Nostalgisches Budapest

Moin!

Es ist diese Stadt, der man nachsagt, wie sei das Paris des Ostens, es ist diese Stadt, die ich jedes Jahr sehe, kurz durchfahre, aber nie richtig betrachtet habe. Doch diesen Sommer sollte sich das ändern! Irgendwie habe ich es geschafft, mehr zu reisen, als je zuvor. Von Roms schwüler Hitze, über einen sanften Sommer in den Niederlanden, kehrte ich erneut zu der unerträglichen Wärme in meiner zweiten Heimat zurück: Ungarn.

Bereits wenn man am Ostbahnhof (Budapest Keleti Pályaudvar) ankommt, einem bezaubernden Kopfbahnhof des 19. Jahrhunderts, empäfngt einen dieses altmodische Flair einer vergangenen Zeit, was das wohl besondere an Budapest ist. In der Tat ähnelt es durch seine vielen Neorenaissancebauten an Paris, ist dabei doch weniger zusammengedrückt, die Gebäude ersticken nicht an ihrer quadratischen Anordnung. Die vollen, lebendigen Straßen säumen Altbauten, mal mit Cafés aus dem 19. Jahrhundert, in denen die berühmtesten Künstler unterwegs waren. Dazwischen tingelt eine alte, gelbe, wackelnde Straßenbahn, die das Gefühl der melancholischen Nostalgie perfektioniert. Da wurde mein Herz ganz warm!
Die U-Bahn ist ähnlich wie in London: es geht erschreckend tief, steil und schnell nach unten. Über die Klimaanlage in den Wagen habe ich mich dann doch gefreut, denn es war zum Ersticken heiß, überall lief an einem das Wasser herunter. Meistens ist es in Ungarn im Sommer warm – nicht heiß.

Natürlich habe ich die typischen Sehenswürdigkeiten abgeklappert: das wunderschöne Parlament, neogotisch, mit kleinen Türmchen in strahlendem Weiß leuchtet es durch seine Pracht am leicht türkisen Donauufer. Ein Besuch im Parlamentsgebäude ist das Anstehen definitiv wert, es ist sowohl von der Fassade, als auch innen ein unfassbar faszinierendes Gebäude.
Dazu kamen die berühmten Brücken von Budapest, da die Donau die zwei Teile der Stadt, Buda und Pest, voneinander trennt, gibt es einige große, pompöse Brücken. Die drei schönsten davon sind die Margaretenbrücke, die größte, sie auch direkt zur Margareteninsel führt. Diese Insel ist mittlerweile etwas zum zentralen Sportort der Einheimischen mutiert, überall sieht man in Läufer. Dabei ist es natürlich eine schöne Insel, mit vielen hohen, Schattenspendenen Bäumen und einem Brunnen, an dem Abends musikbegleitete Lichtshows stattfinden! Die zweite, wohl berühmteste, ist die Kettenbrücke, eine Kettenbrücke aus 1849, die am Brückenkopf von Löwenstatuen bewacht wird. Doch die Freiheitsbrücke, ein riesiger, grüner Stahlkoloss im Jugenstil ist mein persönlicher Favorit. Das tolle an diesen großen Brücken ist nicht nur der unvergessliche Blick, den man besonders nachts auf die beleuchtete Stadt hat, sondern auch die kleinen Details, die man auf jeder Brücke bewundern kann.

Ein nächtlicher Spaziergang entlang der Donau ist sowieso verpflichtend! nicht nur, um eine Erfrischung von der Hitze zu bekommen, sondern auch das pulsierende Leuchten Budapests in sich aufzuatmen.
Doch was rede ich so viel, seht selbst:

Das besondere an Budapest im Sommer ist das riesige Festival namens „Sziget“, welches auf einer der Donauinseln stets Anfang August stattfindet. Geprägt von einem unglaublichen Line-Up und einer wunderbaren Aufmachung – überall Lichterketten, Lampions, Stände, Hängematten, Schaukeln usw – ist es definitiv einen Besuch wert. Ich war dieses Jahr das erste Mal dort und sah Robbie Williams – es war unfassbar!

Weniger bezaubernd war leider der Besuch des vermeintlichen Künstlerviertels Szentendre, welches auf den letzten zwei Bildern zu sehen ist, welches sich als absolutes Touristenmekka entpuppen sollte – leider! Es gab trotzdem ein paar kleine Ecken die Einblick in den eigentlich kleinen, verschlafenen Ort, geben.

Was toll für europäische Touristen, aber keinesfalls für die Ungarn ist, sind die Preise. Da die dortige Währung, der Forint, nach und nach immer mehr an Wert verloren hat, kommt man für deutsche Verhältnisse günstig weg.
Traurig anzusehen ist leider auch, wie die Stadt zur Zeit an den Einwanderern, die sich häufig in U-Bahnhöfen niedergelassen haben, friedlich liegen sie da, aber das traurige Schicksal trifft einen. Man merkt, dass dieses Land, so sehr ich es auch liebe, mit sich kämpft.

Dennoch, Budapest ist bezaubernd, man verliert sich in der Nostalgie der alten Gebäude, in diesem Gefühl zwischen alltäglicher Hektik und leichter Lebendigkeit. Man muss es mehr als ein mal gesehen haben.

Love, Katha

P.S. ein bisschen musikalischen Geschmack bekommt man durch George Ezras „Budapest„.

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6 Kommentare zu „Nostalgisches Budapest

  1. Mit 12 bin ich durchgefahren in der Nacht im Auto. Und hab mich prompt verliebt. Seitdem will ich dahin!!!! Letztes Jahr hätte es fast geklappt…aber eben nur fast. Nächstes Jahr im Frühling zieh ich es aber durch!!!!! Danke für das Vorglühen…

  2. Hej, das sind ja tolle Bilder und Eindrücke! Meine Freundin, mit der ich ab und zu Städtetrips mache, sagte mir schon, Budapest soll schön sein. Ich habe es nicht so ganz geglaubt, aber durch Deinen Bericht habe ich jetzt eine ganz andere Vorstellung von der Stadt! LG Sarah

    1. Oh, Budapest ist so herrlich! Ich fühle mich da auch etwas zu Hause, um ehrlich zu sein. Ungarn hat schon eine interessante Kultur 🙂 Freut mich sehr zu hören, dass dir der Beitrag gefallen hat! Danke.

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