Autorität

Autor: Jeff VanderMeer
DT: Autorität
OT: Authority
Genre: Sci-Fi, Dystopie
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2015
Verlag: Kunstmann
Preis: 18.95 (broschiert)
Länge: 363 Seiten
ISBN: 978-3888979958

Band 2 der Southern Reach Trilogie

Nach der katastrophalen zwölften Expedition befindet sich Southern Reach, die für die mysteriöse Area X zuständige Organisation, in Auflösung. John Rodriguez, der neue Kopf von Southern Reach, muss sich durch eine Reihe frustrierender Verhöre, einen Berg verschlüsselter Notizen und Stunden verhörender Videoaufnahmen arbeiten, um die Geheimnisse von Area X zu lüften. Aber jede neue Entdeckung konfrontiert ihn mit bestürzenden Wahrheiten – über sich selbst und die Organisation, der er die Treue geschworen hat… [Klappentext]

Nachdem mich der erste Band total gefesselt hatte, konnte ich es kaum erwarten, den zweiten Teil auszuleihen (ich finde den Preis für die ziemlich groß gedruckte, gebundene Ausgabe, trotz tollem, im Dunkeln leuchtendem Cover echt happig). Diesmal wird die Organisation Southern Reach aus der Perspektive des neuen Mitarbeiters John – im ganzen Buch „Control“ genannt – betrachtet. Wie der Klappentext und bereits der erste Teil andeuten, scheint es viele Geheimnisse zu geben und nicht alles läuft mit rechten Dingen zu.
Dass die Figuren keine Namen haben, sondern Bezeichnungen zu ihren Aufgaben, daran musste man sich schon im ersten Teil gewöhnt haben, denn meines Erachtens wird es eigentlich nur schlimmer. Erneut haben wir eine Figur vor uns, die sich zwar aus der Perspektive des auktoralen Erzählers durch die Handlung bewegt, allerdings erfährt man wieder nur nach und nach Fetzen. Wer die etwas kühle und distanzierte Biologin nicht mochte, wird Control bestimmt nicht leiden. Wenn ich ehrlich bin, fand ich seinen Code-Namen etwas lächerlich, denn nur weil er plötzlich mehr oder weniger der Boss dieser suspekten Regierungsorganisation ist, heißt das lange nicht, dass er alles unter Kontrolle hat – ganz im Gegenteil: immer wieder muss er einer Person am Telefon „Voice“ (nicht kreativ, aber passender) von seinen neusten Entdeckungen berichten und steht nach und nach zwischen den Stühlen: wie viel wird er dieser Person wirklich erzählen?
Soweit, so spannend. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, das Geschehen aus einer anderen Perspektive verstehen zu können, denn er Ansatz ist absolut brilliant: einen Neuen mit Dreck am Stecken einzuschleusen und nach und nach alles zu erklären… oder auch nicht?
Es ist wirklich ärgerlich, wie sehr es diesem Buch an Spannung mangelt, zwischen drin läuft Control auf gut hundert Seiten eigentlich nur durch die Gegend und alles wird komischer. Anders als im ersten Teil sind hier die Ausführungen zu Hintergrundgeschichten deutlich länger und lassen immer wieder den Spannungsbogen so enorm abfallen, dass man das Buch eigentlich nicht mehr lesen will. Natürlich lebt die Geschichte gerade durch das Absurde, Unverständliche von Area X, man weiß nicht, was dieses verseuchte Gebiet ist und was passieren will. Die einzig neue Erkenntnis ist (wie bereits sehr früh im Buch erwähnt), dass die Direktorin, also seine Vorgängerin in das Geschehen involviert ist. Da ich nicht spoilern möchte – obwohl es tatsächlich nicht viel zu sagen gibt – werde ich dieses Ärgernis nicht weiter ausführen.

IMG_0521Ich hatte viele Hoffnungen und hohe Erwartungen, da ich wirklich wissen wollte, was es mi Southern Reach auf sich hat. Eine Art großer, böser Enthüllungskrimi, der mehr ein verwirrendes kaum enthüllendes Schleichen war – wo im ersten Teil noch Reiz durch das Unbekannte und Verwirrende entstand, wurde ich hier zeitweise sogar böse. Wäre „Autorität“ gute 100 Seiten kürzer und Jeff VanderMeer hätte nur bei den wirklich nötigen Dingen abgewichen, es wäre tatsächlich eine spannende Fortsetzung gewesen. Mir ist fast, als sei Band 2 das absolute Gegenteil zu „Auslöschung“, was von den vielen aufeinanderfolgenden Ereignissen lebt! Ich ringe wirklich noch mit mir, ob ich den dritten Teil lesen werde.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass diese Reihe wirklich passende, interessante Einworttitel hat, was definitiv ein Pluspunkt ist. Zweiter Pluspunkt: wie schon im Vorgänger ist und bleibt VanderMeers Schreibstil absolut metaphorisch und wortreich. Nur scheint er ein großer Fan des Wortes „phosphoreszierend“ zu sein…

THE VERDICT: Ein etwas kraftloser, langatmiger zweiter Teil mit einigen wenigen wirklich guten Spannungselementen. Ich bin sowohl verärgert als auch enttäuscht, da ich mehr Energie erwartet hätte. 2,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

P.S. Ich habe beschlossen, zukünftig mehr von meinen eigenen Fotos von Büchern zu benutzen (nun, wo ich meine tolle Canon schon habe). Ich hoffe, euch gefällt es!

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