Tod in Blau

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Autor: Susanne Goga
OT/DT: Tod in Blau
Genre: historischer Krimi
Sprache: Deutsch
Ersterscheinung: 2007
Verlag: dtv
Preis: 9.95€ (Taschenbuch)
Länge: 304 Seiten
ISBN: 978-3423214872

Zweiter Teil der Leo-Wechsler-Reihe

1922. Arnold Wegner malt seine Zeit in starken Kontrasten – Armut und Luxus, Krieg und Vergnügungssucht, Krankheit und Irrsinn. Seine radikalen, provokativen Bilder erregen Bewunderung und Abscheu, lassen aber niemanden kalt. Als der Maler tot in seinem einem Atelier gefunden wird, führt eine erste Spur Kommissar Leo Wechsler zur rechtsextremen Asgard-Gesellschadr, in der ehemalige Offiziere verkehren. […] Und es stellt sich heraus, dass es einen Zeugen gibt – der jedoch entzieht sich allen Befragungen der Polizei.

Versetzt im Berlin der 1920er Jahre, mitten in der Wirtschaftskrise, in der die stärksten Gegensätze aufeinanderprallen, darf Leo Wechsler erneut ermitteln.

Schlicht und interessant geschrieben, mit vielen lebhaften Dialogen, auch gerne in Berlinerisch, wird die Ermittlung voran getrieben. Diese Reihe lebt natürlich nicht nur von dem interessanten historischen Hintergrund, der sehr authentisch dargestellt wird, sie lebt zum einen vom Berlin-Falir, wobei es besonders toll ist, wenn man die ganzen erwähnten Straßen kennt und sich vorstellen kann, wie der Herr Kommissar in den Morgenstunden zur Arbeit geht – sie lebt andererseits aber auch von Leo Wechsler, einem überraschend einfühlsamen, aber auch ambitioniertem Kommissar.

Auch im zweiten Teil dreht sich ein gewisser Teil um Leos Privatleben, wobei die Liebe auch eine gewisse Rolle spielt. Aber statt eines stereotypischen Bildes, bekommt man ein sehr symathisches und menschliches Portrait eines jungen Witwers in den Krisenzeiten der 20er Jahre. Mir wächst Leo mit dem zweiten Teil wirklich ans Herz!

Ganz besonders ist die gewissen Ruhe, die der Krimi mit sich bringt – es geht nicht um großartige Verfolgungsjagden und viel atemberaubende Spannung, sondern um die kriminalistische Aufarbeitung eines Falles, und dies funktioniert hier auch sehr gut, ohne dass der Kommissar fast sterben muss. Die Motive für den Mord werden nicht plötzlich am Ende plötzlich hervorgezaubert, sondern nach und nach rollt sich das ganze Rätsel auf, was sehr gelungen war.

Wie schon beim ersten Teil finde ich, dass sich diese Art von Buch am besten unterwegs liest. So eignet sich „Tod in Blau“ für langweilige Bahnfahrten (am besten mit der tuckernden U-Bahn durch Berlin), es ist perfekt zum entspannen oder auch nebenbei leben. Das schätze ich besonders an den Büchern, dass man sie nicht so schrecklich konzentriert wie Goethe-Werke lesen muss, sondern einfach abschalten kann.

Im Vergleich zu Teil eins kann ich sagen: Der Fall ist gut durchdacht, authentisch und originell und es macht Spaß, mitzufiebern, mitzuraten und Teil einer brisanten Ermittlung zu werden – er hat deutlich mehr Energie und Spannung als der erste Teil. Mir hat die Thematik um den Künstler und die damals aufkommenden, rechtsradikalen Bewegungen in der Weimarer Republik sehr gefallen!

Wie alle Bücher dieser Reihe, ist das Cover passend zu der Mode der damaligen Zeit gestaltet, ein bisschen Farbe in einem Schwarzweißbild, was ich sehr geschmackvoll finde.

THE VERDICT: Eine gute, spannende Lektüre zum Lesen für nebenbei mit einem authentischem Fall, der wunderbar die Probleme der Gesellschaft in der Weimarer Republik wiederspiegelt und einen wunderbaren Ermittler, den man sofort liebt! 7,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

Bild im Beitrag:
Cover

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4 Kommentare zu „Tod in Blau

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