Geliebtes Amsterdam

Moin,

es ist schon fast ungewöhnlich, wenn ich darauf zurückblicke, wie viel ich dieses Jahr reise! Kurz noch in der sengenden Hitze der ewigen Stadt Rom, um eine Atempause in der geliebten Heimat zu machen und ins lauschige, windige und so herzliche Amsterdam.
In diesem ersten Reisebericht möchte ich ausschließlich von Amsterdam berichten, im zweiten werde ich dann Den Haag und einige unserer Tagesausflüge genauer unter die Lupe nehmen.
Wenn man weiß, dass Amsterdam die Stadt der Fahrräder ist, dann weiß man noch lange nicht, wie es denn eigentlich ist, erst wenn man das klangvolle Klingeln hört, das eingerostete Rattern der Fahrräder oder selbst angefahren wird von einem lebhaften Haufen Fahrradfahrer, weiß man, dass man in einer eignen Welt ist. Mir scheint fast, Amsterdam ist ein eigener, liebevoller Mikrokosmos durchzogen von Grachten, in denen kleine Boote und Hausboote glugsen bei dem leichten Wellengang. Die Straßen sind gesäumt von blühenden, Schattenspendenen Bäumen und hohen Straßenlaternen, an denen üppig gefüllte Blumenkästen baumeln. Die Häuser sind alt, mit großen, unfassbar großen Fenstern, lichtdurchflutet und überraschend schmal. In den Untergeschossen befinden sich meist Cafés, alle mit ihrem eignene Charme und zwischen diesen schmalen Straßen tingelt die Straßenbahn, welches dort das Hauptverkehrsmittel ist – neben den Fahrrädern natürlich!
Ich muss zugeben, dass ich ständig Fahrräder fotografiert habe! Die Fahrräder dort entsprechen aber nicht dem Niveau der Berliner Räder, wo man schon gut Buße zahlt, wenn man keine funktionierende Lampe hat. Doch Amsterdam ist eine freie Stadt und was dort durch die Straßen rattert hat nicht mal eine Lampe, manchmal nicht eine Klingel (in diesem Fall schreien die Menschen laut „Tuuuut -Tuuut“) und sieht meist hochgradig instabil aus – aber es funktioniert!
Das Besondere, was mich vom Herzen berührte, war allerdings die Stimmung – in dieser so hektischen, gefühlskalten Welt findet man in Amsterdam einen fröhlichen Ort Erde, wo die Menschen des Abends noch durch die Straßen und den wunderbaren Vondelpark, wo es sogar ein Open-Ait-Kino in mitten kleiner Teiche gibt, wandeln und einen Charme verbreiten, der durch und durch ansteckt. Diesen Gefühl, willkommen zu sein, habe ich in keiner Stadt je so stark gespürt.
Kultureller Höhepunkt war der Besuch des Rijksmuseums: eine wunderbar zusammengestellten Sammmlung besonders Niederländischer Kunst in seiner Goldenen Epoche und so kann man mit großen Augen die Erhabenheit der Werke Rembrandts bestaunen, wie z.B. die „Nachtwache“ oder die filigrane Schönheit Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“. Toll war vor allem, dass es zu vielen Bildern ein doppelseitiges DinA3 Blatt mit Informationen gab. Nicht nüchtern und langweilig, sondern spannende Fakten oder versteckte Ideen auf den Bildern – was mir unfassbar gefallen hat. Auch architektonisch ist es unfassbar beeindruckend: entworfen von Pierre Cuypers (dem wir auf der Reise mehrfach begegnen sollten) charakterisiert es sich mit hohen Säulen und Bögen, eine Balance aus Gotik und Renaissance.

Und damit man sich meine Begeisterung nicht nur vorstellen muss, hier ein paar Bilder:

Desweiteren besuchten wir das Schiffahrtsmuseum, das auch beeindruckend und liebevoll gestaltet war – zu dem konnte man ein altes Segelschiff (strenggenommen ein moderner Nachbau) besichtigen und sich in das Leben der Crew einfühlen. Im Unterdeck gab es sogar Liegematten, die nach dem ganzen durch die Stadt laufen, einen wunderbare Ruhepause baten.

Auch das Schloss, welches sich wirklich im Herzen der Stadt befindet, ist einen Besuch wert. Es ist nicht kitschig oder überladen gestaltet, sondern sehr geschmackvoll und gewährt einen tollen Einblick. Vor dem Schloss befanden sich übrigens die zwei Straßenkünstler, die über den ganzen Platz riesige, viele Seifenblasen pusteten – zu Freude aller. Für einen kurzen Moment war es, als habe jeder etwas Leuchten in seinen Augen.

Mit Wind und Sonnenschein und diesen wunderbaren Bildern im Herzen verließen wir diese zauberhafte Stadt, auf dem Weg nach Den Haag…

Love, Katha

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16 Kommentare zu „Geliebtes Amsterdam

  1. Sehr schöne Bilder, v.a. Das mit den Seifenblasen und den Globen (und natürlich das mit dir drauf 😉 )
    Die Bilder und deine Berichte machen gleich Lust auf eine Reise dorthin :3
    Sieht wirklich sehr schön aus dort

    LG
    GNB

    1. Es war so bezaubernd! Danke für deine lieben Worte und das Kompliment 🙂 das motiviert mich auch weiterhin von meinen Reisen zu schreiben.

  2. Es ist lange her, dass ich in Amsterdam war, ich erinnere mich aber auch, dass die Atmosphäre eine ganz besondere war. Allein die große Fußgängerzone inmitten der großen Altstadt, wie es sie in vielen vom Krieg zerbombten Städten Deutschlands so gar nicht mehr gibt! Wenn ich Deine Bilder sehe, bekomme ich spontan Lust, meine eigenen Erfahrungen auch mal wieder aufzufrischen und nach Amsterdam zu fahren. LG Sarah

    1. Vielen Dank für deine Worte, da wird mein Herz ganz warm. Ich kann es nur empfehlen, ich vermisse Amsterdam eigentlich jetzt schon 🙂

    1. Danke für deinen lieben Kommentar! Momentan bin ich wieder ein bisschen am Weltenbummeln, aber sobald ich wieder einen Lapotop vor mir habe, komm ich zu Besuch 😉

    1. Na dann auf jeden Fall. Das Rembrandthaus ist auch toll, da gibt es sogar einen kostenlosen Kunstworkshop, was echt Spaß gemacht hat!

  3. War erst im März in Amsterdam. Ich liebe diese Stadt und würde sofort wieder hinfliegen! Der Charme der Stadt hat mich richtig verzaubert.
    Man muss zwar wegen den vielen Fahrradfahrern Angst um sein Leben haben (denn die nehmen auf nichts und niemanden Rücksicht), aber trotzdem hat die Stadt etwas Besonderes.
    Tolle Bilder!

    1. Dankeschön! Ach, das freut mich zu hören, wenn jemand die Begeisterung zu Amsterdam teilt! ich möchte da eigentlich mal Fahrradfahren, das ist bestimmt mal ein ganz anderes Erlebnis als bei mir in Berlin – und das ist ja nicht ungefährlich 😀

    1. Dann bin ich ja schon sehr gespannt auf deine Eindrücke! Es ist so wundervoll da! Um mal einen Bekannten zu zitieren „es ist, als habe jeder dort Geschmack “ xD

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