The Imitation Game

DT: The Imitation Game – ein streng geheimes Leben
OT: The Imitation Game
Drama: Thriller, Historiendrama
Cast: Benedict Cumberbatch, Keira Knightley, Matthew Goode, Mark Strong, Allen Leech, Charles Dance
Regie: Morten Tyldum
Drehbuch: Graham Moore (auf Grundlage von Andrew Hodges‘ „Alan Turnig – Enigma“)
Musik:
Alexandre Desplat
Erscheinungsjahr:
2014
Länge:
ca. 113 Minuten
FSK:
12 Jahre

„The Imitation Game“ handelt von der Geschichte des britischen Mathematikers und Kryptoananalytikers Alan Turning, basierend auf der Biografie „Alan Turing – Enigma“ des britischen Mathematikers Andrew Hodges. Der Film wird auf drei Zeitebenen, Alans Kindheit in King’s College (1927, Cambridge), dem zweiten Weltkrieg (1939) und die kriminalistische Aufarbeitung seiner Vergangenheit (1951), die nicht chronologisch sind, sondern in Rückblenden oder vorausschauend gezeigt werden, erzählt. Der wichtigste Part ist natürlich das Entwickeln der Turning-Bombe in Bletchley Park mit Hilfe von Hugh Alexander, Joan Clarke, Peter Hilton und John Cairncross um Enigma zu knacken.

Besonders über die Besetzung habe ich mich sehr gefreut, da einige Schaupieler, die ich sehr mag und ich mir gut für die Rollen vorstellen konnte, dabei sind.
Hierbie spielt ein sehr überzeugender und authentischer Benedict Cumberbatch die Rolle des Alan Turing. Natürlich ist es immer schwierig, eine Biografie zu verfilmen, ob die Person exakt so war, oder ob in das Drehbuch viel zu viel hineininterpretiert wurde, kann ich nicht sagen. Dennoch muss man anmerken, dass die Rolle sehr glaubhaft und hervorragend geschauspielert wirkt, besonders die Emotionen und der hochgradig interessante Charakter Turings, ziehen einen in den Bann. Allerdings muss ich mich auch als etwas voreingenommen bekennen, da ich ein sehr großer Benedict Cumberbatch-Fan bin.
Auch Keira Knightley, die ich ebenfalls sehr schätze, spielt ihre Rolle der Joan Clarke emotional und mit Überzeugungskraft. Was mich etwas überraschte, war das doch sehr enge Verhältnis der beiden zueinander, von welchem es auch in der Biografie Turings hieß, dass es nicht so innig gewesen sei wie dargestellt, was mich etwas störte.
Ebenfalls gefreut habe ich mich über Mark Strong, der Major General Stewart Menzies spielt, da er auch hier mal wieder in der Rolle des strengen, ausnahmsweise nicht ganz so bösen, aber etwas unheimlichen Chiefs des MI6 brilliert.

Der Score gehört zu meinen absoluten Highlights des Filmes – aber was kann man schon bei Alexandre Desplat erwarten? Er leistet wieder durch charakteristische, den Film sehr gut unterstreichende Themen, Spitzenarbeit. Das Hauptthema „The Imitation Game“ ist ein wunderbares Zusammenspiel aus engergie- und spannungsgeladenen Komponenten, die unter andrem an das Tippen einer Enigma-Maschiene erinnern, im Einklang mit emotionalen Streichern und tiefen Tönen, welche die hoffnungsvollen, spannenden Szenen wundervoll unterstreichen. Dazu laute Töne, um die Wirren und Bomben des Zweiten Weltkrieges darzustellen. All dies, ohne langweilig oder wiederholend zu wirken. Vielleicht kein Soundtrack für zu Hause zum Nachhören, aber makellos geschneidert für diesen Film.

Ich mag den Film an sich wirklich sehr, betrachtet man ihn als fiktives Werk, ist er in sich weitestgehend schlüssig und hervorragend, leider gibt es einige inhaltliche (z.B. im Bezug auf die Turning-Maschine) und historische Fehler, welche die Grandiosität verpfuschen. Zum einen, wie bereits erwähnt, das innige Verhältnis zu Joan Clarke, zum anderen die Zusammenarbeit John Cairncrosses und Alan Turnings, die für hochgradig unwahrscheinlich gehalten wird, hier aber direkt als im „Team“ eingebunden dargestellt wird. Im Übrigen wird auch Tipp-Ex verwendet, den es damals allerdings noch nicht gab. Auf der anderen Seite ist dies natürlich ein Historienfilm und keine Dokumentation, einige Dinge werden etwas massentauglicher gemacht, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst wissen. Ich betrachte es mit Zähneknirschen, da mir das Einbinden John Cairncrosses etwas Magenschmerzen bereitet.

THE VERDICT: Mir fällt es ziemlich schwer eine Bewertung zu schreiben, denn aus der anfänglichen Euphorie ist Nachdenklichkeit geworden. Ich erachte es als schwierig, eine Biografie zu verfilmen, umso trauriger sind die enthaltenen Fehler, die ich in meiner Wertung berücksichtigen muss. Dennoch ist natürlich kein Historienfilm perfekt und wahrscheinlich sollte man auch nicht mit dieser Erwartung ins Kino gehen – dafür gibt es die Biogarfie. Die hervorragende schauspielerische Leistung aller Schauspieler und insbesondere Benedict Cumberbatchs und der emotionale und spannungsgeladene Soundtrack machen allerdings die kleinen Fehler nicht wett, weshalb ich nicht die volle Punktzahl geben kann. Deshalb sind  es nur 9 von 10 Sternen – allerdings empfehle ich, ihn zu sehen und sich selbst, ein Bild zu machen.

Love, Katha

P.S. Ich empfehle ihn im Orignialton zu sehen, um in den Genuss Benedict Cumberbatchs Stimme zu kommen!

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3 Kommentare zu „The Imitation Game

  1. Also nochmal:
    Hach, du benutzt auch das Wort „brillieren“ für Schauspieler ❤ ^^.
    Ich kann dir natürlich nur zustimmen, dass Benedict Cumberbatch hier wieder einfach genial ist (#Cumberbitch xD). Die Rolle des eigentümlichen Genies steht ihm halt ^^. Und die Originalversion lohnt sich wirklich total, seine Stimme ist einfach ein Traum.
    Keira Knightley mag ich ja auch sehr gerne und Mark Strong umgibt irgendwie immer etwas faszinierendes, geheimnisvolles.
    Was die zu enge Beziehung zwischen Joan und Alan angeht, hat mich das überhaupt nicht gestört, was wohl daran liegt, dass ich mich damit einfach gar nicht azskenne ^^. Aber verlobt waren die beiden ja tatsächlich, das lässt doch auf ein enges Verhältnis schließen, auch wenn das bei den beiden platonisch geblieben ist, oder nicht?

    Deine Beschreibung des Soundtracks trifft es vollkommen. Ich höre mir den sogar Zuhause an, unabhängig vom Film ;). Das Leitmotiv finde ich auch total schön <3.

    Was die historischen Fehler betrifft, glaube ich, dass du da etwas empfindlicher bist als der durchschnittliche Zuschauer, weil du dich mit den Hintergründen beschäftigt hast. Mich hat das alles z.B. gar nicht gestört, weil ich keine Ahnung davon hatte, und ich denke, das wird den meisten so gehen. Eigentlich ist es sogar schöner, wenn man sich nicht auskennt, weil man den Film so als Kunstwerk für sich sehen kann. Bei vielen Kritikern habe ich das Gefühl, ihr Wissen um die vielen Inkorrektheiten verschleiert ihren Blick für die vielen gelungenen Dinge, z.B. den grandiosen Score oder die tollen Darsteller.
    Ich denke, man muss da einfach differenzieren zwischen dem Unterhaltungswert des Films, also quasi dem Film als eigenes Kunstwerk, und dem echten historsichen Hintergrund. In erster Linie soll der Film nicht informieren, wie beispielsweise eine Biografie oder eine Dokumentation, sondern unterhalten und dafür wird er dann eben, wie du schon schreibst, massentauglich gemacht. Ein enges Verhältnis zu einer Frau und etwas Drama (Cairncross, die Ermittlungen in den 50ern, die so ja auch nicht stattgefunden haben) passt da natürlich gut. Und solange der Film keinen Anspruch auf historische Korrektheit erhebt und niemand auf die Idee kommt, ihn als Informationsquelle für eine wissenschaftliche Arbeit zu nehmen, sehe ich darin kein großes Problem. Den Leuten, die die Wahrheit kennen, werden die Abweichungen von der Realität zwar auffallen, aber damit müssen sie dann leben, wie es Buchliebhaber mit den Buchverfilmungen tun müssen. Das macht ja den Film an sich nicht schlechter. Ich denke, dein Kompromiss, dafür nur einen halben Stern abzuziehen, ist da eine gute Sache.

    Auf jeden Fall freue ich mich, dass der Film uns beiden so gut gefällt :).

    LG
    Charlie

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