Einer wie keiner

DT: Molière
OT: Molière
Genre: Kostümfilm, Komödie
Besetzung: Romain Duris, Fabrice Luchini, Laura Morante, Édourad Baer, Ludivine Sagnier
Regie: Laurent Tirard
Drehbuch: Laurent Tirard, Grégoire Vigneron
Musik: Frédéric Talgorn
Erscheinungsjahr: 2007

Der Beginn dieses Filmes ist grandios: Barocke Stoffe werden gezeigt, wie sie sich leicht bewegen, dazu eine Streichermelodie und in einer alten Schrift die Namen der Darsteller, die Musik wird allmählich lauter, fließt zusammen und ergibt hinter einem prachtvollen Stoff mit verschnörkelten Buchstaben das Wort: Molière.
Gut, ich bin unfähig es zu beschreiben, aber im wesentlichen ist zu sagen, dass es grandios gestaltet ist!

Der französische Dramatiker Jean-Baptiste Poquelin – besser bekannt als Molière – (Romain Duris) wird auf Grund seiner Schulden ins Gefängnis geworfen, die Lage scheint ziemlich aussichtslos, bis der Kaufmann Jourdain (Fabrice Luchini) sich dazu bereiterklärt, seine Schulden zu bezahlen – im Gegenzug soll er Jourdain in den Künsten des Theaters unterrichten, denn er möchte die Gunst der jungen Witwe Célimène (Ludivine Sagnier) erwerben. Jourdain ist jedoch verheiratet und damit der ganze Schwindel nicht auffällt, muss sich Moliere als vermeintlicher Priester und Hauslehrer Tartuffe ausgeben, was jedoch seiner Frau Elmire (Laura Morante) ganz und gar missfällt und so landet er plötzlich ungewollt in einem Abenteuer zwischen Schwindel, Theater, Liebe und Betrug.

Natürlich gibt es noch weitere Probleme: Die Tochter Jourdains verliebt sich in einen jungen Mann, obwohl sie einen anderen heiraten soll, Jourdain wird von seinem vermeintlichen besten Freund ausgebeutet, Celimène ist ein wahres Biest und kann ihn gar nicht leiden – was Jourdain gar nicht weiß – , Molière muss irgendwie den Schwindel aufrechterhalten, verliebt sich aber in Elmire usw.
Natürlich klingt das alles zusammengeworfen ganz schön kitschig und ab und an ist der Film auch recht offensichtlich, aber das macht nichts aus. Es ist ein Wohlfühlfilm, wo man sich amüsiert, eine Komödie eben mit einigen ernsten Elementen. Man hat ziemlich viel Spaß und es gibt etliche urkomische Momente.
Die Kostümierung und die Möbel sind total klasse und dies vereint mit der sehr authentischen, barocken Musik lässt die Optik des Filmes glänzen!
Zudem ist „Molière“ mein erster Film mit Romain Duris gewesen, mit welchem ich seit je her ein sehr enges Verhältnis führe und etliche seiner Filme gesehen habe, weil ich ihn sehr überzeugend und lebendig finde. Auch Fabrice Luchini spielt toll, er ist ja mehr oder weniger in absolut jeder französischen Komödie unterwegs (was ich beim Erstsehen jedoch nicht wusste), was eventuell etwas lästig sein könnte für diejenigen, die häufig franzöische Komödien sehen. Es hat etwas von Dauerbeschallung, auch wenn er ein guter Schauspieler ist.

Ich weiß nicht, ob ich die einzige mit dieser seltsamen Angewohnheit bin, aber wenn es mir schlecht geht, sehe ich gern einen meiner Lieblingsfilme, der mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, egal wie oft ich ihn sehe. Abgesehen davon ist es für mich ein wichtiges Kriterium, um einen Film gut zu finden, dass er eine Vielzahl an Emotionen auslösen kann und einen in eine andre Welt katapultiert und das kann „Molière“ alle mal! Man lacht sich weg, bis die Balken biegen, fiebert mit, glaubt kaum, was für Unsinn es gibt, ist jedoch irgendwie auch traurig und berührt.

THE VERDICT: Eine Tragikomödie von wunderbarer Qualität und ohnegleichen, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Prädikat Episch, 9 von 10 Sternen.

Love, Katha

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2 Kommentare zu „Einer wie keiner

  1. Liebe Katha,

    mir gefällt deine Filmauswahl sehr gut – und den „Molière“ liebe ich auch total. Eine Sache fiel mir bei deiner Rezension aber auf: du erwähnst gar nicht, was der eigentliche Clou an dem Film ist. Er wirkt zwar auf den ersten Blick wie eine Biographie des Dramatikers, jedoch handelt es sich um eine fiktive. Der Witz an der Sache ist, dass die Story des Films aus Versatzstücken von Molières großen Komödien zusammengebastelt wurde. Jourdain ist bspw. die Hauptfigur in „Le Bourgeois gentilhomme“, Célimène ist diese ätzende Frau aus „Le Misanthrope“ und Molière selbst taucht hier in der Rolle des „Tartuffe“ auf, also des frommen Heuchlers. Der Film liefert sozusagen eine – fiktive – Erklärung dafür, wie Molière zum Stoff seiner unzähligen Dramen kam. Der Film funktioniert selbstverständlich auch ohne dieses intertextuelle Wissen, macht aber noch mal mehr Spaß, wenn man diese ganzen Verweise erkennt. Und Molières Komödien zu lesen, kann ich dir uneingeschränkt empfehlen, solltest du sie noch nicht kennen 🙂

    Liebe Grüße!

    1. Oh wow, erstmal danke für den Kommentar. Mir kommt es vor wie eine kleine Ewigkeit, dass ich den Text geschrieben habe. Aber natürlich hast du recht, also danke für deinen Einwand. Ich muss eingestehen, dass ich leider (noch immer) nichts von Molière gelesen habe und entsprechend nicht diese schlauen Bemerkungen machen kann, aber es definitiv vor habe… Das ist so die sache mit dem beständig wachsendem SuB 🙂
      Danke fürs Folgen übrigens, ich werd mich auch mal auf deinem Blog umschauen.

      Alles liebe, katha

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