Was Shakespeare a Fraud?

DT: Anonymus
OT: Anonymous
Genre: Tragödie, Drama
Cast: Rhys Ifans, Jamie Campell Bower, Vanessa Redgrave, David Thewlis, Derek Jacobi, Sam Reid
Regie: Roland Emmeric
Drehbuch: John Orloff
Musik: Thomas Wander, Harald Kloser
Länge: ca. 131 Minuten
Erscheinungsjahr: 2011
FSK: ab 12 Jahren

Manche Dinge vermögen einen enormen Zauber auf uns zu haben und so ergeht es mir bei diesem Film, den ich vor einigen Jahren das erste Mal sah – und nicht ganz verstand. Die Thematik war ohne Zweifel interessant, doch erst nun, ergreift sie wirklich mein Interesse!
Shakespeare, der nicht Shakespeare ist, sondern Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford. Bereits vor Jahrhunderten flammte die Debatte auf, wem wohl die Urheberschaft von Werken wie Hamlet, Romeo und Julia, Viel Lärm um Nichts oder Macbeth gehöre, Namen wie Francis Bacon fielen und so auch der von Edward de Vere. Eine unglaublich umstrittene These, ein gefährliches Projekt.

So beschäftigt sich der Film „Anonymus“ von Roland Emmerich mit der Oxford-Theorie und setzt diese auf ebenso grandiose, wie düstere Weise um. Der Film beginnt wie ein Sprecher (der gute alte Derek Jacobi) auf eine Bühne tritt und dem Publikum von Shakespeare erzählt, dem Mann, der so weltberühmte Stücke geschrieben hatte, dass der Nachhall bis heute international ist, und anzweifelt, dass dieser Mann wirklich William Shakespeare war.
So reisen wir zurück.

Wir sehen, wie Edward de Vere bei den Cecils, den Unterstützern Elisabeth I., auswächst und lernt, ihm es alleridngs ebenso verboten bleibt, zu schreiben, was seine größte Leidenschaft ist. So gerät er in einen Konflikt zwischen Cecil und seiner selbst, der seinen Höhepunkt dabei erlangt, dass er sich in Elisabeth verliebt. Intrigen werden gesponnen, Edward versucht einen Dramatiker zu finden, der unter seinem Namen seinem Stücke veröffentlichen wird, findet sogar einen, jedoch gerät dieser Vertrag außer Kontrolle und so wird der einst reichste Mann der Insel von Shakespeare erpresst, denn die Stücke dürfen keinesfalls unter seinem Namen erscheinen! Gleichzeitig bahnt sich ein Umschwung in der Politik an und das Ende des elisabethanischen Zeitalters.

Emmerich legt sich mit Literaturwissenschaftlern an, die in ihrer Mehrheit die Urheberrechte an andere Schriftsteller oder Persönlichkeiten dementieren, und sorgt ebenso für Gesprächsstoff, dass doch ein Film, wie dieser, nicht vom selben Mann stammen kann, wie z.B. von „2012“ – er liebt die Provokation. Doch ganz gleich, wie viel Wahrheit in dieser Oxford-Theorie steckt, so glänzt der Film als Eigenwerk sehr wohl! Intrigen, Dramatik, wundervolle Kostüme und auch der Filmpark Babelsberg, der hinter diesem optischen Fest steckt, leistet ganze Arbeit.

Bis zu diesem Film war mir Rhys Ifans kein Begriff – muss ich zu meiner Schande behaupten, denn er verleiht der Figur des Edward de Vere, dem ‚wahren‘ Shakespeare, eine intelligente, traurige Arroganz, sowie Leidenschaft, in seiner Kunst, die man als Zuschauer in der Tat zu spüren bekommt. Auch die Grand Dame Vanessa Redgrave adelt den Film in ihrer Rolle als Elisabeth I.

Etwas verwirrend fand ich die Zeitsprünge in den Filmen, da der junge Edward de Vere dem jungen Southampton (der jedoch dessen Sohn ist) unheimlich ähnlich sieht, musste ich mich erst etwas sortieren. Ansonsten lässt sich dem Plot ziemlich flüssig folgen.

Untermalt wird dieses Werk durch die melancholische, aber auch von mittelalterlichen Tönen geprägte Musik von Thomas Wander und Harald Kloser. Ein besonders schönes, trauriges Stück daraus ist ‚Edward’s Theme‘ – anhören lohnt sich!

THE VERDICT: Was soll ich noch an Lobgesang singen? Mit welchen Worten meine Begeisterung beschreiben? Ich kann den Film von tiefstem Herzen empfehlen, es ist eine nachdenkliche Tragödie und passt doch irgendwie zu Shakespeares Genie – ganz gleich, wie viel Wahrheit hinter dieser unglaublichen Idee steckt, mich hat sie jedenfalls dazu angeregt, mehr wissen zu wollen.  Echt episch: 9 von 10 Sternen

Love, Katha

Quelle:
Beitragsbild

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4 Kommentare zu „Was Shakespeare a Fraud?

  1. Ich wollte den Film schon immer mal sehen, bin aber leider nie dazu gekommen… jetzt wo du mich daran erinnerst (und so davon schwärmst) muss ich wohl echt mal aktiv werden!

  2. The Verdict xD
    Episch ^^ – Man erkennt dich in deinen Posts soooo wieder ^^.
    Und in Bezug auf die Frage, ob du Filmrezensionen schreiben kannst: Du kannst auf jeden Fall super schreiben :). Rezis und allgemein. Dein Schreibstil ist so schön intelektuell, aber trotzdem verständlich ;). Das einzige, was mir auffällt, ist, dass du mehr als die Hälfte der Rezi den Inhalt beschreibst :D. Stört aber nicht, weil du ja sehr angenehm schreibst :).
    Vanessa Redgrave mag ich :).

    Alles Liebe,
    Don Carlos

    1. Heyyy! das versüßt mir den Abend ungemein, es freut mich, dass dir mein Post gefällt. Ich packe eigentlich gern für den Inhalt den „Klappentext“ der DVD rein, allerdings war dieser einfach nur doof und nicht gebrauchbar.

      1. Ja, das ist mit Klappentexten leider oft so :/. Deshalb schreibe ich immer selbst einen. Die offiziellen verraten immer entweder zu viel oder zu wenig oder etwas völlig anderes als eigentlich passiert.

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