Auslöschung

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Autor: Jeff VanderMeer
DT: Auslöschung
OT: Annihilation
Genre: Sci-Fi, Dystopie
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2014
Verlag: Kunstmann
Preis: 16.95€ (broschiert).
Länge: 240 Seiten
ISBN: 978-3888979682

Band 1 der Southern Reach Trilogie

Seit ein mysteriöses „Ereignis“ vor mehr als dreißig Jahren das Gebiet erschütterte, ist Area X von einer unsichtbaren Grenze umgeben. Niemand weiß genau, was dahinter geschieht, aber es gibt Gerüchte von einer sich verändernden und  die Reste der menschlichen Zivilisation überwuchernde Natur, die ebenso makellos wie bedrohlich ist. zuständig für das Gebiet ist eine geheime Regierungsorganisation, die sich Southern Reach nennt und den Auftrag hat, herauszufinden, was hinter der Grenze geschieht, Dies ist der Bericht der zwölften Expedition. [Klappentext]

Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, ob mir das Buch gefallen hat, oder mich eine höhere Instanz irgendwie dazu gebracht hat, es zu lesen. Es war auch nicht sonderlich clever von mir, es einen Tag vor meiner ersten Abiturprüfung anzufangen – letztlich hatte ich kein Stück damit gerechnet, dass mich „Auslöschung“ so sehr in den Bann ziehen würde.
Nun bin ich allerdings auch sehr verstört, verwirrt und etwas zwischen dem dringenden Bann weiterlesen zu wollen und der Frage, ob mir das gut tun würde.

Die Geschichte der Expedition wird aus dem Blickwinkel einer Teilnehmerin geschrieben, der Biologin. Ferner in ihrem Team sind eine Psychologin, eine Anthropologin und eine Vermesserin, wobei Namen niemals genannt werden und die ersten Seiten sehr oberflächlich sind und man erst nach und nach etwas über die Person der Biologin erfährt, was auch dem geschuldet ist, dass sie sehr distanziert und kühl als Person ist, mehr oder minder eine Einsiedlerin, und sich mehr als Biologin, als als Mensch ansieht. Aber vielleicht macht auch genau dieses mysteriöse, fast schon thrillerhaftige „Auslöschung“ so unfassbar spannend, es liest sich auch wie ein Krimi, nach und nach wird das Rätsel entkleidet – aber nicht vollends, stehts kommen neue Fragen.
In Area X geschehen zudem die merkwürdigsten Dinge, es gibt einen geheimen Tunnel, der nah an dem Basislager ist, zu dem sie gebracht wurden (und keiner erinnert sich mehr wie), allerdings nicht in die vom Southern Reach gegebene Karte eingezeichnet ist. Immer mehr wird der ganze Umstand der Mission verdächtig, auch im Zusammenhang mit den vorigen Missionen und der Biologin scheint, als versuche die Psychologin alle zu manipulieren – ein geniales, böses Verstrickungsspiel, welches die Psyche der Figuren, aber auch die des Lesers herausfordert.
Was sie schließlich in dem Tunnel, den die Biologin aber den Turm tauft, entdecken, wirkt wie ein reinster LSD-Trip auf den Leser. Auflösung ist verstörend, schockierend und weckt trotz der scheinbar unmenschlichen Biologin doch sehr viel Menschlichkeit in einem selbst. Genauso mysteriös, wie Area X also ist, was dieses Buch mit einem macht.
Und das ist der Suchtfaktor, der durch die Geschehnisse von seltsamen Pseudobibeltexten und dem plötzlichen Verschwinden der Anthropologin gefüttert wird.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Geschehnisse sich teilweise derart überschlagen, dass das Ganze dann doch etwas abdriftet und fern von jener Vorstellungskraft ist – woran ich mich auch nicht ganz gewöhnen konnte. Es hat schon was von einem Rausch.

Der Schreibstil dabei ist sehr metaphorisch, sehr bilderlastig, was gut ist, um sich Area X vorzustellen, dennoch enthält er gerade durch die Ich-Perspektive der nicht unbedingt sympathischen, aber interessanten Biologin einen stark nüchternen Ton und fällt nie zu ausgeschmückt aus. Teilweise kann ihre Art schon ganz schön selbstmitleidig und nervig werden und manchmal ist ihr sehr raional-biologisches Denken fast schon zu fremd, um realistisch sein zu können für einen Menschen.

Ein großer Pluspunkt und für mich vielleicht auch der erste Anreiz dieses Buch zu lesen, ist das entzückende, gleichzeitig geheimnisvolle Cover und glücklicherweise ein Klappentext, der gerade genug, aber kein bisschen zu viel verrät. Ich habe das relativ dünne Buch ausgeliehen, da ich den Preis schon relativ saftig fand. Ebenfalls gut fand ich, dass im Laufe auch klar wurde, weshalb der Titel „Auslöschung“ gewählt wurde, was meines Erachtens nach auch passend ist.

THE VERDICT: Spannend, mysteriös, abartig und die ganze Zeit immenses Herzklopfen. Obwohl die Geschichte fast schon etwas zu abgefahren ist, um sie wirklich ansatzweise begreifen zu können, empfehle ich zumindest jedem, den das Genre interessiert, hereinzuschnuppern. Vorsicht Suchtfaktor! 8 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

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Ein Kommentar zu „Auslöschung

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