The End of the Affair

Autor: Graham Greene
DT: „Das Ende einer Affäre“
OT: The End of the Affair
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423127769
Länge: 256 Seiten

Als der Schriftsteller Bendrix einem alten Bekannten Miles begegnet, bricht eine Reise in Bendrix‘ Vergangenheit an: Während des Krieges hatte er mit Miles‘ Frau eine Affäe gehabt, doch nun, 1946, verdächtigt Miles erst seine Frau deshalb. Nun erwartet Miles von Bendrix, Nachforschungen anzustellen und schon wird er eiferüschtiger als der Ehemann. Vor allem aber will er endlich herausfinden, warum sie ihn in einer Nacht des Krieges verließ.

Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, um diesen Roman zu rezensieren, denn ich meine noch nie ein derart seltsames Buch gelesen zu haben. Der Leser wird aus der Perspektive des Ich-Erzählers Maurice durch die Geschichte geführt, erlebt all seine Gedanken, Gefühle und Blickwinkel, was das Buch schon sehr besonders macht. Hierbei handelt es sich weniger um den typischen Ich-Erzähler, nein, man wird wirklich Teil der Wut, des Hasses und des Selbstmitleides, in dem sich Maurice über 256 Seiten badet. Zwar ist sehr spannend, de facto alles mit zu bekommen und das gibt der Figur unheimlich Charakter, Salz und Pfeffer, endlich mal kein platter, nichtssagender Charakter – doch es ist auch anstrengend, ganz als jammere einen ständig jemand über seinen Liebeskummer die Ohren voll.
Der Schreibstil ist schön, die Worte gut gewählt aber auch sehr pathetisch und dramatisch. Ich denke, hier ist ein Punkt, an welchem viele den Roman nicht mögen, denn diese sehr selbstmitleidige, pathetische Art kann durchaus nerven – hat dennoch was lehrreiches und faszinierendes. Denn dies ist ein Punkt, welcher mir an dem Roman durchaus gefällt: Man reflektiert sehr viel, Maurice zwingt einen flrmlich, über sich selbst nachzudenken und gibt einem selbst teilweise durch eigenes, offensichtliches Fehlverhalten, die Möglichkeit zu lernen.
Auch den Einstieg in den Roman, wie er darüber philosophiert, dass man bei einem Anfang eines Buches ja einen x-beliebigen Moment aus jemandes ‚Leben‘ nehme und ob dies angemessen sei, faszinierte mich.
Dennoch bin ich etwas enttäuscht, es ist ganz, als sei die Geschichte wirklich gut gemeint, auf eine ganz neue Art und Weise ausgelegt, nichtsdestotrotz erscheinen mit diese fast 260 Seiten lang – langatmig und häufig wiederholend, was mich ziemlich störte, denn ab und an wollte ich es wirklich nur gelernt in die Ecke werfen und Maurice endlich meine Meinung sagen!

THE VERDICT:
Zusammenfassend bin ich gemischter Gefühle: Ja, ich mag den Ansatz, die Umsetzung jedoch ist sehr gewöhnungsbedürftig und dürfe nicht jedermanns Sache sein. Genauso, wie man sich mit viel Liebe und Geduld an eine Freundin mit Liebeskummer und einem Hang zur Dramatik wendet, genauso sollte man dieses Buch behandeln. Irgendwie hatte ich mir etwas mehr erhofft, deshalb 4 von 10 Sternen.

Love, Katha

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3 Kommentare zu „The End of the Affair“

  1. Hast du denn schon einmal Schillers Werther gelesen? Ich habe den Eindruck, dass die Stimmung in den beiden Prosastücken eine ähnliche sein kann. Zu Schillers Zeiten allerdings waren die Leser (Frauen) verrückt danach. Heute scheinen sich die Zeiten gewandelt zu haben.

    1. Ja, habe ich. Du meinst Goethe, oder? Allerdings finde ich die Stimmung irgendwie romantischer. Zwar sind beide von Leid geprägt, dennoch fand ich Werther besser und weniger „nervig “ zu lesen.

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