Die ewige Stadt – Rom

Hallo Leute!

Wie es Ende des 2. Semesters üblich ist, bin ich mit meinen Leistungkursen auf Bildungsreise gegangen, oder um es genauer zu formulieren: 45 laute, Berliner Deutsch- und Geschichsleistungskursler beschlossen bei einem Hitzehoch die ewige Stadt im Herzen Italiens zu besuchen: Rom.

Die Anreise

Es war schon abenteuerlich genug, überhaupt in Rom anzukommen, denn wie es mir scheint, haben die Italiener ein sehr entspanntes Verhältnis zu Zeit und so kam unsere AirBerlin-Maschine zwar pünktlich in Berlin an, aber wir saßen bzw. standen eine 3/4 Stunde am Gepäckband, bis überhaupt das Gepäck unserer Maschine auf die Rollen kam. Da ich das letzte Mal vor bestimmt 7 Jahren geflogen bin und mich nicht wirklich an das Aussehen eines Flughafens noch an den Flug selbst erinnern konnte, war das schon ziemlich aufregend für mich. Mit Freuden konnte ich sogar feststellen, dass mir das Fliegen zwar ein mulmiges Gefühl im Bauch, aber auch Freude bereitet, die besonders durch den wunderschönen Blick über die Alpen bekräftigt wurde.

Unsere Gruppe sollte in einem Kloster im Herzen der Stadt übernachten – wir hatten alle in etwa eine Vorsterllung dass es nicht besonders modern werden würde, aber als uns Pater Matteo erwartete, um uns eine Predigt zu halten und uns „willkommen“ zu heißen, war einem, als bekäme man einen kalten Kübel Wasser über den Kopf geschüttet. Er erzählte uns mit einem strengen Akzent, dass das Kloster Vatikanischer Boden sei und deshalb andere Regeln als draußen in Italien herrschten. Wer nicht um 23 Uhr zu Hause war, wurde nicht nur nicht mehr reingelassen (er empfahl uns darauf einige Brücken zum nächtigen), sondern auch am nächsten Tage rausgeworfen. Dazu kamen Kleidervorschriften, bestimmte Essenszeiten die nach der Pünktlichkeit seiner Schweizer Armbanduhr eingehalten werden müssten. Doch da bekamen wir die Zimmer zu sehen, welche einem quadratischen Raum mit hoher Decke und einem Metallgestell mit einer Matte, ganz wie ein Lazarett, entsprachen. Unser Zimmer lag zur Straße raus und die Hitze war so unerträglich, dass wir genötigt waren, das Fenster offen zu halten und selbst um halb zwei Hubkonzerte der Via del Plebiscito anzuhören. Über das Bad und den Schimmel möchte ich eigentlich nicht mal reden. Das Frühstück fiel mehr als spartanisch aus – und ich wollte, ohne etwas von dieser faszinierenden Stadt gesehen zu haben, eigentlich nur noch nach Hause.
Zum Wetter lässt sich zusammenfassend für die fünf Tage sagen, dass es nicht nur einfach unerträglich heiß war, sondern durch die engen Gassen begünstigt, fast kein erfrischender Hauch von Wind pustete. Schatten war ebenfalls selten, was unter anderem daran liegt, dass kaum ein Baum in Rom steht, außer vereinzelte Pinien, in denen aggressive Zikaden Konzerte veranstalteten, um ein Weibchen zu ergattern. Wer mag, kann sich hier dieses grausame Surren des Todes anhören.

Das Programm

Trotz der weniger berauschenden Umstände gab es natürlich sehr viel zu besuchen und so sahen wir am ersten Tage das Forum Romanum, das Pantheon und die spanische Treppe. In den nächsten Tagen ging es mit dem Casa di Goethe und einer Tour durch das faschistische Rom weiter. Am Mittwoch erfolgte ein Besuch in die vatikanischen Museen und die sixtinische Kapelle. Da sich die Tour etwas verzögerte und wir stets zu Fuß unterwegs waren, mussten wir in einem stringenten Schritttempo fast schon zum Kloster rennen, damit wir unser Mittagessen erhielten (Unpünktlichkeit bestraft Pater Matteo in diesem Fall mit Hunger). Am späten Nachmittag ging es schließlich zum Kolosseum, wobei ich ziemlich überrascht war, da ich es mir größer vorgestellt habe. Den Abend rundeten Gian und ich mit leckeren italienischen Essen im Trastevere-Viertel. Wobei hier gesagt werden muss, dass man in Rom unverschämte Preise hatte und aufpassen musste, dass man nicht für Gedeck und allerlei Extrakosten zahlen musste. Doch bei Sloppy Sam’s hatten wir wirklich Glück und konnten Mitten in dem Viertel schlechthin mit einer Menge Flair essen, weshlab ich das Restaurant an der Piazza Campo de Fiori nur empfehlen kann.
Besonderes Highlight war der Strand von Ostia als Abschluss der Fahrt, wobei unsere Lehrerin dort angekommen feierlich verkündete, dass nun die Bildungsreise vorbei sei und der Urlaub beginne. Da dies das dato südlichste, was ich je besucht hatte, war und dementsprechend auch nicht das Mittelmeer kannte, war ich ganz aus dem Häuschen. Das Meer schlug große, salzige Wellen und alle quietschten vor Freude, sich endlich aus der Hitze und den täglichen 20-Kilometer-durch-Rom-Wanderungen ins kühle Nass werfen zu können. Zuvor mussten wir noch gut zwei Stunden durch die Ruinen des antiken Ostia latschten und sahen circa das, was wir schon von den letzten Tagen Rom kannten: Ruinen ohne Ende mit dem etwas monoton sprechenden Fremdenführer.

Und hier ein paar Impressionen:

Und nun wieder in Berlin angekommen, müde, fertig, bereichert, freue ich mich über gut 20 Grad Celsius und bewölkten Himmel – es hat seinen Charme. Es war eine abenteuerliche Fahrt durch eine Stadt mit aggressiven Autofahrern, wunderschönen Sonnenuntergängen und definitiv eine Reise in die Vergangenheit. Wart ihr schon ein mal in Rom? Wie fandet ihr es?

Da auch Gian dabei war, könnt ihr hier seine Eindrücke dieser abenteuerlich-verschwitzen Romfahrt lesen, mit einer noch ausführlicheren Bildergalerie zum Kloster.

Love, Katha

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19 Kommentare zu „Die ewige Stadt – Rom

  1. Ich werd sicher wieder mal gerne hingehen. In den vier Tagen, in denen ich dort war, hab ich halt die üblichen Sehenswürdigkeiten besucht, aber es braucht mehr Zeit, um wirklich alles erfassen zu können und interessantes hat die Stadt allemal zu bieten, auch wenn sie nicht grad zu meinen Favoriten gehört.

  2. Ich war einmal dort und empfand es ähnlich heiß und anstrengend. Was mich aber entschädigte war der Anblick der Pieta von Michel Angelo im Petersdom! Florenz war dagegen viiiiiel schöner! Auch mehr Bäume meine ich mich zu erinnern 😉

    1. Bäume sind wirklich etwas tolles, ich lerne es jeden Tag aufs neue. Ich würde Florenz und Venedig auch gerne noch besuchen…

    1. Vielen Dank! Ich habe irgendwie total die Faszination für Straßenlaternen 🙂 und davon gibt’s in Rom eine Menge.

      1. Leider sanieren sie gerade den Trevi-Brunnen, das war ziemlich frustrierend 😦

  3. Wir waren auch auf Abschlussfahrt in Rom, jetzt Deine Beschreibungen und Fotos zu sehen, war wie eine Erinnerung. Es war auch so unsäglich heiß (27 Grad um Mitternacht) und wir sagten damals, wir spielten das Schattenspiel: schnell von einem Baum zum nächsten, von einem Brunnen zum nächsten huschen. Ich erinnere mich noch daran, wie beeindruckt ich war, als ich durch die Gänge des Vatikans lief. Der Petersdom! Die Statuen! Wow. Aber am Tag, als es nach Ostia gehen sollte, war ich krank… Danke für Deinen Bericht! 🙂 LG

    1. Oh wow, das hat ja etwas magisches, deine Worte zu lesen. So ein Zufall! Ich danke für die lieben Worte 🙂 Wir sind auch von einem Schatten zum anderen gerannt. Ich fand allgemein dieses Gassen- und Straßensammelsurium ziemlich beeindruckend, man glaubt kaum, was der Mensch alles erschaffen kann.

      1. Danke 🙂 … Es stimmt, Rom hat eine faszinierende Atmosphäre durch die ganzen alten Gassen und Gebäude. Wie man plötzlich vor Kirchen stehen kann, unter denen der Boden schon einige Meter tiefer gesunken ist.

  4. Ich war auch in einem heißen Juni vor 11 Jahren in Rom und Lido di Ostia (in irgendeinem Beitrag in meinem Blog ist auch ein Bild). Leider trug ich die Pest in mir, was den Spaß am Entdecken stark eingrenzte. Nach Einnahme eines Antibiotikums 3 Tage später ging es mir schnell besser, aber ein Vergnügen war die Reise nicht. Und Lido di Ostia die reinste Enttäuschung. Überall diese Sonnenschirmen am Strand… Nicht schön… Aber doch schön, dass ich keinen strengen Geistlichen um mich herum hatte. 🙂

    1. Du lieber Himmel! Irgendwie scheint jeder seine verrückte Geschichte zu Rom und Ostia zu haben 😀 Wir waren an einem Privatstrand (was auch seinen Preis hatte), der so gut wie leer war und es gab viel Platz entsprechend.

      1. Stimmt, aber ich habe die Fontana di Trevi bei Tag und bei Nacht erlebt… und sogar die Straßenlaternen fotografiert. 🙂

  5. Ich war noch nie in Rom, aber bis auf die Begleitumstände (d.h. Unterkunft, Zeitplan etc.) klingt das ja wirklich nach einer fantastischen Kursfahrt! Und in Rom gibt es ja auch einfach unfassbar viele Sehenswürdigkeiten zu sehen. Danke für diesen EInblick!
    LG, Liesa

    1. Im Nachhinein wird die Erinnerung immer positiver. Ich glaube, ich muss eines Tages noch mal nach Rom, um mir einem zweiten Eindruck zu verschaffen 🙂

  6. Dieser Bericht hätte 1 zu 1 von mir sein können 😮 (Bis auf den Schimmel haha)
    Ich war Anfang Mai mit meinem Lateinkurs für eine Woche in Rom, natürlich genau an dem Tag wo das Terminal 3 abgebrannt ist, sodass unsere Anreise noch abenteuerlicher war als eure. Zwei annullierte Flüge und am Ende Gruppenaufteilungen und Flüge über Brüssel. Uff. Dafür war unser Kloster wirklich cool, mitten in Rom an der Piazza Navona und darüber war ich sehr froh! Die Piazza und die Umgebung ist so großartig! ♥ Die Regeln des Klosters waren aber ziemlich ähnlich.
    Mein Highlight war überraschenderweise der Vatikaan. Vom Kolesseum war ich auch enttäuscht, ich habe es mir tatsächlich auch größer vorgestellt. Durch unsere verspätete Anreise konnten wir uns in Ostia nur die Ruinen anschauen und hatten keine Zeit mehr für Meer … so schade! :/
    Aber irgendwie finde ich es so krass, diese Bilder jetzt nochmal zu sehen und mich dran zu erinnern, dass ich das alles mit eigenen Augen gesehen habe! 😮 *.*

    1. Wow! Es scheint fast, als wäre eine Reise nach Rom irgendwie bei jedem ein ganz eigenes Abenteuer. Deine lieben Worte ehren mich sehr 🙂
      Ich fand das antike Ostia nach 4 Tagen Ruinen besichtigen schon ziemlich anstrengend *lach*

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