Red Queen

Autor: Victoria Aveyard
OT: Red Queen
Genre: Dystopie
Sprache: Englisch
Ersterscheinung: 2015
Verlag: HarperTeen
Preis: 10.99 $ (Paperback)
ISBN: 978-0062362711
Seiten: 400

Band 1 der Red Queen Reihe
Auf Deutsch unter dem Titel „Die rote Königin“ erschienen.

Auf Social Media Seiten wie Instagram überall zu sehen und nun, wo es gut ein Jahr in meinem Regel stand, wollte ich endlich wissen, was an dem Hype von „Red Queen“, dem Debütroman von Victoria Aveyard, dran ist. In erster Linie muss ich zugeben, dass mich das Cover sehr zum Kauf anregte – es sieht aber auch genial aus und passt einfach perfekt!

Mare Barrow lebt in einer geteilten Gesellschaft: Die Farbe des Blute scheidet zwischen dem armen Volk und den großen Adelshäusern, denn letztere haben silbernes Blut. Diese sind mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet und regieren seit Jahrhunderten über die rot blütigen. Mare, die in einem armen roten Dorf auswächst, bekommt durch einen mysteriösen Kontakt in den Palast zu kommen und dort den silbernen zu dienen. Dort stellt sich heraus, dass auch Mare besondere Kräfte hat und rotes Blut – eine absolute Unmöglichkeit, die der Hof unentdeckt lassen möchte und deshalb Mare aufnimmt unter dem Deckmantel, sie sei eine lang verlorene silberne Adelige. Die rebellische Mare gewinnt nun Hoffnung eine rote Revolution von innen zu starten, aber sie weiß noch nicht, mit dem sie sich anlegt, denn Worte können Lügen sein…

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So weit, so typisch Dystopien (für Jugendliche). Die Idee von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft ist auch nicht neu, ich musste sogar mehr an das vorrevolutionäre Frankreich denken, als ich von der Division durch Blut las, doch fand ich die Idee reizvoll.
Ähnlich plätschert es weiter, Mare, eine nicht unbedingt intelligente, aber mutige und selbstbewusste Aufsässige mit Ecken und Kanten schafft es schließlich durch eine Verbindung in den Palast zu kommen – und das alles recht schnell dank Aveyards flottem Präsens-Parataxen-Schreibstil, der recht gewöhnungsbedürftig ist . Inhaltlich möchte ich vorwegnehmen, dass „Red Queen an einigen Stellen an eine abgespeckte und nettere Version von „Game Of Thrones“ erinnert, wer also eine Welt aus unterschiedlichen Häusern, bestimmten Fähigkeiten und Intrigen mag, ist hier richtig. So wird man auch Teil von Mares Gedanken, die im wesentlichen ziemlich stolz darauf ist, dass man auf ihr Lügenspiel hineinfällt.

Auf die ersten 100 Seiten scheint es „Red Queen“ an Energie zu fehlen, zwar passiert einiges, wirkt aber weniger dramatisch, als wahrscheinlich der Fall sein soll, der Roman hat einen sehr gemächlichen Ton. Ich möchte auch nicht zu viel vorwegnehmen, für alle die das Buch lesen wollen, aber ich muss sagen, es lebt von den absolut umwerfenden Plottwists, die manchmal in Form einer  deus ex machina erscheinen, in anderen Situationen aber auch gerne den Teufel heraufbeschwören, also sowohl positiv als auch negativ ausfallen.  Ähnlich wie Mare glaubt man beim Lesen die ganze Zeit alles unter Kontrolle zu haben und fürchtet Dreiecksbeziehung und dahinplätschernde Revolution (wie etwa in Panem im 3. Band) , als großartige grausame und verhängnisvolle Ereignisse- es ist definitiv nicht so!
Während ich das Buch las, und das muss ich an dieser Stelle zu geben, wollte ich es unbedingt mögen, doch lange hielt es bei mir nur als ein durchschnittlicher Dystopienroman durch, wie sie aktuell sich nur reihenweise in den Abteilungen für Jugendliteratur stapeln, nichts besonderes, aber in Ordnung. Doch es kam ganz anders.  „Red Queen“ blüht nach und nach auf und zeigt besonders zum Ende seine wahren Stärken (bis dahin muss man es leider durchgehalten haben…), seine Besonderheit: die Geschichte verliert nie die Energie, immer auf Trapp, dass man fast den Atem anhält. Übrigens, ein bisschen Liebe (oder Ansätze dieser) gibt es auch…

Der erste Band dieser Reihe ist durchaus lesenswert:  obgleich nun Mare nicht unbedingt die klassische Figur ist, mit der man sich identifizieren kann, lebt „Red Queen“ definitiv von der Diversität der Orte und Figuren,  besonders Letztere werden wortwörtlich durch die vielen Dialoge zum Leben erweckt. Manchmal dünkt es hier jedoch, dass es mehr ein Skript für einen Film ist, als ein richtiger Roman. Ich hätte mich sehr über ein paar weitere Beschreibungen gefreut –  diese müssen ja nicht so ausufernd sein wie die eines Theodor Fontane, aber besonders bei Zukunftsfantasien und Welten, die nicht der unseren entsprechen, fällt es nicht immer leicht, sich vorzustellen, wie das erfundene Universum aussehen soll. Dass ein Gewand aus violetter Seide ist und mit Steinen bestickt ist, könnte absolut alles zwischen dem Rokoko und moderner Kleidung sein. Es ist folglich zu merken, dass „Red Queen“ definitiv Stärken hat, die aber auf Grund nicht ignorierbarer Schwächen in der Gesamtwertung an Kraft verlieren, was sehr schade ist.

Alles ist im Ansatz einfach wunderbar: die Idee, die Figuren, der Konflikt, doch die Ausführungen gehen nicht immer in die Tiefe, sowohl inhaltlich als auch stilistisch, was dieses Buch hätte von einer netten Lektüre zu einem fesselnden Roman steigern können. Ich fühle bezüglich dieses Punktes einen gewissen Zwiespalt in mir, denn ich würde „Red Queen“ gerne noch mehr mögen.

THE VERDICT: Spannend, überraschend und energiegeladen ist der erste Teil aus der Reihe über rotes und silbernes Blut und voll herrlich unerwarteter Momente. Die Schwächen liegen wirklich in der Tatsache, dass es zu schnell zur Sache geht und an wichtigen Stellen detaillierte Ausführungen fehlen.7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

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3 Kommentare zu „Red Queen

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