Mr Morgan

OT: Mr Morgan’s Last Love
DT: Mr Morgan’s Last Love
Genre: Drama
Cast: Sir Michael Caine, Clémence Poésy, Justin Kirk, Gillian Anderson, Jane Alexander
Regie: Sandra Nettelbeck
Drehbuch: Sandra Nettelbeck, Francoise Dorner
Musik: Hans Zimmer
Erscheinungsjahr: 2013
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 6 Jahren

Beginnend mit dem Tag, an dem Pauline (Clémence Poésy) ihm im Bus ihre Hilfe anbietet, stolpert der sture, vom Leben erschöpfte Matthew Morgan (Michael Caine) zurück ins Glück. Die Lebensfreude und der unerschütterliche Optimismus der jungen Frau erobern sein altes Herz. Auf ihren alltäglichen Abenteuern mit Spaziergängen durch Paris, Mittagessen im Park und Reisen aufs Land entdeckt das ungewöhnliche Paar zahlreiche Schätze: Freundschaft, Gemeinschaft – und die Bedeutung von Familie. Dank Pauline nähert sich Matthew zum ersten Mal seit langem wieder seinem Sohn Miles (Justin Kirk) an. Gerade rechtzeitig lernen Vater und Sohn, sich wieder gegenseitig zu respektieren – und finden beide, jeder auf seine eigene Weise, wieder Liebe und Hoffnung. [Klappentext]

Ich muss sagen, dass der Text den Film positiver und klischeehafter suggeriert, als er es denn eigentlich ist. Man hat weniger diese hoffnungsvolle feel-good-Stimmung, als eine ruhige Melancholie, die sich durch den ganzen Film zeichnet.
Denn dieser beginnt mit dem Tod von Morgans Frau, der ihm die Lebensfreude nimmt. Ab und an sieht man auch seine Frau, wenn er nachdenkt oder sich erinnert, aber nicht in der Weise, dass sie ein Geist der Vergangenheit ist, der in seinem Leben spukt, viel mehr als etwas Positives.
Zudem muss ich sagen, dass ich wirklich zufrieden mit der Synchronisation bin, denn Michael Caines Synchronstimme ist sehr angenehm und unterstreicht gut den Charakter, Sowieso spielt er die Rolle dieses alten, sturen, vielleicht emotional verwirrten und doch weisen Mannes sehr authentisch und strahlt eine unbeschreibliche ruhe aus.
Eben diese Ruhe zeichnet den Film meiner Auffassung nach auch aus, es geht um keine große Tragödie , sondern die stillen Momente, die den Film manchmal einen Hauch von Tragik verleihen – aber mehr auch nicht, Deshalb versinkt er auch nicht in Kitsch oder Klischee, was mir ziemlich gut gefällt.
Die Drehorte Paris, Bruxelles, Köln und die Bretagne, wobei das ganze nur in Paris und der Bretagne spielen soll, sind schön gewählt und jedes Mal, wenn Mr Morgan durch seinen Altbau ging und man diese Architektur von Wohnung betrachten konnte, schlug mein Herz höher. Da wird man doch glatt neidisch!

Überrascht war ich von Clémence Poésy (die ja in der Tat einen wirklich schönen Namen hat), denn ich kannte sie eigentlich nur als Model und wusste dementsprechend nicht ganz, was ich von der Besetzung halten sollte – und war positiv überrascht!

Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, waren die Dialoge, manchmal weise und philosophisch wie z.B. das Zitat von Leonard Cohen („There is a crack in everything, that’s how the light gets in“) , dann wieder lustig, wie beispielsweise als zwei Verkäuferinnen sich über den alten Mann klischeebedient lustig machen – Franzosen, die bloß nicht englisch sprechen , beziehungsweise es vorgeben. Herrlich!

So gesehen muss ich sagen, dass mir der Film wirklich gefallen hat. Er ist ruhig, fast schon impressionistisch, die Kameraführung mochte ich aus unbeschreiblichen Gründen irgendwie genauso wie das Setting. Die Musik ist kein großer Knüller, ein ruhiger, bescheidener Hans Zimmer und zum Abschluss ein schöner Norah Jones Song. Es ist kein Film, den man zwei Mal sieht, er verleitet zum Nachdenken, stimmt aber auf eine melancholische Weise traurig – nicht wirklich hoffnungsvoll.

THE VERDICT:
Berührend, ruhig, gute Darsteller. Mir fehlt dieses gewisse etwas, was ihn prägnanter macht, doch mögen tue ich „Mr Morgan’s Last Love“ definitiv. Dementsprechend 6,5 von 10 Sternen.

Love, Katha

P.S. Huch! Das ist schon mein fünfzigster Beitrag!

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