Es gibt kein Erbarmen

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Autor: Jussi Adler-Olsen
DT: Erbarmen
OT: Kvinden i buret
Genre: Thriller
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2009
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 432 Seiten
ISBN: 978-3423212625

Der erste Fall für Carl Mørck

Als die dänische Politikerin Merete Lynggaard 2002 wie vom Erdboden verschluckt wird, bleiben die ratlosen Ermittler vor einem schwierigen Fall – der ungelöst in die Akten geht. Fünf Jahre später wird durch die Regierung veranlasst ein Sonderdezenat gegründet, um alte Fälle aufzurollen, den Job erhält der wieder in das Berufsleben findende Carl Mørck und stellt schon schnell fest, dass Lynggaards Verschwinden kein Selbstmord war.

Diese Geschichte ist der absolute Albtraum einer Frau: Eingesperrt in eine dunkle Druckkammer, über Jahre hinweg gequält. Der Plot teilt sich in zwei Stränge auf: zum einen die Sichtweise der entführten und leidenden Merete, auf der anderen Seite der etwas griesgrämige Kommissar Carl Mørck, so dass der Fall für den Leser nach und nach aufgerollt wird, kleine Hinweise gegeben werden und man sehr gut nachvollziehen kann, wie sich das Ereigniswirrwarr zu einem logisch-grausamen Konstrukt ergibt.
Denn wie der Titel „Erbarmen“ unschwer erkennen lässt, ist dies kein einfacher Thriller. Es ist absolute Grausamkeit, sowohl körperlich brutal, als auch psychologisch und absolut nichts für leicht besaitete.
Und dennoch, so sehr es den Leser auch quält, was das Opfer Merete durchmachen muss, kann man kaum loslassen von diesem Roman. Besonders schrecklich in Erinnerung geblieben ist mir die Szene, in der Merete Zahnschmerzen hat und ihre Entführer ihr durch eine Art Schacht eine rostige Zange hochschicken – denn das Opfer, obgleich sie sich in der blinden Dunkelheit befindet, wird beobachtet und sobald sie etwas falsches tut, zieht das Konsequenzen, wie z.B. dass der Druck im Raum erhöht wird.
Ich glaube, man kann es kaum anders sagen als grausam und pervers – und dennoch so schrecklich fesselnd, denn der Glaube an Gerechtigkeit und diese Kraft Carl Mørcks stecken an, man hofft unentwegt und fiebert mit Zähnen aufeinandergebissen auf eine Lösung hin. Denn warum bzw. wofür muss Lynggaard leiden?

„Erbarmen“ lebt nicht nur durch die Storyline, sondern auch seinen urigen, etwas eigenen und nicht immer so sympathischen Ermittler – der im Laufe des Romans Unterstützung durch den sehr lustigen Assad erhält. Ein sehr gegensätzliches, aber tolles Paar!

THE VERDICT: Dieses Buch ließ mich nicht in Ruhe und noch viel schlimmer, mir stockte gar der Atem. Ich bin selbst erschrocken, wie mich etwas so Böses, Ekeliges begeistern kann und so muss ich nur sagen, dass ich „Erbarmen“ wirklich empfehle – allerdings nicht als Einschlaflektüre! 8,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Quellen
Cover

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3 Kommentare zu „Es gibt kein Erbarmen

  1. Oh, das ist aber ein schöner Zufall – ich habe neulich die Verfilmungen Erbarmen und Schändung (ich bin kein Fan des deutschen Titels) gesehen und sehr begeistert von dem Ermittlerduo Mork und Assad. Als ich den Titel deines Artikels gesehen habe, kam mir auch als erstes die grausame Zahn-Szene in den Sinn.

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