Mumford and Sons @ Waldbühne

Freudentrunken laufe ich in der Nacht nach Hause durch die spärlich beleuchteten Straßen, vereinzend ziehen Autos an mir vorbei, doch ich höre sie nicht, denn in meinen Ohren klingen noch immer die goldenen Funken dieser wunderbaren Musik.
Meine Konzerterfahrung beschränkt sich auf ein kleines Konzert von Brooke Fraser vor einigen Jahren, doch Mumford and Sons in der Waldbühne zu erleben – davon möchte ich ein bisschen erzählen.

Allein die Waldbühne, eine Konzertkollosseum für über 20 00 Bersuchermitten im Berliner Grün am Pichelsberg, ist schon beeindruckend, doch als die Vorband Bear’s Den gegen 19 Uhr eintingelte, spürte ich wie mein Herz den Takt der Musik überschlug, wie ich in Mitten von ebenso begeisterten Leuten, eins mit dieser Freude wurde.
Doch als es langsam dunkel wurde und Herr Mumford uns bat, doch kurz „very leise“ zu sein, war es seine so volle, tiefe und warme Stimme, die durch den Wald hallte, die Bäume nahmen sie auf und raschelten ein bisschen. Es bedurfte keiner großartigen Lichtspiele oder Effekte, es waren vielmehr die Zuschauer, die Handys und Feuerzeuge herausholten, während er zärtlich, aber doch kraftvoll „Cold Arms“ sang und sich auf meiner Haut ein Streifen von Gänsehaut bildete. Die Stimmung zwischen diesem melancholischen, manchmal fröhlichen, doch immer bewegenden Song mit einem Publikum, welches so positive Energie verspürte, war schlichtweg atemberaubend.

Ein ebenfalls schönes Ereignis hatte ich, als ich während ich auf meine gute Freundin Celi wartete, mich mit einem fremden jungen Mann unterhielt, der sich ebenfalls zum Warten auf der Bordsteinkante niedergelassen hatte. Er erzählte mir, dass er gerade Hesses „Narziss und Goldmund“ las und wir unterhielten uns immer mehr angeregt über Kunst, Musik, das Sein und Leben. Das sind wohl diese kleinen, besonderen Alltagswunder: mit einer Fremden Person auf der Straße über das Leben zu philosophieren. Falls du das liest: ich werde mein Versprechen halten und „Steppenwolf“ lesen.

Love, Katha

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6 Kommentare zu „Mumford and Sons @ Waldbühne

  1. Liebes,
    wie schön, hier Deine lebhafte Begeisterung nachzulesen und einen mir gänzlich unbekannten MusiKUSS zu entdecken. Danke für diese Erweiterung meines musikalischen Horizonts.
    Mögen Dich noch unzählige Alltagswunder begleiten!
    Ganz, ganz ❤ lich grüßt
    Ulrike von Leselebenszeichen

  2. Narziss und Goldmund von Hesse ist ganz besonders (schön)…

    sehr lesenswert auch der Steppenwolf, das stimmt 🙂

    Liebe Abendgrüße vom Lu

    PS: In diesem ganz besonderen Waldbühne-Ambiente wollte ich immer mal die Dritte von Beethoven erleben…leider bis jetzt noch nicht…

    1. Ich bin bisher nur vereinzelt auf Zitate von Hesse gestoßen, die waren allerdings toll – bin also echt gespannt!
      Ohja, das würde ich mir auch gerne anhören. Oder Dvořáks „neue Welt“!

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