hälfte des Buches, wer der Mörder ist – sagt es aber noch nicht, sondern der Leser erfährt diesen auf den letzten fünf Seiten in einem allumfassenden Monolog, der zwar plausibel ist, aber wo man sich dann doch fragt, warum man sich durch gut 180 Seiten Befragungen im Schneckentempo gequält hat.

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Außerdem liest sich der Krimi eher wie ein Drehbuch, als ein Roman, so dass es häufig nur zu sehr groben Beschreibungen kommt, was sehr schade ist, da dem Roman dadurch mehr Leben eingehaucht hätte werden können und die Charaktere, sowohl Polizei als auch Miss Marple, deutlich lebendiger hätten wirken können. So trat eher der Effekt des Einschlafenwollens bei mir ein…

Normalerweise bemängelt man bei zu vielen Beschreibungen, dass es dem Buch an Tempo dadurch fehle (das tut es hier ohne hin, schönes, nettes englisches Abwarten und Teetrinken und ein bisschen Befragen schimpft sich hier Ermittlung), hier aber tritt paradoxerweise der gegenteilige Fall ein: denn meistens sie die Befragungen aus der Sicht der Polizei wenig ergiebig, dafür die von Miss Marple und mit mehr Beschreibungen hätten diese vor dem geistigen Auge aufleben können. Hätten!
Wie zu merken ist, ärgere ich mich wirklich über diesen Krimi, weil sowohl Idee mit der Bibliothek als auch der Charakter Miss Marple voller Charme, legendär und toll sind, nur die Umsetzung hat mich echt enttäuscht. Der Fall wiederum ist ganz in Ordnung, wird aber umso unspannender, desto länger sich das Buch hinzieht und ist wie der Rest des Romans nichts halbes und nichts Ganzes.

Einzig und allein das Cover mit der Signatur und der Bibliothek kann ich vollen Herzens und guten Gewissens loben. Auch die Farben wirken sehr harmonisch und nach abendlicher Bibliothek – haben mich auch leider geblendet, dieses Buch lesen zu wollen. An dieser Stelle bin ich auch froh, es geliehen und nicht gekauft zu haben, sonst müsste ich mich über diese ungeheuerliche Geldverschwendung aufregen. Es ist letztlich mehr ein Kriminalfall am Leser…

THE VERDICT: Vielleicht eignen sich die Bücher deshalb auch so gut für Verfilmungen? Ich bleibe auf jeden Fall bei den wirklich tollen Filmen und kann definitiv abraten davon, dieses Buch zu lesen. 1,5 von 10 Sternen und die sind für die Idee mit der Bibliothek und die nette Protagonistin.

Hat jemand vielleicht andere Miss Marple Bücher gelesen, die besser sind? ich kann meiner Enttäuschung leider nicht ganz Herr werden.

Love, Katha

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3 Kommentare zu „Ein tötend langweiliger Mordfall

  1. „Ein Kriminalfall am Leser“ 😀
    Schade, da der Titel mich ebenfalls neugierig gemacht hat und ich bei Agatha Christie auf eine vor Euphorie strotzende Rezension gehofft hatte!

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