Leo Berlin

 

Autor: Susanne Goga
Titel: „Leo Berlin“
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423213905
Länge: 279 Seiten

Erster Teil der Leo-Wechsler-Reihe.

Berlin 1922: Kriminalkommissar Leo Wechsler ermittelt in einem sonderbaren Fall: Ein ermordeter Wunderheiler, der mit einer Buddhafigur erschalgen wurde. Er soll allerdings seine Patienten nicht mit gewöhnlichen Mitteln behandelt haben. Wechslers Ermitterlungen führen in die Kokainhöhlen , alte Villenund Rotlichtbezirke der Stadt.

Kriminalfälle im Berlin der 20er Jahre, ein uriger Kommisar mit vielen Ecken und Kanten. Liebevoll geschrieben und eher leichte Lektüre.

Die Geschichte erzählt sich in zwei Strängen: zum einen aus der Sicht des Ermittlers und zum anderen aus der Sichtweise des Mörders – was allerdings auch der Schwachpunkt dieses Romans ist, da so schnell offensichtlich wird, wer der Mörder ist. Einige mögen hier glauben, dass der Roman so an Spannung verliert, was ich allerdings nicht finde, vielmehr sind die Motive und Zusammenhänge noch offen, so wie die Tatsache, wie sich der Fall auflösen wird.

Ein großer Pluspunkt: Auch Leos Privatleben wird thematisiert, was ich ganz großartig finde, da der Kommissar so sehr lebensnah wirkt und einem sehr sympathisch ist. Seine Vergangenheit, seine Gedanken – man betrachtet Berlin aus den Augen dieses Mannes. So gesehen hat dieser Krimi bzw. diese Reihe einen stark persönlichen Twist und ist liebevoll geschrieben und rechachiert, was das Buch wirklich sympathisch macht.

Es ist zweifelsohne kein klassischer Kriminalroman mit dem sehr scharf-durchblickenden holmes’schen Ermittler, sondern ein ziemlich menschlicher. Dazu wird der Leser noch in das Berliner Leben der 20er Jahre eingebunden, welches sehr authentisch und bildlich geschildert wird, so dass man wirklich in dieser Zeit glaubt und verschwinden, was ebenfalls ein großer Pluspunkt ist. Historisch wird hier defintiv mehr gepunktet als kriminaltechnisch.

Gogas Schreibstil lässt sich angenehm, schnell und flüssig lesen – folglich eher Strandlektüre. Toll ist auch, wie man Berlin wiedererkennt – wenn man denn dort wohnt – und sich so immer wundern und freuen kann.

THE VERDICT: „Leo Berlin“ ist ein interessanter historischer Krimi,aber eher etwas zum Zwischendurch-Lesen auf Reisen. Die Charaktere sind sehr lebendig, vielfältig und wundervoll in die Zeit eingewoben, was definitiv die Stärke des Buches ist, man verliert sich wahrlich in der Zeit der 20er! Betrachtet man die Krimiqualität ist er leider nicht so sehr fesselnd und ein bisschen offensichtlich, was schade ist, deshalb ein eher ambivalentes Urteil. 5,5 von 10 Sternen

Love, Katha

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2 Kommentare zu „Leo Berlin“

  1. […] 3. “Leo Berlin” von Susanne Goga Irgendwie habe ich es ja geschafft, letzten Monat versehentlich zuerst den zweiten Teil zu lesen und bin nach wie vor der Auffassung, dass es eigentlich nicht wirklich stört. Zudem bin ich ebenfalls begeistert: eine recht spannende, interessante aber nicht hochgradig schwere Lektüre. Wer einen sagen wir, schlichten Krimi schätzt, wird das Buch mögen. Hier die vollständige Rezi. […]

  2. […] 3. “Leo Berlin” von Susanne Goga Irgendwie habe ich es ja geschafft, letzten Monat versehentlich zuerst den zweiten Teil zu lesen und bin nach wie vor der Auffassung, dass es eigentlich nicht wirklich stört. Zudem bin ich ebenfalls begeistert: eine recht spannende, interessante aber nicht hochgradig schwere Lektüre. Wer einen sagen wir, schlichten Krimi schätzt, wird das Buch mögen. Hier die vollständige Rezi. […]

Schreibe eine Antwort zu September #14 Faves | Kathalog Antwort abbrechen

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