Leidenschaft der Thérèse Raquin

OT: In Secret
DT: In Secret – Geheime Leidenschaft
Genre: Drama, Kostümfilm, Literaturverfilmung
Cast: Elizabeth Olsen, Jessica Lange, Tom Felton, Oscar Issac, Matt Lucas
Regie: Charlie Stratton
Drehbuch: Charlie Stratton
Musik: Gabriel Yared
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: ca. 102 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Nach Émile Zolas Roman „Thérèse Raquin“ aus 1867

Thérèse Raquin (Elizabeth Olsen) lebt ein trauriges, langweiliges Leben als Halbwaise bei ihrer Tante in den französischen Provinz Vernon. Seit kleinauf ist es ihre Aufgabe, sich um ihren stets kränkelnden Sohn Camille (Tom Felton) zu kümmern und so ist es kein Wunder, dass Madame Raquin der Überzeugung ist, dass Thérèse als Schutzengel für ihren Sohn, ihn heiraten muss. Sie ziehen nach Paris und Thérèse führt ihr trauriges Leben weiter, öde Dominoabende mit seltsamen Freunden füllen ihre Tage neben ihrer Arbeit, bis Camille seinen guten Freund Laurent (Oscar Isaac) nach Hause bringt. Thérèse und Laurent stürzen sich vom ersten Moment an in eine gefährliche Affäre. Doch sie hält es nicht mehr mit ihrem Mann Camille aus und daher schmiedet Laurent einen Plan aus, der alles verändern wird.

Man muss schon bei der Besetzung schmunzeln, dass Tom Felton, den die meisten natürlich als Draco Malfoy kennen, schlichtweg nicht aus der Rolle des Unabetitlichem herauskommt. Bei Elizabeth Olsen denkt man natürlich an ihren zwei skandalösen Schwestern, die schon in einigen schlechten Filmen mitgespielt haben, doch keinesfalls darf man an diesem Vorurteil hängen bleiben! Auch wenn etwas auf die Spitze getrieben, spielt Olsen ihre Rolle souverän und mit einer einzigartigen Tragik, die ihrer Rolle sehr gut entspricht. Dennoch sticht Jessica Lange besonders hervor und spielt ihre Rolle der Madame Raquin mit unfassbar viel Überzeugungskraft, dass sie eigentlich das strahlende Licht im düsteren Setting des Filmes ist.

Doch auch wenn der Plot im Ursprung Zolas Feder entsprechen soll, ist die Geschichte fast schon skandalös dramatisch. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass besonders durch Thérèses sehr heftige Leidenschaft und ihr sexuelles Verlangen, dass lange nicht gestillt werden konnte, diese Affäre mehr als nur ein kleiner Seitensprung ist. Besonders ihre Sexualität wird in etlichen Szenen besonders betont, nicht auf eine perverse Game-Of-Thrones-Art, aber mit Nachdruck. Auch durch das besonders düstere Setting, dass einen glauben lässt, der Film spiele weniger in Paris des 19. Jahrhunderts als neben einer Kohlefabrik des 19. Jahrhunderts, trägt stark zur fast schon gruseligen Stimmung bei, welche Gabriel Yared mit seinem unheimlichen, fast stillen Soundtrack ziemlich gut unterstreicht. Es ist kein Soundtrack zum naher zu Hause hören, aber er passt zum Film. Jedoch sieht man durch diesen Farbfilter schon fast die Schaupieler nicht. Zwar ist der Film dramatisch und düster, aber das lässt einen eher an Splatter á la Sweeney Todd erinnern!

THE VERDICT: Gut gemeint, aber absolut überdramatisch verfilmt, die Geschichte wirkt eher skurril, überspitzt und surreal, als spannend. Ein Ziel erreicht der Film trotzdem: er ist verstörend und man muss irgendwie darüber nachdenken. 4 von 10 Sternen.

Love, Katha


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